Archiv für Dezember 2008
Sonntag, 28. Dezember 2008
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Die Zeit rannte mit einer Geschwindigkeit, der kein Auge folgen konnte. Dann blieb sie stehen. Plötzlich und völlig unvermittelt. Deine Hand haltend rannte ich mit. Ein kurzes Stück. Atemlos. Wohin der Weg gehen würde, war egal; es gab kein Ziel. Auch wenn es Hunderte hätte geben können.
Dein letzter Blick war schön. Kurz und fast ohne Lächeln. Eben so, wie nur Du lächeln kannst. An Kühle kaum zu überbieten und doch wärmend. Nicht wissend, dass es das letzte Lächeln sein würde, das Du mir schenkst. Die Blumen am Rand des Weges hatten wir nie gesehen. Wozu auch …
Du kamst, sahst und siegtest. Und dann gingst Du. Schweigend schloss ich die Tür hinter Dir und ließ mein Hand auf der Klinke liegen. Wissend. Geblieben sind verblühte Blumen und ein Hauch von Rot. Achtlos zurück gelassen. Es spielte keine Rolle. Nicht für Dich und irgendwann auch nicht mehr für mich.
Ich brauche Leben. Leuchtend. In schreienden Farben. Emotionen pur, die mich packen und zu Boden schmeißen. Ich will lachen, lieben, Lust. Je nachdem, wonach mir gerade ist. Laut. Immer laut. Und bunt. So wie Blumen, die selbst dann noch blühen, wenn man atemlos an ihnen vorbei rennt.
Nein, folgen werde ich Dir nicht. Das habe ich nie getan. Und Du weißt das. Auch wenn Du es jetzt nicht verstehen kannst. Oder willst. Aber gewusst hast Du es doch. Immer. Und genossen. Still. Auch wenn es Dir vielleicht geschmeichelt hätte, mich in Deinem Fahrtwind zu wissen.
Für eine Weile werde ich stehen bleiben, Blumen pflücken und an Dich denken. Daran, in Deinem Arm einzuschlafen statt nur neben Dir. Daran, Dich zu küssen, bevor der Tag beginnt. Daran, dass es Dich gibt. Irgendwo. Irgendwie. Und lächeln werde ich dabei. Leise und kühl. Ich habe gelernt.
© skriptum
Veröffentlicht in Lyrik und Gedanken, © skriptum | Verschlagwortet mit achtlos, an Dich denken, Arm, atemlos, Auge, Blick, Blumen, Boden, einschlafen, Emotionen, Fahrtwind, Farben, Geschwindigkeit, Hand, kühl, Kühle, Küssen, Klinke, lachen, lächeln, Leben, lieben, Lust, packen, pflücken, Rand, Rolle, Rot, Skriptum, still, Tür, Weg, Weile, Zeit, Ziel | 15 Kommentare »
Samstag, 27. Dezember 2008
Leiser Wimpernschwur
Neben mir die Wärme pur
Lächeln um neun Uhr
Du willst nicht aufsteh’n
Lässt mich um den Kaffee fleh’n
Umarmung um zehn
Ganz heiße Sachen
Träume wahr werden lassen
Elf Uhr in Massen
Die neue Kunde
Training gegen die Pfunde
In zwölfter Runde
Problem gibt es keins
Schritt für Schritt erfüllten Seins
Weiter noch um Eins
Wir sind voll dabei
Lieben uns ganz frank und frei
Enger noch um Zwei
Gedanken sind frei
Zart geküsste Sinnerei
Liebelei um drei
Termin im Visier
Du bleibst einfach hier bei mir
Einigung um vier
Schneesturm die Kunde
Wir kuscheln noch ´ne Runde
Zur fünften Stunde
Du bist wie verhext
Weißt noch mehr wie Liebe wächst
Erkenntnis um sechs
Lass uns nur lieben
Bedenken seitwärts schieben
Es ist bald sieben
Atemlos gelacht
Was hast Du mit mir gemacht
Kissenschlacht um acht
Leiser Wimpernschwur
Neben mir die Wärme pur
Lächeln um neun Uhr
© skriptum
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Mittwoch, 24. Dezember 2008
Nun kann man Weihnachten ja sehen wie man will. Klar, was sonst. Mir fällt es momentan etwas schwer, in besinnliche Stimmung zu kommen. Dazu kann Weihnachten allerdings nix, sondern eher ein Handw….. Boah, ich kann nicht einmal das Wort schreiben, ohne dass ich (§/(§$/&§%$ (‘tschuldigung, meine Tastatur hat eine automatische Error-Taste, wenn die Beschimpfungen zu grob werden. Sie zensiert dann automatisch. Und das ist meistens gut so!).
Na, jedenfalls nehme ich zwar willig zur Kenntnis, das Weihnachten ist, freue mich auch sehr darauf, die nächsten Tage mit mir sehr lieben und wichtigen Menschen zu verbringen, nur mit der Stimmung klappt das einfach nicht. Oder noch nicht. Was schreibe ich hier also, wenn ich auf so vielen anderen Blogs heimelige Stimmung, zauberhaften Weihnachtsschmuck, traumhaft geschmückte Bäume und unglaublich schöne (ja, das nehme ich dennoch wahr! *g) Geschichten lese?
Okay, ich habe mich entschieden, mich eines anderen, momenten irgendwie um sich greifenden Themas zu widmen. Einige Herren haben ja schon mächtig vorgelegt, so dass ich dem natürlich in nix nachstehen möchte:

Allerdings habe ich mich gegen die Vorder- und statt dessen für die Hinteransicht entschieden. Nackt. Im Sommer. Nicht in Netzstrümpfen oder in sonstiger Weise benetzt, wie es die Herren vorgezogen haben. Man muss nicht alles nachmachen und vor allem bin ich ja kein Mann. Kleinen Unterschiede sollten schon gewahrt beleiben. Oder?
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Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, vor allem den eifrigen Kommentatoren (m/w) meines Blogs einfach zauber!hafte Weihnachten und ganz viele besinnliche Momente. Das färbt bestimmt gedanklich auf mich ab und dann feiere ich auch Weihnachten; versprochen!
Alles Liebe und lasst die Glocken krachen! ;o)
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Montag, 22. Dezember 2008
Sanft weht der Wind durch meine Gedanken und nimmt den Sand mit sich. Nur die Muscheln verfangen sich in der Unendlichkeit; bilden ein Karree aus Wärme und Licht. Ich sitze am Wasser und beginne zu begreifen, was Ruhe ist. Fische gibt es hier längst nicht mehr. Jedenfalls keine greifbaren. Dafür unglaublich viele Gedankenperlen, die in Form angekommenen Regens meine bloßen Füße umspielen. Das Meer ist friedlich. Es fordert nichts. Statt dessen füllt es meinen Kopf mit Rauschen. Das ist mir ansich bekannt. Nur anders. Bisher. Ganz vorsichtig beginne ich darüber nachzudenken, wie ich diesen Augenblick festhalten könnte. Eine praktikable Antwort will mir jedoch partout nicht einfallen. Also lasse ich es und gebe mich ganz dem nächtlichen Neumond hin, der seine Kraft nur erahnen lässt.
Es ist dunkel. Auch in mir. Eine wohlige Dunkelheit, die nichts Bedrohliches, nur Frieden in sich trägt. Die Hände hinter mir im Sand vergrabend, schließe ich langsam meine Augen. All die Hektik der vergangenen Wochen und Monate ist einer fast nur noch als irreal zu bezeichnenden Ruhe gewichen. Das Glitzern auf den seichten Spitzen des Wassers lädt mich zum Fallenlassen ein in eine Welt, die so ganz anders zu sein scheint als meine eigentliche. Ist es das, was den besonderen Reiz solcher Momente ausmacht? Oder ist es eine ursprüngliche Normalität, die gegen den längst als normal akzeptierten Alltagsstress kaum noch eine Chance hat? Es sind diese kleinen Momente, die mir das Leben immer wieder lebenswert erscheinen lassen.
Deine Blicke auf meiner Haut sind warm und fordernd. Das Gefühl des Beobachtetwerdens reizt nicht nur mich. Du weißt nicht, dass ich Dich längst bemerkt habe. Die Entfernung zwischen uns ist nur räumlich. Ich fühle Dich. Auch wenn Du noch meterweit von mir entfernt bist. Langsam stehe ich auf und gehe ein paar Schritte. Nur bis zu den Felsen. Zu weit will ich von diesem Ort nicht weg. Viel zu fesselnd ist die Stille, die längst verloren schien. Ich trete in eine zerbrochene Muschel und ein bittersüßes Lächeln umspielt meine Gedanken. Der Sand färbt sich rot doch mein Fuß schmerzt nicht. Das Wasser kühlt und reinigt. Mehr will ich nicht. Der warme Wind spielt mit meinen Haaren, die sich bei diesem eigentlich gar nicht vorhandenen Licht wie goldene Fäden um meinen Körper schmiegen. Die Felsen sind angenehm kühl und meine Haut fügt sich in die von der Natur gespülten Formen ein.
Die Entscheidung, ob ich meine Augen schließen oder geöffnet halten soll, verschiebe ich auf später. Der Duft des Wassers und sein Rauschen nimmt mich in Besitz. Du kommst leise näher und siehst mich schweigend an. Die kühle Flasche in Deinem Arm und die beiden Gläser, von denen Du mir eines zwinkernd reichst, ist die perfekte Ergänzung der Vollkommenheit dieser Situation. Kleine Perlen, die sich den Weg an die Oberfläche bahnen, sind wie Sterne auf unseren Gemütern. Schweigend kommen wir uns näher und die Hitze der bisherigen Nacht lässt uns erneut miteinander verschmelzen. Wortlos, um den Moment nicht zu zerstören. Tief dringen nicht nur die Blicke unserer Augen in uns ein. Und die Sehnsüchte zweier Seelen verschmelzen ineinander wie der sanfte Wind, der prickelnd durch meine Gedanken rauscht, um sich spielerisch den Weg ins Meer der Gefühle zu bahnen.
Angekommen.
© skriptum
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Sonntag, 21. Dezember 2008
„Mama, wie hießen die heiligen drei Könige?“ Mein Kopf drehte sich langsam in Richtung dieser Kinderstimme. Ein kleiner Junge, der seine Mutter erwartungsvoll ansah. Sie wusste keine Antwort; der Lütte schon und so informierte er sie grinsend mit „Mönsch Mama, das waren doch Caspar, Melchior und Balthasar!“ Die Mutter war mehr erleichtert als begeistert, dass die Antwort so prompt gekommen war. Auf die Frage, ob sie selbst bereits gelebt habe, als Jesus geboren wurde, antwortete sie somit locker-flockig mit „nein“, klamüserte ihm kurzweilig auseinander, dass wir nun im Jahr 2008 sind und seit Jesus Geburt gezählt würde. Also wäre im nächsten Jahr das Jahr 2009 nach Jesus. Danach lehnte sie sich entspannt lächelnd zurück.
Aber der Lütte legte sofort nach mit der Frage, warum Jesus ans Kreuz genagelt wurde…
Stille. Keiner der umsitzenden Fahrgäste in dieser, aufgrund der Feierabendzeit eher an einen Schlafwagen denn an Entertainment pur erinnernden, Bahn sagte auch nur irgend etwas. Auf mindestens jedem zweiten Platz verkniff sich jemand ein Grinsen bis lautes Lachen aber sagen sagte keiner was. Der auf dieser Mutter in dem Moment lastende Druck muss unerträglich gewesen sein. Denn sie wusste die Antwort nicht.
Ich war versucht einzuspringen mit der Bemerkung, dass Jesus die Schuld aller Menschen auf sich genommen hat und er deshalb gekreuzigt wurde, war mir aber nicht völlig sicher, dass es so war und hatte außerdem schlicht Angst vor dem sich erfahrungsgemäß obligatorisch anschließenden „Warum?“ des Jungen. Denn darauf hätte ich dann garantiert überhaupt keine Antwort gehabt.
Es folgten einige Fragen auf die ich zwar Ideen aber keine sicheren Antworten hatte und der Wunsch, selbst Mutter zu werden zeigte plötzlich seine ganz natürlichen Grenzen des Wollens. Ich beneidete diese Mutter nicht!
Der Knirps drehte und wendete in seinen Händen eine kleine Box. Etwas größer als eine Streichholz-Schachtel aber gleiches Prinzip. Sie war außen braun angemalt und die Lade war etwas heraus gezogen. Aus dieser Öffnung lugte eine kleine Styropor-Kugel, die mittels zweier Punkte und Striche zu einem Gesicht mutiert war. „Mama?! Sie zuckte nur noch. „Mama, sag doch mal!“ Sie drehte etwas ängstlich ihr Gesicht in Richtung Junior und fragte ihn nach dem „Was?“
„Mama, wie findest Du meinen Jesus?“ Sie fand ihn toll. Natürlich. Punkte machen war wohl in dieser Situation die einzige, wirkliche Chance, die sie überhaupt hatte. „Wirklich GANZ, GANZ toll hast Du das gemacht!“ log sie… offensichtlich. Denn ihr Blick auf die Zuhörer verriet die Entschuldigung für diese Antwort. Somit schien Jesus auch abgehakt.
Nun beschäftigte den Jungen die Frage nach Josef und Maria. Ich muss gestehen, dass in mir die Spannung zum Zerbersten wuchs. In der Mutter offensichtlich auch. Sie versuchte, ihren Sohn mit allen möglichen Themen abzulenken doch er blieb stur. Als er wissen wollte, warum es „Jungfrau Maria“ heißt, lehnte ICH mich in gespannter Entspanntheit lächelnd zurück und harrte. Doch leider, leider: In dem Moment stiegen beide aus.
AUSGERECHNET IN DIESEM MOMENT?
Die Antwort … oder überhaupt eine Reaktion darauf … hätte ich zu gern mitbekommen. Immerhin ist der Lütte schätzungsweise im Vorschul- oder Schulalter. Somit dürfte in absehbarer Zeit das Thema „Blümchen und Bienchen“ abgehakt sein um sinnvoller Weise durch echte Aufklärung abgelöst zu werden. Und wie sinnig ist es, einem Kind in diesem Alter noch zu erklären, dass die Bibel behauptet, eine Jungfrau habe Jesus geboren?
Mensch, ich war so gespannt. DIE Antwort hätte ich zu gern noch gehört!
Allen einen schönen vierten Advent! ;o)
© skriptum
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