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Posts Tagged ‘Kühlschrank’

 

Bei Herrn Wortman und beispielsweise Frau Gedankenfest sah ich ein Stöckchen, das ich recht inspirierend fand. Vor allem beim Lesen der verschiedenen Ergebnisse auf diversen Blogs! ;o) Da ich üblicherweise nicht nur nehme, sondern soweit möglich auch gebe, schnappe ich mir mal das Wortmänsche Stöckchen.

Es sollen fünf Marotten genannt werden und anschließend weitere fünf Blogger (m/w) verlinkt werden, die bitte ebenfalls fünf ihrer Marotten in ihrem Blog von sich niederschreiben. Die Idee finde ich sehr interessant und ich hoffe, dass die am Ende meines „Outings“ Genannten, das „Stöckchen“ fangen und ebenfalls beantworten werden. Es würde mich sehr freuen!

Und los:

1. Eine meiner Marotten ist mein ständiges Zuspätkommen. Das ist, entgegen tiefenplyschologischer Deutungen, keine Missachtung. Würde ich diejenigen, mit denen ich verabredet bin, missachten, wäre ich nicht mit ihnen verabredet. Klar, oder? ;) Mein Zuspätkommen hat auch immer triftige Gründe und niemals trage ich daran die Schuld. Auch klar, oder? Hmm …

2. Resteessen, oh ja! Ich liebe Resteessen! Wenn ich jährlich anlässlich meines Geburtstages ein unter einem bestimmten Motto stehendes Raclette-Essen mache, dann bereite ich so viele Zutaten vor, dass garantiert Massen davon übrig bleiben. Ich freue ich diebisch auf diesen Abend und genieße ihn sehr. Fast ein bisschen mehr freue ich mich jedoch auf die folgenden Tage: Ich wache bereits mit einem breiten Grinsen und dem Gedanken an meinen Kühlschrank auf. Darin befinden sich unzählige Dosen, Packungen etc. voller Reste. Und jeden Tag ist es für mich ein Festessen, mir aus zahlreichen schmackhaften Zutaten wieder irgendwas Leckeres zu überbacken, braten oder in sonstiger Weise zuzubereiten. Ich bin keine gute Köchin aber eine leidenschaftliche, weil ich Lust darauf und Spaß daran habe. Dem entsprechend verlockend sind für mich sog. Reste: Man kann immer irgendwas Primatolles daraus machen.

3. Einen Ordnungsfimmel würde auf den ersten Blick niemand bei mir vermuten, der meine Wohnung (auch „Villa Kunterbunt von innen“ genannt *g) kennt. Aber zumindest in mancherlei Hinsicht muss Ordnung einfach sein. Das betrifft bei mir Tuben, Flacons, Flaschen etc. Diese müssen immer mit dem Hauptetikett nach vorn stehen. Nicht, weil ich sonst nicht wüsste, was drin ist, sondern einfach weil ich es so will. Es macht mich irre, wenn sowas falschherum steht. Einzige Ausnahme sind Flaschen im Kühlschrank: Zum einen liegen sie (mit dem Hauptetikett nach oben) und zum anderen drehe ich noch ungekühlte Flaschen mit dem HE nach unten, damit ich auf den ersten Griff weiß, welche bereits gekühlt ist oder noch Kühlung braucht.

4. Mein Gerechtigkeitssinn treibt viele fast in den Wahnsinn. Wenn ich mich selbst ungerecht behandelt fühle, drehe ich mich meist einfach um und gehe. Es sei denn, es handelt sich um Vertragsverhältnisse, die ich ordnungsgemäße erfülle, der Vertragspartner jedoch nicht. Wenn ich allerdings sehe, dass jemand anderem Unrecht geschieht, kann ich nicht die Klappe halten. Dagegen muss ich an. Egal, ob es sich um einen Behinderten handelte, der in der U-Bahn von mehreren Schlägern attackiert wurde, ob ich feige Verunglimpfungen etc. gegen Menschen die ich schätze erlebe oder von sonstigen Machenschaften Kenntnis erlange, die mein ausgeprägtes Rechtsempfinden attackieren.

5. Sammeln. Oh ja, eine meiner Marotten ist das Sammeln. Beispielsweise Masken aus Leder oder im italienischen Stil, die ich in weitem Bogen neben und über der Fensterfront meines Wohnzimmers hängen habe. Allerdings bewegt sich ihre Zahl noch im zweistelligen Bereich. Das Fenster ist auf ca. vier Metern Breite einfach zu schmal für mehr. Außerdem habe ich einen Extra-Schrank, nur für Bettwäsche. Allerdings halte ich mich an einen mit mir gemachten Deal: Ich darf nur neue Bettwäsche kaufen, wenn ich mich vorher von der doppelten Menge getrennt habe. Eine Garnitur neu = zwei Garnituren ausmustern und wirklich entsorgen. Natürlich nicht zu vergessen meine Sammelleidenschaft für Kaffeebecher. Geschätzt sind es mittlerweile ungefähr 300, die ich von zahlreichen Reisen weltweit mitgebracht habe oder einfach nicht in irgendeinem Laden-Regal stehen sehen konnte. Ich habe mir einen „Tassen-Stop“ auferlegt und halte mich tatsächlich daran. Aber schenken ist nach wie vor erlaubt! ;))

So, das war es von mir. Jetzt seid Ihr dran! ;) Ich benenne gern fünf BloggerInnen, von denen ich mir wünsche, dass sie das Stöckchen fangen und beantworten mögen:

Da wäre zum einen Ludger, auf dessen Antworten ich sehr gespannt bin!

Ute hat auch immer viel Interessantes zu erzählen. Warum nicht mal einen Marottenstriptease?

Anna-Lena macht sogar aus Plagen und Klagen noch schöne Texte. Von ihr möchte ich auch mehr wissen.

Mandy ist hoffentlich sehr bald wieder da und freut sich über dieses Stöckchen!

Bei Gudrun freue ich mich oft über recht kontroverse Ansichten und möchte mehr von ihr wissen!

Sobald Emily aus ihrem Freudentaumel über ihre Teilnahme bei der Nabucco-Aufführung heraus ist, wird sie Klein Bloggersdorf mit ihrem Marotten-Outing sicher sehr viel Freude bereiten!

Die Auswahl ist zufällig und ich schließe mich Herrn Wortman an: Wer auch immer das Stöckchen fangen möchte, soll und darf dies sehr gern tun!

Ich wünsche uns allen ein schönes Wochenende mit möglichst vielen Marotten, denn auch sie machen uns letztendlich aus und liebenswert! ;o)

 

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Es gibt Tage an denen ich mächtig dankbar dafür bin, dass es die Schwerkraft gibt. Anderenfalls wäre ich heute wohl mal wieder nur mit Leiter rumgelaufen!

Mal abgesehen von diversen Zetteln und Stiften, die mir heute sämtlichst zunächst aus der Hand fielen, fing der Tag schon recht putzig an: Mit einem Stromausfall. Man gut, dass mein Laptop mit Akku läuft. Aber das allein ist es ja nicht. Kaffee konnte ich mir natürlich auch nicht kochen. Verdammt, verdammt!

Was ich allerdings erst feststellte, nachdem ich zunächst ohne hinzugucken mit links auf den „On“-Knopf der Senseo gedrückt habe und nach fehlgeschlagenem rechtsseitigen Blindversuch, unfallfrei einen Kaffeebecher aus dem Regal zu nehmen, die daraus resultierenden Scherben des in die Spüle gekrachten Selbigen entfernen sollen zu müssen. Oder so … Keine Bange: Ich verstehe den Satz selbst nicht mehr …

Beim völlig entnervten Blick zur Senseo stellte ich fest, dass sie weder leuchtet noch aufwärmt. Also drückte ich erneut den „On-„Knopf, was jedoch noch immer nichts auslöste. Dem entsprechend zog ich meinen rechten Arm, der bereits im Begriff war, einen weiteren Becher aus dem Regal zu nehmen, und zwar dieses Mal ohne zerstörerische Energie und mit dem festen Willen, ihn wirklich festzuhalten, zurück. Denn offensichtlich hatte dieser Plan in seiner Umsetzung noch Zeit.

Die Senseo war zwar nicht gefallen (das Pad allerdings … in die Scherben!) aber dass sie nicht funktionierte gefiel mir gar nicht! Erstaunlich fand ich, dass mir erst heute auffiel, was alles nur mit Strom funktioniert. Na ja: Solange es funktioniert macht man sich darüber ja auch nicht allzu viele Gedanken. Tröstlich war, dass weder die Senseo noch mein Rechner kaputt waren, sondern einfach keinen Saft bekamen!

Apropos Saft: Als ich meinen Kühlschrank öffnete, um mir als Kaffee-Ersatz-Befriedigung einen Saft herauszunehmen, war Ersterer bereits alles andere als kalt. Der geht eben auch nur mit Strom. Dumm das! Aber es gefiel mir außerordentlich gut, dass kurz danach der Strom wieder angestellt wurde und wie vom Teufel geritten alles Mögliche in meiner Wohnung anfing zu rattern und zu spielen und zu kühlen und zu sonst was, was eben ohne Strom rein gar nix tut … Ich muss vermutlich nicht unbedingt erwähnen, dass mir der Saft aus dem Kühlschrank aus der Hand gefallen ist, oder? War aber nicht so schlimm: Warmwasser gab es ja trotz Stromausfall …

Beim späteren Versuch des Hübsch- und Stadtfeinmachens ging die Gefälligkeitsorgie dann nahtlos weiter: Die Kappe meines Kajal-Stiftes fiel runter. Aber sie fiel natürlich nicht etwa einfach nur so runter; nein, sie rollte selbstverständlich unter die Waschmaschine. Was sonst?!

Die Zahnbürste fiel nicht einfach langweilig ins Waschbecken, sondern stupste mit der bereits darauf befindlichen Zahnpasta natürlich erst noch meine Brust. Diese war ihrerseits bereits verpackt bis angezogen, weil ich mittlerweile schon fast auf dem Sprung war, meine Wohnung schnellstmöglich zu verlassen. Wäre da dann nicht Zahnpasta auf meiner Brust gewesen …

Was mir hingegen ungebremst gefiel war, dass ich nach meiner Rückkehr ohne Abrücken meiner Waschmaschine diese blöde Kajal-Kappe rausfriemeln konnte und dass ich mir jetzt ganz gemütlich einen Kaffee gönnen werde, in der Hoffnung, dass damit zumindest die Schwerkraft meiner Augenlider aufgehoben wird …

Ui schön, danke! ;)

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Längst hatte sie es aufgegeben, ihre Sucht zu verheimlichen. Wozu auch? Es würde nichts ändern. Sie hatte sich einen Ruf aufgebaut und den galt es zu bestätigen. Mit allen Mitteln, wenn es sein musste. Den um sie kursierenden Mythos würde sie aufrechterhalten. Das war sie ihrem Publikum schuldig. Ihr Kopf brannte. Mal wieder. Es war kein Wunder. Wusste sie doch, dass sie aufgrund der Medikation, die einige Ärzte für sinnvoll hielten, eben in dem Rahmen, den die Kasse bezahlte, keinesfalls Alkohol zu sich nehmen durfte. Selbst kleinste Mengen schossen ihr direkt den Kopf weg. Es war ihr egal. Hauptsache, sie konnte das, was man von ihr hielt, aufrechterhalten. Und das ging eben mit benebelten Sinnen am besten. Keiner derjenigen, von denen sie sich nur allzu gern anbeten ließ, hatte sie jemals persönlich gesehen. Aber gerade das machte den Reiz aus. Sie konnte behaupten was sie wollte, man glaubte es ihr. Mehr noch: Als sie anfänglich noch ab und zu versuchte, das von ihr virtuell gezeichnete Bild der Realität etwas anzunähern, glaubte es ihr niemand. Sie war die Grande Dame, ob sie wollte oder nicht. Mittlerweile wollte sie. Und sie genoss es.

Wie einfach es doch war, die Massen zu manipulieren. Ein irgendwo geklautes Bild mit Highheels als eigenes ausgeben und veröffentlichen; schon war sie die vornehme Madame, die nur auf hochhackigen Nobelschuhen ihren traumhaften Lebensweg beschritt. Dass sie überwiegend in flachen, abgewetzten Tretern, deren beste Zeiten seit Jahren vorbei waren, durch ihr ärmliches Leben trottete, vor allem, wenn der Rechner ausgeschaltet war, wusste ja niemand. Ihre mickrige Behausung hatte nicht einmal Schränke. In Kartons stapelten sich ihre paar Habseligkeiten, Dank derer sie wenigstens behaupten konnte, überhaupt etwas ihr Eigen zu nennen. Der gebrauchte Kühlschrank, den ein Bekannter ihr, vermutlich aus Mitleid, zur Verfügung gestellt hatte, kühlte ihr Abendessen: Eine Flasche Irgendwas; Hauptsache es knallt. Aber allein ein paar Worte über die große weite Welt in Geschichten, die sie irgendwo gelesen und als Inspiration genutzt hatte, verhalfen ihr zu dem Ruf, als weltgewandte Superfrau in einem wundervollen Appartement zu leben, sofern sie überhaupt gerade mal im Lande war. Dabei wäre es so einfach gewesen, ihr Spiel zu durchschauen: Nie hatte sie etwas von Freunden zu berichten oder von privaten Aktivitäten; eben irgendwas Realem. Wie auch? Natürlich musste sie tunlichst darauf achten, dass niemand hinter ihr Geheimnis kam. Ein intensiverer Kontakt und ihre angeblich so perfekte Welt wäre nur noch Geschichte.

Ihr Hilfsjob in einer sehr renommierten Firma verhalf ihr Dank des Firmennamens zu der Annahme, sie wäre wichtig. Darin sonnte sie sich. Warum auch hätte sie diesen Eindruck zerstören sollen? Allein die Herausgabe ihrer dienstlichen Telefonnummer machte mächtigen Eindruck bei manchen Menschen. Sie hörten auf zu denken, wenn man ihnen etwas richtig verkaufen konnte. Und das konnte sie. Dafür brauchte sie nicht einmal etwas Eigenes zu schaffen oder zu haben. Es genügte, den Eindruck zu erwecken, dass es so sein könnte, wie es andere sehen wollten. Wie andere sie sehen wollten. Warum sollte sie ihnen den Spaß nehmen. Hatte sie selbst doch das größte Vergnügen daran, zu erleben, wie blind und willig manche Menschen das, was man ihnen zum Fraße vor die Füße wirft, bereitwillig in sich hinein schlingen. Im richtigen Moment wohl dosiert, jedoch nur scheinbar, tiefstapeln und schon war alles wieder genau so, wie sie es haben wollte. Berichtete sie von einem Ausflug ans Wasser, wurde daraus eine luxuriöse Kreuzfahrt konstruiert. Sie selbst brauchte kaum noch etwas zu tun, um als Jetsetterin zu gelten. Und das Internet war voll mit Material, das sie stichwortartig unter’s willfährige Volk schmeißen konnte. Sie wurde bejubelt und auf Sockel gehievt. Anfänglich hatte sie sich noch etwas geziert, mittlerweile war es ihr recht. Vielmehr hatte sie ja eh nicht.

Nur dieser verdammte Alkohol … sie konnte einfach nicht damit aufhören. Viel zu abhängig war sie mittlerweile davon. Und das, obwohl sie wusste, dass unter anderem er sie umbringen würde. Geschichten von noblen Genussschuppen und sonstigen Etablissements, die sich die meisten ihrer Fans eh nie leisten könnten, versüßten ihr den Gedanken daran, es gerade mal wieder geschafft zu haben, genügend Geld zusammen zu kratzen, um sich in irgendeinem billigen Discounter eine Flasche Fusel zu besorgen. Nur so war es ihr möglich, mal wieder einen Abend zu überstehen. Der alte Rechner, der in ihrer Behausung stand und seit langem damit drohte, den Geist endgültig aufzugeben, wurde zur technisch neuesten Innovation des Laptop-Marktes, wenn sie ihn hochfuhr. Nur noch einloggen und ein bisschen Präsenz zeigen. Anfütterung der Massen. Es funktionierte immer. Sie kam und der Pulk johlte. Es war ein herrliches Gefühl. Wenn sie wüssten … Aber sie wissen es nicht und sie werden es nie erfahren. Ihren 60. Geburtstag wird sie sowieso nicht mehr erleben. Kurz davor wird sie ihre glamouröse Scheinwelt verlassen. Doch eines wird bleiben: Die Illusion der ewig jungen Grande Dame; die wird sie für einige immer bleiben. Wenigstens dafür hatte sie ausreichend Vorsorge getroffen.

© skriptum ’08

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Zunächst einmal findet sich eine Erklärung dafür, warum tatsächlich sieben Meiler sofort verzichtbar wären, in dem Artikel Sieben deutsche Meiler sind verzichtbar. Außerdem weist dieser Artikel eine weitere interessante Grafik auf (CC, guckst Du!):

 

 

Paradox wird es m. E. allerdings bei den reichlich gequält wirkenden Freischwimmerversuchen unser aller Kundesbanzlerin. Gestern konnte sie sich gegenüber der Presse einfach nicht entscheiden, ob Atomkraftwerke nun sicher sind oder nicht, weil natürlich nicht aber irgendwie doch und falls doch nicht so richtig, dann doch irgendwie schon, zumindest wenn sie in Deutschland stehen.

Nein: Das kann man verstehen, muss man aber zum Glück nicht.

Heute nun die durchaus gravierend clevere Erkenntnis, dass die in Deutschland stehenden Atomkraftwerke auf Sicherheit überprüft werden müssen. Und zwar umgehend und wehe wenn nicht genau und so.

Frau Dingens? Einen Moment bitte:

Hätte das nicht geschehen müssen, BEVOR die Laufzeiten verlängert wurden?

Ich meine … die Pfiffigkeit einer solchen Vorgehensweise erschließt sich mir durchaus: Was man nicht prüft, kann man nicht vorhersehen. Wenn es also zum GAU in Deutschland kommt, kann Madamschn mit reinstem, blütenweißen Westchen und Herzchen behaupten „Das konnte ich nicht vorhersehen!“.

Ne, ist klar! Wie auch, wenn die oberste Verantwortliche für das Wohl des deutschen Volkes es vor einer Verlängerung der Laufzeit von teilweise völlig überalterten Atomkraftwerken nicht einmal für notwendig erachtet hat, zu überprüfen, ob die verdammten Scheißdinger überhaupt noch sicher sind?

Man möge mir die fehlenden Blümchen in meiner Wortwahl verzeihen; sie sind mir inzwischen flöten gegangen. Macht aber nichts: Wenn der Scheiß noch lange so weiter geht gibt es sowieso bald kleine Blumen mehr. Also gewöhnen wir uns besser schon einmal daran.

Meines Erachtens hätten vor einer potentiellen Laufzeitverlängerung zwingend zwei Klärungen stattfinden müssen:

— Die Frage der Endlagerung hätte unzweifelhaft und abschließend geklärt sein müssen

— Die Sicherheit jedes von einer Laufzeitverlängerung betroffenen AKW hätte unzweifelhaft belegt sein müssen. Und zwar nach menschlichen Maßstäben, nicht nach bundestäglichen, wahltaktischen oder betreibersichtigen!

Stattdessen wurde in Seelenruhe weiter geklüngelt und derjenige, der am meisten zahlt oder am besten droht, hat eben recht. Koste es, wen und was es wolle. Eine Legislaturperiode ist ja schnell vorbei und nach Ihnen die Sintflut, Frau Dingens, hm?

Wenn Sie für die drei im Moment konkret anstehenden Wahlen echt noch Ihr Sitzfleisch ins Trockene wuppen wollen, könnte es sicher nicht schaden, die beiden obigen Punkte ganz schnell zu überdenken. Und falls Sie das schaffen, hätte ich einen weiteren Punkt, über den Sie nachdenken könnten, damit Ihnen nicht langweilig wird: Überlegen Sie doch mal, ob es nicht sinnvoll wäre, bei absehbarem Energie-Überhang ein oder mehrere AKW abzuschalten, statt Windparkanklagen etc. lahmzulegen. Wenn das das gängige System wäre, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass die ehrgeizigen Ziele im Hinblick auf mehr erneuerbare Energien rasant umgesetzt wären. Solange aber Betreiber derartiger Anlagen immer wieder das Nachsehen haben und AKW bevorzugt werden, können Sie sich auch die diesbezüglichen Pläne vermutlich in den Bart schmieren.

Man, man, man …

Mein Kühlschrank ist inzwischen leer, die Vorräte bereits aufgebraucht – ich muss Lebensmittel einkaufen! Kann bitte mal jemand einen Schwertransport für mich durchführen? Ja, es eilt! Das Ende dieser Absurditäten ist ja wohl noch lange nicht abzusehen …

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Zum oben verlinkten Artikel nebst Grafiken:

  (mehr …)

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Es klingelte. Das konnte nicht wirklich sein! War ich nicht gerade eben erst zu Bett gegangen?

Schwankend zwischen ungläubig und wütend schmiss ich ein Ohr in Richtung Treppenhaus. Es blieb jedoch unsanft am Türrahmen hängen. Meine dennoch horchend-hoffende Prüfung, ob es jemand anderen im Haus gab, der den Türöffner betätigte, verpuffte rauchfrei und ergebnislos. So drehte ich mich mit dem festen Glauben an irgendeine Werbezustellung um und suchte noch einmal den Tiefschlaf.

Es klingelte erneut. Sollte es sich um eine Zustellung an mich handeln? Nein, das konnte nicht sein. Ich erwartete nichts.

Oder doch?

DOCH!

Blitzschnell flog ich aus dem Bett und sprintete so schnell, wie es mir in einer solchen Situation eben möglich war, zur Tür. Ich betätigte den Summer, horchte angestrengt in die Muschel der Sprechanlage und hörte …

… nichts.

Das mag jedoch daran gelegen haben, dass ich mich meines nach wie vor am Türrahmen gemutmaßt befindlichen Ohrs noch nicht wieder bemächtigt hatte.

Plötzliche Schritte im Treppenhaus ließen mich auf eine seit zwei Wochen überfällige Lieferung an mich hoffen. Sollte es doch noch innerhalb dieses Jahres klappen? Das hätte zwei Vorteile: Ich könnte wieder ins Bett gehen, weil ich den Artikel nicht heute in die Stadt fahrender Weise besorgen müsste und ein Lieferant deutscher Lande würde nicht endgültig eine vor Wut schnaubende und bisher gute Kundin verlieren.

Als ich gedanklich noch völlig nüchtern vor mich hin schwankte, mit was ich wohl in den nächsten Augenblicken beglückt werden würde, öffnete ich die Verriegelungen meiner Kemenaten-Begrenzung und schmiss ein Auge in das Treppenhaus. Wohl wissend, dass ich es anschließend wieder stundenlang würde suchen müssen.

Und als es gerade noch so vor sich hin kullerte, erklomm ein Übergrößenbrief-Zusteller die letzten Stufen. Zeitgleich öffnete meine liebe Nachbarin die Wohnungstür, um den Brief in Empfang zu nehmen, der jedoch weder für sie noch für mich, sondern an meine Übermieterin adressiert war, die ihrerseits entweder noch schlief, was mich geradezu mit Neid erfüllt hätte, oder gar nicht im Haus war.

Mir nun weiter die Füße in den Bauch zu stehen, hielt ich nicht unbegrenzt für sinnvoll. Davon abgesehen wäre mir als potentielle Magenfüllung ein ordentliches Frühstück lieber gewesen.

Voller Enttäuschung und mit der Vakanz auf einen mittelschweren Wutausbruch ging ich zurück ins Bett. Und wer kann schon mit Wut im Bauch schlafen? Ich nicht. Mir die Wut aus dem Kopf zu schlagen, war ich jedoch nicht schon wieder bereit. Die Beulen vom letzten Mal waren noch zu deutlich sichtbar und Make Up ist eben doch nicht in allen Situationen die Wunderwaffe schlechthin.

Also entstieg ich meinem potentiellen Jungbrunnen erneut, indem ich die Decke, die sich selbstredend unauflösbar mit meinen Beinen verknotet hatte, zurückzuschlagen gewillt aber nicht befähigt war, und wechselte nahtlos verwebt in die Nasszelle. Wissend, dass Wasser von oben, und das in derartigen Mengen, nach gerade mal zwei bis drei Stunden Schlaf durchaus die Umstände des verbleibenden Lebens erheblich einzuschränken im Stande sein könnten. Aber solange mir durch meine anschließende Zahnbürsteneinführung nicht konkret der frühe Erstickungstod drohte, war ich bereit, dieses Risiko zu tragen. Noch. Wenn auch etwas widerwillig.

Unleidlich und hundemüde trocknete ich ohne vernehmbare Bellgeräusche das Lebendleder und salbte mein müdes Haupt nebst Restbeweglichkeiten. Jetzt könnte ich eigentlich wieder ins Bett gehen. Zumindest wenn ich nicht in die Stadt müsste, um den nach wie vor nicht gelieferten Artikel im Gewimmel der Großstadt zu erjagen und somit endlich an mich zu bringen.

Doch was wäre, wenn ich nun losführe und just während meiner abwesenheitsbedingten Wandlung versucht würde, den hach so ersehnten Artikel zuzustellen? Hätte ich mir die Fahrerei dann nicht ersparen können? Ebenso wie das Wutgebrabbel in der Straßenbahn, das eh keiner verstehen würde; mich eingeschlossen …

Und was wäre, wenn es den Artikel in der Stadt gar nicht vorrätig gäbe? Warum wurde er nicht längst geliefert? Musste er erst noch hergestellt werden? Gab es ihn überhaupt oder müsste er erst noch erfunden werden? Und wenn Letzteres, könnte ich gegebenenfalls behilflich sein? Wen müsste ich dazu befragen?

Ich entschloss mich, meine Körperlichkeiten textilurant zu bedecken und eines weiteren Klingelns an meiner Tür zu harren. Wunder gibt es ja bekanntlich immer wieder. Und selbst wenn man nicht uneingeschränkt an sie glaubt, drängen sie sich einem doch periodisch auf. Und das ohne zu fragen. Ist aber okay. Ich wurde ja auch nicht gefragt, ob ich vergeblich auf eine Lieferung warten wollte oder aus dem Bett zu kriechen bereit war für einen nicht für mich bestimmten Übergrößenbrief, den ich dann nicht einmal annehmen durfte.

Beleidigt?

Ich?

Nein.

Nur sauer!

Aber wen interessiert das schon? Den Lieferanten, der mich schnöde im Stich lässt? Den Übergrößenbriefzusteller, der vermutlich längst in einem anderen Stadtteil sein Klingelunwesen treibt? Meine Nachbarin?

Letztere vielleicht. Ich müsste es ihr nur sagen. Möglicherweise würde sie mir den nicht für mich bestimmten Brief dann aushändigen. Unter Umständen würde sie mich jedoch einfach für inzwischen komplett durchgeknallt halten. Vielleicht würde sie mich auch besorgt fragen, ob sie irgendetwas für mich tun kann. Ich könnte sie dann bitten, diesen verdammten Artikel zu besorgen.

Könnte.

Würde ich natürlich nicht.

Aber ich könnte!

Ist doch auch schon was, oder?

Das reichte jedoch nicht, um mir den Tag zu versüßen. Auch wenn sich in der Küche das gestern von meinem iranisch-türkischen Obst-Gemüse-und-mehr-Feilbieter mitgebrachte Baklava recht verführerisch auf der Arbeitsplatte rekelte. Dennoch verweilte ich zuckerfrei in die Küche und bereitete mir einen Kaffee nebst Toast und Ei. Wer das um diese Zeit essen sollte, stand auf einem anderen Blatt. Doch da in meiner Küche keine Bäume standen, spielte auch das eine höchst untergeordnete Rolle. Selbst wenn mir unordentliche Quadrate um diese Zeit deutlich lieber gewesen wären. Hauptsache sie hatten keine Übergröße. Wie zum Beispiel der Brief, der gar nicht für mich war.

Beim Anblick meiner Orangenpresse, die mir um diese Zeit ob ihrer Größe eher Angst als Behagen bereitete, fragte ich mich, wer es mit was auch immer schaffte, mittels fachgerechter Anwendung einer solchen Gerätschaft aus irgend etwas Orangen zu pressen. Ich für meinen Teil zog es vor, eine bereits fertige Orange zu teilen und dann zu entsaften. Ein Unterfangen, dessen Gelingen zu diesem Zeitpunkt nur durch das Ziel der Frischgetränkgewinnung getragen und so tatsächlich von Erfolg war.

Und wenn ich das hier alles so lese frage ich mich, warum ich nicht völlig außer Atem bin, obgleich die Zeit rennend an mir vorbei zu fliegen scheint.

Geschwindigkeitsrausch?

Schlafentzug?

Schlafanzug?

Letztendlich löst die Unmöglichkeit der Beantwortung dieser Frage nichts aus. Nicht einmal die Frage selbst. Versteht sich aber sowieso. Die Beantwortung ist schließlich kein Knochen. Die Frage ebenso wenig. Der kalt gekochte Kaffee könnte mir höchstens Sorgen bereiten. Was in mir erneut die Frage aufwirft, ob man aus Schokolinsen Eintopf kochen kann und ob es okay wäre, ihn mit Himbeer-Essig zu würzen. Da ich aber in dem Moment sowieso keinen Hunger hatte, konnte ich diese Gedankengänge in den Flur schieben und sie dort verhungern lassen. Wie mich. In der Küche. Vor einem prall gefüllten Kühlschrank.

Ich war so was von müde. Traute mich aber nicht mehr, ins Bett zu gehen. Was wäre, wenn erneut ein Übergrößenbrief zugestellt werden sollte, der auch nicht an mich gerichtet war? Was wäre, wenn meine Nachbarin, aufgeschreckt von seltsamen Knurrgeräuschen in meiner Wohnung, klingelte und sich nach meinem Befinden erkundigte? Wir hatten immer ein erstklassiges Verhältnis zueinander. Sollte ich das aufs Spiel setzen, nur weil ich wieder ins Bett ging?

An Ruhe war sowieso nicht zu denken, da der ca. 15 Meter entfernte Sportplatz pla- oder sogar betoniert, auf jeden Fall aber entlaubt wurde. Wer das erlaubt hatte, entzog sich meiner Kenntnis. Zumindest war was auch immer dort geschah mit einem Krawall verbunden, der selbst den Rasenmähermann, der unter meinem Balkon grundsätzlich um 6:30 Uhr und natürlich an ausschlaffähigen Tagen anfängt, sein Werk – und damit potentiell sein Leben – zu beenden, in einen Schatten stellte, den es mangels Sonne auch heute nicht gab.

Nein, ich würde ausharren und auf die ausstehende Lieferung warten. Ich könnte aber auch die Firma noch einmal anmailen und mich auf erneute Ignoranz meiner Anfrage vorbereiten. Nur die Nachbereitung dessen machte mir etwas Sorgen. Aber dazu würde es wohlmöglich gar nicht mehr kommen. Bis dahin könnte ich verhungert sein oder einen nicht für mich gedachten Übergrößenbrief in den Händen halten; nach einer Möglichkeit suchend, den nun toten Übergrößenbriefzusteller verschwinden lassen zu können.

Oder ich würde doch wieder ins Bett gehen und die Klingel einfach abstellen. Wenn die Firma innerhalb von mehr als zwei Wochen nicht in der Lage war, mir diese verdammte Lieferung zuzustellen, sollen sie sie doch behalten. In einen Übergrößenbriefumschlag würde der Artikel sowieso nicht passen.

Nachdem dieser Beschluss endlich gefasst war, schlief ich einfach trotzig und stehend an der offenen Wohnungstür ein.

Frisch geduscht und ungefrühstückt, versteht sich.

© skriptum
[13.01.05]

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Die Freidenkerin führte kürzlich aus, was sie dazu zu bringen vermag, ein Döschen mit Süßstofftabletten quer durch ihre Kemenate zu pfeffern. Liebe Freidenkerin, ich darf dann mal ergänzend tätig werden, ja?!

~

Nach einer mehr oder weniger schlafreichen Nacht erwachte ich nicht unbedingt, beschloss aber dennoch, den Tag zu beginnen. Bereits die ersten Sekunden waren ein klarer Hinweis darauf, dass ich besser einfach im Bett geblieben wäre. Wer schon einmal eine Jalousie etwas zu schnell aufgezogen hat weiß, wie vertrackt es ist, wenn sich bei dieser an sich einfachen Tätigkeit das Zugband in den Lamellen verheddert. Da ich noch nicht scharf war (weder Brille auf noch Kontaktlinsen drin) gestaltete sich die Enthedderung noch mühsamer, als es mit Sehkrücken schon gewesen wäre oder hätte sein können. Das spontane „Plöpp“ mit direkt folgendem „Tock“ verkündete, dass das Zugband nicht mein einziges Problem war. Die an der Jalousie befindliche Stange zum Regulieren der Lamellen hatte mit ihrem unteren Ende spontanen Bodenkontakt gesucht und gefunden. Diese eigentlich einfache Reparatur gestaltete sich gleichermaßen untypisch, wie das Entheddern des Zugbandes aus den Lamellen. Klar: Das untere Teil der Stange war schnell wieder rein gesteckt. Blöder Weise jedoch schief. Und da steckte es nun. Drehen, pressen und ziehen brachte dann doch schon nach einiger Zeit den gewünschten Erfolg der Lockerung und Lösung. Beim zweiten Versuch klappte es dann; die Stange saß wieder fest und vor allem gerade. Auch das Zugband hatte sich mittlerweile gnädig gezeigt, so dass ich das Schlafzimmer verließ.

Der Tag war gerade einmal wenige Minuten alt und schon gebraucht. Etwas genervt ging ich ins Bad und setzte anschließend in der Küche eine Kanne Kaffee auf. Danach fuhr ich den Rechner hoch. Der wollte aber wohl noch schlafen. Jedenfalls krückte er zunächst einige Minuten vor sich hin, bis er dann doch irgendwann einsatzfähig war. Der Kaffee war in der Zeit längst durchgelaufen. Nachdem ich einige Zeit relativ zackig durchgearbeitet hatte, der Kaffee vernichtet war und ich mich nun via Television über das aktuelle Nacht- und Tagesgeschehen informieren wollte, schaltete ich den Fernseher an. Das ging auch völlig problemlos. Allerdings gab es keinerlei Empfang. Stecker & Co. saßen alle fest. Also versuchte ich über die Menü-Führung einen Senderlauf und löschte dabei – wie sollte es an diesem Tag anders sein? – sämtliche eingestellten Sender. Entnervt schaltete ich das Gerät zunächst wieder aus und suchte im Internet nach Störungsmeldungen beim TV-Empfang in dieser Region. Die aktuellste Meldung, die ich finden konnte, bezog sich auf eine Störung und deren Kommentierung im März. Immerhin schon 2010. Auf diesem Weg war also eher nicht mit Informationen zu rechnen. Also arbeitete ich weiter und versuchte später wieder, meinem TV-Empfangs-Gerät bunte Bilder und dumme Nachrichten zu entlocken. Das klappte auch. Erstmal. Na ja, eher scheinbar. Denn zunächst mussten ja sämtliche Sender neu programmiert werden. Nachdem dieses Werk zur Sekunde vollbracht war … Na? Was? Genau: … war der Empfang wieder weg.

Nun könnte man annehmen, dass die gewünschten Nachrichten ebenso gut über das Internet unter Verwendung des Rechners zu erhalten sein wären. Theoretisch? Klar doch! Praktisch? Bei einem Seitenaufbau von jeweils bis zu drei Minuten hält sich die Dauer meiner Motivation in recht überschaubaren Grenzen.

Mittlerweile wäre ich bereit gewesen, von meinem normalerweise generellen Vorsatz, niemals Gewalt anzuwenden, zumindest vorübergehend Abstand zu nehmen. Ich war genervt hoch Zehn und froh alleine zu leben, so dass das niemand mitbekommen würde. Mit den von mir ganz neu kreierten Schimpfwörtern überraschte ich mich ein ums andere Mal selbst und war froh, sie im Anschluss auch recht schnell wieder vergessen zu haben. Um mich insgesamt etwas milder zu stimmen wechselte ich vom Schreibtisch in die Küche, um während des Genusses eines heißen Kaffees erstmal durchzuatmen. Beim Entsorgungsversuch des Pads verklemmte sich der Deckel des Mülleimers und trat damit den Beweis an, dass auch ich – selbst an einem Tag wie diesem – mit Gewalt nicht weiter komme. Bei dem kläglich scheiternden Versuch, ihn robuster als sonst praktiziert zum Schwingen zu bewegen, zerbrach er schlicht und ergreifend. Zum Glück kann ich mit Niederlagen umgehen und ließ ihm seinen Triumph.

Mittlerweile war es ca. 18:30 Uhr, als plötzlich und unerwartet das Telefon klingelte. Bereits vor dem Abnehmen des Hörers sah ich, dass es mein Paps war, der mich zu sprechen gewünschte. Ich atmete tief durch. Sehr tief. Allein schon, um das Brechen meiner Stimme und das Ablassen des mit mir herum geschleppten Frusts irgendwie zu verhindern. Ich wollte dieses tendenziell als Missstimmung zu definierende Ungemach keinesfalls in den Hörer krähen. Das klappte auch. Erstmal. Wir begrüßten uns fröhlich-freundlich und smalltalkten kurz vor uns hin. Dann jedoch geschah genau das, was an diesem Tag auf gar keinen Fall hätte geschehen dürfen: Er fragte mich, wie es mir geht. In dem Moment brachen alle nicht vorhanden Dämme und ich polterte einfach los. Nach einiger Zeit bemerkte ich jedoch, dass sich mein Paps vor lachen kaum noch ein kriegte. WAS WAR DARAN LUSTIG? Egal! Schön, wenn ich wenigstens anderen Menschen mit einem solchen Tag eine Freude bereiten kann. ;)

Nicht wegen aber nach dem Telefonat war ich fix und alle. Ich erwartete von diesem Tag außer Schlechtem wirklich rein gar nichts mehr und ging ins Bett. Es hätte mir keine allzu großen Probleme bereitet, wenn ich einfach bis zu nächsten Tag durch geschlafen hätte. Diese Möglichkeit schloss ich allerdings nach anderthalb stündigem Wachliegen aus und traute mich erneut in die laufenden 24 Stunden. Im Kühlschrank standen noch Kringelnudeln vom Vortag. Außerdem waren noch u. a. Schinkenwürfel, Frühlingszwiebeln und geschredderter Käse dort. Also zückte ich eine Auflaufform, stapelte alles und verfolgte aktiv den normalerweise einfachen Plan, es in der Mikrowelle überbackend zu erhitzen. Noch als ich dachte, dass mir an diesem Tag vermutlich die Auflaufform zerspringt würde stellte ich fest, dass sie zu länglich = groß war, als dass sich der Teller der Mikrowelle noch hätte drehen können. So wurde das also nix und ich heizte stattdessen den Ofen vor. Die Chancen, dass die Auflaufform doch noch zerbrechen könnte, standen also gut. Aber nix! Abgesehen davon, dass es mich persönlich stört, wenn ich von „in fünf Minuten gibt es Essen“ auf „eine halbe Stunde dauert es doch noch“ verschoben werde, erfolgte die Sättigung meines desastrierten Ichs völlig problemlos. Zumindest fast: Während ich am Schreibtisch saß und darauf wartete, dass der Ofen die richtige Temperatur erreichte, machte es plötzlich „fffffump!“. Später stellte sich heraus, dass sich eine der Herdplatten … tja, was hat sie denn nun? Zumindest ist sie jetzt einige Millimeter höher, ringsum kommt eine Menge schwarzes Pulverzeux raus und ich traue mich nicht mehr, sie zu benutzen. Immerhin ist sie mir nicht um die Ohren geflogen. Immer positiv denken; selbst an einem solchen Dreckstag!

Dennoch: So viel Süßstoff, wie ich an einem solchen Tag brauchen würde, gibt es auf der ganzen Welt nicht! *ARRRRRGH!

 

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Die Freidenkerin war mit dem aktuellen Stöckchen, das sie bei Silvie gefunden hatte, etwas unvorsichtig. Sie schmiss es hoch in die Luft und mir donnerte es an die Birne. Na, danke! ;o) Und das mir … ausgerechnet zum Thema Shopping. Aber gut; wenn ich nun schon eine Beule davon habe, beantworte ich es auch:

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Du bist im Geschäft unterwegs. Landet auch was in deinem Korb, das nicht auf der Liste stand? Oh, ja! Manchmal frage ich mich, warum ich meinen Einkaufszettel überhaupt mitnehmen: Aber wehe, wehe, wenn ich ihn vergesse …

In welcher Ecke des Supermarkts hältst du dich am liebsten auf? Obst und Gemüse, Fleisch- und Käsetheke

Was landet automatisch immer in deinem Korb? Ananas und Früchte je nach Jahreszeit

Durchschnittlicher Preis, den du ausgibst? Je nachdem was anliegt, zwischen 50 und 100 Euro pro Woche.

Bar oder Karte? Vorzugsweise bar.

Könntest du den Laden blind durchgehen und trotzdem die richtigen Dinge einpacken? Da ich einen Orientierungssinn habe, den jede halbe Scheibe Toastbrot locker überbietet, möchte ich lieber nicht wissen, was in einem solchen Fall in meinem Wagen landen würde! ;)

Um welchen Gang machst du einen großen Bogen? Üblicherweise ist alles so verschachtelt aufgebaut, dass ich sowieso durch alle Gänge muss.

Hamsterkäufe? Kaffee, Tee, Schokolade mit ganzen Mandeln

Was hast du dich noch nie getraut einzukaufen? Ich schrecke vor fast nix zurück. Insofern kaufe ich, worauf ich Lust habe. Was „andere“ darüber denken interessiert mich nicht einmal wenig.

Spar- oder Qualitätsmarke? Wenn ich Qualität zu einem günstigen Preis bekomme, nehme ich spar.

Kaufst du Zeitschriften/Bücher im Supermarkt oder im Fachhandel? Wenn, dann im Fachhandel.

Wechselst du die Schlange, wenn eine neue Kasse aufmacht? Üblicherweise habe ich exakt in dem Moment begonnen, meine Waren auf das Band zu schaufeln. Also: Nein.

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Bei meinen Antworten bitte ich zu berücksichtigen, dass ich üblicherweise nur aus reinem Selbsterhaltungstrieb einkaufen gehe. Wenn also der Kühlschrank leer ist oder sich die Getränke dem Ende neigen. Einkaufen ist für mich Höchststrafe. Will jemand mit mir an einem Samstag in die Stadt, ist das entweder (wenn ich tatsächlich mit gehe) der größt mögliche Liebesbeweis meinerseits oder ein Trennungsgrund! ;)

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Und jetzt bitte Vorsicht: Das Stöckchen fliegt schon wieder recht tief aber immerhin weiter! ;o)

 

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