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Posts Tagged ‘Gaben’

Ob es sich bei den beiden tatsächlich jemals um Freunde handelte, lasse ich lieber dahingestellt. Fakt ist, dass mich Machstedanngleich und Guckstedannmal permanent begleiten. Im Grunde weiß ich schon, dass es nix wird, wenn einer von beiden oder sogar beide gemeinsam auftauchen.

Leider ziehen sie mich manchmal voll in ihren Bann. Da lese ich auf einem Blog einen tollen Beitrag, den ich unbedingt kommentieren möchte. Doch während ich noch denke „machstedanngleich“, klicke ich das Fenster schon wieder weg, weil irgendwas erst noch dringend erledigt werden muss.

Ach ja: Erstnoch … das ist auch so ein Mistkerl! Manchmal habe ich den Eindruck, dass er „guckstedannmal“ und „machstedanngleich“ auf mich angesetzt hat. Ich könnte wetten, dass es eigentlich Erstnoch ist, der die Fäden im Hintergrund zieht. Beweisen kann ich das natürlich nicht.

Wenn es hart auf hart kommt, wird es mitunter noch schlimmer. Sofern ich lediglich Zeit habe, die Überschrift Eurer Beiträge zu lesen, kommt Guckstedannmal ins Spiel. Mein guter Vorsatz ist da, ich schwöre es. Aber Guckstedannmal im Zusammenspiel mit Erstnoch … ich bitte Euch! Was soll ich denn machen?

Besonders hart war es in den letzten Wochen des alten Jahres. So oft habe ich daran gedacht, dass ich weihnachtliche Grüße an einige von Euch verschicken möchte. Weihnachtskarten und die eine oder andere Kleinigkeit hatte ich längst besorgt. Weihnachten kam immer näher und ich dachte jeden Tag mindestens einmal „machstedanngleich“.

Vermutlich hat sich Erstnoch jedes Mal kaputt gelacht. Dann trudelten fast täglich so liebevoll gestaltete Grüße und Gaben von Euch bei mir ein, dass mein schlechtes Gewissen immer präsenter wurde. Also nahm ich mir fest vor, es Guckstedannmal und Machstedanngleich zu zeigen. Aber Erstnoch war immer schneller und machte mir einen fetten Strich durch die Planung.

Weihnachten war vorüber und ich hatte keinen einzigen Gruß verschickt. Jetzt schämte ich mich echt und nahm mir felsenfest vor, die drei aus meinem Leben zu schmeißen, damit ich wenigstens zum Jahreswechsel noch ein paar Grüße versende. Und? Wie viele von Euch haben von mir einen Gruß „zwischen den Tagen“ bekommen? Genau. Und es tut mir furchtbar leid!

Ich brauche hier dringend Verstärkung! Einer von Euch muss mir bitte Guckstedannmal abnehmen. Dann brauche ich noch jemanden, der mir Machstedanngleich von den Hacken hält. Für Erstnoch müssen vermutlich zwei von Euch ran, den schafft keiner alleine. Denn Erstnoch ist stark, sehr stark! Also am besten zwei starke Männer oder Frauen mit Ringer-Lizenz und ohne Skrupel vor Gewalt.

Und? Gibt es Freiwillige?

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Ja, die Zeiten ändern sich.

Früher, ach früher …

… war es so, dass das Internet, Foren und Blogs, einen kleinen Teil der Freizeitgestaltung ausgemacht haben. Es sollte einfach Spaß machen und ein wenig zusätzliche Abwechslung in den Alltag bringen. Heutzutage beschleicht mich immer häufiger der Eindruck, dass einige gar nichts anderes mehr haben, als ihre Rappelkiste. Jeder Mist wird sofort proklamiert.

… war es so, dass man Menschen, die man nicht mochte, einfach links liegen ließ. Heute muss man es sie auf allen Wegen wissen lassen. Bei anderen, die nicht schnell genug auf einen Baum kommen, wird hinterrücks Überzeugungsarbeit geleistet, WIE scheiße derjenige doch ist. Wie viel unglaublich unsinnige Arbeit wegen jemandem, den man doch angeblich doof findet …

… war es so, dass man an Aktionen, die das eigene Interesse nicht berührten, einfach nicht teilgenommen hat. Heute muss man lang und breit erklären, wie blöd man das und alle die es tun findet. Dass man selbst allerdings genau das tut, was man bei anderen ach so blöd findet, ist okay. Das Knallen kommt übrigens möglicherweise vom Schuss ins eigene Knie.

… war es so, dass man sich einfach gefreut hat, wenn ein kleines Geschenk oder ein privater Gruß in der Post war. Man bedankte sich beim Schenker und gut war’s. Heute muss man groß und breit plakatieren, wer einem wann und warum was geschickt hat; bitte unbedingt mit Foto! Die ganze Welt muss schließlich wissen, wie sehr man sich darüber demonstrativ freut.

… war es so, dass man es einfach getan hat, wenn man jemandem mit einer Aufmerksamkeit eine Freude bereiten wollte. Heute muss man auf seinem Blog wochenlang zelebrieren, wie anstrengend die Vorbereitungen sind und wie viel (doch wohl freiwillige?!) Arbeit und Zeit darin steckt. Womit sich der Kreis zum vorherigen Punkt wieder schließt.

… war es so, dass man einfach auf Toilette ging, wenn man diesen Drang verspürte, oder andere – rein private Angelegenheiten – eben für sich erledigte. Heute muss man es vorher öffentlich ankündigen und den genauen Verlauf beschreiben. Nicht vergessend, irgendwelche Auffälligkeiten genau zu definieren. Vorzugsweise natürlich auch hier mit Foto.

… war es so, dass es niemandem aufgefallen ist, wenn bei schönerem Wetter die Aktivitäten im Internet stark eingeschränkt wurden. Heutzutage wird gemotzt, geschmollt und mit Blogschließung gedroht, nur weil an herrlichen Sommertagen die Klicks oder Kommentarzahlen zurückgehen. Wenn einem sowas den Tag versaut, dürfte wohl irgendwas vollkommen falsch laufen.

… war es so, dass gegenseitige Akzeptanz selbstverständlich war. Wenn man jemanden ablehnte, war das so. Deshalb musste nicht die ganze Welt diese Ablehnung teilen. Mit Sympathie verhielt es sich genauso. Heutzutage begibt man sich mitunter auf verdammt dünnes Eis, wenn man jemanden mag (und das auch zeigt), den andere Blogger doof finden. Und umgekehrt.

… war es so, dass man unliebsame Beiträge einfach weggeklickt hat. Heute muss man sie studieren und anderenorts samt Verfasser in der Luft zerreißen, statt einfach sein Missfallen direkt unter dem Beitrag mittels Kommentar kundzutun oder die Finger still zu halten. (Ob ich die Kommentare hinter diesem Beitrag sperren sollte? *g).

… war es so, dass Menschen, die andere ständig provoziert und hinterrücks gehetzt haben, bestenfalls ausgelacht wurden, wenn sie aufgrund des schärfer werdenden Gegenwindes losheulten. Heutzutage finden solche Wesen durch geheuchelte Integrität sogar eine kleine Schar von Anhängern, die allerdings üblicherweise sowieso ihre Fähnchen in jeden Wind hängen. Und diejenige, die am lautesten nach Offenheit und Ehrlichkeit krähen, agieren selbst mit geschlossenem Visier.

… war es so, dass man sich sein Urteil durch mindestens zweiseitige Informationen gebildet hat und frühestens anschließend urteilte oder die Konsequenzen zog. Heutzutage werden Menschen bereits abgeurteilt, ohne dass sie überhaupt Stellung beziehen konnten. Die Ankläger müssen nur infam, perfide und laut genug krähen, damit ein Ahnungsloser zum Schuldigen wird.

… war es so, dass Menschen sich sinnvoller beschäftigen konnten, als permanent Aufzeichnung über anderer zu sichern. Es wurde nicht jahrelang protokolliert, wer wann mit wem was über wen gesagt, gemacht oder geschrieben hat. Klardaten waren vertraulich und blieben es. Geschehnisse, die mehr als ein paar Monate her waren, galten als veraltet. Heutzutage muss man damit rechnen, dass sogar Jahrzehnt alte Äußerungen über irgendeinen Fliegenschiss als Beweis für irgendwas herangezogen und ohne Hintergrundwissen bewertet werden. Nicht vergessend, sich über Kamele aufzuregen, die gerade gewachsenes Gras wieder wegfressen. Die Sta‘Si scheint gegen einige Internet-Protokollanten echt ein kleiner Scheißdreck gewesen zu sein!

… war es so, dass man sein Wort öffentlich führen konnte, u. a. weil Fairness noch groß geschrieben wurde. Wer heutzutage mit seiner Hetze öffentlich nicht mehr weiter kommt, schließt die Öffentlichkeit aus und lädt sich sein Gefolge auf den geschützten Blog. Nicht berücksichtigend, dass die Möglichkeit der Weiterleitung aller Aufwiegelungen an die Verunglimpften mit jedem weiteren Teilnehmer wächst.

… war es so, dass es Menschlichkeit und Miteinander gab. Vor allem, wenn jemand Schwächen zeigte. Heute muss derjenige damit rechnen, dass Schwächen bei nächster Gelegenheit ausgeschlachtet werden. Begriffe wie Anstand, Moral, Höflichkeit und Meinungsfreiheit bleiben dabei völlig auf der Strecke, werden überstrapaziert oder nur für sich in Anspruch genommen.

… war es so, dass man technische Möglichkeiten nutzen konnte, wie man es selbst für sinnvoll erachtet hat. Heutzutage muss man sich rechtfertigen, wenn man beispielsweise alle Kommentare vor Veröffentlichung sehen möchte, um beispielsweise dem hirnlosen Gequatsche von braunen Würstchen und sonstigem Pöbel keine Chance zu geben.

~

Mich irritiert das etwas. Denn wenn ich jemanden doof finde, lasse ich ihn nach wie vor links (wahlweise auch mal rechts oder sonst wo) liegen; zumindest solange er/sie mich lässt. Beiträge, die (oder deren Verfasser) mich nicht interessieren, klicke ich weg oder meide sie vornehmlich ganz. Ich unterlasse Aktivitäten kommentarlos, zu denen ich keine Lust habe und genieße Post und Geschenke als das was sie sind: Private Gaben. Auf gleichem Wege bedanke ich mich üblicherweise auch. Ausnahmen mögen mitunter diese Regel bestätigen.

Wenn ich etwas verschenken möchte, tue ich es einfach, ohne dem Beschenkten bereits im Vorfeld ein schlechtes Gewissen wegen meiner vielen Mühen zu machen. Informationen über mein Privatleben, die die Welt nicht braucht, behalte ich für mich. Auch überlege ich sehr genau, was ich bereit bin, „der Welt“ auf meinen Blogs über mich mitzuteilen. Nur wer mich privat kennt, hat tatsächliche Informationen über mich. Zu dem, was ich öffentlich schreibe, kann ich jederzeit Auge in Auge stehen.

Ich lebe mein Privatleben real und das Bloggen spielt darin zu maximal fünf Prozent eine Rolle; oftmals noch weniger. Nur der Umfang an Bloggerei im Internet, der mich bereichert, ist freiwillig Teil meines Privatlebens. Wenn das Wetter schön ist, fällt es mir kaum auf, wenn auf meinen beiden Blogs weniger „Traffic“ herrscht, weil ich selbst nicht online bin. Wenn doch, freue ich mich, dass es außer mir noch weitere Menschen gibt, die das reale Leben dem Internet vorziehen.

Sympathie und Antipathie pflege ich unabhängig vom „Mainstream“. Wenn ich jemanden mag oder ablehne, ist es mir egal, ob andere genauso empfinden. Nichtmögen muss ich nicht täglich thematisieren; in meinem Leben gibt es Schöneres. Auch ist es mir egal, ob andere meine Einstellung teilen. Bei einigen scheinen Überzeugungen sowieso flexibler zu sein, als Windsäcke. Blogger, die sich (vermeintlich geschützt/hinterrücks) über mich oder mir nahe stehende Blogger das Maul zerreißen, möchte ich auf meinen Blogs nicht mehr sehen. Anfragen, wo ihre Kommentare geblieben sind, erübrigen sich dem entsprechend.

Wenn jemand mir gegenüber über Abwesende herziehen will, bin ich dafür ein denkbar schlechtes Publikum. Üblicherweise bedienen sich solche Charaktere immer gleicher Machenschaften und ziehen stets denjenigen durch den Dreck, der gerade abwesend ist. Wenn ich nur einseitige Informationen habe, bilde ich mir daraus kein Urteil. Das kann nur falsch, bestenfalls unvollständig sein. Und wer mir nicht mit offenem Visier begegnen kann oder will, sollte nicht mich, sondern den Mondschein wählen.

Wenn ich Informationen über jemanden habe, behandele ich diese grundsätzlich vertraulich. Also genau so, wie ich es im umgekehrten Fall ebenfalls erwarte. Ich habe genügend eigenes Leben, als dass ich mich über Freud und Leid anderer Menschen wichtig oder interessant machen müsste. Privat ist privat und bleibt privat. Gleiches gilt für Persönliches.

Wenn ich etwas über jemanden zu sagen habe, kann ich das offen tun und muss mich dazu nicht verstecken. Auf Menschen, die bereits am Boden liegen, trampele ich nicht noch herum. Entweder versuche ich sie zu stützen oder ich lasse sie in Ruhe. Rechte, die ich für mich in Anspruch nehme, gestehe ich anderen genauso zu. Wenn jemand entscheidet, die ihm zur Verfügung stehenden, technischen Möglichkeiten zu nutzen, ist das für mich eine Tatsache, keine Diskussionseröffnung.

~

Tja, alles in allem muss ich feststellen: „Irgendwas stimmt nicht mit Hasi“ … Ob es gegen Fossilität etwas von Ratioschmarrn gibt?

 

 

;o)

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Es begab sich zu einer Zeit, … (4)

… in der ich auf unterschiedlichste Weisen mit sog. Promis zu tun hatte. Es handelt sich sowohl um Erlebnisse direkt mit den Promis, als auch um entsprechende Rahmen.

Achtung: Lang, aber (hoffentlich) lesenswert! ;)

Wegen Gianna Nanini

habe ich noch heute etwas gemischte Gefühle. Während ich für einen weltweit bekannten Magazin- und Filmverlag arbeitete, vermieteten wir die riesigen Studios, die seinerzeit über die größte und modernste Lichtanlage Europas verfügten, an diverse Unternehmen und Künstler. Eines Tages hatten wir das durchaus bemerkenswerte Vergnügen mit Gianna Nanini. Die Frau ist ein Quirl, den wohl keiner stoppen kann. Dass ein einziger Mensch dermaßen viel Energie in sich tragen kann, hätte ich bis dahin nicht geglaubt. Die Frau schläft nicht, isst nicht, trinkt nicht und macht scheinbar auch sonst nichts, was andere Menschen schon zur reinen Lebenserhaltung benötigen.

Gianna arbeitet. Ausschließlich. Das ist einerseits lobenswert, andererseits überfordert es jedoch ab einem bestimmten Punkt ihr Umfeld. Die Crew stand regelmäßig kurz vor dem nächsten Nervenzusammenbruch. Gianna ließ sich davon jedoch nicht irritieren. Ich weiß nicht einmal, ob sie es überhaupt mitbekam. Aber dann passierte doch etwas, das sie zunächst stoppte: Gianna sprang von der Bühne, kam blöd auf und zog sich einen Trümmerbruch des Fußes samt Fußgelenks zu. Das steckt selbst eine Gianna Nanini nicht einfach so weg. Ein Kollege fuhr sie sofort ins Krankenhaus, wo sie notärztlich versorgt wurde. Ihre Crew dachte, dass sie nun erstmal Feierabend machen könnten. Immerhin ging es mal wieder deutlich auf Mitternacht zu.

Die Crew verstaute das Equipment, packte die Klamotten ein und gönnte sich noch in Ruhe ein paar Snacks und Getränke. Letzteres war ein klarer Fehler: Frau Nanini stand knapp zwei Stunden später mit eingegipstem Fuß/Gelenk im Tor und fragte vollkommen irritiert, was los sei und warum ihre Crew nicht auf der Bühne war. Die fassungslosen Blicke der Mitarbeiter werde ich nie vergessen. Ergänzen möchte ich jedoch, dass Gianna über wahnsinnig viel Humor verfügt und diesen ebenfalls non stop verbreitet. Ein paar Tage und Nächte mit ihr strapazieren die Lachmuskeln für Jahre. Und die LP, auf deren Cover sie nebst gesamter Band unterschrieben hat, halte ich noch heute in Ehren. Auch wenn ich längst keinen Plattenspieler mehr habe.

Während die Bee Gees

durch Deutschland tourten, arbeitete ich häufig auf Veranstaltungen als Ordnerin. Gerade beim Einlass werden immer Frauen gebraucht, damit die Gästinnen sich nicht damit herausreden können, dass sie sich von einem männlichen Ordner bspw. nicht abtasten lassen. Das kann ich allerdings durchaus verstehen. Dennoch: Je größer die Veranstaltung ist, desto wichtiger sind diese Kontrollen. Ich mag nicht einmal im Ansatz aufzählen, was wir da teilweise einkassieren mussten. Glasflaschen und Stock-Regenschirme lassen sich bei open Air-Veranstaltungen noch logisch erklären. Bei so einigen anderen Gegenständen verweigert mein Gehirn jedoch die Arbeit beim Versuch der Vorstellung, wozu das wohl eingesetzt worden wäre, wenn wir es nicht gefunden und konfisziert hätten. An diesem Tag regnete es wie aus Kübeln und wir waren bis auf die Haut durch.

Im Gegensatz zu den Konzertbesuchern konnten wir keine Schirme aufspannen. Und Cheffe hatte nicht für große Standschirme gesorgt, unter denen wir ein wenig Schutz gefunden hätten. Nachdem der Einlass beendet war, „durfte“ ich noch in den so genannten „Affenkäfig“. Dabei handelt es sich um den Bereich, der direkt vor der Bühne noch einmal abgesperrt ist. Je nach Größe dürfen da noch wenige Hundert oder Tausend Gäste rein. Die Absperrung soll verhindern, dass der Druck auf die Bühne durch Gedränge zu massiv wird. Der Affenkäfig selbst ist innen nochmal umstellt mit Ordnern, deren Aufgabe es ist, darauf zu achten, dass niemand über die Absperrung in den Affenkäfig klettert. Außerdem werden beispielsweise Konzertbesucher, deren Kreislauf schlapp macht, nach vorn weitergereicht und in diesen Bereich verbracht. Von dort geht es dann ins Sani-Zelt.

Ich stand direkt vorn an die Bühne gelehnt. Die Bee Gees kamen und ich muss gestehen, dass ich den Augenkontakt sehr genossen habe. Allerdings nicht lange. Denn durch den Umstand, dass ich, wie gesagt, bis auf die Haut durchnässt war und bereits seit Stunden keine Minute mehr gesessen hatte, machte ich selbst nach wenigen Wimpernaufschlägen schlapp und wurde ins Sani-Zelt gebracht. Der Sanitäter prüfte zunächst, ob ich alkoholisiert war, was natürlich mit Ergebnis Null ausging. Da es noch ruhig war, setzte er sich zu mir und hätschelte mich ein wenig. Plötzlich sah er mich an und meinte sinngemäß: „Weißt Du was? Ich finde Dein Timing echt scheiße!“ Das fand ich allerdings auch. Stundenlang harrte ich aus und ließ mich durchregnen. In dem Moment, als die Bee Gees endlich auf die Bühne kamen und ich ihnen fast hautnah war, fiel ich um. So extrem habe ich auf Promis sonst wirklich nie reagiert! ;o)

Boney M.

habe ich auch in sehr lebhafter Erinnerung. Während einer weiteren Tagesveranstaltung gehörten sie zum Bühnenprogramm. Glücklicherweise hatte ich vorwiegend mit Thomas Pemberton zu tun. Er war seinerzeit der Manager der Gruppe und Ehemann von Liz Mitchell. Thomas ist ein richtig feiner Kerl; sehr umgänglich, höflich und aufmerksam. Das was den Mädels an Ruhe und Bodenständigkeit fehlte, lieferte er. Der Auftritt war perfekt und da er am späten Nachmittag stattfand, hatte sich die Combo von uns ebenfalls Hotelzimmer reservieren lassen. Als wir nachts ins Hotel kamen, füllten wir mit Mitarbeitern und Künstlern fast den gesamten Speisesaal. Wie bereits im vorherigen Teil dieser kleinen Serie unnötiger Weise erwähnt, waren wir allesamt reichlich abgeschossen. Essen, möglichst kein dummes Gequatsche und Bett waren ausreichend für die weitere Gestaltung der Nacht.

Das Essen kam und fast alle griffen müde aber glücklich über die sehr gelungene Veranstaltung zu ihren Bestecken. Wer jetzt allerdings denkt, dass wir einfach essen durften, der irrt. Eines der Mädels von Boney M. (nicht Liz!) stand auf und bat nachdrücklich um Ruhe und unsere Aufmerksamkeit. Sie vermittelte mit knappen Worten, dass wir noch nicht essen dürfen und uns alle erst beim „Herrn“ für die Gaben zu bedanken haben; sie würde nun ein Gebet sprechen. Die ungläubigen Blicke aller anderen Anwesenden brauche ich vermutlich nicht zu beschreiben. Thomas reagierte geistesgegenwärtig, schnappte sich die Dame und ging mit ihr raus. Ich weiß nicht, was die beiden draußen gemacht haben und will es auch nicht wissen. Vermutlich gebetet. Jedenfalls konnten wir endlich in Ruhe essen und dann ab ins Bett!

Martin Kind

ist mir ein absolutes Rätsel. Da der Sender, bei dem ich seinerzeit arbeitete, Anteile an Hannover 96 hat(te?), kam Kind häufig ins Funkhaus. Er ist ausgesprochen höflich und dabei niemals aufgesetzt. Er scheint es wirklich ehrlich zu meinen, wenn er einen anlächelt und einen guten Tag wünscht. Dabei spielt es für ihn absolut keine Rolle, ob er ein Mitglied des Vorstandes oder die Empfangssekretärin vor sich hat. Ich habe ihn generell als sehr nett, aufmerksam und mit offenem Blick erlebt. Und dennoch ist er mir aus für mich unerklärlichen Gründen unangenehm. Das ist mal ein Promi, den ich überhaupt nicht einordnen kann. Es spräche theoretisch nichts dagegen, mit ihm einfach mal einen Kaffee trinken zu gehen. Aber lieber würde ich für den Rest meines Lebens auf Kaffee verzichten und ich habe keine Ahnung warum!

Eine unglaublich rührende Überraschung

erlebte ich Anfang/Mitte der 90er Jahre, als ich wegen meines damaligen Lebensgefährten auf zahlreichen Sechs Tage-Rennen zu Gast war. Er selbst moderiert(e?) das Rennen in Bremen aber natürlich sahen wir uns auch mal in anderen Städten die dortigen „Macharten“ an. Irgendwann verschlug es uns aus diesem Grund nach Köln. Die dortigen 6-Days liefen weitgehend in dem uns bereits bekannten Rahmen ab. Wir saßen auf der Tribüne und hatten einen ausgezeichneten Blick auf die Rennbahn und den Innenraum. Im Letzteren finden sich sowohl die Fahrer, als auch zahlreiche VIPs und gut zahlende Gäste ein.

Den Rummel brauchten wir in Köln allerdings nicht. Wir wollten einfach nur das Rennen und die Organisation ansehen. Während der 6-Days ist man permanenter Beschallung ausgesetzt. Die Moderatoren brüllen gegen den Lärm aus der Halle an und versuchen noch zusätzlich, das Publikum anzuheizen. Wer über empfindliche Ohren verfügt, sollte sich also von dieserlei Veranstaltungen lieber fern halten. Denjenigen, die in dem Punkt unempfindlicher sind und Lust auf eine Menge Spaß haben, sei jedoch das nächste Sechs Tage-Rennen wärmstens empfohlen. Vor allem das übliche Rahmenprogramm! ;)

Als wir nun so auf der Tribüne saßen und marginal Teil des Geschehens waren, wurde es aus uns nicht erkennbarem Grund plötzlich immer ruhiger. Wer 6-Days jemals erlebt hat, der weiß, dass dann irgendwas nicht mit rechten Dingen zugeht oder etwas Überraschendes passiert. In diesem Fall war es das Letztere. Im Innenraum entstand immer mehr Gewusel. Köpfe reckten sich wortlos und bald war ein Punkt erreicht, an dem man in dieser riesigen Halle und trotz Tausender Menschen eine Stecknadel hätte fallen hören können.

Das erste was ich sah war ein gelber Pullunder. Und in ihm steckte Hans-Dietrich Genscher. Als er vollends zu sehen war, brandete in dieser Halle ein Applaus auf, den ich persönlich bis dahin niemals irgendwo erlebt hatte. Die Besucher brüllten und pfiffen vor Begeisterung und kriegten sich gar nicht mehr ein. Noch heute ist H-D Genscher für mich einer der größten und tatsächlichen Politiker. Einer der sehr wenigen. Und mich hatte sein damaliger Auftritt, offensichtlich wie Tausende weiterer Gäste, eiskalt erwischt und vollkommen umgehauen. Es war sehr ergreifend und emotional. In dem Moment wäre ich dann doch gern, wie sonst immer, im Innenraum gewesen! ;)

Als sich die Backstreet Boys

in unserem Sender die Ehre gaben, bildete ich zu der Zeit eine Auszubildende aus. Ich hatte die Phase der Aufregung, wenn sich irgendwo ein Promi sehen ließ, längst hinter mir. Meine Auszubildende nicht. Sie hörte, dass die Backstreet Boys in den Sender kommen würden und bekam fast einen Herzinfarkt. Bettelnd guckte sie mich an und fragte, ob sie in die Redaktion gehen dürfe, um die Jungs zu sehen. Klar durfte sie. Ich fand das ziemlich süß und fragte mich, ob ich früher wohl auch so euphorisch war. Ich glaube nicht aber selbst fällt einem sowas auch nicht auf. Sie ging und es dauerte ewig, bis sie zurückkam.

Als sie kam setzte sie sich schweigend an ihren Schreibtisch und brach in Tränen aus. Ich befürchtete schon, dass einer der Jungs tot umgefallen sei oder sich ein ähnliches Drama abgespielt habe. Aber nein: Meine Auszubildende war einfach nur nervlich fix und fertig. „Ich habe die Backstreet Boys gesehen“ brachte sie gerade noch schluchzend heraus und verfiel dann in dumpfes Brüten. Für den Rest der Woche war sie nicht mehr zu gebrauchen. Aus Achtung vor ihr lachte ich nicht laut los gestehe jedoch, dass sich meine Fußnägel hoch und runter rollten. In dem Moment hoffte ich inständig, dass ich nie so war! ;)

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Das war es jetzt aber wirklich. Voraussichtlich! ;) Außerdem ist sowieso jeder von uns auf seine Weise ein Promi. Die meisten im Positiven, wenige konstant im Negativen. Was soll’s also?! ;o)

Ich hoffe, Ihr hattet Spaß an dieser kleinen Serie!

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Hier gibt es nochmal zum Nachlesen hintereinander weg alle Teile!

 

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