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Seit mehr als 30 Jahren ist Krieg ihr Leben. Irgendwie …

Seit fast 20 Jahren begleitet sie mich. Irgendwie …

Ihresgleichen müsste man wohl lange suchen. Eine Journalistin die noch weiß, was investigativer Journalismus wirklich bedeutet und sich an die diesbezüglichen Regeln hält. Immer.

Eine Frau.

Und was für eine …

Antonia Rados

 

Geboren wurde die mehrfache Buchautorin und Politikwissenschaftlerin 1953 in Klagenfurt; studierte in Paris, Salzburg und Bologna. Seit 1979 außenpolitische Redakteurin des Österreichischen Fernsehens und seit 1993 Sonderkorrespondentin Ausland bei RTL. 1995 übernahm sie die Leitung des RTL-Studios in Paris. In Österreich erhielt sie den Pirelli- und den Kritikerpreis. 1991 wurde sie in ihrer Heimat zur „Frau des Jahres“ gewählt. Sie berichtete aus Chile, Südafrika, Rumänien, der arabischen Welt… vom Kosovo- bis hin zum Afghanistan-Krieg… aus nahezu allen Regionen der Welt.

Seit Beginn der kriegerischen Handlungen berichtet Antonia Rados, eine der erfahrensten Krisen- und Kriegsreporterinnen, fast rund um die Uhr live aus … Bagdad.

Rados selbst sieht sich als Pendlerin zwischen der ersten und der dritten Welt. Nicht selten ist das mit sehr vielen Schwierigkeiten und Kompromissen verbunden und – gerade in der islamischen Welt – für eine Frau oftmals mit fast unüberwindlichen Hürden. Damit umzugehen, sich zwar anzupassen aber nicht das Wort verbieten zu lassen, ist eine Form der Berichterstattung die wohl kaum jemand mit so viel Finesse und KnowHow beherrscht wie Rados. Erfahrung ist ihre Art der Vorbereitung. Kaum ein Krisengebiet ist ihr unbekannt. Sie weiß um die Nöte der Menschen und die Skrupellosigkeit mancher Regierungen. Sieht Parallelen und kennt das Weltgeschehen wie ihre Westentasche.

Der Journalist soll informieren, zu Ereignissen „mitnehmen“, Entwicklungen kritisch begleiten, Stellung beziehen und Meinungen äußern. Gerade in Krisensituationen sind diese Grundsätze nicht selten eine sehr verzweigte Kreuzung. Wann darf die eigene Meinung einfließen oder gar überwiegen, wann dürfen nur Fakten präsentiert werden? Und was ist, wenn man Berichte nur auf Spekulationen und Anschein aufbauen kann? Wie ist mit der Tatsache umzugehen, sich einer Zensur beugen zu müssen und was will der Zuschauer überhaupt wissen? Was darf er wissen. Wie viel kann er verkraften?

Rados findet den Weg. Den „goldenen“ Mittelweg, wenn der direkte verbaut ist. Sie lässt die Zuschauer ehrlich und klar deklariert und definiert miterleben, was sie sieht, fühlt, riecht, schmeckt … eben, wie sich die Situation vor Ort tatsächlich darstellt. Der Zuschauer ist live dabei. Erlebt was geschieht und weiß, woran er ist.

„Nur Helden und Idioten haben keine Angst“ ist ein Ausspruch auf den sie sich oft bezieht. Die Lebendigkeit ihrer Berichte schließt Angst ein. Natürlich. Sie scheut sich nicht, auch mal klar zu formulieren „wir wollen hier weg“. Rados hält sich stets vor Augen, dass sie sich freiwillig in Krisengebieten aufhält. Harte Bedingungen schrecken sie nicht. Ihre mittellangen, dunklen Haare wehen ihr ins ungeschminkte Gesicht, wenn sie teils auf und ab wippend und fast schon kindlich gestikulierend, ihre Berichte – mal im Ansatz lächelnd, meist ernst – absetzt. Make-up vermisst sie nicht; Schokolade dafür umso mehr.

Menschlich faszinierend, fachlich kompetent.

Ihre Arbeit bezeichnet sie als befriedigend. Die verschiedenen Facetten der Menschen können sie nicht beängstigen, eher ihre Neugierde stillen. Rados vermittelt mit ihren Berichten Ambiente und Stimmung, Faktenwissen, Hintergründe und stellt Zusammenhänge dar. Und das in jeder Lebenslage. „Wenn jemand Zweifel hat, ob er dieser Situation gewachsen ist, sollte er sich besser nicht für diesen Beruf entscheiden.“ Sie weiß ganz offensichtlich, wovon sie spricht.

Auf die Frage, warum sie sich diesen Beruf ausgesucht hat, antwortete Rados: “Es ist umgekehrt. Der Beruf hat mich einmal gepackt und hält mich fest. Ich kann nichts dagegen tun. Außerdem ist es vielleicht die Gnade eines kurzen Gedächtnis, dass ich immer wieder mit frischer Energie und ohne lähmende Gefühle meine Arbeit verrichten kann. Angst habe ich oft genug. … Außerdem mache ich zwischen den erschütternden ja auch viele schöne Erfahrungen. Ich lerne viele Menschen kennen. Mich interessiert die Welt. Und für mich gibt es keine Alternative.“ Es ist nicht einfach Broterwerb, dem Antonia Rados auf diese Weise nachgeht, es ist mehr: schlicht und einfach ihr Traumberuf.

Rados hat für sich festgestellt, dass sie sich solchen Situationen nach drei Wochen entziehen will, um soz. die Batterien wieder aufzuladen … nachzudenken … eben neue Kraft zu sammeln. Seit Beginn der Eskalation vor ca. sieben Jahren pendelt sie unter anderem zwischen Iran und Irak. Ein Ende ist nicht abzusehen. Vor wenigen Wochen war sie es, die als erste Journalistin aller Zeiten ein persönliches Interview mit dem iranische Präsident Ahmadinedschad führen durfte.

Vor ca. 20 Jahren fing ich an, mich in der sog. Medienlandschaft herum zu tummeln. In dieser Zeit habe ich sehr viele Menschen erlebt … persönlich kennen gelernt. Gerade die Branche des Journalismus hält vieles bereit, was bei näherer Betrachtung dieser Bezeichnung im eigentlichen Sinne nicht gerecht wird. Antonia Rados fiel mir vor 20 Jahren zum ersten Mal auf und meine Begeisterung für ihre Art der Umsetzung des Journalismus hat an keinem einzigen Tag nachgelassen … ganz im Gegenteil.  Ich kann sie nicht immer beneiden, sehrwohl aber jederzeit bewundern.

Gerade im Vergleich zu sehr vielen Kollegen bleibt mir im Hinblick auf sie nur wieder und wieder, den Hut zu ziehen und mit grenzenlosem Respekt ihre Arbeit zu beobachten und anzuerkennen.

Wie gesagt:

Eine Frau.

Und was für eine!

© marmonemi [03/03] / skriptum

[Anm.: Ich hatte den Text erstmalig vor ca. sieben Jahren geschrieben und heute nur leicht modifiziert.]

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Es begab sich zu einer U(h)rzeit, die ich heutzutage als irgendwas zwischen unchristlich und Körper verletzend bezeichnen würde. 6:15 Uhr ist nun wirklich nicht die Stunde/Minute, in der ich gern auf den Wecker sehe, aus dem Bett springe und dem heran drohenden Tag freudestrahlend verkünde

„Hallo, hier bin ich; nimm mich!“.

 Insofern muss ich bezüglich der Theorie, dass „Früh-Geborene“ im späteren Leben auch Frühaufsteher sind, doch vehement vetoieren. Wie es bei mir jedoch sehr häufig oder sogar fast immer ist, wollte ich erst nicht und dann konnte es nicht schnell genug gehen. Immer das Gleiche: Weiber!

Das führte ein nicht unerhebliches Quantum an Verwirrung mit sich, was zur Folge hatte, dass ich fast auf vier (vermutlich noch Winter->) Reifen das Licht der Welt erblickt hätte. Letztendlich war meine Mum aber doch schneller als ich. Nur mein Paps kam etwas zu spät, dann aber gewaltig. Natürlich!

Letzteres hat sich bis heute kaum geändert: Meine Mum ist stets überpünktlich, mein Paps sieht das meist etwas lockerer und ich kämpfe ein ums andere Mal darum, doch zumindest einigermaßen pünktlich zu sein. Irgendwas ist ständig und natürlich sind’s in dem Punkt immer „die Anderen“. Klar!

In allen anderen Lebenslagen bemühe ich mich allerdings deutlich erfolgreicher, so dass die Schuldfrage gänzlich entfällt. Ob das auf Erfahrung oder Einsicht zurückzuführen ist, sei dahingestellt. 45 ist immerhin ein Alter, in dem Welpenschutz nicht mehr und Altersnachsicht noch nicht greift. Verdammte Selbstverantwortung!

Wieder ist ein Lebensjahr geschafft. Die Frage, ob ich mich ab heute in der zweiten Hälfte meines Lebens befinde, stellt sich nicht, da ich mich insgesamt bereits in der dritten Lebensrunde sehe. Zwei lebensgefährliche Erkrankungen haben mich nicht nur an den Rand meiner Kräfte gebracht, sondern vor allem oder zum Trost vieles gelehrt. Danke!

Einer meiner Lieblingssprüche lautet „Nicht jeder Tag in meinem Leben war schön aber jeder war auf seine Weise wichtig!“. Danach lebe ich und genieße das Leben so gut es geht. Merke ich, dass mir jemand oder etwas nicht gut tut, trenne ich mich; und das mitunter sehr rasant bis überraschend. Endgültig!

Soweit diese Konsequenz auf Akzeptanz stößt (und mit einer einzigen „nordischen“ Ausnahme tut es das), kann ich mein Leben als sehr harmonisch, erfüllt und friedlich bezeichnen. Ich habe tolle Freunde und vorbildliche Eltern. Nicht zuletzt deswegen zählen meine Eltern zu meinen allerbesten Freunden. Immer!

Insofern gibt es eigentlich gar keinen Grund, das tägliche Leben nicht schon um 6:15 Uhr zu beginnen. Jeder Tag bietet etwas Aufregendes, Inspirierendes oder sogar richtig Verlockendes. Erfahrungen reihen sich aneinander und ergänzen sich auf mitunter recht erstaunliche Weise. Also Tag:

„Hallo, hier bin ich; nimm mich!“.

Nachher! Denn ich muss gestehen, dass ich mich Dank der Vordatierung dieses Textes vermutlich bis hoffentlich noch im Reich der Träume befinde und bestenfalls leise säuselnd noch einmal in meine Decke eindrehe. Heute darf ich das. Heute bin ich die Bestimmerin in meinem Leben. Jawoll!

;o)

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