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Posts Tagged ‘Durst’

 

Glücksbringer

Als Glücksbringer, die man an Silvester verschenkt, gelten: Pfennig/Cent, Kleeblatt, Fliegenpilz, Hufeisen, Schornsteinfeger/Kaminkehrer, Glücksschwein, Marienkäfer mit schwarzen Punkten. Über deren Bedeutungen schreibe ich vielleicht nochmal einem separaten Text. Gut gemeint sind eh alle und Glück bringen sie auch; eben jeder auf seine eigene leise Weise …

Essen

Früher ließ man, als Zeichen für Überfluss und Reichtum, die das neue Jahr bringen sollte, Reste von Silvesterspeisen bis zum Neujahrsmorgen auf dem Tisch stehen. Insbesondere Linsen-, Erbsen-, Bohnen und Möhrensuppe galten als Symbol für Reichtum.

Mit Sauerkraut und Rippchen (wer’s mag) soll am Neujahrstag der Reichtum gelockt werden, in dem sich die Tischgäste soviel Gut und Geld wünschten, wie Fäden Kraut im Topf sind. Voraussetzung ist jedoch, dass man beim Essen richtig zulangt.

Der Karpfen dürfte an Silvester nach wie vor der Renner unter den Tellerauflagen sein. In Tschechien wird dazu traditionell Kartoffelsalat gereicht, der in Deutschland eher an Heiligabend das Kultgericht ist; dann allerdings mit Würstchen, statt mir Karpfen. Aber in Tschechien wird auch nicht zwingend Karpfen, sondern ebenso gern Schnitzel oder Würstchen zum Kartoffelsalat gereicht, und außerdem würzig-scharfe Häppchen, die den richtigen Durst zum Essen machen.

Auch Forelle, Lachs, Aal, Zander, Hummer und Flusskrebse sowie Austern werden immer beliebter. Einen bekannten Grund für den silvestrigen Fischgenuss gibt es nicht. Gemutmaßt wird, dass man nach dem reichhaltigen und meist sehr fettigen Weihnachtsessen (Gans?) zu Silvester lieber etwas kalorienarmer genießen möchte. Wobei nicht jede Fischart zwingend als kalorienarm zu bezeichnen ist und es letztendlich ja auch maßgeblich auf die Zubereitung ankommt.

Immer beliebter werden in Deutschland zu Silvester Essen wie Fondue, Raclette oder auch ein warmes oder kaltes Buffet. Diese Speisen sind besser vorzubereiten und erfordern es nicht, dass mindestens eine Person fast überhaupt nicht zum Essen kommen kann. Außerdem sind sie geselliger, da Zwangs-Ess-Pausen oftmals dringend notwendig sind.

Natürlich dürfen die Krapfen nicht vergessen werden, weil sie die Geister friedlich stimmen. Wozu dann um Mitternacht noch geböllert wird, verstehe ich zwar nicht ganz aber vielleicht sollen sich die Geister erstmal in Sicherheit wiegen, bevor sie abgeschossen werden …

Zum Jahreswechsel sollte man guten Freunden Neujahrsbrote oder Neujahrskuchen als Glücksbringer schenken, damit das „Brot“ im neuen Jahr nichts ausgeht. Außerdem sollen die Beschenkten damit vor Krankheit und Unglück bewahrt werden. Wer es etwas spezieller mag, entscheidet sich für Gebäck, wie zum Beispiel Neujährchen (Waffelhörnchen), Neujahrsringe (Hefekränze mit Rosinen), Neujahrsbrezeln, Neujahrsmännchen, Hefezöpfe, Früchtekuchen, Lebkuchen oder Glückkuchen mit eingebackenen Geldmünzen. Auf letzteres würde ich allerdings vor Verzehr vorsichtshalber hinweisen! Brezeln und Kränze sind geschlossene Formen und verkörpern damit auch noch den Wunsch nach Verbundenheit und Unendlichkeit.

Trinken

Neben den Klassikern wie Sekt, Prosecco und Champagner sowie Glühwein und Feuerzangenbowle, für die es massenweise Rezepte gibt, fand ich auch noch ein Rezept für Schlammbowle. Hierzu nimmt man eine Dose Mandarinen (oder frische, wer lieber selbst schält) oder Pfirsiche oder Sauerkirschen oder Ananas oder Schattenmorellen oder Aprikosen oder alles, einen Liter Orangensaft oder Multivitaminsaft oder Maracujasaft oder alles, zwei Flaschen Bitter-Lemon, eine Flasche roten Sekt oder weißen Sekt oder Rotwein oder alles, ein Kilo Vanille-Eis, einen viertel Liter Bacardi oder Wodka oder Gin oder alles und wer dann noch nicht genug hat, kippt auch noch Kirschsaft, Glühwein oder Blue Curacao oder alles oder nix davon rein. Und wer das dann tatsächlich trinkt, dürfte in der Tat das Bedürfnis haben, sich schnellstmöglich im Schlamm zu suhlen. Ich bleibe dann doch lieber bei den Klassikern und hänge einen Amethyst rein, den ich im Eifer des Gefechts hoffentlich nicht verschlucken werde. Oder doch lieber vorher Vitamin C? 

Und überhaupt …

Was auch immer es für Bräuche, Sitten und manchmal auch Unsitten geben mag, eines dürfte sicher für jeden gelten: Den Silvestertag mit anschließender Nacht zum Neujahr zu feiern bedeutet, mit Altem abzuschließen, sich auf Neues zu konzentrieren; soll also zur Umkehr und zur Besinnung anregen. Und welche Nacht würde besser dafür eignen, unter gewisse Vorgänge einen Schlussstrich zu ziehen, um nochmal ganz neu anzufangen? So begründet sich vermutlich auch der Wunsch „Prosit Neujahr“, der aus dem lateinischen kommt (von „prodere“ oder „prodesse“) und unter’m sprichwörtlichen Strich bedeutet „Möge es gelingen!“. Na, dann:

Also: Prosit Neujahr für alle! Lass uns einen trinken

Und für diejenigen, die noch überlegen, kurzfristig ins Ausland zu flüchten:

Deutsch: Prosit Neujahr
Afgani: Saale Nao Mubbarak
Afrikaans: Gelukkige nuwe jaar
Albanian: Gezuar Vitin e Ri
Arabic: Antum salimoun
Bengali: Shuvo Nabo Barsho
Bulgarian: Chestita Nova Godina
Chinese: Chu Shen Tan
Corsican: Language Pace e Salute
Cymraeg: (Welsh) Blwyddyn Newydd Dda
Czechoslovakia: Scastny Novy Rok
Denish: Godt Nytår
Dutch: GELUKKIG NIEUWJAAR!
Eskimo: Kiortame pivdluaritlo
Estonians: Head uut aastat!
Finnish: Onnellista Uutta Vuotta
French: Bonne Annee
Gaelic: Bliadhna mhath ur
Greek: Kenourios Chronos
Hawaiian: Hauoli Makahiki Hou
Hebrew: L’Shannah Tovah
Hindi: Nahi varsh ka shub kamna
Hungarian: Boldog £j vet k¡v nok!
Indonesian: Selamat Tahun Baru
Iraqi: Sanah Jadidah
Irish: Bliain nua fe mhaise dhuit
Italian: Felice anno nuovo
Kannada: Hosa Varushadha Shubhashayagalu
Kisii: SOMWAKA OMOYIA OMUYA
Khmer: Sua Sdei tfnam tmei
Laotian: Sabai dee pee mai
Nepal: Nawa Barsha ko Shuvakamana
Norwegian: Godt Nyttår
Papua New Guinea: Nupela yia i go long yu
Philippines: Manigong Bagong Taon
Polish: Szczesliwego Nowego Roku
Portuguese: Feliz Ano Novo
Punjabi: Nave sal di mubarak
Romanian: AN NOU FERICIT
Russian: S Novim Godom
Serbo-Croatian: Sretna nova godina
Sindhi: Nayou Saal Mubbarak Hoje
Singhalese: Subha Aluth Awrudhak Vewa
Slovak: A stastlivy Novy Rok
Somali: Iyo Sanad Cusub Oo Fiican!
Spanish: Feliz Ano ~Nuevo
Swahili: Heri Za Mwaka Mpyaº
Swedish: GOTT NYTT ÅR! /Gott nytt år!
Sudanese: Warsa Enggal
Tamil: Eniya Puthandu Nalvazhthukkal
Telegu: Noothana samvatsara shubhakankshalu
Thai: Sawadee Pee Mai
Turkish: Yiliniz Kutlu Olsun
Ukrainian: Shchastlyvoho Novoho Roku
Urdu: Naya Saal Mubbarak Ho
Vietnamese: Chuc Mung Tan Nien

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Langsam neigt sich der Tag dem Ende. Die Steine der Terrasse sind warm. Längst wird das Licht der Sonne dünner und doch wärmt ihre verbleibende Kraft den Boden und alles auf ihm Befindliche.

Es ist schön. Schön, hier draußen zu sitzen. So ruhig. Die Vögel zwitschern und fliegen aufgeregt an mir vorbei. Ich atme durch. Ganz tief. In mir endlich Ruhe. Endlich. Ich habe Kraft für die Nacht. Eine Nacht voller Träume und Sehnsüchte. Eine Nacht voller Erfüllung und Ziele. Voller Erholung von vielem.

Ich bin ruhig. Fast eine Form von Glück macht sich in mir breit. Was man so Glück zu nennen bereit ist… Ich bin bescheiden geworden. Was ist Glück? Inneren Frieden zu finden und ihn zu bewahren? Lachende Kinderstimmen, die spielerisch zu mir rüber schwingen?

Ein nochmaliges Aufflackern der Sonne, bevor ihre letzten Strahlen von vorbei ziehenden Wolken mitgenommen werden. Etwas verschreckt schließe ich die Augen. Ich bin geblendet. Schön geblendet. Wohlig warm. Ich blinzele ihr entgegen. Sie lacht zurück.

Jemand geht am Haus vorbei und zieht etwas hinter sich her. Es macht komische Geräusche auf dem steinernen Fußweg. Ein Lächeln huscht über mein Gesicht. Geräusche von Leben. Ein Mann der weit entfernt hustet und eine Frau die ihre Kinder zum Essen rein ruft.

Ein Ballon fährt am Himmel und die Menschen winken. Ich habe auch mal dort oben gestanden. In einem Ballon. Und gewunken. Es ist schön, die Schwerelosigkeit in dem Treiben dieses Fahrzeugs zu genießen. Anders schön, als im freien Fall mit fast 200 Stundenkilometern vom Himmel zu fallen. Auch das habe ich mehrfach getan. Habe es jederzeit erneut gewollt.

Es ist so lange her…

Sie Sonne geht unter. Es wird ein wenig kühlerer. Ich umarme mich selbst um nicht diesen Platz verlassen zu müssen. Hier zu liegen und mal mit offenen und mal mit geschlossenen Augen das Rauschen der Blätter zu hören ist so schön, wie die Musik, die leise aus dem Wohnzimmer hallt.

Mir wird etwas kalt aber ich bleibe. Die Steine der Terrasse senden noch immer Wärme. Das genügt mir. Ich habe keinen Hunger, keinen Durst. Nur Frieden in mir. Jetzt bloß nicht aufstehen müssen.

Wie lange habe ich darauf gewartet, dass endlich Sommer wird. Ich will ihn nicht verpassen. Diesen Abend. Ganz und gar auskosten. Diese Wärme. Ganz und gar in mich aufnehmen. Genießen. Eine kleine Form von Glück empfinden. Einfach mal an nichts denken. Ruhig werden. Runter fahren. Ich sein und dieses Gefühl festhalten.

Die Seele baumelt. Mein Blick wandert auf das kräftige Grün der umstehenden Bäume. Ein leichter Wind bewegt die Blätter Es scheint, als wären sie auf einer großen Tanzfläche.

Laith Al-Deen beflügelt meine Sinne einmal mehr. Die Sonne kehrt zurück. Ich fühle es auf meiner Haut. Sie kann sich wohl nicht trennen. Ich genieße es und höre Worte, die mir ihre Wärme noch bewusster machen. Mehr als zuvor genießen lassen.

„Tiefer immer tiefer, tauch ich in dich ein.
Kann deine Wärme fühlen, es scheint als wären wir eins nicht zwei.
Weiter immer weiter, saug ich deine Nähe auf,
will mit deinen Sinnen spielen, und lass den Dingen ihren Lauf.
Schneller immer schneller, lösen wir uns los,
ich frag mit Händen statt mir Worten, die Antwort liegt in deinem Schoß.
Höher, immer höher, dein Puls schlägt auf mich ein,
will mich in dir auflösen, ich möchte dir noch näher sein, möchte dir noch näher sein.
Wenn die Seele den Herrn meiner Sinne besiegt,
möchte ich mit dir einsam sein.
Wenn Verstand nur allein der Begierde erliegt,
möcht ich dir noch näher sein.“

Ja, ich will ihr näher sein. Sie fühlen. Sie in mich eindringen lassen. Meinen Körper in ihren Besitz geben. Mich fallen lassen in ihren Strahlen. Ihre Wärme in mich aufsaugen und frei sein. Frei für mich. Frei für Ruhe und Geborgenheit. Friedlich in mir.

Meine Seele fliegt ihr entgegen.

Und mit diesem Frieden…

… schlafe ich ein.

© skriptum

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Dieser Wunsch nach Sonnenlicht
herrscht in den Gedanken.
Spürst du wie die Erde lebt
wenn es sich erst zeigt?

Dieser Durst nach Frühlingsluft
tränkt den Sinn mit Süße.
Fühlst du wie der Atem schreit
wenn sie dich erreicht?

Dieser Hauch von Zärtlichkeit
liegt nun in den Lüften.
Fühlst du wie die Haut gleich bebt
wenn der Frühling kommt?

Diese klitze kleine List
dringt nun in die Menschen.
Und was ist denn schon dabei
wenn man’s Liebe nennt?

© skriptum

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