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Archive for the ‘Experimentelles’ Category

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Der Freigang meiner Gedanken
schwankte rankend
in den Planken
hin und her.

Und als ich mir gerade
die Johannisbeer-Marmelade
vom Brötchen laufen ließ
überfiel mich einer.

Ich versuchte ihn
noch festzuhalten
aber zu spät:
Er fiel hin.

Direkt auf den Teller
auf dem ich gerade
meine Worte sortieren wollte
zu einem Brei.

So bleibt mir nichts anderes
als in den Teller zu beißen
der mir statt des Grases
doch die liebere Wahl ist.

Auch wenn mir schlechthin
Johannisbeer-Marmelade
auf Brötchen
besser mundet.

Und ich sag noch …
immer diese Freigänger!

© skriptum

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Frei nach „Zehn kleine Negerlein“:

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Hase2

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Zehn kleine Osterhasen wollten Eier streu’n.
Doch einer ist drauf ausgerutscht, da waren’s nur noch neun.

Neun kleine Osterhasen haben Quatsch gemacht.
Der eine hat sich weggelacht, da waren’s nur noch acht.

Acht kleine Osterhasen wollten den Korb schieben.
Den einen hat es überrollt, da waren’s nur noch sieben.

Sieben kleine Osterhasen, spielten mit ‘ner Flex.
Der eine schliff sich selber weg, da waren’s nur noch sechs.

Sechs kleine Osterhasen liebten eine Nymph‘.
Der eine brannte mit ihr durch, da waren’s nur noch fünf.

Fünf kleine Osterhasen jagten einen Stier.
Den einen hat ein Horn erwischt, da waren’s nur noch vier.

Vier kleine Osterhasen brachen Eier entzwei.
Der eine hat sich totgeschämt, da waren’s nur noch drei.

Drei kleine Osterhasen machten Eierbrei.
Der eine salmonellierte, da waren’s nur noch zwei.

Zwei kleine Osterhasen wollten es gern reiner.
Der eine schmiss sich einfach weg, da war es nur noch einer.

Ein kleiner Osterhase fühlt‘ sich sehr allein.
Der Ofen sah gemütlich aus; da flitzte er einfach rein.

*

Guten Appe … Quatsch!

Schöne Ostertage wünsche ich Euch allen! ;)

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Die abgegriffene Zigarettenschachtel ließ erahnen, dass sie längst mit dem Rauchen aufgehört hatte. Eigentlich. Nur ab und zu noch überkam es sie und sie verpasste ihrer Lunge eine Dosis Nikotin, die nicht nur ihre Lunge sprengte, sondern auch sofort bis ins Hirn zu schießen schien.

Verloren folge ihr Blick den Bewegungen der Gardinen, die unaufhaltsam wärmende Sonnenstrahlen in das kleine sterile Zimmer zu wehen versucht zu sein schienen. Vergeblich. Ihr war kalt. Eine innere Kälte, der mit nichts beizukommen war. Träume hatte sie längst keine mehr. Ebenso wenig, wie sie sich noch irgendwelchen Illusionen hingab. Sachlichkeit und Ernüchterung hatten ihren anfänglichen Willen längst austrocknen lassen.

„So ist das Leben. Leben eben“ hatte sie so oft lächelnd und ruhig gesagt, dafür aber nur verständnisloses Kopfschütteln geerntet. Die Karten mischt eine unbestechliche Macht, die nicht selten kleine perverse Spielchen zu treiben scheint. Mag sein, dass alles anders geworden wäre, wenn sie sich diesen Spielregeln gebeugt hätte. Aber sie kannte sie ja nicht einmal; wusste um keines der möglichen Ziele und hatte sich inzwischen in das ihr nach wie vor unbekannte Schicksal ergeben. Fast zumindest. Einen Weg hatte sie noch gefunden, um dem für sie von welcher Macht auch immer Geplanten doch noch ein Schnippchen zu schlagen.

Schicksal? Oder Bestimmung? Worin lag der Unterschied? Gab es überhaupt einen? Sie blies gedankenverloren den letzten Zug ihrer Zigarette dem Kosmos entgegen. Ein Atemzug wie jeder andere und doch mit tieferer Bedeutung. War er doch Teil ihres Todesurteils, das längst besiegelt war. Sie wehrte sich schon lange nicht mehr. Keiner redete noch auf sie ein. Alle hatten sich damit abgefunden, dass sie nun in einer Warteschleife hing. Eine Position, die ihr täglich mehr die Sinne vernebelte. Ihr sollte es recht sein. Waren die verabreichten Medikamente doch Garant dafür, dass sie ihr eigenes Ende hoffentlich nicht bei allzu klarem Bewusstsein mitbekommen würde.

Sie wollte längst nicht mehr, hatte vor langer Zeit angefangen zu beten. Nie hatte sie wirklich an Gott geglaubt. Doch jetzt lagen ihre verbliebenen Hoffnungen in seiner Existenz. Wenn es ihn gab würde er ihr beistehen. Der Allmächtige. Der Allwissende. Hoffentlich würde er. Würde er? Oder fand die Kirche auch hier wieder irgendeine Ausrede für ihn? Den Allmächtigen.

Sie schaute auf die Uhr. Es war Zeit. Ihre Sachen hatte sie längst gepackt. Niemand hatte es mitbekommen. Das meiste ließ sie sowieso zurück. Was sie bei dieser Fahrt brauchte passte in eine kleine Umhängetasche. Der Abschied von ihren Lieben war ihr etwas schwer gefallen. Doch nie zuvor hatte sie sich so sehr darauf gefreut, nach Holland zu fahren …

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