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Archive for the ‘… Baby (1-6)’ Category

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Das Größte wird das Kleinste sein.
Denn alles gewinnen heißt alles verlieren.

Wir fanden uns,
als wir am wenigsten damit rechneten.

Wir verloren uns,
als wir uns am dringendsten brauchten.

Doch was auch immer war …

Wir werden uns lieben …

Anders vielleicht …

Irgendwann …

*****

Du bist mein Mann. dafür brauche ich keine amtlichen Stempel. Das empfinde ich … seit ich dich kenne. Ich liebe dich und daran wird sich nichts ändern. Das leben ist nicht immer so, wie wir es uns gern stricken würden. Und doch liegt es an uns, das Garn zu besorgen und das Beste daraus zu machen. Die Nadeln sind mit Bedacht zu führen. So zu führen, dass sie nicht stechen. Nicht dich. Nicht mich. Das haben wir nicht geschafft und ich zerbreche daran, dass es dich in meinem Leben nicht mehr gibt.

Du bist mein Mann. Und darauf bin ich stolz. Das ist es was ich wollte. Gewusst hatte ich es nicht. Mit deinem Anteilnehmen an meinem Leben wurde es mir klar. Nun gibt es dich für mich nicht mehr und ich stelle mir die Frage, was nun bleibt. Ein Leben ohne Leben? Nein. Und genau das ist das Grausamste daran. Ich lebe. Ja. Doch wie … ohne dich …

Du bist mein Mann. Fast wären es für immer gewesen. Das Schicksal hat es anders gewollt und vielleicht sind wir gerade daran zerbrochen. Es war wie das Zeigen von Nahrung und das Wegnehmen trotz des Gefühls, am verhungern zu sein. Ich sah die Speise und noch bevor ich dir etwas davon anbieten konnte, war sie schon verdorben. Vielleicht wäre sie nicht gut für uns gewesen. Vielleicht doch. Ich muss mit diesem Verlust fertig werden und ich weiß einfach nicht, wie ich das schaffen soll.

Du bist mein Mann. Gerade jetzt brauche ich dich mehr denn je an meiner Seite. Vielleicht als so etwas wie einen Verbündeten gegen die Natur … gegen das Schicksal, das uns alles nahm. Gegen die Ungerechtigkeit, es uns zu nehmen, noch bevor wir es wirklich hatten.

Du bist mein Mann. Du hast dich mehr und mehr von mir entfernt. Vielleicht aus Hilflosigkeit. Vielleicht weil auch du einfach nicht wusstest, wie mit dieser Situation umzugehen ist. Aber ich wusste es doch auch nicht. Es war so neu. Es tat so weh. Es gab keinen Ausweg. Kein Rechts und kein Links. Nur geradeaus. Und dort war Leere. Grenzenlos. Dunkel. Kalt.

Du bist mein Mann. Wir hätten uns einfach in den Armen halten … festhalten können. Uns gegenseitig Halt geben können. Wärme. Verstehen. Verständnis darin, dass wir es beide nicht verstehen können. Doch es sollte nicht sein. Es hat nicht funktioniert. Trotz aller Liebe. Trotz allen Verlangens. Trotz allem Zukunftswillen. Vielleicht auch gerade deshalb.

Du bist mein Mann. Auch wenn du es nicht mehr sein willst. Du wirst es bleiben. Weil es gar nicht anders geht. Weil es so ist. Weil Bestimmung und Schicksal mit unseren Gefühlen einen Pakt geschlossen haben. Und dem kann ich genauso wenig entfliehen wie du.

Du bist mein Mann. Du wirst es für immer sein. Du hast dich aus meiner Seele gerissen und diese Lücke blutet. Sie wird nicht gesunden. Vielleicht irgendwann vernarben doch niemals wirklich heilen. Denn das was diese Seele ausmachte hast du mit dir genommen …

… dich.

© skriptum
[04+05/2002]


Ich bitte, diese Serie mit der Bedeutung zu verstehen, die sie seit Jahren hat: Abgeschlossene Vergangenheit! Dazu haben im Nachhinein auch einige Erkenntnisse beigetragen, die tatsächlich zu seinem Verhalten geführt hatten und die „sie“ absolut nicht zu vertreten hatte. Erkenntnisse, die sich durchaus früher hätten einstellen können; die man aber nicht sehen will, wenn Schmetterlinge Salti schlagen. Davon abgesehen ist einiges an Fiktion eingeflossen. Also keine Angst: Es ist alles in bester Ordnung! ;o)

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Vom Sinn und Unsinn, einen Menschen halten zu wollen, wenn er unbedingt fallen will …

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Sie war glücklich mit ihm. In diesem Mann hatte sie die Liebe ihres Lebens gefunden. Sie überschüttete ihn teilweise mit ehrlichen Liebeserklärungen, weil sie ahnte, dass er es nicht wirklich glauben konnte, dass sie ihn so liebte.

Einige Monate war ihr dieser Mann in ihrem Leben vergönnt. Es war nicht immer einfach. Viele Streitigkeiten begleiteten diesen relativ kurzen Weg. Es war schwierig, weil sie sich – wenn überhaupt – nur an den Wochenenden sehen konnten. Viele Pläne, mal mehr als 24 Stunden miteinander zu verbringen, scheiterten irgendwann sogar an oft abwendbaren Gründen. Und dennoch … sie war glücklich mit ihm. Sie wollte ihn, wie niemals einen Mann zuvor.

Bis sie ihn kennen gelernt hatte, wollte sie keine Beziehung. Absolut nicht. Dann kreuzte er ihren Weg und sie wollte … absolut … ausschließlich … ihn! Dass sie sich aufgrund der Entfernung nur an den Wochenenden sehen konnten, kam ihr einerseits sehr entgegen, da sie während der Woche genug mit ihrem Job etc. um die Ohren hatte. Andererseits war es ihr nicht genug, ihn nur 24 Stunden pro Woche genießen zu können. Sie wurde ungeduldig …

Gleich am Anfang schmiedeten beide Pläne, dass er in ihre Stadt ziehen würde. Er versprach, sich zu bewerben und sie schickte ihm Adressen und Ansprechpartner, entwickelte endlos Ideen, um ihm die Suche zu erleichtern. Die anfängliche Euphorie ließ sehr schnell nach und so wurde sie immer enttäuschter, dass aus den Plänen, im Sommer bereits ein gemeinsames Nest zu bauen, inzwischen sicher nichts mehr würde. Sie wurde ungeduldiger …

Anfänglich wurden die Jobs vernachlässigt, um den gerade gefundenen Partner so oft wie möglich genießen zu können. Dann nahmen die Jobs zwangsläufig wieder einen höheren Stellenwert ein. Irgendwann war es so weit, dass Jobs vorgeschoben wurden, so dass gar nicht mehr so viel Zeit miteinander verbracht werden konnte. Sie enttäuschte das sehr. Doch was sollte sie tun? Das Argument Job konnte sie nicht entkräften. Ihre Ungeduld wuchs …

Sie hätte sich so sehr ein Ziel gewünscht. Einfach ein Ziel, das ihr die Möglichkeit gegeben hätte, sich auf Tag X zu freuen, wenn es zwischendurch mal wieder unmöglich war, sich zu sehen. Tag X, der bedeutet hätte, endlich mit dem geliebten Menschen in der gleichen Stadt leben zu können. Einfach Tag X … selbst wenn er noch Monate auf sich hätte warten lassen. Doch dieser Tag wurde nicht definiert. Ihre Ungeduld eskalierte …

Sie versuchte, ihm ihre Gefühle, ihre Bedürfnisse und ihre Ängste zu erklären. Doch sie fand nicht die richtigen Worte. Liebe in ruhig formulierte Ungeduld gebettet kam als Angriff und Unter-Druck-Setzen bei ihm an. Als Provokation und Sarkasmus. Sie hatte es nie verletzend gemeint. Sie wollte einfach nur bekunden, dass sie ihn liebte und ihn mehr in ihrem Leben wissen wollte, als 24 Stunden pro Woche. Doch ihre wahre Message verhallte ungehört. Viele Worte – gesagt oder geschrieben – nahmen einen Weg, der sie beim Empfänger nicht im Entferntesten so ankommen ließen, wie sie tatsächlich gemeint waren … Voller Liebe … Voller Begehren … Voller … Ungeduld …

Um sich vor ihren Gefühle schützen zu können, wählte er den Weg des Ignorierens… den Weg des Ausschweigens… Der Blick seiner Augen – wenn er sie ansah – wurde leerer … die Küsse wurden kälter … der Sex wurde pflichtbewusster … seine Hände auf ihrer Haut brachten sie noch immer zum Beben doch sein Atem streichelte sie nicht mehr … er peitschte auf ihrer Haut.

Die Beziehung hatte sich trotz ihrer ehrlichen Liebe aufgrund der unterschiedlichen Intensität der Gefühle zu Tode geliebt. So konnte sie einfach nicht mehr weiter … nicht ohne ihn … aber auch nicht

mit ihm!

Forgive me, Baby, and good luck!

© skriptum

[21.05.2002]

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Nah am Wahnsinn aus Liebe zueinander und Sekunden dauern Jahre

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     Es war schön. Es war einfach nur endlos schön.
     Doch sie konnten es beide nicht so richtig fassen.
     Wo sollte das noch hinführen?

Sie schrieben sich Tag und Nacht SMS und Mails. Telefonierten. Schickten sich Fotos. Hatten nicht enden wollendes Verlangen nacheinander. Geplant war, dass sie sich am nächsten Wochenende wieder sehen würden. Doch eine Woche mit fünf ganzen Arbeitstagen war so schrecklich lang.

Zu ändern war es nicht. Sie hatten beide ihre Jobs. Wollten und konnten nicht riskieren, irgendwann ihre Gehälter mit Schleifchen zu bekommen. Also blieb nichts anderes, als sich die Woche über zu gedulden. Und es war die Hölle auf Erden.

     Es war so schön. Alles so unglaublich schön.
     Und es war kaum zu fassen.
     Es tat schon weh.

Sobald sie getrennt waren, zergingen sie vor Sehnsucht nacheinander. Und auch das Runterzählen der Stunden bis zum nächsten Wiedersehen brachte ihnen nicht wirklich Erleichterung.

Plötzlich war klar, dass sie sich nicht mehr bis zum Wochenende gedulden konnten. Er änderte Termine und schlug vor, bereits am Donnerstag zu ihr zu kommen. Nach dieser Nachricht war sie völlig aus den Häuschen. Sie freute sich so unbändig. Und sie wusste, dass dieser eine Mann in ihrem Leben besser war, als jede Woche irgendeinen Jackpot zu knacken.

Donnerstag wachte sie früh auf. Eigentlich spielten sich beim ersten Läuten eines ihrer Wecker immer Dramen ab. Vier Wecker hatte sie inzwischen um ihr Bett stehen, damit sie es überhaupt schaffte, sich morgens aus den Federn zu quälen. Aber an diesem Morgen war sie bereits vor dem ersten Läuten wach. Sie sprang aus dem Bett und als erstes fuhr sie ihren PC hoch.

Ganz sicher war über Nacht eine Email von ihm gekommen. Gespannt wartete sie, bis sich die Seiten aufgebaut hatten. Und tatsächlich. Mitten in der Nacht hatte er ihr noch einen lieben Gruß geschickt, um sie mit einem Lächeln den neuen Tag beginnen zu lassen. Und das tat sie ganz sicher. Das wusste auch er genau.

Danach ging sie lächelnd duschen, trank ihren Kaffee und dann ab in den Job. Es war Donnerstag. Abends hätten sie sich endlich wieder. Zwei Tage vor dem ersehnten Wiedersehen würden sie sich nun schon in die Arme fallen können. Warum war sie so ungeduldig. Der Tag wollte einfach nicht zu Ende gehen. Bis zum Abend waren es noch so viele Stunden. Stunden die vergehen würden, doch es schien ihr schier endlos zu dauern.

     Es war so schön. Alles so unglaublich schön.
     Und es war kaum zu fassen, was da in beiden vor sich ging.
     Es tat schon weh.
     Und selbst Sekunden schienen plötzlich wochenlang zu dauern.

Endlich Feierabend. Sie fuhr nach Hause. Auf dem Weg kaufte sie noch ein paar Kleinigkeiten für das Abendessen ein. Zuhause angekommen bereitete sie alles soweit vor.

Es waren noch immer ein paar Stunden. Sie legte sich auf die Couch und wollte noch ein wenig schlafen. Die Nacht würde sicher deutlich kürzer, als sie es eigentlich brauchte, um am nächsten Tag fit zu sein. Außerdem wollte sie auf ihn nicht total abgehetzt wirken.

Sie lag im Wohnzimmer und starrte an die Decke. Sie schloss die Augen, sah ihn in Gedanken vor sich und geriet sofort ins Träumen. Er war auf dem Weg zu ihr. Kam immer näher. Sie lächelte. Spürte ihren Herzschlag wie ein Beben im ganzen Körper. Konnte IHN schon fast spüren. Seine weiche Haut. Seine Lippen. Seinen Atem. An Schlaf war gar nicht zu denken. Sie war viel zu nervös.

Er hatte verständlicher Weise noch Schwierigkeiten, den Weg durch die Stadt zu ihr zu finden. Deshalb meldete er sich bisher immer telefonisch, so dass sie ihn die letzten Meter lotsen konnte. Also wusste sie auch an diesem Abend, dass sie noch Zeit hatte. Bisher war er noch fast zweihundert Kilometer entfernt. Sie stand wieder von der Couch auf. Ordnete ein paar Dinge in der Wohnung und ging dann ins Bad.

In aller Ruhe genoss sie das heiße Wasser der Dusche auf ihrer Haut. Er kam näher. Sie spürte es ganz deutlich. Aber noch hatte das Telefon nicht geklingelt. Also musste es noch einige Zeit dauern. Diese Zeit ließ sie sich auch im Bad. Legte in aller Ruhe etwas Make-Up auf. Zog sich einfach erst mal nur ein Negligé über. Sie hatte keine Ahnung, was sie später tragen wollte. Alles was zählte war, dass er bald bei ihr war.

Als sie noch in alle Ruhe völlig gedankenverloren vor dem Spiegel stand, klingelte es plötzlich an der Tür. Sie erschrak furchtbar und sah zum ersten Mal seit Stunden auf die Uhr. Außer ihm konnte das niemand sein. Das Telefon hatte nicht geklingelt. Ihre Gedanken liefen Amok als sie den Türöffner betätigte. Wie sah sie aus. War in der Wohnung alles okay? Kerzen angezündet? Nein, natürlich nicht! Sie fluchte innerlich. Wie konnte sie so die Zeit vergessen …

Er kam strahlend die Treppe hinauf. Sie fragte nur ironisch und gespielt lässig ob er den Weg tatsächlich inzwischen alleine findet. Er grinste sie an, antwortete aber nicht. Stellte nur seine Tasche ab und sie fielen sich in die Arme. Seine Küsse waren so fordernd, als hätte sie sich seit Wochen nicht mehr gesehen. Die Welt um sie herum schien völlig aus der Laufbahn zu geraten. Und wenn sie es tatsächlich getan hätte … sie hätten es nicht registriert.

     Es war so schön. Alles war so phantastisch schön.
     Es war nicht zu fassen, was da mit beiden passierte.
     In diesem Moment tat es nicht weh.
     Es war einfach nur wundervoll.

Sie hielten sich in den Armen. Küssten sich um gleich wieder fest umschlungen in ihren Armen zu versinken. Keiner von beiden wollte sich lösen. Minutenlang standen sie so, bis die Nässe seines Mantels ihr dünnes Negligé durchdrungen hatte. Sie lösten sich. Nur ungern. Keiner ließ den anderen aus den Augen. Keiner ging am anderen vorbei, ohne ihn wenigstens kurz zu küssen. Sie hatten sich wieder. Nach endlos scheinenden 96 Stunden konnten sie sich endlich wieder sehen. Fühlen.

Wie 12-jährige Backfische führten sie sich auf. Alberten durch die Wohnung. Sahen sich stumm an. Fielen sich wieder und wieder in die Arme. Küssten sich als wäre es das erste Mal. Küssten, als wäre es das letzte Mal. Sie gingen zum Esstisch und stießen miteinander an. Aßen ein wenig. Genossen es einfach pur, den anderen endlich wieder bei sich zu haben.

Sie unterhielten sich zwar doch keiner von beiden hatte die Ruhe, sich auf irgendein Gespräch zu konzentrieren. Zu groß war das grenzenlose Verlangen nach einander. Sie sahen sich in die Augen. Hörten fast auf zu atmen. Endlich wieder vereint. Endlich wieder den Menschen bei sich, den man so sehr vermisst hatte. Den Menschen, der in so kurzer Zeit zum Ein und Alles geworden war. Den Menschen, der alles Verlangen, jede Begierde weckte und erhielt.

Die Spannung war nicht mehr zu ertragen. Ihre Lippen fanden sich und das Spiel, was dann einfach nur noch losbrach hatte keine Regeln. Passierte einfach. Wie alles zwischen ihnen einfach passierte. Jede Berührung. Jeder Kuss. Jeder Blick. Jeder Atemzug der den Körper des anderen streifte um augenblicklich Beben auszulösen, die mit nichts auf der Welt vergleichbar waren. Fallen lassen. Den Kopf ausschalten. Einfach pur genießen. Wissen, was auch immer passiert, passiert mit DEM Menschen. Und es ist gut. Es ist einfach endlich gut.

     Es war so traumhaft. Alles war unwirklich real. Unfassbar.

Nichts könnte ihnen jemals wirklich wehtun, solange sie füreinander da waren. Sie versanken einfach ineinander. Er wollte einfach nur noch sie. Und

sie ihn!

© skriptum
[27.01.2002]

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Was ist eigentlich, wenn man über andere lacht und plötzlich besteht jeder erdenkliche Grund, über sich selber laut schallend zu lachen?

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Sie empfand es als völligen Quatsch, nach ein paar Tagen bereits zu behaupten, dass man jemanden liebt. Gern haben ja. Verliebt sein vielleicht. Aber lieben? Ständig zauberte es ihr ein milde besser wissendes Grinsen auf die Wangen, wenn sie von anderen hörte oder las, dass sie bereits nach kürzester Zeit vorgaben, jemanden zu lieben.

Es gehörte doch sehr viel mehr dazu, einem Menschen gegenüber zu behaupten, dass man ihn liebt, als ihn gerade mal – nein: als gerade mal sechs Wochen überhaupt von seiner Existenz zu wissen. Man musste sich länger kennen. Mehr Macken am anderen entdeckt und für sich Wege gefunden haben, damit umgehen zu wollen und zu können. Eigene Macken abgelegt oder zumindest bewegt haben. So vieles musste doch geschehen, bevor man wirklich lieben konnte.

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Er war weg. Sie blieb allein zurück. Die Tränen liefen ihr über das Gesicht und sie fühlte sich leer. Einfach leer. Was sie in den vergangenen 48 Stunden erlebt hatte, konnte doch nur ein Traum gewesen sein. So schön. So warm. So romantisch wie es nur sein konnte. Sie war in einem völligen Gefühls-Strudel und drohte in diesem Moment sang- und klanglos darin unterzugehen.

Es war völliger Quatsch, nach so kurzer Zeit bereits zu behaupten, dass sie ihn liebt. Gern haben ja. Verliebt sein vielleicht. Aber lieben? Doch was veranstalteten ihre Gefühle da bloß gerade?

Warum freute sie sich nicht einfach? Warum saß sie heulend dort, wo beide gerade noch gekuschelt hatten? Warum lachte sie nicht und freute sich einfach auf das nächste Wochenende, wenn sich beide wieder hätten? Sie konnte nicht. Sie vermisste ihn in dem Moment, als sich die Tür hinter ihm schloss so sehr, dass sie ihren Tränen, die sie schon in den letzten Minuten mit ihm krampfhaft zurückhalten musste, nur noch freien Lauf ließ.

Es war total bescheuert und verrückt. Kindisch. Hysterisch vielleicht sogar. Sie wusste das. Sie wusste genau, dass es total albern war, was sie gerade abzog. Und doch riss es ihr das Herz aus der Brust zu wissen, dass jede Sekunde ihn weiter von ihr weg brachte.

Inzwischen steckte sie sich völlig gedankenverloren parallel die dritte Zigarette an und wunderte sich nicht einmal darüber. Sie grübelte. Es war ja kein Abschied für immer. Es war nicht einmal überhaupt ein Abschied. Er war längst in ihrem Herzen. Und er würde bis zum nächsten Treffen jede Sekunde bei ihr sein. Sich eigentlich gar nicht entfernen. In ihr liebevolle Gefühle und Gedanken auslösen. Jede Minute. Jede Sekunde. So wie er es in den letzten Stunden bei ihr, mit ihr, getan hatte.

Sie waren so glücklich an diesem Wochenende. Glücklich, als würden sie sich schon jahrelang kennen. Als hätten sie längst alle Hürden, die einer großen Liebe im Wege stehen könnten, lächelnd überwunden und inzwischen jeden Freiraum, die Beziehung – die Gefühle füreinander völlig frei wachsen zu lassen und zu genießen.

Natürlich war es völliger Quatsch, nach so kurzer Zeit zu denken, dass sie ihn liebt. Gern haben ja. Verliebt sein vielleicht. Aber lieben? Und doch, waren ihre Gefühle viel größer, als es gern haben oder verliebt sein zu umfassen in der Lage gewesen wären.

Sie haben viel miteinander geredet. Sich Dinge aus ihren Leben erzählt, die dem anderen bisher natürlich verborgen waren. Dinge berichtet, die vielleicht irgendwann einmal eine Art Hürde darzustellen geeignet sein könnten. Sich dadurch gegenseitig den Rückhalt geben, anderen gegenüber für den Fall der Fälle lächelnd sagen zu können Ich weiß, wir haben darüber gesprochen!. Die Stärke gegeben, eventuellen Neidern schmunzelnd die kalte Schulter zu zeigen, weil beide zueinander offen waren. Ehrlich waren. Sich dadurch unschlagbar gemacht haben. Miteinander. Füreinander. Jetzt schon.

Sie waren albern wie kleine Kinder. Haben gelacht. Sich umarmt. Sich gejagt und gefangen. Sich geküsst. Sich genossen. Ganz tief in die Augen gesehen und ohne ein einziges Wort gewusst, was in dem anderen vorgeht. Diese Harmonie. Dieses wortlose einander verstehen. Einander annehmen. Einander akzeptieren. Wo kam das her? Wie konnte das sein? So schnell. So aus heiterem Himmel. So einfach.

Natürlich war es völliger Quatsch, nach so kurzer Zeit zu denken, dass sie ihn liebt. Gern haben ja. Verliebt sein vielleicht. Aber lieben? Und doch passte einfach alles so gut. So ganz selbstverständlich.

Sie brauchten keine Worte, um sich zu verstehen. Sie brauchten keine Fragen, um Antworten zu erhalten. Sie brauchten keine Erlaubnis, um übereinander herzufallen. Ihre Körper miteinander verschmelzen zu lassen, um später einfach schweißgebadet beieinander zu liegen und sich glücklich in die Augen zu sehen, in den Armen zu halten. Sie passten zusammen, konnten sich ineinander vereinigen, sich endlos genießen, als wären sie ausschließlich füreinander geschaffen worden.

Sie hatte das Gefühl, dreieinhalb Jahrzehnte ihres Lebens damit verschwendet zu haben, sich mit Männern einzulassen, die ihm nicht einmal einen Fingerhut voll Wasser hätten reichen können oder dürfen. ER! Er war es, den sie immer wollte. Und nun war er da. Stand an ihrer Seite. War in ihr Leben getreten. Die Wärme ihres Lebens. Die Wärme? Der Mensch? Der Mann? Die Liebe ihres Lebens?

Und was machte sie nun so traurig? Die Tatsache, dass er ein paar hundert Kilometer von ihr entfernt wohnte? Es hätte ein anderes Land, ein anderer Kontinent sein können. Aber es waren nur ein paar hundert Kilometer. Ein paar hundert Kilometer, die für sie die kommende Woche zur Hölle werden ließen. Das wusste sie im Moment des Abschieds genau.

Schlafen gehen, ohne ihn fühlen zu können. Einfach zu wissen, dass er da ist. Sie im Arm hält. Bei ihr ist mit Körper und Geist. Mit seinen Augen. Mit seinen Händen. Mit seinem Mund. Mit seinem ganzen Körper. Bei ihr ist. Sie liebkost. Sie fordert. Sie nimmt. Sie loslässt um sich kurz danach wieder mit ihr zu verlieren. Bei ihr. In ihr. Ohne Kalkül. Ohne Plan. Ohne den Kopf eingeschaltet zu lassen. Einfach so. Einfach fallen lassen. Einfach grenzenlos schön.

Aufwachen, ohne als erstes in sein Gesicht zu sehen. Sich an ihn anschmiegen zu können. Nur ganz vorsichtig um ihn nicht schon zu wecken. Dort zu liegen. Seine nackte Haut zu spüren. Seinen Atem zu hören. Zu fühlen. Zu genießen. Zu denken, dass er noch schläft und doch plötzlich durch seine zarten Berührungen zu beben.

Berührungen, so zärtlich, dass jede einzelne davon sie fast um den Verstand brachte. Berührungen die von Sekunde zu Sekunde fordernder wurden und doch nie forsch. Berührungen die sie erwiderte. Langsam. Zaghaft. Fordernder. Wilder als sie es je getan hatte. Gieriger als sie es bisher je wollte. Forderungen die auf eine Weise erfüllt wurden, wie sie es bisher nicht kannte.

War es denn tatsächlich völliger Quatsch, nach so kurzer Zeit zu denken, dass sie ihn liebt? Es war viel mehr als gern haben. Das Wort verliebt träfe es vielleicht besser, nicht jedoch treffend. Aber lieben? Was ist lieben? Sie wusste, keinen weiteren Tag ohne diesen Mann erleben zu wollen. Plötzlich waren Bedürfnisse in ihr, die sie bisher bei keinem anderen Mann verspürt hatte. Immer hatte sie das Gefühl gehabt, sich ein Hintertürchen offen halten zu müssen und hatte das auch getan. Das wurde ihr jetzt klar. Jetzt.

Hier war nun plötzlich ein Mann, den sie kaum kannte. Ein Mann, der in ihr Emotionen auslöste, die sie so intensiv nie zuvor erlebt hatte. Ein Mann, der wie ein Blitz in ihr Leben eingeschlagen hatte und den sie um nichts in der Welt wieder hergeben wollte. Nach langem Dagegenangehen wollte sie plötzlich doch eine Beziehung. Diese Beziehung. Diesen Mann in ihrem Leben. Fest. Ganz fest. Nicht, weil das im Moment nicht ging, sondern, weil… weil sie… weil sie ihn… was? Liebte? Sie wollte lieben. Endlich lieben. Weil sie plötzlich wußte, dass es das schönste Gefühl war, das sie sich vorstellen konnte zu erleben.

Durch ihn.

© skriptum
[21.01.2002]

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Was passiert bloß in Menschen mit denen etwas passiert, von dem sie gar nicht wollten, das es passiert und dann passiert es doch?


    Sie war irgendwie verliebt. Daran bestand kein Zweifel. Ihre Gefühle schlugen Purzelbäume und ihre Gedanken drehten sich immer wieder um ihn.

Das erste Treffen hatte sich sehr kurzfristig ergeben. Nur wenige Stunden vorher wusste sie, dass sie ihn nun bald wirklich erLEBEN würde. Genau das geschehen würde, was sie schon tagelang herbei gesehnt hatte.

Dieses Mal war es anders. Erst am nächsten Wochenende sollten sie sich wieder sehen. Diesmal hatte sie die ganze Woche Zeit, sich auf ihn zu freuen. Eine ganze Woche, um sich darauf vorzubereiten. Eine ganze Woche, um jeden Tag ein wenig mehr durchzudrehen. Ihre Nervosität stieg fast ins Unermessliche.

Sie wollte, dass alles perfekt ist, wenn er das nächste Mal bei ihr sein würde. Sie machte Einkaufslisten. Räumte in der Wohnung hin und her. Überlegte, nun endlich mal ein paar neue Pflanzen anzuschaffen. Sie war irre!

    Nein: sie war verliebt. Daran bestand kein Zweifel. Ihre Gefühle schlugen Purzelbäume und all ihre Gedanken drehten sich ständig um ihn. Doch wie sah es in ihm aus?

Sie mailten weiter hin und her. Telefonierten. Vermissten sich – auch schriftlich. Küssten sich – auch schriftlich. Dachten aneinander – auch schriftlich. Schriftlich. Gedanklich. Vermisslich. Misslich? Was fühlte er, wenn sie in seinen Gedanken spazieren ging? Klopfte sein Herz auch bis zur Schädeldecke? Wollte auch er sie lieber jetzt wiedersehen als auch nur noch weitere fünf Minuten warten zu müssen?

Sie musste sich beruhigen. So konnte sie ihm unmöglich begegnen. So euphorisch. So fordernd. So – ja, so wie sie es in sich trug. Leidenschaftlich bis an die Grenzen der Vernunft. Vernunft? Was hatte dieser Zustand, in dem sie sich seit einigen Tagen befand, noch mit Vernunft zu tun?

    Sie war verliebt. Daran bestand nicht der geringste Zweifel. Ihre Gefühle schlugen Purzelbäume und all ihre Gedanken drehten sich um ihn. Gespannt. Erregt. Und doch so angstvoll. Und das Wochenende rückte immer näher.

Wann würde er bei ihr sein? Wie würde es sein, sich nun zum zweiten Mal zu sehen? Zu hören. Zu fühlen. Wird die Begeisterung auf beiden Seiten die gleiche sein wie beim ersten Treffen? Wird alles viel ruhiger, weil die Spannung des völlig Unbekannten nun bereits genommen ist? Wird es vielleicht sogar enttäuschend, weil jeder den anderen seit dem ersten Mal in irgend einer Weise idealisiert hat? Wird es noch aufregender, weil die Unsicherheiten des ersten Treffens dem zweiten nun bereits genommen waren?

Würden sie einfach wie die Tiere übereinander herfallen? Animalisches Austoben aller Phantasien, die sich im Laufe der Woche, in ihr, in ihm, aufgebaut haben? Sich genießen bis keiner mehr die Kraft hat, weiterzumachen? Ausruhen. Warten. Fortsetzen. Sich endlos gegenseitig verwöhnen. Einfach so. Nicht als Forderung, sondern als Bedürfnis.

Reden. Über was? Sie brauchte Themen. Brauchte sie Themen? Würde sich nicht alles ganz selbstverständlich ergeben? Worüber machte sie sich so viele Gedanken? Sie wollte unbedingt, dass alles absolut perfekt ist. Doch war genau dieser Anspruch nicht gerade das, womit sie vieles zerstören könnte? Beim ersten Treffen waren beide unvorbereitet. Es gab vorher gar keine Zeit mehr zur Planung. Es passierte einfach. Es war einfach traumhaft schön.

    Bereits vor dem ersten Treffen war sie verliebt. Daran bestand nicht mehr der geringste Zweifel. Ihre Gefühle schlugen bereits Purzelbäume und all ihre Gedanken drehten sich um ihn, noch bevor sie überhaupt wusste, wie er sich anfühlt. Wie er duftet. Wie er aussieht. Wie er sie ansieht.

Seine Augen. Sie dachte viel an seine Augen. Sie waren so unermesslich tief. Schön. Fesselnd. Sie wollte endlich wieder in seine Augen blicken dürfen. Sehen, wie er sie mit seinem Blick verschlingt. Sie begehrt. Sie will. Genauso wie sie ihn.

Seine Lippen. Diese Lippen, an denen sie bei jedem seiner Worte hing. Es war nicht nur sehr schön, sich mit ihm zu unterhalten. Dieser leicht ironische und doch sehr männlich-charmante Zug um seinen Mund. Diesen Mund, den sie küssen will. Bald. Wieder und wieder. Bis sie beide erneut willenlos in einander versinken.

Sein Körper. So weich. So rücksichtsvoll und doch so himmlisch fordernd. So warm und vertraut. Wenngleich er doch völlig neu für sie ist. Und doch ist er in jeder Hinsicht wie extra für sie gemacht. Einfach perfekt. Einfach völlig unreal real. Einfach schön.

    Zwar nicht völlig entrückt aber doch: sie war mit allen Gefühlen, die ein Mensch in der Lage ist zu entwickeln, verliebt. Daran bestand nicht mehr der geringste Zweifel. Noch steigerungsfähig. Natürlich. Aber bereits ziemlich intensiv. Ihre Gefühle schlugen Purzelbäume und all ihre Gedanken drehten sich nur noch um ihn. Mit Angst und unermesslicher Vorfreude bangte sie erregt dem Wochenende entgegen. Einfach hoffend, dass es ihm genauso geht. Einfach hoffend, dass dieses Verlangen noch sehr lange Zeit Bestand haben wird. In ihr.

In ihm!

© skriptum

[17.01.02]

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Vom Sinn und Unsinn der Partnersuche und was passiert wenn’s passiert …


    Sie war glücklich so wie sie lebte. Sie hatte alles, was sie wollte und die paar Situationen, in denen sie sich nach Nähe und Wärme sehnte, bekam sie auch so ganz gut in den Griff.

Ein paar Jahre hatte sie in einer Beziehung gesteckt, die ihr schlussendlich nur einen bitteren Nachgeschmack ließ. Nachdem sie dieses Fiasko beendet hatte, konzentrierte sie sich auf ihren Job, ihre Freunde und ihr ureigenes Leben … ein Leben ohne den Störfaktor Mann. Und sie war glücklich.

Ein paar kleinere oder auch mal etwas intensivere Affären waren da schon aber nichts, was sie wirklich nachhaltig beeindruckt hätte. Sie wollte ja auch nicht. Sie suchte nicht und vom Finden-Lassen hielt sie auch nichts. Wenn sie wollte, wäre es kein Problem. Doch meist war sie ganz froh, wenn sie einfach wieder ihre Ruhe hatte.

Ihr Job nahm sie Tag und Nacht in Anspruch. Klar hätte sie das ändern können. Wenn sie nach Hause kam, einfach mal den Kopf abschalten und Feierabend machen. Aber wozu? Es störte ja keinen. Da war ja niemand, der an sie den Anspruch stellte, gehört, registriert, geliebt zu werden. Und das war ja auch sehr okay.

Sie empfand es als angenehm, abends einfach mit einem Buch zu versacken. Auch wenn sie nach langem Lesen oft genug feststellte, nicht zu wissen, um was es in dem Buch eigentlich ging, da ihre Gedanken die ganze Zeit abschweiften. Aber das machte ja nichts; sie konnte es ja irgendwann nochmal lesen.

Sie kochte auch gern stundenlang. Es war ihr zwar verhasst alleine zu essen aber das machte ja nichts. Wenn sie den Eindruck hatte, sie müsse mal wieder in Gesellschaft essen, rief sie eben eine Freundin an oder ging mit irgend jemandem zum Essen. Außerdem war es doch so praktisch: ausgiebig kochen mit allen möglichen Raffinessen, während dessen die Gedanken baumeln lassen und danach das Kunstwerk allein vor dem PC verdrücken. Es war ja niemand da, der an sie den Anspruch an einen gedeckten Tisch gestellt hätte. Wozu also?

Es gab Phasen in ihrem Leben, in denen sie jedes Wochenende, ja fast jeden Abend, unterwegs war. Freunde, Familie besuchen oder auch besucht werden. Dann wieder Phasen, in denen sie sich total einigelte und – neben ihrem Job – einfach nur ihre Ruhe haben wollte. Das ging ja auch einfach so. Sie war ja niemandem Rechenschaft schuldig und konnte somit tun und lassen was sie gerade wollte.

Sie wuselte mitunter im Internet rum … Mailen, chatten, engagieren … Die Vielzahl von Kontakten, die sie über dieses Medium pflegte, verhinderte oft genug, sich wirklich auf die einzelnen Personen zu konzentrieren. Meist reichte ihr dieser oberflächliche Umgang. Immerhin wollte sie ja nicht jeden einzelnen heiraten. Sie wollte diese Form von Kontakten auch gar nicht wirklich intensivieren. Ihr Freundeskreis war so schon groß genug, um ihr das Gefühl zu geben, ihren – zumindest moralischen – Verpflichtungen kaum noch nachkommen zu können. Sie wollte sich, wenn sie im Internet war, abends einfach noch ein bisschen ablenken und das klappte auf diese Weise ganz gut.

    Denn: sie war glücklich so wie sie lebte. Sie hatte alles, was sie wollte und die paar Situationen, in denen sie sich nach Nähe und Wärme sehnte, bekam sie auch so ganz gut in den Griff. Sie liebte ihre Unabhängigkeit sehr.

Sie wollte ja nicht. Doch plötzlich passierte etwas, mit dem sie nicht gerechnet hatte. Ihr Herz raste, sobald sie seinen Namen las. Sie schrieb ihm aber seine Reaktionen waren mehr als dürftig. Also schrieb sie nicht mehr. Zog sich zurück und dachte doch ständig an ihn. Schrieb ihm wieder. Wartete auf Antwort. Oft genug vergeblich. Plötzlich reagierte er doch. Sie schrieben hin und her. Von bla-bla-bla über mal-ganz-nett-mailen bis hin zu heißesten Wortgefechten, die sie fast wahnsinnig machten. Sie wollte ja nicht aber dieser Mann löste in ihr ein Verlangen aus, das kaum noch zu beschreiben war.

Es dauerte nicht allzu lange, bis sie das was beide sich schrieben wirklich erleben wollte … musste! Sie wollte ihn sehen. Worte die per mails und Telefon hin und her geflogen war erleben. Mit ihm. Unbedingt. Sie verabredeten sich. Sie trafen sich. Small Talk und Wahnsinn auf einer Stufe. Körperliches Verlangen in ihr ohne Ende. Ihn zu sehen war für sie die Hölle. Sie wollte mehr.

Plötzlich stand er vor ihr und sah sie an. Sie zitterte am ganzen Körper und wollte nur noch eines: ihn. Er kam näher. Sah sie an. Ein leichtes Lächeln umspielte seine Lippen. Lippen die sie küssen wollte, Lippen die sie küssen wollten. Langsam nahm er ihren Kopf in seine Hände und zog sie sanft an sich. Erst da bemerkte sie, daß auch er zitterte. Genauso aufgeregt war wie sie. Der erste Kuss. Ihr Herz raste. Sie versank regelrecht in diesem Kuss. Sie versank in ihm. Er in ihr.

Seine Hände auf ihrer Haut. So sehr hatte sie sich das gewünscht. Sie genoss jede kleinste Berührung von ihm. War unersättlich. Wollte jeden Zentimeter seines Körpers spüren. Wieder und wieder. Mehr und mehr. Jeder Hauch seines Atems auf ihrer Haut löste in ihr Beben aus. Ihn zu spüren. Bei sich. An sich. In sich. Sie war kurz davor durchzudrehen. Viel zu lange hatte sie so etwas schönes nicht mehr erlebt. Gar nicht zugelassen. Fast vergessen wie es ist vor Genuss und Verlagen zu zergehen.

    Sicher: sie war glücklich so wie sie lebte. Sie hatte alles, was sie wollte und die paar Situationen, in denen sie sich nach Nähe und Wärme sehnte, bekam sie auch so ganz gut in den Griff. Aber das was sie nun gerade erlebte wollte sie nicht mehr hergeben.

Irgendwann ging er. Sie blieb zurück. Mit ihren Gedanken. Mit ihren Sehnsüchten. Mit ihrem nicht erloschenen Verlangen nach ihm. Mit seinem Duft auf ihrer Haut.

Sie hatte nichts gesucht und etwas wundervolles gefunden. Etwas gefunden was sie nicht wollte. Und das was sie nicht wollte vermisste sie schon in der Sekunde, als sich die Tür hinter ihm schloss.

    Klar war sie glücklich so wie sie lebte. Schließlich hatte sie alles was sie brauchte und die Situationen, in denen sie sich nach Nähe und Wärme sehnte, könnte sie auch irgendwie in den Griff bekommen. Doch plötzlich würde sie sehr gern abends nach Hause kommen, auch im Kopf Feierabend machen, den Tisch decken und all die Dinge tun, die sie längst kaum noch tat.

Mit ihm!

© skriptum

[15.01.02]

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