Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Grundlage’

 

Sich von etwas angesprochen zu fühlen bedingt,

selbst die Grundlage dafür geschaffen zu haben,

mit Äußerungen wirklich gemeint sein zu können.

 

Werbeanzeigen

Read Full Post »

 

Ich wollte es eigentlich in eine Geschichte verpacken aber ehrlich gesagt ist es mir die Mühe nicht wert. Das Verpacken sollte auch nicht zum Verschleiern dienen, sondern nur dazu, es netter lesen zu können. Aber „nett“ ist ja sowieso relativ.

Dieser Tage wundere ich mich mal wieder darüber, wie man einen Begriff wie „Meinungsfreiheit“ so dermaßen an der Schnur vorbei aufhängen kann. Wer des Lesens im direkten Zusammenhang mit dem Verstehen mächtig ist, sollte an Artikel 5, Absatz 1 des Grundgesetztes vorbei zu Absatz 2 kommen. Dort ist klar definiert, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung seine „Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze“ findet. Wer es genauer wissen möchte, scrolle zum Ende dieses Textes; dort ist der gesamte Artikel 5 GG zitiert. Das ist aber nur die schnöde Theorie. Und wie funktioniert dieser Kram mit freier Meinungsäußerung in der Praxis? Im Grunde ganz einfach: Man stelle sich einen alten Spruch vor und beherzige ihn. Schon klappt’s! Der Spruch lautet:

„Was du nicht willst, dass man dir tu’,
das füg’ auch keinem anderen zu.“

[Tobit 4,15 EU Lutherbibel von 1545]

Eine vielleicht etwas lebensnahere Definition lautet:

Die Freiheit der eigenen Meinung endet exakt an dem Punkt, an dem man mit der eigenen Meinung die Meinung eines anderen Menschen einzuschränken beginnt.

Aber gehen wir ruhig einmal etwas mehr ins beispielhafte Detail: Oftmals fängt es schon damit an, dass jemand zitiert aber nicht genannt wird, und das nur zum Zwecke der Bloßstellung. Im Zeitalter von Google & Guttenberg sollte jedem Idioten, selbst wenn er gestern erst vom Baum gefallen ist, klar sein, dass es üblicherweise nur weniger Klick bedarf, um mit dem exakten Wortlaut Quellen zu finden. Wenn ich jemanden ungenannt wörtlich zitiere ist das für sich genommen schon ein potentieller Straftatbestand. Wenn sich derjenige, auf die Nicht-Nennung angesprochen, damit herauszureden versucht, dass er niemanden bloßstellen wollte, ist das wohlwollend betrachtet eine ganz besondere Form der Höflichkeit. Dergestalt, dass der Behauptende damit das Niveau seiner bis dato erreichten Intelligenz selbst bekannt gibt. Siehe erneut: Google & Guttenberg. Als naiv dürfte es hingegen zu bezeichnen sein, wenn jemand annimmt, dass er ein Recht für sich in Anspruch nehmen kann, ohne dass sich daraus automatisch eine Pflicht ergibt. In diesem Fall ist es beispielsweise die Pflicht, den anderen in seiner Ehre nicht zu missachten, auch wenn dessen Meinung nicht genehm ist.

Verunglimpfe ich einen anderen Menschen durch Herabwürdigen seiner Äußerungen sowie Hinzufügen meiner Interpretation und propagandierenden Meinung, nennt man das beispielsweise Beleidigung. Fließen in eine solche Darstellung auch noch Mutmaßungen über die Motive des Zitierten ein, die bestenfalls als Unterstellungen gewertet werden können aber als Tatsachen verkauft werden, handelt es sich zum Beispiel um üble Nachrede. Denn über die Motive eines Schreibers dürften im Internet die wenigsten Lesenden tatsächlich informiert sein. Insofern kennt der Zitierende die Motive des Zitierten zwar nicht, stellt aber dennoch Behauptungen darüber auf. Allerdings können solche Machenschaften schon eher an Diffamie grenzen. Hat der Zitierende sogar Kenntnis darüber, dass das, was er über einen anderen Menschen behauptet, nicht den Tatsachen entspricht, sind wir bei der Verleumdung angekommen. Aber schon die Folgen des bloßen Verbreitens von sog. Schmähschriften sind im Strafgesetzbuch klar geregelt.

Es ist relativ leicht und vor allem schnell möglich, in Artikel 5 des Grundgesetzes von Absatz 1 zu Absatz 2 zu gelangen. Also vom Recht der freien Meinungsäußerung zu Kenntnis der Schranken dieses Rechts. Den meisten Menschen gelingt das schon durch das ganz einfache Lesen des Textes. Manche schaffen es allerdings in einer nur noch als bemerkenswert (die Wertung positiv/negativ überlasse ich der geneigten Leserschaft) zu definierenden Rasanz, innerhalb eines Blogbeitrages bezüglich des 14. Abschnitts (ab § 185) eine Art „Best of StGB“ aufzustellen. Sie zerfleddern die frei geäußerte Meinung eines anderen in einer Art und Weise, die im Rahmen üblicher Strafverfolgung möglicherweise noch viel zu harmlos geahndet wäre. Konfrontiert mit ihren Boshaftigkeiten krähen sie wie alte bayerische Waschweiber* nach ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung. Also genau nach dem Recht, das sie einem anderen Menschen durch ihr eigenes Handeln Schwarz auf Weiß komplett abgesprochen haben. Das nenne ich doch mal eine hieb- und stichfeste, ordentliche Kritik- und Erkenntnis-Resistenz!

Beispielsweise Herr M. Abu Minyar al-Gaddafi demonstriert derartige Machenschaften gerade in unerträglich anschaulicher Weise und in einem der dunkelsten Abschnitte deutscher Geschichte gab es sowas auch schon einmal. Einer Wiederholung oder eines Imports bedarf es m. E. nicht. Das ist jedoch nur meine subjektive und somit unerhebliche Meinung. Was jedoch meist ausgerechnet diejenigen, die am vehementesten auf ihre eigenen Meinungsfreiheit bestehen, zu vergessen scheinen ist, dass es JEDEM Menschen (zumindest innerhalb dieser Zivilisation) zusteht, seine Meinung frei zu äußern, und zwar im Rahmen definierter Schranken. Eine geäußerte Meinung stellt niemals eine Grundlage bzw. einen Freibrief für Beleidigungen, Diffamierungen, Diskreditierungen, Rufmorde, Verleumdungen etc. dar! Wo die Freiheit der Meinungsäußerung aufhört sei denjenigen, die Verständnisprobleme mit den Begriffen „Grenzen“ oder „Schranken“ haben anhand eines Zitats aus einem allseits beliebten Film vereinfacht dargestellt, und zwar mit „Dirty Dancing“, worin es heißt:

„Das ist MEIN Tanzbereich und das ist DEIN Tanzbereich!“.

Hat es jetzt jeder verstanden? Fein. Dann können wir uns ja wieder den angenehmeren Dingen des Lebens widmen, nöch?! ;)

~~~

Weiter zu Artikel 5/GG und StGB:

 

(mehr …)

Read Full Post »

 

Das ist doch mal eine richtig tolle Schlagzeile: Nach neuesten Meldungen sind die Arbeitslosen-Zahlen so niedrig, wie vor 18 Jahren! Nur noch 3,188 Millionen Menschen ohne Lohn und Brot. Was für eine tolle Meldung!

Okay, bei aller Euphorie und Freude könnte natürlich leicht übersehen werden, dass vor 18 Jahren noch alle Arbeitslosen als ebensolche bezeichnet wurden. Heutzutage bekommen sie ja zu Millionen einfach andere Bezeichnungen und schon stimmt die Statistik wieder. Solange es das schnöde Wahlvieh ohne zu blöken frisst, ist ja auch alles prima.

Mindestens die gleiche Menge (oder eher das Fünffache?) von den 3,188 Millionen Menschen, die noch keine andere Bezeichnung von der Bundesregierung bekommen haben, ist keineswegs in einer Situation, die es ihnen erlaubt, von dem leben zu können, was sie zu erwirtschaften in der Lage sind.

Allein schon ca. sieben Millionen Hartz IV-Empfänger dürften die Statistik etwas anders bewerten. Von weiteren Abermillionen Kurzarbeitern, Menschen ohne Job über 58, vorübergehend Erkrankten, Familien-Pfleger etc. etc. etc. einmal ganz abgesehen.

Aber wer will schon so penibel sein. Außerdem würde es doch die Ekstase der Verkündenden stören. Sowas macht man einfach nicht; das wäre wirklich sehr unhöflich.

Also freuen wir uns einfach darüber, dass „die Medien“ mittlerweile dermaßen ferngesteuert zu sein scheinen, dass offensichtlich überhaupt keine Prüfung mehr stattfindet, bevor aus irgendwelchen Halbinformationen massentaugliche Schlagzeilen konstruiert werden.

Es lebe die Schönredung von Arbeitslosen- und weiteren Statistiken, Stuttgart 21, dem Neubau des Landtages in Hannover und unvorstellbar vielen weiteren schönen Meldungen! Klar doch; solange das noch funktioniert …

Ich brauche dringend etwas zum Essen! Viel! Sehr viel! Grundlage für Kommendes schaffen und so. Sucht Euch was aus:

             

Read Full Post »

Er nun wieder …

Wer wie ich „Anfang 40“ ist (ja, aktuell; nicht seit Jahrzehnten *g), der ist mehr oder weniger mit einigen Künstlern aufgewachsen, die es in Verbindung mit ihren ursprünglichen Combos oder in den seinerzeitigen Stilrichtungen längst nicht mehr gibt. Ob nun Frank Sinatra, der mittlerweile von einer Harfe begleitet wird bzw. recovered von Robbie Williams, oder Tina Turner, die ohne Ike vermutlich um Längen besser klar kommt als zuletzt mit ihm. Supertramp ohne Roger Hodgson (und auch umgekehrt) ist für mich wie eine Uhr ohne Zeiger. Die „Neue Deutsche Welle“ (NDW) bekommt man in Fragmenten nur noch zu hören, wenn ein Radiosender mal sehr gnädig gestimmt ist oder eine Themenwoche durchzieht. Pink Floyd, Barkley James Harvest etc. etc. etc. Diese Reihe könnte endlos fortgesetzt werden.

Und dann gibt es da noch diese Urgesteine, die immer mal wieder auf der sprichwörtlichen Bildfläche auftauchen oder nie weg waren und die man seit 10, 20, 30 Jahren oder noch länger schon am ersten Ton erkennt. Nach wie vor und vermutlich auch die nächsten 10, 20 oder 30 Jahre. Carlos Santana ist da nur ein Beispiel. Rod Stewart, dessen markante Stimme es nie gelang, glaubhaft nachzuahmen … Joe Cocker, für den Gleiches gilt … Kylie Minogue, nach 10jähriger Pause völlig neu erfunden wiederauferstanden … Madonna, ohne Worte … Lionel Richie … Herbert Grönemeyer … Und jemanden wie Howard Carpendale muss man in dem Zusammenhang ja wohl auch nennen.

Letzteres finde ich nicht schlimm, weil ich Musik nicht nach dem Aspekt höre, wem ich damit imponieren kann oder was gerade für oder durch wen auch immer angesagt ist, sondern je nach Lust und Laune. Obgleich meine Howie-Zeiten wirklich Jahrzehnte her sind. Ich schwöre! Aber es gab sie eben auch. Als ich noch ganz klein war … und so ;o) Und ihn gibt es heute noch. Oder wieder. Oder mal wieder. Oder wie auch immer.

Aber so ist es kein Wunder, dass sich in meinem Media Player die unterschiedlichsten Künstler tummeln. Ob nun Restless Heart von Barbra Streisand abgelöst wird oder George Benson und Tom Petty nacheinander spielen, bevor der jazzige Brian Ferry vor Curtis Stigers die Ouvertüre (ja, das Wort schreibt man aktuell tatsächlich mit „ü“! Mal sehen, wie lange) zur Hochzeit des Figaro einleiten, um anschließend Paravotti oder dem Buena Vista Social Club Platz zu machen, bis hin zu Leith Al-Deen und Garth Brooks … Ich höre alles mögliche; je nach Lust und Stimmung. Nur Howie ist nicht (mehr) dabei. Definitiv nicht. *g

Wer mich u. a. seit glatten 30 Jahren immer wieder vom sprichwörtlichen Sockel haut ist ganz klar Marius Müller-Westernhagen! Geboren am 6. Dezember 1948, seit Mitte der 70er Jahre non stopp im Geschäft und auf seine Weise ebenso unverwechselbar wie der eine oder andere Jahrzehnt-Künstler. Eine prächtige Kontinuität, die irgendwie immer wieder neu verpackt den Markt stürmt. Und meinen Kopf. Nach drei Live-Konzerten mit ihm konnte ich einfach nicht mehr fliehen. Und wollte es ehrlich gesagt auch nie. Dass MMW im kommenden Dezember 60 Jahre alt wird, finde ich unglaublich klasse. Er steht mit Stolz zu seinem Alter und damit vor allem zu sich, ist „knackiger“ als so mancher 40jähriger und konsequent in der Inkonsequenz, zukünftig jeder Bühne – dann doch wieder nicht – fernzubleiben. Zum Glück!

Die diversen, klaren Statements in seinen Texten haben mir schon immer sehr gefallen. Zum Beispiel mit der Aussage „Michael Jackson geht mit kleinen Jungs ins Bett und ich kann über’s Wasser geh’n“ definiert er ziemlich klar, was er von den Vorwürfen hält. Möglicherweise „explizit“ für Internetportale jedweder Art hat er in seinem Titel „Daneben“ (Album: „Nahaufnahme“, 2005) die Songzeile

„ Es ist mir ´n Rätsel Megastar
dass du dir in die Hosen scheißt
weil jemand der dich gar nicht kennt
sich über dich sein Maul zerreißt“

kreiert, die mich schon diverse Male laut zum Lachen gebracht hat. Vor allem, wenn manche arme, immer wieder blind um sich schlagende, Seelen durch plötzlich behauptet Einschläge (wo genau?) versuchen, davon abzulenken, dass es sich zwar um einen der sehr seltenen Fälle eigener Urheberschaft handelt, aber sie die Grundlage eben selbst in die Umlaufbahn geschossen haben, um nach Schieflage der Situation plötzlich auf Opfer getrimmt den Eindruck zu erwecken, doch gar nichts getan und dieses auch längst vergessen zu haben. Gleiches könnte bei den Attackierten passiert sein, muss aber nicht. Wer andere durch diskreditierende Behauptungen versucht, in Verruf zu bringen, sollte sich darüber bewusst sein, dass ein kleiner Enterhaken durchaus zum riesigen Bumerang werden kann. Mehrere erst recht. Nicht auszudenken, wie es sich anfühlen muss, wenn sie irgendwann alle gleichzeitig zurückkommen. „Verdammt, verdammt!“ kann ich da nur sagen und frage mich bestenfalls, was es denjenigen bringt. Ob ihnen dabei einer … wie sagt man? „abgeht“? Obwohl … wenn das die einzige Chance dazu ist, kann man es ja fast schon wieder verstehen. Dennoch finde ich es nicht okay, wenn Unbeteiligte darunter leiden müssen. Zum Glück muss man solche Blitzbirnen nicht entlarven; sie tun es erfahrungsgemäß selbst. Man muss ihnen nur genügend Zeit dafür geben.

Ob Westernhagen sich mit obigem Zitat auf solcherlei Machenschaften bezogen hat, weiß ich natürlich nicht. Möglicherweise hat er, möglicherweise nicht. Aber nicht nur möglicherweise hat er recht, dass es solche Charaktere mit Sicherheit nicht wert sind, sie überhaupt zur Kenntnis zu nehmen. Was auch gut funktioniert, solange sie die Ignoranz ihrer Person ertragen. Es muss eben jede/r selbst entscheiden dürfen, wo er mitmachen will und wo nicht. Und wenn er klar zum Ausdruck bringt, an gewissen Personen nicht nur kein Interesse zu haben, sondern alles was von ihnen ausgeht hochgradig lächerlich zu finden, sollte man ihn nicht versuchen, zum Umgang zu nötigen. Das kann nur schief gehen. Auch Westernhagen weiß das offensichtlich und er hat so eine Art, mit solchen Statements umzugehen, die ich bewundernswert finde. Vielleicht liegt es daran, dass er bald 60 Jahre alt wird (obwohl das erfahrungsgemäß keinesfalls eine Garantie für Weisheit ist) und vermutlich nie auf die paradoxe Idee käme, zu behaupten, noch immer „Anfang 40“ zu sein. Es wäre aber auch nicht nur schade, sondern vor allem unsinnig, wenn er ca. 20 Jahre seines Lebens plötzlich leugnen würde. Was wäre mit dem Inhalt dieser 20 Jahre? Nie geschehen? Was für ein Preis … Was für ein Unsinn.

Noch bin ich Anfang 40 und wenn ich Menschen wie Westernhagen sehe, freue ich mich fast darauf, vielleicht irgendwann 60 zu werden. Mit gleichaltrigen Freunden um mich herum, die auch keinen Tag ihrer Leben missen wollen und die sich von der gleichen Musik mitreißen lassen, wie ich. Ob es nun Paul Simon, Peter Maffay, Marshall & Alexander, Simply Red, Ray Charles, Erasure, Sheryl Crow, Simon Estes, Toto, Eric Clapton, Eagles, Poco, Julia Neigel, Chicago, Talk Talk, Supertramp, Nils Landgren oder Westernhagen*** ist (pfiffige Mischung, hm? *g), spielt da eher eine untergeordnete Rolle. Hauptsache, es wird nie langweilig! Eben genauso wie seit Jahrzehnten die Titel von Westernhagen.

© skriptum
[nach Diktat verreist und gezeitstempelt]

*** Nein, die Aufzählung ist nicht vollständig! Die Interpreten so zu mischen, dass es definitiv überhaupt keine Linie mehr ergibt, war allerdings nicht ganz einfach. So durcheinander ist ja nicht einmal mein Media Player. Aber ich … vielleicht … gleich! *verwirrt

;o)

Read Full Post »

Jeder Mensch hat ja so seine Eigenarten. Und das ist, grundsätzlich betrachtet, auch gut so. Anderenfalls wären wir eine Gesellschaft, die nur aus Robotern besteht. Auch wenn man trotz aller Individualität manchmal den Eindruck haben könnte, es sei bereits soweit. Denn auf dem Weg sind wir anscheinend allemal. Und gerade Individualität ist ja oftmals von dem abhängig, was das direkte Umfeld von einem erwartet. … könne man manchmal denken …

Echte Individualität trägt jedoch dazu bei, dass man manche Menschen mag und andere wiederum nicht. Sei es aufgrund von Eigenarten, Körperdüften bis -gerüchen, Aussehen, Stimme, Geschmack, Vorlieben und Abneigungen, Erfolg oder Miss- / im Beruf oder privat sowie vielen anderen Großig- und Kleinigkeiten, die jeder für sich, nicht immer aber meistens, selbst bestimmen kann. Chronische Opportunisten mal außen vor gelassen.

Als so genannter „Erwachsener“ sollte jeder in der Lage sein, Menschen die er nicht mag, einfach links liegen zu lassen. Oder auch rechts; je nach Situation und Befindlichkeit. Ist man aus irgendwelchen Gründen darauf angewiesen, mit jemandem umzugehen (damit meine ich Situationen wie Chef/Kollegen, Vermieter etc.; nicht jemanden, der neurotisch auf jemand anderen fixiert ist), der einem nicht sympathisch ist, sollte man die Kommunikation auf das Minimum beschränken und ansonsten seiner Wege gehen. Ebenso, wie man den Anderen seine Bahnen ziehen lässt, ohne Stacheldraht auszurollen oder mit Briketts nach ihm zu schmeißen.

Und da bin ich direkt an dem Punkt, der mich immer wieder in Erstaunen versetzt: Warum um Himmelswillen geben sich Menschen ausgerechnet mit denjenigen, die sie vorgeben, überhaupt nicht ertragen zu können, oftmals so unglaublich viel Mühe, um ihre Aufmerksamkeit zu erhaschen? Dabei denke ich jetzt nicht an Aktionen wie Blumen schicken (mit Stinkbomben drin), Liebesbriefe verfassen (mit Juckpulver bestäubt) oder ähnliches, sondern vielmehr an die ach so beliebte und gern genutzte Form der üblen Nachrede, Verleumdung oder schlicht des Verbreitens von Behauptungen und Lügen, um jemanden – egal mit welchen Mitteln, und seien sie auch noch so niveaulos – zu diskreditieren und dadurch möglicherweise überhaupt erst anzulocken. Hinterrücks versteht sich.

„Diffamie“ klingt wie der Name einer schlimmen Krankheit. Und ich befürchte, so etwas in der Art ist es auch. Nur dass es dagegen noch keine Medikamente zu geben scheint. Vielleicht eine Marktlücke. Das könnte möglicherweise mörderische Umsätze generieren (Memo: Merken!). Diese Form verleumderischer Bosheiten scheint in manchen Kreisen immer mehr um sich zu greifen. Was ich ehrlich gesagt nicht verstehen kann. Vermutlich weil ich es nicht verstehen will. Wenn mir jemand zuwider ist, meide ich ihn. Eigentlich ganz einfach. Fast beeindruckend dagegen finde ich es, dass manche Menschen mit Leichtigkeit bösartiger handeln können, als ich überhaupt in der Lage wäre, zu denken. Aber so ist zumindest gewährleistet, dass das Leben auch zukünftig voller Überraschungen steckt.

Natürlich kann man sich solchen Wesen, die einen Hauptteil der ihnen zur Verfügung stehenden Zeit damit verplempern, hinter dem Rücken anderer zu hetzen, nicht gänzlich entziehen. Da gibt es Erzählungen, die einfach abprallen, weil man sie für viel zu unwichtig oder einfach dumm hält und andere, die einen zunächst tatsächlich geeignet wären, zu schocken. Und genau an diesem Punkt kommen meine fünf großen „W“ zum Einsatz: WER sagt WAS WARUM und WIE über WEN. Und wenn man pro beantwortetem „W“ ca. 20 Prozent von hinterrücks getätigten Aussagen abzieht, bleiben noch wie viel Prozent potentiellen Wahrheitsgehalts? Genau! Fragt man dann die betreffende Person selbst, erledigt sich spätestens dann auch noch dieser kleine, mögliche Rest.

Ich glaube, wenn sich mehr Menschen bewusst machen würden, dass es völlig unwichtig ist, was sie meinen zu wissen, sondern einzig und allein zählt, was sie beweisen können, würde es wesentlich weniger Versuche geben, jemanden in Abwesenheit zu zerfetzen. Insbesondere, wenn letzteres Verhalten direkte Konsequenzen hätte. Ich persönlich halte es da im Grunde ganz einfach: Natürlich kommt den betreffenden Personen zu Ohren oder Augen, was „man“ über sie sagt, schreibt oder in sonstiger Weise behauptet. Und natürlich kann man dagegen angehen. Die Frage ist nur, wie sinnvoll es ist, Energien in solche Aktionen zu stecken und sie damit ziemlich sicher schlicht zu vergeuden. Als Faustregel dürfte ganz gut anwendbar sein, dass man nie über jemanden etwas erzählen sollte, was man ihm nicht selbst schon gesagt hat oder zumindest jederzeit sagen würde. Oh, halt, stopp, das geht nicht: Damit würden einige Menschen abrupt total verstummen …

Wenn z. B. mich jemand aburteilt auf Basis von Aussagen eines Irgendwem, der – wohlwissend hinter meinem Rücken – über mich statt mit mir geredet hat, und diese Aussagen ungefiltert geglaubt werden, ohne wenigstens einmal zur Sache selbst bei mir nachzufragen, werde ich einen Teufel tun, dem Gläubigen hinterher zu rennen und ihn mit Fakten bestenfalls zu irritieren. Wenn er an der Wahrheit nicht interessiert ist, soll er doch mit Irgendwems Hinterrücksbehauptungen glücklich werden. Mein Problem? Wohl kaum! Wenn mir schon jemandem im Mondschein begegnet, soll es romantischer Natur sein, und nicht kätzerischer.

Und solange Irgendwem nach Kenntnis, dass er sich zum Beispiel schlicht geirrt hat oder er seine Behauptungen nicht beweisen kann, weil ihnen die Grundlage gänzlich fehlt, mit gleichem Verteiler und ebenso engagiert eine Richtigstellung und natürlich vor allem eine Entschuldigung vorbringt, ist ja auch alles (wieder) in bester Ordnung, gelle? Ach, das passiert nicht? Dafür ist Irgendwems Charakter schlicht zu klein und das Stimmchen schlagartig viel zu leise? Für sowas ist Irgendwem einfach zu stillos? Hmm … ich hatte es ja schon befürchtet. Es ist eben doch jeder auf seine Weise eigenartig. Eigenartig menschlich. Und das sogar ganz fraglos ;-)

© skriptum

Read Full Post »