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Posts Tagged ‘peinlich’

 

Folgender „Pressetext“ kam mir vor die virtuelle Flinte:

 

50 bis 90 Prozent aller Sprachen sterben aus

Köln (pte020/09.05.2011/13:30) – Noch werden weltweit 7.000 Sprachen gesprochen. Wissenschaftler glauben, dass viele dieser Sprachen vom Aussterben bedroht sind. Geschätzt wird, dass 50 bis 90 Prozent der jetzigen Sprachen das aktuelle Jahrhundert nicht überleben werden. Viele existierende Sprachen sind kaum dokumentiert, der Wortschatz und die Strukturen dieser Sprachen sind der Wissenschaft unbekannt.

Die Abteilung für Allgemeine Sprachwissenschaft im Institut für Linguistik der Universität zu Köln ist führend in der Erforschung und Dokumentation bedrohter Sprachen. Die Forscher haben vom Programm „Dokumentation bedrohter Sprachen“ eine Fördersumme in Höhe von1,3 Mio. Euro erhalten. „Mit den Sprachen stirbt auch die Datengrundlage für deren Erforschung“, sagt der Sprachwissenschaftler Nikolaus Himmelmann. Die Fördersumme mache es möglich, Sprachen zu dokumentieren.

Keine Rettung

„Retten kann man viele Sprachen nicht mehr“, sagt Himmelmann im Gespräch mit pressetext. Eine Sprache erhalten könnten nur die jeweiligen Sprachgemeinschaften oder Volksgruppen. Man könne bloß Bewußtseinsarbeit leisten und den Menschen klar machen, dass die Sprache absterben würde, wenn sie den nächsten Generationen nicht beigebracht würde.

In Deutschland sind etwa friesische und sorbische Sprachen bedroht. Die genutzte Sprache, wie etwa Deutsch, ist zwar ständigen Änderungen unterworfen, was aber nicht ihren Tod bedeute. „Interessanterweise werden Änderungen bei Sprachen immer negativ gesehen“, sagt Himmelman. Das Phänomen der Jugendsprachen, wo Wörter übertrieben werden oder wo mit der Sprache provoziert wird, bedeuten nicht, dass eine Sprache dem Untergang geweiht sei.

Tot ist eine Sprache erst dann, wenn sie gar nicht mehr gesprochen wird – wenn etwa die Friesen und Sorben ins Deutsche wechseln. Wenn die Sprache in einer Generation gar nicht mehr gesprochen wird, gilt sie als verschwunden. Auch wenn Sprachen nur in Ritualform verwendet werden, wie etwa Latein, ist sie zwar nicht ausgestorben, aber lebendig ist sie auch nicht mehr.

 

Vorausgesetzt, dass zu einer Sprache auch die Schrift gehört, ergeben sich für mich zu dem obigen Text ein paar Gedanken:

Schade finde ich es, wenn Menschen, die vorgeben, sich mit dem Schreiben professionell zu beschäftigen, dessen gar nicht mächtig zu sein scheinen. Beispielsweise könnte darüber nachgedacht werden, ob im ersten Absatz zwischen „dokumentiert“ und „der Wortschatz“ tatsächlich ein Komma oder vielleicht doch besser ein Semikolon gesetzt werden sollte. Im zweiten Absatz würde es wohl niemanden stören, wenn zwischen „von“ und 1,3 Mio“ ein Leerschritt eingefügt worden wäre. Im dritten Absatz blieb dann bei „Bewußtseinsarbeit“ die aktuelle Rechtschreibung auf der sprichwörtlichen Strecke.

Auch könnte ich mir vorstellen, dass es Herrn Himmelmann freuen würde, wenn sein Nachname kontinuierlich, also auch im vierten Absatz, mit zwei „n“, statt variabel mit zwei oder einem „n“ geschrieben worden wäre. Davon abgesehen finde ich es durchaus verhandlungsfähig, ob nach „Das Phänomen der Jugendsprachen,“ wirklich mit „wo“ fortgesetzt wird oder doch besser mit „in denen“. Dafür könnte dann das zweite „wo“ komplett gestrichen werden. Das „sei“ am Ende des Satzes würde mir als „ist“ wesentlich besser gefallen. Im fünften Absatz kommt dann die Einzahl-/Mehrzahl-Regel ins strullern: Wenn der Bezug auf „Sprachen“ die Mehrzahl betrifft, wäre die logische Fortsetzung des Satzes „ […] Latein, SIND sie zwar nicht ausgestorben, aber lebendig SIND sie auch nicht mehr.“

Soviel dazu.

Ne, nicht ganz. Eins noch: Wer Texte unter der Bezeichnung „Pressetext“ im Internet veröffentlicht, sollte sich darüber klar sein, dass es einen Haufen „Blinder“ gibt, die diese Texte einfach ungeprüft übernehmen. Das geht soweit, dass sie sowas mitunter sogar als ihr eigenes Schaffen ausgeben, in dem sie auf sichtbare Quellenangaben verzichten. Gut: Letzteren ist eh nicht zu helfen. Wer sich mit fremden Federn schmückt, soll sich ruhig blamieren. Aber ein bisschen mehr Sorgfalt, insbesondere wenn es um die Vermittlung angeblicher Informationen geht, darf es dann doch ruhig sein, nöch? [/Klugschiss]

Nebenbei sei erwähnt, dass ich durchaus Unterschiede zwischen „offiziellen“ Veröffentlichungen und dem Bloggen bzw. Kommentieren mache. Beim privaten Vorsichhintippen gelten für mich andere Maßstäbe, als wenn für einen Text Geld bezahlt wird oder er in sonstiger Weise für eine öffentliche Publikation gedacht ist. Letzteres erhebt üblicherweise den Anspruch oder soll(te) zumindest den Anschein erwecken, seriös zu sein. Sowas wie die obige „Pressemitteilung“, in der nicht ein Absatz fehlerfrei ist, empfinde ich bestenfalls als peinlich.

Die Folgen der Ohnmächtigkeit einer Sprache zeigt sich m. E. ganz gut in den folgenden Werbespots:

~

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 

Sämtliche Spots laufen im deutschen Fernsehen und bewerben die potentiellen Kunden in Deutschland. Aber in keinem Werbespot wird darauf verzichtet, Artikelbeschreibungen oder Slogans oder beides durch Fremdsprachen „unkenntlich“ zu machen. Wenn ich erst Sprachen oder Chemie studiert haben muss, um zu verstehen, was mir da verkauft werden soll, kaufe ich es nicht. So einfach ist das.

Davon abgesehen legt es natürlich die Vermutung nahe, dass sämtliche Werbetreibende der deutschen Sprache gar nicht fehlerfrei mächtig sind. Das dokumentiert sich mitunter in Rechtschreibfehlern, die m. E. durchaus vermeidbar gewesen wären, wenn man die Texte zuvor einfach durch die Word-Rechtschreibprüfung geschickt hätte. Wenn die Werbetreibenden der deutschen Sprache in Wort und Schrift mächtig wären, hätten sie doch keinen Grund, so vehement darauf zu verzichten. Oder?  Immerhin geht es ihnen doch um Kunden in Deutschland.

Wenn also schon Werbung, die früher oder später angeblich jeden erreicht, so verhunzt wird und sich immer mehr von der deutschen Sprache entfernt, was ist dann in anderen Bereichen zu erwarten? Hm? Genau.

Na ja, immerhin erklärt es die Pisa-Ergebnisse. Immer positiv denken! ;)

 

Werbeanzeigen

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Ein Freund zeigte mir eine Anzeige und hört vermutlich vor Ostern 2020 nicht mehr auf zu lachen. Da wird in „Hallo Sonntag“, einem der sog. „Käseblättchen“, mit denen sämtliche Briefkästen der Region einmal in der Woche (ja genau: Sonntag!) zugeschüttet werden, am 29.04.2007 auf Seite 21 im Stellenmarkt folgende Anzeige eines großen Kaffeemokels geschaltet, der allerdings in den letzten Jahren eher nur noch nebenbei Kaffee verkauft:

 

Frühaufsteher gesucht !
Zum Verräumen von Waren für eine
***** Filiale in Isernhagen suchen wir
eine Mitarbeiter/in auf 400 Euro-Basis
für dienstags ab cy. 6.30 h für 3-4 Std./
Woche. Voraussetzung: Handy, guter
Leumund (pol. Führungszeugnis): Bei
Interesse rufen Sie bitte am Montag von
11-12 h bei ***** an.

 

Davon abgesehen, dass ich eine solche Rechtschreibung als Aushängeschild eines großen Unternehmens für reichlich peinlich halte, frage ich mich, wozu man ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen muss, um Regale einzuräumen. Was um Himmels willen wollen sie denn jetzt noch verkaufen? Drogen? Goldbarren? Nachgemachte Euro-Noten?

 

Zum „Verräumen von Waren“ einmal wöchentlich dienstags ab ca. 6:30 Uhr für drei bis vier Stunden braucht man heutzutage also ein polizeiliches Führungszeugnis …

 

Ja ne, is klar!

 

Und was braucht man mittwochs? Und donnerstags? Und wenn man freitags arbeitet, muss man dann über drei Arme verfügen?

 

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In letzter Zeit beschleicht mich immer öfter das Gefühl, dass ein niemals ausgerufener „Blöde-Fragen-Wettbewerb“ läuft und ich habe ihn bisher verpasst. Letzteres kann ratzfatz geändert werden. Ich will auch mal saublöde Fragen stellen. Also los:

1. Wie heißt der Knülch, der am 6. Dezember im Kalender steht?

A) Nikofloh
B) Nikowanz
C) Nikolaus

2. Wie heißt der „Comedian“, der mehr Schnappatmung betreibt, als zu sprechen?

A) Mario Zarth
B) Mario Harth
C) Mario Barth

3. Was muss man im Moment draußen machen?

A) Eiskrapfen
B) Eiszapfen
C) Eisstapfen

4. Was kann man an den Weihnachtsbaum hängen?

A) Schindeln
B) Windeln
C) Zimbeln

5. Was sollen Kerzen tun?

A) flennen
B) pennen
C) brennen

6. Was passiert, wenn man jetzt nackt draußen herumrennt?

A) gieren
B) zieren
C) frieren

7. Was ist das, wenn es hell ist?

A) Gicht
B) Wicht
C) Licht

8. Was kann echt peinlich werden?

A) Tanne
B) Wanne
C) Panne

9. Wo steht der schiefe Turm von Pisa?

A) In Schiefe
B) In Turm
C) In Pisa

10. Wie sollte man sich gegenüber Menschen verhalten, die blöde Fragen stellen?

A) vorsichtig
B) einsichtig
C) nachsichtig

Jetzt habe ich keine Lust mehr. Wer darauf antworten will muss selbst zusehen, wie er damit klar kommt. Wer nicht, guckt einfach in die Tags oder nimmt immer C!

;)

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Herr Wortman hat mal ein paar Minuten meiner Zeit gebündelt, in dem er mich zu diesem Stöckchen verführt hat! ;) Ich mach dann einfach mal mit:

~

Eine Sache die du heute tust, von der du mit 16 nie gedacht hättest dass du sie jemals tun würdest:

Auf das (relativ) sichere „Netz“ einer Festanstellung zu verzichten.

Das letzte, was du gekauft hast, ohne dass es irgendeinen Sinn gehabt hätte:

Karten für ein Konzert mit Laith Al-Deen; für eine Freundin und mich. Eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn bekam sie einen Anruf und musste arbeiten. Allein hatte ich keine Lust zum Konzert zu gehen und Ersatz war so schnell nicht zu finden.

Einen Spitznamen von dir, den heute niemand mehr verwendet / kennt:

Schnubbel

Ein großes Ziel in deinem Leben, das du noch erreichen willst:

Eine private Führung durch sämtliche Pyramiden und sonstigen Gräber Ägyptens. Wenn nicht privat, dann zumindest in sehr kleinem Kreis.

Den größten Unsinn, den du als Kind gebaut hast:

Ich hatte Kerzen in meinem Zimmer brennen und bin irgendwann zum Abendessen runter gegangen. Ohne die Kerzen zu löschen. Der anschließende Löschaufwand war deutlich größer …

Ein aus heutiger Sicht vielleicht peinliches Poster das du in deinem Zimmer hängen hattest:

Ein Poster von Sascha Hehn.

Dein größter „Medienauftritt“ (Fernsehen, Zeitung, Radio etc.):

Das Magazin „Kontraste“ der ARD berichtete über das Thema „Ungewöhnliche Hochzeiten“ und begleitete uns dazu während der Hochzeitsvorbereitungen und der gesamten Feierlichkeiten. Besseres Film-Material kann man von der eigenen Hochzeit kaum bekommen! ;) Zudem zahlreiche Zeitungsberichte als Tänzerin und Trainerin, später als Autorin.

Vereine in denen du als Kind Mitglied warst:

Handball

Dein aktueller Lieblingswitz:

Der Hauptdarsteller eines erotischen Films fragt den Regisseur: „Was soll ich denn mit dem Kondom?“ – „Heute ist Kostümprobe!“

Woher kennst du die Person, von der du dieses Stöckchen bekommen hast?

Aus klein Bloggersdorf. Ich lese ihn regelmäßig und er revanchiert sich rege auf meinen beiden Blogs.

~

Viel Spaß jedem, der ebenfalls bzw. weiter stöckseln möchte! ;)

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> Alle Teile im Überblick <

Anni war zu benommen, um sich gegen das was da mit ihr geschah zu wehren. Ihr Kopf fiel leicht zur Seite und sie schlief kurz ein. Durch ein ankommendes Telefonat auf seinem Handy wurde sie geweckt. Sie versuchte die Augen zu öffnen aber irgendwas hatte sie verklebt. Also hielt sie sie einfach geschlossen und lauschte seiner Stimme. „Angenehm“ dachte sie und hörte wie er ein Treffen absagte. Er ging nicht näher auf die Gründe ein. 

Das sanfte Anhalten des Wagens und das Abstellen des Motors ließen sie erkennen, dass die Fahrt nun wohl zu Ende war. Lange hatte die Fahrt wohl nicht gedauert. Sie könnte also mühelos, sobald er sie gehen ließ, nach Hause. Aber … wollte sie? Trotz dieser nur allzu blöden Situation fühlte sie sich in seiner Nähe wohl. Und das, obwohl sie ihn überhaupt nicht kannte und die Umstände des Kennenlernens doch nicht unbedingt ihrer Wunschvorstellung entsprachen. Die Beifahrertür öffnete sich und er wollte sie aus dem Wagen heben. 

„Nein, nein, lassen sie nur, ich gehe selbst“ mutmaßte sie, merkte aber sofort, dass diese Idee keine ihrer Besten war. Also ließ sie sich erneut von ihm tragen. Mittlerweile wurde sie etwas klarer im Kopf und die Situation, in der sie sich befand, begann ihr peinlich zu werden. Er sagte kein Wort, öffnete mit ihr auf seinen Armen die Haustür und brachte sie ins Wohnzimmer. Dort legte er sie auf die Couch, entschuldigte sich kurz und verschwand. 

Ihre Augen konnte sie mittlerweile wieder einigermaßen öffnen doch der Schmerz in ihrem Kopf machte sie fast wahnsinnig. Sie sah an sich herunter und erschrak. Ihr Bein blutete sehr stark auf die helle Couch. Nur die Wunde an ihrem Kopf schien die Blutung inzwischen eingestellt zu haben. „Der Stoff ist Schrott“ entfuhr es ihr und sie erschrak, als er beim plötzlichen Betreten des Wohnzimmers wie selbstverständlich antwortete „es gibt Schlimmeres!“. 

„Ich habe mir erlaubt, eine Flasche Rotwein zu öffnen. Das vereinfacht uns vielleicht das Verarzten etwas“ lachte er zwinkernd zu ihr rüber und stellte Flasche und Gläser auf den Tisch. Ein dunkles Handtuch, was er über dem Arm hängend mitgebracht hatte, nahm er nun und hob ihr Bein an. „Ich heiße übrigens Mario. Darf ich auch erfahren, wen ich gerade fast getötet habe?“. Nun musste auch sie lachen doch ihr „Anni“ erstickte etwas ob der Bewegung ihres Beines, als er das Handtuch darunter legte. „Tut mir leid, ich wollte Dir nicht wehtun!“. Wie selbstverständlich war er zum Du übergegangen und Anni war das sehr recht. Entspannte es die Situation doch etwas. 

Mario drehte sich um, füllte die Gläser und reichte Anni eines zum Anstoßen. „Wie gesagt, es tut mir sehr leid und ich werde das alles wieder gut machen, versprochen!“ formten sich seine Worte den Weg zu ihr, als er sich vor ihren Körper auf die Couch setzte. Sein Glas hielt er Anni zum Anstoßen entgegen und Marios Blick brachte sie in dem Moment fast mehr um den Verstand, als es die Schmerzen in ihrem Kopf und Bein imstande waren. 

„Na, das hoffe ich doch ganz stark“ antwortete sie als sich die Gläser sanft berührten. Mario stand anschließend auf und machte mit geübten Griffen Feuer im Kamin. Anschließend verließ er den Raum und kam kurz darauf mit einer Schale Wasser und diversem Verbandszeug zurück. „Meinst Du nicht, dass es unklug ist, jetzt Alkohol zu trinken?“ fragte Anni, als sich Mario bereits an die Versorgung ihrer Wunden machte. „Oh nein, ist es nicht!“ stieß sie aus, als die ersten Reinigungsversuche jäh beendet wurden durch das verschreckte Wegziehen des Beines. „Hey, ich habe eine eiserne Regel: Jeden Tag nur einen Mordversuch! Jetzt hast Du also nichts mehr zu befürchten“ lachte Mario los. Wissend, dass er damit Annis Wut provozierte. Denn dass sie Schmerzen hatte, war leicht zu erkennen. Aber sie lachte nach diesem Spruch einfach laut los. „Na, dann ist es ja gut“ grinste sie und biss die Zähne zusammen. 

– Fortsetzung folgt – 

© marmonemi [04/03] / skriptum

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Kann es sein, dass Werbung nur noch für Geisteskranke gemacht wird?

Za*lan*do ist dafür ein Paradebeispiel. Und Sa*gro*tan … der Brüller. Was hammwa gelacht! Kannst Du Dich daran erinnern, dass Deine Mutter Dein Essen auf einem Teller zubereitet und es Dir anschließend zum Verzehr vom Teller auf den Tisch geschoben hat? Ich habe meine Mum extra danach gefragt. Sie verkniff es sich gerade noch, mich zu fragen, ob ich sie vera****** will. In ihren Augen habe ich die Frage aber ganz klar gehört … öhm!

Oder diese Tussi, die mit einem Schraubendreher die Innenseite der verglasten Ofentür traktiert. Eine Ofentür, die offensichtlich seit Jahren nicht mehr gereinigt worden war.

Oder dieses Klo-Reinigungs-Zeux, dessen angebliche Wirkung an einer Toilette demonstriert wird, die offensichtlich seit Jahrzehnten auf einer Baustelle steht und täglich mindestens 300 Mal ohne Spülen frequentiert wird.

Oder dieses mutmaßlich weibliche Wesen, was auf der Verpackung von For*mo*line abgebildet ist. Die Dame hat ein dermaßen ausgeprägtes Hohlkreuz, dass ich dringend eine orthopädische Therapie empfehle. Anderenfalls bricht die doch in den nächsten Tagen einfach durch!

Von

– „Haben Sie Goldschmuck, den Sie nicht mehr brauchen?“ (selbst wenn: DU würdest ihn nicht kriegen!)

– „SODBRENNEN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!“ (ich hoffe immer, dass der Typ mal in Flammen aufgeht!)

– „Suchen Sie heute noch ein Sex-Date?“ (auf „wc-dating“ bestimmt nicht!)

– Marceldfüreinsundeinsscheiß (wer Kunden 20 Minuten in der kostenpflichtigen Warteschleife schmoren lässt und es als Service bezeichnet, kann mich mal. Auf Wunsch sogar kreuzweise!)

– Milch-Produkte, die mit quäkigen Männchen oder muhenden Kühen in Flaschen beworben werden (Wer in den neuen Bundesländern Arbeitsplätze schafft, anschließend eine Vielzahl der Arbeitsplätze in den alten Bundesländern durch Schließung von Werken vernichtet und dafür letztendlich pro in Gesamt-Deutschland vernichtetem Arbeitsplatz skrupellos 1 Million DM an Subventionen abzockt, braucht auf mich als potentiellen Kunden nicht allzu fest zu bauen!)

– Chips von denen man, wie in der Werbung gezeigt, direkt nach dem Verzehr in spastische Zuckungen verfällt

einmal ganz abgesehen.

Ganz interessant finde ich die Überlegung/Frage: Werden sich die Bezeichnung für spezielle Produkte, wie beispielsweise „Va*nish Oxy Action Intelligence Power Weiß” und „Regenerist dayly three zone treatment cream“ jemals in den deutschen Sprachgebrauch integrieren, wie zum Beispiel „Tempo“ für Taschentücher oder „Kleenex“ für Küchentücher? Oder ist es in Ordnung, auf Produkte zu verzichten, wenn erst Fremdsprachen oder Chemie studiert werden müsste, um überhaupt verstehen zu können, um was für ein Produkt es sich dabei auf dem deutschen Markt handelt? Die Hersteller haben doch nicht mehr alle Latten am Zaun! Also, ich kaufe so einen Scheiß nicht!

Außerdem macht mich die Farbe Pink an Flaschen und Verpackungen mittlerweile regelrecht aggressiv. Davon abgesehen, dass ich mich zu Tode erschrecken würde, wenn in meiner Wohnung so eine Trulla plötzlich hinter mir steht und mir erzählt, wie ich Flecken entfernen kann. Des weiteren fühle ich mich verarscht, wenn mir ein Waschmittelhersteller weis(s) machen will, dass Wäsche bei 15 Grad gewaschen keimfrei sauber wird.

Es wäre mir alles in allem viel zu peinlich, sowas einzukaufen. Sobald ich beispielsweise solche Produkte auf das Band an der Kasse gelegt hätte, würde ich im Boden versinken bei der Idee, dass mein Hintermann möglicherweise diese Werbespots kennt und darüber Rückschlüsse auf meine Wohnung zieht. Oder meinen Schuhschrank. Oder den Inhalt meines Kühlschranks. Oder meine Ernährungsgewohnheiten. Oder meine Hygiene und Gesundheit. Oder meinen Werkzeugeinsatz. Oder – oh je – MICH!

;o)

P.S. Dann lieber fünf Stunden non stop Vuvuzelas! Allerdings ist dieses P.S. nicht allzu ernst zu nehmen! *g

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Es gibt so Tage, die ich spontan gewillt wäre, aus meinem Kalender zu streichen. Nein, nicht zu streichen, sondern rauszureißen, und zwar aus allen Kalendern, die sich freiwillig zeigen!

Da ich mit den so genannten Öffis nicht allzu oft unterwegs bin, löse ich für einzelne Fahrten eine Fahrkarte. Immer. Allein schon die Peinlichkeit, vor allen Mitfahrern des Schwarzfahrens überführt zu werden (man weiß ja auch nie wer einen kennt der einen kennt der einen selbst kennt), würde ich mir niemals freiwillig, schon gar nicht bewusst geben wollen. Und auch wenn in lange U-Bahn-Wagen immer nur zwei, drei Kontrolleure einsteigen, schaffen sie es ja doch meist, den gesamten Wagen abzugrasen, bevor die Bahn an der nächsten Haltestelle stoppt. Es sei denn, sie erwischen jemanden. Dann haben sie ihre Provision und suchen nicht weiter.

Als ich kürzlich in die U-Bahn stieg löste ich also (wie immer!) eine Fahrkarte. Nach der Abfahrt kam prompt ein Kontrolleur und wollte die vor Sekunden von mir gelöste Fahrkarte sehen. Soweit so gut. Ich fand sie nur leider nicht mehr. Wo gibt es diesen verflixten Schalter, den man einfach umlegt, wenn einem etwas hochnot peinlich ist und man sich am liebsten einfach nur ganz schnell in Luft auflösen will? Es muss ihn geben. Menschen fliegen zum Mond und besiegen mittlerweile sogar schon ein paar Krebsarten, sie forschen und finden, erfinden durch Klonen neu, was es längst gibt und stellen es einfach her, wenn es gerade genehm ist. Wie ein Stück Butter, das in erschreckend absehbarer Zeit vermutlich schon fertig verpackt aus der Kuh fällt, wenn man die Wissenschaft nur frei genug weiter werkeln lässt. Nur diesen Schalter … diesen verdammten kleinen Schalter … erfindet einfach keiner!

Schrillionentausendprozentig wusste ich, dass ich diese verdammte Fahrkarte Sekunden vorher in meine rechte Jackentasche gesteckt hatte. Hätte mir ein Freund davon erzählt, wie er daraufhin vom Kontrolleur vor allen Mitfahrenden aus der Bahn auf den Bahnsteig gelotst und dabei natürlich (wie ich es selbst ja auch mache, wenn ich nicht betroffen bin) von den Umsitzenden streng beäugt wurde, wäre ich vermutlich vor Lachen in Tränen ausgebrochen. Mir jedoch war es nur furchtschrecklich peinlich und ich hoffte, der Boden möge sich öffnen und mich einfach verschlucken. Der Kontrolleur machte mich völlig wuschig. Riss mir alte Fahrkarten, die ich selbstredend in Massen aus der Jackentasche zog, regelrecht aus der Hand (hoffte er etwa mit mir, dass ich meine gültige Fahrkarte raus krame?), fand aber auch nichts, was sich als gültig hätte bezeichnen lassen.

In solchen Situationen sind Jackentaschen innen ja eindeutig größer als außen! Warum finde ich nie so eine Handtasche? Nachdem ich also, peinlichst berührt auf dem Bahnsteig stehend und zusehend, wie die nächsten drei Bahnen ohne mich weiter fuhren, meinen fünfeinhalb Wochen Vorrat an Keksen, Bonbons und Schokoladen-Täfelchen, zwei Lippenstiften (ja, eine Frau braucht IMMER zwei Lippenstifte!), Taschentüchern, Mentos, Kaugummis, ungefähr 17 weitere (alte, abgelaufene Fahrkarten, versteht sich!) und sonstigen Kleinkram aus meinen Jackentaschen gekippt und der Kontrolleur zum geschätzt drölfzigsten Mal seinen Block mit dem Tipp gezückt hatte, ich solle mal ausmisten (kam zu spät …:) fand ich endlich, plötzlich und inzwischen gänzlich unerwartet meine gültige (!) Fahrkarte. Daraufhin entschuldigte sich der Kontrolleur bei mir, mich aus der Bahn geholt zu haben. Er bei mir! Ich war zu dusselig, meine (gültige) Fahrkarte zu finden und er entschuldigte sich bei mir! Sachen gibt’s! Das muss ich mir unbedingt groß in meinen Kalender schreiben! Sobald ich mir in der Stadt einen neuen besorgt habe …

© skriptum
[15.02.07]

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