
Nacht…Ruhe? *pffft!
Donnerstag, 6. März 2008Natürlich ist mir durchaus bewusst, dass die aktuellen Außentemperaturen alles andere als warm sind. Zumindest muss man schon reichlich quer drauf sein, um sie so zu bezeichnen. Mache ich auch gar nicht. Dennoch ziehe ich es vor, immer wenn es irgendwie auszuhalten ist, bei offenem Fenster zu schlafen. Das geht auch ganz gut, da sich vor meinem Schlafzimmer-Fenster mein Balkon befindet, der das Fenster soweit schützt, dass der Wind nicht direkt drauf steht.
Soweit so gut.
Nun hat ja ein offenes Fenster die blöde Angewohnheit, sämtliche Geräusche, die sich in Hörweite befinden, ungefiltert durchzulassen. Bei säuselndem Wind oder zwitschernden Vögeln ist das auch ganz angenehm. Ja, mehr noch: Sogar Schlaf fördernd. Allerdings erst ab einer gewissen Uhrzeit. Also ungefähr dann, wenn „man“ normalerweise aufsteht. Dazu sage ich jetzt lieber nichts weiter.
Letzte Nacht war aber nix mit Windsäuseln oder Vögelzwitschern. Dafür war es auch noch zu früh. Ja, staunt ruhig! ;o) Ne, eher hörte es sich an wie ein *krrrrsch* … *bumm*. Als ich gerade noch so vor mich hin stutzte, folgte noch ein *brrrrrrrrst* … *wusch*. Und schon war ich wieder wach. Müßig zu erwähnen, ich weiß. Ich lauschte also noch etwas, a) hoffend, dass nun Ruhe ist und b) davon ausgehend, dass ich endlich schlafen kann.
Dem war nicht so.
Als sich gerade ein *klock* mit einem *sssssssipp* ablöste war meine Geduld am Ende. Denn wenn sich diese Geräusche auf meinem Balkon abspielen sollten, könnte ich sie ändern und damit nicht nur allen anderen Bewohnern des Hauses Nacht-RUHE gönnen, sondern vor allem auch mir. Also stakste ich mitten in der Nacht, gerade mal bekleidet mit einem Sleepshirt und Socken auf den Balkon. Es erübrigt sich vermutlich, zu erwähnen, dass eine Außentemperatur von gefühlten minus 83 °C herrschte. Ich möchte es aber dennoch los werden. Danke!
Der vermutete Nachtterrorist war eine Gießkanne, von der ich annahm, dass sie bei dem Wind hin und her kippte und dabei seltsame Geräusche verursachte. Also schnappte ich mir das in dem Moment höchst verhasste Teil und stellte es vom Regal auf den Boden. Sicher, dass nun Ruhe ist, ging ich zurück ins Bett. Dass ich schlaftrunken die Socken angelassen hatte, war vermutlich so eine Art Vorahnung. Denn keine dreißig Sekunden später vernahm ich, inzwischen ziemlich dicht daran, meine Beherrschung zu verlieren, ein krächtzendes *brööööök*, dicht gefolgt von einem *tock*, letztendlich aber doch gerade noch vor Zieleinlauf überholendem *tschack*.
Ich schlug die Decke zurück, stampfte wütend erneut auf den eiskalten Balkon, lief zurück und holte meine Scharfmacher (je nach Tageszeit Kontaktlinsen oder Brille, hier: Brille), stakste erneut auf den Balkon und suchte.
Und suchte.
Und lauschte.
Aber:
Nix.
Kein Geräusch.
Totenstille, sozusagen.
Als ich jedoch gerade die Balkontür geschlossen hatte, um wieder klarschonwas, und gerade mal zwei Schritte Richtung Bett unterwegs war, riss mich ein etwas seltsam anmutendes Keineahnungwas direkt wieder zurück. Also zog ich die Tür nochmal auf, fragte mich, ab wann Körperteile oder der Mensch im Ganzen als tiefgefroren gelten und wie viel Geduld ein einzelner Mensch um diese Uhrzeit wohl durchschnittlich aufbringen kann. Anschließend fand ich eine Styropor-Platte, die sich lustig im Wind hin und her schlug. Genau zwischen Regal und Holzkübel. *tacka* … *ditsch* … *tacka* … whoppa* … *tacka* … *klock*. Nachdem ich das Teil gesichert (man könnte auch sagen „zerlegt“) hatte, war Ruhe.
Dachte ich.
Bis ich wieder im Bett und gerade gemütlich eingemummelt war.
Ob der Uhrzeit verzichtete ich darauf, laut loszubrüllen, als irgendwas auf dem Balkon anfing zu rascheln. Und das in einer Lautstärke, bei der einem nachts, wenn normalerweise (*ggggr) alles ruhig ist, die Ohren wegfliegen.
Siegessicher hatte ich die Socken inzwischen ausgezogen. Also return und wieder raus. Dieses Mal handelte es sich um eine Plane, mit der ich meine Sonnenliege über den Winter abgedeckt habe. Hatte; Entschuldigung. Denn diese wehte lustig im Wind. Natürlich nur teilweise, damit sie nicht weg wehte, sondern mich am Standort verweilend um den letzten Nerv bringen konnte. Ich riss das Teil von der Liege, knallte die Balkontür mit einer Wucht zu, dass man es vermutlich noch drei Stadtteile weiter gehört hat, schmiss die verdammte Plane mitten ins Wohnzimmer und ging zurück ins Bett.
Mit Socken!
Heute Abend werde ich mit Sweat-Shirt, Jeans und Boots ins Bett gehen, ich schwör’s!
Oder einfach das Fenster zu machen …
;o)
© skriptum


herrlich!! noch so eine, die die leiden eines offenen fensters kennt.. auch wenn ich auf den balkon verzichten muss und gleich den garten vorm fenster habe *;)
lässt Du auch den Rolladen oben? ich mags, wenn das Mondlicht sich in einem der Kristalle, die mein Fenster formschön dekorieren (weib eben), verfängt um anschließend seltsame Muster auf meinem Gesicht zu schreiben *;)
Wenn man versucht, einzuschlafen, kann jedes Geräusch zur Qual werden.. ich habe diverse Dinge nachts schon auf die höchsten Elemente meiner Schrankwand verteilt, weil meine Katze sie zum Spielen einlud und sich herrlich an ihnen verging.. ohrenbetäubend wie mir schien..
Ich hoffe, Du hattest dennoch eine angenehme Restnacht *;)
Da hab ich nen Vorteil, bei mir vorm Fenster ist die Strasse und die Bahn so laut, daß ich garantiert sonst keine komischen Geräusche höre. Somit ist die Nachtruhe gesichert :-)
Gleich den Garten vor dem Fenster ist dann auch noch ein Garant für allerlei Gevieche, oder? Oh, fein! *grusel
Hier donnert gegen halb Eins immer ein Güterzug lang, der alles in der Wohnung vibrieren lässt. Gläser in der Vitrine, meinen Kleiderschrank, mein Bett, meinen Bildschirm. Je nachdem, wo ich gerade aktuell bin, steigt die Spannung mit jedem Meter, den der Zug näher kommt. Schlafe ich bereits und der Zug kommt, werde ich aus dem Schlaf gerüttelt. Zwar nur sanft aber schön ist doch was anderes.
Und wenn dann auch noch das Schlafzimmer-Fenster geöffnet ist …
Aber mit geschlossenem Fenster kann ich nicht so richtig. Schlafen und so. Du weißt schon ;o)
Außer Straßen- und Bahngeräuschen nichts? Gar nichts? Boah, wie langweilig! *g
Ja, super Nacht…Ruhe! *pffft!
;o)
Und für was ist die Entscheidung gefallen? Sweat-Shirt, Jeans und Boots oder ein geschlossenes Fenster? Und wieso eigentlich Boots? Zum schmeißen? :-)
Mit den Boots zu schmeißen würde immerhin ein wenig Druck nehmen. Eine Überlegung wäre es also wert ;o)
Bevor Du mit Sweat-Shirt, Jeans und Boots ins Bett gehst, machst Du aber ein Foto und speicherst es hier ein! Ja? *gg*
Habe ich Bedenkzeit? *g
Oropax, oder wie das Zeug sich schreibt! Vor allem am nächsten Tag, wenn die Nachbarn Sturm klingeln, um sich zu beschweren!
Ich habe überwiegend so nette Nachbarn, dass sie sich entweder nicht beschweren oder es in einer sehr umgänglichen Weise tun. Und wenn ich Bockmist baue, stehe ich auch dazu. Außerdem ist ja inzwischen alles auf dem Balkon gesichert. Ich brauche also nicht mehr in Panik zu geraten, wenn es an der Tür klingelt *g
dem seeligen menschen den tiefen schlaf…
ich öre nichts sobald ich in der vertikalen liege, gehen die augen zu, das schlafhormon überkommt mich zugleich und oft – gerade in früheren zeiten – weiß/ wußte ich nicht ob mir die hose vorher oder schon im bett während des schlafens ausgezogen habe.
sollten es leute dennoch schaffen mich um einen wohlverdienten schlaf zu bringen müssen mit einem augenblicklichen als auch langanhaltendem tiefen schmerzvollen tod rechnen.
denn…
zitat aus pulp fiction:
“der pfad der gerechten ist zu beiden seiten gesäumt mit den freveleien der selbstsüchtigen und der tyrannei böser männer. gesegnet sei der, der im namen der barmherzigkeit und des guten willens die schwachen durch das tal der dunkelheit geleitet. denn er ist der wahre hüter seines bruders und der retter der verlorenen kinder. und da steht weiter: ich will große rachetaten an denen vollführen, die da versuchen meine brüder zu vergiften und zu vernichten; und mit grimm werde ich sie strafen, so dass sie erfahren sollen: ich sei der herr, wenn ich meine rache an ihnen vollstreckt habe.”
zitat ende
*bumbumbum*
Och, so schlimm bzw. verhängnisvoll ist es bei mir nicht. Es ist nur ärgerlich, wenn ich denn tatsächlich MAL eingeschlafen bin und dann für nichts und wieder nichts geweckt werde. Aber irgendwann schläft man ja schon aus purer Erschöpfung ein. Insofern …