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Posts Tagged ‘beten’

 

Manchmal überschlagen sich die Dinge einfach.
Ein Salto folgt dem vorherigen und letztendlich
erinnert alles nur noch an ein wirres Wollknäuel.

Bunt.

Faserig.

Undefinierbar.

Sollte es ein Pullover werden? Oder Socken?
War es ehemals ein kleines Katzenspielzeug,
das die Katze von Welt nun nicht mehr will?

Die Zeit schlägt Purzelbäume und erstarrt.
Gleichzeitig, versteht sich. Denn alles andere
ergäbe keinen Sinn. Nicht einmal wenig.

Wir halten uns an den Händen und beten nicht.
Wir schlagen die Noten nach und singen nicht.
Wir kaufen uns Buntstifte, doch malen wir nicht.

Wozu?

Das fragst Du ernsthaft?

Damit wir den nächsten Salto schlagen.

Gemeinsam. Du verstehst …

Und wenn Du nichts dagegen hast,
darf es ruhig ein Salto mortale sein.

trampolin

^^^ Der holt noch Schwung! ;o) ^^^

 

© skriptum

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Erst wollte ich es aussitzen und die Nacht durch warten. Bei meiner Kemenate handelt es sich immerhin um eine Örtlichkeit, die schrillionenfach bequemer ist, als der Ort, um den es geht. Dann hieß es, dass doch noch mit einigen Stunden Verzögerung zu rechnen ist. Also ging ich erstmal ins Bett. Doch seit dem Aufstehen …

Wie angetackert starre ich auf die Mattscheibe. Eine ‚Geburt’ nach der anderen. Und immer wieder das Starren auf ein kleines Rad. Dreht es? Steht es? Warum steht es? Es soll sich weiter drehen!

Was die Techniker und Rettungskräfte in Chile geleistet haben und noch immer vollbringen, zwingt mir jede Form von Hochachtung ab. Und ich leiste sie sehr freiwillig! Zunächst hieß es, dass sie ihre 33 Kumpel voraussichtlich im Dezember zurück an das Tageslicht holen werden. Nun haben wir gerade einmal Oktober.

Seit heute Morgen um 5:11 Uhr kommt ein Bergmann nach dem anderen zurück an die Erdoberfläche. Pro Mann wird ungefähr eine Stunde benötigt. Der siebte Kumpel ist wieder im Leben und der achte bereits auf dem Weg.

Allzu gläubig im hierzulande klassischen Sinne bin ich ja nun erklärtermaßen nicht. Aber heute ist so ein Tag an dem ich innerlich bete: Dafür, dass sich das Rad, an dem die Rettungskapsel geführt wird, weiter drehen möge. Mindestens bis morgen Nachmittag. Unbedingt, bis auch der letzte Kumpel endlich wieder zu seiner Familie darf. Ohne Unterlass, bis alle Bergleute gerettet sind.

Dreh Dich, Rad! Dreh Dich und hör bloß nicht auf!

~~~

Nachtrag

~~~

Stil-Blüten der Berichterstattung auf n-tv (Sendung bis 15 Uhr):
(Die Namen der beiden Grazien konnte ich leider nicht finden)

„Die Kumpel dürfen nur einen maximalen Bauchumfang von 35 Zentimetern haben.“
– Und die Hüftknochen werden vor Betreten der Rettungskapsel gesprengt, oder was? Mensch, ein Baby hat mehr Bauchumfang!

„… wenn morgen früh der letzte Kumpel gerettet wird.“
– Wenn morgen FRÜH der letzte Kumpel gerettet wird, haben sich zwischenzeitlich mindestens 12 in Luft aufgelöst! Aber vielleicht können sie auch überraschend zaubern oder werden in der Kapsel gestapelt.

„… sind bereits 30 Prozent gerettet, 24 Kumpel warten noch.“
– Nochmal langsam: 9 von 33 sind wie viel Prozent?

„… und sie müssen teilweise [Anm.: in der Kapsel] eine Sauerstoffmaske tragen …“
– Ach, nur teilweise?! Zwischendurch nehmen sie sie ab und rauchen erstmal eine, oder was?

„Diese Rettungsaktion dauert nun fast schon neun Stunden an“
– hieß es kurz vor 15 Uhr. Um 5:11 Uhr wurde der erste Kumpel bereits oben aus der Kapsel geholt. Ganz grob: 15 minus 5 = ???

„Auch das macht dieser Moment vergessen in dem Moment“
– HÄ? Moment mal!

 

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Als ich vorhin unterwegs war, befand ich mich genau in dem Moment in direkter Höhe der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), als sich der Rettungshubschrauber Christoph 4 gerade in die Lüfte erhob.

Es war ein unglaublich schöner und harmonischer Anblick, wie er langsam aufstieg, dann seinen Kopf senkte (oder Po hob?) und anschließend durchstartete. Fast unwirklich, mit welcher anfänglichen Langsamkeit das geschah.

Aber:

Wenn Christoph 4 startet hat das üblicherweise einen Grund. So einen, bei dem den Angehörigen zunächst erstmal nur noch eines bleibt: Beten.

~~~

Ich wohne genau auf der Fluglinie zwischen MHH und Kinderkrankenhaus „Auf der Bult“. Wenn beispielsweise Frühchen zur Welt kommen, die in akuter Gefahr schweben, werden sie sofort „auf die Bult“ geflogen.

Des Nachts kann es durchaus mehrfach passieren, dass ich (sofern mein Schlaf eh schon nicht der dollste ist) vom Überflug geweckt werde. Und wieder ergibt sich Pro und Contra:

Natürlich kann man es als ärgerlich empfinden, mitunter mehrfach durch Fluggeräusche geweckt zu werden. Aber wie begrüßenswert ist es, dass es die Möglichkeit gibt, diese kleinen Würmchen auf schnellstem und kürzestem Wege an einen Ort bringen zu können, an dem sie die besten Chancen haben …

Freud und Leid liegen oftmals wirklich verdammt nah beieinander …

 

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