Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Henker’

Wie kann man nur so müde sein? Kein Satz von ihm, der nicht von einem Gähnen zumindest begleitet wurde. Die hundemüde Antwort auf meine lächelnde Frage, ob ich ihn langweile, quittierte er mit einem erneuten Gähnen und so gingen wir schlafen.

In dieser Nacht dauerte es nicht lange, bis er anfing zu schnarchen. Das ist für mich immer wieder das schönst mögliche Signal, mich jetzt auch meinen Träumen hinzugeben. Wohliger kann ich kaum einschlafen, als sein Schnorcheln ganz nah bei mir zu hören. Und so müde wie er war, hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht damit gerechnet, dass dies die Nacht des blanken Terrors werden würde. Kaum war ich Millisekunden vor dem Einschlafen ging’s los:

Sein Arm, in den ich mich gekuschelt hatte, zuckte. Ich dachte, dass er ihn vielleicht gern zurück hätte und wollte ihn frei geben. Doch plötzlich lag er wieder ganz ruhig da und so versuchte ich erneut, einzuschlafen. Doch warum zuckte er plötzlich mit den Füßen? Ich ignorierte es einfach und entschwand ins Reich der Träume.

Es muss kurz danach gewesen sein, als er wieder nervös zuckte. Meine Frage, ob das heute noch was mit Schlafen wird, beantwortete er mit einer wilden Kratzorgie – irgendwo in Richtung Fußbereich. Auch das Knie und der Kopf kamen bei dieser Aktion nicht zu kurz. Lag ich mit einem Affen in Bett oder was?

Plötzlich wieder Ruhe. Ich war gerade dabei einzunicken, als ich glaubte, skalpiert zu werden. Ja, kann’s denn wahr sein? Dieser Knispel. Was hat er denn jetzt schon wieder? Na klasse, seine Uhr … in meinen Haaren … Könnte er jetzt bitte mal aufhören, an meinem Kopf rumzuziehen? Wenn ich nicht so dermaßen müde wäre, würde ich jetzt was sagen. Aber meine Stimme versagt mir einfach den Dienst. Versuche ich eben einfach nooochmal, einzuschlafen.

Und was zuckt ER jetzt hier nervös rum? ICH bin gerade skalpiert worden. Zucke ich? Nein. Ich will jetzt nur endlich SCHLAFEN!!! Hallo? Was soll DAS denn nun? Warum dreht er wie ein Irrer seinen Kopf im Kissen hin und her? Träumt er vom Tennis oder was? Ja ganz toll … Jetzt kommen von seinem Rumgezappel auch noch 100 cm Kuscheltier auf mich zuge … ah! Abgefangen … Man gut, dass er noch wach war. Nein! WAS WAR DAS DENN??? Ach ja, die Weingläser. Na danke. Bis morgen früh dürfte sich der Rotwein mit dem Teppich vereinigt haben. Schön, morgens aufzustehen und als erstes in etwas Nasses zu treten! Na ja, vielleicht ist das Ansporn genug, dass er sich nun endlich um die längst versprochenen Nachttische kümmert.

So, war‘s das jetzt für diese Nacht mit Special-Effects oder was? Langsam reicht es echt. Boah! Und mein Kopf tut weh. Er hat mich echt skalpiert … Na warte!

Das dürfte es ja wohl jetzt gewesen sein, oder? Vorhin war nicht ein einziger Satz möglich, ohne dass er mich breit angegähnt hat. Langsam dürfte doch wohl seine Energie, mich mitten in meinem Urlaub neurotisch vom Schlafen abzuhalten, erschöpft sein.

WAS IST DENN JETZT SCHON WIEDER? Was nestelt er denn nun noch an der Bettdecke rum? Kann jetzt endlich mal Ruhe sein? Nö, wohl nicht. Was will er denn jetzt noch? Warum schubbert er mit seinem Fuß an meinem Bein rum? „AUTSCH! MANN! Willst Du Deine Fußnägel eigentlich so lange wachsen lassen, bis das Guinness-Buch einen Antrag auf Rekord-Veröffentlichung stellt? Oder was?“ Gleich werde ich echt sauer. Okay, letzter Schlaf-Versuch, bevor ich ihn einfach umbringe …

Oh man, und ständig dieses Krachen lassen seiner Knochen. Toll! Kopfkratzen, Decke wenden. Jetzt bleibt ja wohl kaum noch was, um mich vom Schlafen abzuhalten, oder? Also Ruhe jetzt und guuuuute Nacht! Mal sehen, ob er nun endlich still liegen wird. Ein letzter Versuch, mich bei ihm anzukuscheln …

Nein. Nein, nein, nein, nein, NEIN! WAS IST JETZT NOCH? Ich gebe es auf. Wo will er denn jetzt hin? Warum steht er nicht einfach auf? Wäre wohl zu einfach. Stattdessen kriecht er wie eine Schnecke im Bett rum. Letztendlich wird er doch sowieso aufstehen. Warum nicht kurz und schmerzlos? AUTSCH! Nicht schmerzvoll … oh man, mein Bein. Er hasst mich … er MUSS mich hassen. Warum sonst sollte er versuchen, mich durch Schlafentzug zu töten und mich im Rahmen des Abschlusses dieses Vorhabens vollends zu verstümmeln? Warum sonst?

Entschuldigung … ja toll. Das hilft mir jetzt auch nicht so ganz direkt weiter. Darf ich jetzt bitte endlich schlafen, ja? Danke! Oh nein, ist er jetzt auch noch in die Scherben der Weingläser getreten? Kann nicht wahr sein. Kann wirklich nicht wahr sein. Wie kann ein einzelner Mensch so paddelig sein? WIE? Ich fasse es nicht! Aber: Respekt. Ich glaube, ICH hätte gefiept oder so. Er trägt es wie ein Mann. Na endlich, er geht ins Badezimmer. Ruhe! Ich darf endlich schlafen … darf ich?

Nein! Natürlich nicht. Was randaliert er denn nun noch im Badezimmer rum? Oh je … das Regal. DAS fehlt jetzt noch. Wehe, wenn er in seiner diesnächtlichen Paddeligkeit auch noch das Regal umschmeißt. Wie ruhig kann Frau eigentlich in einer solchen Nacht bleiben? Stehe ich auf und sehe nach, was er angestellt hat? Nö! Das soll er mal schön selber in Ordnung bringen. Was war denn DAS für ein Geräusch? Doch noch irgendwas umgefallen? Egal, ich will jetzt endlich einfach schlafen. Mal sehen, ob ich seiner Geräusch-Kulisse mittels meiner Bettdecke über meinem Kopf entgehen kann.

Gut, dass ich ausschlafen kann. Ist ja wenigstens eine reelle Chance, den Tag zur Nacht zu machen. Ich muss mir nur noch was einfallen lassen, wie ich ihn wenigstens für ein paar Stunden aus dem Haus bekomme. Und dann schlafen … nur noch und endlich schlaaaafen!

Der Wecker … ich bringe ihn um! Warum stellt er diesen verdammten Wecker? Wo ist das Mistding? Da. Na warte … komm DU mir in die Nähe des Bettes! Und jetzt auch noch … oh nein … Das Regal … das WAR das Regal … Wo ist … DA ist er. Mal sehen, ob er fangen kann … Na klasse! Jetzt hängt die Steckdose auch noch am Kabel. Tja Babe, hättest sie vielleicht doch mal reparieren sollen. Gleich lach ich mich kaputt … Oh verdammt, warum weicht er denn aus? Nein! Der Fernseher … Wecker in Fernseher … merken: Kommt nicht gut! Na ja, im Wohnzimmer haben wir ja noch einen zweiten.

Mist! Das war jetzt wohl mein Fehler. Ich versuch’s mal einfach mit Decke über den Kopf ziehen. Es soll ja zwischen Himmel und Erde möglich sein, irgendwann einfach vor Erschöpfung einzuschlafen … Ich tu‘ einfach so, als hätte ich es nicht bemerkt. Hauptsache, er gibt jetzt endlich Ruhe!

Warum. Warum zum Henker riecht es hier nach meinem Parfum? Ist er jetzt völlig durchgedreht? Ich glaube, damit hätte ich dann ein wirklich ernstes Problem. ER mit MEINEM Parfum? Och nö … bitte nicht. Egal. Ich bin hundemüde. Ich MUSS jetzt schlafen! Hoffentlich gibt er jetzt endlich Ruhe!

Er zieht sich an … er zieht sich tatsächlich an. Es gibt DOCH einen Gott! Er geht weg. Wo will er bloß heute um diese Zeit hin? Und warum stöhnt er so rum? Poh, kann er abends seine Klamotten nicht in den Wäschekorb schmeißen? Jetzt zieht er die gleichen Plünnen nochmal an … Na ja, wem’s gefällt. Boah! WASCHEN, Babe. Waschen ist meist ein trefflicher Trick, um den Deo-Verbrauch nicht ins Unermessliche zu steigern. Igitt! Stinkt das … Wie soll ich dabei bloß schlafen?

Die Tür. Ich glaub’s ja nicht. Er hat die Tür zugezogen. Hat er überhaupt seine Schlüssel mitgenommen? Honey, glaub bloß nicht, dass ich Dich freiwillig jemals wieder ins Haus lasse.

Ruhe … wow, ist das ein schöne Geräusch … KEIN Geräusch. Er ist echt weggegangen. Ich kann schlafen. Kann ich? Klasse, jetzt bin ich wach. Okay, Kaffee trinken und erstmal durchatmen. Wie spät ist es eigentlich? WAS? Erst halb sieben?

Ha! Ich lach mich kaputt. Da liegt sein Hausschlüssel, Autoschlüssel, Handy, Ziggis … er hat alles vergessen! Ist er auf der Flucht? Was will er draußen schon so früh? Und vor allem: Warum am Sonntag?

© skriptum
(05/2003)

Werbeanzeigen

Read Full Post »

 

… wo verdammt noch mal sind diese blöden Batterien? Ich brauche die jetzt … JETZT!

Die halbe Wohnung habe ich schon auf den Kopf gestellt. Das kann doch nicht wahr sein. Ich weiß genau, dass ich irgendwo noch welche habe. Was ich dagegen absolut nicht habe ist Lust, den Abend ohne Batterien zu verbringen. Das ist so unbequem … so anstrengend. Außerdem müssen sie ja irgendwo sein. Das wäre ja gelacht.

In der Küche habe ich noch nicht gesucht. Mal sehen. AH! Die kleine schwarze Box. Darin könnten sie sich … nein, Knoblauchzehen … na, toll. Knoblauch … Ich hasse Knoblauch! Es gab mal jemanden, der hier mit Knoblauch gekocht hat und wenn er kochte, mochte ich dieses Teufelszeug auch. Doch ich selber koche nicht mit Knoblauch. Er wird es hier nicht mehr tun. Also … Knoblauch also. Verdammt! Warum sind diese blöden Batterien nicht …

In der Schublade … meine Werkzeugschublade … Na ja, was Frau halt so „Werkzeugschublade“ nennt. Okay, es ist schon alles drin: Hammer, kleine Säge, unzählige Schraubendreher aller Größen, Nägel, Schrauben, Klebeband, Zollstock, Schere, Klebstoff, Bast, ein einzelner Ohrring, Schnürsenkel, Handcreme, und … ach guck … hier ist meine Kreditkarte … öhm … na ja, was FRAU halt so in einer „Werkzeugschublade“ … also ich meine … Also, Werkzeug ist eben auch drin.

Ich wühle mich durch die Berge der das vorgesehene Volumen einer normalsterblichen Schublade sprengenden Inhalts aber Batterien …

DA! Batt…… die Falschen. Wer um Himmels Willen braucht Batterien in dieser Größe? Ich brauche ganz normale Mignon …

GANZ NORMALE MIGNON …

ZWEI STÜCK!

JETZT!

Das kann doch wohl nicht so schwer sein. Ich drehe gleich ab.

Oder ob ich heute Abend doch … Nein, auf gar keinen Fall! Also weiter.

Im Kühlschrank … nein, ausgeschlossen … SO verrückt bin selbst ich nicht. Aber gucken kann ja nicht schaden. In der Fridge-Tür sammele ich ja auch … Klebstoff … Wie viel Klebstoff hat sich in dieser Wohnung eigentlich inzwischen eingenistet? Im Schreibtisch habe ich auch noch –  übrigens: auf der Suche nach Batterien – drei Flaschen Klebstoff gefunden. Plus eine in der Werkzeugschublade … oder das was Frau halt so nennt … und im Kühlschrank … Na, zumindest kann niemand behaupten, dass ich haltlos bin ;-)

Batterien … WO brauche ich sie normalerweise … Ich … nein, da auf gar keinen Fall. Das kann nun wirklich nicht sein. Obwohl … im Barfach des Wohnzimmerschranks … Das ist zwar kein BAR-Fach, denn die Flaschen stehen alle auf einem kleinen Tisch – direkt sichtbar für jeden der mein Wohnzimmer betritt… als ob ich Tag und Nacht am Sumpfen wäre … aber eben nicht im Barfach.

Im Barfach … ein Anrufbeantworter, Kugelschreiber und Feuerzeuge ohne Ende, Prospekte und Postformulare, noch ein Anrufbeantworter … WAS? Na ja, gut. Ein Glasvereiser … wenigstens ETWAS, das in einem Barfach seine reguläre Berechtigung beweisen könnte. Aber Batterien … tja, sieht schlecht aus …

Ich bin am Ende. Mein Nervpegel hat inzwischen das vertuschbare Maß mittels zumindest potentiell suggerierter Höflichkeit deutlich überschritten. Käme mir jetzt irgendjemand in die Quere … na, gute Nacht!

Ein letzter Blick schweift durch den Flur mit dem verzweifelten Flehen um Eingebung, wo ich diese verfluchten Batterien haben könnte. Der Abend naht und mir graut. Ich hasse es, ständig zum Fernseher laufen zu müssen, um per Hand umzuschalten und was zum Henker mache ich nur mit diesem verdammten Knoblauch???

© marmonemi [01/03] / skriptum

Read Full Post »

 

Vom Sinn und Unsinn von Verfallsdaten und oder aufgezwängten zeitlichen Beschränkungen …

Oder: Muss denn immer ein ganz genau NICHT definierbares Ende in Sicht sein? Pfeffer kann nun einmal nicht schlecht werden. Müssen Gesetze ihm das dennoch unbedingt einreden?

~~~

Da bekam ich eine Mail mit dem Hinweis, dass etwas spätestens am 31.11. passieren wird. Ach was … hat sich seit dem letzten Jahr an unserem Kalendersystem so gravierendes verändert, dass der November nun einen Tag mehr bekommt? Schlecht wär’s ja nicht … 24 Stunden mehr im Jahr … Manche Tage können ja nicht lang genug sein … Proportional umgerechnet ergäbe dann dieser eine Tag mehr pro Jahr rund 28 Minuten pro Woche on topp … Okay, her damit!

Anyway … das war einfach nur ein süßer Irrtum. Doch wie sieht es mit dem gesetzlich vorgeschriebenen Wahn aus, dass alles, was an Lebensmitteln verkauft wird, zwingend ein Verfallsdatum aufgedrückt kriegen muss??? Pfeffer, Zucker, Honig, … alles Lebensmittel, die zwar mit der Zeit ihr Aroma verlieren, doch schlecht werden sie nicht; sind durchaus noch genießbar … wer’s mag.

Da finde ich es schon – im übersetzten Sinne – einleuchtender, was in Amerika gemacht wird: Die Amis deklarieren ihre Waren meist mit dem Wortlaut „Best before …“ meint „am besten zu verzehren vor dem …“ Das finde ich okay. Und wer es sich danach noch antun will – so what?! In den USA fehlt einfach die Behauptung, dass es danach schlecht zu sein hat.

Ich erinnere mich, dass vor einigen Jahren gesetzlich bestimmt wurde, dass eben z. B. auch auf Pfeffer-Verpackungen ein Verfallsdatum angegeben werden muss. Also gab ein Hersteller den 30. Februar als solches an. Und nu? Warten bis der 30. Februar … wie in diesem Jahr der 31.11. … kommt?

Auf meinen Pfefferkörnern ist angegeben, dass sie bis nächstes Jahr haltbar sind. Oder gewesen wären. Die Tüte habe ich vor ein paar Tagen durch Zufall wieder gefunden. Weiß der Henker, wie lange sie bereits in meinem Schrank geschmort und auf Zermahlung gewartet haben. Als ich den Pfeffer probierte, konnte ich leider nur zur Kenntnis nehmen, dass Sägespäne sicher geschmackvoller wären.

Nein, nein, nein, dieses hier soll kein Appell sein, alle Verfallsdaten zu kippen! Doch manchmal ist es wirklich nur noch blöd, wer worauf warum was angeben muss. Meine Muskatnüsse, die ich mir vor einigen Jahren von einem Gewürzbasar auf Trinidad mitgebracht habe, sind heute noch – Dank ihrer harten Schale, in der sich die bisher nicht angerebbelten logischerweise noch befinden – nach wie vor so frisch, dass man sich extrem leicht vergaloppieren kann, wenn man zuviel davon verwendet. Die gleichen Nüsse – auch in der Schale – kann man in kleinen Tütchen hier in Deutschland kaufen und muss sie – heute gekauft – spätestens in zwei bis vier Jahren (schwankt von Hersteller zu Hersteller) wegschmeißen, weil irgendein Gesetz bestimmt hat, dass sie dann schlecht zu sein haben.

Da stellt sich mir locker-charmant nur noch die Frage:

Wann ist es nun soweit, dass in jeden zu verkaufenden Apfel manuell eingeritzt werden muss „Best before matschig“???

Ich verbleibe dann mal mit einem wissenden Lächeln nebst durchaus variablem Verfallsdatum und wünsche allen einen extrem guten und vor allem bannig nach_halt_igen Wochenendausklang! ;o)

© marmonemi [11/01] / skriptum

Read Full Post »

Zahnpasta – Der wahr gewordene Alptraum?

Meine bestenfalls als desaströs zu bezeichnende Fähigkeit, mich hinzulegen und einzuschlafen, ist ja mittlerweile bekannt. Hinlegen klappt prima aber dann geht’s los: Wenn ich nur eine Stunde wach liege, meckere ich ja nicht einmal. Bei zwei Stunden werde ich langsam etwas missmutig. Ab drei Stunden ist es durchaus als empfehlenswert zu bezeichnen, keinerlei Kontakt mit mir zu suchen und ab vier Stunden Schlaflosigkeit gebe ich es dann auf und verbringe den kommenden Tag damit, meine Oberlider entweder irgendwie fest zu tackern oder zu ignorieren, dass mir die Wimpern ständig auf die Knie zu knallen drohen. Konzentration = Null. Lust auf irgendwas = Doppel-Null. Energie um wenigstens einmal laut aufzuschreien = ich mag kein Schreien; insofern ist das dann auch egal. Das sind so Tage, an denen ich schon froh bin, wenn ich es schaffe, unfallfrei geradeaus zu gucken …

Nun stellte ich nach den letzten Nächten morgendlich fest, dass ich mich hingelegt hatte und sofort (!) eingeschlafen war. Acht bis neun Stunden lückenlos durch. Nicht einmal aufs Klo musste ich. Geschlafen wie ein Baby. Ich war fassungslos. Und nach allem, was ich in den letzten Jahren versucht hatte, um meine Schlaf-Desolenz zu beheben, wollte ich natürlich wissen, was ich plötzlich anders machte als vorher und demzufolge, welchem Umstand es zu verdanken ist, dass ich (hoffentlich nachhaltig!) plötzlich wieder schlafen kann. Das Einzige, was ich wirklich anders machte, als seit Jahrzehnten war eine andere Zahnpasta-Sorte. Aber konnte es echt daran liegen? Ich kramte also von meiner aktuellen Tube die Verpackung aus dem Altpapier und da ich von meiner Stamm-Zahnpasta bereits eine neue im Regal stehen habe, hatte ich auch davon die Verpackung. Also fing ich an, die Bestandteile zu vergleichen.

Himmel! Smily-Beten Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die man einfach lassen sollte. Spätestens, als ich mit schätzungsweise jeder zweiten Bezeichnung rein gar nichts anfangen konnte, hätte ich einfach aufhören sollen. Es ist doch völlig schnuppe warum, was zählt ist, DASS ich endlich wieder schlafen kann (hoffentlich nachhaltig!). Aber nein, Tina musste es natürlich mal wieder ganz genau wissen. Typisch. Weib, halte doch einfach EINMAL Deine Finger still … Es gab da bei beiden Produkten einige Unterschiede. Was sie jedoch ganz offensichtlich gemeinsam haben ist, dass einige Inhaltsstoffe doch starke Zweifel daran zulassen, ob sie sich tatsächlich zur regelmäßigen Anwendung eignen. Bindemittel und Weichmacher, sowie Film bildende Substanzen und Schaumverstärker könnte man sich ja auch so denken. Damit ist es allerdings längst noch nicht getan.

Interessant fand ich den Bestandteil „Limonene“, der in beiden Produkten zu finden ist. Klingt frisch und duftig. Dachte ich. Und dann sah ich nach, um was es sich dabei tatsächlich handelt. Es ist eine brennbare, farblose Flüssigkeit, die nach Zitrone riecht. Soweit so gut. Doch dann … Reizend, umweltgefährlich, Allergien auslösend, sowie Krebs erzeugend oder fördernd. Einige Schwerpunkte der Anwendung liegen im Bereich der Motor- und Autopflege, Fußboden-Reinigung, Lacke und Lösungsmittel, Putz- und Pflegemittel, sowie WC-Hygieneartikel. Was zum Henker hat DAS Zeug in meiner Zahnpasta zu suchen? Nehme ich etwa das Wasser zum Spülen aus dem Klo? Brumme ich wie ein Auto? Ist bei mir schon der Lack ab? Soll es mir helfen sauberer auf dem Boden zu kriechen, wenn ich das Zeux weiter nehme? Dagegen ist der Bestandteil Carrageen, was normalerweise als Geliermittel in Schlankmachern und Light-Produkten eingesetzt wird, sowie in Fleischwaren und als Verdicker, echt harmlos. Auch wenn mir hier ebenfalls nicht einleuchtet, was es in Zahnpasta zu suchen hat.

Sodium Bicarbonate ist auch so ein Ding: Wenn ich das richtig verstehe, handelt es sich hierbei um einen Bestandteil, der sowohl leicht dopende als auch leicht entzündungshemmende Wirkung hat. Etwas irritiert hat mich die Aussage eines Werbetreibenden, der sein Produkt, das auf diesem Grundstoff basiert, mit der Aussage bewirbt: „Besonders in den Bereichen Geflügel, Rind und Schwein ist XXX elementarer Bestandteil der Fütterung.“ Hat das vielleicht irgendeine Parallele mit Geflügelpest, Rinderwahn und Schweinegrippe? Kann man diese Zahnpasta auch zur Fütterung von Hunden und Katzen verwenden? Und bekommen sie dann nie wieder Zahnstein? Oder sind sie anschließend nur noch am … Aber lassen wir das lieber. Ein weiterer Bestandteil, Polyethylen, wird übrigens üblicherweise zur Produktion von Folien eingesetzt. Müllsäcke und sowas also. Kabel-Ummantelungen und Rohre können es auch mal werden. Nicht natürlich abbaubares Polyethylen. In Zahnpasta … Ja, ja, ich bin weiterhin bei Zahnpasta. Zahn_Pasta!

Bei Hydrated Silica witterte ich glatte Gefahr. Aber: Irrtum! Das Zeug neutralisiert nur schädliche Säuren im Mundraum und zwischen den Zähnen. Dem entsprechend relaxed prüfte ich, was Sodium Lauryl Sulfat ist. Und zack; reingefallen! Hierbei handelt es sich um ein beißendes Reinigungsmittel, das normalerweise für Garagenböden, zum Entfetten von Maschinen und für die Autowäsche verwendet wird. Dass es Allergien auslöst und durch Ablagerungen in Augen, Gehirn, Leber und Herz zu Langzeitschäden führt, Heilungsprozesse verzögert und bei erwachsenen Menschen den Grauen Star verursachen kann, sowie bei Kindern gleich verhindert, dass sich ihre Augen korrekt entwickeln, klingt ja im Gegensatz zu manch Anderem fast schon harmlos. Verschlucken reicht übrigens in den meisten Fällen schon. Dass die Atmungsorgane dadurch gereizt werden, ist müßig, auch noch zu erwähnen. Und dass man das Zeug nur mit Schutzhandschuhen und -brille sowie Gesichtsschutz verwenden soll … wen interessierts?!

Ich glaube, weitere Ausführungen, was die anderen Bestandteile noch so für Überraschungen bereithalten, kann ich mir ersparen. Es handelt sich übrigens in beiden Fällen um großnamige Markenprodukte einer seit 1927 in Deutschland ihre Mixturen verbreitenden Firma. Ich selbst benutze von diesem Anbieter sowohl Duschgels als auch Körperlotionen und Geschirrspülmittel etc. seit Jahrzehnten. Oder … habe benutzt. Ob ich das weiterhin tun werde, weiß ich im Moment noch nicht. Vermutlich nicht, wenn mich nochmal der Wahn packt, genau wissen zu wollen, was wo drin ist. Allerdings dürfte es an gesundheitsverträglicheren Mittelchen fehlen. Denn letztendlich nehmen sich alle Produkte, egal von welchem Anbieter, kaum etwas. Es ist schon erstaunlich, dass auch in dieser Hinsicht der Mensch unkluger zu sein scheint, als das Tier: Eine Maus käme nie auf die Idee, Mausefallen zu bauen. Aber der Mensch arbeitet konsequent an seiner eigenen Gefährdung bis Tötung … Wenn auch wohl dosiert in fast jeder handelsüblichen Zahnpasta.

Übrigens hat sich die Frage, ob ich aufgrund der anderen Zahnpasta-Sorte besser schlafe, bereits wieder erledigt. Schlafentzug ist echt Folter. Und wenn man dann auch noch während des Nichtschlafens über Inhaltsstoffe von Zahnpasta nachdenkt …

Höchststrafe!

;o)

© skriptum

Read Full Post »

Ein einziges Mal will ich es. Nur ein einziges Mal. Ist das wirklich zuviel verlangt? Ich meine: Einmal ist doch nun wirklich nicht viel, oder? Ich will es sehen. Ich will Augenzeugin der Qualen sein. Einmal dabei zuschauen und es nicht selbst machen müssen. Sehen, wie ER sich quält; wie ER leidet. Wie ER flucht!

ER! *grrrr*

Warum soll immer ICH in diesen Situationen wie ein Rohrspatz schimpfen und fast ausflippen? Wutschnaubend … Vor mich hin brabbelnd „NUR EIN MAL!“. Mir dabei die Nägel abbrechen oder besser noch gleich die Finger? Nur weil ER … MAN! Ich fasse es nicht!

Warum muss ICH immer motzen was das Zeug hält. Warum nicht mal ER? EINMAL! Und ICH gucke einfach zu. Lache hämisch; ja fast schon hysterisch. Jiepp! Daran hätte ich Freude. Aber so? So sitzt ER wahrscheinlich irgendwo ganz gemütlich rum und lacht sich schlapp bei dem Gedanken, dass ICH … Und nicht nur ich. Nein, nein! Wer weiß, wie viele Menschen sich seinetwegen jeden Tag abrackern müssen? Hm? Wer weiß das schon?

Boah, wenn in meinen Augen gerade eine Laufschrift mit „tilt“ fließt, würde es mich nicht wundern.

NEIN! Ich werde NICHT nachsehen!

Wenn er doch wenigstens dabei wäre, wenn ich … Dann könnte ich ihm zumindest aus vollem Anlauf mit spitzem Absatz auf den nackten Fuß springen.

EINMAL NUR, BITTE!

Ich meine … immerhin hat ER die Nummer eingetütet.

Aber so ist das nun mal bei technisch-musikalischen Geräten, das ICH auspacken muss. Tütchen für Tütchen. Tesastreifen für Tesastreifen. Natürlich SO fest um Kabel und Käbelchen, Antennen und Antennchen, Lautsprecherboxen und Anlage, CD-Klappe und Knöppe, Fernbedienung und Batterien (einzeln verklebt, versteht sich!) und alles was sich auch nur annähernd irgendwie verpacken lässt, so fest rumgefrickelt, dass man nicht mal mit einer Schere dazwischen kommt. Verklebt, als wären die Kronjuwelen verpackt. Wer zum Henker soll das aufbekommen ohne dabei schier wahnsinnig zu werden?

Hä?

WER???

Einmal nur… EINMAL NUR will ich IHN dabei beobachten, wie er den von ihm verpackten Scheiß SELBST wieder auspacken muss!

EINMAL NUR!

Und, ja verdammt: Zitronensäure GIBT Flecken auf beige-farbenen Hosen. Aber das ist eine andere Geschichte …

Und jetzt lasst mich bloß in Ruhe
Musik hören!

;o)

© skriptum

Read Full Post »