Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Obst’

 

Mal wieder frage ich mich, wofür wir alle die Sesselpuper in der EU-Zentrale bezahlen. Nicht genug damit, dass jährlich für deren Sprösslinge vierstellige Beträge von uns finanziert werden, damit die kleinen auch ordentlich Urlaub machen können (Hartz IV-Familien sind schon froh, wenn sie 60 Euro für eine Klassenfahrt zusammen bekommen). Entscheidungen wie „wie krumm muss eine Banane und wie krumm darf eine Salatgurke sein“ sind natürlich von immenser Tragweite und müssen getroffen werden. Selbst wenn es allein in Deutschland vermutlich 80 Millionen Menschen – mit Verlaub – scheiß egal ist, welche Krümmung sie im Gemüse- und Obst-Regal vorfinden, da ausschlaggebend für den Preis das Gewicht und nicht die Form ist.

Auch für die vollkommen bekloppt-Erklärung aller Personaler, weil zur Vermeidung von Alters-Diskriminierung kein Geburtsdatum mehr in Bewerbungen angegeben werden muss, dürfen wir uns bei der EU bedanken. Nicht, dass sich das Alter allein schon aus sämtlichen Zeugnissen (oder werden die nicht mehr mitgeschickt?) ergeben würde und allerspätestens bei einem Vorstellungsgespräch (oder findet sowas nicht mehr statt?) eingeschätzt werden kann, wie alt ein Bewerber (m/w) ist.

Auch ist ja seit Einführung des Euros nichts teurer geworden. Vorausgesetzt, dass jeder in jedem Jahr mindestens ein neues Auto, einen neuen Fernseher, eine komplette Möblierung der Wohnung und selbstredend sämtliche Elektrogeräte neu anschafft, mag diese „Statistik“ möglicherweise tendenziell stimmen. Für die paar Leute, die sich nicht jedes Jahr alles neu anschaffen und stattdessen die Messlatte an üblichen Lebenshaltungskosten ansetzen, haben sich die Preise seit Einführung des Euros verdoppelt bis verdreifacht und die Einkommen/Renten halbiert. Aber nun denn: Die sind ja selbst Schuld. Es hindert sie ja keiner daran, jedes Jahr ein neues Auto, einen neuen Fernseher, eine komplette … Ja, ja, ist ja gut!

Da jedoch das Ende der Dummheitsfahnenstange natürlich noch längst nicht erreicht wurde und sich horrende Gehälter irgendwie rechtfertigen lassen müssen, sollen als neuerlich konstruierte EU-Innovation in Deutschland ab 2013 ca. 30-stellige Kontonummern eingeführt werden, damit sie einem angeblich weltweiten Standard entsprechen. Welches Land hat bitteschön standardmäßig 30-stellige Kontonummern?

Also ehrlich: Langsam reicht’s! Ne, nicht langsam – längst! Insofern bleibt mir echt nur noch eines:

~

~

Ich bitte, mir die Wortwahl nachzusehen: Bei dem Thema sind mir schon lange die Blümchen ausgegangen.

 

Read Full Post »

 

Die Freidenkerin war mit dem aktuellen Stöckchen, das sie bei Silvie gefunden hatte, etwas unvorsichtig. Sie schmiss es hoch in die Luft und mir donnerte es an die Birne. Na, danke! ;o) Und das mir … ausgerechnet zum Thema Shopping. Aber gut; wenn ich nun schon eine Beule davon habe, beantworte ich es auch:

~~~

Du bist im Geschäft unterwegs. Landet auch was in deinem Korb, das nicht auf der Liste stand? Oh, ja! Manchmal frage ich mich, warum ich meinen Einkaufszettel überhaupt mitnehmen: Aber wehe, wehe, wenn ich ihn vergesse …

In welcher Ecke des Supermarkts hältst du dich am liebsten auf? Obst und Gemüse, Fleisch- und Käsetheke

Was landet automatisch immer in deinem Korb? Ananas und Früchte je nach Jahreszeit

Durchschnittlicher Preis, den du ausgibst? Je nachdem was anliegt, zwischen 50 und 100 Euro pro Woche.

Bar oder Karte? Vorzugsweise bar.

Könntest du den Laden blind durchgehen und trotzdem die richtigen Dinge einpacken? Da ich einen Orientierungssinn habe, den jede halbe Scheibe Toastbrot locker überbietet, möchte ich lieber nicht wissen, was in einem solchen Fall in meinem Wagen landen würde! ;)

Um welchen Gang machst du einen großen Bogen? Üblicherweise ist alles so verschachtelt aufgebaut, dass ich sowieso durch alle Gänge muss.

Hamsterkäufe? Kaffee, Tee, Schokolade mit ganzen Mandeln

Was hast du dich noch nie getraut einzukaufen? Ich schrecke vor fast nix zurück. Insofern kaufe ich, worauf ich Lust habe. Was „andere“ darüber denken interessiert mich nicht einmal wenig.

Spar- oder Qualitätsmarke? Wenn ich Qualität zu einem günstigen Preis bekomme, nehme ich spar.

Kaufst du Zeitschriften/Bücher im Supermarkt oder im Fachhandel? Wenn, dann im Fachhandel.

Wechselst du die Schlange, wenn eine neue Kasse aufmacht? Üblicherweise habe ich exakt in dem Moment begonnen, meine Waren auf das Band zu schaufeln. Also: Nein.

~~~

Bei meinen Antworten bitte ich zu berücksichtigen, dass ich üblicherweise nur aus reinem Selbsterhaltungstrieb einkaufen gehe. Wenn also der Kühlschrank leer ist oder sich die Getränke dem Ende neigen. Einkaufen ist für mich Höchststrafe. Will jemand mit mir an einem Samstag in die Stadt, ist das entweder (wenn ich tatsächlich mit gehe) der größt mögliche Liebesbeweis meinerseits oder ein Trennungsgrund! ;)

~~~

Und jetzt bitte Vorsicht: Das Stöckchen fliegt schon wieder recht tief aber immerhin weiter! ;o)

 

Read Full Post »

 

Wie ist das eigentlich, wenn Fliegen auf dem Bildschirm sitzen und ganz ruhig des nächsten Seitenwechsels harren? Killert das am Bauch? Normalerweise müsste das doch optisch für die Viecher wie eine rasante Achterbahnfahrt sein. Stehen die auf Schwindel? Von Erna, dem Kuschelvieh, kenne ich das ja schon. Mittlerweile hat sich hier aber eine andere Spezies überlegt, sich nicht nur schwerpunktmäßig in meiner Küche aufzuhalten, sondern sich in kürzesten Zeiträumen zu vervielfachen. Und ein Ding davon sitzt. Auf meinem Bildschirm. Und nicht nur das.

Zur Situation:

Ich hatte mir eine Tomatensoße gekocht und zum Schluss, nur noch durchwärmender Weise, gewürfelte frische Paprika untergehoben. Dazu noch Nudeln, von denen ich immer viel zuviel koche, so dass zwangsläufig ein Rest blieb, den ich auf dem Herd abgedeckt stehen ließ.

All das erwähne ich lediglich, weil ich nicht weiß, ob es die Tomaten, die Paprika oder die Nudeln waren. Auf alles werde ich in absehbarer Zeit jedoch verzichten. Denn ich war wohl nicht die Einzige, der das ausgesprochen gut schmeckte. Plötzlich waren sie da. Nach langer Abstinenz fanden sie endlich wieder etwas in meiner Küche und es schmeckte ihnen. Oh ja!

In den letzten Wochen hatte ich sie gelinkt. Insofern verdiene ich die aktuellen Geschehnisse möglicherweise. Ich hatte generell nur so viel Obst und Gemüse eingekauft, wie ich in meinen geliebten „Prima Klima“-Dosen von Tupper unterbringen und im Kühlschrank verstauen konnte. Außerhalb der Kühlzelle befand sich nichts. Rein gar nichts, was von Fruchtfliegen als interessant und erstrebens- resp. fressenswert hätte erachtet werden können.

Reis, Nudeln Gewürze etc. habe ich sowieso immer in Tupper gebunkert. Nur Obst und Gemüse steht üblicherweise offen, nicht im Kühlschrank. Dieses Verfahren hatte ich aus der Not heraus massiv modifiziert. Und prompt fanden die Scheißerchen nix mehr, was sie fressen konnten. Also verpieselten sie sich. Zumindest die meisten von ihnen:

Ein paar hatten geschnallt, dass die Reste von Obst und Gemüse irgendwann sinnvollerweise im Mülleimer landeten und hatten es sich somit innerhalb dieses Behältnisses gemütlich gemacht. Lauerstellung, sozusagen. Wenn ich also etwas in den Müll schmiss, kamen immer so zwei, drei heraus, um sich zu bedanken und sofort zurück in die Kiste zu fliegen. Das ist eine Menge, die ich verkrafte. Alle anderen waren jedoch abgereist.

Bis gestern. Dann kamen sie wieder. Hundertfach.
Ach, was sage ich: Tausendfach!
Pappalapapp: Millionenfach!!! Oder besser noch:

SCHRILLIONEN

dieser Mistviecher!!!!! Ich schwör’s!

Sie machten sich erbarmungslos über die Nudeln auf den Herd her: Einen gläsernen Topfdeckel hatte ich darüber gelegt. Und darunter krabbelten sie, kreuchten, fleuchten und versetzten mir einen riesigen Schreck! Als ich mich gerade umdrehte, um den Deckel vom Mülleimer zu nehmen, um die gesamten Nudelreste, vorzugsweise samt Besucheransturm, direkt entsorgen zu können, traf mich der nächste Schlag: Die nächste Schrillion. Auf dem Mülleimerdeckel! Himmel! Gibt es hier irgendwo ein Frühwarnsystem für Fruchtfliegen? Woher wussten die das alle?

Ich habe selten so dermaßen angeekelt in meiner Küche agiert. Dennoch; es nützte ja nix. Also Deckel ab, Fliegen wegpusten und -schlagen, Nudelsieb aus dem Topf genommen und sofort über den Mülleimer gehoben, Deckel mit voller Ekel-Packung abgenommen, viele Fliegen wegpusten und -schlagen, Nudeln rein, Sack raus, sehr viele Fliegen wegpusten und -schlagen, Sack zuknoten, geschätzte vierzehnmetersiebzig am ausgestreckten Arm vom Körper entfernt halten, durch die Wohnung schleppen, Balkontür auf, Sack raus, Balkontür zu, durchatmen.

Nun musste ich zurück in die Küche. Aber ich wollte nicht. Nicht einmal wenig. Dann sagte ich mir „ich bin groß, ich bin mutig, ich schaffe das“ und ging. Langsam; natürlich! Ich war ja nicht auf der Flucht. Als ich die Tür vorsichtig aufschob, traf mich der nächste Schlag. Wie nennt sich das Zehnfache von Schrillionen? Na, egal. Jedenfalls schwirrten mindestens so viele von ihnen durch meine Küche. Man, war das eine Aufregung! Müll weg, Nudeln weg aber Fliegen da. Und Tina mittendrin. Mit einem Gesichtsausdruck der vermutlich jeden Preis dieser Welt abräumen würde.

Nun behauptet Sa*gro*tan, gegen Schweinegrippe zu helfen. Tina, nicht blöd, denkt sich „Ein Schwein ist um ein Vielfaches größer als eine Fruchtfliege“ und sprüht los. Bis zum Zusammenklappen der Lungenflügel. Erbarmungslos. An den Schrank, auf, an und in den Mülleimer, einfach in den Raum. Einzelne dieser Tyrannen mit Sprühstrahl jagend oder gleich auf Masse … je nachdem. Ich nutzte jede Chance, um den Mistdingern einen Lungenkollaps zu verpassen.

Dachte ich.

Ich höre sie jetzt noch lachen und prusten.

Nein, PRUSTEN, nicht husten!

Das macht denen nämlich gar nix! Nicht einmal wenig! Ich glaube, die stehen sogar drauf. Ich aber nicht. Und nachdem zumindest ich inzwischen an akuter Atemnot litt, knallte ich erst das verdammte Sa*gro*tan auf die Arbeitsfläche und dann hinter mir die Tür zu. Natürlich mit dem festen Vorhaben, diesen Raum nie wieder zu betreten. Das Küchenfenster stand auf kipp, insofern konnten sie mich nicht wegen Freiheitsberaubung belangen. Und dass sie abhauen würden, hoffte ich ja sowieso.

Nun kommt man ja, wenn es um die eigene Küche geht, nicht so ganz umhin, sie doch irgendwann wieder zu betreten. Das tat ich ein paar Stunden später. Ich öffnete langsam die Tür und schaute in die Luft: Alles klar. Dann an die Schränke: Keine einzige Fliege. Dann in Richtung Fenster: Alles frei von Fliegen. Dabei hätte ich es einfach belassen sollen. Ich hätte nach diesem monströsen Erfolg einfach die Tür milde lächelnd hinter mir schließen und zu Bett gehen sollen. Aber das wäre ja zu einfache gewesen. Ich musste natürlich noch in Richtung Mülleimer gucken.

Und da saßen sie. Grinsend und geifernd. Warteten die auf Nachschub, oder was? Wie dreist können solche Viecher eigentlich sein? Ich versuchte es noch ein letztes Mal mit Sa*gro*tan (ich weiß, dass das völliger Unsinn ist aber ein Insekten-Kill-Mittel habe ich nicht. Sowas brauche ich normalerweise gar nicht). Innerhalb einer Sekunde stand ich inmitten von Schrillionen hoch Zehn Fruchtfliegen. Und in Sa*gro*tan; gefühlt bis an die Knie. Und die Viecher? Grinsten sich eins!

Und wenn ich trotz aller Verträumtheit nicht auch ein gehöriges Maß an Realitätssinn besitzen würden, wäre ich gewillt zu schwören, dass diese verdammt Fruchtfliege, die nach wie vor immer wieder auf ihre persönliche Achterbahnfahrt auf meinem Bildschirm wartet, leise vor sich hin säuselt „Komm doch, komm doch! DU schaffst uns nicht; DU NICHT!“. Ich kriege bald ‚ne Klatsche!

Braucht jemand eine Küche?

Oder Nudeln? Reis? Tomaten? Paprika?

Alles in Tupper. Fruchtfliegensicher, sozusagen.

Meistens jedenfalls …

;o)

 

Read Full Post »

 

… die keine Milch mehr geben wollte und dann irgendwann einfach platzte

~

Das wär’s, nö?! Ne, so eine Geschichte schreibe ich nicht. Dafür finde ich das, was sich gerade tut, auch eher nicht geeignet. Wobei „gerade“ sehr relativ einzustufen ist. Denn es handelt sich nicht um etwas, das gerade begonnen hat und morgen zu Ende ist. Im Gegenteil: Die Milchpreise fallen immer mehr. Die Milch-Bauern können seit langem nicht mehr Kosten deckend arbeiten. Die Verbraucher jubeln längst nur noch bedingt. Und ich gehöre zu denen, die das Ganze mit sehr viel Skepsis beobachten:

Wenn man eine Kuh vor mir positionieren und sagen würde „Sieh mal zu, wie Du die Milch da raus kriegst“ wäre ich aufgeschmissen. Ich weiß, dass in einer Kuh Milch ist, die ab einem bestimmten Zeitpunkt, der mir nicht bekannt ist, gemolken werden kann. Ich weiß sogar, wo sie raus kommt; wenn sie kommt. Das war’s dann aber auch schon. Vermutlich würde ich es hinbekommen, wenn mir jemand zeigen würde, wie korrekt gemolken wird, ohne dem Tier wehzutun. Dennoch bin ich froh und dankbar, dass es Milch-Bauern gibt, die diese Arbeit verrichten.

Manchmal frage ich mich, wie lange es wohl noch dauert, bis die Mehrzahl der Milch-Bauern das sprichwörtliche Handtuch schmeißt und sagt „Macht doch euren Scheiß alleine!“. Und dann? Kommen dann wieder die Verantwortlichen mit Schock getrübtem Blick und verstehen gar nicht, wie es soweit kommen konnte. Ich könnt’s denen heute schon erklären. Aber auf mich hört ja wieder keiner.

Kürzlich im Hamburger Hafen erklärte uns ein Hafenrundfahrtführer, dass „in der riesigen Halle da hinten“ Millionen und Abermillionen von Eiern zum weiteren Vertrieb zwischen gelagert werden. Erneut ging mir die Frage durch den Kopf, wie alt Eier eigentlich sind, wenn sie sämtliche Zwischenhändler und -Lager hinter sich gebracht haben. Wie viele Firmen haben bis dahin an einem einzigen Ei irgendwas verdient? Und was bleibt für die Bauern, denen die Existenz dieser kleinen weißen Mahlzeiten zu verdanken ist? Na ja: Und den Hühnern natürlich. Aber ich glaube, die haben kein festes Einkommen. Obwohl … Bauern ja auch nicht mehr.

Vor wenigen Jahren wurde dem per se für blöd gehaltenen Verbraucher erklärt, die Milchpreise würden steigen, weil eine Knappheit droht, da China plötzlich und unerwartet massiven Milchbedarf signalisiert hat. Jeder Vollidiot weiß, dass es kaum einen Chinesen gibt, der Milch uneingeschränkt verträgt. Aber das völlig überbevölkerte China ist natürlich ein gutes Zugpferd für dererlei Behauptungen. Ob die Chinesen je davon erfahren haben sei dahingestellt. Inzwischen haben wir allerdings angeblich einen Überfluss an Milch, der daran die „Schuld“ tragen soll, dass der Liter Milch im Verkauf nur noch 45 Cent (3,5 % Fett) bzw. 42 Cent (1,5 % Fett) kostet. Was kommt davon noch bei den Milch-Bauern an, nachdem die Kosten für Verpackung, Zwischenlagerung, Abfüllung, Transport etc. etc. etc. abgezogen wurden? Und was sagen wohl die Chinesen dazu?

Ein immer wieder gern genommenes Thema, vor allem in Anbetracht des drohenden Sommerlochs, sind Lebensmittel die „Gen manipuliert“ sind. Und als ob diese Bezeichnung erst gestern von irgendeinem Baum gefallen und anschließend völlig überraschend auf die Erde geklatscht ist, folgen Aufschreie, dass unzählige Hersteller so genannten „Analog-Käse“ für ihre Erzeugnisse verwenden. Darauf sei der Milch-Überschuss zurückzuführen, da in Analog-Käse, wenn überhaupt, nur ein verschwindend geringer Anteil von Milch zu Käse verarbeitet wird. Der Rest ist pflanzlich.

Wo da der direkte Zusammenhang ist? Nirgendwo. Es wird nur aktuell alles in einen Pott geschmissen. Und wer sind pauschal die Blöden? Klar: Die Milch-Bauern, die sich erdreisten, ihre Tiere mit „Gen manipuliertem“ Futter, so genanntem Soja-Schrot, zu versorgen. Soja-Schrot ist, im Gegensatz zu anderem Futter, deutlich günstiger. Jetzt hätte ich gern mal jemanden gesprochen, der mir erklärt, warum es den Bauern in Anbetracht ständig sinkender Milchpreise zu verdenken ist, dass sie bei der Herstellung des Produkts Milch zusehen, so günstig wie möglich zu wirtschaften. Aber die Hoffnung darauf, dass es jemanden geben könnte, der sich kompetent dazu zu äußern gewillt ist und es auch tut, sollte ich wohl besser gleich begraben.

Früher, als ich gerade mal über die Tischkante gucken konnte, gab es noch dieses regelmäßige Klingeln auf der Straße. Immer einmal pro Woche kam der „Eiermann“ und bot, frisch vom Hof, alles an, was Erde, Bäume, Sträucher und Tiere hergeben. Ganz direkt: Geerntet, verladen und an den Kunden gebracht. Warum geht das heute eigentlich nicht mehr? Die Waren könnten nicht frischer sein, dutzende Zwischenhändler würden die Preise nicht versauen, den Verbraucher würde es letztendlich nicht mehr kosten und die Bauern würden sogar noch etwas daran verdienen. Ich persönlich brauche keine kunstfertig manufakturten Kartoffel-Verpackungen und eine Eierpappe tut es durchaus einige Male, bevor sie im Altpapier entsorgt werden sollte. Obst muss ich auch nicht in extra dafür hergestellten Plastik-Behältnissen kaufen; Körbe für den Transport habe ich massenweise zuhause.

Aber es gibt sie eben leider nicht mehr … die „Eiermänner“. Zumindest nicht in meiner Wohngegend. Dafür Sommerloch taugliche Schlagzeilen, gespielte Empörung von verantwortlicher Seite und sinkende Preise an unverantwortlicher Stelle. Die Milch-Bauern halten ihre Handtücher vermutlich schon stapelweise bereit und Millionen von Chinesen haben bis heute von all dem mutmaßlich nicht die geringste Ahnung. Wenn die erste Kuh platzt, weil keiner mehr bereit ist, sie zu melken, hoffe ich, dass sie die Örtlichkeit dafür wohl gewählt hat. Auch wenn es dann leider zu spät ist … mal wieder.

ZooHannover-Kuh1

© skriptum

***

Bildmaterial: Mit freundlicher Genehmigung vom Zoo Hannover (http://www.zoo-hannover.de)

Read Full Post »