Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Entfernung’

Kann es sein, dass der kleine, durch Federn und zwei Knopfkulleraugen getarnte, üblich buntgraue Spatz in Wahrheit eine ganz gemeine Ratte ist? Wobei ich zugeben muss, dass es sich auch um die hier vielzählig vertretenen Meisen handeln kann. Eben flog eine Taube vorbei. Die klingt allerdings anders; das zumindest weiß ich sicher. Auch dieses riesige schwarze Geflügel, was auf dem Dach des gegenüber stehenden Hauses sitzt …

(mehr …)

Read Full Post »

Sanft weht der Wind durch meine Gedanken und nimmt den Sand mit sich. Nur die Muscheln verfangen sich in der Unendlichkeit; bilden ein Karree aus Wärme und Licht. Ich sitze am Wasser und beginne zu begreifen, was Ruhe ist. Fische gibt es hier längst nicht mehr. Jedenfalls keine greifbaren. Dafür unglaublich viele Gedankenperlen, die in Form angekommenen Regens meine bloßen Füße umspielen. Das Meer ist friedlich. Es fordert nichts. Statt dessen füllt es meinen Kopf mit Rauschen. Das ist mir ansich bekannt. Nur anders. Bisher. Ganz vorsichtig beginne ich darüber nachzudenken, wie ich diesen Augenblick festhalten könnte. Eine praktikable Antwort will mir jedoch partout nicht einfallen. Also lasse ich es und gebe mich ganz dem nächtlichen Neumond hin, der seine Kraft nur erahnen lässt.

Es ist dunkel. Auch in mir. Eine wohlige Dunkelheit, die nichts Bedrohliches, nur Frieden in sich trägt. Die Hände hinter mir im Sand vergrabend, schließe ich langsam meine Augen. All die Hektik der vergangenen Wochen und Monate ist einer fast nur noch als irreal zu bezeichnenden Ruhe gewichen. Das Glitzern auf den seichten Spitzen des Wassers lädt mich zum Fallenlassen ein in eine Welt, die so ganz anders zu sein scheint als meine eigentliche. Ist es das, was den besonderen Reiz solcher Momente ausmacht? Oder ist es eine ursprüngliche Normalität, die gegen den längst als normal akzeptierten Alltagsstress kaum noch eine Chance hat? Es sind diese kleinen Momente, die mir das Leben immer wieder lebenswert erscheinen lassen.

Deine Blicke auf meiner Haut sind warm und fordernd. Das Gefühl des Beobachtetwerdens reizt nicht nur mich. Du weißt nicht, dass ich Dich längst bemerkt habe. Die Entfernung zwischen uns ist nur räumlich. Ich fühle Dich. Auch wenn Du noch meterweit von mir entfernt bist. Langsam stehe ich auf und gehe ein paar Schritte. Nur bis zu den Felsen. Zu weit will ich von diesem Ort nicht weg. Viel zu fesselnd ist die Stille, die längst verloren schien. Ich trete in eine zerbrochene Muschel und ein bittersüßes Lächeln umspielt meine Gedanken. Der Sand färbt sich rot doch mein Fuß schmerzt nicht. Das Wasser kühlt und reinigt. Mehr will ich nicht. Der warme Wind spielt mit meinen Haaren, die sich bei diesem eigentlich gar nicht vorhandenen Licht wie goldene Fäden um meinen Körper schmiegen. Die Felsen sind angenehm kühl und meine Haut fügt sich in die von der Natur gespülten Formen ein.

Die Entscheidung, ob ich meine Augen schließen oder geöffnet halten soll, verschiebe ich auf später. Der Duft des Wassers und sein Rauschen nimmt mich in Besitz. Du kommst leise näher und siehst mich schweigend an. Die kühle Flasche in Deinem Arm und die beiden Gläser, von denen Du mir eines zwinkernd reichst, ist die perfekte Ergänzung der Vollkommenheit dieser Situation. Kleine Perlen, die sich den Weg an die Oberfläche bahnen, sind wie Sterne auf unseren Gemütern. Schweigend kommen wir uns näher und die Hitze der bisherigen Nacht lässt uns erneut miteinander verschmelzen. Wortlos, um den Moment nicht zu zerstören. Tief dringen nicht nur die Blicke unserer Augen in uns ein. Und die Sehnsüchte zweier Seelen verschmelzen ineinander wie der sanfte Wind, der prickelnd durch meine Gedanken rauscht, um sich spielerisch den Weg ins Meer der Gefühle zu bahnen.

Angekommen.

© skriptum

Read Full Post »

Sie tippselt ahnungslos mit einem leichten Hauch zwischen Ermüdung nach getaner Arbeit und Verzweiflung auf ihrem Blog dahin und ich? Fühle mich vom Schlag getroffen. Ja, vom Schlag!

Ein mittelschneller Run in meine Küche bestätigt meine spontanen Befürchtungen: Ich habe sie, sie braucht sie. Nein, sie braucht sie nicht einfach nur, sie will sie!

Nun ist Hannover – Chemnitz keine Entfernung, die man schnell mal zu Fuß zurücklegt, um einfach spontan und grinsend zu klingeln und zu sagen „Da!“. Außerdem wird es im Moment sehr früh dunkel. Was ist, wenn ich mich verlaufe?

Klar, ich könnte bei geschätzten 2000 Zuckerstreuseln so eine Art Fährte legen, wie bei Hänsel und Gretel mit Brot. Aber bei ca. 360 Kilometern, also sozusagen 360.000 Metern, komme ich entweder sowieso nie an (verlaufen = siehe oben), oder kann nur alle 180 Meter einen Streusel fallen lassen. In Anbetracht der Größe (oder Kleine?) eines jeden darf ich wohl davon ausgehen, dass ich ihn bei der jeweiligen Entfernung nie wieder finden würde.

Natürlich könnte ich die Zuckerstreusel mit Schokoflocken mischen. Aber wie genau kann man Schokoflocken auf winterlich dunklem Boden bei Nacht sehen? Genau! Und mehr als 2000 sind das sicher auch nicht. Womit allerdings der Schnitt immerhin auf „alle 90 Meter eins“ verkürzt werden könnte.

Dann habe ich noch diese holländischen Fruchtstreusel. Ich gehe einfach mal davon aus, dass das auch 2000 Stück sind. Das wären dann alle 45 Meter. Immer noch zu weit. Hmm … Ah! Erdnussraspeln habe ich auch noch und geschrädderte Mandeln. Und Krokantsplitter. Nochmal 6000. Damit könnte ich schon alle 5,625 Meter eins fallen lassen.

Nun gut. Mein Wohnzimmer hat eine Länge von sechs Metern. Ich habe es ausprobiert und festgestellt: Geht nicht. Wenn ich an der Tür stehe und versuche, den vorher vor der Fensterfront abgelegten Streusel (egal von welcher Sorte) zu sehen, kann ich ihn nicht einmal ahnen. Und das bei voller Beleuchtung.

Jetzt bleibt nur noch das Mischen mit Reis. Basmati, Milch- und Sushireis habe ich hier. Jeweils geschätzte 2000 Stück, dann könnte ich alle 0,703125 Meter bzw. ca. 70 Zentimeter ein Teil fallen lassen. Wenn ich Pech hätte, könnte ich die Schokostreusel allerdings trotzdem nur bestenfalls ahnen. Wobei natürlich eine potentielle Verlaufstrecke von maximal 1,5 Metern noch zu ertragen ist. Ich müsste nur darauf achten, dass ich niemals zwei Schokostreusel direkt hintereinander fallen lasse.

Boah, bei Hänsel und Gretel wirkte das irgendwie einfacher. Aber das ist ja nicht alles. Denn das größte Problem ist: Wenn ich endlich bei ihr angekommen bin, kann ich zwar klingeln, sogar grinsen, aber die Nummer mit dem „Da!“ funktioniert nur recht spärlich. Denn was soll ich ihr geben, wenn ich auf dem Weg zu ihr sämtliche meiner Vorräte quer durch Deutschland verteilt habe? Und was ist, wenn irgendein Witzbold auf die Idee kommt, hinter mir herzuräumen und den ganzen Kram einfach einzusammeln. Möglicherweise sogar aufzuessen?

Ne, ich glaube, das lasse ich lieber.

Liebe Paradalis, nimm einfach diese hier

streusel-700350-b

und nächstes Jahr meldest Du diesbezügliche Bedürfnisse einfach etwas eher an, oder klapperst etwas früher die umliegenden Geschäfte der nahe liegenden Städte ab, ja? Das wäre super! Ich hätte ein wesentlich ruhigeres Leben. Ja, das hätte ich!

;o)

Read Full Post »

« Newer Posts - Older Posts »