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Posts Tagged ‘Stein’

 

Unsere heutige Reise führt noch einmal auf die schwedische Insel Oeland. Ein paar Impressionen vom Rande des Trollskogen (Trollwald) hatte ich bereits auf diesem und meinem Bild-Blog Skryptoria gezeigt. Heute gibt es ein paar Innenansichten dieses wirklich faszinierenden Waldes:

 

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Was ich besonders schön finde ist, dass es drei vorgeschlagene Routen durch den Wald gibt: Eine führt über Stock und Stein, eine andere ist mittel“schwer“ und die dritte ist für Rollifahrer und Kinderwagen geebnet. Die drei Routen sind mit einem, 2,5 und 4 Kilometern unterschiedlich lang.

Der Trollskogen ist definiert unaufgeräumt. Sprich: Die Wege werden zwar freigehalten, ansonsten wird aber nichts an und in diesem Wald verändert oder gekünstelt.

Von all dem abgesehen muss ich sagen, dass die Bäume teilweise zu sprechen oder zumindest zu flüstern scheinen. Auch hatte ich häufiger den Eindruck, dass sie gucken. Das liest sich vermutlich etwas „durchgeknallt“. Wer es anzweifelt, sollte sich selbst einfach mal das Vergnügen gönnen, durch den Trollskogen zu schlendern! ;)

 

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… und doch so präsent:

Nachdem mein Großvater väterlicherseits Anfang der 70er Jahre für immer eingeschlafen war, fuhr ich jedes Wochenende zu meiner Großmutter, damit sie nicht so alleine ist. Ich war gerade mal ein Teenager und hatte die Todesnachricht auf ziemlich robuste Weise erhalten: Eines Abends waren meine Eltern unterwegs, als das Telefon klingelte. Ich nahm den Hörer ab und hörte meine Großmutter sagen „Opa ist tot“. Das war’s. Von der Beerdigung und dem ganzen Drumherum bekam ich nichts weiter mit. Irgendwie ist dieser Abschied ziemlich spurlos an mir vorbei gegangen. So zumindest empfinde ich es heute. Vielleicht war das so eine Art Grundstein, den Tod als selbstverständlichen Bestandteil des Lebens anzuerkennen. Wer weiß.

Nachdem einige Zeit ins Land gezogen war, sah mich meine Großmutter eines Tages ganz ruhig an und sagte, für mich völlig unvermittelt, „Wenn ich irgendwann mal sterbe will ich, dass „Träumerei“ von Robert Schumann auf meiner Beerdigung gespielt wird. Innerlich fiel ich irgendwie zusammen. Tot? Meine Oma? Hm. Das war so weit weg. Lange Zeit dachte ich auch nicht mehr an diese Bemerkung. Allerdings vergaß ich nie, dass sie dieses Lied gespielt haben wollte, wenn es irgendwann soweit war. „Irgendwann“ dauerte noch ein viertel Jahrhundert. Dann war es tatsächlich passiert. Die Umstände und Folgen ihres Todes waren teilweise etwas merkwürdig, was mich sehr beschäftigte. Und mein Paps, der üblicherweise so wirkt, als wenn ihm nichts etwas anhaben könnte, ließ mich eine sehr nachdenkliche und mitunter verletzbare Seite erkennen.

Auch in diesem Fall ging vieles der „Vorbereitungen“ für den endgültigen Abschied an mir vorbei. Ich tue mich sehr schwer mit diesen irdischen Ritualen. Für mich selbst will ich gar kein Grab oder großes TamTam haben, wenn ich einmal gehe. Wer mich bis dahin nicht sowieso in sich trägt, braucht sich auch nicht auf einer dafür inszenierten Veranstaltung mit großen Reden die Augen aus dem Kopf zu heulen. Auch habe ich persönlich keinerlei Bedarf daran, dass er/sie sich anschließend vor einen Stein stellt oder stellen muss. Von der Pflege und den laufenden Kosten einmal ganz abgesehen. Die Zeit und das Geld kann man lebendiger investieren. Mir wäre es am liebsten, wenn ich verbrannt und meine Asche aus einem Flugzeug gestreut würde.

Das ist jedoch eine Entscheidung, die ich für mich getroffen habe. Selbstverständlich respektiere ich es, wenn jemand für sich eine völlig andere Vorgehensweise wählt. Und ich würde ihr, soweit es in meinen Möglichkeiten steht, grundsätzlich folgen. Auch musste ich mich einmal zu recht belehren lassen, dass mein Leben zwar mir gehört, die Trauer über mein Ableben aber den Hinterbliebenen. Und wie sie dann verfahren läge nicht mehr in meinem Bestimmungs-Spielraum. Insofern sage ich mittlerweile auch: Wenn beispielsweise meine Eltern ein Grab von mir brauchen und dafür Sorge tragen möchten, könnte ich damit „leben“. Und das ist keinesfalls makaber gemeint.

Allerdings lege ich großen Wert darauf, dass es meinetwegen keine Trauer-Feier gibt. Ein Gedenken; eine Art Zusammenkunft derer, denen ich wichtig war … ja, das gern. Aber sie sollen nicht trauern. Dafür haben wir viel zu viel miteinander gelacht. Dafür gab es viel zu viele schöne Erlebnisse, die uns für immer verbinden. Dafür war ich meist einfach viel zu frech. Sie sollen lachen und sich freuen, dass wir viel Zeit miteinander verbringen durften. Der Titel, den ich dann gespielt wissen will, ist „Somewhere“ aus der Westside Story, gesungen von Barbra Streisand. „Irgendwie, irgendwann, irgendwo werden wir uns wiedersehen“. An Letzteres glaube ich ja sowieso ganz fest. Und anschließend bitte Party; sonst werde ich echt sauer! ;o)

Was die Beerdigung meiner Großmutter betraf, verlief sie in einem ganz klassischen Rahmen. Bevor wir zum Friedhof gingen, saßen wir noch zusammen und auf einmal durchfuhr es mich wie ein Blitz! Ich hatte vergessen, mich darum zu kümmern, dass „Träumerei“ von Schumann gespielt wird. Kennst Du dieses Gefühl, wenn Du vor Schreck plötzlich glaubst, Tausend Nadeln bohren sich in Deine Gesichtshaut? Mir wurde richtig schlecht. Ich wusste nicht, ob ich die Einzige war, der gegenüber sie diesen Wunsch geäußert hatte. Vorsichtig fragte ich also, welche Titel wohl während der Zeremonie gespielt würden. Meine Eltern sagten, dass außer dem „Ave Maria“ kein Titel abgesprochen war. In dem Moment fing ich fast an zu heulen und hatte ein unglaublich schlechtes Gewissen.

Wir gingen gemeinsam zum Friedhof und ich betete innerlich, dass es mir gelingen würde, den Pfarrer vor Beginn zu sprechen, um ihm die Bitte vorzutragen, die mir meine Großmutter extra aufgetragen hatte. Natürlich ergab sich diese Möglichkeit nicht. So saßen wir schweigend in der ersten Reihe und mein Magen zog sich immer mehr zusammen. Wie konnte ich das nur vergessen. Eine Bitte und ich versage auf ganzer Linie. Die Feierlichkeit begann und Reden wurden gehalten. Das „Ave Maria“ wurde gespielt und weitere Worte über meine Großmutter und an die um sie Trauernden folgten. Gegen Ende der Zeremonie wurde nur noch ein weiterer Titel gespielt. Ein Titel, der mich endgültig fest daran glauben lässt, dass es irgendeine höhere Macht gibt, die Dinge lenkt, zu denen wir selbst – aus welchen Gründen auch immer – nicht fähig sind:

Danke!

P.S. Robert Schumann wäre heute 200 Jahre alt geworden.

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Bräuche

Eines haben im Grunde alle Silvester-Bräuche gemeinsam: Sie sollen zeigen, was die Zukunft bringen wird oder sie zumindest in gute Bahnen lenken.

Bibelstechen: Man nimmt eine Bibel zur Hand und öffnet mit dem Daumen eine Seite, auf der man blind auf eine Text-Stelle tippt. Diese soll verraten, was man im nächsten Jahr erwarten darf.

Bleigießen: Hierfür kann man heutzutage fertige Sets käuflich erwerben, in denen sich kleine Bleifiguren befinden, die man auf einem mitgelieferten Löffel über einer Kerze bis zum Flüssigzustand erhitzen kann. Kurz nach Mitternacht gießt man das flüssige Blei in eine mit Wasser gefüllte Schale und versucht anschließend (also frühestens, wenn das Blei abgekühlt ist) zu ergründen, was das Gebilde darstellen soll. Wir haben das im letzten Jahr gemacht und ich glaube, keiner von uns weiß bis heute, was die Symbole darstellten.

Ein paar Beispiele seien hier nur aufgeführt:

Anker – Hilfe in der Not
Ball – Glück rollt heran
Beil – Enttäuschung in der Liebe
Blume – neue Freundschaft
Bock – Erwartung einer Erbschaft
Brille – Weisheit, hohes Alter
Dreieck – finanzielle Verbesserung
Fisch – Glück
Flasche – fröhliche Zeit
Glocke oder Ei – frohe Nachricht, Ankündigung einer Geburt
Herz – sich verlieben
Hut – gute Nachrichten
Kreuz – Tod
Kuchen – ein Fest steht bevor
Kuh – Heilung
Leiter – Beförderung
Maus – heimliche Liebe, sparsam sein
Ringe und Kränze – Hochzeit
Schere – eine wichtige Entscheidung steht an
Schiff/Flugzeug/Rakete – Urlaubsreise, Reise ins Ungewisse
Schlange – andere sind neidisch auf dich
Spinne – das Glück hängt am seidenen Faden
Stern – Glück
zerbrochene Ringe – Trennung

Wer sich die giftigen Bleidämpfe lieber schenken möchte, insbesondere wenn kleine Kinder dabei sind, kann jedoch das gleiche Ergebnis mit heißem Wachs erzielen, das ebenso wie Blei verflüssigt und dann in eine Schale mit kaltem Wasser gegossen wird. Und wer doch beim Blei bleibt und hinterher so gar nicht weiß, was ihm das Ergebnis sagen will, sollte seine Figuren nicht im Hausmüll entsorgen; das ist Sondermüll!

Domino-Stein-Orakel: Man zieht aus einem kompletten Domino-Spiel einfach einen Stein und schon weiß man, was das nächste Jahr bringt. Die Bedeutungen lauten wie folgt:

0-0 Der schlechteste Stein im ganzen Spiel: zur Zeit ist überhaupt nichts los. Abwarten.

0-1 Verlust von Liebe und Geld durch Gleichgültigkeit und Apathie. Unzureichende Planung/Vorbereitung oder Nachlässigkeit/Fahrlässigkeit.

1-1 Ausgezeichnet für Liebesangelegenheiten in der Gegenwart und für Geldangelegenheiten in der nächsten Zukunft.

0-2 Derzeit ungünstige Aussichten/Lage. Ausnahme: wer eine Reise antritt, kann mit einem angenehmen Verlauf dieser rechnen

1-2 Gut für Frauen, die heiraten wollen und für Männer, die Junggesellen bleiben wollen. Schlecht für geschäftliche und landwirtschaftliche Arbeiten.

2-2 Hervorragend für Liebe und Hochzeit, ebenso für Erfolg im Beruf

0-3 Ein ernsthaftes Gespräch bzw. eine Auseinandersetzung liegt in der Luft

1-3 Gehe Leuten, die Dich zu Unredlichkeit oder übler Nachrede verleiten wollen, aus dem Weg. Zieh Dich nicht in Dein „stilles Kämmerlein“ zurück!

2-3 Gut für Reisen und Liebesangelegenheiten; schlecht für Glücksspiele

3-3 Du wirst in Kürze (eine Menge) Geld bekommen

0-4 Ungünstige Zeit für die Liebe. Sprich mit niemandem über Dinge, die Du besser geheim halten solltest, nicht einmal mit/zu Deinem besten Freund!

1-4 Eine glückliche Ehe, aber keine oder nur wenige Kinder

2-4 In Deinem Leben wird eine scharfe Wendung eintreten

3-4 Eine frühe Ehe/Heirat, aus der gewöhnlich nur ein Kind hervorgeht

4-4 Eine gute Zeit für Feste/Veranstaltungen, Partys und Hochzeiten, aber nicht für geschäftliche Dinge!

0-5 Jetzt nicht spielen! Dein Partner/-in oder Geliebte/-r kann unzuverlässig und nicht unbedingt vertrauenswürdig sein.

1-5 Es gibt jetzt viele Orte und Gelegenheiten, Spaß und Vergnügen zu haben; doch das Geld will nicht so recht ausreichen.

2-5 Keine Zeit zum Heiraten, denn eine zum jetzigen Zeitpunkt geschlossene Ehe würde nicht lange halten. Auch in geschäftlichen Dingen und in Bezug auf die Karriere ist Vorsicht geboten. Lieber noch ein bisschen warten!

3-5 Ein ruhiges, zufriedenes Leben ohne größere Probleme. Ausreichend Geld, um es sich bequem und angenehm zu machen.

4-5 Geldschwierigkeiten! Jemand der vorgibt Geld zu haben, besitzt in Wirklichkeit keines.

5-5 (Viel) Geld liegt auf dem Weg vor Dir.

0-6 Du wirst eine Mitteilung über einen Verlust (Todesfall) erhalten. („Todesfall“ kann auch die Beendigung einer Freundschaft oder Ehe sein!)

1-6 Du wirst mehr als einmal heiraten.

2-6 Gut für die Liebe und eine glückliche Heirat. Eine unehrenhafte Sache wird aufgedeckt.

3-6 Ausgezeichnet für eine Hochzeit mit jemandem, der Dich verehrt. Es werden dabei keine Wünsche offen bleiben.

4-6 Eine glückliche Heirat mit vielen Kindern und genügend Geld, um bequem auszukommen, aber keine Reichtümer.

5-6 Halte entschlossen durch, dann wird die Sache, die Du vor hast, Erfolg bringen. Eine neue Liebe kommt auf Dich zu.

6-6 Gute Zeit für Glücksspiele. Die Person, die diesen Dominostein zieht, wird eine Person mit viel Geld heiraten!

Als ich vor ein paar Jahren mit einer Freundin eine große Silvester-Party organisierte, haben wir jeden Gast aus einem Zylinder einen Domino-Stein ziehen lassen und auf den Tischen Zettel mit den Bedeutungen der einzelnen Steine ausgelegt. Was wir allerdings auch getan haben ist, vorher die negativen/schlechten Domino-Steine auszusortieren. In der Silvesternacht sollte ja möglichst keiner mit schlechten Omen bedacht werden …

Glücksgreifen: Hierfür backt man kleine Figuren (Symbole) aus Brotteig und verbirgt diese dann unter Bechern. Danach werden die Becher, wie beim heutigen „Hütchenspiel“, hin und her geschoben. Jeder deckt Symbole durch Anheben einzelner Becher auf und erfährt so, was ihm die Zukunft bringen wird. Ein Ring steht dabei zum Beispiel für Heirat, eine Münze für Geld- oder Kinderreichtum (wobei heutzutage das Eine das Andere ziemlich ausschließen dürfte), usw. Auf die Bedeutung der einzelnen Symbole sollte man sich jedoch besser vorher einigen.

Gummibärchen-Orakel: Dieses Spiel ist besonders beliebt bei Kindern. Jeder darf mit geschlossenen Augen fünf Gummibärchen ziehen und die gezogenen Farben der Bärchen sagen dann etwas über das kommende Jahr aus. Dabei kann Rot für Liebe oder Freundschaft stehen, Gelb für Eifersucht oder Streit, Grün für Hoffnung oder Vertrauen, Weiß für Erfolg oder Ehrgeiz, Orange für Kreativität und gute Laune … was auch immer. Auch hier sollte man sich vorher überlegen, was die Farben bedeuten oder im Internet recherchieren. Und wehe, jemand schleppt dann eine Tüte blaue Gummibärchen an …

Liebes-Orakel: Wenn man wissen möchte, wie es im neuen Jahr um die Liebe bestellt ist, stellt man sich mit dem Rücken zur Tür und wirft einen Schuh rückwärts über die Schulter. Zeigt die Schuhspitze zur Tür, wird das nächste Jahr eine neue Beziehung bringen. Ob sie dann auch gut wird? Na, lassen wir das lieber an einem Abend wie Silvester dahin gestellt … den Schuh … oder die Frage … Je nachdem.

Pendeln: Zum Pendeln nimmt man einen längeren Faden und befestigt an deren Ende einen Ring oder ähnlich Schweres. Je nachdem, in welche Richtung das Pendel dann beim stillen Hochhalten ausschlägt, wird eine vorher gestellte Frage beantwortet. Kreist das Pendel im Uhrzeigersinn, lautet die Antwort „ja“; kreist es entgegen gesetzt, lautet die Antwort „nein“. Bewegt es sich nur hin und her, gibt es im Moment keine Antwort. Klar dürfte sein, dass man die Antwort bewusst oder unbewusst durchaus beeinflusst, wenn man das Pendel in den eigenen Händen hält. Man sollte also z. B. seine Frage nicht aussprechen und den Tischnachbarn bitten, das Pendel zu halten. Sofern man überhaupt daran glaubt …

Wetter-Orakel: Man nimmt zwölf Zwiebelschalen (für jeden Monat des kommenden Jahres eine) und legt sie nebeneinander. Anschließend füllt man in jede Schale etwas Salz und je nachdem, ob das Salz nass wird oder trocken bleibt, wird dann das Wetter in dem betreffenden Monat. Ja, ganz bestimmt!

Und wer nun bei all dem irgendwie immer Pech hatte, hat dennoch eine echte Chance auf Glück: Eine einfache Drehung um die eigene Achse soll bewirken, dass sich ein böses Vorzeichen in ein gutes verwandelt. Hoffentlich bekommt dabei keiner einen Drehwurm!

Verhaltensweisen

An Silvester sollte man kein Geflügel essen, weil dann das Glück im neuen Jahr davonfliegt.

Neujahr-Morgen sollte man nicht allzu spät aufstehen, weil man sonst das ganze laufende Jahr schlecht schläft, vor allem mit schlechten Träumen.

Wer sich am Neujahrstag falsch herum anzieht, bei dem läuft das ganze Jahr verkehrt.

Von Heiligabend bis Neujahr sollte man keine langen Wäschestücke (Bettbezüge oder -laken, Tischdecken etc.) waschen und aufhängen, damit sich keiner daran aufhängt. [Als wenn man das nicht auch an anderen Tagen könnte …]

Als gutes Vorzeichen für das folgende Jahr gilt, wenn alle Hausbewohner aus dem gleichen Glas trinken und der Hausherr das Glas anschließend rückwärts über die Schulter vor die Haustür wirft, wo es allerdings zerspringen muss. Sonst wirkt der ganze Zauber nicht.

Wenn man beabsichtigt, kräftig zu feiern, soll man einen Amethyst bei sich tragen. Er hilft gegen den Kater am nächsten Morgen. Der Amethyst soll vor Trunkenheit und den daraus resultierenden Folgen schützen [Vitamin C und ein reichhaltiges Essen vor dem ersten Schluck Alkohol tut es aber meines Wissens auch].

Am Silvestertag sollte man sich eine Schuppe des Silvesterkarpfens in die Geldbörse legen, damit im neuen Jahr das Geld nicht ausgeht.

In Spanien isst man um Mitternacht zwölf Weintrauben (zu jedem Glockenschlag eine), um sich mit jeder Traube etwas zu wünschen. Die Trauben müssen aber bis zum letzten Glockenschlag aufgegessen sein, sonst bringt das Ganze Unglück.

In Italien (aber inzwischen auch über die Alpen hinweg) trägt man in der Silvesternacht rote Unterwäsche, da sie ein Garant für Glück und Erfolg im neuen Jahr ist.

Mindestens einmal sollte man sich, sofern man in Deutschland ist, „Dinner for One“ ansehen! In England kennt man diesen Klassiker übrigens so gut wie überhaupt nicht. Hier ist im Grunde kein Gebäude denkbar, in dem dieser Film nicht mindestens einmal läuft.

Und wer vom Silvestergefeiere nicht genug bekommt, sollte in Russland weiter machen: Aufgrund der vielen Zeitzonen wird dort Silvester elf Mal gefeiert. Da das jedoch erst im Januar stattfindet, kann man erstmal in Ruhe hier feiern und macht dann dort die Zwölf voll.

Wer dagegen Walzer liebt, ist in Wien richtig aufgehoben: Vor dem dortigen Rathaus tanzen die Wiener im Dreivierteltakt ins neue Jahr.

In Israel werden süße Äpfel mit Honig und Honigkuchen gegessen, damit das neue Jahr süß wird.

In Asien werden um 23 Uhr alle Fenster und Türen geöffnet, damit das Glück bloß nicht draußen bleibt.

In China ist es in einigen Regionen Brauch, dass unverheiratete Frauen Mandarinen ins Meer werfen, damit sie im kommenden Jahr einen guten Ehemann finden. Das erklärt natürlich einiges … ich esse die Dinger immer auf.

~ Ende Teil 2~

 

 

Und dieses Video ist NUR für Herrn Wortmann

;o)

 

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Ich höre und staune,
vernehme
und weiß.

Bin es leid,
die Augen zu öffnen,
um zu sehen
was ich nicht wissen will.

Was in mir schreit
ist die Ewigkeit.
Nur dass es sie nicht gibt.
Nicht so und anders auch nicht.

Oder doch?
Immerhin:

Sie hält und beschützt mich,
betrügt und belügt mich,
gibt mir das Gefühl von „ja“.

Nur, um mich im nächsten Moment
erbarmungslos
auf den Boden der Tatsachen
zurück zu klatschen.

Nein, nein:
Keine Tränen.
Dies ist ein anderes Stück vom Un_Glück.

Schon wieder sammele ich Steine.
Versuche sie zu dem Mosaik zu formen,
das ich gern sehen würde.
Und doch versperrt es sich mir.

Immer wieder.

Dieses „Ach wenn wir doch nur“
bringt mich um den Verstand.
Stück für Stück treibt es mich
in den wehrlosen Wahnsinn.

Natürlich bin ich stark.
Ich schaffe das.
So, wie ich immer alles schaffe.
Irgendwie.

Aber manchmal …

Ja, manchmal …

… will ich einfach nicht stark sein.

Möchte mich fallen lassen,
In Dir.
Mit Dir.
In Dich hinein.

Ich möchte diejenige sein,
die Dich um den Verstand bringt.
Nicht umgekehrt.

Das hatten wir doch nun oft genug.
Und es hört nicht auf.
Es hört einfach nicht auf.

Das nicht … und das sowieso nicht.

Und die Ewigkeit schreit.

Lautlos.

Eben ganz so, wie immer.

© skriptum

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Langsam neigt sich der Tag dem Ende. Die Steine der Terrasse sind warm. Längst wird das Licht der Sonne dünner und doch wärmt ihre verbleibende Kraft den Boden und alles auf ihm Befindliche.

Es ist schön. Schön, hier draußen zu sitzen. So ruhig. Die Vögel zwitschern und fliegen aufgeregt an mir vorbei. Ich atme durch. Ganz tief. In mir endlich Ruhe. Endlich. Ich habe Kraft für die Nacht. Eine Nacht voller Träume und Sehnsüchte. Eine Nacht voller Erfüllung und Ziele. Voller Erholung von vielem.

Ich bin ruhig. Fast eine Form von Glück macht sich in mir breit. Was man so Glück zu nennen bereit ist… Ich bin bescheiden geworden. Was ist Glück? Inneren Frieden zu finden und ihn zu bewahren? Lachende Kinderstimmen, die spielerisch zu mir rüber schwingen?

Ein nochmaliges Aufflackern der Sonne, bevor ihre letzten Strahlen von vorbei ziehenden Wolken mitgenommen werden. Etwas verschreckt schließe ich die Augen. Ich bin geblendet. Schön geblendet. Wohlig warm. Ich blinzele ihr entgegen. Sie lacht zurück.

Jemand geht am Haus vorbei und zieht etwas hinter sich her. Es macht komische Geräusche auf dem steinernen Fußweg. Ein Lächeln huscht über mein Gesicht. Geräusche von Leben. Ein Mann der weit entfernt hustet und eine Frau die ihre Kinder zum Essen rein ruft.

Ein Ballon fährt am Himmel und die Menschen winken. Ich habe auch mal dort oben gestanden. In einem Ballon. Und gewunken. Es ist schön, die Schwerelosigkeit in dem Treiben dieses Fahrzeugs zu genießen. Anders schön, als im freien Fall mit fast 200 Stundenkilometern vom Himmel zu fallen. Auch das habe ich mehrfach getan. Habe es jederzeit erneut gewollt.

Es ist so lange her…

Sie Sonne geht unter. Es wird ein wenig kühlerer. Ich umarme mich selbst um nicht diesen Platz verlassen zu müssen. Hier zu liegen und mal mit offenen und mal mit geschlossenen Augen das Rauschen der Blätter zu hören ist so schön, wie die Musik, die leise aus dem Wohnzimmer hallt.

Mir wird etwas kalt aber ich bleibe. Die Steine der Terrasse senden noch immer Wärme. Das genügt mir. Ich habe keinen Hunger, keinen Durst. Nur Frieden in mir. Jetzt bloß nicht aufstehen müssen.

Wie lange habe ich darauf gewartet, dass endlich Sommer wird. Ich will ihn nicht verpassen. Diesen Abend. Ganz und gar auskosten. Diese Wärme. Ganz und gar in mich aufnehmen. Genießen. Eine kleine Form von Glück empfinden. Einfach mal an nichts denken. Ruhig werden. Runter fahren. Ich sein und dieses Gefühl festhalten.

Die Seele baumelt. Mein Blick wandert auf das kräftige Grün der umstehenden Bäume. Ein leichter Wind bewegt die Blätter Es scheint, als wären sie auf einer großen Tanzfläche.

Laith Al-Deen beflügelt meine Sinne einmal mehr. Die Sonne kehrt zurück. Ich fühle es auf meiner Haut. Sie kann sich wohl nicht trennen. Ich genieße es und höre Worte, die mir ihre Wärme noch bewusster machen. Mehr als zuvor genießen lassen.

„Tiefer immer tiefer, tauch ich in dich ein.
Kann deine Wärme fühlen, es scheint als wären wir eins nicht zwei.
Weiter immer weiter, saug ich deine Nähe auf,
will mit deinen Sinnen spielen, und lass den Dingen ihren Lauf.
Schneller immer schneller, lösen wir uns los,
ich frag mit Händen statt mir Worten, die Antwort liegt in deinem Schoß.
Höher, immer höher, dein Puls schlägt auf mich ein,
will mich in dir auflösen, ich möchte dir noch näher sein, möchte dir noch näher sein.
Wenn die Seele den Herrn meiner Sinne besiegt,
möchte ich mit dir einsam sein.
Wenn Verstand nur allein der Begierde erliegt,
möcht ich dir noch näher sein.“

Ja, ich will ihr näher sein. Sie fühlen. Sie in mich eindringen lassen. Meinen Körper in ihren Besitz geben. Mich fallen lassen in ihren Strahlen. Ihre Wärme in mich aufsaugen und frei sein. Frei für mich. Frei für Ruhe und Geborgenheit. Friedlich in mir.

Meine Seele fliegt ihr entgegen.

Und mit diesem Frieden…

… schlafe ich ein.

© skriptum

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Als ich vor über 20 Jahren mit einer Freundin zusammen für einige Zeit ein College in Brighton besuchte, gönnten wir uns des öfteren Abstecher nach London. In einem kleinen Theater am Piccadilly Circus sahen wir das Musical „Annie“. Nein, nicht Annie get your Gun“, sondern einfach nur „Annie“. Ein unglaublich süßes Musical, das ich gern noch einmal sehen würde!

Die Geschichte:

„Annie wurde in ihrem dritten Lebensmonat auf der Treppe eines New Yorker Waisenhaus von ihren Eltern ausgesetzt. Diese hinterliessen einen Zettel mit der Nachricht: „Bitte sorgen Sie für unseren kleinen Liebling. Ihr Name ist Annie. Wir haben die Hälfte eines Medaillons um ihren Hals hängen lassen und die andere Hälfte behalten. Wenn wir zurückkommen und sie holen, wissen Sie, dass sie unser Baby ist.“ In der Zwischenzeit sind aber viele Jahre vergangen und niemand hat Annie abgeholt. So macht sie sich eines Tages aus dem Heim davon, um ihre Eltern zu suchen. Auf ihrem Weg gerät sie in die städtischen Slums, wo sie mit ihrem sonnigen Gemüt die bedrückten Einwohner erheitert. Doch ihre Freiheit ist nur von kurzer Dauer. Sie wird von der Polizei aufgegriffen und ins Heim zurückgebracht.

Für Miss Hannigan, die trunksüchtige Waisenhausleiterin, ein Grund mehr, Annie hart anzupacken. Doch glücklicherweise gibt es da noch Grace Farell, die Privatsekretärin des Milliardärs Oliver Warbucks. Sie will Annie eine Woche lang zu Mr. Warbucks mitnehmen, um dessen Image aufzupolieren. Schon ab dem ersten Moment im Hause Warbucks schafft es Annie, sämtliche Herzen der Warbucks-Angestellten zu erobern. Nur der grimmige Milliardär scheint hart wie Stein zu sein.

Doch auch er kann sich auf die Dauer Annies Charme nicht entziehen. Wie er ihr ein neues Medaillon anstelle des alten, zerbrochenen überreicht, kommt ihre Sehnsucht nach den Eltern wieder auf. Ist doch dieses Bruchstück von Medaillon das einzige, was das sympathisch-freche Mädchen von ihren Eltern besitzt, und auch gleichzeitig der Schlüssel zum Wiedererkennen ist. Sie gesteht Warbucks ihren einzigen Wunsch; Vater und Mutter zu finden. Dieser wiederum verspricht ihr, bei der Suche behilflich zu sein. Über das Radio lässt er veröffentlichen, dass er den Eltern einen Scheck über 50’000 Dollar zukommen lässt. Auf diese Meldung hin scheint Annie plötzlich ganz viele Eltern zu haben, doch keines dieser Paare kennt das Geheimnis des Medaillons.

Die Heimleiterin Miss Hannigan hingegen ist darüber informiert. Ihr zwiespältiger Bruder Rooster und seine dümmliche Freundin Lilly machen sich dieses Wissen zu nutze und holen Annie als deren vermeintliche Eltern inklusive 50’000-Dollar- Check bei Warbucks ab. Doch die beiden haben nicht mit Annies Freundinnen aus dem Heim gerechnet. Die Mädchen haben den Aufruf von Mr. Warbucks ebenfalls gehört und in der Zwischenzeit Miss Hannigan, ihren Bruder und Lilly belauscht. Der Betrug kommt so doch noch ans Licht und alles wendet sich zum Guten. Natürlich mit einem ganz tollen Happy End.“

Nun könnte man meinen, mit der Zeit verblassen Erinnerungen. Dem ist ja meist nicht so, wenn es sich um schöne Erinnerungen handelt. Und das ist gut so. Meine gesamte Zeit in England ist mir in sehr schöner Erinnerung. Und insbesondere an dieses Musical werde ich recht regelmäßig erinnert. Es ist erstaunlich, wo man „Miss Hannigan“ immer mal wieder begegnen kann. Ich habe die Heimleiterin dieses Musicals in sehr reger Erinnerung, und zwar als eine hoch neurotische Frau, die es einfach nicht ertragen konnte, nicht jede denkbare Aufmerksamkeit von allen Menschen zu bekommen, zu denen sie Kontakt suchte.

Sobald sie mal nicht im Mittelpunkt stand und bejubelt wurde, rastete sie förmlich aus. Ihr Lieblingsopfer war – natürlich – Annie. Dieses Mädchen, das allein schon durch sein offenes Wesen sämtliche Sympathien auf sich zog, war immer wieder das Ziel von Miss Hannigans Neid- und Hassattacken. Sie konnte es einfach nicht ertragen, dass Annie wesentlich beliebter und erfolgreicher war als sie. Annie ließ Miss Hannigans Verunglimpfungen, soweit das möglich war, an sich abprallen und kümmerte sich lieber um die Menschen, die ihr wohl gesonnen waren, als gegen Miss Hannigan anzukämpfen, was diese noch wütender machte. Ignoriert zu werden war nicht einmal das Letzte, womit sie klar kam.

Miss Hannigan intrigierte gegen Annie wo es nur ging. Denn sie neidete ihr jede Form von Erfolg und Aufmerksamkeit. Und je weniger Gehör sie bekam, desto ungeheuerlicher wurden ihre Anschuldigungen gegen Annie. Das Problem daran war, dass die Menschen nicht blöd und blind genug waren, um sich nicht selbst ihr Bild von Annie zu machen. Und was sie dort sahen, entsprach nicht einmal annähernd den Erzählungen von Miss Hannigan. So dass diese sich selbst mit jeder gegen Annie gerichteten Aktion mehr ins Aus katapultierte und Annie immer mehr Sympathien zuflogen.

Eine Schlüsselszene dieses Musicals war ein Gespräch mit einem Pärchen, das Annie adoptieren wollte, was Miss Hannigan natürlich überhaupt nicht passte. Würde das doch bedeuten, dass ihr eine Menge Geld (analog: Aufmerksamkeit) durch die sprichwörtlichen Lappen gehen würde. Da sie aber darauf bedacht war, nach außen den Anschein ihrer angeblich so liebevolle und achtsame Art zu bewahren, entschuldigte sie sich mit säuselnd süßer Stimme kurz, verließ den Raum, schloss leise die Tür, ging ein paar Schritte und zeigte dann ihr wahres Gesicht, in dem sie los brüllte, Möbel zertrümmerte, sich hysterisch mit den Fäusten trommelnd auf dem Boden warf und laut heulte. Anschließend richtete sie ihre Kleidung und ihr MakeUp, betrat wieder völlig beruhigt den Raum und setzte das Gespräch ganz ladylike fort. Das Publikum tobte. Und auch ich muss heute noch loslachen, wenn ich an diese Szene denke.

Gerade erlebe ich mal wieder so eine „Miss Hannigan“ und kann mich nur wundern, was sie alles anstellt, um Aufmerksamkeit zu erhaschen. Keine Täuschung ist ihr zu billig, kein Versuch zu niveaulos, keine Verunglimpfung zu respektlos, als dass sie irgendwas auslassen würde, um sich in den Mittelpunkt zu spielen und „Annie“ den Rang abzulaufen. „Annie“ lacht nur darüber und genießt es, mitanzusehen, wie verzweifelt manche Menschen um Aufmerksamkeit buhlen, die sie vermutlich viel eher bekommen würden, wenn sie endlich mal ehrlich wären.

Aber vielleicht wird selbst diese „Miss Hannigan“ irgendwann begreifen, dass es viel leichter ist, sich Freunde zu machen und Achtung zu bekommen, wenn man einfach ehrlich agiert und nicht permanent versucht, seiner Umwelt etwas vorzuspielen und vorzutäuschen, das man überhaupt nicht ist. Insbesondere in dem man versucht, andere klein zu machen, um selbst größer zu erscheinen. Wahre Größe wird man durch solch ein Verhalten vermutlich nie erlangen. Insbesondere nicht, wenn man sich wie eine Miss Hannigan aufführt. Obwohl ich gestehen muss, dass ich sehr gern, uns sei es auch nur ein einziges Mal, dabei wäre, wenn sie nach einer erneuten Niederlagen anfängt, hinter verschlossenen Türen Möbel zu zertrümmern …

Vorhang!

;o)

© skriptum

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