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Posts Tagged ‘Party’

 

Eine Frage, die ganz sicher nicht nur mir ständig gestellt wird …

Kürzlich las ich in einem Artikel, in dem es um den potentiellen Zerfall der „Institution Ehe“ ging, dass Frauen eben heute unabhängiger sind – verbunden mit der Frage, ob daran immer mehr Ehen scheitern. Tja, die Frage kann und/oder will ich jetzt auch nicht abschließend beantworten; denke aber, dass die Vermutung natürlich sehr nahe liegt.

By the way: ich finde es absolut okay und definitiv keinen Grund zu Angriffen, wenn sie offen sie sucht oder er offen ihn sucht oder sie oder er offen nur ‚das Eine‘ sucht oder eben gerade DAS nicht! Das finde ich ehrlich und ist kein Grund zur Panik …Wer das nicht will, spricht es klar aus und gut ist es. Diejenigen wissen was sie wollen oder nicht wollen und propagieren es entsprechend! Respekt für den teilweise damit durchaus verbundenen Mut! Und danke für die Fairness, mich selbst entscheiden zu lassen, ob ich mich darauf einlassen möchte oder nicht.

Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass ich meine Unabhängigkeit liebe! Sie ist mir wichtig und ich möchte sie auch nicht völlig aufgeben. Ob das so weit geht, dass ich keine Beziehung führen kann, wage ich jedoch zu bezweifeln. Was ich allerdings sehr gut kann ist, meine Eltern und meinen Freundeskreis zu genießen, meinen Job ebenfalls, auch mal einfach zuhause bleiben und die Füße hochlegen, Party bis der Arzt kommt ;-) und alles was es so dazwischen noch zu entdecken gibt. Und zwar wann, wie und wo ich es möchte; gern zusammen mit einem Mann; jedoch nicht zwingend.

Der Punkt ist, dass ich eine Beziehung als Bereicherung empfinden möchte. Sie soll mein Leben schöner und – eben in ganz gewissen Bereichen – noch ausgefüllter machen. Ich möchte auf gar keinen Fall, dass der Mann, mit dem ich eine Beziehung eingehe, mich völlig vereinnahmt, so dass es mir schlicht unmöglich wird, unbeschwert zu atmen. Ich möchte nicht sein Leben leben und genauso wenig, dass er mein Leben lebt; das kann ich prima selbst. Ich möchte nicht, dass ein Leben in einer Beziehung mit einem Partner komplett an Stelle meines eigenen, bisherigen Lebens – meiner Persönlichkeit – tritt. Ich bin ich und ich will auch ich bleiben. Mit allen Ecken, Kanten, Macken, Vorlieben und Abneigungen.

Als Erwachsener kann wohl jeder zu recht von sich behaupten, ein ‚fertiger’ Mensch zu sein. Da ändert sich kaum noch jemand so grundlegend, wie es vielleicht als Teenager möglich gewesen wäre. Wenn man/frau nun also jemanden kennen lernt und feststellt, dass es da Punkte im Wesen der/des anderen gibt, mit denen man/frau selber nicht klar kommt und auch in Zukunft keine Akzeptanz aufbringen kann, finde ich es nicht realistisch zu glauben, dass man/frau ihn/sie schon noch hinbiegen wird. Das geht schief! Wetten?

Ich würde es auch nicht wollen, wenn ‚in meinem Alter’ (Himmel!) noch jemand anfängt, an mir rum zu erziehen. Dass man beim Eingehen einer Beziehung auch Kompromisse schließen muss ist klar. Doch darf das so weit gehen, dass man das Krachen im Rücken beim Verbiegen schon laut und deutlich hören kann? Ich für meinen Teil würde in dem Moment ruckartig den Schleudersitz auslösen; egal, wer da gerade darauf sitzt.

Tja, und deswegen bin ich wohl Single. Ich suche nicht aber vielleicht wird es sich irgendwann ergeben. Wenn mich tatsächlich mal der sprichwörtliche Blitz treffen sollte, werden wir sehen, ob es klappt oder nicht. Aber am Wichtigsten finde ich, sich selber erst mal im Klaren darüber zu sein, was wichtig ist und was nicht passieren darf. Denn bevor das nicht geklärt ist, kann wohl kaum dem Kennenlernen die Erkenntnis folgen, ob das nun ‚passt’ oder doch nicht.

Ich für meinen Teil weiß, dass ich Lügen und Untreue niemals verzeihen kann (wobei ich Untreue als die fieseste weil intimste Form der Lüge empfinde!), dass mir Nähe und Geborgenheit zu empfinden genauso wichtig ist, wie gleiches zu geben. Das ich – wenn – mit jemanden zusammen sein will, auf den ich – genauso wie er auf mich – felsenfest bauen kann; mich in jeder Lebenslage blind auf ihn verlassen kann … wie er sich auf mich.

Und DAS alles im Komplett-Paket scheint doch ziemlich ‚ausverkauft’ zu sein. Wohin also mit dem was ich geben könnte? Einfach aufheben. Irgendwann werde ich es schon an den Mann bringen. Und wenn nicht kann ich es auch sehr gut für mich genießen! ;o)

© marmonemi [ursprüngliche Fassung: 11/01] / skriptum

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… den Friederich.

Da überlege ich seit Monaten, mir wieder ein Haustier anzuschaffen und dabei habe ich längst eines, dass so vieles in sich vereinigt, dass im Grunde für weitere gar kein Platz mehr ist. Ich habe IHN … meinen Friederich!

Vor vielen Jahren entdeckte ich ihn. Er kroch ganz langsam in Richtung Raummitte, als ich am Waschbecken stand und mir die Zähne putzte. Friederich. Sein silbriges Aussehen übte fast so eine Art Faszination auf mich aus. Im ersten Moment erschreckte ich allerdings etwas, da seine Spezies normaler Weise nicht allein, sondern gleich in Massen auftritt. Damit hätte ich mich eher ungern einverstanden erklärt. Also schloss ich mit dem kleinen Kerl einen Packt: Solange er alleine in meiner Wohnung rumtobt ist er in Sicherheit. Bringt er jedoch auch nur einen einzigen Kumpel mit, geht es ihm samt Gefolge an die silbrigen Schuppen … endgültig.

Er hält sich daran. Ich wohne inzwischen seit vielen Jahren in dieser Wohnung und niemals hat er auch nur den Versuch unternommen, mit einem Spielgefährten vor meinen Augen aufzutauchen. Nun behaupten Wissenschaftler, dass die Kleinen Kerle nur drei bis fünf Jahre leben. Das kann ja nicht sein … oder doch? Vielleicht werden die Aufenthaltsbestimmungen in meiner Wohnung von Generation zu Generation weiter gegeben? Vielleicht hocken sie alle in ihrem Spalt und wechseln sich mit dem draußen Spielen ab wenn ich zuhause bin. Wer weiß, was hier für Partys abgehen, wenn ich mal nicht da bin? Sollte ich womöglich nachts einfach mal überraschend nach Hause kommen und ins Badezimmer stürmen? Die kleinen Flitzer sind ja ganz schön schnell aber SO schnell dann vielleicht doch nicht …

Erstaunlich finde ich die Behauptung, dass die Gattung von Friederich so vielfältiger Abstammung sein soll. Zum einen soll sie sich inzwischen als das fehlende Bindeglied zwischen den echten Fischen (Ichthis) und den sich im oberen Sperm davon abgespaltenen Vögeln (Avis) herausgestellt haben (ist aber fast schon wieder widerlegt). Zum anderen soll inzwischen eine verwandtschaftliche Beziehung zu der Gattung der Maulwürfe (Maulus brutae) nachgewiesen worden sein, da sie zu den so genannten „Maulbrütern“ gehören; genau so, wie die auch noch mit ihnen verwandten Wal- und Tintenfische. Sie gebären ihre Jungen nicht nur lebend, sondern schleppen ihre Brut auch noch monatelang in einem extra dazu ausgebildeten Zwirbeldrüsenfortsatz in der Rachenhöhle mit sich herum.

Die Jungen errichten sich in der Rachenhöhle regelrechte Nester aus ihrem Speichel sowie Nahrungsresten des Muttertieres. Ein solches Verhalten konnte man angeblich bislang nur bei den chinesischen Rotschwänzen beobachten, deren Nester auch als Gaumenkitzel gelten. Sie stammen von den Ahnen der Insekten ab und sind seit gut 350 Millionen Jahren existent. Wenn DAS nicht für wahren Überlebenswillen spricht …

Sie tragen keine Federn. Das hängt wohl mit ihrem normalen Lebensraum zusammen: In feuchtwarmen Gebieten wie alten Socken und Unterhosen wäre ein Federkleid eher hinderlich, da es durch die in solchen Gegenden leicht entstehenden Gase verkleben und somit an Auftriebsfähigkeit einbüßen könnte. Mit 6 Beinen und 2 Fühlern, keinen Flügel und einem silbrig glänzenden Körper, der von winzigen Schuppen bedeckt ist, die sie vor dem Vertrocknen schützen sollen, machen sie unsere Häuser unsicher. Durch eine einzigartige „Erfindung“ (ein spezielles Gewebe ermöglicht ihnen, eine elektrische Spannung aufzubauen und damit Wassermoleküle anzuziehen) nehmen sie Feuchtigkeit aus der Luft auf und benötigen somit kein Wasser zum Trinken.

Sie sollen weder kaltblütig wie Fische noch warmblütig wie Vögel, sondern nach neuesten Erkenntnissen Schmetterlingsblütern und somit pflanzenartigen Organismen zuzurechnen sein, die allerdings nicht zur Photosynthese fähig sind und somit zu den Pilzen gezählt werden könnten. Tatsächlich liegt die Art ihrer Fortpflanzung im Dunkeln ihrer Rachenhöhle verborgen. Geschlechtsorgane konnte man bislang nicht entdecken. Könnte es vielleicht sein, dass sie sich mit Hilfe von Sporen weitervermehren, oder verbreiten sie ihre Art durch Klonung? Für das Klonen spräche die Tatsache, dass sie eigentlich alle gleich aussehen. Wobei natürlich keiner von ihnen so hübsch ist wie mein Friederich.

Was ihre Größe angeht, gibt es diverse Stimmen. Mal heißt es, dass sie zwischen 8 und 13 mm groß werden und mal, dass sie zwischen 10 und 15 mm erreichen. Mal wird behauptet, dass die lichtscheuen, flinken und flügellosen Insekten bis zu vier Jahre alt werden und mal wird von fünf Jahren gesprochen.

Sie bevorzugen als Nahrung stärkehaltige Stoffe wie Kleister, Bucheinbände, gestärkte Textilien und Fotos. Durch ihren Schabe- und Lochfraß beschädigen sie aber auch Lederwaren und Kunstfasergewebe. Bei Lebensmitteln befallen sie bevorzugt Zuckerwaren. Im Badezimmer bieten sich als Nahrung Haare, Hautschuppen und Schmutz an. Da sie nur nachts wirklich aktiv sind, böte es sich also an, jeden Abend mal schnell eine kleine Grundreinigung des Badezimmers vorzunehmen, damit sie sich nicht wohl genug fühlen, um ganze Staaten bilden … NICHT IN MEINEM BADEZIMMER!!! *droh* Aber zu einer „Grundreinigung“ habe ich allabendlich auch nicht zwingend Lust.

Alles in allem bleibt festzustellen, dass mein Friederich zu einer wirklich intelligenten und ausgesprochen langlebigen Spezies gehört. Und ich kann nur sagen:

Sie sind ganz schön pfiffig, die kleinen süßen Silberlinge …? Ich bin beeindruckt!

Marmonemi (Silberfischchen-Fan)

© marmonemi [06/02] / skriptum

~~~

Nachtrag:

Mittlerweile ist es mir tatsächlich gelungen, Herrn F. aus H. vor die digitale Linse zu kriegen. Hier darf ich also nun endlich vorstellen:


Friederich beim Verlassen seines Erst-Wohnsitzes und

 


auf der Flucht.

 

Wegen Letzterem bitte ich die schlechte Bildqualität zu entschuldigen. Der ist echt dermaßen schnell … mehr war leider nicht drin! ;o)

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… und doch so präsent:

Nachdem mein Großvater väterlicherseits Anfang der 70er Jahre für immer eingeschlafen war, fuhr ich jedes Wochenende zu meiner Großmutter, damit sie nicht so alleine ist. Ich war gerade mal ein Teenager und hatte die Todesnachricht auf ziemlich robuste Weise erhalten: Eines Abends waren meine Eltern unterwegs, als das Telefon klingelte. Ich nahm den Hörer ab und hörte meine Großmutter sagen „Opa ist tot“. Das war’s. Von der Beerdigung und dem ganzen Drumherum bekam ich nichts weiter mit. Irgendwie ist dieser Abschied ziemlich spurlos an mir vorbei gegangen. So zumindest empfinde ich es heute. Vielleicht war das so eine Art Grundstein, den Tod als selbstverständlichen Bestandteil des Lebens anzuerkennen. Wer weiß.

Nachdem einige Zeit ins Land gezogen war, sah mich meine Großmutter eines Tages ganz ruhig an und sagte, für mich völlig unvermittelt, „Wenn ich irgendwann mal sterbe will ich, dass „Träumerei“ von Robert Schumann auf meiner Beerdigung gespielt wird. Innerlich fiel ich irgendwie zusammen. Tot? Meine Oma? Hm. Das war so weit weg. Lange Zeit dachte ich auch nicht mehr an diese Bemerkung. Allerdings vergaß ich nie, dass sie dieses Lied gespielt haben wollte, wenn es irgendwann soweit war. „Irgendwann“ dauerte noch ein viertel Jahrhundert. Dann war es tatsächlich passiert. Die Umstände und Folgen ihres Todes waren teilweise etwas merkwürdig, was mich sehr beschäftigte. Und mein Paps, der üblicherweise so wirkt, als wenn ihm nichts etwas anhaben könnte, ließ mich eine sehr nachdenkliche und mitunter verletzbare Seite erkennen.

Auch in diesem Fall ging vieles der „Vorbereitungen“ für den endgültigen Abschied an mir vorbei. Ich tue mich sehr schwer mit diesen irdischen Ritualen. Für mich selbst will ich gar kein Grab oder großes TamTam haben, wenn ich einmal gehe. Wer mich bis dahin nicht sowieso in sich trägt, braucht sich auch nicht auf einer dafür inszenierten Veranstaltung mit großen Reden die Augen aus dem Kopf zu heulen. Auch habe ich persönlich keinerlei Bedarf daran, dass er/sie sich anschließend vor einen Stein stellt oder stellen muss. Von der Pflege und den laufenden Kosten einmal ganz abgesehen. Die Zeit und das Geld kann man lebendiger investieren. Mir wäre es am liebsten, wenn ich verbrannt und meine Asche aus einem Flugzeug gestreut würde.

Das ist jedoch eine Entscheidung, die ich für mich getroffen habe. Selbstverständlich respektiere ich es, wenn jemand für sich eine völlig andere Vorgehensweise wählt. Und ich würde ihr, soweit es in meinen Möglichkeiten steht, grundsätzlich folgen. Auch musste ich mich einmal zu recht belehren lassen, dass mein Leben zwar mir gehört, die Trauer über mein Ableben aber den Hinterbliebenen. Und wie sie dann verfahren läge nicht mehr in meinem Bestimmungs-Spielraum. Insofern sage ich mittlerweile auch: Wenn beispielsweise meine Eltern ein Grab von mir brauchen und dafür Sorge tragen möchten, könnte ich damit „leben“. Und das ist keinesfalls makaber gemeint.

Allerdings lege ich großen Wert darauf, dass es meinetwegen keine Trauer-Feier gibt. Ein Gedenken; eine Art Zusammenkunft derer, denen ich wichtig war … ja, das gern. Aber sie sollen nicht trauern. Dafür haben wir viel zu viel miteinander gelacht. Dafür gab es viel zu viele schöne Erlebnisse, die uns für immer verbinden. Dafür war ich meist einfach viel zu frech. Sie sollen lachen und sich freuen, dass wir viel Zeit miteinander verbringen durften. Der Titel, den ich dann gespielt wissen will, ist „Somewhere“ aus der Westside Story, gesungen von Barbra Streisand. „Irgendwie, irgendwann, irgendwo werden wir uns wiedersehen“. An Letzteres glaube ich ja sowieso ganz fest. Und anschließend bitte Party; sonst werde ich echt sauer! ;o)

Was die Beerdigung meiner Großmutter betraf, verlief sie in einem ganz klassischen Rahmen. Bevor wir zum Friedhof gingen, saßen wir noch zusammen und auf einmal durchfuhr es mich wie ein Blitz! Ich hatte vergessen, mich darum zu kümmern, dass „Träumerei“ von Schumann gespielt wird. Kennst Du dieses Gefühl, wenn Du vor Schreck plötzlich glaubst, Tausend Nadeln bohren sich in Deine Gesichtshaut? Mir wurde richtig schlecht. Ich wusste nicht, ob ich die Einzige war, der gegenüber sie diesen Wunsch geäußert hatte. Vorsichtig fragte ich also, welche Titel wohl während der Zeremonie gespielt würden. Meine Eltern sagten, dass außer dem „Ave Maria“ kein Titel abgesprochen war. In dem Moment fing ich fast an zu heulen und hatte ein unglaublich schlechtes Gewissen.

Wir gingen gemeinsam zum Friedhof und ich betete innerlich, dass es mir gelingen würde, den Pfarrer vor Beginn zu sprechen, um ihm die Bitte vorzutragen, die mir meine Großmutter extra aufgetragen hatte. Natürlich ergab sich diese Möglichkeit nicht. So saßen wir schweigend in der ersten Reihe und mein Magen zog sich immer mehr zusammen. Wie konnte ich das nur vergessen. Eine Bitte und ich versage auf ganzer Linie. Die Feierlichkeit begann und Reden wurden gehalten. Das „Ave Maria“ wurde gespielt und weitere Worte über meine Großmutter und an die um sie Trauernden folgten. Gegen Ende der Zeremonie wurde nur noch ein weiterer Titel gespielt. Ein Titel, der mich endgültig fest daran glauben lässt, dass es irgendeine höhere Macht gibt, die Dinge lenkt, zu denen wir selbst – aus welchen Gründen auch immer – nicht fähig sind:

Danke!

P.S. Robert Schumann wäre heute 200 Jahre alt geworden.

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Valentinstag … wie eine ansteckende Krankheit, die sich in atemberaubender Geschwindigkeit geschlechts-, länder- und auch sonst alles übergreifend ausgebreitet hat. Es könnte so schön sein, wenn es da nicht ein Problem geben würde: Ich bin nicht liiert … nicht mal beinahe …

Ich weiß – ich könnte, wenn ich wollte. Foren, Fernsehsendungen und alle sonstigen Medien überschlagen sich mit diversen Single-Angeboten. Da sucht ein charmanter Mitt-Dreißiger seinen Valentinsschatz auch auf die letzte Minute. Es werden Partys zu Ehren des (welchem auch immer) Valentin mit anschließendem garantiert-Verliebtsein aus dem Boden gewuchtet. Nicht zuletzt werfen sich die engsten (oder auch nicht) Freunde für einen Noch-Single ins Zeug. Subtile (oder auch nicht) Verkupplungsversuche am Valentins-Raclette-Abend … etc. etc. etc.

Paradox ist es doch schon, dass bis heute nicht wirklich geklärt werden konnte, welcher „Valentin“ (mehr …)

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Bräuche

Eines haben im Grunde alle Silvester-Bräuche gemeinsam: Sie sollen zeigen, was die Zukunft bringen wird oder sie zumindest in gute Bahnen lenken.

Bibelstechen: Man nimmt eine Bibel zur Hand und öffnet mit dem Daumen eine Seite, auf der man blind auf eine Text-Stelle tippt. Diese soll verraten, was man im nächsten Jahr erwarten darf.

Bleigießen: Hierfür kann man heutzutage fertige Sets käuflich erwerben, in denen sich kleine Bleifiguren befinden, die man auf einem mitgelieferten Löffel über einer Kerze bis zum Flüssigzustand erhitzen kann. Kurz nach Mitternacht gießt man das flüssige Blei in eine mit Wasser gefüllte Schale und versucht anschließend (also frühestens, wenn das Blei abgekühlt ist) zu ergründen, was das Gebilde darstellen soll. Wir haben das im letzten Jahr gemacht und ich glaube, keiner von uns weiß bis heute, was die Symbole darstellten.

Ein paar Beispiele seien hier nur aufgeführt:

Anker – Hilfe in der Not
Ball – Glück rollt heran
Beil – Enttäuschung in der Liebe
Blume – neue Freundschaft
Bock – Erwartung einer Erbschaft
Brille – Weisheit, hohes Alter
Dreieck – finanzielle Verbesserung
Fisch – Glück
Flasche – fröhliche Zeit
Glocke oder Ei – frohe Nachricht, Ankündigung einer Geburt
Herz – sich verlieben
Hut – gute Nachrichten
Kreuz – Tod
Kuchen – ein Fest steht bevor
Kuh – Heilung
Leiter – Beförderung
Maus – heimliche Liebe, sparsam sein
Ringe und Kränze – Hochzeit
Schere – eine wichtige Entscheidung steht an
Schiff/Flugzeug/Rakete – Urlaubsreise, Reise ins Ungewisse
Schlange – andere sind neidisch auf dich
Spinne – das Glück hängt am seidenen Faden
Stern – Glück
zerbrochene Ringe – Trennung

Wer sich die giftigen Bleidämpfe lieber schenken möchte, insbesondere wenn kleine Kinder dabei sind, kann jedoch das gleiche Ergebnis mit heißem Wachs erzielen, das ebenso wie Blei verflüssigt und dann in eine Schale mit kaltem Wasser gegossen wird. Und wer doch beim Blei bleibt und hinterher so gar nicht weiß, was ihm das Ergebnis sagen will, sollte seine Figuren nicht im Hausmüll entsorgen; das ist Sondermüll!

Domino-Stein-Orakel: Man zieht aus einem kompletten Domino-Spiel einfach einen Stein und schon weiß man, was das nächste Jahr bringt. Die Bedeutungen lauten wie folgt:

0-0 Der schlechteste Stein im ganzen Spiel: zur Zeit ist überhaupt nichts los. Abwarten.

0-1 Verlust von Liebe und Geld durch Gleichgültigkeit und Apathie. Unzureichende Planung/Vorbereitung oder Nachlässigkeit/Fahrlässigkeit.

1-1 Ausgezeichnet für Liebesangelegenheiten in der Gegenwart und für Geldangelegenheiten in der nächsten Zukunft.

0-2 Derzeit ungünstige Aussichten/Lage. Ausnahme: wer eine Reise antritt, kann mit einem angenehmen Verlauf dieser rechnen

1-2 Gut für Frauen, die heiraten wollen und für Männer, die Junggesellen bleiben wollen. Schlecht für geschäftliche und landwirtschaftliche Arbeiten.

2-2 Hervorragend für Liebe und Hochzeit, ebenso für Erfolg im Beruf

0-3 Ein ernsthaftes Gespräch bzw. eine Auseinandersetzung liegt in der Luft

1-3 Gehe Leuten, die Dich zu Unredlichkeit oder übler Nachrede verleiten wollen, aus dem Weg. Zieh Dich nicht in Dein „stilles Kämmerlein“ zurück!

2-3 Gut für Reisen und Liebesangelegenheiten; schlecht für Glücksspiele

3-3 Du wirst in Kürze (eine Menge) Geld bekommen

0-4 Ungünstige Zeit für die Liebe. Sprich mit niemandem über Dinge, die Du besser geheim halten solltest, nicht einmal mit/zu Deinem besten Freund!

1-4 Eine glückliche Ehe, aber keine oder nur wenige Kinder

2-4 In Deinem Leben wird eine scharfe Wendung eintreten

3-4 Eine frühe Ehe/Heirat, aus der gewöhnlich nur ein Kind hervorgeht

4-4 Eine gute Zeit für Feste/Veranstaltungen, Partys und Hochzeiten, aber nicht für geschäftliche Dinge!

0-5 Jetzt nicht spielen! Dein Partner/-in oder Geliebte/-r kann unzuverlässig und nicht unbedingt vertrauenswürdig sein.

1-5 Es gibt jetzt viele Orte und Gelegenheiten, Spaß und Vergnügen zu haben; doch das Geld will nicht so recht ausreichen.

2-5 Keine Zeit zum Heiraten, denn eine zum jetzigen Zeitpunkt geschlossene Ehe würde nicht lange halten. Auch in geschäftlichen Dingen und in Bezug auf die Karriere ist Vorsicht geboten. Lieber noch ein bisschen warten!

3-5 Ein ruhiges, zufriedenes Leben ohne größere Probleme. Ausreichend Geld, um es sich bequem und angenehm zu machen.

4-5 Geldschwierigkeiten! Jemand der vorgibt Geld zu haben, besitzt in Wirklichkeit keines.

5-5 (Viel) Geld liegt auf dem Weg vor Dir.

0-6 Du wirst eine Mitteilung über einen Verlust (Todesfall) erhalten. („Todesfall“ kann auch die Beendigung einer Freundschaft oder Ehe sein!)

1-6 Du wirst mehr als einmal heiraten.

2-6 Gut für die Liebe und eine glückliche Heirat. Eine unehrenhafte Sache wird aufgedeckt.

3-6 Ausgezeichnet für eine Hochzeit mit jemandem, der Dich verehrt. Es werden dabei keine Wünsche offen bleiben.

4-6 Eine glückliche Heirat mit vielen Kindern und genügend Geld, um bequem auszukommen, aber keine Reichtümer.

5-6 Halte entschlossen durch, dann wird die Sache, die Du vor hast, Erfolg bringen. Eine neue Liebe kommt auf Dich zu.

6-6 Gute Zeit für Glücksspiele. Die Person, die diesen Dominostein zieht, wird eine Person mit viel Geld heiraten!

Als ich vor ein paar Jahren mit einer Freundin eine große Silvester-Party organisierte, haben wir jeden Gast aus einem Zylinder einen Domino-Stein ziehen lassen und auf den Tischen Zettel mit den Bedeutungen der einzelnen Steine ausgelegt. Was wir allerdings auch getan haben ist, vorher die negativen/schlechten Domino-Steine auszusortieren. In der Silvesternacht sollte ja möglichst keiner mit schlechten Omen bedacht werden …

Glücksgreifen: Hierfür backt man kleine Figuren (Symbole) aus Brotteig und verbirgt diese dann unter Bechern. Danach werden die Becher, wie beim heutigen „Hütchenspiel“, hin und her geschoben. Jeder deckt Symbole durch Anheben einzelner Becher auf und erfährt so, was ihm die Zukunft bringen wird. Ein Ring steht dabei zum Beispiel für Heirat, eine Münze für Geld- oder Kinderreichtum (wobei heutzutage das Eine das Andere ziemlich ausschließen dürfte), usw. Auf die Bedeutung der einzelnen Symbole sollte man sich jedoch besser vorher einigen.

Gummibärchen-Orakel: Dieses Spiel ist besonders beliebt bei Kindern. Jeder darf mit geschlossenen Augen fünf Gummibärchen ziehen und die gezogenen Farben der Bärchen sagen dann etwas über das kommende Jahr aus. Dabei kann Rot für Liebe oder Freundschaft stehen, Gelb für Eifersucht oder Streit, Grün für Hoffnung oder Vertrauen, Weiß für Erfolg oder Ehrgeiz, Orange für Kreativität und gute Laune … was auch immer. Auch hier sollte man sich vorher überlegen, was die Farben bedeuten oder im Internet recherchieren. Und wehe, jemand schleppt dann eine Tüte blaue Gummibärchen an …

Liebes-Orakel: Wenn man wissen möchte, wie es im neuen Jahr um die Liebe bestellt ist, stellt man sich mit dem Rücken zur Tür und wirft einen Schuh rückwärts über die Schulter. Zeigt die Schuhspitze zur Tür, wird das nächste Jahr eine neue Beziehung bringen. Ob sie dann auch gut wird? Na, lassen wir das lieber an einem Abend wie Silvester dahin gestellt … den Schuh … oder die Frage … Je nachdem.

Pendeln: Zum Pendeln nimmt man einen längeren Faden und befestigt an deren Ende einen Ring oder ähnlich Schweres. Je nachdem, in welche Richtung das Pendel dann beim stillen Hochhalten ausschlägt, wird eine vorher gestellte Frage beantwortet. Kreist das Pendel im Uhrzeigersinn, lautet die Antwort „ja“; kreist es entgegen gesetzt, lautet die Antwort „nein“. Bewegt es sich nur hin und her, gibt es im Moment keine Antwort. Klar dürfte sein, dass man die Antwort bewusst oder unbewusst durchaus beeinflusst, wenn man das Pendel in den eigenen Händen hält. Man sollte also z. B. seine Frage nicht aussprechen und den Tischnachbarn bitten, das Pendel zu halten. Sofern man überhaupt daran glaubt …

Wetter-Orakel: Man nimmt zwölf Zwiebelschalen (für jeden Monat des kommenden Jahres eine) und legt sie nebeneinander. Anschließend füllt man in jede Schale etwas Salz und je nachdem, ob das Salz nass wird oder trocken bleibt, wird dann das Wetter in dem betreffenden Monat. Ja, ganz bestimmt!

Und wer nun bei all dem irgendwie immer Pech hatte, hat dennoch eine echte Chance auf Glück: Eine einfache Drehung um die eigene Achse soll bewirken, dass sich ein böses Vorzeichen in ein gutes verwandelt. Hoffentlich bekommt dabei keiner einen Drehwurm!

Verhaltensweisen

An Silvester sollte man kein Geflügel essen, weil dann das Glück im neuen Jahr davonfliegt.

Neujahr-Morgen sollte man nicht allzu spät aufstehen, weil man sonst das ganze laufende Jahr schlecht schläft, vor allem mit schlechten Träumen.

Wer sich am Neujahrstag falsch herum anzieht, bei dem läuft das ganze Jahr verkehrt.

Von Heiligabend bis Neujahr sollte man keine langen Wäschestücke (Bettbezüge oder -laken, Tischdecken etc.) waschen und aufhängen, damit sich keiner daran aufhängt. [Als wenn man das nicht auch an anderen Tagen könnte …]

Als gutes Vorzeichen für das folgende Jahr gilt, wenn alle Hausbewohner aus dem gleichen Glas trinken und der Hausherr das Glas anschließend rückwärts über die Schulter vor die Haustür wirft, wo es allerdings zerspringen muss. Sonst wirkt der ganze Zauber nicht.

Wenn man beabsichtigt, kräftig zu feiern, soll man einen Amethyst bei sich tragen. Er hilft gegen den Kater am nächsten Morgen. Der Amethyst soll vor Trunkenheit und den daraus resultierenden Folgen schützen [Vitamin C und ein reichhaltiges Essen vor dem ersten Schluck Alkohol tut es aber meines Wissens auch].

Am Silvestertag sollte man sich eine Schuppe des Silvesterkarpfens in die Geldbörse legen, damit im neuen Jahr das Geld nicht ausgeht.

In Spanien isst man um Mitternacht zwölf Weintrauben (zu jedem Glockenschlag eine), um sich mit jeder Traube etwas zu wünschen. Die Trauben müssen aber bis zum letzten Glockenschlag aufgegessen sein, sonst bringt das Ganze Unglück.

In Italien (aber inzwischen auch über die Alpen hinweg) trägt man in der Silvesternacht rote Unterwäsche, da sie ein Garant für Glück und Erfolg im neuen Jahr ist.

Mindestens einmal sollte man sich, sofern man in Deutschland ist, „Dinner for One“ ansehen! In England kennt man diesen Klassiker übrigens so gut wie überhaupt nicht. Hier ist im Grunde kein Gebäude denkbar, in dem dieser Film nicht mindestens einmal läuft.

Und wer vom Silvestergefeiere nicht genug bekommt, sollte in Russland weiter machen: Aufgrund der vielen Zeitzonen wird dort Silvester elf Mal gefeiert. Da das jedoch erst im Januar stattfindet, kann man erstmal in Ruhe hier feiern und macht dann dort die Zwölf voll.

Wer dagegen Walzer liebt, ist in Wien richtig aufgehoben: Vor dem dortigen Rathaus tanzen die Wiener im Dreivierteltakt ins neue Jahr.

In Israel werden süße Äpfel mit Honig und Honigkuchen gegessen, damit das neue Jahr süß wird.

In Asien werden um 23 Uhr alle Fenster und Türen geöffnet, damit das Glück bloß nicht draußen bleibt.

In China ist es in einigen Regionen Brauch, dass unverheiratete Frauen Mandarinen ins Meer werfen, damit sie im kommenden Jahr einen guten Ehemann finden. Das erklärt natürlich einiges … ich esse die Dinger immer auf.

~ Ende Teil 2~

 

 

Und dieses Video ist NUR für Herrn Wortmann

;o)

 

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