Mit ‘Chance’ verschlagwortete Einträge

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ABC-Projekt (43. KW): Wandel-Wonnen

Sonntag, 25. Oktober 2009

Da ist er wieder: Der Beweis …

… dass Menschen von Tieren noch eine Menge lernen können.

Peter Maffay sagte mal sinngemäß in einem Interview, dass Elefanten den Menschen viel voraus haben. Bei den Dickhäutern ist es so, dass die Schwächsten immer in die Mitte genommen werden, damit die Starken die Schwachen beschützen können. Sobald Gefahr droht, bilden die Starken einen Kreis und nehmen die Schwachen in die Mitte.

Bei den Menschen ist es meist genau umgekehrt: Wehrlose, wie zum Beispiel Kinder und Ältere, werden leider oftmals an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Aber ohne die Wissbegierde und Lernfähigkeit der Kinder und die Erfahrungen der Älteren kann eine Gesellschaft nicht funktionieren. Mehr noch; sie hat keine Chance auf Zukunft.

Die Elefanten haben das begriffen …

© skriptum

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Aufgabe

Donnerstag, 22. Oktober 2009

 

Aufgeben bedeutet den Verlust
jeder potentiellen Chance

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ABC-Projekt (40. KW): Tankstelle

Sonntag, 4. Oktober 2009

Shanti, ehemals „Wonneproppen“, holt sich schnell noch eine leckere Mahlzeit, bevor ihm das im nächsten Jahr fünf ab April erwartete Elefanten-Babys streitig machen.

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Kluges Kerlchen! Wenn ein Elefanten-Baby nicht schon 80 Kilo wiegen würde, hätte ich ihn letztes Jahr glatt sofort geklaut. Aber das war mir dann doch etwas zu kompliziert.

Nicht wegen des Tragens, versteht sich. Das hätte ich schon hinbekommen. Nur die Sache mit dem Verstecken, um ihn unbemerkt aus dem Zoo zu schleppen … das erschien mir dann doch etwas unmöglich.

Aber nächstes Jahr habe ich ja fünf weitere Chancen. Mal sehen, ob mir bis dahin etwas einfällt ;o)

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Evakuierung

Freitag, 2. Oktober 2009

Es begab sich zu einer Zeit, als ich eigentlich sehr gut drauf war …

Das könnte jetzt glatt ein Märchen werden. Wird es aber nicht. Im Gegenteil: Es ist die bittere Realität.

Während der Eigentümerversammlung im Jahr 2008 wurde beschlossen, die maroden Balkon-Kästen, die nach Aussage des Architekten zu damaligen (Bau)Zeiten durchaus den damaligen Standards entsprachen (hat er sie gebaut resp. daran mitgewirkt?), sanieren zu lassen. Sie zeigen mittlerweile so genannte Haarrisse, durch die Feuchtigkeit eindringen kann. Auch die Seitenverkleidungen sind an den Oberkanten alles andere als ansehnlich.

Also lautet der Beschluss, dass man da was tuen muss.

Angedacht wurden die Maßnahmen für Herbst 2008. Hilfsweise wurde das Frühjahr 2009 ins Auge gefasst.

Im Herbst 2008 passierte nix.

Im Frühjahr 2009 passierte nix.

Es könnte ja – rein theoretisch, versteht sich – sein, dass der eine oder andere Bewohner mit dem Gedanken spielt, diese verdammten Kästen zu bepflanzen. Dafür sind sie ja nun einmal da. Die meisten haben das auch gemacht, allerdings mit der gebotenen Vorsicht, falls binnen weniger Tage alles entfernt werden müsste. Denn die Balkonkästen sollten ja saniert werden.

Im Mai 2009 teilte der Verwalter dann mit, dass wir möglicherweise bereits bemerkt hätten, dass weder im Herbst 2008, noch im Frühjahr 2009 an den Balkonkästen etwas unternommen worden war.

Ach was!

Erneut erklärte der Architekt lang und breit, was genau gemacht werden müsse und aus welchen Gründen.

Ich liebe solche Veranstaltungen! *gähn

Der nächste Beschluss lautete also, dass im Herbst 2009 mit den Arbeiten begonnen werden würde. Natürlich nach rechtzeitiger Ankündigung, damit die Hausbewohner ihre Pflanzen zuvor in Sicherheit bringen können.

Nun ist ja die Umschreibung „rechtzeitig“ ein relativ dehnbarer Begriff. Ich persönlich empfinde es nicht als „rechtzeitig“, wenn aus heiterem Himmel ein höllisches Gepolter hinter dem Haus losgeht, ohne dass auch nur IRGENDein Hausbewohner weiß, was das soll. Das allein machte mich jedoch nicht einmal stutzig: So ruhig und harmonisch diese Wohngegend viele Jahre war, wird sie in den letzten Monaten, aus verschiedenen Gründen, immer lauter und ungemütlicher. Mir reicht es hier bald.

Erst als ein Hausbewohner die Arbeiter lautstark zum sofortigen Aufhören aufforderte, schoss ich auf den Balkon und wollte wissen, was da los ist. Könnte ja sein, dass Hilfe benötigt wird. Und was sah ich? Hinter dem Haus wurden Massen an Stangen, Leitern und Bohlen heran geschleppt. Offensichtlich wollte da jemand ein Gerüst aufbauen. Beziehungsweise mehrere. Der Hausbewohner hatte sich völlig zu recht aufgeregt, denn schließlich muss der Sockel des Gerüsts an diesem Haus auf seiner Terrasse stehen. Da er bei der Eigentümerversammlung nicht anwesend war, konnte er nicht wissen, was das überhaupt alles soll.

Mir schoss in dem Moment fast Dampf aus den Ohren! So sieht also rechtzeitig aus, ja?! Na, toll! Mein Balkonkasten stand auf ca. drei Metern noch voll in Blüte:

Ist es völlig unrealistisch, anzunehmen, dass der liebste Herr Verwalter nicht bei den Firmen, die einrüsten und malern, angerufen, den Auftrag erteilt und gefragt hat, wann sie anfangen, um zur Antwort zu bekommen „In drei Minuten geht es los“? Der hat doch wochenlang Zeit gehabt, uns zu informieren. Und das ist nicht zu schaffen?

Ach.

Irgendwann klingelte meine Nachbarin, die ihrerseits den Vorarbeiter ausfindig gemacht und gefragt hatte, was denn nun wohl geplant sei. Es handelte sich tatsächlich um den Gerüstbau zur Sanierung der Balkonkästen. Danke an die Hausverwaltung an dieser Stelle, für die „rechtzeitige“ Information, wann es losgeht. Meine Nachbarin teilte mir weiter mit, dass an diesem und dem nächsten Tag noch nichts an den Kästen gemacht würde, so dass wir am Folgetag Zeit hätten, um die Kästen zu räumen.

Kurz zuvor hatte ich – nicht wissend, wann es losgehen wird – noch neue Pflanzen gekauft und eingesetzt. Wer mir das bezahlt, wenn die Pflanzen jetzt nach Rücksetzung in kleine Pötte eingehen, weiß ich noch nicht. Dienstag habe ich mir händeringend drei Stunden abgequält und meine Arbeit liegen lassen (müssen), um den Balkonkasten zu leeren und meine Pflanzen zu evakuieren, weil es ja Mittwoch losgehen sollte. Wer mir das bezahlt, weiß ich auch noch nicht. Aber wen ich dafür „umbringen“ werde, wenn ich ihn erwische … ja, da habe ich schon eine leise Idee!

Das alles heißt aber natürlich keinesfalls, dass es am Mittwoch tatsächlich losging:

28.09.: Plötzlicher Gerüstaufbau
29.09.: Chance, die Pflanzen zu evakuieren
30.09.: geht’s los.

Geht es los? Denkste! Nüscht war! Kein Arbeiter zu sehen, folglich keine Arbeiten. Okay, nächste Chance:

01.10.: Geht’s endlich los?

Denkste (2)! Wieder nix. Kein Arbeiter, keine Arbeiten.

02.10.: Zum Wochenende Arbeits-Start?

Nein, natürlich nicht.

Auch habe ich den Hausverwalter noch nicht gesehen. Immerhin hat er es verpennt, uns rechtzeitig (…) zu informieren. Es könnte ja durchaus sein, dass der eine oder andere Bewohner im Urlaub ist und seinen Balkonkasten dem entsprechend gar nicht räumen kann. Also ist es doch wohl die Aufgabe des Hausverwalters, hier blitzartig anzutanzen, die Gerüste zu erklimmen und nachzusehen, ob bei insgesamt 24 Wohneinheiten in drei Häusern alle Pflanzen entfernt wurden, damit sie während der Arbeiten nicht geschrottet werden, oder?

ODER?

Mein Balkonkasten sieht so trostlos aus wie noch nie! Das ist der klägliche Rest, den ich nicht heraus nehmen konnte, weil sie dann garantiert eingehen. Tüten müssen reichen:

Inzwischen ist es Freitagnachmittag. Die Arbeiter sind nach wie vor nicht (mehr) zu sehen, mit den Arbeiten wurde nicht einmal begonnen. Stattdessen haben wir Dank längst aufgebauter Gerüste gar prächtige Hintereingänge. Es ist ein Leichtes, die erste Plattform zu erklimmen und dann mittels der auf jeder weiteren Plattform befindlichen Leiter bis ins oberste Stockwerk zu klettern. Zwischendurch kann man mal in aller Ruhe gucken, ob irgendwo eine Balkontür offen oder wenigstens auf kipp steht, die man dann aufbrechen kann, um die jeweilige Wohnung in Ruhe auszuräumen, falls die Bewohner beispielsweise im Urlaub sind und keine Ahnung davon haben, dass das Haus eingerüstet ist.

Im Moment ist es also sehr leicht, mich überraschenderweise zu besuchen:

Einfach bei Nacht, sogar ganz ohne Nebel, hinter das Haus gehen und hoch kommen. Die Leiter befindet sich sozusagen direkt vor meinem Schlafzimmerfenster, da dort auch der Balkon ist. Ich könnte natürlich, zur Vereinfachung des Einstiegs, zusätzlich mein Haar herunter lassen, damit die erste Plattform noch leichter erklommen werden kann. Aber wie gesagt: Es ist ja kein Märchen, sondern bittere Realität! Nur zu Rapunzel …

… ja, es könnte durchaus sein, dass ich dazu bald werde! *ARRRRGH!

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Neumond

Montag, 22. Dezember 2008

Sanft weht der Wind durch meine Gedanken und nimmt den Sand mit sich. Nur die Muscheln verfangen sich in der Unendlichkeit; bilden ein Karree aus Wärme und Licht. Ich sitze am Wasser und beginne zu begreifen, was Ruhe ist. Fische gibt es hier längst nicht mehr. Jedenfalls keine greifbaren. Dafür unglaublich viele Gedankenperlen, die in Form angekommenen Regens meine bloßen Füße umspielen. Das Meer ist friedlich. Es fordert nichts. Statt dessen füllt es meinen Kopf mit Rauschen. Das ist mir ansich bekannt. Nur anders. Bisher. Ganz vorsichtig beginne ich darüber nachzudenken, wie ich diesen Augenblick festhalten könnte. Eine praktikable Antwort will mir jedoch partout nicht einfallen. Also lasse ich es und gebe mich ganz dem nächtlichen Neumond hin, der seine Kraft nur erahnen lässt.

Es ist dunkel. Auch in mir. Eine wohlige Dunkelheit, die nichts Bedrohliches, nur Frieden in sich trägt. Die Hände hinter mir im Sand vergrabend, schließe ich langsam meine Augen. All die Hektik der vergangenen Wochen und Monate ist einer fast nur noch als irreal zu bezeichnenden Ruhe gewichen. Das Glitzern auf den seichten Spitzen des Wassers lädt mich zum Fallenlassen ein in eine Welt, die so ganz anders zu sein scheint als meine eigentliche. Ist es das, was den besonderen Reiz solcher Momente ausmacht? Oder ist es eine ursprüngliche Normalität, die gegen den längst als normal akzeptierten Alltagsstress kaum noch eine Chance hat? Es sind diese kleinen Momente, die mir das Leben immer wieder lebenswert erscheinen lassen.

Deine Blicke auf meiner Haut sind warm und fordernd. Das Gefühl des Beobachtetwerdens reizt nicht nur mich. Du weißt nicht, dass ich Dich längst bemerkt habe. Die Entfernung zwischen uns ist nur räumlich. Ich fühle Dich. Auch wenn Du noch meterweit von mir entfernt bist. Langsam stehe ich auf und gehe ein paar Schritte. Nur bis zu den Felsen. Zu weit will ich von diesem Ort nicht weg. Viel zu fesselnd ist die Stille, die längst verloren schien. Ich trete in eine zerbrochene Muschel und ein bittersüßes Lächeln umspielt meine Gedanken. Der Sand färbt sich rot doch mein Fuß schmerzt nicht. Das Wasser kühlt und reinigt. Mehr will ich nicht. Der warme Wind spielt mit meinen Haaren, die sich bei diesem eigentlich gar nicht vorhandenen Licht wie goldene Fäden um meinen Körper schmiegen. Die Felsen sind angenehm kühl und meine Haut fügt sich in die von der Natur gespülten Formen ein.

Die Entscheidung, ob ich meine Augen schließen oder geöffnet halten soll, verschiebe ich auf später. Der Duft des Wassers und sein Rauschen nimmt mich in Besitz. Du kommst leise näher und siehst mich schweigend an. Die kühle Flasche in Deinem Arm und die beiden Gläser, von denen Du mir eines zwinkernd reichst, ist die perfekte Ergänzung der Vollkommenheit dieser Situation. Kleine Perlen, die sich den Weg an die Oberfläche bahnen, sind wie Sterne auf unseren Gemütern. Schweigend kommen wir uns näher und die Hitze der bisherigen Nacht lässt uns erneut miteinander verschmelzen. Wortlos, um den Moment nicht zu zerstören. Tief dringen nicht nur die Blicke unserer Augen in uns ein. Und die Sehnsüchte zweier Seelen verschmelzen ineinander wie der sanfte Wind, der prickelnd durch meine Gedanken rauscht, um sich spielerisch den Weg ins Meer der Gefühle zu bahnen.

Angekommen.

© skriptum