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Archive for März 2009

Nun wird die Klage darüber, dass die deutsche Sprache immer mehr, z. B. durch Abkürzungen und Anglizismen, verstümmelt wird, lauter und lauter. Schön ist das nicht immer aber wohl auch nicht mehr aufzuhalten.

Es mag sein, dass ich nicht ganz allein mit der Ansicht stehe, dass man manches mit englischen oder sonstigen, auswärtigen Worten, besser, treffender oder einfach schöner bis komprimierter ausdrücken kann, als mit deutschen Worten. Und viele Abkürzungen machen ansich durchaus Sinn, wenn sie denn dann korrekt oder zumindest sinnvoll verwendet werden.

Ein Armutszeugnis gegen die eigene Muttersprache? Mag sein. Muss aber nicht.

Ob man die Verfremdung der eigenen Sprache gut heißt oder eben nicht, muss letztendlich jeder selbst entscheiden. Auch in diesem Punkt wird wohl eher nie einen Konsens unter allen Beteiligten zu finden sein. Ich merke jedoch bereits bei diesem kurzen Text, dass ich arg aufpassen muss, um nur deutsche Worte und weder Anglizismen noch Abkürzungen zu verwenden. Obgleich ich mich Dank der in der Überschrift enthaltenen englischen Abkürzung schon selbst zum potentiellen Narren gemacht habe.

Auf was stehe ich denn nun? Und kann ich das nicht auch in deutscher Sprache ausdrücken?

Ja klar, könnte ich. Aber dann versteht mich ja keiner …

Um was es bei dem von mir aufgeführten Kürzel „SM“ geht, hat mit meinem Handy zu tun.

Huch?!

Ne, wirklich. Mit meinem Handy mache ich es. Und mit meinem Handy kriege ich es.

An einer Übersetzung ins Deutsche für die Bezeichnung Handy versuche ich mich nur ungern. Denn auch als Mobil-Telefon beinhaltet es bereits zwei Anglizismen. Es sei denn, dass jemand gesteigerten Wert auf die Umschreibung „Bewegliches und handgerechtes Funk-Fernsprech-Gerät (BuhFFG?)“ legt. Aber ich denke, ich darf das Wort „Handy“ einfach so stehen lassen, ja? Danke!

Wo war ich?

Ach ja: Bei SM mit meinem Handy.

Nun mag der Eine oder Andere versucht sein, an etwas wohl oftmals blind als „unanständig“ Verschrieenes zu denken.

Noch immer. Zu recht oder unrecht mag jeder für sich definieren.

Aber Irrtum! Unanständig kann es gar nicht sein, weil es bereits Grundschüler täglich mehrfach machen. Und das mit vollem Einverständnis ihrer Eltern. Sonst stünde ihnen das dafür benötigte Handwerkszeug gar nicht zur Verfügung.

Womit ich erneut bei einem Handy wäre.

Verwirrung perfekt?

Fein!

Was ich im Grunde moniere, ist die falsche Benutzung von Anglizismen; vorzugsweise durch die gedankenlose Verwendung, üblicher Abkürzungen. Und genau das ist es, was den Einfluss fremder Sprachen oder auch Abkürzungen allgemein meines Erachtens überhaupt erst schlimm werden lässt.

Innerhalb der eigenen, deutschen Sprache geht es ja schon los:

Da heißt es in Pressemeldungen oftmals, dass die „Krankenkasse AOK …“. Also Krankenkasse Allgemeine Ortskrankenkasse?! Doppelt hält besser? Oder hat sich die AOK deshalb zur „Gesundheitskasse“ umbenannt? Somit wäre es die Krankenkasse Allgemeine Ortskrankenkasse Gesundheitskasse. Kasse, Kasse, Kasse machen die Kassen reichlich aber muss man es deshalb in der Namensgebung SO übertreiben?

Oder nehmen wir den „Human Immunodeficiency Virus“, was übersetzt „menschliches Immunmangel Virus“ heißt. Abgekürzt würde man es dann als MIV bezeichnen. Da dieses, ursprünglich angeblich aus Osteuropa stammende Virus jedoch inzwischen weltweite Verbreitung fand, hat man sich auf die Englische Bezeichnung HIV geeinigt. Soweit macht das ja auch Sinn. Doch warum wird immer wieder die Formulierung „HIV-Virus“ (=Human Immunodeficiency Virus-Virus) verwendet?

Letzteres ist auch mit einmal „Virus“ bereits verheerend genug! Hier könnte man jedoch zugute halten, dass es die Gefahr möglicherweise noch mehr verdeutlichen soll. Auch wenn es bei viel zu vielen Menschen dennoch und nach wie vor rein gar nichts auslöst, um dieses Virus zu wissen. Aber das ist ein ganz anderes Thema.

Verdoppelungen oder den Falscheinsatz von Abkürzungen zu finden, wenn man die eigentliche Bedeutung der Kürzel kennt, liest sich nicht zwingend gut. Wird aber im täglichen Sprachgebrauch einfach mal so in die Runde bis Werbung geklatscht und niemanden interessiert es. Blind benutzt und wieder falsch.

Tja. Und deshalb mache ich SM mit meinem Handy. Denn was ich damit bekomme oder verschicke ist nicht der SMS (= Short Message Service), sondern lediglich die SM (= Short Message). Und das ist wahrlich unabhängig vom Inhalt.

Aber wer denkt schon so weit, wenn es um Sexualpraktiken mit einem beweglichen und handgerechten Funk-Fernsprech-Gerät (BuhFFG!) geht, die letztendlich gar keine sind?

© skriptum

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Manchmal denke ich darüber nach, wer Du bist.
Ich frage mich, warum Du mir ein Begleiter wurdest.
Wie hast Du mich gefunden und was gibt es Dir.

Manchmal wüsste ich es auch gern und doch …
Es ist gut so, wie es ist. Ein bisschen aufregend sogar.
Denn ich habe absolut keine Ahnung wer Du bist.

Manchmal bewundere ich Deine Ausdauer.
Stets liest Du in diesem Blog mit, kennst jedes Wort.
Doch nie kommentierst Du meine Texte.

Manchmal bis häufiger bekomme ich Emails von Dir
Dann verrätst Du mir Deine stillen Gedanken,
sowohl in Worten wie auch in Bildern oder mit Musik.

Manchmal fehlen mir dann die Worte weil ich sehe,
dass da ein aufmerksamer Mensch zu sein scheint,
der sich fast mehr für mich interessiert als ich selbst.

Und so manches Mal denke ich an Dich.
Ich kann es nicht erklären; will es auch nicht.
Fange leise an zu lächeln und danke Dir für Dich.

~ Für „G.K.“ ~

© skriptum

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Ach, waren das noch Zeiten, als unsere armen Mütter und Großmütter die 10 Kilo-Trommeln mit staubigem Waschmittel nach Hause schleppen (rollen?) mussten. Leichter zwar nicht aber einfacher war das irgendwie schon: Sie gingen in den Kaufmannsladen, sahen sich nur kurz um, erblickten eine riesige Auftürmung großer Waschmittel-Trommeln und gingen zielstrebig darauf zu. Kam eh nur eine geringe Auswahl in Frage und groß wie schwer waren sie schließlich alle.

Aber wie haben sie eigentlich anschließend diese riesigen Trommeln entsorgt? Klar, eine gewisse Zeit konnten die Hart-Pappen-Trommeln für Spielzeug, Werkzeug oder gar direkt schmutzige Wäsche weiter verwendet werden. Vermutlich so lange, bis man im eigenen Haus einen ebensolchen Turm an Waschmittel-Trommeln hatte, wie im Laden. Aber irgendwann musste man sich von den Teilen trennen. Nur wie?

Nun denn … die Zeiten ändern sich. Heute gehe ich zu Rossmann, Schlecker, Edeka oder sonstigen Anbietern und suche erstmal überhaupt das Regal, in dem ich dann ca. 50 verschiedene Waschmittel-Sorten finde. Ich stehe jedesmal wie blöd davor und überlege, welche werblichen Vorzüge ich diesmal für meine Wäsche zu präferieren gedenke. Weißeres Weiß than ever? Bunteres Bunt than always? Schwärzeres Schwarz than Hell? Das Must-Have für Sommer, Herbst und Winter? („Frühling“ fällt ja in diesem Jahr wohl aus?!) Es gibt inzwischen für fast alles ganz eigene Waschmittel. Allerdings: Das Waschmittel um gleich Hundehaare und Tempo-Fussel zu entfernen vermisse ich noch. Ist aber sicher nur eine Frage der Zeit. Vielleicht kann man irgendwann den Hund auch gleich mit in die Trommel stopfen. Doppel-Whopper: Dann erspart man sich auch das stundenlange Staubsaugen, um die Haare aus den hoch floorigen Teppichen rauszusaugen, diesen Gedanken dann irgendwann zeitgleich mit der Begnadigung des Staubsaugers aufzugeben und doch wieder mit der Schrubber-Bürste auf allen Vieren durch die Wohnung zu robben.

Tja, da stehe ich also vor diesem Regal – wenn ich es denn endlich gefunden habe, bevor ich losdüsen muss, um Nachbars Kinder rechtzeitig aus dem Kindergarten zu holen (versprochen ist versprochen) und vor allem bevor sie mich mit dem bereits verfügbaren Handy der Freundin im Laden anrufen und hinpfeiffen. Aber zurück zu meiner eigentlichen Baustelle: Die Packungen sind mit den Jahren putzig klein geworden. Und was für einen Wandel der Inhalt inzwischen durchgemacht hat. Erst waren es die riesigen Waschmittel-Trommeln mit staubigem Waschmittelpulver, dann gab es die Trommeln auch in kleiner – Inhalt immer noch staubig – Preis der gleiche, dann noch kleiner (Inhalt – Preis) und dann ganz klein. Dann fiel offenbar endlich irgendwann, irgendwo, irgend jemandem auf, dass die Entsorgung immer schwieriger und das nach-Hause-Schleppen immer nerviger wurde und das Thema Verpackung wurde umgestellt auf Papier und Plastik. Das Material ist ja auch deutlich leichter und damit keiner mehr so schwer an Waschmittel schleppen muss, wurde es auch immer konzentrierter. Wo allerdings der Sinn liegt, inzwischen im Angebot den fünfer Pack Waschmittel zu erstehen – zwar in konzentrierter Form aber mit dem gleichen Schleppfaktor wie vor 30 Jahren – erschließt sich mir spontan nicht. Denn wenn ich richtig rechne, sind fünf mal zwei Kilo zumindest ungefähr genauso viel wie einmal zehn Kilo. Das mag aber täuschen.

Doch damit nicht genug der Veränderung von Waschmitteln. Der Staub musste weg. Also wurde die Konsistenz gewandelt von staubigem Pulver über Pearls und Taps bis hin zur trinkfähigen Seifenmasse, deren Dosierungsanleitungen mit beiliegendem Kalktest für das verwendete Wasser meist länger sind als der gesamte Waschvorgang dauert. Die Qual der Wahl wird immer nerviger. Nimmt man nun die kleine 2 Kilo Packung konzentriertes Waschmittel für Wäsche bis 40°C, die aber nur schwarz ist, jedoch dringend nachgefärbt werden müsste, aber nicht in den Trockner darf, weil sie dann hinterher zu weich zum Bügeln ist? Oder doch lieber einen Zacken schärfer und vor allem heißer. Dann aber nur die Wäsche die eben nicht schwarz ist und in den Trockner darf weil sie ja eigentlich nicht gebügelt werden soll, allerdings meist von Mal zu Mal etwas kleiner wird und inzwischen eher der Tochter denn der Mutter passt? Ist sie bunt und könnten die Farben verwaschen? Könnte also das billige da hinten – kostet nur ein Drittel dessen, was andere Hersteller verlangen – seinen Dienst tun? Nein, lieber doch nicht. Bei dem daneben steht etwas drauf von „nicht für gefärbte Wäsche verwenden“. Tja, wenn ich jetzt wüsste, wie lange das her ist, daß ich die schwarzen Jeans gefärbt habe. Da ist doch sicher längst alles an Farbe raus … oder doch nicht? Ach Moment, da sehe ich gerade einen Hinweis, dass es sich bei dem Waschmittel und die 17-fache Konzentration handelt. Wieviel brauche ich denn dann noch für eine Trommel Wäsche? Habe ich überhaupt noch einen Fingerhut? Aber ob die miniwinzige Menge tatsächlich reicht? Ich glaube, davon nehme ich dann doch lieber mehr. Ach, ich sehe gerade: Ist sowieso egal. Dieses Waschmittel ist nur für Kochwäsche. Schwarze Kochwäsche? Quatsch, ne! Von schwarz war ich ja schon wieder weg.

Also mal Tacheles: Wenn ich für jede zu reinigende Wäsche das passende Waschmittel haben will, schleppe ich mich zu Tode. Für welches entscheide ich mich also? Habe ich irgendwas mit den obligatorischen Werbe-Flecken? Ketchup? Schlamm? Ausgedrücktem Kugelschreiber? Zerkaute Wachsmalstifte in Baumwolle? Nö, eigentlich alles so gar nicht. Ich hatte die Klamotten einfach nur mal an. Somit dürfte 40 bis 60°C-Wäsche reichen. Also am besten eines der Waschmittel für 40/60/95°C.

Inzwischen stehe ich hier schon seit einer halben Stunde vor diesem blöden Regal und die Verkäuferin mustert mich, als würde ich nur auf den richtigen Augenblick warten, irgendwas in meiner Tasche verschwinden zulassen. Will ich auch! Und zwar direkt nachdem ich das richtige Mittel gefunden und bezahlt habe. Also weiter „für 40/60/95°C“. Das isses doch jetzt endlich. Steht auch nix von schwarzer Wäsche oder Hundehaaren drauf. Da stehen allerdings noch drei, die angeblich das gleiche können. Finde ich irgendwo einen Hinweis auf „stinkt nicht wie die Hölle wenn die Wäsche trocknet“? Denn deshalb bin ich ja ständig wieder auf der Suche nach einem anderen Waschmittel: Kaum hat man sich an eines gewöhnt, wird irgendwas in Richtung März-blumig, Oktober-muffig, April-fröstelig oder sonstiges verändert und man spart sich jede Form von EdT; es reicht völlig, den frisch gewaschenen Pulli anzuziehen. Ob man den aufgezwungenen Duft nun mag oder nicht; er begleitet einen durch den Tag und man hat ihn eben toll zu finden. Auch wenn man wie eine Waschmitteltrommel müffelt. Aber den Stinkfaktor verrät einem natürlich auf der Verpackung keiner vorher. Also nehme ich jetzt einfach mal das mit dem niedrigsten „wie schrumpfe ich mein Einkommen“-Faktor. Na endlich, das wäre geschafft!

Eigentlich brauche ich auch noch Weichspüler. Mein Blick wandert gerade weiter am Regal lang um nach Weichspüler zu suchen, da merke ich, wie ich mich selber blitzartig überzeuge, dass ich „rubbelige“ Handtücher eigentlich viel lieber mag. Die Nummer „Waschmittel“ tue ich mir jetzt mit Weichspüler nicht gleich noch einmal an! Auf dem Weg zur Kasse klingelt mein Handy. Ich traue mich gar nicht, ranzugehen. Und tanken muss ich auch noch. Bei DEN Preisen …

Ach, waren das noch Zeiten, als der Liter Sprit weniger als eine Mark kostete …

© skriptum

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Kraft

Kraft kommt und geht …

… und manchmal bleibt sie.

Einmal mehr hat sich der Tag von der Nacht anschwärzen lassen.
Ganz so, als wäre es normal.

Licht wird Schatten, bevor es von Dunkelheit getrunken wird.

Nicht widerwillig.

Einfach so.

Leise.

Kraft sammelnd, um sich bei passender Gelegenheit
seinen Glanz neu überzuziehen und wegzugehen.

Einer neuen Nacht entgegen.

Hand in Hand.

© skriptum

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