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Posts Tagged ‘Kniescheibe’

 

Langsam bin ich versucht zu glauben, dass auf meinen Freitagen eine Art Fluch liegt. An den vor vergangenen Drecks-Freitag mag ich schon gar nicht mehr zurück denken. Der war hart genug. Aber der gerade vergangene hatte es irgendwie auch in sich. Irgendwie? Ja, klar doch. Wenn ich genau wüsste wie, würde ich ja nicht hier sitzen und schreiben!

Also nochmal: Jemand hat mein Knie kaputt gemacht! Und ich habe keine Ahnung wer es war.

Ich selbst? Nein, auf gar keinen Fall! Ich war ja nicht einmal dabei. Ganz zu schweigen davon, dass ich gar nicht wüsste wie das geht.

Na okay, die letzte Behauptung war leicht um die Wahrheit herum modifiziert. Aber ich schwöre: Dieses Mal war ich es wirklich nicht! Ich wachte Freitag auf und da war es: Das kaputte Knie. Direkt unterhalb der Kniescheibe machte sich ein höllischer Schmerz breit und ich hatte keine Ahnung warum.

Natürlich konnte ich nicht bequem den ganzen Tag am Rechner sitzen bleiben, sondern musste noch los. Aber unter dem Status „beide Arme und Beine ab“ lasse ich mich davon ja sowieso eher nicht abhalten. Während ich meiner Wege tippelte ging es auch einigermaßen. Beim Treppensteigen verzerrte sich allerdings mein Gesichtsausdruck tendenziell in eine Richtung, die jede Frage von „wie geht es Ihnen“ überflüssig gemacht haben dürfte.

Mein zunächst triumphales „Na siehste, geht doch!“ wurde allerdings jäh zerstört, nachdem mein Knie nach Rückkehr in meine Kemenate Ruhe fand. Es pochte nicht einmal, was ja angeblich ein Zeichen dafür sein soll, dass es heilt. Wovon auch immer. Nein, es tat einfach nur tierisch weh.

Zunächst folgte eine Voltaren®Salbung, die jedoch genau gar nichts brachte. Also kam sog. „Pferdesalbe“ dran. Ergebnis? Pah! Dann trug ich die Schmiere dicker auf und legte mir einen Verband an.

Am Knie.

Super!

Das kommt direkt nach der praktisch ausgeführten Idee, sich mit der einen Hand an der anderen Hand einen Verband anzulegen!

Natürlich rutschte das Mist-Ding permanent. Allerdings hatte ich weder Zeit noch Lust, mich flachzulegen, damit der Verband endlich dort blieb, wo ich ihn installiert hatte. Also zuppelte ich nach jedem kleinen Gang an ihm herum, was dem Knie mutmaßlich nicht wirklich die Ruhe brachte, die es gebraucht hätte. Warum sonst sollte es mir dann auch noch das Gefühl geben, dass es bei jedem weiteren Schritt wie bei einem Storch nach hinten durch knickt?

Bevor ich ins Bett ging, verdoppelte ich die Salbe und legte mich ab. Samstag früh klingelte es kurz nach dem Aufstehen (nicht Schlafen, das hat mal wieder gar nicht geklappt) an der Tür. Wer kam? Der Paketbote. Und nun stellen sich mir mehrere Fragen:

1. Bin ich nicht mehr ganz dicht?

2. Habe ich was am Kopf?

3. Wer kann denn da bitte warum und wie hellsehen?

Denn was ich fand war das hier:

~

~

Eingepackt in eine Windel fand ich einen Bären mit einem Pflaster am Kopf. SO hoch sitzt mein kaputtes Knie ja nun wirklich nicht, mönsch!

Auf jeden Fall hat mir diese süße Überraschung ein lautes Lachen entlockt :)) Vielen Dank, lieber G.! Damit hast Du mir echt den Tag versüßt. Ich habe mich total gefreut!

Obgleich ich gestehen muss, dass sich mir die Symbolik bisher nicht erschlossen hat. Aber ich bleibe dran; versprochen! Oder verrätst Du sie mir vielleicht? ;)

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Das Wochenende war alles andere als ruhig und der gemeine Montagsjob stand dem routiniert in nichts nach. Zuhause angekommen war ich froh, diesen Tag überstanden zu haben und inzwischen dabei, mich mental auf einen gemütlichen Feierabend einzuschießen. Eigentlich …

Nun kann man mir nicht unbedingt nachsagen, dass ich mich manieriert-gelangweilt durch meine Wohnung bewege; ein gewisses Tempo lege ich dabei meist vor und da ich diese Kemenate seit vielen Jahren bewohne, darf ich wohl behaupten, mich hier notfalls auch blind auszukennen.

Dem war an diesem Abend nicht so … nicht ganz … Mein Schreibtisch, der mir immer wirklich Freund war und mit dem mich eine Zeit verbindet, die jene in dieser Wohnung durchaus deutlich übersteigt, zeigte sich plötzlich von einer ganz anderen Seite. Obwohl … die Seite kannte ich wohl! Nur noch nicht die Intensität, mit der sie in der Lage war, mich in Bruchteilen von Sekunden Demut und Bewegungslosigkeit zu lehren.

Ich frage mich auch nach wie vor, ob er immer so hier stand oder sich am Montag Abend zum ersten Mal in seinem langen Leben bewegt haben könnte. Denn dass ich mich nach all den Jahren dann doch um pummelige drei Zentimeter verschätze, die mich fast meine Kniescheibe nebst zugehöriger Kapsel und anwohnendem Meniskus kosten, bin ich noch immer nicht zu glauben bereit. Vielleicht lag es auch einfach nur an der Geschwindigkeit des Aufpralls. Zumindest war all das dazu geeignet, mich mit meinem Schreibtisch deutlich auseinander zu harmoniesieren.

Was soll’s? Shit happens …

Ich kühle und salbte, ich schonte und humpelte, ich ruhte und fluchte. Das war auch alles ganz witzig doch geholfen hat es rein gar nichts. Also machte ich mich mit dem Gedanken vertraut, jemanden aufzusuchen, der sich durch Studium und Approbation Doc nennen darf. Er war auch sehr nett. Lächelte sogar. Bat mich bereits nach wenigen Worten darum, meine Kleidung abzulegen … Es hätte also durchaus ein netter Tag werden können. Dem war aber dann doch nicht ganz so.

Ihm zur Seite stand eine Assistenzärztin der hier nahestehenden Hochschule. Was er an Griffen nicht drauf hatte, holte sie prompt nach. Und ich muss gestehen … sie wusste offensichtlich ganz genau was sie tat. Denn jeder Griff von ihr forderte mit diverse mir A-, O-, U- und sonstige vokalisierte Laute ab, die bis heute nicht einmal ein Mann in der Lage gewesen war, mir zu entlocken … und nun eine Frau … Ich denke noch immer darauf rum, ob mir das irgendetwas sagen soll. Eine fundierte Entscheidung habe ich allerdings zunächst auf später verschoben.

Die Diagnose war niederschmetternd und verbunden mit diversen Ansagen. So muss das Knie zwar bewegt, darf aber auf gar keinen Fall belastet werden. Wie ich linksseitig fliegen und rechts gehen soll, vergaß ich zu fragen. Ich bin mir auch nicht wirklich sicher, ob das eine praktikable Lösung ist. Doch versuchen werde ich es natürlich … notgedrungen.

Neben weiterer, verordneter Salbungen und oral zu konsumierender Heilmittel ist Treppensteigen ab sofort so was von verboten, wie es nur sein kann. Da ich im zweiten Stock, natürlich ohne Fahrstuhl, wohne fragte ich ihn, wie ich denn bitte meine Wohnung erreichen solle und dass die außenseitig am Haus befestigten Dachrinnen nicht allzu haltbar erscheinen. Den doktorischen Vorwurf, diese Treppen ja dann wohl bereits herab gestiegen zu sein, um zum ihm zu kommen, quittierte ich mit der Äußerung, dass ein aus dem Fenster Springen doch wohl wahrlich schwerwiegendere Folgen gehabt hätte als das, was ich ihm nun in der Lage bin zu präsentieren.

Er hatte anfänglich so nett gelächelt.

Müßig zu erwähnen, dass die Praxis des Arztes im dritten Stockwerk ist und in dem Haus ebenfalls kein Fahrstuhl zur Verfügung steht. Damit hatte ich im aufwärts Treppensteigen klar eine Etage vorsprung. Und runter musste ich ja erst noch. Aber das sagte ich ihm natürlich alles nicht. Nein, nein. Nicht, dass er mich doch noch aus dem Fenster geschmissen hätte …

Dieses Gespräch desasterte in der klaren Ansage des Arztes, meine Wohnung frühestens am Montag oder höchst ausnahmsmäßiger Weise vorher, falls ich anderenfalls verhungern müsse, wieder zu verlassen. Natürlich nicht den Hinweis vergessend, dass ein Mensch durchaus in der Lage ist, einige Tage nur mit Wasser zu überleben.

Na ja … zumindest wird mein nächstes Wochenende deutlich ruhiger als geplant und dass ein Montagsjob aufgrund widrigen Aufpralls auf den Schreibtisch dem anderen direkt folgt ist ja auch eher selten. Bleibt nur zu hoffen, dass, für den Fall, irgendwann mal umzuziehen, ein anderes Haus einen Fahrstuhl als generelle Einrichtung vorzuweisen hat … möglichst mit fließendem Wasser, dann dürfen die Regenrinnen auch gern klapprig sein.

Und wen interessieren schon Vokale?

© skriptum

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Im Moment steckt der Teufel mal wieder hoffnungslos im Detail:

Bevor ich nach Dresden fuhr, rammte ich mir meinem linken „Ringzeh“, also den der neben dem kleinen Zeh ist, am Metall-Rahmen meiner Balkontür so an, dass ich in keinen Schuh mehr rein kam. In die Semperoper mit Turnschuhen zu gehen, erschien mir jedoch reichlich bedürftig, so dass ich mit Kühlen und Salben die Schwellung zumindest soweit zurück bekam, dass ich in weiche Pumps einsteigen konnte.

In Dresden war ohne Ende Rumlaufen angesagt. Was in einer solch schönen Stadt auch nicht allzu schwer ist. Sofern man rumlaufen KANN. Abends (oder eher nachts) im Hotel angekommen, wollte ich mich nur noch schnell duschen und dann ins Bett fallen. Als ich gerade mit Schmackes ums Bett rumturnen wollte, rammte ich mir den rechten „Ringzeh“ an einem dort blöd rumstehenden Stuhlbein. Turnschuhe hatte ich nicht mitgenomen. Salbe ebenso wenig. So dass nur Kühlen und Hoffen blieb.

Beide Zehen sind inzwischen wieder fit, so dass ich entsprechend schnell unterwegs bin.

Als ich am Dienstagabend völlig schmerzfrei zu Bett ging, war die Welt in Ordnung. Mittwoch beim Aufstehen nicht; ich hatte mir wohl im Schlaf das linke Knie verdreht und konnte kaum auftreten. Wenn man beim Schlafen schon Fehler macht …

Bewegung ist meist die beste Medizin, also zog ich mich an und ging los zum Einkaufen. Bereits auf dem Rückweg hatte ich zwar noch ein etwas bedrücktes Gefühl im Knie aber als Schmerzen hätte ich es zu dem Zeitpunkt bereits nicht mehr bezeichnet.

Solange ich unterwegs war, hielt das Knie ruhig. Zuhause angekommen verstaute ich meine Eroberungen, zog mir etwas Bequemeres an und setzte mich an den Schreibtisch. Es dauerte keine fünf Minuten und ich hatte das Gefühl, die Schmerzen in meinem, eigentlich nun zur Ruhe gekommenen, Knie sprengen mir die Schädeldecke weg. Also wieder KSH. … Kühlen, salben, hochlegen.

Am Donnerstagmorgen war wieder alles okay. Daily business as usual. Abends rollte ich mich mit meinem Stuhl wohlgelaunt an einen Berg von Arbeit. Beim Annähern an den Schreibtisch knallte ich dermaßen mit dem rechten Knie an die Tischkante, dass mir vor Schmerzen fast die Tränen in die Augen schossen. Nach einigen Minuten Luftschnappen und hoffen, dass ich es zumindest bis ins Bad schaffen würde, salbte ich nun das rechte Knie und machte einen dicken Stützverband drum, da die Beuge permanent versuchte, nach hinten statt nach vorn wegzuknicken.

Nein, nach dem heutigen Aufstehen war das Knie noch nicht wieder genesen. Es ist oberhalb der Kniescheibe geschwollen, als wenn … was weiß ich, was da los ist. Jedenfalls tut es nach wie vor höllisch weh und ich kann kaum einen Schritt vor den anderen setzen, ohne wie eine uralte Frau zu stöhnen und zu keuchen. Den wievielten Salbenverband ich nun angelegt habe, weiß ich gar nicht. Es wird zwar besser aber wirklich gebessert hat es sich wohl noch längst nicht.

Zum Arzt gehen? Wie soll ich denn bitte zum Arzt GEHEN? Und ihn herkommen zu lassen ist mir zu blöd. Außerdem brächt er garantiert irgend etwas mit, was er in mich rein spritzen oder mir absaugen wollen würde. Ne, dann leide ich lieber still wimmernd vor mich hin und hoffe auf morgige Schmerzfreiheit.

Beide Füße und beide Knie habe ich nun in den letzten Tagen hinter einander weg geschrottet. Mit purer Angst verweigere ich meinen Gedanken das Ausmalen der nun potentiell folgenden Crash-Zone. Als nächstes müsste ich ja eigentlich hinfallen und mir den Steiß stauchen, oder? In meiner Wohnung dürfte das – zumindest relativ – ausgeschlossen sein. Doch morgen bin ich schon wieder unterwegs und wer weiß, ob wir bei diesem Wetter nicht plötzlich Minustemperaturen mit Eis auf den Straßen bekommen?

Aber wen zum Teufel interessiert schon ein solches Detail, wenn ich, sofern das jetzt nicht endlich aufhört, vermutlich in ein paar Tagen eingegipst auf irgendeiner Intensivstation liege und jede Hoffnung begraben habe? Wenn Ihr also in nächster Zeit nichts mehr von mir lest oder hört, denkt einfach liebevoll an mich, ja? Danke!

;o)

© skriptum
[08/2005]

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