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Posts Tagged ‘laut’

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Es ist soweit: Schon wieder ist ein Monat rum.
Na ja, etwas mehr schon aber hier ist ja niemand pingelig.
Also ab zu den Suchwörtern der letzten vier,quetsch Wochen:

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knie im schlaf verdreht
im schlaf das knie verdreht

Nochmal? Du kannst wohl nicht genug kriegen, was?!

orangen spanien imazalil

Nicht nur in Spanien, das gilt europaweit.

welcher vogel trillert

Welcher nicht?

gefahrenzeichen säure
gefahrenzeichen

AvatarSchlange-50 ;o)

texte für den roten granit

Wie wäre es mit Name, Geburts- und Sterbedatum?

sebum kuss

Du möchtest Hauttalg küssen, der aus aufgeplatzten/abgestorbenen Zellen besteht? Na ja, gut: wer’s braucht.

limerick husten

Ach, Quatsch: Husten musst Du ihn nicht, sag ihn einfach so auf!

burn out betroffenen keine liebesschwüre abverlangen

Könnte man machen, wäre aber sowieso sinnlos.

tusneldawein

Ich trinke keinen. Gut so: mehr für Dich! ;)

arzt einlauf

Hast Du ihm gegeben? Ich erwarte einen ausführlichen Bericht! Na ja, nicht ZU ausführlich bitte!

mehrpersonenhaushalt gez befreit

Ja ne, ist klar: Single-Haushalte müssen genauso viel zahlen, wie Mehrpersonen-Haushalte, was ungerechter kaum sein könnte, und jetzt werden die MPHs auch noch ganz befreit, hm?! So ungefähr? Geh weg!

ich trage dicke windeln
windelzeichen bedeutung

Klar, wer weiß, wozu es gut ist! Was es zu bedeuten hat, möchte ich allerdings gar nicht wissen.

nicht mit und nicht ohne dich
nicht mit dir und nicht ohne dich
nicht mit dir aber auch nicht ohne dich
ich kann nicht ohne dich und nicht mit dir

Kannst Du Dich irgendwann mal entscheiden?

ungeziefer in der küche
ungeziefer küche

stelle ich mir ziemlich ekelhaft vor. Aber ob die Küche dann gleich ein Ungeziefer ist …

nachtschmankerl

Ein Stückchen harte Zahnpasta zum Lutschen?

was passiert mit leichenwasser
leichenwasser im grundwasser

Kann angeblich nicht sein. Allein schon, weil es nicht sein darf. Ich glaube da was anderes … und rieche es im Sommer auch sehr intensiv aus den Kanaldeckeln. Leider!

pinke pelikane
weiß mit pinken pelikanen von

Du kamst bis „von“. Und dann?

das gemeinsame lied wortbehagen

Ja, die Bruni hat schöne Lieder in Form von lyrischen Texten!

erfahrungen mit fotostudio potz-blitz in hameln

habe ich nicht. Du?

pilotinporno

In der Maschine möchte ich nicht mitfliegen!

atomatisiert

Ich würde sagen: mächtig klein

hurra ich habe geerbt
ich hab 1 milion geerbt
6,5 millionen geerbt

Und jetzt wollt Ihr meine Kontonummer haben? Kommt per E-Mail!

der teufel und der wind hannover

SO schnell bin ich nun auch nicht unterwegs! ;)

pauley perrette patenkind

Ich bin es nicht, hätte aber keine grundsätzlichen Problem damit.

allergieausweis muster
allergieausweis quecksilber verloren

Quecksilber im Allergieausweis zu transportieren ist auch bestenfalls sub-optimal, keinesfalls ein Musterbeispiel an Vernunft!

marius müller westernhagen aufgespritzt

Auf was?

„meine schuhe“ „paarweise“ blog

Kann nicht schaden!

eu scheisse
scheiss eu? warum?

Willst Du die höfliche Kurzversion oder hast Du ein paar Wochen Zeit?

„solange sie leben“ „elefanten wachsen“

Das soll vorkommen, jou!

neuestes zum kopfstand

Hä? Neuestes? Um Himmelswillen: Wie lange stehst Du denn schon auf dem Kopf?

orthophenylphenol giftig

Höchst vermutlich. Guck doch mal nach Imazalil.

bitte stehen lassen

Ich nehme hier nix weg!

grabaufhebung nach 20 jahren verhindern

Warum auch aufheben? Lass es doch einfach da, wo es ist.

lebend toilette diener

Öhm … darüber solltest Du mal mit jemandem ganz in Ruhe reden.

würgereiz milch

Pur? Dann geht’s mir auch so!

leiterleitern ordnungsamt

Na, Du willst ja hoch hinaus, was?!

perfide kurzgeschichte

An was hattest Du denn ungefähr gedacht?

spülmaschinentür hängt runter

Dann klapp sie doch hoch!

sarkasmus muss sein

Da bist Du hier ja genau richtig! ;o)

ffel mäuserich

Was? Stoffel? Waffel? Muffel? Rüffel? Pantoffel? Entscheide Dich!

ungeziefer im bett bilder

Damit kann ich nicht dienen. Und das ist was? Genau: PRIMA!

wenn keine post ausgetragen wird kann man seine post im postamt abholen?

Ne, das wäre zu einfach. Du wirst bitte, wie schrillionen anderer Menschen auch, gefälligst warten, bis man sie Dir bringt! Wann immer das auch sein mag. Klar?

balkon skriptum

Meiner!

gedicht an mein patenkind

Davon gibt es hier einige. Wenn Du sie findest, FRAG bitte vorher, statt sie ohne Quellenangabe einfach als Dein Werk irgendwo zu verschwurbeln. Okay?

stenz spitzen

Frag mal bei Spiegel-Online. Die kennen sich mit unsinnig verwendeten Begriffen bestens aus!

ich mag schnarchen

Ich auch!

methoden zur schwellkörperzellendehnung
penis für sauna vergrössern
masturbation wettbewerb

Wie seid IHR denn drauf? Oder auch:

wie peinlich ist das denn

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So, das war’s mal wieder.

Ich hoffe, Ihr hattet genauso viele Momente des
Stutzens und Grinsens bis laut Lachens wie ich! ☺

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Ja, die Zeiten ändern sich.

Früher, ach früher …

… war es so, dass das Internet, Foren und Blogs, einen kleinen Teil der Freizeitgestaltung ausgemacht haben. Es sollte einfach Spaß machen und ein wenig zusätzliche Abwechslung in den Alltag bringen. Heutzutage beschleicht mich immer häufiger der Eindruck, dass einige gar nichts anderes mehr haben, als ihre Rappelkiste. Jeder Mist wird sofort proklamiert.

… war es so, dass man Menschen, die man nicht mochte, einfach links liegen ließ. Heute muss man es sie auf allen Wegen wissen lassen. Bei anderen, die nicht schnell genug auf einen Baum kommen, wird hinterrücks Überzeugungsarbeit geleistet, WIE scheiße derjenige doch ist. Wie viel unglaublich unsinnige Arbeit wegen jemandem, den man doch angeblich doof findet …

… war es so, dass man an Aktionen, die das eigene Interesse nicht berührten, einfach nicht teilgenommen hat. Heute muss man lang und breit erklären, wie blöd man das und alle die es tun findet. Dass man selbst allerdings genau das tut, was man bei anderen ach so blöd findet, ist okay. Das Knallen kommt übrigens möglicherweise vom Schuss ins eigene Knie.

… war es so, dass man sich einfach gefreut hat, wenn ein kleines Geschenk oder ein privater Gruß in der Post war. Man bedankte sich beim Schenker und gut war’s. Heute muss man groß und breit plakatieren, wer einem wann und warum was geschickt hat; bitte unbedingt mit Foto! Die ganze Welt muss schließlich wissen, wie sehr man sich darüber demonstrativ freut.

… war es so, dass man es einfach getan hat, wenn man jemandem mit einer Aufmerksamkeit eine Freude bereiten wollte. Heute muss man auf seinem Blog wochenlang zelebrieren, wie anstrengend die Vorbereitungen sind und wie viel (doch wohl freiwillige?!) Arbeit und Zeit darin steckt. Womit sich der Kreis zum vorherigen Punkt wieder schließt.

… war es so, dass man einfach auf Toilette ging, wenn man diesen Drang verspürte, oder andere – rein private Angelegenheiten – eben für sich erledigte. Heute muss man es vorher öffentlich ankündigen und den genauen Verlauf beschreiben. Nicht vergessend, irgendwelche Auffälligkeiten genau zu definieren. Vorzugsweise natürlich auch hier mit Foto.

… war es so, dass es niemandem aufgefallen ist, wenn bei schönerem Wetter die Aktivitäten im Internet stark eingeschränkt wurden. Heutzutage wird gemotzt, geschmollt und mit Blogschließung gedroht, nur weil an herrlichen Sommertagen die Klicks oder Kommentarzahlen zurückgehen. Wenn einem sowas den Tag versaut, dürfte wohl irgendwas vollkommen falsch laufen.

… war es so, dass gegenseitige Akzeptanz selbstverständlich war. Wenn man jemanden ablehnte, war das so. Deshalb musste nicht die ganze Welt diese Ablehnung teilen. Mit Sympathie verhielt es sich genauso. Heutzutage begibt man sich mitunter auf verdammt dünnes Eis, wenn man jemanden mag (und das auch zeigt), den andere Blogger doof finden. Und umgekehrt.

… war es so, dass man unliebsame Beiträge einfach weggeklickt hat. Heute muss man sie studieren und anderenorts samt Verfasser in der Luft zerreißen, statt einfach sein Missfallen direkt unter dem Beitrag mittels Kommentar kundzutun oder die Finger still zu halten. (Ob ich die Kommentare hinter diesem Beitrag sperren sollte? *g).

… war es so, dass Menschen, die andere ständig provoziert und hinterrücks gehetzt haben, bestenfalls ausgelacht wurden, wenn sie aufgrund des schärfer werdenden Gegenwindes losheulten. Heutzutage finden solche Wesen durch geheuchelte Integrität sogar eine kleine Schar von Anhängern, die allerdings üblicherweise sowieso ihre Fähnchen in jeden Wind hängen. Und diejenige, die am lautesten nach Offenheit und Ehrlichkeit krähen, agieren selbst mit geschlossenem Visier.

… war es so, dass man sich sein Urteil durch mindestens zweiseitige Informationen gebildet hat und frühestens anschließend urteilte oder die Konsequenzen zog. Heutzutage werden Menschen bereits abgeurteilt, ohne dass sie überhaupt Stellung beziehen konnten. Die Ankläger müssen nur infam, perfide und laut genug krähen, damit ein Ahnungsloser zum Schuldigen wird.

… war es so, dass Menschen sich sinnvoller beschäftigen konnten, als permanent Aufzeichnung über anderer zu sichern. Es wurde nicht jahrelang protokolliert, wer wann mit wem was über wen gesagt, gemacht oder geschrieben hat. Klardaten waren vertraulich und blieben es. Geschehnisse, die mehr als ein paar Monate her waren, galten als veraltet. Heutzutage muss man damit rechnen, dass sogar Jahrzehnt alte Äußerungen über irgendeinen Fliegenschiss als Beweis für irgendwas herangezogen und ohne Hintergrundwissen bewertet werden. Nicht vergessend, sich über Kamele aufzuregen, die gerade gewachsenes Gras wieder wegfressen. Die Sta‘Si scheint gegen einige Internet-Protokollanten echt ein kleiner Scheißdreck gewesen zu sein!

… war es so, dass man sein Wort öffentlich führen konnte, u. a. weil Fairness noch groß geschrieben wurde. Wer heutzutage mit seiner Hetze öffentlich nicht mehr weiter kommt, schließt die Öffentlichkeit aus und lädt sich sein Gefolge auf den geschützten Blog. Nicht berücksichtigend, dass die Möglichkeit der Weiterleitung aller Aufwiegelungen an die Verunglimpften mit jedem weiteren Teilnehmer wächst.

… war es so, dass es Menschlichkeit und Miteinander gab. Vor allem, wenn jemand Schwächen zeigte. Heute muss derjenige damit rechnen, dass Schwächen bei nächster Gelegenheit ausgeschlachtet werden. Begriffe wie Anstand, Moral, Höflichkeit und Meinungsfreiheit bleiben dabei völlig auf der Strecke, werden überstrapaziert oder nur für sich in Anspruch genommen.

… war es so, dass man technische Möglichkeiten nutzen konnte, wie man es selbst für sinnvoll erachtet hat. Heutzutage muss man sich rechtfertigen, wenn man beispielsweise alle Kommentare vor Veröffentlichung sehen möchte, um beispielsweise dem hirnlosen Gequatsche von braunen Würstchen und sonstigem Pöbel keine Chance zu geben.

~

Mich irritiert das etwas. Denn wenn ich jemanden doof finde, lasse ich ihn nach wie vor links (wahlweise auch mal rechts oder sonst wo) liegen; zumindest solange er/sie mich lässt. Beiträge, die (oder deren Verfasser) mich nicht interessieren, klicke ich weg oder meide sie vornehmlich ganz. Ich unterlasse Aktivitäten kommentarlos, zu denen ich keine Lust habe und genieße Post und Geschenke als das was sie sind: Private Gaben. Auf gleichem Wege bedanke ich mich üblicherweise auch. Ausnahmen mögen mitunter diese Regel bestätigen.

Wenn ich etwas verschenken möchte, tue ich es einfach, ohne dem Beschenkten bereits im Vorfeld ein schlechtes Gewissen wegen meiner vielen Mühen zu machen. Informationen über mein Privatleben, die die Welt nicht braucht, behalte ich für mich. Auch überlege ich sehr genau, was ich bereit bin, „der Welt“ auf meinen Blogs über mich mitzuteilen. Nur wer mich privat kennt, hat tatsächliche Informationen über mich. Zu dem, was ich öffentlich schreibe, kann ich jederzeit Auge in Auge stehen.

Ich lebe mein Privatleben real und das Bloggen spielt darin zu maximal fünf Prozent eine Rolle; oftmals noch weniger. Nur der Umfang an Bloggerei im Internet, der mich bereichert, ist freiwillig Teil meines Privatlebens. Wenn das Wetter schön ist, fällt es mir kaum auf, wenn auf meinen beiden Blogs weniger „Traffic“ herrscht, weil ich selbst nicht online bin. Wenn doch, freue ich mich, dass es außer mir noch weitere Menschen gibt, die das reale Leben dem Internet vorziehen.

Sympathie und Antipathie pflege ich unabhängig vom „Mainstream“. Wenn ich jemanden mag oder ablehne, ist es mir egal, ob andere genauso empfinden. Nichtmögen muss ich nicht täglich thematisieren; in meinem Leben gibt es Schöneres. Auch ist es mir egal, ob andere meine Einstellung teilen. Bei einigen scheinen Überzeugungen sowieso flexibler zu sein, als Windsäcke. Blogger, die sich (vermeintlich geschützt/hinterrücks) über mich oder mir nahe stehende Blogger das Maul zerreißen, möchte ich auf meinen Blogs nicht mehr sehen. Anfragen, wo ihre Kommentare geblieben sind, erübrigen sich dem entsprechend.

Wenn jemand mir gegenüber über Abwesende herziehen will, bin ich dafür ein denkbar schlechtes Publikum. Üblicherweise bedienen sich solche Charaktere immer gleicher Machenschaften und ziehen stets denjenigen durch den Dreck, der gerade abwesend ist. Wenn ich nur einseitige Informationen habe, bilde ich mir daraus kein Urteil. Das kann nur falsch, bestenfalls unvollständig sein. Und wer mir nicht mit offenem Visier begegnen kann oder will, sollte nicht mich, sondern den Mondschein wählen.

Wenn ich Informationen über jemanden habe, behandele ich diese grundsätzlich vertraulich. Also genau so, wie ich es im umgekehrten Fall ebenfalls erwarte. Ich habe genügend eigenes Leben, als dass ich mich über Freud und Leid anderer Menschen wichtig oder interessant machen müsste. Privat ist privat und bleibt privat. Gleiches gilt für Persönliches.

Wenn ich etwas über jemanden zu sagen habe, kann ich das offen tun und muss mich dazu nicht verstecken. Auf Menschen, die bereits am Boden liegen, trampele ich nicht noch herum. Entweder versuche ich sie zu stützen oder ich lasse sie in Ruhe. Rechte, die ich für mich in Anspruch nehme, gestehe ich anderen genauso zu. Wenn jemand entscheidet, die ihm zur Verfügung stehenden, technischen Möglichkeiten zu nutzen, ist das für mich eine Tatsache, keine Diskussionseröffnung.

~

Tja, alles in allem muss ich feststellen: „Irgendwas stimmt nicht mit Hasi“ … Ob es gegen Fossilität etwas von Ratioschmarrn gibt?

 

 

;o)

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… als ich ständig auf der Jagd nach Autogrammen für einen kleinen Jungen war. Die Tatsache, dass ich bei einem Radiosender arbeitete und in den Ablauf diverser Veranstaltungen sowohl während der Vorbereitung, als auch am Veranstaltungsabend, direkt einbezogen war, erleichterte dieses Unterfangen.

Eines der ersten Autogramme organisierte ich während einer Boxveranstaltung von Udo Lindenberg. Da ich im VIP-Bereich eingeteilt war, stellte es kein Problem dar, alle möglichen Promis mal schnell zu überfallen. Udo Lindenberg ist mir, neben Graciano Rocchigiani, sowie Vitali und Wladimir Klitschko innerhalb dieser Veranstaltungen am angenehmsten in Erinnerung geblieben. Alle vier sind (man mag es in zwei von vier Fällen vielleicht nicht unbedingt glauben) ausgesprochen charmant! Selbst Udo legte nach wenigen Minuten sowohl sein Genuschel als auch die Sonnenbrille ab und wir unterhielten uns recht angeregt; sogar Auge in Auge! ;)

Das beeindruckendste Zusammentreffen (ich erwähnte es sicher schon das eine oder andere Mal) aller Zeiten war mit Hardy Krüger Senior. Dieses für mich wunderschöne Gesicht ist das beste Argument gegen jede Form von Straffung der Haut! Wenn er sich jemals in seinem Gesicht chirurgisch herumfuhrwerken lassen würde, wäre ich persönlich beleidigt. Diesem Menschen mit ca. 20 Zentimeter Abstand gegenüber zu stehen und sich mit ihm zu unterhalten ist einfach atemberaubend! Wobei dieses Gesicht so viele Lebensspuren aufweist, dass er eigentlich gar nichts zu sagen braucht, und trotzdem Geschichten erzählt.

Als die ATP in Hannover stattfand, war ich ebenfalls fast Tag und Nacht auf dem Messegelände. Nachdem ich Freitagabend endlich zuhause war, glitt ich komplett abgeschossen in die Badewanne. Ich wollte nur noch eines: Ruhe! Aber natürlich klingelte bald das Telefon. In einem mittelschweren Anfall von Wahnsinn ging ich auch noch ran. Damit nicht genug: Ich ließ mich auch noch überreden, in Harry’s New York Bar zu fahren. In dem dort angeschlossenen Pelikan Hotel residierte Boris Becker. Das hatte ich allerdings überhaupt nicht auf dem Schirm. Ich ärgerte mich nur über mich, weil ich mich tatsächlich noch hatte überreden lassen, mich in der Bar mit Freunden zu treffen.

Die Bar war vollkommen überfüllt, was für einen Freitagabend normal war. Irgendwann entdeckte ich ein paar Meter weiter an der Theke Boris Becker. Ich heimste also von irgendwo Zettel und Stift ein und stiefelte spontan auf ihn zu. Dass er von zwei Bodyguards bewacht wurde, registrierte ich natürlich nicht. Was interessierte es mich? Ich wollte nur ein Autogramm. Versprochen ist versprochen. Also schoss ich auf ihn zu und hielt ihm Zettel und Stift entgegen. Beziehungsweise … ich wollte, kam aber nicht dazu:

Blitzartig rissen mich die beiden Bodyguards, einer links und einer rechts unter meine Arme greifend, weg von ihm. Wer von uns dreien in dem Moment bekloppter geguckt hat, weiß ich nicht. Immerhin waren die beiden Typen dafür da, genau sowas zu verhindern. Ich weiß jedoch, dass Boris Becker so laut loslachte, dass ich annahm, er würde jeden Moment in Schnappatmung übergehen. Er gab dann Zeichen und die beiden Riesen ließen mich wieder auf meinen eigenen Füßen stehen. Nachdem wir kurz gequatscht hatten und ich mein Autogramm von ihm hatte, verabschiedeten wir uns und wünschten uns noch einen netten Abend. Ich ging zurück zu meinen Freunden, die natürlich alles mitbekommen hatten und sich fast nicht mehr einkriegten.

Da der Bereich an der Theke immer voller wurde, verzogen wir uns in einen kleinen, angegliederten Nebenraum, in dem mehrere Bistro-Tische und Stühle standen. Dort war es wenigstens etwas ruhiger und man konnte sogar fast ungehindert durchatmen. Wenige Sekunden später folgte einer der Bodyguards. Ich dachte, jetzt kriege ich doch noch Mecker aber nö: Er guckte und verschwand wieder. Keine Minute später saß Boris Becker nebst seinen beiden Aufpassern an unserem Nebentisch und wir haben uns noch ein wenig unterhalten. Das war ausgesprochen nett und charmant. Ich weiß gar nicht, warum ihm so häufig nachgesagt wird, dass er so ein Bollerkopp sein soll.

Warum ich das alles schreibe? Weil ich nicht nur wissen will, ob ich es bis Ende August schaffe, nicht über Werbung zu motzen (harte Probe!). Ich treibe es sogar auf die Spitze und erzähle etwas Lustiges über Werbung, nämlich über diesen Spot:

 

 

So, wie Boris Becker hier auf 0:18 lacht habe ich ihn selbst erlebt. Und jedes Mal, wenn dieser Spot über die Mattscheibe flimmert, fange ich wieder an zu gniggern. Ich kann nach meiner persönlichen Erfahrung nicht bestätigen, dass er unhöflich oder ruppig ist; ganz im Gegenteil!

Natürlich gibt es auch sehr nette weibliche Promis, wie beispielsweise Bonnie Tyler und Suzi Quatro. Und natürlich gibt es noch viel mehr männliche Promis, die ebenfalls erwähnt werden sollten, wie zum Beispiel René Baumann (DJ Bobo). Auch könnte ich Bücher füllen mit recht kuriosen Ereignissen aus persönlichem, sozusagen hautnahem Erleben. Aber irgendwann muss ja auch mal Schluss sein, nöch?! Außerdem gebe ich nicht alles preis. Ich gehe lieber noch ein bisschen gniggern, und das ganz ohne „Jagdschein“! :)

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Metamorphose
Licht wird Luft

Töne
tonlos
laut
geschwiegen

Der Weg endlos
unerreicht

Wir gehen einfach los
Niemals ankommend

… miteinander.

ALT-Einander-Miteinander

 

© skriptum

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Wo trifft man putzwunderlichste Menschen? Genau: In öffentlichen Verkehrsmitteln. Letztens suchte ich mir in der U-Bahn einen Sitzplatz. Soweit war auch alles in trockenen Tüchern: Plan gefasst und erfolgreich durchgeführt. Sitzplätze in den hiesigen Bahnen sind meist im Viererblock angeordnet, so dass man zwangsläufig einen Nachbarn und zwei gegenüber Sitzende vorfindet. Zumindest in voll besetzten Bahnen. Auf der anderen Seite sind dann noch zwei gegenüber liegende Sitzplätze. Die Lady neben mir fing mit der ihr bis dahin unbekannten, ihr gegenüber sitzenden, Dame eine Unterhaltung an. Die Eröffnung ergoss sich in der Aufregung darüber, dass Kinder heutzutage schlecht erzogen sind, da sie nicht freiwillig beim Erblicken irgendeines Erwachsenen sofort nahezu panisch vom Sitz springen, um älteren Menschen ebenjenen anzubieten resp. zumindest freizumachen. Die elendig gleiche Diskussion wie so oft, wenn man sich in „Öffis“ fortbewegt. Ich verdrehte also hinter meiner wohl wissend aufgesetzten Sonnenbrille leicht amüsiert die Augen und sah aus dem Fenster.

Nun kann man sich ja eines solchen Dialoges kaum entziehen, wenn man nicht gerade den MP3-Player auf volle Lautstärke stellt, was bei nicht allzu guten Ohrstöpseln natürlich sofort die nächste Diskussion solcher Gesprächspartnerinnen provoziert. Meine Taschen-Mucke hatte ich allerdings nicht bei mir, so dass meine Ohren der vollen Lautstärke dieses zumindest für die Damen ach so interessanten Gespräches ausgesetzt waren. Da spielt es auch keine maßgebliche Rolle, dass meine Ohrstöpsel so gut sind, dass höchstens ich mir die Ohren breche, wenn die Musik auf volle Lautstärke gestellt ist. Den Damen reichte es aber nicht etwa, alle Kinder über einen sprichwörtlichen Kamm zu scheren, mitnichten. Ein auf der anderen Seite der Bahn sitzender Mann, der offensichtlich direkt aus dem Job kam und ziemlich fertig aussah, mischte sich irgendwann ein und kommentierte das Gehörte missbilligend. Es verwundert nicht wirklich, dass er sich sofort eine Kelle dahingehend einfing, ebenso rücksichtslos zu sein, wie die heutige Jugend, da ja auch er der Dame mir schräg gegenüber nicht seinen Platz angeboten habe. Überhaupt seien alle Männer rücksichtslos und unverschämt und es sei ja kein Wunder, dass Kinder heute nicht mehr wüssten, wie sie sich zu benehmen hätten, wenn ihnen ihre Väter solche „Vorbilder“ seien. Kollektives Stutzen ringsherum. Seine fast schon entschuldigende Antwort, dass er den ganzen Tag gearbeitet habe, einfach fix und fertig sei und nur noch nach Hause wolle, ging in dem lautstarken Geschimpfe der beiden Grazien völlig unter.

Die Zahl derer, die ihre Köpfe breit grinsend von den Damen wegdrehten, stieg sekündlich. Auch ich wusste kaum noch, wohin ich meinen Kopf drehen sollte, ohne dass sich, unter Ausschluss meiner Sonnenbrillen geschützten Augen, doch zumindest der Rest meines vor lachen kaum noch zu beherrschenden Gesichts verraten würde. Ins Kreuzfeuer dieser Damen wollte ich nun wirklich nicht geraten. Auch wenn ich weder zur heutigen undankbaren Jugend noch zur Gattung der unverschämten Männer hätte gezählt werden können. Doch so in Fahrt wie diese beiden Ladies waren, hätten sie ganz sicher sofort die nächste „Kategorie Mensch“ in ihre lautstarken Beschwerden über die Menschheit an sich und im Allgemeinen, selbstredend mit Ausnahme älterer Damen, hinzugezogen. Also ließ ich es zu, dass sich meine Fußnägel nach oben rollten, meine Nackenhaare hoch gingen (was bei einer geschätzten Länge von 60 cm möglicherweise recht seltsam aussieht), um nicht einfach laut loszulachen.

Meine mit Vehemenz praktizierte Sturheit, nicht nach außen zeigen zu wollen, wonach mir in erster Linie zumute war, wurde jedoch hart auf die Probe gestellt, als eine der Damen – natürlich zunächst vorsichtig abschätzend, wie ihre Gegenüber darauf zu reagieren gewillt sein würde – die Diskussion darüber eröffnet, dass es die jungen Männer von heute ja auch nicht leicht haben, weil die Frauen von heute nicht mehr das seien, was sie früher mal waren. Sie stieß damit jedoch durchaus auf weit geöffnete Ohren. Dumbo wäre vermutlich vor Neid dumpf umgefallen. In mir machte sich spontan Erleichterung breit, endlich mal im richtigen Moment die Klappe gehalten zu haben. Bei dem armen Kerl auf der anderen Seite der Bahn, der nach dem vorherigen Anpfiff auf halbe Körpergröße geschrumpft in seinem Sitz versunken war, machten sich jedoch erste Lebenszeichen bemerkbar. Anfänglich hatte ich ihn auf ca. 190 cm Körperhöhe bei 100 Kilo Lebendgewicht geschätzt. Davon war inzwischen nicht mehr allzu viel zu sehen. Jetzt jedoch atmete er spontan tief ein. Fast hätte ich versucht sein können anzunehmen, dass er etwas dazu sagen wollen würde. Wenn ja, verkniff er sich das aber und wartete stattdessen gespannt ab, was die Damen als nächstes ausführen würden, was nicht lange auf sich warten ließ:

Die heutigen Frauen seien überhaupt nicht mehr in der Lage, einem richtigen Mann das zu geben was er braucht. Ein schönes Heim, warmes Essen wenn er nachhause kommt und sich um die ordentliche Erziehung von Kindern zu kümmern (hier kam ein kurzer Verweis auf den Anfang des Gesprächs, der hier jedoch aufgrund seiner Wiederholung vernachlässigt werden kann). Heutzutage wären die Frauen egoistisch und würden die Männer nur ausnutzen. Familie würde ihnen überhaupt nichts mehr bedeuten und sie dächten nur noch an ihre Karriere und daran, ihren eigenen Spaß zu haben. Eine wie die Andere. Es gäbe keine Frauen mehr, denen man den eigenen Sohn anvertrauen könne, da man als Mutter ja nie wissen könne, wie lange das hält und wann der Junge lieber wieder zurück wolle. Es spräche natürlich nichts dagegen, wenn ein junger Mann eine Frau kennen lernt. Aber zusammenziehen käme ja nun gar nicht in Frage. Dann müsse sich ja der Junge um alles selbst kümmern, denn die heutigen Frauen würden das ja nicht mehr tun. Die Erzählerin wisse das, denn ihr Sohn lebe schließlich noch bei ihr und sie hätte das oft genug mitbekommen.

Wie viele weit (!) geöffnete Ohren sich exakt in dem Abteil befanden, als Madame gegenüber die Frage stellte „Wie alt ist denn Ihr Sohn?“ habe ich nicht gezählt. Hätte ich auch gar nicht können, da meine eigenen Ohren den Blick auf alles Weitere sich in der Bahn Abspielende versperrten. Als die Antwort „Mein Junge ist 36“ durch die ratternde U-Bahn schallte war jedoch alles aus: Ich prustete einfach nur noch hochgradig befreit los. Eine andere Frau drehte sich blitzartig in Richtung Ausgang und dem Zucken ihrer Schultern war zu entnehmen, dass sie entweder einen akuten Atemstillstand hatte, kurz vor einem Nervenzusammenbruch stand oder sich vor lachen gleich in die Hose machte. Der zuvor gebeutelte Mann schlug sich die Hände vor sein Gesicht und vibrierte wie ein durchgeknallter Rasenmäher. Der mir gegenüber sitzende, mutmaßlich arabisch stämmige Mann schüttelte fassungslos den Kopf und andere Mitfahrende lachten einfach laut los oder ergriffen fluchtartig die Möglichkeit, sich ans andere Ende des Wagens zu begeben. Die beiden Damen saßen irritiert und wortlos in ihren Sitzen und verstanden wohl nicht so ganz, was sich gerade ereignete.

Davon abgesehen, dass ich vor lachen vermutlich eh kein einziges verständliches Wort herausbekommen hätte, verkniff ich mir die Bemerkung, ihr Sohn könne möglicherweise allein schon aufgrund der ihm anhängenden Mutter und der Tatsache, mit 36 Jahren noch bei Mami zu wohnen, auch in Zukunft keine Frau finden. Ebenso wie die Frage, warum die beiden Damen unbedingt während des Haupt-Berufsverkehrs fahren müssen, wenn sämtliche Busse und Bahnen garantiert gerappelt voll sind, und sie selbst doch (was man dem Gespräch durchaus entnehmen konnte) offensichtlich den ganzen Tag Zeit haben, sich von A nach B zu bewegen. Die Ladies rutschten immer unruhiger werdend auf ihren ihnen offensichtlich per Definition gemeint zustehenden Sitzen hin und her. Ich weiß nicht, ob sie wussten, was das alles zu bedeuten hatte, sah aber, dass sie die Reaktionen der Umstehenden nicht unbedingt als Zustimmung auffassten. Was ja immerhin ein erster Schritt sein könnte. Auch wenn ich mir nicht sicher bin, dass das zwischen den beiden spontan verabredete Kaffeetrinken nebst Parkbesuch auch nur annähernd andere Themen haben würde, als diese eben gehörten. Leider konnte ich nicht in Erfahrung bringen, wann sie sich wo treffen würden, da ich aussteigen musste. Dass die beiden mir nach draußen folgten, war ich zunächst versucht als Drohung aufzufassen. Meine Anschlussverbindung stand jedoch schon bereit und wer weiß, vor was mich der Sprung ins nächste Gefährt so alles bewahrt bis gerettet hat, als ich mich erleichtert in einen der in dem Fall unzähligen freien Sitzplätze fallen ließ …

© skriptum/marmonemi [10/07]

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Sogar ein Stöckchen ohne Namen kann einen gewissen Reiz haben. So gesehen bei Wortperlen und für gut befunden:

Wie alt wirst du in drei Monaten sein?
Wenn nichts dazwischen kommt, dann drei Monate älter

Denkst Du, Du wirst bis dahin verheiratet sein?
Nein, die Nummer habe ich schon vor Jahren abgehakt

Was ist zurzeit dein Klingelton?
Irgendwas das tüddelt

In wie vielen Städten hast du bisher gelebt?
In zwei Städten

Bevorzugst Du in Schuhen herumzulaufen, auf Socken oder barfuß?
In Socken, eindeutig!

Was ist deine Lieblingseiscreme?
Stracciatella

Hast du eine bestimmte Art und Weise, wie du im Bett schläfst?
Erst kurz auf dem Rücken, dann linke Schulter, rechte Schulter.

Bist du eine laute Person?
Nö, ich stehe eher auf leise Töne

Wie alt bist du?
fünfundvierzig

Kannst du Poker?
Face? Jiepp! ;)

Schon mal jemanden geküsst, deren oder dessen Name mit “D” anfängt?
Muss man vorher nach dem Namen fragen? Nur Spaß! ;) Ich weiß es nicht.

Würdest du deine Nase piercen lassen?
Ich halte nichts von vermeidbaren Verstümmelungen im Gesicht

Bist du neugierig?
Bedingt. Ich schnüffel nicht; was ich erfahren soll kommt mir eh zur Kenntnis.

Kennst du eine, die schwanger ist?
Bewusst nicht.

Würdest du ohne deine Eltern zurecht kommen?
Nein; ich würde es nicht wollen!

Letzter Film, den du gesehen hast?
„Backdraft“

Ist es in der Regel einfach für andere, dich zum Lachen zu bringen?
Wenn sie tatsächlich witzig sind, ja.

Was hast du zuletzt in deinen Mund geschoben?
Pellkartoffeln mit Schnittlauch-Leberwurst

Wer hat zuletzt für dich gekocht?
Eine Freundin

Wer hat dich zuletzt angerufen?
Ein Freund

Liest du den Sportteil der Zeitung?
Der geht immer direkt ins Altpapier

Hast du eine gute Beziehung zu deinem Bruder/Schwester?
./.

Was für Bilder hängen in deinem Zimmer?
Hundertwasser und Acryl mit verschiedenen Motiven

Wie siehst du aus: wie Mama oder Papa?
Papa; eindeutig!

Wenn du für den Rest deines Lebens nur noch ein einziges Getränk zu dir nehmen dürftest, welches wäre das?
Kaffee oder Cola Light

Was liegt rechts neben dir?
Ohne Ende Post

Schon mal irgendwo ins Wasser gefallen?
Nö, aber in Pfützen gesprungen. Zählt das? ;)

Mitnehmen und Spaß haben ist ausdrücklich erwünscht!

 

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~~~

Das war der perfekte Platz. Perfekt? Na ja, zumindest einigermaßen. Langsam drängte die Zeit und sie musste sich endlich entscheiden. Diese liegende Amphore war geräumig genug, um darin zu verschwinden. Der Garten war groß und einigermaßen übersichtlich. Menschen gab es zwar einige aber die wären früh genug zu erblicken. Tiere? Ja, Tierspuren gab es einige aber das Risiko musste sie eingehen. Die Zeit drängte und wenn sie nun nicht bald einen Ort fand, an dem es geschehen konnte, würde sie möglicherweise irgendwo ungeschützt … Nein, das ging gar nicht. Hier in diesem Garten würde es passieren. Und die Amphore würde für die nächsten Tage ihr Zuhause sein. Sie kletterte über den Rand und machte es sich gemütlich. Ein letzter prüfender Blick nach draußen aber es war alles ruhig. Völlig erledigt von diesem weiteren aufregenden Tag schlief sie sofort ein.

Am nächsten Tag mussten weitere Vorbereitungen getroffen werden. Etwas Weiches, das sich gut zusammen knüllen ließ, wäre perfekt, um die Amphore noch wohnlicher zu machen. Außerdem sollen ja die kleinen … Ja, etwas Weiches, Warmes musste es sein. Sie ging auf die Suche. Hoch springen konnte sie schon seit einigen Tagen nicht mehr. Jedenfalls nicht wie früher und ohne dass es ihr ein äußerst unangenehmes Gefühl bescherte. Also musste es etwas sein, was sie relativ mühelos erreichen und weg schleppen konnte. In einiger Entfernung sah sie etwas im Wind wehen. Wehendes war immer gut. Also schlich sie hin und prüfte die Lage. Es war niemand zu sehen, der ihr Schwierigkeiten machen konnte. Sie schnappte sich das nächste erreichbare Teil und flitzte los. Außer Atem erreichte sie ihr neues Domizil, verstaute die Beute und ruhte sich erstmal ein wenig aus.

Ziemlich erschrocken wachte sie auf. Bisher hatte sie noch gar nicht geprüft, woher sie etwas zum Essen und Trinken bekommen würde. Immerhin ging es ja nicht nur um sie. Bald würde sie Verantwortung tragen und dafür muss das Eine oder Andere vorher geklärt werden. Sie reckte sich noch einmal genüsslich in ihrem weichen Heim und dann kletterte sie hinaus in die Welt. Über Nacht hatte es geregnet. Wasser war also momentan leicht zu finden. Ob das jedoch in den nächsten Tagen so bleiben würde, war fraglich. Und auf ständigen Regen zu hoffen war nicht nur keine Lösung, sondern sogar denkbar ungünstig. Nachdem sie einige Zeit durch die Gegend gelaufen war, fand sie eine Hecke, unter der ein Schlauch lag. Mit den Jahren wusste sie, was solche Zeichen zu bedeuten hatten. Hier würde sie also vermutlich nahezu jederzeit etwas Wasser finden.

Ihr Magen knurrte mittlerweile bedrohlich. Sie musste endlich etwas Essbares finden. Die in der Nähe zu hörenden Stimmen verhießen üblicherweise, dass dort auch Nahrung nicht allzu weit sein konnte. Momentan war sie jedoch nicht die Schnellste. Sobald man sie entdecken würde, müsste sie fliehen oder zumindest zusehen, dass sie sich so schnell wie möglich in einen sicheren Unterschlupf flüchtet. Das war im Moment recht mühsam, so dass sie eine andere Lösung finden wollte. Aber welche? Ihre übliche Beute entkam ihr mittlerweile fast ständig. Es wurde immer mühsamer, den täglichen Pflichten und Notwendigkeiten nachzukommen. Klar; bald würden auch wieder einfachere Zeiten kommen. Doch bis dahin konnte sie nicht einfach abwarten. Sie musste es wagen und sich den Stimmen nähern. Eine andere Lösung fiel ihr nicht ein.

Aber erstmal würde sie sich noch eine kleine Pause gönnen. Zumindest plante sie das. Aber durch langsame und leise, für sie jedoch deutlich vernehmbare Schritte wurde sie aus ihrem mehr als verdienten Schläfchen gerissen. Als sie die Beine sah, die sich immer mehr ihrem Domizil näherten, wäre sie am liebsten direkt heraus gesprungen, um klar zu machen, wessen Gebiet das hier ist. Doch in letzter Sekunde fiel ihr ein, dass ihre Beweglichkeit im Moment nicht die beste war. Also verharrte sie und hoffte, dass die Beine vorbei gehen würden, ohne sie zu entdecken. Keinen Mucks gab sie von sich und traute sich kaum noch zu atmen. Bewegungslos wartete sie darauf, dass die Gefahr vorbei zog. Die Beine verharrten kurz, gingen dann aber zum Glück einfach wieder weg.

Ihre Erleichterung war so groß, dass sie sich doch noch eine kleine weitere Weile an Ruhe gönnte und prompt wieder einschlief. Als sie aus ihren doch recht unruhigen Träumen erwachte, traute sie ihren Augen kaum: Woher das riesige Tuch kam, was plötzlich vor der Amphore lag, wusste sie nicht. In dem Moment war es ihr auch egal: Ein kurzer Blick nach links und rechts, dann riss sie es einfach in ihre kleine Höhle. Damit erhöhte sich noch einmal merklich die Qualität ihrer Behausung. So war es herrlich; bis in den letzten Winkel war nun alles schön weich und warm. Wenn sie nun noch eine Lösung für das Futter-Problem finden würde, wäre wirklich alles perfekt. Doch halt: Die Beine! Da waren sie schon wieder. Sie kamen näher, noch näher, ganz nah und … stopp.

Außer ihrer Atmung stellte sie sogar jeden bloßen Gedanken an die geringste Bewegung sofort ein. Sollte ihr kleines Nest doch noch in letzter Sekunde auffliegen? Die Beine verharrten und wollten sich einfach nicht wieder weg bewegen. „Das Tuch!“ schoss es ihr durch den Kopf. „Die Beine suchen das Tuch!“. Es jetzt, egal wie vorsichtig, aus der Amphore zu schieben, käme vermutlich einem Selbstmord gleich. Also blieb nur, absolute Ruhe zu wahren und so zu tun, als wäre sie gar nicht da. Menschen bewegen sich ständig; die können nie Ruhe geben. Also war es nur eine Frage der Zeit, wann die Beine endlich abhauen würden. Sie müsste nur geduldig sein und keinen Laut von sich geben. Dann wäre sicher gleich wieder alles gut. Einen kleinen Moment noch … Vielleicht zwei. Doch drei? Himmel; auf jeden Fall zu viele!

Manche Momente dauern eine Ewigkeit. Dieser gehörte dazu. Eindeutig. Ihr wurde schon richtig schlecht von der Anstrengung, bloß kein Mucks von sich zu geben. Sie hatte keine Zeit mehr, um sich noch ein anderes Quartier zu suchen. Das spürte sie ganz deutlich. Wenn sie jetzt entdeckt würde, wäre alles aus. Obwohl die Übelkeit auch davon kommen konnte, dass sie bereits seit viel zu langer Zeit nichts mehr zwischen die Zähne bekommen hatte. So konnte es auch nicht weiter gehen. Und nun auch noch die Beine, die einfach nicht … Doch. Doch, jetzt gingen sie endlich weiter. Nach dem ersten tiefen Durchatmen wollte sie gerade die Amphore verlassen, als sie ihren Augen kaum traute: Fast wäre sie drauf getreten: Hühnchen. Und auch noch so viel. Ohne Knochen, so dass es einfach so verschlungen werden konnte. Es gibt einen Gott, eindeutig!

Bereits nach wenigen Sekunden war die unverhoffte Beute in ihrem Magen. Es schmeckte nicht nur sehr gut, sondern tat auch unglaublich gut. Ob die Beine das Fleisch hier hingelegt hatten? Woher sollten sie wissen … Oh nein! Erst das Tuch und jetzt auch noch das Fleisch. Nun würde jeder Idiot wissen, dass sie hier war. Das Tuch könnte sie zur Not wieder heraus schieben aber das Hühnchen auf keinen Fall. Jetzt hieß es also, mit allen Sinnen aufmerksam zu sein, um bloß keiner vermeidbaren Gefahr zu erliegen. Sie musste teuflisch aufpassen, dass sie nicht doch noch entdeckt wurde. Und noch während sie sich das ganz fest vornahm, schlief sie erneut und mit prall gefülltem Bauch ein. Genau dieser war es, der sie etwas später auf sehr unsanfte Weise weckte. Nun war es also so weit.

Es war nicht ihr erstes Mal. Insofern wusste sie, was nun geschehen würde. Im Grunde ging alles von allein. Nur war es eben sehr anstrengend und es dauerte länger, als sie es bereit gewesen wäre, als angenehm zu bezeichnen. Aber stoppen ließ es sich natürlich auch nicht. Außerdem konnte sie zwischendurch nicht ausruhen. Ihre Aufmerksamkeit war nun über lange Zeit zu 100 Prozent gefordert. Da fragte niemand, ob sie kann oder will. Sie musste. Jedes Mal wenn wieder eines da war, musste es sofort versorgt werden und schon kam meist das nächste. Das konnte Stunden dauern und es war furchtbar anstrengend. Aber das war es wert. Es war alle Mühen wert. Immerhin waren es ihre und sie würde dafür sorgen, dass es ihnen an nichts fehlen wird. Zumindest, solange sie es noch nicht selbst konnten. Das war ihre Aufgabe und die würde sie erfüllen.

Gefühlt vergingen Stunden, tatsächlich war es ein völlig normaler Zeitraum. Dann war es geschafft und sie war so stolz auf das, was sie da vollbracht hatte. Glücklich aber erledigt wie Tausend Mann verschnaufte sie gerade etwas, als sich die Beine erneut näherten. Das durfte jetzt echt nicht wahr sein. Nun war sie definitiv absolut hilflos. Selbst wenn sie ernsthaft daran denken würde, zu flüchten: Sie würde keines ihrer Jungen zurück lassen. Alle gleichzeitig mitschleppen konnte sie jedoch nicht. Also musste sie sich der Situation stellen. Diese verdammten Beine! Warum konnte die nicht einfach weg bleiben? Aber halt, was war das? Die Beine beugten sich und sahen direkt in die Amphore. Zwei Augen sahen sie strahlend an und sprachen ganz leise. Was war das denn jetzt und wie sollte sie diese sonderbare Situation deuten?

Die Worte konnte sie nicht ganz einordnen, spürte aber instinktiv, dass sie freundlich waren. Das Gesicht besah sich, was da in den letzten Stunden vor sich gegangen war, ließen aber keinerlei Anstalten erkennen, zupacken oder sonstigen Ärger machen zu wollen. Sie wurde etwas ruhiger und dachte sich, dass sie es eh nicht würde ändern können, wenn die Beine oder das Gesicht ihr etwas Böses wollten. Also blieb sie ganz ruhig. Spätestens als ihr erneut Hühnchen und dazu noch eine Schale mit Wasser und Milch dieses Mal sogar in die Amphore gestellt wurden war klar, dass sie sich, obwohl sie entdeckt worden war, trotzdem sicher fühlen konnte. Diese Gestalt würde ihr nichts tun. Außerdem klang es ganz sanft, als sie sagte „Das hast Du wirklich toll gemacht, Du Hübsche!“. Was auch immer das heißen sollte …

© skriptum

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