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Posts Tagged ‘Laptop’

Kurz nach halb Elf passierte es: Dunkel. Zack. Alles aus. Der Fernseher machte zum Abschied noch kurz Pling, der Rechner kam nicht einmal mehr dazu. Vorsichtig tastete ich nach links, wo diverse Teelichte stehen. Nachdem das erste brannte, arbeitete ich mich systematisch durchs Wohnzimmer, wo überall Teelichte stehen. Anschließend kramte ich die beiden Bewegungsmelder heraus, die ich vor langer Zeit einmal angeschafft hatte, als nächtlich auf meinem Balkon immer mal wieder recht putzwunderliche Geräusche zu hören waren.

Die Batterien fand ich dieses Mal sehr schnell und bestückte beide. Dann hatte ich wieder Licht. Nicht taghell aber man muss ja auch mal Kompromisse machen. Internet gab es natürlich nicht aber mein Laptop hatte noch Saft auf dem Akku, so dass ich erstmal weiter arbeiten konnte. Geht. Es geht (fast) alles. Plötzlich überlegte ich, was wäre, wenn die Pumpen des Wasserwerks nicht mehr funktionieren würden. Also befüllte ich im Bad einen Eimer mit Wasser und in der Küche einen riesigen Topf. Mineralwasser in Flaschen habe ich sowieso immer.

Die nächste Überlegung galt der Ursache. Kann es sein, dass die Atom-Mächtigen ihre Schikane nun noch weiter ausspielen? Ich meine … hat es vor dem Beschluss, aus der Atomenergie auszusteigen, jemals eine Situation gegeben, in der alle Atomkraftwerke eines Betreibers auf einmal ausgeschaltet werden „mussten“? Angeblich zu Wartungszwecken. Meines Wissens nicht. Direkt nach Verkündung des Ausstiegs kam es zu einem solchen Szenario, was jedoch keinen Blackout zur Folge hatte. Obwohl er doch als Möglichkeit so großspurig angekündigt worden war.

Aber mit Ankündigung ist sowas ja auch langweilig. Dann ärgert sich das schnöde Wahlvieh ja nicht. Für gestern Abend gab es keine Ankündigung. Aktuell wird von 20 Minuten Stromausfall gefaselt. Hier waren es knapp anderthalb Stunden. Kurz nachdem die Stadt im Dunkeln lag, krähte irgendein weibliches Wesen hinter meinem Haus „Die hat aber Strom!“ woraufhin ihr Begleiter etwas leiser zur Kenntnis gab, dass es sich wohl nur um Kerzen handelt. Röchtöööch! Daraus folgt jedoch die weitere Erkenntnis: Je dunkler es ist, desto lauter scheinen Stimmen zu sein.

Nach heutigen Berichten sollen spezielle Stadtbewohner besonders pfiffig gewesen sein und räumten im nicht nur sprichwörtlichen Handumdrehen Supermärkte und weitere Läden aus. Ein weiteres Argument dafür, Plünderer auf der Stelle zu erschießen? Die Bahn fuhr munter weiter und über das Handy war nur noch Notruf möglich. Der wurde offensichtlich notgedrungen eifrig genutzt. Denn Martinshorn hörte man allerorts. Vermutlich auch, um Intensiv-Patienten zu verlegen. Bleibt zu wünschen, dass Plünderer und Verursacher solcher Blackouts auch irgendwann mal … verlegt werden müssen.

Dass tatsächlich ein kleiner defekter Stromkasten dafür verantwortlich war, dass gestern Abend in ganz Hannover für bis zu knapp anderthalb Stunden kein Strom mehr floss, glaubt wohl nur, wer sich die Hose noch mit dem Bagger anzieht. Ich fand es jedenfalls relativ gemütlich mit den vielen Kerzen. Und wenn es jemand auf zu blöde Weise darauf anlegt, mich zu ärgern, hat das bis heute nur ausgesprochen selten Erfolg gehabt. Mich ärgert man nicht so schnell, MICH NICHT!

;o)

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Es gibt Tage an denen ich mächtig dankbar dafür bin, dass es die Schwerkraft gibt. Anderenfalls wäre ich heute wohl mal wieder nur mit Leiter rumgelaufen!

Mal abgesehen von diversen Zetteln und Stiften, die mir heute sämtlichst zunächst aus der Hand fielen, fing der Tag schon recht putzig an: Mit einem Stromausfall. Man gut, dass mein Laptop mit Akku läuft. Aber das allein ist es ja nicht. Kaffee konnte ich mir natürlich auch nicht kochen. Verdammt, verdammt!

Was ich allerdings erst feststellte, nachdem ich zunächst ohne hinzugucken mit links auf den „On“-Knopf der Senseo gedrückt habe und nach fehlgeschlagenem rechtsseitigen Blindversuch, unfallfrei einen Kaffeebecher aus dem Regal zu nehmen, die daraus resultierenden Scherben des in die Spüle gekrachten Selbigen entfernen sollen zu müssen. Oder so … Keine Bange: Ich verstehe den Satz selbst nicht mehr …

Beim völlig entnervten Blick zur Senseo stellte ich fest, dass sie weder leuchtet noch aufwärmt. Also drückte ich erneut den „On-„Knopf, was jedoch noch immer nichts auslöste. Dem entsprechend zog ich meinen rechten Arm, der bereits im Begriff war, einen weiteren Becher aus dem Regal zu nehmen, und zwar dieses Mal ohne zerstörerische Energie und mit dem festen Willen, ihn wirklich festzuhalten, zurück. Denn offensichtlich hatte dieser Plan in seiner Umsetzung noch Zeit.

Die Senseo war zwar nicht gefallen (das Pad allerdings … in die Scherben!) aber dass sie nicht funktionierte gefiel mir gar nicht! Erstaunlich fand ich, dass mir erst heute auffiel, was alles nur mit Strom funktioniert. Na ja: Solange es funktioniert macht man sich darüber ja auch nicht allzu viele Gedanken. Tröstlich war, dass weder die Senseo noch mein Rechner kaputt waren, sondern einfach keinen Saft bekamen!

Apropos Saft: Als ich meinen Kühlschrank öffnete, um mir als Kaffee-Ersatz-Befriedigung einen Saft herauszunehmen, war Ersterer bereits alles andere als kalt. Der geht eben auch nur mit Strom. Dumm das! Aber es gefiel mir außerordentlich gut, dass kurz danach der Strom wieder angestellt wurde und wie vom Teufel geritten alles Mögliche in meiner Wohnung anfing zu rattern und zu spielen und zu kühlen und zu sonst was, was eben ohne Strom rein gar nix tut … Ich muss vermutlich nicht unbedingt erwähnen, dass mir der Saft aus dem Kühlschrank aus der Hand gefallen ist, oder? War aber nicht so schlimm: Warmwasser gab es ja trotz Stromausfall …

Beim späteren Versuch des Hübsch- und Stadtfeinmachens ging die Gefälligkeitsorgie dann nahtlos weiter: Die Kappe meines Kajal-Stiftes fiel runter. Aber sie fiel natürlich nicht etwa einfach nur so runter; nein, sie rollte selbstverständlich unter die Waschmaschine. Was sonst?!

Die Zahnbürste fiel nicht einfach langweilig ins Waschbecken, sondern stupste mit der bereits darauf befindlichen Zahnpasta natürlich erst noch meine Brust. Diese war ihrerseits bereits verpackt bis angezogen, weil ich mittlerweile schon fast auf dem Sprung war, meine Wohnung schnellstmöglich zu verlassen. Wäre da dann nicht Zahnpasta auf meiner Brust gewesen …

Was mir hingegen ungebremst gefiel war, dass ich nach meiner Rückkehr ohne Abrücken meiner Waschmaschine diese blöde Kajal-Kappe rausfriemeln konnte und dass ich mir jetzt ganz gemütlich einen Kaffee gönnen werde, in der Hoffnung, dass damit zumindest die Schwerkraft meiner Augenlider aufgehoben wird …

Ui schön, danke! ;)

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Längst hatte sie es aufgegeben, ihre Sucht zu verheimlichen. Wozu auch? Es würde nichts ändern. Sie hatte sich einen Ruf aufgebaut und den galt es zu bestätigen. Mit allen Mitteln, wenn es sein musste. Den um sie kursierenden Mythos würde sie aufrechterhalten. Das war sie ihrem Publikum schuldig. Ihr Kopf brannte. Mal wieder. Es war kein Wunder. Wusste sie doch, dass sie aufgrund der Medikation, die einige Ärzte für sinnvoll hielten, eben in dem Rahmen, den die Kasse bezahlte, keinesfalls Alkohol zu sich nehmen durfte. Selbst kleinste Mengen schossen ihr direkt den Kopf weg. Es war ihr egal. Hauptsache, sie konnte das, was man von ihr hielt, aufrechterhalten. Und das ging eben mit benebelten Sinnen am besten. Keiner derjenigen, von denen sie sich nur allzu gern anbeten ließ, hatte sie jemals persönlich gesehen. Aber gerade das machte den Reiz aus. Sie konnte behaupten was sie wollte, man glaubte es ihr. Mehr noch: Als sie anfänglich noch ab und zu versuchte, das von ihr virtuell gezeichnete Bild der Realität etwas anzunähern, glaubte es ihr niemand. Sie war die Grande Dame, ob sie wollte oder nicht. Mittlerweile wollte sie. Und sie genoss es.

Wie einfach es doch war, die Massen zu manipulieren. Ein irgendwo geklautes Bild mit Highheels als eigenes ausgeben und veröffentlichen; schon war sie die vornehme Madame, die nur auf hochhackigen Nobelschuhen ihren traumhaften Lebensweg beschritt. Dass sie überwiegend in flachen, abgewetzten Tretern, deren beste Zeiten seit Jahren vorbei waren, durch ihr ärmliches Leben trottete, vor allem, wenn der Rechner ausgeschaltet war, wusste ja niemand. Ihre mickrige Behausung hatte nicht einmal Schränke. In Kartons stapelten sich ihre paar Habseligkeiten, Dank derer sie wenigstens behaupten konnte, überhaupt etwas ihr Eigen zu nennen. Der gebrauchte Kühlschrank, den ein Bekannter ihr, vermutlich aus Mitleid, zur Verfügung gestellt hatte, kühlte ihr Abendessen: Eine Flasche Irgendwas; Hauptsache es knallt. Aber allein ein paar Worte über die große weite Welt in Geschichten, die sie irgendwo gelesen und als Inspiration genutzt hatte, verhalfen ihr zu dem Ruf, als weltgewandte Superfrau in einem wundervollen Appartement zu leben, sofern sie überhaupt gerade mal im Lande war. Dabei wäre es so einfach gewesen, ihr Spiel zu durchschauen: Nie hatte sie etwas von Freunden zu berichten oder von privaten Aktivitäten; eben irgendwas Realem. Wie auch? Natürlich musste sie tunlichst darauf achten, dass niemand hinter ihr Geheimnis kam. Ein intensiverer Kontakt und ihre angeblich so perfekte Welt wäre nur noch Geschichte.

Ihr Hilfsjob in einer sehr renommierten Firma verhalf ihr Dank des Firmennamens zu der Annahme, sie wäre wichtig. Darin sonnte sie sich. Warum auch hätte sie diesen Eindruck zerstören sollen? Allein die Herausgabe ihrer dienstlichen Telefonnummer machte mächtigen Eindruck bei manchen Menschen. Sie hörten auf zu denken, wenn man ihnen etwas richtig verkaufen konnte. Und das konnte sie. Dafür brauchte sie nicht einmal etwas Eigenes zu schaffen oder zu haben. Es genügte, den Eindruck zu erwecken, dass es so sein könnte, wie es andere sehen wollten. Wie andere sie sehen wollten. Warum sollte sie ihnen den Spaß nehmen. Hatte sie selbst doch das größte Vergnügen daran, zu erleben, wie blind und willig manche Menschen das, was man ihnen zum Fraße vor die Füße wirft, bereitwillig in sich hinein schlingen. Im richtigen Moment wohl dosiert, jedoch nur scheinbar, tiefstapeln und schon war alles wieder genau so, wie sie es haben wollte. Berichtete sie von einem Ausflug ans Wasser, wurde daraus eine luxuriöse Kreuzfahrt konstruiert. Sie selbst brauchte kaum noch etwas zu tun, um als Jetsetterin zu gelten. Und das Internet war voll mit Material, das sie stichwortartig unter’s willfährige Volk schmeißen konnte. Sie wurde bejubelt und auf Sockel gehievt. Anfänglich hatte sie sich noch etwas geziert, mittlerweile war es ihr recht. Vielmehr hatte sie ja eh nicht.

Nur dieser verdammte Alkohol … sie konnte einfach nicht damit aufhören. Viel zu abhängig war sie mittlerweile davon. Und das, obwohl sie wusste, dass unter anderem er sie umbringen würde. Geschichten von noblen Genussschuppen und sonstigen Etablissements, die sich die meisten ihrer Fans eh nie leisten könnten, versüßten ihr den Gedanken daran, es gerade mal wieder geschafft zu haben, genügend Geld zusammen zu kratzen, um sich in irgendeinem billigen Discounter eine Flasche Fusel zu besorgen. Nur so war es ihr möglich, mal wieder einen Abend zu überstehen. Der alte Rechner, der in ihrer Behausung stand und seit langem damit drohte, den Geist endgültig aufzugeben, wurde zur technisch neuesten Innovation des Laptop-Marktes, wenn sie ihn hochfuhr. Nur noch einloggen und ein bisschen Präsenz zeigen. Anfütterung der Massen. Es funktionierte immer. Sie kam und der Pulk johlte. Es war ein herrliches Gefühl. Wenn sie wüssten … Aber sie wissen es nicht und sie werden es nie erfahren. Ihren 60. Geburtstag wird sie sowieso nicht mehr erleben. Kurz davor wird sie ihre glamouröse Scheinwelt verlassen. Doch eines wird bleiben: Die Illusion der ewig jungen Grande Dame; die wird sie für einige immer bleiben. Wenigstens dafür hatte sie ausreichend Vorsorge getroffen.

© skriptum ’08

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Ich hätte da gern mal ein Problem, das ich gar nicht habe, und zwar wie folgt:

X

Als dieses Fenster auf dem blendfreien Bildschirm meines Laptops plötzlich aufpoppte hatte ich nur das Problem, dass ich nicht weiter arbeiten konnte, weil ich plötzlich ein PopUp vor meinen an ganz Anderem interessierten Augen hatte. Trotzdem riskierte ich einen Blick. Der verriet mir, dass ich mit dem Gelesene rein gar nichts anfangen konnte. Was mich nicht weiter verwunderte, weil ich ja bis dahin gar kein Problem hatte.

Dass bei „Lösungen zum Installieren“ „Keine Lösungen gefunden“ angegeben wurde, war nicht überraschend.

Dass „In Ihrer Sprache ist keine Lösung verfügbar“ „!Neu“ sein soll, wunderte mich hingegen schon. Ich kenne es überhaupt nicht anders. Über das falsch positionierte Ausrufungszeichen sprechen wir lieber gar nicht.

Davon abgesehen habe ich auf meinem Laptop kein Word 2002 und Firefox ist zwar installiert, war aber nicht aktiv.

Nachdem ich das PopUp weggetickert hatte, konnte ich völlig problemlos weiter arbeiten. Da bleibt nur die Frage: Habe ich zu schnell geklickt oder getippt, so dass google und microsoft mit dem Protokollieren nicht mehr hinterher gekommen sind? Soll ich (es Euch) langsamer machen? Hm?

Manchmal könnte ich echt in Versuchung geraten, mich in die Zeit der Steintafeln zurück zu wünschen …

Dennoch oder erst recht Häppi Pfingschtn ätt ool! ;o)

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Dieses Meisterstück der Schreinerei, das er auf einem der Flohmärkte seiner Gegend gefunden und spontan gekauft hatte, obwohl sein Geld weder vorne noch hinten reichte, hatte er sich nach größten Verhandlungs-Bemühungen nach Hause liefern lassen. Die Ausmaße von mehr als drei mal einem Meter in fast schwarzem Holz konnte er natürlich nicht mit seinem Sportwagen nachhause transportieren. Ganz davon zu schweigen, dass er ein solches Format nicht alleine in seine Wohnung hätte schleppen können.

Der Tisch machte sich in dem langen Flur seiner Wohnung ausnehmend gut. Er bot Platz für mindestens 10 Personen. Die Transportkosten mitgerechnet war das Prunkstück letztendlich alles andere als ein Schnäppchen aber die Größe hatte es ihm einfach angetan. Nun müsste er sich nie wieder Gedanken darüber machen, wo er seinen Gästen einen Platz anbieten könnte. Besuch hatte er zwar ewig nicht mehr gehabt aber das würde sich bestimmt bald ändern. Schließlich war er verabredet. Endlich, nachdem er monatelang vergeblich versucht hatte, jemanden persönlich kennenzulernen.
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Es gibt Tage an denen ich mächtig dankbar dafür bin, dass es die Schwerkraft gibt. Anderenfalls wäre ich heute wohl mal wieder nur mit Leiter rumgelaufen!

Mal abgesehen von diversen Zetteln und Stiften, die mir heute sämtlichst zunächst aus der Hand fielen, fing der Tag schon recht putzig an: Mit einem Stromausfall. Man gut, dass mein Laptop mit Akku läuft. Aber das allein ist es ja nicht. Kaffee konnte ich mir natürlich auch nicht kochen. Verdammt, verdammt!

Was ich allerdings erst feststellte, nachdem ich zunächst ohne hinzugucken mit links auf den „On“-Knopf der Senseo gedrückt habe und nach fehlgeschlagenem rechtsseitigen Blindversuch, unfallfrei einen Kaffeebecher aus dem Regal zu nehmen, die daraus resultierenden Scherben des in die Spüle gekrachten Selbigen entfernen sollen zu müssen. Oder so … Keine Bange: Ich verstehe den Satz selbst nicht mehr *verwirrt

Beim völlig entnervten Blick zur Senseo stellte ich fest, dass sie weder leuchtet noch aufwärmt. Also drückte ich erneut den „On-„Knopf, was jedoch noch immer nichts auslöste. Dem entsprechend zog ich meinen rechten Arm, der bereits im Begriff war, einen weiteren Becher aus dem Regal zu nehmen, und zwar dieses Mal ohne zerstörerische Energie und mit dem festen Willen, ihn wirklich festzuhalten, zurück. Denn offensichtlich hatte dieser Plan in seiner Umsetzung noch Zeit.

Die Senseo war zwar nicht gefallen (das Pad allerdings … in die Scherben!) aber dass sie nicht funktionierte gefiel mir gar nicht! Erstaunlich fand ich, dass mir erst heute auffiel, was alles nur mit Strom funktioniert. Na ja: Solange es funktioniert macht man sich darüber ja auch nicht allzu viele Gedanken. Tröstlich war, dass weder die Senseo noch mein Rechner kaputt waren, sondern einfach keinen Saft bekamen!

Apropos Saft: Als ich meinen Kühlschrank öffnete, um mir als Kaffee-Ersatz-Befriedigung einen Saft herauszunehmen, war Ersterer bereits alles andere als kalt. Der geht eben auch nur mit Strom. Dumm das! Aber es gefiel mir außerordentlich gut, dass kurz danach der Strom wieder angestellt wurde und wie vom Teufel geritten alles Mögliche in meiner Wohnung anfing zu rattern und zu spielen und zu kühlen und zu sonst was, was eben ohne Strom rein gar nix tut … Ich muss vermutlich nicht unbedingt erwähnen, dass mir der Saft aus dem Kühlschrank aus der Hand gefallen ist, oder? War aber nicht so schlimm: Wasser gab es ja trotz Stromausfall …

Beim späteren Versuch des Hübsch- und Stadtfeinmachens ging die Gefälligkeitsorgie dann nahtlos weiter:

Die Kappe meines Kajal-Stiftes fiel runter. Aber sie fiel natürlich nicht etwa einfach nur so runter; nein, sie rollte selbstverständlich unter die Waschmaschine. Was sonst?!

Die Zahnbürste fiel nicht einfach langweilig ins Waschbecken, sondern stupste mit der bereits darauf befindlichen Zahnpasta natürlich erst noch meine Brust. Diese war ihrerseits bereits verpackt bis angezogen, weil ich mittlerweile schon fast auf dem Sprung war, meine Wohnung schnellstmöglich zu verlassen. Wäre da dann nicht Zahnpasta auf meiner Brust gewesen …

Was mir auch nicht ungebremst gefiel war, dass es bereits anfing zu schneien, als ich noch unterwegs war. Was mir dagegen sehr gut gefällt ist, dass ich inzwischen wieder im Warmen bin und es draußen schneit, als würde der Winter heute alles runterfallen lassen, was er ansonsten für eine ganze Winter-Saison parat hält.

Ob ich morgen ob potentieller Schneehöhen eine Leiter brauchen werde, um mein Haus zu verlassen, kann ich jetzt noch nicht absehen. Was ich aber ganz genau weiß ist, dass es mir außerordentlich gut gefällt, dass ich ohne Abrücken meiner Waschmaschine diese blöde Kajal-Kappe rausfriemeln konnte und dass ich mir jetzt ganz gemütlich einen Kaffee gönnen werde, in der Hoffnung, dass damit zumindest die Schwerkraft meiner Augenlider aufgehoben wird …

© skriptum

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Die Nacht hatte längst ihre Fühler ausgestreckt und mich geschnappt. Zu müde war ich, um überhaupt noch etwas zu denken. Mein Bett war warm. Viel zu warm um schlafen zu können. Ich versuchte es dennoch. Vergeblich. Weder erlösender Schlaf noch irgend welche Träume, notfalls wach, wollten sich einstellen. Etwas genervt stand ich auf und schlich im Dunkeln zum Fenster. Suchte den Mond, doch der Himmel war viel zu bedeckt, um ihn sehen zu können. Nicht einmal ein einziger Stern funkelte mir entgegen. Gelangweilt fuhr ich den Laptop hoch um nachzusehen, ob noch irgend etwas zu tun war, bis ich schlafen konnte. Eine Nachricht. Von Dir. Bereits vor Stunden eingegangen. Wenn ich sie jetzt öffnen würde, wäre an Nachtruhe gar nicht mehr zu denken. Ich kenne Deine Nachrichten. Den Stil, in dem Du sie verfasst. Unnahbar und dennoch fesselnd.

Vor Jahren hatten wir uns geliebt. Keine dieser Lieben, die auf Zukunftspläne und Erwartungen ausgerichtet war, sondern einfach nur so. Man könnte auch sagen, wenn wir beide gerade nichts anderes zu tun hatten, haben wir uns immer mal wieder geliebt. Und genau das machte den Reiz aus. Genau so musste es mit uns sein. Alles andere hätte das was uns verband zerstört. In den letzten Jahren war ich davon ausgegangen, dass Du mich längst vergessen hattest. Doch dann vor ein paar Wochen eine Nachricht von Dir. Du wolltest mich sehen. Beim Lesen erschrak ich leicht. Keine Ahnung warum. Vielleicht war es auch einfach nur die Überraschung, dass Du Dich plötzlich wieder bei mir meldetest. Ich wollte Dir antworten. Doch irgend etwas kam immer wieder dazwischen. Zumindest redete ich mir das ein. Nach drei Wochen gab ich ein Lebenszeichen und Du sogst es auf wie ein Ertrinkender.

Wir telefonierten und es war, als hätte jemand ein großes Stück Zeit aus dem Lauf der Dinge heraus geschnitten. Eine alte Verbundenheit, die wir beide fühlten. Die bekannte Sucht aufeinander. Der Klang Deiner Stimme reichte aus, um mir jede Form von Schauer über den Rücken zu jagen. Alles war plötzlich wieder da. Das Gefühl Dich zu spüren. Deine Hände auf meiner Haut. Das Wissen, von Dir gehalten zu werden, wenn ich mich fallen ließ. Dich zu halten, wenn uns nichts mehr hielt. Deine Blicke, die mehr sagten, als Tausend Worte. Die Nächte mit Dir und der Kaffee am nächsten Morgen. Nur als Stärkung, kleine Pause, um anschließend sofort da weiterzumachen, wo wir vor Minuten aufgehört hatten. Grenzenlos, genau so lange, wie es eben passte. Solange wir nichts anderes zu tun hatten. Eindringen ins Sphären, die so kein Anderer von uns kannte. Kein Anderer je kennenlernen würde. Eindringlich eindringend. In uns. Für uns. In Nächten die nicht zu warm zum Schlafen sein mussten, um nicht schlafen zu wollen.

Wann war es, als wir uns das letzte Mal gesehen, gefühlt haben? Gestern? Die Zeit kann ein Freund sein. Zeit, die man dem Alltag abluchst, um sie sinnvoller zu nutzen, als mit Schlaflosigkeit und vergeblicher Mondsuche. Meine Fingernägel tippeln immer nervöser auf dem Schreibtisch rum. Die Verlockung, Deine Nachricht zu öffnen, wird größer. Ich werde wacher. Du willst mich sehen, fühlen. Das weiß ich, auch ohne Deine Nachricht zu öffnen. Die Nacht ist mondlos. Und warm. Und Deine Nachricht, die ich öffnen will doch noch nicht kann, weil ich mich meinen Gedanken noch einen Moment lang gedankenlos hingeben will, steht lockend vor mir. „Überrasch‘ mich!“ fordertest Du damals immer wieder grinsend. Und ich wüsste nicht, wann mir das mal nicht gelungen sein sollte. Zumindest wenn ich Deine Reaktionen, Deine Blicke, richtig gedeutet hatte. Und plötzlich steigt diese Lust auf Dich in mir auf. Wird fast übermächtig. Ja, ich will Dich auch sehen, Dich wieder spüren. Einfach so. Kein Alltag, keine Probleme, nur Du und ich im Hier und Jetzt. Unverbindlich verbunden.

Einen Moment lang überlege ich, mir einen Kaffee zu kochen und gar nicht mehr zu versuchen, Schlaf zu finden. Doch dann klappe ich den Laptop mit Deiner ungelesenen Nachricht zu und gehe zurück ins Bett. Wie überraschend wäre es wohl, wenn ich plötzlich gar nicht mehr antworte? Nie mehr? Was würdest Du tun? Es akzeptieren? Nein, so bist Du nicht gestrickt. Unnahbar und dennoch fesselnd. Wie Deine Nachrichten. Was Du willst bekommst Du immer. Mir war nur nie ganz klar, ob ich dazu gehören möchte. Fraglos war es reizvoll, immer wieder von Dir erobert zu werden. Und Dich zu erobern. Ohne Kalkül. Vielmehr als Wechselspiel, das wir beide genossen. Immer dann, wenn wir nichts anderes zu tun hatten. Ich hatte gerade nichts anderes zu tun. Nichts, als nicht schlafen zu können in einer Nacht, die mondlos und zum Schlafen viel zu heiß war. Lächelnd lasse ich mich in das Kissen zurück fallen, kurz bevor es an der Tür klingelt. Bereits bevor ich sie öffne ist klar, dass Du es bist, der mitten in der Nacht vor meiner Tür steht. Du willst mich überraschen und weißt ganz genau, dass es Dir gelingen wird. Der Kaffee muss noch warten.

© skriptum

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