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Archive for the ‘Einer dieser Tage (1-4)’ Category

> Alle Teile im Überblick <

Die Tür öffnete sich leise und Anni schoss nur durch den Kopf „er will doch wohl nicht …?“ Nein, er hatte zumindest nicht … Mario legte ein paar Sachen auf einen kleinen Hocker, die Anni hinterher anziehen könnte und verlies das Bad genauso dezent wie er es betreten hatte. „Schade eigentlich“ grinste Anni vor sich hin und ließ das heiße Wasser weiter über ihren Körper prasseln. 

Nachdem sie sich abgetrocknet hatte sah Anni die Sachen durch, die Mario ihr hingelegt hatte. Ihre Unterwäsche war zum Glück auf der Heizung bereits fast getrocknet, während sie geduscht hatte. Sie entschied sich für eine – ihr natürlich viel zu weite – Jeans, die sie mit einem Gürtel in der Taille zusammen raffte und ein weißes Hemd, dessen Ärmel sie dreifach umkrempeln musste, damit sie nicht fast drauf stand. Dicke Socken dazu. „Mario hat wirklich an alles gedacht“ flog es durch ihre Gedanken und nachdem sie sich ein wenig geschminkt hatte kehrte sie ins Wohnzimmer zurück. 

„Also das ‚fast vor dem Kamin’ konnte ich ja nun nicht auf mir sitzen lassen“ sagte Mario lächelnd, als er sich zu Anni umdrehte. Er saß vor dem Kamin. Leise Musik erfüllte den Raum und auf einem kleinen Tischchen standen saubere Gläser und eine neu geöffnete Flasche Wein. Und … frisches Verbandszeug. „Wirklich an alles gedacht“ wisperte Anni lächelnd, als sie sah, wie gut Mario den weiteren Abend vorbereitet hatte. 

„Nach der Dusche dürfte sich die ‚erste Runde Wundversorgung’ erledigt haben. Oder etwa nicht?“ strahlte Mario sie an und überlegte gleichzeitig, wie das Bein nun verbunden werden sollte, nachdem Anni eine Jeans trug. Vorher war das einfacher, da ihr Rock nicht einmal bis zum Knie reichte. Aber jetzt? Anni ging das gleiche durch den Kopf und so zog sie, als sie Marios Blick auf ihr Bein sah, und da das Hosenbein schon durchnässt wurde durch den klitschnassen Verband, ohne lange zu überlegen die Jeans einfach wieder aus. Diese Spontaneität verblüffte Mario nun allerdings doch etwas. Aber der Anblick der sich ihm bot war alles andere als unangenehm. 

„Nun … wie sonst?“ frage Anni gespielt unschuldig und Mario entfuhr nur ein feixendes „Och …“ als er sich dran machte, das Bein neu zu verbinden. Schmerzen hatte Anni inzwischen kaum noch und die Wunden hatten anfänglich zum Glück nur wesentlich schlimmer ausgesehen, als sie letztendlich waren. 

Nachdem das Bein verbunden war setzte sich Anni ohne zu überlegen und … ohne die Jeans wieder anzuziehen … direkt neben Mario, der ihre Berührung nun offensichtlich auch genießen wollte. Die Musik… der Wein… das Knistern des Kaminfeuers… Mario… „Schöner könnte solch ein chaotischer Tag wirklich nicht enden“ flüsterte sie noch lächelnd, bevor Anni, in Marios Arme gekuschelt, die Augen schloss und endgültig einschlief. 

© marmonemi [04/03] / skriptum

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> Alle Teile im Überblick <

Die Wunde am Bein war schnell versorgt und Mario machte sich an Annis Stirnwunde zu schaffen, die ja zum Glück seit langem aufgehört hatte zu bluten. Seine Hände waren so vorsichtig, dass sein Tun kaum Schmerzen verursachte. Anni sah während dessen in seine Augen und glaubte fast, in ihnen zu versinken. Sein Gesicht war so nah vor ihrem, dass Anni seinen Atem spürte. Das brachte sie nun fast endgültig zum Durchdrehen. Mario schien zu wissen was in Anni vorging und nahm etwas Abstand. Mit einem Pflaster an der Seite ihrer Stirn war sie dann auch gut versorgt. „Wo ist eigentlich meine Handtasche“ fragte sie Mario, der wie von der Tarantel gestochen aufsprang und mit den Worten „die muss noch im Auto liegen“ verschwand. 

Anni sah sich im Wohnzimmer etwas um und versuchte erneut aufzustehen. Diesmal hatte sie mehr Glück und konnte sich – zwar mit Schmerzen aber immerhin – auf den Beinen halten. Nur in ihrem Kopf drehte es sich und sie konnte nicht genau einordnen, ob es am Wein lag oder an der Verletzung. 

Mario kam bald zurück und brachte die Handtasche mit. „Ich muss furchtbar aussehen“ nuschelte Anni als sie nach dem Badezimmer fragte. „Nein, Du nicht, aber die Couch…“ entfuhr es Mario, der sich etwas ungläubig ansah, was sich ihm dort als Bild zeigte. Nicht nur die Blutspuren zeugten davon, dass diese Couch dringend eine Reinigung braucht, sondern auch die Abdrücke von Annis nasser und durch den Asphalt doch eher als schmutzig zu bezeichnender Kleidung. 

„Oh je, kriegt man das je wieder sauber oder muss ich jetzt immer darauf liegen, um das zu verdecken?“ fragte Anni frech und diesmal war es Mario, der einfach nur noch loslachte. „Was hältst Du davon, wenn Du Dich im Bad etwas frisch machst und ich schaue nach, ob ich etwas finde, was Du anstelle Deiner nassen Klamotten anziehen kannst?“ fragte er und schob sie sanft in Richtung Badezimmer. „Ach weißt Du, ich hatte eigentlich nur noch vor, ein Bad zu nehmen und mir ein Glas Rotwein zu gönnen, sobald ich zuhause bin. Rotwein, und den sogar fast vor dem Kamin, hatte ich schon. Also fehlt nur noch das Bad. Wenn Du mir etwas raussuchen könntest, was ich mir anschließend überziehen kann, wäre das klasse!“ „Wird gemacht!“ grinste Mario „nur das mit dem Bad wird schwierig, da ich nur eine Dusche habe“ antwortete er kurz, schob Anni lachend ins Badezimmer und schloss hinter ihr die Tür. 

Anni stand Sekunden später unter der Dusche und genoss das heiße Wasser auf ihrer Haut. Das Bein müsste zwar anschließend neu verbunden werden aber das war ihr im Moment völlig egal. Sie sah aus, als wäre sie von einem Schlachthof getürmt. Ihre blonden Locken blutverschmiert und von Make-Up war nicht einmal mehr etwas zu ahnen. Der Regen und die Verletzung hatten alles zunichte gemacht. Der kurze Blick in den Spiegel hatten ihr alle Illusionen geraubt, dass sie optisch noch irgendwas Attraktives erkennen lassen könnte. Nun die heiße Dusche und anschließend … 

– Fortsetzung folgt – 

© marmonemi [04/03] / skriptum

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Anni war zu benommen, um sich gegen das was da mit ihr geschah zu wehren. Ihr Kopf fiel leicht zur Seite und sie schlief kurz ein. Durch ein ankommendes Telefonat auf seinem Handy wurde sie geweckt. Sie versuchte die Augen zu öffnen aber irgendwas hatte sie verklebt. Also hielt sie sie einfach geschlossen und lauschte seiner Stimme. „Angenehm“ dachte sie und hörte wie er ein Treffen absagte. Er ging nicht näher auf die Gründe ein. 

Das sanfte Anhalten des Wagens und das Abstellen des Motors ließen sie erkennen, dass die Fahrt nun wohl zu Ende war. Lange hatte die Fahrt wohl nicht gedauert. Sie könnte also mühelos, sobald er sie gehen ließ, nach Hause. Aber … wollte sie? Trotz dieser nur allzu blöden Situation fühlte sie sich in seiner Nähe wohl. Und das, obwohl sie ihn überhaupt nicht kannte und die Umstände des Kennenlernens doch nicht unbedingt ihrer Wunschvorstellung entsprachen. Die Beifahrertür öffnete sich und er wollte sie aus dem Wagen heben. 

„Nein, nein, lassen sie nur, ich gehe selbst“ mutmaßte sie, merkte aber sofort, dass diese Idee keine ihrer Besten war. Also ließ sie sich erneut von ihm tragen. Mittlerweile wurde sie etwas klarer im Kopf und die Situation, in der sie sich befand, begann ihr peinlich zu werden. Er sagte kein Wort, öffnete mit ihr auf seinen Armen die Haustür und brachte sie ins Wohnzimmer. Dort legte er sie auf die Couch, entschuldigte sich kurz und verschwand. 

Ihre Augen konnte sie mittlerweile wieder einigermaßen öffnen doch der Schmerz in ihrem Kopf machte sie fast wahnsinnig. Sie sah an sich herunter und erschrak. Ihr Bein blutete sehr stark auf die helle Couch. Nur die Wunde an ihrem Kopf schien die Blutung inzwischen eingestellt zu haben. „Der Stoff ist Schrott“ entfuhr es ihr und sie erschrak, als er beim plötzlichen Betreten des Wohnzimmers wie selbstverständlich antwortete „es gibt Schlimmeres!“. 

„Ich habe mir erlaubt, eine Flasche Rotwein zu öffnen. Das vereinfacht uns vielleicht das Verarzten etwas“ lachte er zwinkernd zu ihr rüber und stellte Flasche und Gläser auf den Tisch. Ein dunkles Handtuch, was er über dem Arm hängend mitgebracht hatte, nahm er nun und hob ihr Bein an. „Ich heiße übrigens Mario. Darf ich auch erfahren, wen ich gerade fast getötet habe?“. Nun musste auch sie lachen doch ihr „Anni“ erstickte etwas ob der Bewegung ihres Beines, als er das Handtuch darunter legte. „Tut mir leid, ich wollte Dir nicht wehtun!“. Wie selbstverständlich war er zum Du übergegangen und Anni war das sehr recht. Entspannte es die Situation doch etwas. 

Mario drehte sich um, füllte die Gläser und reichte Anni eines zum Anstoßen. „Wie gesagt, es tut mir sehr leid und ich werde das alles wieder gut machen, versprochen!“ formten sich seine Worte den Weg zu ihr, als er sich vor ihren Körper auf die Couch setzte. Sein Glas hielt er Anni zum Anstoßen entgegen und Marios Blick brachte sie in dem Moment fast mehr um den Verstand, als es die Schmerzen in ihrem Kopf und Bein imstande waren. 

„Na, das hoffe ich doch ganz stark“ antwortete sie als sich die Gläser sanft berührten. Mario stand anschließend auf und machte mit geübten Griffen Feuer im Kamin. Anschließend verließ er den Raum und kam kurz darauf mit einer Schale Wasser und diversem Verbandszeug zurück. „Meinst Du nicht, dass es unklug ist, jetzt Alkohol zu trinken?“ fragte Anni, als sich Mario bereits an die Versorgung ihrer Wunden machte. „Oh nein, ist es nicht!“ stieß sie aus, als die ersten Reinigungsversuche jäh beendet wurden durch das verschreckte Wegziehen des Beines. „Hey, ich habe eine eiserne Regel: Jeden Tag nur einen Mordversuch! Jetzt hast Du also nichts mehr zu befürchten“ lachte Mario los. Wissend, dass er damit Annis Wut provozierte. Denn dass sie Schmerzen hatte, war leicht zu erkennen. Aber sie lachte nach diesem Spruch einfach laut los. „Na, dann ist es ja gut“ grinste sie und biss die Zähne zusammen. 

– Fortsetzung folgt – 

© marmonemi [04/03] / skriptum

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Den ganzen Tag goss es bereits in Strömen. Ihre Angst vor Gewitter hatte Anni nie überwinden können. Sie hatte gnadenlose Stunden im Job hinter sich und war froh, nun endlich nach Hause fahren zu können. Der Regen hatte noch immer nicht nachgelassen, als sie bereits im Dunkeln die Straße betrat. Anni wollte sich ein Taxi heran rufen aber bei dem Wetter war das völlig illusorisch. Sie hasste Regenschirme. Also ging sie mit fliegenden Schritten die paar Meter zur U-Bahn. Als sie dort angekommen war, gab es jedoch nichts mehr an ihr, was man als trocken hätte bezeichnen können. 

Anni stieg in die Bahn und überstand die Zeit bis zur Ankunft an ihrer Haltestelle mit der Lektüre ihrer Tageszeitung. Die Fahrt dauerte nur 15 Minuten und doch hatte sie Mühe, die Augen offen zu halten. Völlig abgeschossen vom Tag trieb sie nur noch der Gedanke an ein heißes Bad, ein Glas Rotwein und ihr Bett. Eigentlich war längst Frühling aber bei diesem Wetter fiel es schwer, das zu glauben. Ihr war eher nach Glühwein und dem Knistern von Kaminfeuer. 

Endlich fuhr die Bahn in ihre Haltestelle ein. Anni verließ den Zug und eilte, so gut das in ihren total durchnässten Pumps noch ging, nach Hause. Der Regen prasselte auf sie nieder. Bei jedem Donnern fuhr sie vor Schreck zusammen. Ihre langen Haare hingen klitschnass in ihr Gesicht und klebten auf ihrer Lederjacke. Es war egal. Gleich würde sie ein heißes Bad nehmen und es sich gut gehen lassen. 

Sie sah bereits die letzte Kurve. Mit wenigen hundert Metern würde sie ihr Haus in dieser sonst so ruhigen und trotz der noch so gar nicht frühlingshaften Jahreszeit schon grünen Wohnanlage erreicht haben. Unvermutet hörte sie das Quietschen von Reifen und fühlte einen dumpfen Aufprall. Sie fiel zu Boden und schlug mit dem Kopf hart auf den Asphalt. Dann wurde es dunkel. 

Plötzlich fühlte sie, wie jemand eine Decke über sie breitete und hörte die leise aber hektisch fluchende Stimme eines ihr unbekannten Mannes. Es konnten nur wenige Augenblicke vergangen sein. Sie rappelte sich auf. Wollte nur nach Hause. Doch ihre Beine versagten und die Stimme forderte sie zum Liegenbleiben auf. Ihr Kopf blutete stark und der Regen spülte ihr die rötliche Flüssigkeit in die Augen. So schloss sie sie wieder und versuchte, ihre Kräfte zu sammeln. 

Anni versuchte erneut aufzustehen. Doch fast schon unsanft drückten sie zwei starke Arme zurück auf den nassen Asphalt. „Ich will nach Hause“ hörte sie ihre eigene Stimme wie aus einer anderen Welt leise sagen. „Sie sind verletzt. Ich habe sie angefahren. Sie können so nicht nach Hause gehen. Ich kümmere mich um sie.“ drang diese männliche Stimme an ihr Ohr. „Sie haben sich offensichtlich schon genug um mich gekümmert. Mehr verkrafte ich nicht. Bitte lassen sie mich jetzt gehen.“ bettelte sie nun schon fast. 

Seine warmen Hände umfassten ihren Kopf und hoben ihn behutsam an. Er kniete neben ihr auf der Straße und beugte sich mit seinem Gesicht nah über das ihre. „Es tut mir leid! Ich hatte sie nicht gesehen. Der Regen … sie wissen ja selbst. Und ehe ich bremsen konnte hatte ich sie erwischt. Bitte gestatten sie, dass ich sie mit zu mir nehme. Ich kümmere mich um sie. So kann ich sie unmöglich nach Hause gehen lassen.“ flüsterte er, während er sich ihre Kopfverletzung ansah. Noch bevor sie die nächsten Worte formen konnte hob er sie vorsichtig hoch, setzte sie auf den Beifahrersitz seines Wagens und fuhr los. 

– Fortsetzung folgt – 

© marmonemi [04/03] / skriptum

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