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Vorweg:
Nein, ich habe nicht den Führerschein verloren.
Nein, das hat andere Gründe.
Nein, die werde ich hier nicht kundtun.
Nein, die tun wirklich nix zur Sache! ;o)
Ja, der Text ist lang! Aber Splitten geht nicht; DIE Nummer muss man in einem Rutsch lesen.

Gefühlt wohl so ca. 3811 Mal habe ich in den vergangenen anderthalb Monaten mit einem Taxiunternehmen telefoniert, da ich in dieser Zeit zweimal werktäglich mit Taxis zu Terminen fahren musste. Einmal hin zu einer Hochschule und einmal zurück nach Hause. Die Hinfahrt wurde von mir üblicherweise rund 24 Stunden vor dem geplanten Fahrt-Antritt oder sogar drei Tage vorher (Freitag für Montag) bestellt. Die Rückfahrt bestellte ich, sobald der jeweilige Termin durch war und dann auch gleich wieder die nächste erforderliche Hinfahrt.

Man sollte annehmen dürfen, dass es einem großen Unternehmen, das so eine Art Monopol-Stellung hat, dem entsprechend aber auch sehr viele Wagen und Fahrer, möglich ist, eine 24 Stunden vorher bestellte Fahrt pünktlich auszuführen.

Man sollte ebenfalls annehmen dürfen, dass einem Taxiunternehmen aufgrund der gesamten Umstände der erforderlichen Fahrten klar ist, dass der Fahrgast andere Dinge im Kopf hat, als um kompetente Auftrags-Ausführung zu betteln.

Auch sollte dem Unternehmen aufgrund der Art der Fahrten klar sein, dass Pünktlichkeit für den Kunden immens wichtig ist und die Fahrten nicht nur deshalb unternommen werden, weil der potentielle Fahrgast am jeweiligen Tag bloß keine Lust hat, per Salti in die Hochschule und wieder nach Hause zu kommen.

Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass es sich um eine sehr große Hochschule handelt, auf dessen Gelände es sogar mehrere Taxi-Halteplätze gibt, die üblicherweise gut bestückt sind, woraus sich normalerweise die Möglichkeit einer schnellen Abholung zur Rückfahrt ergeben könnte.

All das sollte man durchaus annehmen können. Dem ist aber nicht so. Nicht einmal fast:

Am ersten Tag klappte alles bestens. Bereits am zweiten Tag musste ich geschlagene 30 Minuten warten, bis ein Wagen für die Rückfahrt vorfuhr. Zu erwähnen ist hier noch, dass man an dem Wartepunkt nirgendwo sitzen kann. Man steht freihimmlisch bis zum Eintreffen des Wagens herum, Wind und Wetter ausgesetzt. Beides ist um diese Jahreszeit nur bedingt wohlfühltauglich.

Diese 30minütige Wartezeit für die Rückfahrt wiederholte sich dann einige Male, bis ich mir angewöhnte, direkt bei der Bestellung zu fragen, wie lange es wohl dauert, bis ein Wagen zur Abholung kommt. Daraus resultierten dann jedoch noch weitere Putzwunderlichkeiten. Einmal hieß es auf meine Nachfrage während der Bestellung zur Rückfahrt „Der Wagen ist schon auf dem Gelände“. Wenn es sich um das Gelände der Hochschule gehandelt hätte, wäre die Wartezeit mit zwei, drei Minuten gegessen gewesen. Nach einer viertel Stunde rief ich erneut in der Zentrale an und beschwerte mich, dass der Wagen noch immer nicht angekommen sei, worauf mir versichert wurde, sofort nachzufragen. Vom Fahrer, der kurz danach, also ca. 20 Minuten nach der Bestellung, eintraf, erfuhr ich allerdings, dass er nicht auf dem Hochschul-Gelände war, sondern auf dem Messe-Gelände gestanden hat. Wesentlich weiter voneinander entfernt kann man innerhalb Hannovers kaum sein. Als ich bereits im Wagen saß und wir vom Gelände fuhren, kam dann über Funk auch „schon“ die Nachfrage der Zentrale.

Eine andere Antwort der Zentrale an einem anderen Tag lautete auf meine Frage „Der Fahrer ist schon raus“. Als das Taxi dann doch „schon“ nach 20 Minuten ankam, wollte ich den Fahrer erst fragen „wo raus? Aus der Ortskundeprüfung?“, ließ es dann aber doch. Ich wollte nur noch nach Hause und das ohne Diskussionen.

Ein anderes Mal rief ich nach ca. 15 Minuten erneut in der Zentrale an und fragte, wann denn wohl mit dem Eintreffen des Fahrers zu rechnen sei. Daraufhin erfuhr ich, dass er aus der Innenstadt anfährt, was im Berufsverkehr nicht gerade schnell geht. Der Fahrer kam irgendwann, fuhr in verkehrter Richtung vom Hochschulgelände und wollte gerade in Richtung Schnellweg nach Hamburg abbiegen, als ich ihn vorsichtig fragte, ob er überhaupt wisse, wohin diese BESTELLTE! Fahrt gehen solle. Er wusste es nicht und selbst nachdem er es wusste, hatte er nicht den geringsten Schimmer, wo diese Adresse ist. Aber erstmal Richtung Schnellweg losfahren; ist klar!

Ich lotste ihn dann Meter für Meter bis zu meiner Wohnung. Wenn man eine 24 Stunden vorher bestellte Fahrt mit dem Taxi antritt, sollte man doch wohl annehmen dürfen, dass dem Fahrer wenigstens bewusst ist, auf welchem Kontinent er sich befindet. Den gleichen Fahrer hatte ich übrigens ein paar Tage später nochmal und er fuhr erneut Richtung Schnellweg. Und er wusste erneut nicht, wohin die Fahrt überhaupt gehen soll. Und er wusste erneut nicht, wo die ersehnte Adresse überhaupt ist. Und ich weiß bis heute nicht, wie der seinen Taxischein bekommen hat. Ich will es aber auch lieber gar nicht wissen.

Meine Geduld vor den Hinfahrten minimierte sich von Tag zu Tag. Irgendwann wartete ich nicht mehr allzu lange, sondern rief spätestens nach fünf Minuten Verspätung in der Zentrale an, um zu erfahren, wann der am Vortag bestellte Wagen bei mir eintrifft. Wie häufig mir dann gesagt wurde, dass der Fahrer an der Hochschule steht, um mich von Zuhause abzuholen, habe ich irgendwann aufgehört zu zählen. Auf den Displays in den Wagen war häufig genug zu lesen, wie die Hinfahrt- und wie die Rückfahrt-Anschriften lauten. Wie man da durcheinander kommen kann verstehe ich nicht. Ich bin aber auch kein Taxifahrer in Hannover.

Eine der Krönungen an abholerischer Kreativität bestand darin, dass ein Fahrer für die Abholung klingelte, ich ihm über die Gegensprechanlage sagte, dass ich runter komme, meine Jacke anzog und 15 Sekunden später im Treppenhaus durch das Fenster gerade noch Zeuge wurde, wie der Typ wieder weg fuhr. Mein dann doch reichlich erboster Anruf in der Zentrale mit der Aufforderung, den Fahrer über Funk blitzartig zurückzupfeifen wurde mit verbaler Handlungsabsicht bestätigt. Und obgleich der Fahrer binnen einer Minute unmöglich aus der ca. 200 Meter langen Straße raus gewesen sein konnte, brauchte er geschlagene ACHT Minuten, um wieder vorzufahren.

Ein anderer Fahrer war dermaßen langsam und unsicher, dass mich fast das blanke Mitleid packte. Ich war mehrfach kurz davor, dem armen Kerl anzubieten, ihn samt Fahrzeug wenigstens um die Kurven zu tragen … Als Fahrradfahrer wäre der schon vor Fahrtantritt erledigt, weil mangels Geschwindigkeit vom Rad gefallen. Leider musste ich mit dem auch noch mehrere Male fahren. Das war ganz besonders aufregend, wenn er sowieso schon viel zu spät zur mehr als rechtzeitig vorher bestellten Abholung kam.

Ein andermal hatte ich einen Wagen für 17:15 Uhr des Folgetages bestellt. Gegen 17:20 Uhr rief ich an und fragte, wo der Wagen bleibt. Die Zentrale versicherte mir, sich sofort darum zu kümmern. Gegen 17:25 Uhr fragte ich erneut nach, ein anderer Mitarbeiter der Zentrale versicherte, dass er sich ebenfalls sofort darum kümmern würde. Gegen 17:32 Uhr, also zwei Minuten nachdem mein Termin in der Hochschule bereits angefangen hatte, rief ich zum dritten Mal an und erfuhr, dass noch gar kein Fahrer gefunden wurde, es würde sich aber sofort darum gekümmert. Gegen 17:45 Uhr, also eine halbe Stunde zu spät, wurde ich dann zuhause abgeholt, um meinen Termin um 17:30 Uhr in der Hochschule wahrzunehmen zu können. An dieser Stelle mal ein ganz dickes „Danke!“ an das gesamte Team in der Hochschule, das die unverschuldeten Verspätungen stets so geduldig getragen hat. Und überhaupt ein ganz dickes „Danke!“ für so einiges!

Die Naivität, zum bestellten Zeitpunkt bereits vor meinem Haus zu stehen, stellte ich ganz schnell ab. Ich wartete in der Wohnung bis zum Klingeln. Nachdem mir klar wurde, dass ich für die Rückfahrten meist noch länger warten muss, als auf die bestellten Hinfahrten, schrieb ich eine E-Mail an das Taxiunternehmen mit der Bitte, dass die Fahrer bis zur Rückfahrt warten sollen, nachdem sie mich hingebracht haben. Diese E-Mail wurde vorsichtshalber gänzlich ignoriert. Technisch möglich muss das sein, denn zahlreiche andere Fahrer, auch dieses betreffenden Unternehmens, warten auf ihre Fahrgäste bis zur Rückfahrt. Das war immer wieder zu sehen. Auch zu sehen war regelmäßig, dass andere Leutz, die lange vor mir das Haus verlassen hatten, noch immer auf ihr Taxi warteten, wenn ich 15, 20 Minuten später raus kam. Müßig zu erwähnen, dass sie auf das gleiche Unternehmen hereingefallen waren.

Ein weiterer „Trick“ bestand darin, dass die Abholung zwar relativ pünktlich erfolgte, die Fahrt allerdings als normale Bestellung eingebucht war, die ich direkt hätte bezahlen müssen, statt sie auf Kundennummer/Rechnung zu buchen. Wie das passieren kann weiß ich nicht, denn wenn ich die Rückfahrt bestellte, bestellte ich im gleichen Gespräch für den nächsten Tag die Abholung. Und das alles direkt zu meiner Kundennummer. Wie kann dann eine Rückfahrt auf Kundennummer gehen und die im gleichen Gespräch bestellte Abholung am nächsten Tag nicht? Zum Glück erinnerten sich die jeweiligen Fahrer beispielsweise daran, mich schon mehrfach gefahren zu haben, meine Fahrten auf Kd-Nr./Rechnung gingen und dementsprechend klärten sie das mit der Zentrale vor Fahrtantritt.

Als ich von der Zentrale auf Nachfrage mal wieder erfahren musste, dass mich ein Fahrer statt vor meiner Haustür an der Hochschule abholen wollte, um mich in die Hochschule zu fahren (öhm …) platzte mir der Kragen! Normalerweise verschone ich Boten, da sie nur diejenigen sind, die durch Überbringung von unangenehmen Nachrichten letztendlich die Suppe anderer auslöffeln müssen. In dem Fall jedoch holte ich nur noch Luft und schnauzte den Mitarbeiter in der Zentrale an: „Wissen Sie was? Ungefähr 20 Prozent Ihrer Fahrer sind wirklich klasse. Aber die restlichen 80 Prozent sind echte Pflegefälle!“. Etwas kleinlaut aber dann doch tendenziell bestimmt antwortete er mir „Da kann ich Ihnen leider nur zustimmen.“. Das war die einzig mögliche Antwort, die es ihm gerade noch erspart hat, von mir quer durchs Telefon gezogen zu werden!

Der (vor!)vorletzte Termin-Tag gestaltete sich dann in einer Art und Weise, die alles Bisherige in den Schatten stellte:

Für 19 Uhr hatte ich, wie gehabt am Vortag, den Wagen bestellt. Der Termin war auf 19:20 Uhr angesetzt. Um 19:05 Uhr – gebranntes Kind – rief ich an, fragte, wo der Wagen blieb und erfuhr, dass noch gar kein Fahrer gefunden wurde, weil ja schließlich Messe-Abfahrt sei (Anm.: Die Messe schließt um 18:00 Uhr). Ich Dummerchen! Darauf hätte ich ja kommen können, als ich 24 Stunden vorher einen Wagen bestellt hatte und der Auftrag vom Unternehmen ohne Mucken angenommen wurde. Wer rechnet denn dann auch damit, dass der Wagen tatsächlich pünktlich vorfährt. Außer mir vermutlich kein Mensch!?

Gegen 19:15 Uhr rief ich erneut an aber ein Fahrer war noch immer nicht gefunden. Messe-Abfahrt und so, das müsse ich doch verstehen. Nein, das verstand ich nicht. Höchstens akustisch und das interessierte mich nicht einmal wenig. Die Mitarbeiterin sagte mir zu, zu versuchen, einen Fahrer direkt anzurufen und zu bitten, mich sofort abzuholen. Wie oft ich dann noch weitere Male beim Taxiunternehmen angerufen habe, hörte ich irgendwann auf zu zählen. Zwischenzeitlich informierte ich die Hochschule, dass ich noch nicht abgeholt worden sei und mich melden würde, sobald ich wüsste, wann ich endlich eintreffen könnte.

Der dortige Mitarbeiter ließ sich von mir meine Kundennummer beim Taxi-Unternehmen nennen und rief ebenfalls dort an (auch dafür an dieser Stelle nochmal herzlichen Dank!). Immerhin warteten sie explizit auf mich, dafür mussten diverse Mitarbeiter ausharren und so einiges an Geräten weiterlaufen. Die damit im Zusammenhang stehenden Kosten kann die Hochschule hoffentlich von dem Taxi-Unternehmen einfordern. Immerhin hat das Letztere sowas wie eine Beförderungspflicht und dass an diesem Abend mit Messe-Verkehr zu rechnen sein würde, wussten sie bereits bei Annahme des Auftrags, 24 Stunden vorher. Auch kann es wohl kaum angehen, dass eine Landeshauptstadt taximäßig komplett zur taxifreien Zone wird, nur weil irgendwo Messe ist! Ganz zu schweigen von der bestenfalls bedingten Glaubwürdigkeit, dass von 18:00 Uhr bis 20:30 Uhr kein einziger Taxifahrer nach Hannover reingefahren sein soll, den das Unternehmen hätte „verhaften“ können, um lange vorher angenommene Auftragsfahrten auszuführen. Bei diesem einen Anruf des Mitarbeiters blieb es nicht; auch er versuchte mehrfach eine Hinfahrt für mich zu erreichen. Leider ebenfalls vergeblich.

Diese Anruferei beim Taxiunternehmen setzte sich von meiner und von Seiten des Mitarbeiters der Hochschule über gnadenlose anderthalb Stunden, also eben bis ca. 20:30 Uhr und somit bis weit nach der eigentlichen Messe-Abfahrt ab 18:00 Uhr fort. Ein Fahrer konnte in diesen ein- bis zweieinhalb Stunden angeblich nicht gefunden werden. Daraus resultierte als Ende vom Lied, dass mein Termin abgesagt werden musste … weil das Taxiunternehmen keinen Wagen geschickt hat! Das ist nicht zu fassen! Sehr unangenehm für mich war aus verschiedenen Gründen, dass sich das eigentliche Ende der Hochschul-Besuche dadurch um einen weiteren Tag verzögerte. Das konnte ich bestenfalls und mit Verlaub nur als absolute Scheiße bezeichnen. Keine Angst: Das ist schon die höfliche Formulierung. Die andere will hoffentlich keiner schriftlich.

Nach Absage des Termins in der Hochschule rief ich sofort nochmal beim Taxiunternehmen an. Wieder gefühlt die magischen 3811 Male musste ich dieses Mal meine lediglich fünfstellige Kundennummer wiederholen, bis sie die dortige Mitarbeiterin endlich verstanden und korrekt ins System eingegeben hatte. Ich weiß nicht, was daran so schwer ist, die Zahlen 1-1-4-5-9 in anders definierter Reihenfolge zu hören und auf einer Tastatur einzutippen. Aus diesen fünf Zahlen wurden Kombinationen wie 55519, 55149, 11594, 54119 etc., nur die korrekte von mir genannte Reihenfolge war für diese Dame offenbar ausgesprochen schwierig zu erfassen. Irgendwann redete sie sich damit heraus, dass sie mich nur schwer verstehen könne. Das passte prima, denn mir war inzwischen sowieso danach, einfach nur noch loszubrüllen. Und das mir, die vom Schreien wirklich gar nichts hält.

Ihn schwer verstehen zu können, behauptete sie auch gegenüber dem Fahrer, der am nächsten Tag bei der Abholung in der Zentrale nachfragte, warum diese Buchung als freie Fahrt an ihn gegangen sei, statt auf Kundennummer, wie ich sie am Vorabend bei eben dieser Mitarbeiterin innerhalb eines Telefonates mit der Absage der vorherigen Fahrt bestellt hatte. Dummerweise saß ich ja bereits im Wagen, hörte das Gespräch mit und stand kurz vor einem mittelschweren Tobsuchtsanfall, als das Procedere mit den verschiedenen Zahlenkombinationen meiner Kundennummer schon wieder losging. Wenn diese Dame einen massiven Hörschaden hat, ist das natürlich bedauerlich. Dann gehört sie aber definitiv nicht in den Telefondienst. Allerdings wird dadurch wohl bestätigt, dass nicht nur 80 Prozent der Fahrer „Pflegefälle“ zu sein scheinen, sondern die gleiche Quote auf die Mitarbeiter in der Zentrale zutreffen könnte. Das dürfte einiges erklären; zu entschuldigen ist es dadurch jedoch keinesfalls.

Nachdem ich die abendliche Fahrt zu dem (vor!)vorletzten Termin beim Taxiunternehmen abgesagt hatte, war ich ziemlich in Fahrt; selbstredend ohne Taxi. Mein Telefonohr glühte und nachdem ich den Hörer gerade aufgelegt hatte, klingelte es an der Tür. Vor dem Haus stand ein Taxi. Hallo?! Doch „schon“ zweieinhalb Stunden nach Beginn der Messeabfahrt und mit anderthalb Stunden Verspätung bei mir. Und das, nachdem zwei Minuten vorher der Termin wegen thematischer und menschlicher Inkompetenz des Taxiunternehmens abgesagt worden war. Nein, ich habe den Hörer der Gegensprechanlage nicht abgenommen. Der Fahrer hätte sich von dem daraus potentiell resultierenden Trommelfellriss vermutlich nie wieder erholt!

*

Ich bin aus verschiedenen Gründen sehr froh, dass ich diese anderthalb Monate dauernde Phase heute endlich abschließen konnte. Länger hätte ich das Theater mit diesem Taxiunternehmen auch nicht mitgemacht. Die Verantwortlichen sollten sich ernsthaft überlegen, ob sie sich weiter auf dem Gebiet der Personenbeförderung bewegen. Tiertransporte scheinen mir da durchaus geeigneter.

Wer für längere Zeit werktägliche Taxi-Fahrten benötigt und sicher gehen will, dass er sich nicht auch noch jeden Tag Sorgen um die Pünktlichkeit der Hin- und Rückfahrten machen muss oder darüber, ob die Fahrten überhaupt stattfinden und falls ja, wie, kann mich gern anmailen (Adresse oben rechts). Ich verrate ihm dann per E-Mail, welches Unternehmen er vorsichtshalber auf gar keinen Fall beauftragen sollte.

Ich selbst wäre dankbar für einen Hinweis, welches tatsächlich zuverlässige Unternehmen oder welchen Einzelfahrer man in solchen Fällen beauftragen kann. Man weiß ja nie, wann man es (nochmal) braucht, nöch?! Kommentare dazu sind sehr willkommen; auch gern direkt von Einzelfahrern! Sie müssen sich ja nicht alle in Hannover und Umland tummeln. Ich denke mal, solche Machenschaften gibt es im Zweifel in jeder Stadt.

Euch allen wünsche ich nun, verbunden mit Glückwünschen zum bewältigten Durchlesen dieses Berichts, eine pünktliche Abfahrt in ein ausgesprochen entspanntes Wochenende! ;o)

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Seit mehr als 30 Jahren ist Krieg ihr Leben. Irgendwie …

Seit fast 20 Jahren begleitet sie mich. Irgendwie …

Ihresgleichen müsste man wohl lange suchen. Eine Journalistin die noch weiß, was investigativer Journalismus wirklich bedeutet und sich an die diesbezüglichen Regeln hält. Immer.

Eine Frau.

Und was für eine …

Antonia Rados

 

Geboren wurde die mehrfache Buchautorin und Politikwissenschaftlerin 1953 in Klagenfurt; studierte in Paris, Salzburg und Bologna. Seit 1979 außenpolitische Redakteurin des Österreichischen Fernsehens und seit 1993 Sonderkorrespondentin Ausland bei RTL. 1995 übernahm sie die Leitung des RTL-Studios in Paris. In Österreich erhielt sie den Pirelli- und den Kritikerpreis. 1991 wurde sie in ihrer Heimat zur „Frau des Jahres“ gewählt. Sie berichtete aus Chile, Südafrika, Rumänien, der arabischen Welt… vom Kosovo- bis hin zum Afghanistan-Krieg… aus nahezu allen Regionen der Welt.

Seit Beginn der kriegerischen Handlungen berichtet Antonia Rados, eine der erfahrensten Krisen- und Kriegsreporterinnen, fast rund um die Uhr live aus … Bagdad.

Rados selbst sieht sich als Pendlerin zwischen der ersten und der dritten Welt. Nicht selten ist das mit sehr vielen Schwierigkeiten und Kompromissen verbunden und – gerade in der islamischen Welt – für eine Frau oftmals mit fast unüberwindlichen Hürden. Damit umzugehen, sich zwar anzupassen aber nicht das Wort verbieten zu lassen, ist eine Form der Berichterstattung die wohl kaum jemand mit so viel Finesse und KnowHow beherrscht wie Rados. Erfahrung ist ihre Art der Vorbereitung. Kaum ein Krisengebiet ist ihr unbekannt. Sie weiß um die Nöte der Menschen und die Skrupellosigkeit mancher Regierungen. Sieht Parallelen und kennt das Weltgeschehen wie ihre Westentasche.

Der Journalist soll informieren, zu Ereignissen „mitnehmen“, Entwicklungen kritisch begleiten, Stellung beziehen und Meinungen äußern. Gerade in Krisensituationen sind diese Grundsätze nicht selten eine sehr verzweigte Kreuzung. Wann darf die eigene Meinung einfließen oder gar überwiegen, wann dürfen nur Fakten präsentiert werden? Und was ist, wenn man Berichte nur auf Spekulationen und Anschein aufbauen kann? Wie ist mit der Tatsache umzugehen, sich einer Zensur beugen zu müssen und was will der Zuschauer überhaupt wissen? Was darf er wissen. Wie viel kann er verkraften?

Rados findet den Weg. Den „goldenen“ Mittelweg, wenn der direkte verbaut ist. Sie lässt die Zuschauer ehrlich und klar deklariert und definiert miterleben, was sie sieht, fühlt, riecht, schmeckt … eben, wie sich die Situation vor Ort tatsächlich darstellt. Der Zuschauer ist live dabei. Erlebt was geschieht und weiß, woran er ist.

„Nur Helden und Idioten haben keine Angst“ ist ein Ausspruch auf den sie sich oft bezieht. Die Lebendigkeit ihrer Berichte schließt Angst ein. Natürlich. Sie scheut sich nicht, auch mal klar zu formulieren „wir wollen hier weg“. Rados hält sich stets vor Augen, dass sie sich freiwillig in Krisengebieten aufhält. Harte Bedingungen schrecken sie nicht. Ihre mittellangen, dunklen Haare wehen ihr ins ungeschminkte Gesicht, wenn sie teils auf und ab wippend und fast schon kindlich gestikulierend, ihre Berichte – mal im Ansatz lächelnd, meist ernst – absetzt. Make-up vermisst sie nicht; Schokolade dafür umso mehr.

Menschlich faszinierend, fachlich kompetent.

Ihre Arbeit bezeichnet sie als befriedigend. Die verschiedenen Facetten der Menschen können sie nicht beängstigen, eher ihre Neugierde stillen. Rados vermittelt mit ihren Berichten Ambiente und Stimmung, Faktenwissen, Hintergründe und stellt Zusammenhänge dar. Und das in jeder Lebenslage. „Wenn jemand Zweifel hat, ob er dieser Situation gewachsen ist, sollte er sich besser nicht für diesen Beruf entscheiden.“ Sie weiß ganz offensichtlich, wovon sie spricht.

Auf die Frage, warum sie sich diesen Beruf ausgesucht hat, antwortete Rados: “Es ist umgekehrt. Der Beruf hat mich einmal gepackt und hält mich fest. Ich kann nichts dagegen tun. Außerdem ist es vielleicht die Gnade eines kurzen Gedächtnis, dass ich immer wieder mit frischer Energie und ohne lähmende Gefühle meine Arbeit verrichten kann. Angst habe ich oft genug. … Außerdem mache ich zwischen den erschütternden ja auch viele schöne Erfahrungen. Ich lerne viele Menschen kennen. Mich interessiert die Welt. Und für mich gibt es keine Alternative.“ Es ist nicht einfach Broterwerb, dem Antonia Rados auf diese Weise nachgeht, es ist mehr: schlicht und einfach ihr Traumberuf.

Rados hat für sich festgestellt, dass sie sich solchen Situationen nach drei Wochen entziehen will, um soz. die Batterien wieder aufzuladen … nachzudenken … eben neue Kraft zu sammeln. Seit Beginn der Eskalation vor ca. sieben Jahren pendelt sie unter anderem zwischen Iran und Irak. Ein Ende ist nicht abzusehen. Vor wenigen Wochen war sie es, die als erste Journalistin aller Zeiten ein persönliches Interview mit dem iranische Präsident Ahmadinedschad führen durfte.

Vor ca. 20 Jahren fing ich an, mich in der sog. Medienlandschaft herum zu tummeln. In dieser Zeit habe ich sehr viele Menschen erlebt … persönlich kennen gelernt. Gerade die Branche des Journalismus hält vieles bereit, was bei näherer Betrachtung dieser Bezeichnung im eigentlichen Sinne nicht gerecht wird. Antonia Rados fiel mir vor 20 Jahren zum ersten Mal auf und meine Begeisterung für ihre Art der Umsetzung des Journalismus hat an keinem einzigen Tag nachgelassen … ganz im Gegenteil.  Ich kann sie nicht immer beneiden, sehrwohl aber jederzeit bewundern.

Gerade im Vergleich zu sehr vielen Kollegen bleibt mir im Hinblick auf sie nur wieder und wieder, den Hut zu ziehen und mit grenzenlosem Respekt ihre Arbeit zu beobachten und anzuerkennen.

Wie gesagt:

Eine Frau.

Und was für eine!

© marmonemi [03/03] / skriptum

[Anm.: Ich hatte den Text erstmalig vor ca. sieben Jahren geschrieben und heute nur leicht modifiziert.]

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Er nun wieder …

Wer wie ich „Anfang 40“ ist (ja, aktuell; nicht seit Jahrzehnten *g), der ist mehr oder weniger mit einigen Künstlern aufgewachsen, die es in Verbindung mit ihren ursprünglichen Combos oder in den seinerzeitigen Stilrichtungen längst nicht mehr gibt. Ob nun Frank Sinatra, der mittlerweile von einer Harfe begleitet wird bzw. recovered von Robbie Williams, oder Tina Turner, die ohne Ike vermutlich um Längen besser klar kommt als zuletzt mit ihm. Supertramp ohne Roger Hodgson (und auch umgekehrt) ist für mich wie eine Uhr ohne Zeiger. Die „Neue Deutsche Welle“ (NDW) bekommt man in Fragmenten nur noch zu hören, wenn ein Radiosender mal sehr gnädig gestimmt ist oder eine Themenwoche durchzieht. Pink Floyd, Barkley James Harvest etc. etc. etc. Diese Reihe könnte endlos fortgesetzt werden.

Und dann gibt es da noch diese Urgesteine, die immer mal wieder auf der sprichwörtlichen Bildfläche auftauchen oder nie weg waren und die man seit 10, 20, 30 Jahren oder noch länger schon am ersten Ton erkennt. Nach wie vor und vermutlich auch die nächsten 10, 20 oder 30 Jahre. Carlos Santana ist da nur ein Beispiel. Rod Stewart, dessen markante Stimme es nie gelang, glaubhaft nachzuahmen … Joe Cocker, für den Gleiches gilt … Kylie Minogue, nach 10jähriger Pause völlig neu erfunden wiederauferstanden … Madonna, ohne Worte … Lionel Richie … Herbert Grönemeyer … Und jemanden wie Howard Carpendale muss man in dem Zusammenhang ja wohl auch nennen.

Letzteres finde ich nicht schlimm, weil ich Musik nicht nach dem Aspekt höre, wem ich damit imponieren kann oder was gerade für oder durch wen auch immer angesagt ist, sondern je nach Lust und Laune. Obgleich meine Howie-Zeiten wirklich Jahrzehnte her sind. Ich schwöre! Aber es gab sie eben auch. Als ich noch ganz klein war … und so ;o) Und ihn gibt es heute noch. Oder wieder. Oder mal wieder. Oder wie auch immer.

Aber so ist es kein Wunder, dass sich in meinem Media Player die unterschiedlichsten Künstler tummeln. Ob nun Restless Heart von Barbra Streisand abgelöst wird oder George Benson und Tom Petty nacheinander spielen, bevor der jazzige Brian Ferry vor Curtis Stigers die Ouvertüre (ja, das Wort schreibt man aktuell tatsächlich mit „ü“! Mal sehen, wie lange) zur Hochzeit des Figaro einleiten, um anschließend Paravotti oder dem Buena Vista Social Club Platz zu machen, bis hin zu Leith Al-Deen und Garth Brooks … Ich höre alles mögliche; je nach Lust und Stimmung. Nur Howie ist nicht (mehr) dabei. Definitiv nicht. *g

Wer mich u. a. seit glatten 30 Jahren immer wieder vom sprichwörtlichen Sockel haut ist ganz klar Marius Müller-Westernhagen! Geboren am 6. Dezember 1948, seit Mitte der 70er Jahre non stopp im Geschäft und auf seine Weise ebenso unverwechselbar wie der eine oder andere Jahrzehnt-Künstler. Eine prächtige Kontinuität, die irgendwie immer wieder neu verpackt den Markt stürmt. Und meinen Kopf. Nach drei Live-Konzerten mit ihm konnte ich einfach nicht mehr fliehen. Und wollte es ehrlich gesagt auch nie. Dass MMW im kommenden Dezember 60 Jahre alt wird, finde ich unglaublich klasse. Er steht mit Stolz zu seinem Alter und damit vor allem zu sich, ist „knackiger“ als so mancher 40jähriger und konsequent in der Inkonsequenz, zukünftig jeder Bühne – dann doch wieder nicht – fernzubleiben. Zum Glück!

Die diversen, klaren Statements in seinen Texten haben mir schon immer sehr gefallen. Zum Beispiel mit der Aussage „Michael Jackson geht mit kleinen Jungs ins Bett und ich kann über’s Wasser geh’n“ definiert er ziemlich klar, was er von den Vorwürfen hält. Möglicherweise „explizit“ für Internetportale jedweder Art hat er in seinem Titel „Daneben“ (Album: „Nahaufnahme“, 2005) die Songzeile

„ Es ist mir ´n Rätsel Megastar
dass du dir in die Hosen scheißt
weil jemand der dich gar nicht kennt
sich über dich sein Maul zerreißt“

kreiert, die mich schon diverse Male laut zum Lachen gebracht hat. Vor allem, wenn manche arme, immer wieder blind um sich schlagende, Seelen durch plötzlich behauptet Einschläge (wo genau?) versuchen, davon abzulenken, dass es sich zwar um einen der sehr seltenen Fälle eigener Urheberschaft handelt, aber sie die Grundlage eben selbst in die Umlaufbahn geschossen haben, um nach Schieflage der Situation plötzlich auf Opfer getrimmt den Eindruck zu erwecken, doch gar nichts getan und dieses auch längst vergessen zu haben. Gleiches könnte bei den Attackierten passiert sein, muss aber nicht. Wer andere durch diskreditierende Behauptungen versucht, in Verruf zu bringen, sollte sich darüber bewusst sein, dass ein kleiner Enterhaken durchaus zum riesigen Bumerang werden kann. Mehrere erst recht. Nicht auszudenken, wie es sich anfühlen muss, wenn sie irgendwann alle gleichzeitig zurückkommen. „Verdammt, verdammt!“ kann ich da nur sagen und frage mich bestenfalls, was es denjenigen bringt. Ob ihnen dabei einer … wie sagt man? „abgeht“? Obwohl … wenn das die einzige Chance dazu ist, kann man es ja fast schon wieder verstehen. Dennoch finde ich es nicht okay, wenn Unbeteiligte darunter leiden müssen. Zum Glück muss man solche Blitzbirnen nicht entlarven; sie tun es erfahrungsgemäß selbst. Man muss ihnen nur genügend Zeit dafür geben.

Ob Westernhagen sich mit obigem Zitat auf solcherlei Machenschaften bezogen hat, weiß ich natürlich nicht. Möglicherweise hat er, möglicherweise nicht. Aber nicht nur möglicherweise hat er recht, dass es solche Charaktere mit Sicherheit nicht wert sind, sie überhaupt zur Kenntnis zu nehmen. Was auch gut funktioniert, solange sie die Ignoranz ihrer Person ertragen. Es muss eben jede/r selbst entscheiden dürfen, wo er mitmachen will und wo nicht. Und wenn er klar zum Ausdruck bringt, an gewissen Personen nicht nur kein Interesse zu haben, sondern alles was von ihnen ausgeht hochgradig lächerlich zu finden, sollte man ihn nicht versuchen, zum Umgang zu nötigen. Das kann nur schief gehen. Auch Westernhagen weiß das offensichtlich und er hat so eine Art, mit solchen Statements umzugehen, die ich bewundernswert finde. Vielleicht liegt es daran, dass er bald 60 Jahre alt wird (obwohl das erfahrungsgemäß keinesfalls eine Garantie für Weisheit ist) und vermutlich nie auf die paradoxe Idee käme, zu behaupten, noch immer „Anfang 40“ zu sein. Es wäre aber auch nicht nur schade, sondern vor allem unsinnig, wenn er ca. 20 Jahre seines Lebens plötzlich leugnen würde. Was wäre mit dem Inhalt dieser 20 Jahre? Nie geschehen? Was für ein Preis … Was für ein Unsinn.

Noch bin ich Anfang 40 und wenn ich Menschen wie Westernhagen sehe, freue ich mich fast darauf, vielleicht irgendwann 60 zu werden. Mit gleichaltrigen Freunden um mich herum, die auch keinen Tag ihrer Leben missen wollen und die sich von der gleichen Musik mitreißen lassen, wie ich. Ob es nun Paul Simon, Peter Maffay, Marshall & Alexander, Simply Red, Ray Charles, Erasure, Sheryl Crow, Simon Estes, Toto, Eric Clapton, Eagles, Poco, Julia Neigel, Chicago, Talk Talk, Supertramp, Nils Landgren oder Westernhagen*** ist (pfiffige Mischung, hm? *g), spielt da eher eine untergeordnete Rolle. Hauptsache, es wird nie langweilig! Eben genauso wie seit Jahrzehnten die Titel von Westernhagen.

© skriptum
[nach Diktat verreist und gezeitstempelt]

*** Nein, die Aufzählung ist nicht vollständig! Die Interpreten so zu mischen, dass es definitiv überhaupt keine Linie mehr ergibt, war allerdings nicht ganz einfach. So durcheinander ist ja nicht einmal mein Media Player. Aber ich … vielleicht … gleich! *verwirrt

;o)

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