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Archive for Mai 2009

 

Es ist schon recht selten, dass mir die Worte fehlen. Obwohl sie im eigentlichen Sinne nicht fehlen; sie überschlagen sich lediglich. Das Kernthema sind Atomwaffen und die daraus resultierende, gefühlte Ohnmacht gegenüber den Grundzügen der menschlichen Dummheit. Ich versuch’s mal mit einem Beispiel:

Wenn ich aus meinem Fenster sehe und davor den mit hoch wirksamen Waffen ausgestatteten Panzer eines Landes entdecke, dem Deutschland nichts getan hat, dieser sein Zielrohr gerade auf die Nachbarwohnung richtet, ein Soldat aus der Luke ragt und meine Nachbarin erschießt, weitere Soldaten, die um das Gefährt herum stehen, mir zuwinken und erzählen „Huhu, das ist ein Friedenseinsatz!“ fühle ich mich was? Genau: Irgendwas zwischen hochgradig verarscht und bedroht. Was mache ich also? Ich ergebe mich entweder in mein Schicksal und lasse mich auch erschießen oder ich bewaffne mich bis an die sprichwörtlichen Zähne, solange ich noch Zeit dafür habe, um mich notfalls verteidigen zu können. Vermutlich Letzteres, weil ich dummerweise irgendwie an meinem Leben hänge. Für mich ist ein solches Szenario, insbesondere, wenn ich den „friedenseinsätzigen“ Ländern nichts getan habe, eine glatte Kriegserklärung und sonst gar nichts. Mit Frieden hat das für mich nun wirklich nichts zu tun. Aber es muss eben „Friedenseinsatz“ genannt werden, da ein Krieg von Deutschem Boden ja laut Verfassung (solange sie nicht komplett ausgehebelt wurde, woran ja mit Nachdruck gearbeitet wird) nie wieder ausgehen darf.

Aktuell kreischt der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mal wieder, dass Nordkorea das nicht darf. Also das mit den Atomwaffen und so. Und erneut frage ich mich, wer hier eigentlich wen verarschen will. Die fünf ständigen Mitglieder des Weltsicherheitsrates (Frankreich, Russland, Vereinigte Staaten, Volksrepublik China und Vereinigtes Königreich) *** verfügen insgesamt über 17.750 atomare Sprengköpfe (genauer Atombomben und Wasserstoffbomben), von denen 9.050 sofort gezündet werden können [Quelle: Wikipedia]. Sozusagen innerhalb dieser Sekunde des Lesens eines Textes, der sich zwar mit einem bedrohlichen Thema versucht auseinanderzusetzen, letztendlich aber rein gar nichts auslösen wird. Natürlich beziehen sich die genannten Zahlen lediglich auf die offiziellen Angaben, die China überhaupt nicht macht. Wie hoch die tatsächlichen Zahlen sind, möchte ich vorsichtshalber lieber nicht wissen. Fraglich ist jedoch, auf welcher Basis sich so genannte Atommächte über andere erheben und ihnen untersagen wollen, nach- bzw. gleichzuziehen. Die dürfen und die Anderen nicht? Oder frei nach George Orwell „Alle Schweine sind gleich, nur manche sind gleicher“?

Weiteres Stichwort: UN Hauptversammlung. Frau , die ja nun bedauerlicherweise unser Land seit geraumer Zeit weltweit repräsentiert und befürchtenswerter Weise sogar noch einmal gewählt wird, erklärte einem leider hoch kompetenten Mann wie Herrn Ahmadinedschad, dass nicht die Welt ihm beweisen müsse, dass er Atomwaffen hat, sondern dass er der Welt beweisen müsse, dass er keine will. Vor versammelter Welt versucht also Frau , diesen Herrn wie einen kleinen Jungen zu maßregeln und ihm zu erklären, wie Leben funktioniert? Hm, interessant. Diese Form der Beweislastumkehr funktioniert zwar von Seiten der GEZ innerhalb Deutschlands, nicht jedoch weltweit und schon gar nicht gegenüber einem Mann, dem vermutlich bei dem Versuch, sich nach dem Spruch höflicherweise ein lautes Loszulachen zu verkneifen, die Fußnägel fast weggeflogen sind. Peinlicher geht’s ja nun echt nicht mehr, Frau !

Da sich in Deutschland offiziell keine Atomwaffen bzw. atomare Sprengköpfe befinden (inoffiziell ca. 700, von den USA entliehen, falls Deutschland sich mal verteidigen muss) soll Herr Sarkozy im Herbst letzten Jahres Frau und Herrn Außenminister die Beteiligung an der Entscheidungsgewalt über französische Atomwaffen angeboten haben. Tja … Ich bringe ja eher Kuchen zum Kaffee mit. Aber die Zeiten ändern sich. Warum also nicht mal eine kleine Atombombe anbieten?

Was bleibt ist jedoch die Frage, auf welcher Basis sich so genannte Atommächte über andere Staaten erheben und ihnen untersagen wollen, atomare Waffen zu entwickeln, zu testen und für den Fall der Fälle zu besitzen, wenn sie selbst es sind, die über ein Kontingent an Atomwaffen verfügen, das für die übrigen Welt größer und bedrohlicher gar nicht sein könnten. Ist es da wirklich verwunderlich, dass andere Staaten – sofern sie die Möglichkeit haben – nachziehen und versuchen, dafür zu sorgen, dass sie sich notfalls verteidigen können oder zumindest auf gleichem Macht-Level stehen, falls eines der ständigen Mitglieder des „Sicherheitsrates“ durchknallt? Finde ich nicht.

Etwas anderes finde ich dagegen durchaus: Dass dieser Wahnsinn endlich ein Ende haben sollte und ansonsten inzwischen wirklich kaum noch Worte …

© skriptum

*** (Nichtständige Mitglieder sind hier zu finden: http://de.wikipedia.org/wiki/Sicherheitsrat_der_Vereinten_Nationen#Nichtst.C3.A4ndige_Mitglieder)

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Nein, ich bin keinesfalls perfekt. Aber ich bemühe mich wenigstens, so korrekt wie möglich zu schreiben UND auch zu sprechen. Was mich fast rasend macht, ist der permanente Missbrauch des Wörtchens „wo“:

Die Schule, wo man XY lernen kann. Nein, nicht „wo“, sondern in der

Der Anbieter, wo XY angeboten wird. Nein, nicht „wo“, sondern bei dem

Der Urlaub, wo wir XY gemacht haben. Nein, nicht „wo“, sondern in dem

etc.

Ebenso missmutig (höflich, wa?!) reflektiere ich auf die permanente Betonung der ersten Silbe. Köche machen das ja nur allzu gern. Bei Filet, Karamell, Spinat, Dessert, Parfait, Hollandaise etc. wird definitiv nicht die erste Silbe betont. Menschen, die ständig mit Lebensmitteln umgehen, sollte das eigentlich wissen. Oder sie beschäftigen sich nur noch mit Mousse …

Eine ganz neue Masche scheint es zu sein, ganz besonders doll zu reduzieren. Da wird „runter reduziert“ und „weg reduziert“. Von wem? Klar: Auch von Köchen. Ich wüsste gern mal, wie man hoch oder dazu reduziert. Aber das verrät wieder einmal niemand. War ja klar.

Es muss ja keinesfalls jeder alles perfekt beherrschen; darum geht es mir gar nicht. Aber wenn jemand Fachmann/-Frau für irgendwas ist, sollte er/sie es doch wohl auch in allen Facetten beherrschen. Zumindest grobe Fehler sollten nicht passieren. Wenn sich ein Nachrichtensprecher mit Worten wie „einzigstes“ und ähnlichem Gestümper durch die Sendung laviert und sich ein Journalist mit „zumindestens“ durch seinen Beitrag quält, dann frage ich mich ernsthaft, wie hoch wohl die Bezahlung für eine solche Pfuscherei ist.

Wenn schon so genannte „Multiplikatoren“ offensichtlich keinerlei Wert mehr darauf legen, die deutsche Sprache, wenn schon nicht zu schützen, dann doch wenigstens einigermaßen korrekt anzuwenden, wie sollen es dann unsere Folgegenerationen lernen?

Und vor allem: Wozu? Es würde sie ja eh bald keiner mehr verstehen.

Ich glaube, ich muss mir nochmal einen neuen Duden kaufen, WO ich dafür Erklärungen finden tu …

© skriptum

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… die keine Milch mehr geben wollte und dann irgendwann einfach platzte

~

Das wär’s, nö?! Ne, so eine Geschichte schreibe ich nicht. Dafür finde ich das, was sich gerade tut, auch eher nicht geeignet. Wobei „gerade“ sehr relativ einzustufen ist. Denn es handelt sich nicht um etwas, das gerade begonnen hat und morgen zu Ende ist. Im Gegenteil: Die Milchpreise fallen immer mehr. Die Milch-Bauern können seit langem nicht mehr Kosten deckend arbeiten. Die Verbraucher jubeln längst nur noch bedingt. Und ich gehöre zu denen, die das Ganze mit sehr viel Skepsis beobachten:

Wenn man eine Kuh vor mir positionieren und sagen würde „Sieh mal zu, wie Du die Milch da raus kriegst“ wäre ich aufgeschmissen. Ich weiß, dass in einer Kuh Milch ist, die ab einem bestimmten Zeitpunkt, der mir nicht bekannt ist, gemolken werden kann. Ich weiß sogar, wo sie raus kommt; wenn sie kommt. Das war’s dann aber auch schon. Vermutlich würde ich es hinbekommen, wenn mir jemand zeigen würde, wie korrekt gemolken wird, ohne dem Tier wehzutun. Dennoch bin ich froh und dankbar, dass es Milch-Bauern gibt, die diese Arbeit verrichten.

Manchmal frage ich mich, wie lange es wohl noch dauert, bis die Mehrzahl der Milch-Bauern das sprichwörtliche Handtuch schmeißt und sagt „Macht doch euren Scheiß alleine!“. Und dann? Kommen dann wieder die Verantwortlichen mit Schock getrübtem Blick und verstehen gar nicht, wie es soweit kommen konnte. Ich könnt’s denen heute schon erklären. Aber auf mich hört ja wieder keiner.

Kürzlich im Hamburger Hafen erklärte uns ein Hafenrundfahrtführer, dass „in der riesigen Halle da hinten“ Millionen und Abermillionen von Eiern zum weiteren Vertrieb zwischen gelagert werden. Erneut ging mir die Frage durch den Kopf, wie alt Eier eigentlich sind, wenn sie sämtliche Zwischenhändler und -Lager hinter sich gebracht haben. Wie viele Firmen haben bis dahin an einem einzigen Ei irgendwas verdient? Und was bleibt für die Bauern, denen die Existenz dieser kleinen weißen Mahlzeiten zu verdanken ist? Na ja: Und den Hühnern natürlich. Aber ich glaube, die haben kein festes Einkommen. Obwohl … Bauern ja auch nicht mehr.

Vor wenigen Jahren wurde dem per se für blöd gehaltenen Verbraucher erklärt, die Milchpreise würden steigen, weil eine Knappheit droht, da China plötzlich und unerwartet massiven Milchbedarf signalisiert hat. Jeder Vollidiot weiß, dass es kaum einen Chinesen gibt, der Milch uneingeschränkt verträgt. Aber das völlig überbevölkerte China ist natürlich ein gutes Zugpferd für dererlei Behauptungen. Ob die Chinesen je davon erfahren haben sei dahingestellt. Inzwischen haben wir allerdings angeblich einen Überfluss an Milch, der daran die „Schuld“ tragen soll, dass der Liter Milch im Verkauf nur noch 45 Cent (3,5 % Fett) bzw. 42 Cent (1,5 % Fett) kostet. Was kommt davon noch bei den Milch-Bauern an, nachdem die Kosten für Verpackung, Zwischenlagerung, Abfüllung, Transport etc. etc. etc. abgezogen wurden? Und was sagen wohl die Chinesen dazu?

Ein immer wieder gern genommenes Thema, vor allem in Anbetracht des drohenden Sommerlochs, sind Lebensmittel die „Gen manipuliert“ sind. Und als ob diese Bezeichnung erst gestern von irgendeinem Baum gefallen und anschließend völlig überraschend auf die Erde geklatscht ist, folgen Aufschreie, dass unzählige Hersteller so genannten „Analog-Käse“ für ihre Erzeugnisse verwenden. Darauf sei der Milch-Überschuss zurückzuführen, da in Analog-Käse, wenn überhaupt, nur ein verschwindend geringer Anteil von Milch zu Käse verarbeitet wird. Der Rest ist pflanzlich.

Wo da der direkte Zusammenhang ist? Nirgendwo. Es wird nur aktuell alles in einen Pott geschmissen. Und wer sind pauschal die Blöden? Klar: Die Milch-Bauern, die sich erdreisten, ihre Tiere mit „Gen manipuliertem“ Futter, so genanntem Soja-Schrot, zu versorgen. Soja-Schrot ist, im Gegensatz zu anderem Futter, deutlich günstiger. Jetzt hätte ich gern mal jemanden gesprochen, der mir erklärt, warum es den Bauern in Anbetracht ständig sinkender Milchpreise zu verdenken ist, dass sie bei der Herstellung des Produkts Milch zusehen, so günstig wie möglich zu wirtschaften. Aber die Hoffnung darauf, dass es jemanden geben könnte, der sich kompetent dazu zu äußern gewillt ist und es auch tut, sollte ich wohl besser gleich begraben.

Früher, als ich gerade mal über die Tischkante gucken konnte, gab es noch dieses regelmäßige Klingeln auf der Straße. Immer einmal pro Woche kam der „Eiermann“ und bot, frisch vom Hof, alles an, was Erde, Bäume, Sträucher und Tiere hergeben. Ganz direkt: Geerntet, verladen und an den Kunden gebracht. Warum geht das heute eigentlich nicht mehr? Die Waren könnten nicht frischer sein, dutzende Zwischenhändler würden die Preise nicht versauen, den Verbraucher würde es letztendlich nicht mehr kosten und die Bauern würden sogar noch etwas daran verdienen. Ich persönlich brauche keine kunstfertig manufakturten Kartoffel-Verpackungen und eine Eierpappe tut es durchaus einige Male, bevor sie im Altpapier entsorgt werden sollte. Obst muss ich auch nicht in extra dafür hergestellten Plastik-Behältnissen kaufen; Körbe für den Transport habe ich massenweise zuhause.

Aber es gibt sie eben leider nicht mehr … die „Eiermänner“. Zumindest nicht in meiner Wohngegend. Dafür Sommerloch taugliche Schlagzeilen, gespielte Empörung von verantwortlicher Seite und sinkende Preise an unverantwortlicher Stelle. Die Milch-Bauern halten ihre Handtücher vermutlich schon stapelweise bereit und Millionen von Chinesen haben bis heute von all dem mutmaßlich nicht die geringste Ahnung. Wenn die erste Kuh platzt, weil keiner mehr bereit ist, sie zu melken, hoffe ich, dass sie die Örtlichkeit dafür wohl gewählt hat. Auch wenn es dann leider zu spät ist … mal wieder.

ZooHannover-Kuh1

© skriptum

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Bildmaterial: Mit freundlicher Genehmigung vom Zoo Hannover (http://www.zoo-hannover.de)

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