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Posts Tagged ‘Machenschaften’

Vorweg:
Nein, ich habe nicht den Führerschein verloren.
Nein, das hat andere Gründe.
Nein, die werde ich hier nicht kundtun.
Nein, die tun wirklich nix zur Sache! ;o)
Ja, der Text ist lang! Aber Splitten geht nicht; DIE Nummer muss man in einem Rutsch lesen.

Gefühlt wohl so ca. 3811 Mal habe ich in den vergangenen anderthalb Monaten mit einem Taxiunternehmen telefoniert, da ich in dieser Zeit zweimal werktäglich mit Taxis zu Terminen fahren musste. Einmal hin zu einer Hochschule und einmal zurück nach Hause. Die Hinfahrt wurde von mir üblicherweise rund 24 Stunden vor dem geplanten Fahrt-Antritt oder sogar drei Tage vorher (Freitag für Montag) bestellt. Die Rückfahrt bestellte ich, sobald der jeweilige Termin durch war und dann auch gleich wieder die nächste erforderliche Hinfahrt.

Man sollte annehmen dürfen, dass es einem großen Unternehmen, das so eine Art Monopol-Stellung hat, dem entsprechend aber auch sehr viele Wagen und Fahrer, möglich ist, eine 24 Stunden vorher bestellte Fahrt pünktlich auszuführen.

Man sollte ebenfalls annehmen dürfen, dass einem Taxiunternehmen aufgrund der gesamten Umstände der erforderlichen Fahrten klar ist, dass der Fahrgast andere Dinge im Kopf hat, als um kompetente Auftrags-Ausführung zu betteln.

Auch sollte dem Unternehmen aufgrund der Art der Fahrten klar sein, dass Pünktlichkeit für den Kunden immens wichtig ist und die Fahrten nicht nur deshalb unternommen werden, weil der potentielle Fahrgast am jeweiligen Tag bloß keine Lust hat, per Salti in die Hochschule und wieder nach Hause zu kommen.

Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass es sich um eine sehr große Hochschule handelt, auf dessen Gelände es sogar mehrere Taxi-Halteplätze gibt, die üblicherweise gut bestückt sind, woraus sich normalerweise die Möglichkeit einer schnellen Abholung zur Rückfahrt ergeben könnte.

All das sollte man durchaus annehmen können. Dem ist aber nicht so. Nicht einmal fast:

Am ersten Tag klappte alles bestens. Bereits am zweiten Tag musste ich geschlagene 30 Minuten warten, bis ein Wagen für die Rückfahrt vorfuhr. Zu erwähnen ist hier noch, dass man an dem Wartepunkt nirgendwo sitzen kann. Man steht freihimmlisch bis zum Eintreffen des Wagens herum, Wind und Wetter ausgesetzt. Beides ist um diese Jahreszeit nur bedingt wohlfühltauglich.

Diese 30minütige Wartezeit für die Rückfahrt wiederholte sich dann einige Male, bis ich mir angewöhnte, direkt bei der Bestellung zu fragen, wie lange es wohl dauert, bis ein Wagen zur Abholung kommt. Daraus resultierten dann jedoch noch weitere Putzwunderlichkeiten. Einmal hieß es auf meine Nachfrage während der Bestellung zur Rückfahrt „Der Wagen ist schon auf dem Gelände“. Wenn es sich um das Gelände der Hochschule gehandelt hätte, wäre die Wartezeit mit zwei, drei Minuten gegessen gewesen. Nach einer viertel Stunde rief ich erneut in der Zentrale an und beschwerte mich, dass der Wagen noch immer nicht angekommen sei, worauf mir versichert wurde, sofort nachzufragen. Vom Fahrer, der kurz danach, also ca. 20 Minuten nach der Bestellung, eintraf, erfuhr ich allerdings, dass er nicht auf dem Hochschul-Gelände war, sondern auf dem Messe-Gelände gestanden hat. Wesentlich weiter voneinander entfernt kann man innerhalb Hannovers kaum sein. Als ich bereits im Wagen saß und wir vom Gelände fuhren, kam dann über Funk auch „schon“ die Nachfrage der Zentrale.

Eine andere Antwort der Zentrale an einem anderen Tag lautete auf meine Frage „Der Fahrer ist schon raus“. Als das Taxi dann doch „schon“ nach 20 Minuten ankam, wollte ich den Fahrer erst fragen „wo raus? Aus der Ortskundeprüfung?“, ließ es dann aber doch. Ich wollte nur noch nach Hause und das ohne Diskussionen.

Ein anderes Mal rief ich nach ca. 15 Minuten erneut in der Zentrale an und fragte, wann denn wohl mit dem Eintreffen des Fahrers zu rechnen sei. Daraufhin erfuhr ich, dass er aus der Innenstadt anfährt, was im Berufsverkehr nicht gerade schnell geht. Der Fahrer kam irgendwann, fuhr in verkehrter Richtung vom Hochschulgelände und wollte gerade in Richtung Schnellweg nach Hamburg abbiegen, als ich ihn vorsichtig fragte, ob er überhaupt wisse, wohin diese BESTELLTE! Fahrt gehen solle. Er wusste es nicht und selbst nachdem er es wusste, hatte er nicht den geringsten Schimmer, wo diese Adresse ist. Aber erstmal Richtung Schnellweg losfahren; ist klar!

Ich lotste ihn dann Meter für Meter bis zu meiner Wohnung. Wenn man eine 24 Stunden vorher bestellte Fahrt mit dem Taxi antritt, sollte man doch wohl annehmen dürfen, dass dem Fahrer wenigstens bewusst ist, auf welchem Kontinent er sich befindet. Den gleichen Fahrer hatte ich übrigens ein paar Tage später nochmal und er fuhr erneut Richtung Schnellweg. Und er wusste erneut nicht, wohin die Fahrt überhaupt gehen soll. Und er wusste erneut nicht, wo die ersehnte Adresse überhaupt ist. Und ich weiß bis heute nicht, wie der seinen Taxischein bekommen hat. Ich will es aber auch lieber gar nicht wissen.

Meine Geduld vor den Hinfahrten minimierte sich von Tag zu Tag. Irgendwann wartete ich nicht mehr allzu lange, sondern rief spätestens nach fünf Minuten Verspätung in der Zentrale an, um zu erfahren, wann der am Vortag bestellte Wagen bei mir eintrifft. Wie häufig mir dann gesagt wurde, dass der Fahrer an der Hochschule steht, um mich von Zuhause abzuholen, habe ich irgendwann aufgehört zu zählen. Auf den Displays in den Wagen war häufig genug zu lesen, wie die Hinfahrt- und wie die Rückfahrt-Anschriften lauten. Wie man da durcheinander kommen kann verstehe ich nicht. Ich bin aber auch kein Taxifahrer in Hannover.

Eine der Krönungen an abholerischer Kreativität bestand darin, dass ein Fahrer für die Abholung klingelte, ich ihm über die Gegensprechanlage sagte, dass ich runter komme, meine Jacke anzog und 15 Sekunden später im Treppenhaus durch das Fenster gerade noch Zeuge wurde, wie der Typ wieder weg fuhr. Mein dann doch reichlich erboster Anruf in der Zentrale mit der Aufforderung, den Fahrer über Funk blitzartig zurückzupfeifen wurde mit verbaler Handlungsabsicht bestätigt. Und obgleich der Fahrer binnen einer Minute unmöglich aus der ca. 200 Meter langen Straße raus gewesen sein konnte, brauchte er geschlagene ACHT Minuten, um wieder vorzufahren.

Ein anderer Fahrer war dermaßen langsam und unsicher, dass mich fast das blanke Mitleid packte. Ich war mehrfach kurz davor, dem armen Kerl anzubieten, ihn samt Fahrzeug wenigstens um die Kurven zu tragen … Als Fahrradfahrer wäre der schon vor Fahrtantritt erledigt, weil mangels Geschwindigkeit vom Rad gefallen. Leider musste ich mit dem auch noch mehrere Male fahren. Das war ganz besonders aufregend, wenn er sowieso schon viel zu spät zur mehr als rechtzeitig vorher bestellten Abholung kam.

Ein andermal hatte ich einen Wagen für 17:15 Uhr des Folgetages bestellt. Gegen 17:20 Uhr rief ich an und fragte, wo der Wagen bleibt. Die Zentrale versicherte mir, sich sofort darum zu kümmern. Gegen 17:25 Uhr fragte ich erneut nach, ein anderer Mitarbeiter der Zentrale versicherte, dass er sich ebenfalls sofort darum kümmern würde. Gegen 17:32 Uhr, also zwei Minuten nachdem mein Termin in der Hochschule bereits angefangen hatte, rief ich zum dritten Mal an und erfuhr, dass noch gar kein Fahrer gefunden wurde, es würde sich aber sofort darum gekümmert. Gegen 17:45 Uhr, also eine halbe Stunde zu spät, wurde ich dann zuhause abgeholt, um meinen Termin um 17:30 Uhr in der Hochschule wahrzunehmen zu können. An dieser Stelle mal ein ganz dickes „Danke!“ an das gesamte Team in der Hochschule, das die unverschuldeten Verspätungen stets so geduldig getragen hat. Und überhaupt ein ganz dickes „Danke!“ für so einiges!

Die Naivität, zum bestellten Zeitpunkt bereits vor meinem Haus zu stehen, stellte ich ganz schnell ab. Ich wartete in der Wohnung bis zum Klingeln. Nachdem mir klar wurde, dass ich für die Rückfahrten meist noch länger warten muss, als auf die bestellten Hinfahrten, schrieb ich eine E-Mail an das Taxiunternehmen mit der Bitte, dass die Fahrer bis zur Rückfahrt warten sollen, nachdem sie mich hingebracht haben. Diese E-Mail wurde vorsichtshalber gänzlich ignoriert. Technisch möglich muss das sein, denn zahlreiche andere Fahrer, auch dieses betreffenden Unternehmens, warten auf ihre Fahrgäste bis zur Rückfahrt. Das war immer wieder zu sehen. Auch zu sehen war regelmäßig, dass andere Leutz, die lange vor mir das Haus verlassen hatten, noch immer auf ihr Taxi warteten, wenn ich 15, 20 Minuten später raus kam. Müßig zu erwähnen, dass sie auf das gleiche Unternehmen hereingefallen waren.

Ein weiterer „Trick“ bestand darin, dass die Abholung zwar relativ pünktlich erfolgte, die Fahrt allerdings als normale Bestellung eingebucht war, die ich direkt hätte bezahlen müssen, statt sie auf Kundennummer/Rechnung zu buchen. Wie das passieren kann weiß ich nicht, denn wenn ich die Rückfahrt bestellte, bestellte ich im gleichen Gespräch für den nächsten Tag die Abholung. Und das alles direkt zu meiner Kundennummer. Wie kann dann eine Rückfahrt auf Kundennummer gehen und die im gleichen Gespräch bestellte Abholung am nächsten Tag nicht? Zum Glück erinnerten sich die jeweiligen Fahrer beispielsweise daran, mich schon mehrfach gefahren zu haben, meine Fahrten auf Kd-Nr./Rechnung gingen und dementsprechend klärten sie das mit der Zentrale vor Fahrtantritt.

Als ich von der Zentrale auf Nachfrage mal wieder erfahren musste, dass mich ein Fahrer statt vor meiner Haustür an der Hochschule abholen wollte, um mich in die Hochschule zu fahren (öhm …) platzte mir der Kragen! Normalerweise verschone ich Boten, da sie nur diejenigen sind, die durch Überbringung von unangenehmen Nachrichten letztendlich die Suppe anderer auslöffeln müssen. In dem Fall jedoch holte ich nur noch Luft und schnauzte den Mitarbeiter in der Zentrale an: „Wissen Sie was? Ungefähr 20 Prozent Ihrer Fahrer sind wirklich klasse. Aber die restlichen 80 Prozent sind echte Pflegefälle!“. Etwas kleinlaut aber dann doch tendenziell bestimmt antwortete er mir „Da kann ich Ihnen leider nur zustimmen.“. Das war die einzig mögliche Antwort, die es ihm gerade noch erspart hat, von mir quer durchs Telefon gezogen zu werden!

Der (vor!)vorletzte Termin-Tag gestaltete sich dann in einer Art und Weise, die alles Bisherige in den Schatten stellte:

Für 19 Uhr hatte ich, wie gehabt am Vortag, den Wagen bestellt. Der Termin war auf 19:20 Uhr angesetzt. Um 19:05 Uhr – gebranntes Kind – rief ich an, fragte, wo der Wagen blieb und erfuhr, dass noch gar kein Fahrer gefunden wurde, weil ja schließlich Messe-Abfahrt sei (Anm.: Die Messe schließt um 18:00 Uhr). Ich Dummerchen! Darauf hätte ich ja kommen können, als ich 24 Stunden vorher einen Wagen bestellt hatte und der Auftrag vom Unternehmen ohne Mucken angenommen wurde. Wer rechnet denn dann auch damit, dass der Wagen tatsächlich pünktlich vorfährt. Außer mir vermutlich kein Mensch!?

Gegen 19:15 Uhr rief ich erneut an aber ein Fahrer war noch immer nicht gefunden. Messe-Abfahrt und so, das müsse ich doch verstehen. Nein, das verstand ich nicht. Höchstens akustisch und das interessierte mich nicht einmal wenig. Die Mitarbeiterin sagte mir zu, zu versuchen, einen Fahrer direkt anzurufen und zu bitten, mich sofort abzuholen. Wie oft ich dann noch weitere Male beim Taxiunternehmen angerufen habe, hörte ich irgendwann auf zu zählen. Zwischenzeitlich informierte ich die Hochschule, dass ich noch nicht abgeholt worden sei und mich melden würde, sobald ich wüsste, wann ich endlich eintreffen könnte.

Der dortige Mitarbeiter ließ sich von mir meine Kundennummer beim Taxi-Unternehmen nennen und rief ebenfalls dort an (auch dafür an dieser Stelle nochmal herzlichen Dank!). Immerhin warteten sie explizit auf mich, dafür mussten diverse Mitarbeiter ausharren und so einiges an Geräten weiterlaufen. Die damit im Zusammenhang stehenden Kosten kann die Hochschule hoffentlich von dem Taxi-Unternehmen einfordern. Immerhin hat das Letztere sowas wie eine Beförderungspflicht und dass an diesem Abend mit Messe-Verkehr zu rechnen sein würde, wussten sie bereits bei Annahme des Auftrags, 24 Stunden vorher. Auch kann es wohl kaum angehen, dass eine Landeshauptstadt taximäßig komplett zur taxifreien Zone wird, nur weil irgendwo Messe ist! Ganz zu schweigen von der bestenfalls bedingten Glaubwürdigkeit, dass von 18:00 Uhr bis 20:30 Uhr kein einziger Taxifahrer nach Hannover reingefahren sein soll, den das Unternehmen hätte „verhaften“ können, um lange vorher angenommene Auftragsfahrten auszuführen. Bei diesem einen Anruf des Mitarbeiters blieb es nicht; auch er versuchte mehrfach eine Hinfahrt für mich zu erreichen. Leider ebenfalls vergeblich.

Diese Anruferei beim Taxiunternehmen setzte sich von meiner und von Seiten des Mitarbeiters der Hochschule über gnadenlose anderthalb Stunden, also eben bis ca. 20:30 Uhr und somit bis weit nach der eigentlichen Messe-Abfahrt ab 18:00 Uhr fort. Ein Fahrer konnte in diesen ein- bis zweieinhalb Stunden angeblich nicht gefunden werden. Daraus resultierte als Ende vom Lied, dass mein Termin abgesagt werden musste … weil das Taxiunternehmen keinen Wagen geschickt hat! Das ist nicht zu fassen! Sehr unangenehm für mich war aus verschiedenen Gründen, dass sich das eigentliche Ende der Hochschul-Besuche dadurch um einen weiteren Tag verzögerte. Das konnte ich bestenfalls und mit Verlaub nur als absolute Scheiße bezeichnen. Keine Angst: Das ist schon die höfliche Formulierung. Die andere will hoffentlich keiner schriftlich.

Nach Absage des Termins in der Hochschule rief ich sofort nochmal beim Taxiunternehmen an. Wieder gefühlt die magischen 3811 Male musste ich dieses Mal meine lediglich fünfstellige Kundennummer wiederholen, bis sie die dortige Mitarbeiterin endlich verstanden und korrekt ins System eingegeben hatte. Ich weiß nicht, was daran so schwer ist, die Zahlen 1-1-4-5-9 in anders definierter Reihenfolge zu hören und auf einer Tastatur einzutippen. Aus diesen fünf Zahlen wurden Kombinationen wie 55519, 55149, 11594, 54119 etc., nur die korrekte von mir genannte Reihenfolge war für diese Dame offenbar ausgesprochen schwierig zu erfassen. Irgendwann redete sie sich damit heraus, dass sie mich nur schwer verstehen könne. Das passte prima, denn mir war inzwischen sowieso danach, einfach nur noch loszubrüllen. Und das mir, die vom Schreien wirklich gar nichts hält.

Ihn schwer verstehen zu können, behauptete sie auch gegenüber dem Fahrer, der am nächsten Tag bei der Abholung in der Zentrale nachfragte, warum diese Buchung als freie Fahrt an ihn gegangen sei, statt auf Kundennummer, wie ich sie am Vorabend bei eben dieser Mitarbeiterin innerhalb eines Telefonates mit der Absage der vorherigen Fahrt bestellt hatte. Dummerweise saß ich ja bereits im Wagen, hörte das Gespräch mit und stand kurz vor einem mittelschweren Tobsuchtsanfall, als das Procedere mit den verschiedenen Zahlenkombinationen meiner Kundennummer schon wieder losging. Wenn diese Dame einen massiven Hörschaden hat, ist das natürlich bedauerlich. Dann gehört sie aber definitiv nicht in den Telefondienst. Allerdings wird dadurch wohl bestätigt, dass nicht nur 80 Prozent der Fahrer „Pflegefälle“ zu sein scheinen, sondern die gleiche Quote auf die Mitarbeiter in der Zentrale zutreffen könnte. Das dürfte einiges erklären; zu entschuldigen ist es dadurch jedoch keinesfalls.

Nachdem ich die abendliche Fahrt zu dem (vor!)vorletzten Termin beim Taxiunternehmen abgesagt hatte, war ich ziemlich in Fahrt; selbstredend ohne Taxi. Mein Telefonohr glühte und nachdem ich den Hörer gerade aufgelegt hatte, klingelte es an der Tür. Vor dem Haus stand ein Taxi. Hallo?! Doch „schon“ zweieinhalb Stunden nach Beginn der Messeabfahrt und mit anderthalb Stunden Verspätung bei mir. Und das, nachdem zwei Minuten vorher der Termin wegen thematischer und menschlicher Inkompetenz des Taxiunternehmens abgesagt worden war. Nein, ich habe den Hörer der Gegensprechanlage nicht abgenommen. Der Fahrer hätte sich von dem daraus potentiell resultierenden Trommelfellriss vermutlich nie wieder erholt!

*

Ich bin aus verschiedenen Gründen sehr froh, dass ich diese anderthalb Monate dauernde Phase heute endlich abschließen konnte. Länger hätte ich das Theater mit diesem Taxiunternehmen auch nicht mitgemacht. Die Verantwortlichen sollten sich ernsthaft überlegen, ob sie sich weiter auf dem Gebiet der Personenbeförderung bewegen. Tiertransporte scheinen mir da durchaus geeigneter.

Wer für längere Zeit werktägliche Taxi-Fahrten benötigt und sicher gehen will, dass er sich nicht auch noch jeden Tag Sorgen um die Pünktlichkeit der Hin- und Rückfahrten machen muss oder darüber, ob die Fahrten überhaupt stattfinden und falls ja, wie, kann mich gern anmailen (Adresse oben rechts). Ich verrate ihm dann per E-Mail, welches Unternehmen er vorsichtshalber auf gar keinen Fall beauftragen sollte.

Ich selbst wäre dankbar für einen Hinweis, welches tatsächlich zuverlässige Unternehmen oder welchen Einzelfahrer man in solchen Fällen beauftragen kann. Man weiß ja nie, wann man es (nochmal) braucht, nöch?! Kommentare dazu sind sehr willkommen; auch gern direkt von Einzelfahrern! Sie müssen sich ja nicht alle in Hannover und Umland tummeln. Ich denke mal, solche Machenschaften gibt es im Zweifel in jeder Stadt.

Euch allen wünsche ich nun, verbunden mit Glückwünschen zum bewältigten Durchlesen dieses Berichts, eine pünktliche Abfahrt in ein ausgesprochen entspanntes Wochenende! ;o)

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Ja, die Zeiten ändern sich.

Früher, ach früher …

… war es so, dass das Internet, Foren und Blogs, einen kleinen Teil der Freizeitgestaltung ausgemacht haben. Es sollte einfach Spaß machen und ein wenig zusätzliche Abwechslung in den Alltag bringen. Heutzutage beschleicht mich immer häufiger der Eindruck, dass einige gar nichts anderes mehr haben, als ihre Rappelkiste. Jeder Mist wird sofort proklamiert.

… war es so, dass man Menschen, die man nicht mochte, einfach links liegen ließ. Heute muss man es sie auf allen Wegen wissen lassen. Bei anderen, die nicht schnell genug auf einen Baum kommen, wird hinterrücks Überzeugungsarbeit geleistet, WIE scheiße derjenige doch ist. Wie viel unglaublich unsinnige Arbeit wegen jemandem, den man doch angeblich doof findet …

… war es so, dass man an Aktionen, die das eigene Interesse nicht berührten, einfach nicht teilgenommen hat. Heute muss man lang und breit erklären, wie blöd man das und alle die es tun findet. Dass man selbst allerdings genau das tut, was man bei anderen ach so blöd findet, ist okay. Das Knallen kommt übrigens möglicherweise vom Schuss ins eigene Knie.

… war es so, dass man sich einfach gefreut hat, wenn ein kleines Geschenk oder ein privater Gruß in der Post war. Man bedankte sich beim Schenker und gut war’s. Heute muss man groß und breit plakatieren, wer einem wann und warum was geschickt hat; bitte unbedingt mit Foto! Die ganze Welt muss schließlich wissen, wie sehr man sich darüber demonstrativ freut.

… war es so, dass man es einfach getan hat, wenn man jemandem mit einer Aufmerksamkeit eine Freude bereiten wollte. Heute muss man auf seinem Blog wochenlang zelebrieren, wie anstrengend die Vorbereitungen sind und wie viel (doch wohl freiwillige?!) Arbeit und Zeit darin steckt. Womit sich der Kreis zum vorherigen Punkt wieder schließt.

… war es so, dass man einfach auf Toilette ging, wenn man diesen Drang verspürte, oder andere – rein private Angelegenheiten – eben für sich erledigte. Heute muss man es vorher öffentlich ankündigen und den genauen Verlauf beschreiben. Nicht vergessend, irgendwelche Auffälligkeiten genau zu definieren. Vorzugsweise natürlich auch hier mit Foto.

… war es so, dass es niemandem aufgefallen ist, wenn bei schönerem Wetter die Aktivitäten im Internet stark eingeschränkt wurden. Heutzutage wird gemotzt, geschmollt und mit Blogschließung gedroht, nur weil an herrlichen Sommertagen die Klicks oder Kommentarzahlen zurückgehen. Wenn einem sowas den Tag versaut, dürfte wohl irgendwas vollkommen falsch laufen.

… war es so, dass gegenseitige Akzeptanz selbstverständlich war. Wenn man jemanden ablehnte, war das so. Deshalb musste nicht die ganze Welt diese Ablehnung teilen. Mit Sympathie verhielt es sich genauso. Heutzutage begibt man sich mitunter auf verdammt dünnes Eis, wenn man jemanden mag (und das auch zeigt), den andere Blogger doof finden. Und umgekehrt.

… war es so, dass man unliebsame Beiträge einfach weggeklickt hat. Heute muss man sie studieren und anderenorts samt Verfasser in der Luft zerreißen, statt einfach sein Missfallen direkt unter dem Beitrag mittels Kommentar kundzutun oder die Finger still zu halten. (Ob ich die Kommentare hinter diesem Beitrag sperren sollte? *g).

… war es so, dass Menschen, die andere ständig provoziert und hinterrücks gehetzt haben, bestenfalls ausgelacht wurden, wenn sie aufgrund des schärfer werdenden Gegenwindes losheulten. Heutzutage finden solche Wesen durch geheuchelte Integrität sogar eine kleine Schar von Anhängern, die allerdings üblicherweise sowieso ihre Fähnchen in jeden Wind hängen. Und diejenige, die am lautesten nach Offenheit und Ehrlichkeit krähen, agieren selbst mit geschlossenem Visier.

… war es so, dass man sich sein Urteil durch mindestens zweiseitige Informationen gebildet hat und frühestens anschließend urteilte oder die Konsequenzen zog. Heutzutage werden Menschen bereits abgeurteilt, ohne dass sie überhaupt Stellung beziehen konnten. Die Ankläger müssen nur infam, perfide und laut genug krähen, damit ein Ahnungsloser zum Schuldigen wird.

… war es so, dass Menschen sich sinnvoller beschäftigen konnten, als permanent Aufzeichnung über anderer zu sichern. Es wurde nicht jahrelang protokolliert, wer wann mit wem was über wen gesagt, gemacht oder geschrieben hat. Klardaten waren vertraulich und blieben es. Geschehnisse, die mehr als ein paar Monate her waren, galten als veraltet. Heutzutage muss man damit rechnen, dass sogar Jahrzehnt alte Äußerungen über irgendeinen Fliegenschiss als Beweis für irgendwas herangezogen und ohne Hintergrundwissen bewertet werden. Nicht vergessend, sich über Kamele aufzuregen, die gerade gewachsenes Gras wieder wegfressen. Die Sta‘Si scheint gegen einige Internet-Protokollanten echt ein kleiner Scheißdreck gewesen zu sein!

… war es so, dass man sein Wort öffentlich führen konnte, u. a. weil Fairness noch groß geschrieben wurde. Wer heutzutage mit seiner Hetze öffentlich nicht mehr weiter kommt, schließt die Öffentlichkeit aus und lädt sich sein Gefolge auf den geschützten Blog. Nicht berücksichtigend, dass die Möglichkeit der Weiterleitung aller Aufwiegelungen an die Verunglimpften mit jedem weiteren Teilnehmer wächst.

… war es so, dass es Menschlichkeit und Miteinander gab. Vor allem, wenn jemand Schwächen zeigte. Heute muss derjenige damit rechnen, dass Schwächen bei nächster Gelegenheit ausgeschlachtet werden. Begriffe wie Anstand, Moral, Höflichkeit und Meinungsfreiheit bleiben dabei völlig auf der Strecke, werden überstrapaziert oder nur für sich in Anspruch genommen.

… war es so, dass man technische Möglichkeiten nutzen konnte, wie man es selbst für sinnvoll erachtet hat. Heutzutage muss man sich rechtfertigen, wenn man beispielsweise alle Kommentare vor Veröffentlichung sehen möchte, um beispielsweise dem hirnlosen Gequatsche von braunen Würstchen und sonstigem Pöbel keine Chance zu geben.

~

Mich irritiert das etwas. Denn wenn ich jemanden doof finde, lasse ich ihn nach wie vor links (wahlweise auch mal rechts oder sonst wo) liegen; zumindest solange er/sie mich lässt. Beiträge, die (oder deren Verfasser) mich nicht interessieren, klicke ich weg oder meide sie vornehmlich ganz. Ich unterlasse Aktivitäten kommentarlos, zu denen ich keine Lust habe und genieße Post und Geschenke als das was sie sind: Private Gaben. Auf gleichem Wege bedanke ich mich üblicherweise auch. Ausnahmen mögen mitunter diese Regel bestätigen.

Wenn ich etwas verschenken möchte, tue ich es einfach, ohne dem Beschenkten bereits im Vorfeld ein schlechtes Gewissen wegen meiner vielen Mühen zu machen. Informationen über mein Privatleben, die die Welt nicht braucht, behalte ich für mich. Auch überlege ich sehr genau, was ich bereit bin, „der Welt“ auf meinen Blogs über mich mitzuteilen. Nur wer mich privat kennt, hat tatsächliche Informationen über mich. Zu dem, was ich öffentlich schreibe, kann ich jederzeit Auge in Auge stehen.

Ich lebe mein Privatleben real und das Bloggen spielt darin zu maximal fünf Prozent eine Rolle; oftmals noch weniger. Nur der Umfang an Bloggerei im Internet, der mich bereichert, ist freiwillig Teil meines Privatlebens. Wenn das Wetter schön ist, fällt es mir kaum auf, wenn auf meinen beiden Blogs weniger „Traffic“ herrscht, weil ich selbst nicht online bin. Wenn doch, freue ich mich, dass es außer mir noch weitere Menschen gibt, die das reale Leben dem Internet vorziehen.

Sympathie und Antipathie pflege ich unabhängig vom „Mainstream“. Wenn ich jemanden mag oder ablehne, ist es mir egal, ob andere genauso empfinden. Nichtmögen muss ich nicht täglich thematisieren; in meinem Leben gibt es Schöneres. Auch ist es mir egal, ob andere meine Einstellung teilen. Bei einigen scheinen Überzeugungen sowieso flexibler zu sein, als Windsäcke. Blogger, die sich (vermeintlich geschützt/hinterrücks) über mich oder mir nahe stehende Blogger das Maul zerreißen, möchte ich auf meinen Blogs nicht mehr sehen. Anfragen, wo ihre Kommentare geblieben sind, erübrigen sich dem entsprechend.

Wenn jemand mir gegenüber über Abwesende herziehen will, bin ich dafür ein denkbar schlechtes Publikum. Üblicherweise bedienen sich solche Charaktere immer gleicher Machenschaften und ziehen stets denjenigen durch den Dreck, der gerade abwesend ist. Wenn ich nur einseitige Informationen habe, bilde ich mir daraus kein Urteil. Das kann nur falsch, bestenfalls unvollständig sein. Und wer mir nicht mit offenem Visier begegnen kann oder will, sollte nicht mich, sondern den Mondschein wählen.

Wenn ich Informationen über jemanden habe, behandele ich diese grundsätzlich vertraulich. Also genau so, wie ich es im umgekehrten Fall ebenfalls erwarte. Ich habe genügend eigenes Leben, als dass ich mich über Freud und Leid anderer Menschen wichtig oder interessant machen müsste. Privat ist privat und bleibt privat. Gleiches gilt für Persönliches.

Wenn ich etwas über jemanden zu sagen habe, kann ich das offen tun und muss mich dazu nicht verstecken. Auf Menschen, die bereits am Boden liegen, trampele ich nicht noch herum. Entweder versuche ich sie zu stützen oder ich lasse sie in Ruhe. Rechte, die ich für mich in Anspruch nehme, gestehe ich anderen genauso zu. Wenn jemand entscheidet, die ihm zur Verfügung stehenden, technischen Möglichkeiten zu nutzen, ist das für mich eine Tatsache, keine Diskussionseröffnung.

~

Tja, alles in allem muss ich feststellen: „Irgendwas stimmt nicht mit Hasi“ … Ob es gegen Fossilität etwas von Ratioschmarrn gibt?

 

 

;o)

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Bei Herrn Wortman und beispielsweise Frau Gedankenfest sah ich ein Stöckchen, das ich recht inspirierend fand. Vor allem beim Lesen der verschiedenen Ergebnisse auf diversen Blogs! ;o) Da ich üblicherweise nicht nur nehme, sondern soweit möglich auch gebe, schnappe ich mir mal das Wortmänsche Stöckchen.

Es sollen fünf Marotten genannt werden und anschließend weitere fünf Blogger (m/w) verlinkt werden, die bitte ebenfalls fünf ihrer Marotten in ihrem Blog von sich niederschreiben. Die Idee finde ich sehr interessant und ich hoffe, dass die am Ende meines „Outings“ Genannten, das „Stöckchen“ fangen und ebenfalls beantworten werden. Es würde mich sehr freuen!

Und los:

1. Eine meiner Marotten ist mein ständiges Zuspätkommen. Das ist, entgegen tiefenplyschologischer Deutungen, keine Missachtung. Würde ich diejenigen, mit denen ich verabredet bin, missachten, wäre ich nicht mit ihnen verabredet. Klar, oder? ;) Mein Zuspätkommen hat auch immer triftige Gründe und niemals trage ich daran die Schuld. Auch klar, oder? Hmm …

2. Resteessen, oh ja! Ich liebe Resteessen! Wenn ich jährlich anlässlich meines Geburtstages ein unter einem bestimmten Motto stehendes Raclette-Essen mache, dann bereite ich so viele Zutaten vor, dass garantiert Massen davon übrig bleiben. Ich freue ich diebisch auf diesen Abend und genieße ihn sehr. Fast ein bisschen mehr freue ich mich jedoch auf die folgenden Tage: Ich wache bereits mit einem breiten Grinsen und dem Gedanken an meinen Kühlschrank auf. Darin befinden sich unzählige Dosen, Packungen etc. voller Reste. Und jeden Tag ist es für mich ein Festessen, mir aus zahlreichen schmackhaften Zutaten wieder irgendwas Leckeres zu überbacken, braten oder in sonstiger Weise zuzubereiten. Ich bin keine gute Köchin aber eine leidenschaftliche, weil ich Lust darauf und Spaß daran habe. Dem entsprechend verlockend sind für mich sog. Reste: Man kann immer irgendwas Primatolles daraus machen.

3. Einen Ordnungsfimmel würde auf den ersten Blick niemand bei mir vermuten, der meine Wohnung (auch „Villa Kunterbunt von innen“ genannt *g) kennt. Aber zumindest in mancherlei Hinsicht muss Ordnung einfach sein. Das betrifft bei mir Tuben, Flacons, Flaschen etc. Diese müssen immer mit dem Hauptetikett nach vorn stehen. Nicht, weil ich sonst nicht wüsste, was drin ist, sondern einfach weil ich es so will. Es macht mich irre, wenn sowas falschherum steht. Einzige Ausnahme sind Flaschen im Kühlschrank: Zum einen liegen sie (mit dem Hauptetikett nach oben) und zum anderen drehe ich noch ungekühlte Flaschen mit dem HE nach unten, damit ich auf den ersten Griff weiß, welche bereits gekühlt ist oder noch Kühlung braucht.

4. Mein Gerechtigkeitssinn treibt viele fast in den Wahnsinn. Wenn ich mich selbst ungerecht behandelt fühle, drehe ich mich meist einfach um und gehe. Es sei denn, es handelt sich um Vertragsverhältnisse, die ich ordnungsgemäße erfülle, der Vertragspartner jedoch nicht. Wenn ich allerdings sehe, dass jemand anderem Unrecht geschieht, kann ich nicht die Klappe halten. Dagegen muss ich an. Egal, ob es sich um einen Behinderten handelte, der in der U-Bahn von mehreren Schlägern attackiert wurde, ob ich feige Verunglimpfungen etc. gegen Menschen die ich schätze erlebe oder von sonstigen Machenschaften Kenntnis erlange, die mein ausgeprägtes Rechtsempfinden attackieren.

5. Sammeln. Oh ja, eine meiner Marotten ist das Sammeln. Beispielsweise Masken aus Leder oder im italienischen Stil, die ich in weitem Bogen neben und über der Fensterfront meines Wohnzimmers hängen habe. Allerdings bewegt sich ihre Zahl noch im zweistelligen Bereich. Das Fenster ist auf ca. vier Metern Breite einfach zu schmal für mehr. Außerdem habe ich einen Extra-Schrank, nur für Bettwäsche. Allerdings halte ich mich an einen mit mir gemachten Deal: Ich darf nur neue Bettwäsche kaufen, wenn ich mich vorher von der doppelten Menge getrennt habe. Eine Garnitur neu = zwei Garnituren ausmustern und wirklich entsorgen. Natürlich nicht zu vergessen meine Sammelleidenschaft für Kaffeebecher. Geschätzt sind es mittlerweile ungefähr 300, die ich von zahlreichen Reisen weltweit mitgebracht habe oder einfach nicht in irgendeinem Laden-Regal stehen sehen konnte. Ich habe mir einen „Tassen-Stop“ auferlegt und halte mich tatsächlich daran. Aber schenken ist nach wie vor erlaubt! ;))

So, das war es von mir. Jetzt seid Ihr dran! ;) Ich benenne gern fünf BloggerInnen, von denen ich mir wünsche, dass sie das Stöckchen fangen und beantworten mögen:

Da wäre zum einen Ludger, auf dessen Antworten ich sehr gespannt bin!

Ute hat auch immer viel Interessantes zu erzählen. Warum nicht mal einen Marottenstriptease?

Anna-Lena macht sogar aus Plagen und Klagen noch schöne Texte. Von ihr möchte ich auch mehr wissen.

Mandy ist hoffentlich sehr bald wieder da und freut sich über dieses Stöckchen!

Bei Gudrun freue ich mich oft über recht kontroverse Ansichten und möchte mehr von ihr wissen!

Sobald Emily aus ihrem Freudentaumel über ihre Teilnahme bei der Nabucco-Aufführung heraus ist, wird sie Klein Bloggersdorf mit ihrem Marotten-Outing sicher sehr viel Freude bereiten!

Die Auswahl ist zufällig und ich schließe mich Herrn Wortman an: Wer auch immer das Stöckchen fangen möchte, soll und darf dies sehr gern tun!

Ich wünsche uns allen ein schönes Wochenende mit möglichst vielen Marotten, denn auch sie machen uns letztendlich aus und liebenswert! ;o)

 

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Wie ich der PM vom „Bund der Steuerzahler“ entnehme, haben sich die GEZ und ihre Befürworter nun eine ganz neue Machenschaft einfallen lassen. Beziehungsweise … die Idee ist nicht neu; sie kam schon vor einigen Monaten auf. Dass die Nummer aber tatsächlich so durchgebracht wird, hätte ich nicht gedacht. Ja, ja, ich weiß: Naivchen. Egal. Worum es geht?:

[…] Ab 2013 wird das jetzige GEZ-Gebührenmodell abgeschafft und durch eine neue pauschale Haushaltsabgabe für Privathaushalte und eine Betriebsstättenabgabe für Unternehmen ersetzt. Haushalte haben ab dann monatlich 17,98 Euro zu zahlen, unabhängig davon, ob überhaupt Fernseher oder Radios vorhanden sind. Gewerbetreibende und Selbständige werden ebenso zu Kasse gebeten. Auch hier spielt es keine Rolle, ob Empfangsgeräte tatsächlich vorhanden sind. […]

Es ist also vollkommen irrelevant, ob es in einem Haushalt überhaupt Empfangsgeräte gibt. Aha. Es ist auch unerheblich, ob es sich um einen Single-Haushalt handelt, in dem mangels mehrerer Personen nur ein Programm gleichzeitig frequentiert wird. Oder ob es sich um einen sog. Mehrpersonen-Haushalt handelt, in dem üblicherweise mehrere Programme parallel in Anspruch genommen werden. Das alles ist egal; GEZahlt werden muss auf jeden Fall. Es spielt keine Rolle, ob mich Programme und deren Inhalte überhaupt interessieren, gucken könnte ich sie ja. Also:

Es KÖNNTE ja sein.

Interessant, interessant. Wenn das schon reicht, dann eröffnen sich damit ganz neue Perspektiven. Unter diesem Aspekt bestehe ich darauf, dass mir ab sofort, spätestens mit Beginn des Jahres 2013, monatlich Kindergeld für 17 Sprösslinge gezahlt wird. Ich habe zwar keine Kinder aber ich hätte seit 1995 (die davor wären ja mittlerweile ganz oder fast aus dem Haus; wir wollen ja nicht kleinlich werden) jährlich ein weiteres Kind auf die Welt bringen können. Und ein paar weitere Jahre geht das noch so weiter. Dazu kommt, dass der Staat vehement nach mehr Kindern verlangt. Ergo:

Es KÖNNTE ja sein.

Außerdem kommen natürlich noch Bezüge von Arbeitslosengeld I dazu. Ich bin zwar nicht arbeitslos aber:

Es KÖNNTE ja sein.

Und wenn wir schon dabei sind, bitte ich auch gleich darum, mir monatliches Pflegegeld der höchsten Stufe anzuweisen. Ich bin zwar nicht pflegebedürftig und habe auch in meinem engsten Umfeld glücklicherweise (!) niemanden, der Pflege benötigt, aber

Es KÖNNTE ja sein.

In diesem Rahmen beantrage ich natürlich auch gleich noch Wohngeld und alle weiteren Zahlungen, die mir im Notfall zustehen würden. Ich bin zwar nicht in Not, aber

Es KÖNNTE ja sein.

Unter einigen Aspekten der vorgenannten Fälle wäre ich, zumindest bisher, von den Zahlungen an die GEZ befreit worden. Deshalb bitte ich natürlich auch gleich um entsprechende Veranlassung, mich mit sofortiger Wirkung von den Verpflichtungen gegenüber der GEZ zu befreien. Es trifft zwar keine der Voraussetzungen zu aber

Es KÖNNTE ja sein.

Alle weiteren, möglichen Ansprüche bitte ich gleich zu prüfen und freiwillig zu gewähren, damit wir uns teures Prozessieren ersparen. Es gibt genügend Abzock-Anwälte die regelrechte Listen darüber führen, was wem in welchem Fall zusteht. Einen davon finde ich garantiert. Und da es durch den Wandel der GEZ-Masche keiner Inanspruchnahme oder Voraussetzung zum Anspruch mehr bedarf, haben sich die Zeiten maßgeblich geändert: Es müssen keine Umstände mehr erfüllt sein, um Forderungen zu stellen; sie können zukünftig einfach so gestellt werden, weil:

Es KÖNNTE ja sein.

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Wer hat eigentlich mehr einen an der Waffel? Das schnöde Wahlvieh, was sich immer noch mehr und mehr ins Gesicht schlagen lässt? Oder die so genannten Volks(ver)treter und ihre Helfershelfer, die immer wieder neue Möglichkeiten finden, ihre „Arbeitgeber“ bis aufs sprichwörtliche Blut zu reizen?

Kein Wunder, dass jährlich in sechsstelliger Zahl Menschen aus Deutschland auswandern!

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Nach offiziellen Medienberichten greift die Verwendung von Botox nun nicht mehr nur in so genannten Promi-Kreisen um sich, sondern wird mittlerweile auch im Tierreich immer eifriger eingesetzt. Wie das Veterinäramt für Tierschutz und Prävention (VfTuP) berichtete, stoßen derlei Machenschaften in der medizinischen Fachwelt auf massiven Widerstand.

Das in Karnickelhusen ansässige Institut VfTuP wird vertreten durch Herrn Prof. Dr. Dr. vet. Bamsterhacke. Dieser war viele Jahre in diversen zoologischen Einrichtungen als Leitender Veterinär tätig und beobachtet die aktuellen Entwicklungen ebenfalls mit größtem Entsetzen. Seiner Ansicht nach

wird hier zulasten wehrloser Lebewesen ein
Schönheitskult betrieben, der weder  jetzt
noch in Zukunft zu rechtfertigen sein wird!

Davon abgesehen ist es höchst umstritten, ob derartige operative Eingriffe die Paarungsbereitschaft der jeweiligen Männchen realistisch betrachtet, also nachweislich, steigern. Aber selbst dann dürfte bei Weibchen der Einsatz so genannter dekorativer Chirurgie, beispielsweise durch die Unterspritzung einzelner Körperpartien mit Botox, sehr fragwürdig bleiben.

All diesen Ausführungen kann ich mich ehrlich gesagt nur heftig anschließen. Wenn sich Menschen freiwillig verstümmeln, beispielsweise durch Piercings im Gesicht und aufgepumpte Pobacken, Hupen oder Lippen, dann ist es ihre Sache. Aber Tieren derartiges anzutun, geht echt zu weit:

 

 

Keine Angst: Alles nur Spaß! ;o)

 

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Ich wollte es eigentlich in eine Geschichte verpacken aber ehrlich gesagt ist es mir die Mühe nicht wert. Das Verpacken sollte auch nicht zum Verschleiern dienen, sondern nur dazu, es netter lesen zu können. Aber „nett“ ist ja sowieso relativ.

Dieser Tage wundere ich mich mal wieder darüber, wie man einen Begriff wie „Meinungsfreiheit“ so dermaßen an der Schnur vorbei aufhängen kann. Wer des Lesens im direkten Zusammenhang mit dem Verstehen mächtig ist, sollte an Artikel 5, Absatz 1 des Grundgesetztes vorbei zu Absatz 2 kommen. Dort ist klar definiert, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung seine „Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze“ findet. Wer es genauer wissen möchte, scrolle zum Ende dieses Textes; dort ist der gesamte Artikel 5 GG zitiert. Das ist aber nur die schnöde Theorie. Und wie funktioniert dieser Kram mit freier Meinungsäußerung in der Praxis? Im Grunde ganz einfach: Man stelle sich einen alten Spruch vor und beherzige ihn. Schon klappt’s! Der Spruch lautet:

„Was du nicht willst, dass man dir tu’,
das füg’ auch keinem anderen zu.“

[Tobit 4,15 EU Lutherbibel von 1545]

Eine vielleicht etwas lebensnahere Definition lautet:

Die Freiheit der eigenen Meinung endet exakt an dem Punkt, an dem man mit der eigenen Meinung die Meinung eines anderen Menschen einzuschränken beginnt.

Aber gehen wir ruhig einmal etwas mehr ins beispielhafte Detail: Oftmals fängt es schon damit an, dass jemand zitiert aber nicht genannt wird, und das nur zum Zwecke der Bloßstellung. Im Zeitalter von Google & Guttenberg sollte jedem Idioten, selbst wenn er gestern erst vom Baum gefallen ist, klar sein, dass es üblicherweise nur weniger Klick bedarf, um mit dem exakten Wortlaut Quellen zu finden. Wenn ich jemanden ungenannt wörtlich zitiere ist das für sich genommen schon ein potentieller Straftatbestand. Wenn sich derjenige, auf die Nicht-Nennung angesprochen, damit herauszureden versucht, dass er niemanden bloßstellen wollte, ist das wohlwollend betrachtet eine ganz besondere Form der Höflichkeit. Dergestalt, dass der Behauptende damit das Niveau seiner bis dato erreichten Intelligenz selbst bekannt gibt. Siehe erneut: Google & Guttenberg. Als naiv dürfte es hingegen zu bezeichnen sein, wenn jemand annimmt, dass er ein Recht für sich in Anspruch nehmen kann, ohne dass sich daraus automatisch eine Pflicht ergibt. In diesem Fall ist es beispielsweise die Pflicht, den anderen in seiner Ehre nicht zu missachten, auch wenn dessen Meinung nicht genehm ist.

Verunglimpfe ich einen anderen Menschen durch Herabwürdigen seiner Äußerungen sowie Hinzufügen meiner Interpretation und propagandierenden Meinung, nennt man das beispielsweise Beleidigung. Fließen in eine solche Darstellung auch noch Mutmaßungen über die Motive des Zitierten ein, die bestenfalls als Unterstellungen gewertet werden können aber als Tatsachen verkauft werden, handelt es sich zum Beispiel um üble Nachrede. Denn über die Motive eines Schreibers dürften im Internet die wenigsten Lesenden tatsächlich informiert sein. Insofern kennt der Zitierende die Motive des Zitierten zwar nicht, stellt aber dennoch Behauptungen darüber auf. Allerdings können solche Machenschaften schon eher an Diffamie grenzen. Hat der Zitierende sogar Kenntnis darüber, dass das, was er über einen anderen Menschen behauptet, nicht den Tatsachen entspricht, sind wir bei der Verleumdung angekommen. Aber schon die Folgen des bloßen Verbreitens von sog. Schmähschriften sind im Strafgesetzbuch klar geregelt.

Es ist relativ leicht und vor allem schnell möglich, in Artikel 5 des Grundgesetzes von Absatz 1 zu Absatz 2 zu gelangen. Also vom Recht der freien Meinungsäußerung zu Kenntnis der Schranken dieses Rechts. Den meisten Menschen gelingt das schon durch das ganz einfache Lesen des Textes. Manche schaffen es allerdings in einer nur noch als bemerkenswert (die Wertung positiv/negativ überlasse ich der geneigten Leserschaft) zu definierenden Rasanz, innerhalb eines Blogbeitrages bezüglich des 14. Abschnitts (ab § 185) eine Art „Best of StGB“ aufzustellen. Sie zerfleddern die frei geäußerte Meinung eines anderen in einer Art und Weise, die im Rahmen üblicher Strafverfolgung möglicherweise noch viel zu harmlos geahndet wäre. Konfrontiert mit ihren Boshaftigkeiten krähen sie wie alte bayerische Waschweiber* nach ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung. Also genau nach dem Recht, das sie einem anderen Menschen durch ihr eigenes Handeln Schwarz auf Weiß komplett abgesprochen haben. Das nenne ich doch mal eine hieb- und stichfeste, ordentliche Kritik- und Erkenntnis-Resistenz!

Beispielsweise Herr M. Abu Minyar al-Gaddafi demonstriert derartige Machenschaften gerade in unerträglich anschaulicher Weise und in einem der dunkelsten Abschnitte deutscher Geschichte gab es sowas auch schon einmal. Einer Wiederholung oder eines Imports bedarf es m. E. nicht. Das ist jedoch nur meine subjektive und somit unerhebliche Meinung. Was jedoch meist ausgerechnet diejenigen, die am vehementesten auf ihre eigenen Meinungsfreiheit bestehen, zu vergessen scheinen ist, dass es JEDEM Menschen (zumindest innerhalb dieser Zivilisation) zusteht, seine Meinung frei zu äußern, und zwar im Rahmen definierter Schranken. Eine geäußerte Meinung stellt niemals eine Grundlage bzw. einen Freibrief für Beleidigungen, Diffamierungen, Diskreditierungen, Rufmorde, Verleumdungen etc. dar! Wo die Freiheit der Meinungsäußerung aufhört sei denjenigen, die Verständnisprobleme mit den Begriffen „Grenzen“ oder „Schranken“ haben anhand eines Zitats aus einem allseits beliebten Film vereinfacht dargestellt, und zwar mit „Dirty Dancing“, worin es heißt:

„Das ist MEIN Tanzbereich und das ist DEIN Tanzbereich!“.

Hat es jetzt jeder verstanden? Fein. Dann können wir uns ja wieder den angenehmeren Dingen des Lebens widmen, nöch?! ;)

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Weiter zu Artikel 5/GG und StGB:

 

(mehr …)

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… dass aus manchen Menschen diese unsägliche Anscheißmentalität wohl einfach nicht rauszubekommen ist.

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Aber wer auf faire Weise zu nix kommt und als einzige Möglichkeit für seine eigene Form von Erfolg die Diskreditierung anderer zu sehen scheint … Es ist eben alles eine Frage der (V)Erziehung.

Ich habe bereits als Kind gelernt, dass Petzen bäh sind. Wer es einmal getan hatte, war bei den Kumpels out. Und zwar sowas von! Denn jeder konnte der Nächste sein und darauf wollten üblicherweise alle gern verzichten.

Man gut, dass man sich seinen Umgang normalerweise aussuchen und um SozialINkompetenzler einen großen Bogen machen kann!

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P.S. Nein, ich war nicht das „Ziel“. Das Einzige, was ich damit zu tun habe ist, dass ich mir noch immer nicht abgewöhnen konnte, über den Tellerrand zu sehen. So ein Mist aber auch. Blöder, blöder Mist!

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Allen nicht-Petzen wünsche ich einen bezaubernden 2. Advent! Auf Euren Blogs brennen schon so viele Kerzen, dass ich hier lieber einen Mülleimer aufstelle. Für die Reste der Kerzen, abgebrannte Kränze und … alles Zeux, wofür es keine Verwendung gibt! Der obige Eimer steht zwar in Hannover, es gibt jedoch sicher in jeder Stadt einen, der nach Benutzung schreit. Nur mal so erwähnt …

;o)

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