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Posts Tagged ‘altes Rathaus’

Im Jahr 1410 begann der Bau eines der eindrucksvollsten Gebäude Hannovers: Dem alten Rathaus. Nach knapp 100 Jahren war es fertig gestellt. Mit solchen Bauzeiten könnte Hannover heutzutage eher nichts mehr reißen. Dafür aber mit dem Erhalt solcher Gebäude. Ende des 19. Jahrhunderts sollte es abgerissen werden, was eine sehr massiv auftretende Bürgerinitiative jedoch zu verhindern wusste. Stattdessen wurde es Dank des Architekten Conrad Wilhelm Hase in den Urzustand um 1500 zurück versetzt.

Nachdem die Stadtverwaltung in das neue Rathaus umgezogen war, wurde das alte Rathaus für kommerzielle Zwecke und das Standesamt umfunktioniert. Eine weitere Sanierung erfolgte Ende des letzten Jahrtausends. Hierbei wurde vor allem der Innenbereich mit Innenhof als Lichthof neu gestaltet. Heutzutage finden sich in diesem Gebäude-Komplex zahlreiche Boutiquen und eine ansprechende Gastronomie. Auch ein Festsaal, sowie Konferenz- und Seminarräume für bis zu 1.000 Personen stehen zur Verfügung.

Auf einer Seite des Gebäudes befindet sich ein Terrakotten-Fries mit 61 Figuren, auf dem die Geschichte Hannovers dargestellt wird. Sehr sehenswert sind auch die gotischen Fialengiebel. Durch ein Bogenfenster ist ein mittelalterliches Volksspiel, das Luderziehen, zu sehen. Zum Schmunzeln bringt die noch heute erhaltene Gerichtslaube (auf dem Foto, das nur einen ganz kleinen Ausschnitt des Gebäudes zeigt, unten links zu sehen). Der Rechtsprecher stand somit vor Wind und Wetter geschützt; das schnöde Volk stand auf dem Platz. An oder in der Gerichtslaube (die Legenden kämpfen noch) soll es auch einen Pranger gegeben haben, so dass das Volk vor längst vergangener Zeit tatsächlich selbst noch „Recht sprechen“ konnte.

Gerichtsbarkeit-SA500095-SW700

Über das „Luderziehen“ muss ich jetzt nochmal ganz in Ruhe nachdenken … ;o)

© skriptum

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Das „Neue Rathaus“ wird oftmals für das alte gehalten. Das alte ist aber noch wesentlich älter, als das neue. Logisch. Das neue Rathaus gehört aus gutem Grund zu den am häufigsten fotografierten Motiven in Hannover. Der Prachtbau wurde vor knapp 100 Jahren im wilhelminischen, eklektizistischen (ausgewählten/zusammengesetzten) Stil gebaut und (!) bar bezahlt, wie der damalige Stadtdirektor Heinrich Tramm an Kaiser Wilhelm II berichtete. Ja, so sindse, die Hannoveraner. Aber Kreditkarten werden hier mittlerweile auch akzeptiert! ;o) Das Rathaus ist auf 6026 Buchenpfählen gebaut, da es Dank der Maschteiche auf sumpfigem Grund steht.

Das nachstehende Foto zeigt die Treppe zu den Verwaltungsräumen in der 38 Meter hohen Empfangshalle. In der Halle befinden sich vier Modelle, die die Entwicklung Hannovers, vor, während und nach dem Krieg sowie heute zeigen. Das Rathaus verfügt über eine Kuppel, die sich in ungefähr 100 Metern Höhe befindet und mit einem Bogen-Fahrstuhl erreicht werden kann, der parabelförmig der Rathaus-Kuppel folgend im 17°-Bogen bzw. ungefähr acht Meter seitwärts über 50 Meter nach oben fährt. Der kürzlich eingebaute, neue Fahrstuhl verfügt zudem über einen Glasboden. Das ist nicht nach Jedermanns Geschmack; deshalb ist die Treppe vermutlich noch in Betrieb. Müßig zu erwähnen, dass es innerhalb Europas nur einen einzigen dieser Fahrstühle gibt. Und wo? Genau: In Hannover, jawoll!

Aufgang-SA500004-SW700

Für Zweifler: Nein, die Fahrstühle im Eiffelturm sind keine Bogen-, sondern Schrägaufzüge; sie wechseln ihre Neigung nicht.

© skriptum

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