Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Glas’

*

… dass da noch das Rathaus steht:

*

*

Sonst würde es wohl ganz schön „bumm!“ machen, was?! ;o)

Ich wünsche Euch ein absolut einbruchfreies Wochenende!

*

Read Full Post »

 

zum Biertrinker werden:

 

 

Prost, lieber Paps, und alle(s) Liebe zum Vatertag! *drüx

 ~~~

Natürlich wünsche ich allen Vätern und den dazu gehörigen Müttern zum heutigen Vatertag alles Gute!

~~~

P.S. Entschuldigt, dass ich mich seit einiger Zeit dermaßen rar mache. Machen mache ich es allerdings nicht, es ist so. Leben eben. Andere Prioritäten und all das Zeux. Aber es kommen wohl auch wieder andere Zeiten.

P.S.2 Eigentlich ist ja der heutige Tag so ein Kirchending. Aber nachdem ich das da gelesen habe, bleibt mir glatt die Spucke weg. Ich dachte doch echt, dass es sich inzwischen bis in die letzten zivilisierten Winkel herumgesprochen hat, dass Homosexualität keine Krankheit ist. Wie man sich doch irren kann … Oder ist Himmelfahrt sowas wie ein zweiter 1. April?

 

Read Full Post »

Dieses Dröhnen in mir

 

Ich wiege den Cognac-Schwenker in meiner Hand und stehe am Fenster. Es wird dunkel und ich bin froh, diesen Tag überstanden zu haben. „Hauptsache er ist vorbei“ geht es mir durch den Kopf als ich den Mond schemenhaft sehe, wie er langsam hinter einem Haus hervor kommt und Frieden verspricht. Ich nippe am Glas und fühle, wie sich der Schluck meinen Hals hinab seinen Weg in meinen ungefüllten Magen bahnt. Die Dämmerung beruhigt mich, wirkt wie ein Schutz gegen das Böse der Welt.

Das Glas auf den Esstisch stellend verlasse ich den Raum, streife mir meine Kleidung vom Körper und genieße eine heiße Dusche. Meine Art, etwas Unangenehmes von mir abzuspülen. Je unangenehmer das Ereignis desto länger die Dusche. Das heiße Wasser auf meiner Haut tut mir gut, gibt mir neue Kraft, wärmt mich und lässt mich für ein paar Minuten die Welt um mich herum vergessen. Aus dem Wohnzimmer höre ich Laith Al-Deen, wie er versichert „Ich will nur wissen“. Ja, ich wollte auch nur wissen …

Seit zwei Wochen hatte ich mich vor diesem Termin gefürchtet. In den letzten Tagen überkamen mich wieder und wieder Fieberschübe, die ich mit grippalem Schnickschnack abtat, um möglichst normal bei meiner selbst definierten Tagesordnung zu bleiben. Und doch nahm ich es zum Anlass, sie vor mich hin leugnend als möglichen Grund zu nehmen, den Termin im INI [*] abzusagen. Obgleich ich mir durchaus im Klaren darüber war, dass ich letztendlich nicht umhin kam, mich der Untersuchung zu stellen.

Mit Sonne begrüßte mich dieser Tag und versprach schön zu werden. Doch nicht jedes Versprechen wird gehalten. Ich zitterte, als ich den ersten Becher Kaffee trinken wollte. Mit „nur zu wenig Schlaf“ versuchte ich, mich zu beruhigen. Versuchte, die Unruhe in mir zu besänftigen. Ich zog mich an und ließ die Lederjacke an der Garderobe hängen. Das Thermometer zeigte 21 °C. Ein übergehängter Pulli würde sicher reichen. Ich nahm meine Tasche, in der sich von Mal zu Mal mehr Röntgen-Aufnahmen sammeln, und fuhr los. Zunächst zu meiner Hausärztin, um mir eine Überweisung zum Neurologen zu holen, bei dem ich dann für heute die Überweisung ins INI bekam. Ab drei Arztpraxen pro Tag verlässt mich die Motivation; reagiere ich allein schon auf die Erwähnung von „Arzt“ allergisch.

Der Weg ins INI war wie das Bewegen in Luft leerem Raum. Jeder Schritt wie mit Blei an den Füßen. Mein Gang war geduckt und ich versuchte, mich aufzurichten, was nicht gelang. „Kopf hoch“ war ein Befehl, den ich an diesem Tag trotz ständiger Wiederholung schlicht verweigerte. Beim Betreten des Instituts quälte ich mir ein möglichst freundliches „Guten Tag“ heraus, als ich den Empfangsbereich passierte. „Im Gebäude: 1. Etage rechts (MR 2 ausgeschildert)“ entnahm ich zum wiederholten Male der Wegbeschreibung. Idiotensicher. Eigentlich. Ich verlief mich trotzdem. Eine Schwester wies mir den Weg und ich meldete mich an.

Mal wieder ein Fragebogen, den ich auszufüllen hatte. Mal wieder eine Erklärung unterschreibend, dass ich mit allem einverstanden bin, obgleich ich im Voraus gar nicht wissen konnte, was genau passieren würde. Den Hinweis wortlos zur Kenntnis nehmend, alle am und im Körper befindlichen Metallteile vor der Untersuchung unbedingt abzulegen. Sollte ich mir mein rechtes Handgelenk nun aufschneiden, um das darin befindliche Implantat zu entfernen? Ich sollte nicht.

Nach endlos wirkendem Warten wurde ich aufgerufen. Eine kleine Zelle sollte ich hinter mir verschließen und mich für die Untersuchung vorbereiten. Die Anweisungen der Schwester rauschten mehr oder weniger an mir vorbei. Dann schloss sie zunächst die Tür, um mir Zeit zu geben. Ich agierte mechanisch und mein Herz schlug bis in die Schädeldecke. Gedankenlos legte ich meinen Schmuck ab und entfernte meine Haarspange und alle sonstigen Metallteile, die dem Ergebnis hinderlich hätten sein können. Die Tür öffnete sich wieder und ich wurde in den Untersuchungsraum gebeten. Grußlos ging ich an dem mit dem Rücken zu mir sitzenden Arzt vorbei, was eigentlich so gar nicht meine Art ist. Immerhin begab ich mich gleich, wenn auch nur elektronisch, in seine Hände.

„Bitte nehmen sie hier Platz und legen sie sich dann so hin“ hörte ich die Schwester gestikulierend sagen, die mich sogleich auf der Trage fixierte. Ab jetzt war jeder Gedanke an Flucht aussichtslos. Mein Kopf wurde festgebunden, Schläuche und sonstiges über meinen Körper gelegt. Routine. Für die Schwester; nicht für mich. Ich fühlte mich gefangen und vollkommen ausgeliefert; bekam Kopfhörer auf, die meine Ohren jedoch nur vor dem gleich beginnenden Lärm schützen sollten. Ich mag mir nicht ausmalen, wie laut es ohne sie gewesen wäre. Die Ankündigung, mir Kontrastmittel zu spritzen, versuchte ich sofort ängstlich wegzudiskutieren. Sie lächelte nur. Die Schwester lächelte eigentlich die ganze Zeit. Sie war sehr freundlich, was mir jedoch erst hinterher wirklich bewusst wurde. Ebenso wie die friedliche Freundlichkeit des Arztes, der zu mir kam, um mich zu begrüßen und sich zu erkundigen, was vorgefallen war. Er erinnerte mich optisch an meinen Steuerberater.

Die Schwester drückte mir einen Ball in die Hand, der an einem Kabel hing und dazu dienen sollte, dass ich mich bemerkbar machen konnte, wenn mich irgendwas während der Untersuchung beunruhigte. Mich beunruhigte dieses gesamte Procedere! Dennoch wurde ich die Röhre geschoben. Die Schwester verließ den Raum. „Sie hat es vergessen“ triumphierte ich gedanklich zu früh, an das angedrohte Kontrastmittel denkend. Aber Schwestern und Ärzte vergessen nichts. Die Untersuchung begann. Ein unglaubliches Pochen, Dröhnen, Schlagen und Brummen erreichte mein Gehör. Ich fühlte mich, als stünde ich in einer Techno-Diskothek direkt zwischen zwei voll aufgedrehten Boxen. Alles vibrierte um mich herum. Platzangst hatte ich nicht und doch kam es mir vor, als wenn sich die Röhre zuziehen würde. Der blaue Streifen längst der Röhre kam auf mich zu, wurde breiter und schmaler, verschwamm und war doch wieder ganz klar zu erkennen. Die Geräusche nahmen mich in ihren Besitz. Ich blinzelte mit den Augen, um klarer sehen zu können. Wozu eigentlich? Verpasste ich optisch etwas? Nein, sicher nicht.

Die Geräusche änderten sich. Zwischendurch gab es Ruhephasen. Wobei Ruhe ein durchaus dehnbarer Begriff ist. Es war nur ruhiger als sonst. Sonst nichts. Nach ca. 15 Minuten verstummte alles. Es wurde totenstill. Durch die Kopfhörer hörte ich, dass jemand den Raum betrat. Die Schwester. Sie kündigte an, mich nun herauszufahren und ich solle mich nicht erschrecken. Halb außerhalb der Röhre und halb in ihr liegend fühlte ich, wie sie meinen linken Arm freilegte. „Sie hat es doch nicht vergessen“ durchfuhr es mich und blitzartig verkrampften sich 173 Zentimeter Mensch zu einem Klumpen aus purer Angst. „Kann sein, dass es jetzt brennt“ hörte ich sie entfernt sagen. Ja, das tat es. Und wie! Sie drückte den Arm mit einem Band ab und legte ihn mir auf den Bauch.

Dann wurde ich erneut in die Röhre gefahren und das Szenario wiederholte sich. Dieses Mal mit einem Brennen in meinem Körper, dass sich mehr und mehr verteilte. Dieses Gefühl der Wehrlosigkeit machte mich jedoch noch viel verrückter. Mein Auge begann zu jucken. Aber durch das Gitter über meinem Kopf konnte ich es nicht erreichen. Dann fühlte ich, wie mein Magen anfing zu knurren. Wann hatte ich zuletzt etwas gegessen? Getrunken? Ich wusste es nicht mehr. Meine Nase wurde kälter und kälter. Auch sie konnte ich nicht wärmen. Die Geräusche wurden lauter. Unerträglicher. Es schien kein Ende zu nehmen und doch war es irgendwann vorbei. Ich durfte aufstehen. Das Druckband von meinem Arm wurde entfernt. Mechanisch verließ ich den Untersuchungsraum, um zurück in meine Zelle zu gehen. Ich zog mich an, brachte Schmuck und Haarband an ihre ursprünglichen Positionen und ging zurück in den Wartebereich.

Am Fenster stehend sah ich über die Stadt. Die Dämmerung kündigte sich vorsichtig an. Wo war die Sonne geblieben? Die Zeit stand und wartete darauf, irgendwie zu vergehen. Irgendwann hörte ich weit entfernt meinen Namen und ging erneut los. Ein riesiges Zimmer mit großen Lichtwänden. Drei Plakate auf denen das Innenleben meines Kopfes in Scheiben zu sehen war. Erklärungen des Arztes suchten das zusammengesetzte dessen, was dort an der Wand hing. Ich nickte immer wieder, lächelte freundlich und fühlte mich unbeschreiblich klein. Ein warmes Händeschütteln, ein „Danke!“ was ich mich entfernt sagen hörte und kurz darauf verließ ich das Institut mit einem großen Umschlag unter meinem Arm.

Den Gedanken daran, anschließend noch einzukaufen, begrub ich endgültig. Alles was ich nun noch wollte war, nach Hause zu kommen. Ein Taxi zu rufen hielt ich in Anbetracht der Möglichkeit, einen gesprächsbedürftigen Taxifahrer zu erwischen, nicht für sinnvoll. Also ging ich zur Bushaltestelle und wartete. Die Aufnahmen unter meinem Arm wogen Tonnen. Es war kalt. Mir war kalt. Bitter kalt! Ich zitterte schon wieder. Oder immer noch? Mein Magen machte sich erneut bemerkbar. Weder zum Essen noch zum Trinken hatte ich etwas bei mir. Nur Zigaretten. Ich frickelte eine aus meiner Tasche und steckte sie, entgegen meiner sonstigen Ablehnung, auf der Straße zu rauchen, an. Der Rauch schmeckte bitter. Flash? Nein, purer Brechreiz. Ich schmiss sie weg und wartete weiter auf den Bus. Die Aufnahmen unter meinem Arm wurden schwerer. Ich zitterte noch mehr. Wo verdammt nochmal war die Sonne geblieben?

Der Bus kam. Ich stieg ein und suchte mir einen Platz am Fenster. Das Licht im Fahrzeug ließ mich mein Spiegelbild durch das dunkler werdende Äußere erkennen. Ich erschrak. Konnte es sein, dass ich heute um 10 Jahre gealtert war? Mein Blick streifte durch den Bus. Irgendjemand hatte vor die Tür gekotzt. Es war mir egal. Ich roch es nicht. Nach einigen Haltestellen stieg ich aus und schlich nach Hause. Warum hatte ich meine Lederjacke nicht angezogen? In meiner Wohnung war es etwas wärmer. Ich streifte Tasche und Pulli ab, ließ die Schuhe mitten im Weg stehen, schmiss den Umschlag mit den neuen und allen bisherigen Aufnahmen einzelner meiner Körperteile auf die Couch und goss mir auf nüchternen Magen einen Cognac ein. Das Thermometer zeigte 20 °C.

© marmonemi [10/2005] / skriptum

[*] Gehirnzentrum / „International Neuroscience Institute“, Link: INI
Klinik + Forschungseinrichtung der Medizinischen Hochschule Hannover

Read Full Post »

 

~~~

… und zöge ich auch barfuß meine Runden,
auf Glas, zerbrochen meinen Weg pflasternd,
so träumte ich mich doch lautlos in die Stille,
auf dass meine Gedanken Freiheit fänden …

~~~

Read Full Post »

 

> Alle Teile im Überblick <

Den ganzen Tag goss es bereits in Strömen. Ihre Angst vor Gewitter hatte Anni nie überwinden können. Sie hatte gnadenlose Stunden im Job hinter sich und war froh, nun endlich nach Hause fahren zu können. Der Regen hatte noch immer nicht nachgelassen, als sie bereits im Dunkeln die Straße betrat. Anni wollte sich ein Taxi heran rufen aber bei dem Wetter war das völlig illusorisch. Sie hasste Regenschirme. Also ging sie mit fliegenden Schritten die paar Meter zur U-Bahn. Als sie dort angekommen war, gab es jedoch nichts mehr an ihr, was man als trocken hätte bezeichnen können. 

Anni stieg in die Bahn und überstand die Zeit bis zur Ankunft an ihrer Haltestelle mit der Lektüre ihrer Tageszeitung. Die Fahrt dauerte nur 15 Minuten und doch hatte sie Mühe, die Augen offen zu halten. Völlig abgeschossen vom Tag trieb sie nur noch der Gedanke an ein heißes Bad, ein Glas Rotwein und ihr Bett. Eigentlich war längst Frühling aber bei diesem Wetter fiel es schwer, das zu glauben. Ihr war eher nach Glühwein und dem Knistern von Kaminfeuer. 

Endlich fuhr die Bahn in ihre Haltestelle ein. Anni verließ den Zug und eilte, so gut das in ihren total durchnässten Pumps noch ging, nach Hause. Der Regen prasselte auf sie nieder. Bei jedem Donnern fuhr sie vor Schreck zusammen. Ihre langen Haare hingen klitschnass in ihr Gesicht und klebten auf ihrer Lederjacke. Es war egal. Gleich würde sie ein heißes Bad nehmen und es sich gut gehen lassen. 

Sie sah bereits die letzte Kurve. Mit wenigen hundert Metern würde sie ihr Haus in dieser sonst so ruhigen und trotz der noch so gar nicht frühlingshaften Jahreszeit schon grünen Wohnanlage erreicht haben. Unvermutet hörte sie das Quietschen von Reifen und fühlte einen dumpfen Aufprall. Sie fiel zu Boden und schlug mit dem Kopf hart auf den Asphalt. Dann wurde es dunkel. 

Plötzlich fühlte sie, wie jemand eine Decke über sie breitete und hörte die leise aber hektisch fluchende Stimme eines ihr unbekannten Mannes. Es konnten nur wenige Augenblicke vergangen sein. Sie rappelte sich auf. Wollte nur nach Hause. Doch ihre Beine versagten und die Stimme forderte sie zum Liegenbleiben auf. Ihr Kopf blutete stark und der Regen spülte ihr die rötliche Flüssigkeit in die Augen. So schloss sie sie wieder und versuchte, ihre Kräfte zu sammeln. 

Anni versuchte erneut aufzustehen. Doch fast schon unsanft drückten sie zwei starke Arme zurück auf den nassen Asphalt. „Ich will nach Hause“ hörte sie ihre eigene Stimme wie aus einer anderen Welt leise sagen. „Sie sind verletzt. Ich habe sie angefahren. Sie können so nicht nach Hause gehen. Ich kümmere mich um sie.“ drang diese männliche Stimme an ihr Ohr. „Sie haben sich offensichtlich schon genug um mich gekümmert. Mehr verkrafte ich nicht. Bitte lassen sie mich jetzt gehen.“ bettelte sie nun schon fast. 

Seine warmen Hände umfassten ihren Kopf und hoben ihn behutsam an. Er kniete neben ihr auf der Straße und beugte sich mit seinem Gesicht nah über das ihre. „Es tut mir leid! Ich hatte sie nicht gesehen. Der Regen … sie wissen ja selbst. Und ehe ich bremsen konnte hatte ich sie erwischt. Bitte gestatten sie, dass ich sie mit zu mir nehme. Ich kümmere mich um sie. So kann ich sie unmöglich nach Hause gehen lassen.“ flüsterte er, während er sich ihre Kopfverletzung ansah. Noch bevor sie die nächsten Worte formen konnte hob er sie vorsichtig hoch, setzte sie auf den Beifahrersitz seines Wagens und fuhr los. 

– Fortsetzung folgt – 

© marmonemi [04/03] / skriptum

Read Full Post »

 

Dienstag.
 
 



Das war’s dann eigentlich auch schon. Halt, stop: Es hätte natürlich auch November sein können. Oder Juli, aber das war ein ganz anderes Thema. Der November jedenfalls, der voll bis halb im Auge des Betrachters brütete, um möglicherweise irgendwann als Skorpion zu returnieren, machte es sich unglaublich frech bequem. Freiwillig und desolat. Nicht zu verwechseln mit devot, was ja bekanntlich nichts damit zu tun hat. Zumindest wenn es das Andere ist. Sofern es das Eine wäre, würde sich die Situation jedoch abrupt ändern. Letzteres soll ja bekanntlich beruhigende Wirkung haben, was der Katze im Schlafrock allerdings relativ egal war, da sie längst keine Zähne mehr hatte. Ihre Krallen bohrte sie vorzugsweise in diese Kissen aus Plüsch, die am Rande des Wahnsinns fein drappiert darauf warteten, auf den Mond geschossen zu werden. Ohne Krallen natürlich.

Vollkornbrot war gerade aus. Der Apotheker hatte aber sowieso längst die Kanzlei verbarrikadiert, um das Kaninchen in den Hut zu schmeißen, bevor er seiner Liebsten die Stöckelschuhe absägte. Die Absätze brauchte er, um sich drauf zu setzen, bis der Wind sich beruhigt hatte. Ob das weh tut? Nein, das Sitzen nicht. Der Gedanke daran schon. Was allerdings nichts auslöste, das man als besonders hätte einstufen können. Es war eben so. Wie so vieles andere auch. Aber das wissen ja sowieso alle. Bis hin zu den Geiern, die vor Lachen vom Mast gesprungen waren, als das schwarze kleine Auto voll gegen einen Baum raste und die Reifen wegflogen. In jede Himmelsrichtung einer. Alles andere hätte sowieso keinen Sinn gemacht, da die wirren Wuschelköpfe sowieso immer das letzte Wort einforderten. Das Dach blieb übrigens liegen. Reglos.

Tja, was noch?





Eigentlich nichts. Oder doch, Moment: Da war ja noch der Zirkus in der Stadt, der, seit dem er seine Pforten zu Gattern umfunktioniert hatte, die Gäste zu Gruppen á 7,9 Beinen ins Portal des Grand Hotels am Ende der Straße trieb. Die Bar war sowieso immer übervoll, so dass die paar mehr Finger, die sich langsam in Richtung Flaschen bohrten, keine entscheidende Rolle spielten. Die Musik war viel zu laut und Tante Else schon wieder besoffen vom vielen Vermouth. Billiger Fusel um Kopf schnell Macke zu machen. Else war’s recht. Kassandra stand lauernd in der Ecke, um Elses Glas zu fangen, sobald diese vom Stuhl fiel. Kassandra, nicht Else. Wie jeden Abend: Lauern, fallen, fangen. Anschließend natürlich austrinken, abwaschen, polieren. Das Zurückstellen ins Regal übernahm meist einer der Gäste. Wortlos natürlich, ohne nähere Wegbeschreibung.

Nichts Neues also zwischen den hölzernen Hochstühlen und der veredelten Bretterwand. Nur die Klofrau gähnte heute auffallend breit. Aktuell allerdings ohne Besen zwischen den viel zu vielen Zähnen, die ihr etwas Vampir-haftes gaben. Der Schraubenzieher war auch invakant, so dass ihr nur übrig blieb, die Strümpfe hochzuziehen und laut „Carrramba“ zu brüllen. Schon rollte das Trinkgeld. Dummerweise unter die Toiletten, die als Hochspüler tiefgestapelt an der Wand klebten. Die Betonung liegt hier natürlich auf „klebten“. Das wusste die Queen of wastes ganz genau. Dennoch kümmerte es sie nicht. Die Strümpfe rutschten erneut und sie kam in Wallung Richtung Ausgang. Ohne Gewänder natürlich. Die blieben an der Türklinke hängen und unterhielten sich fortan mit dem Klopapier. Schwarz, blickdicht, handfest. Das Klopapier natürlich. Die Gewänder waren grün. Giftgrün. Wie immer.

Was bleibt ist …





… die Spannung auf Donnerstag. Oder Samstag. Was letztendlich jedoch egal ist, da beide Tage nicht im Dezember liegen. Im Februar wäre das natürlich etwas anderes aber darum geht es hier nicht. Außerdem flogen die Elefanten nach wie vor durch die U-Bahn. Die Kassiererinnen schaffen es einfach nicht, sich ihrer habhaft zu machen, um das Gemüseregal etwas aufzupeppen. So eine U-Bahn am Rande der Radischen machte sich bekanntlich immer gut. Man müsste nur die Langnasen ablenken, was der Marktschreier übernehmen würde. Zwar nur, wenn man ihm dafür die Absolution erteilte, aber das wäre schon durchzusetzen. Oder zu legen, wenn es nun gar nicht anders gehen sollte. Spätestens wenn der Sonntag endlich vorbei ist. Im April, versteht sich. Jeder andere Mittwoch wäre schlicht inakzeptabel.

Aber bleiben wir zunächst einmal bei Dienstag:

© skriptum

Read Full Post »

Dieses Meisterstück der Schreinerei, das er auf einem der Flohmärkte seiner Gegend gefunden und spontan gekauft hatte, obwohl sein Geld weder vorne noch hinten reichte, hatte er sich nach größten Verhandlungs-Bemühungen nach Hause liefern lassen. Die Ausmaße von mehr als drei mal einem Meter in fast schwarzem Holz konnte er natürlich nicht mit seinem Sportwagen nachhause transportieren. Ganz davon zu schweigen, dass er ein solches Format nicht alleine in seine Wohnung hätte schleppen können.

Der Tisch machte sich in dem langen Flur seiner Wohnung ausnehmend gut. Er bot Platz für mindestens 10 Personen. Die Transportkosten mitgerechnet war das Prunkstück letztendlich alles andere als ein Schnäppchen aber die Größe hatte es ihm einfach angetan. Nun müsste er sich nie wieder Gedanken darüber machen, wo er seinen Gästen einen Platz anbieten könnte. Besuch hatte er zwar ewig nicht mehr gehabt aber das würde sich bestimmt bald ändern. Schließlich war er verabredet. Endlich, nachdem er monatelang vergeblich versucht hatte, jemanden persönlich kennenzulernen.
(mehr …)

Read Full Post »

Older Posts »