Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘halten’

Meine Seele brennt,
wenn Deine Augen
Funken in mein Herz sprühen.

Deine Gedanken schweben,
wenn meine Worte
Dein Innerstes erreichen.

Unsere Lippen glühen,
wenn unser Atem
die Windstille besiegt.

Wir fliegen.

Miteinander.

Aufeinander zu.

Verfallen uns, um uns zu halten.
Halten uns, um uns zu verfallen.

Genießen augenblicklich der Augen Blicke.

Und wenn wir uns
auf dem Boden der Tatsachen
in den Himmel lieben
beschreiben wir gemeinsam schweigend …

… die Unbeschreiblichkeit wortlosen Verstehens.

© skriptum

Read Full Post »

 

… weißt Du noch?

Wie viel und wie lange ist ein einzelner Mensch in der Lage zu erdulden und zu ertragen, Rückschläge hinzunehmen, wieder aufzustehen und wieder zu lächeln? Wie lange? Und wie ist es, wenn man dann einfach nicht mehr will?

Ach Granny, nun liegst Du hier und ich fühle Deine kalte Hand. Sie wollen Dich nicht gehen lassen. Immer wieder wirst Du mit Spritzen traktiert und am Leben gehalten. Am Leben? Granny sag mal, was fühlst Du? Hast Du Schmerzen? Kann ich irgendwas für Dich tun?

Granny, was denkst Du? Geht Dir Dein Leben durch den Kopf? Krankheiten, die Du besiegt hast? Der Verlust Deines Mannes im Krieg, als Paps gerade in Dein Leben getreten war? Dein Leben nach dem Krieg, das sicher nicht immer einfach war? Deine Niederlagen und Siege über das und in Deinem Leben? Siehst Du vielleicht schon Deinen neuen Weg, den Du längst gehen möchtest? Was empfindest Du, jetzt … wo Du hier so liegst und sie Dich mit aller medizinischen Macht hier behalten?

Du sagst längst nichts mehr … Du liegst nur noch so da; ab und zu öffnest Du Deine Augen. Doch Du scheinst nichts mehr von dem zu sehen, was hier in Deinem Krankenzimmer vor sich geht. Nichts mehr wahrzunehmen, was um Dich herum geschieht. Granny, tut Dir irgendwas weh?

Als Du noch nicht so verstummt warst, sagtest Du schon, dass Du nicht mehr willst. Das ist nun einige Zeit her. Doch sie lassen Dich nicht gehen. Mehr und mehr Medikamente werden in Dich reingepumpt. Du isst nichts mehr und trinkst kaum noch. Du wirst immer schwächer und von Deinem Körper ist höchstens noch die Hälfte hier. Granny was passiert hier bloß mit Dir … was tun sie Dir an?

Hey Granny, weißt Du noch … Als ich ganz klein war hast Du mir, immer wenn wir uns sahen, ein Portemonnaie aus Papier gebastelt und eine Mark rein gesteckt. ManOman war das eine Menge Geld für mich kleine Kröte. Und Du hast gelächelt, wenn ich es öffnete und stolz das Markstück entnahm. Irgendwo müsste ich noch eines dieser Portemonnaies haben. Ich werde es mal suchen, ja?

Oder weißt Du noch, als Opa vor vielen Jahren gestorben ist und ich von da an jahrelang jedes Wochenende zu Dir kam. Wir gingen einkaufen und verschmitzt legtest Du während dessen immer eine Tüte von diesen Bonbons in den Einkaufswagen. Als ob ich es nicht ganz genau gesehen hätte. Und später tatest Du so, als wären sie wie zufällig im Einkauf gelandet. Noch heute denke ich jedes Mal, wenn ich diese Bonbons sehe, an Dich und unsere Freitag-Nachmittag-Einkaufstouren … Jedes Mal sehe ich mit den Bonbons auch Dein verschmitztes Lächeln. Als würdest Du es mir aus jeder einzelnen Tüte zuwerfen. Ich fange es …

Granny, Du willst längst gehen. Ich fühle es. Du hast mit diesem Leben abgeschlossen und möchtest nun weiter ziehen. Ich akzeptiere Deinen Wunsch. Auch wenn es mich sehr traurig macht. Doch ich akzeptiere es genau so, wie ich es akzeptiert wissen will, wenn mal meine Zeit gekommen ist. Ich möchte dann auch nicht noch ewig am sog. Leben gehalten werden. Ich möchte gehen, wenn es soweit ist. Und genauso akzeptiere ich diesen Wunsch von Dir.

Hab‘ bitte keine Angst, Granny. Du nimmst etwas von mir mit. Du wirst nicht allein gehen. Du wirst nicht alleine sein. Granny, ich lasse Dich jetzt los. Ist das okay für Dich? Ich lasse Dich gehen. So, wie Du es längst willst. So, wie Du es längst tust. So, wie es längst geschehen soll …

Wir werden uns wiedersehen. Und bis dahin …

…werde Dich vermissen …

Irgendwie.

© marmonemi [2002] / skriptum

Read Full Post »

Was bisher geschah? Klick HIER!

~~~

Vom Sinn und Unsinn, einen Menschen halten zu wollen, wenn er unbedingt fallen will …

——————————————————————————————————————–

Sie war glücklich mit ihm. In diesem Mann hatte sie die Liebe ihres Lebens gefunden. Sie überschüttete ihn teilweise mit ehrlichen Liebeserklärungen, weil sie ahnte, dass er es nicht wirklich glauben konnte, dass sie ihn so liebte.

Einige Monate war ihr dieser Mann in ihrem Leben vergönnt. Es war nicht immer einfach. Viele Streitigkeiten begleiteten diesen relativ kurzen Weg. Es war schwierig, weil sie sich – wenn überhaupt – nur an den Wochenenden sehen konnten. Viele Pläne, mal mehr als 24 Stunden miteinander zu verbringen, scheiterten irgendwann sogar an oft abwendbaren Gründen. Und dennoch … sie war glücklich mit ihm. Sie wollte ihn, wie niemals einen Mann zuvor.

Bis sie ihn kennen gelernt hatte, wollte sie keine Beziehung. Absolut nicht. Dann kreuzte er ihren Weg und sie wollte … absolut … ausschließlich … ihn! Dass sie sich aufgrund der Entfernung nur an den Wochenenden sehen konnten, kam ihr einerseits sehr entgegen, da sie während der Woche genug mit ihrem Job etc. um die Ohren hatte. Andererseits war es ihr nicht genug, ihn nur 24 Stunden pro Woche genießen zu können. Sie wurde ungeduldig …

Gleich am Anfang schmiedeten beide Pläne, dass er in ihre Stadt ziehen würde. Er versprach, sich zu bewerben und sie schickte ihm Adressen und Ansprechpartner, entwickelte endlos Ideen, um ihm die Suche zu erleichtern. Die anfängliche Euphorie ließ sehr schnell nach und so wurde sie immer enttäuschter, dass aus den Plänen, im Sommer bereits ein gemeinsames Nest zu bauen, inzwischen sicher nichts mehr würde. Sie wurde ungeduldiger …

Anfänglich wurden die Jobs vernachlässigt, um den gerade gefundenen Partner so oft wie möglich genießen zu können. Dann nahmen die Jobs zwangsläufig wieder einen höheren Stellenwert ein. Irgendwann war es so weit, dass Jobs vorgeschoben wurden, so dass gar nicht mehr so viel Zeit miteinander verbracht werden konnte. Sie enttäuschte das sehr. Doch was sollte sie tun? Das Argument Job konnte sie nicht entkräften. Ihre Ungeduld wuchs …

Sie hätte sich so sehr ein Ziel gewünscht. Einfach ein Ziel, das ihr die Möglichkeit gegeben hätte, sich auf Tag X zu freuen, wenn es zwischendurch mal wieder unmöglich war, sich zu sehen. Tag X, der bedeutet hätte, endlich mit dem geliebten Menschen in der gleichen Stadt leben zu können. Einfach Tag X … selbst wenn er noch Monate auf sich hätte warten lassen. Doch dieser Tag wurde nicht definiert. Ihre Ungeduld eskalierte …

Sie versuchte, ihm ihre Gefühle, ihre Bedürfnisse und ihre Ängste zu erklären. Doch sie fand nicht die richtigen Worte. Liebe in ruhig formulierte Ungeduld gebettet kam als Angriff und Unter-Druck-Setzen bei ihm an. Als Provokation und Sarkasmus. Sie hatte es nie verletzend gemeint. Sie wollte einfach nur bekunden, dass sie ihn liebte und ihn mehr in ihrem Leben wissen wollte, als 24 Stunden pro Woche. Doch ihre wahre Message verhallte ungehört. Viele Worte – gesagt oder geschrieben – nahmen einen Weg, der sie beim Empfänger nicht im Entferntesten so ankommen ließen, wie sie tatsächlich gemeint waren … Voller Liebe … Voller Begehren … Voller … Ungeduld …

Um sich vor ihren Gefühle schützen zu können, wählte er den Weg des Ignorierens… den Weg des Ausschweigens… Der Blick seiner Augen – wenn er sie ansah – wurde leerer … die Küsse wurden kälter … der Sex wurde pflichtbewusster … seine Hände auf ihrer Haut brachten sie noch immer zum Beben doch sein Atem streichelte sie nicht mehr … er peitschte auf ihrer Haut.

Die Beziehung hatte sich trotz ihrer ehrlichen Liebe aufgrund der unterschiedlichen Intensität der Gefühle zu Tode geliebt. So konnte sie einfach nicht mehr weiter … nicht ohne ihn … aber auch nicht

mit ihm!

Forgive me, Baby, and good luck!

© skriptum

[21.05.2002]

Read Full Post »

 

Die Luft säuselt süße Sänften unter unsere Körper.
Sie trägt uns zu neuen Ufern der Zeit.
Seelenfänger, komm! Lass uns schweben!
So schnell, bis uns schwindelig wird.
Und dann lassen wir uns gleiten. In die Ewigkeit!

Sieh doch, dort drüben: Die Klippe der Unvernunft.
Komm, wir setzen uns an ihren Rand,
lassen unsere Füße barfuß baumelnd Blitze werfen
und warten ab was passiert.
Es kann nichts Böses geschehen. Wir haben Zeit!

Hörst du die Farben der Zufriedenheit
wie sie sanft über unsere Rücken streifen?
Kannst du es ertragen, von ihnen verführt zu werden?
Dann nimm sie an und lass dich fallen.
Ich halte dich, versprochen! Sei nur bereit!

Warum fragst du, woher ich die Kraft nehmen will,
um dich beim Fallen zu halten.
Weißt du denn nicht dass du es bist,
der diese Kraft an mich verschenkt?
Ich nehme sie nur und lege sie um. Sieh: Mein neues Kleid!

Gefällt dir was du siehst? Willst du es bewahren?
Lass uns verschmelzen mit den Winden der Lust
um der Alltäglichkeit ein Schnippchen zu schlagen.
Sobald wir hinab gleiten werden Funken unseren Weg säumen
und die Ewigkeit wird zur Wirklichkeit. Wir sind soweit!

© skriptum

Read Full Post »

 

Lange bevor die Zukunft beginnt,
uns die Vergangenheit zu nehmen,
werden wir unsere Erinnerungen
an die unvergessliche Gegenwart
zu begraben gewusst haben.

Das Alte kommt, wenn das Neue geht.
Und irgendwo dazwischen
suchen wir vierblättrigen Klee,
um den Norden in unseren Gefühlen
ein Stück weit gen Süden zu treiben.

Die Wärme des Augenblicks
wird uns unaufhaltsam halten,
solange der Klang unserer Ruhelosigkeit
dem Hall der Vergänglichkeit
noch nicht erliegen musste.

Wir hören auf die Stimmen,
welche sich lautstark schweigend
über unsere Gedanken erheben,
um sich im nächsten Moment
auf jedes nicht gesagte Wort zu legen.

Ich halte dich sprachlos
während du mühsam versuchst
mir die Tiefe deines Blickes
verbergend beschämt
mit Leichtigkeit zu entziehen.

Die Augen geschlossen haltend
sehen wir blind in das Licht,
um die Ruhe der Rastlosigkeit
für diesen einen Moment nicht zu stören,
während wir uns einfach küssen.

© skriptum

Read Full Post »

Berühre mich, ohne mich zu verletzen.
Halte mich, ohne mich zu behalten.
Nimm mich, ohne mich zu vereinnahmen.
Forme mich, ohne mich zu verbiegen.

Lass mich wie ich bin
damit ich so bleiben kann
wie du mich schätzen lerntest
als wir uns kennenlernten.

Akzeptiere mich wie ich bin
damit ich mich nicht verändere
in einer Art und Weise
wie es dir und mir nicht gefällt.

Ja, du berührst und hältst mich
nimmst und formst mich
weil ich es so möchte und zulasse
weil es so wie es ist gut tut.

Die Gegenseitigkeit hält die Waage
die mal mehr und mal weniger
in die eine oder andere Richtung pendelt.
Richtungen, die wir selbst bestimmen.

Jeder für sich gemeinsam.

© skriptum

Read Full Post »