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Posts Tagged ‘Stolz’

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Lieber Söri, ich bin echt stolz auf Dich! Du hast das richtig toll gelöst! Klar, mit Hilfe Deiner Mama, aber das ist völlig in Ordnung!

Wie versprochen veröffentliche ich nun die ganzen Fotos, damit Du selbst sehen kannst, dass Du das Rätsel richtig gelöst hast:

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Schwein

L1-Schwein-047

Ohr

L2-OhrFehlt-115

Eisbär

L3-Eisbaer-099

reiten

L4-Reiten-003

Elefant

L5-Elefant-146

Nashorn

L6-Nashorn-058

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Es war sehr raffiniert, wie Du Dich von Bild zu Bild weiter zur Lösung vorgearbeitet hast! Das müssen Dir andere Kinder ja erstmal nachmachen! Du hast das wirklich super toll gemacht! ♥

Ich hoffe, Du hattest genauso viel Spaß an diesem Rätsel, wie ich und natürlich viele weitere Blogger jeden Tag an Deinen kniffligen Bilderrätseln! Jetzt wünsche ich Dir noch einen schönen Tag und vielleicht … vielleicht lasse ich mir ja irgendwann nochmal ein Rätsel für Dich einfallen! ☺

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„Hallo, schön Dich zu sehen. Setz Dich … Ich möchte Dir gern etwas erzählen.

Da war dieser Mann. Er saß mir gegenüber. Ich kann es Dir kaum erklären. Mein Blick wollte sich nicht mehr von ihm abwenden. Er saß einfach still und hatte so einen Stöpsel im Ohr. Klassik. Es war eindeutig Klassik was er hörte. Das passte so gar nicht zu ihm. Ich meine, zu seinem Erscheinungsbild. Er hatte einen hellbraunen, ausgeleierten Pullover an, dessen Ärmel aus denen der Jacke hervor lugten. Um den Hals hatte er einen riesigen Schal gewickelt, der eher die Funktion eines völlig überdimensionierten Rollkragens einnahm. Dazu trug er eine schwarze, sehr schmuddelige Hose. Nicht wirklich dreckig … eher staubig … fusselig. Na, Du weißt schon.

Die Jacke. Sie war ziemlich sicher wesentlich älter als er selber. Du kennst doch diese alten Uniform-Jacken. Die zweireihigen mit großen silberfarbenen Knöpfen. Eine solche Jacke trug er. Sie ging schon aus allen Nähten. Das helle Innenfutter bahnte sich längst an mehreren Stellen durch Risse seinen Weg aus der Jacke. Aber irgendwie machte dieser Mann den Eindruck, sehr stolz zu sein, gerade diese Jacke tragen zu dürfen.

Wie seine Hände aussahen?

Die Hände waren schmuddelig doch seine Fingernägel sehr gepflegt und sauber. Er schien auf sein Äußeres zu achten, so gut es eben ging. Das war nicht viel aber für ihn sicher doch. Er versteckte seine Hände auch nicht, was darauf schließen lässt, dass er „sich“ nicht versteckt. Obgleich seine Ausstrahlung irgend etwas von Flucht … vielleicht auch Resignation … hatte.

Seine Haare waren ordentlich geschnitten und die in Sorgenfalten gelegte Stirn wurde durch keines von ihnen verdeckt. Seine Augen. Du hättest seine Augen sehen sollen. Sie waren grün oder braun. Ich hatte den Eindruck, dass die Farbe je nach Lichteinfluss sekündlich wechselte. Es war irgendwie faszinierend. Und doch… Die Augen hatten eine ganz eigene Sprache. Eine Sprache, die überall verstanden wird. Verstanden, sobald jemand bereit ist, „zuzuhören“.

Diese Augen …

Was hatten sie schon alles gesehen?

Sie machten einen besorgten … glücklichen … verzweifelten Eindruck. Sie sagten mir, dass sie bereits so vieles gesehen hatten, dass kaum mehr Platz für Weiteres vorhanden ist. Sie zeigten eine Seele. Die Seele dieses Mannes. Wie ein offenes Buch. Ihr Ausdruck war unheimlich und doch waren die Geschichten, die aus ihnen heraus zu lesen waren, so interessant, dass es keinerlei weiterer Worte bedurfte. Man brauchte nur hinzusehen und kannte Geschichten, von denen man noch nie zuvor gehört hatte. Ohne, dass dieser Mann auch nur ein einziges Wort darüber verlor.

Worte …

Der Mund dieses Mannes. Ein Mund, der deutlich zeigte, dass er zu töten bereit war, um endlich wieder etwas essen zu dürfen. Trinken. Egal was. Nein, nein, der Mann machte ganz und gar nicht den Eindruck, ein Penner oder Alkoholiker zu sein. Nein, das war es nicht.

Welchen Eindruck sonst?

Gute Frage.

Ich weiß es ehrlich gesagt nicht genau. Vielleicht einsam. Sicher verarmt. Vom Leben gebeutelt. Irgendwie weiter machend. Durchhaltend. Noch da seiend und sich doch sonst wohin wünschend.

Ob ich ihn angesprochen habe?

Nein, das hätte ich niemals tun können …

Kennst Du das Gefühl, auf jemanden zu treffen, der Dich durch seine bloße Anwesenheit lähmt? Hier war es so.

Ich sah ihn an. Ich schaute in seine Augen. Ich musterte seine Hülle und ich hatte das Gefühl, tief in sein Innerstes blicken zu können. Und doch war er absolut unnahbar. Eine unheimliche Mischung von „alles und nichts“, wie ich das nie zuvor erlebt hatte.

Ob er vielleicht ein Kriegsveteran war?

Nein, ganz bestimmt nicht …

Ich schätze, er war höchstens Mitte zwanzig.“

© skriptum

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Lachen und Weinen
Staunen und Schweigen
Stolz und Demut
Freude und Spaß
Achtung und Respekt
Freundschaft und Liebe
Ruhe und Frieden

sind international!

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Was bisher geschah? Klick HIER!

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Das Größte wird das Kleinste sein.
Denn alles gewinnen heißt alles verlieren.

Wir fanden uns,
als wir am wenigsten damit rechneten.

Wir verloren uns,
als wir uns am dringendsten brauchten.

Doch was auch immer war …

Wir werden uns lieben …

Anders vielleicht …

Irgendwann …

*****

Du bist mein Mann. dafür brauche ich keine amtlichen Stempel. Das empfinde ich … seit ich dich kenne. Ich liebe dich und daran wird sich nichts ändern. Das leben ist nicht immer so, wie wir es uns gern stricken würden. Und doch liegt es an uns, das Garn zu besorgen und das Beste daraus zu machen. Die Nadeln sind mit Bedacht zu führen. So zu führen, dass sie nicht stechen. Nicht dich. Nicht mich. Das haben wir nicht geschafft und ich zerbreche daran, dass es dich in meinem Leben nicht mehr gibt.

Du bist mein Mann. Und darauf bin ich stolz. Das ist es was ich wollte. Gewusst hatte ich es nicht. Mit deinem Anteilnehmen an meinem Leben wurde es mir klar. Nun gibt es dich für mich nicht mehr und ich stelle mir die Frage, was nun bleibt. Ein Leben ohne Leben? Nein. Und genau das ist das Grausamste daran. Ich lebe. Ja. Doch wie … ohne dich …

Du bist mein Mann. Fast wären es für immer gewesen. Das Schicksal hat es anders gewollt und vielleicht sind wir gerade daran zerbrochen. Es war wie das Zeigen von Nahrung und das Wegnehmen trotz des Gefühls, am verhungern zu sein. Ich sah die Speise und noch bevor ich dir etwas davon anbieten konnte, war sie schon verdorben. Vielleicht wäre sie nicht gut für uns gewesen. Vielleicht doch. Ich muss mit diesem Verlust fertig werden und ich weiß einfach nicht, wie ich das schaffen soll.

Du bist mein Mann. Gerade jetzt brauche ich dich mehr denn je an meiner Seite. Vielleicht als so etwas wie einen Verbündeten gegen die Natur … gegen das Schicksal, das uns alles nahm. Gegen die Ungerechtigkeit, es uns zu nehmen, noch bevor wir es wirklich hatten.

Du bist mein Mann. Du hast dich mehr und mehr von mir entfernt. Vielleicht aus Hilflosigkeit. Vielleicht weil auch du einfach nicht wusstest, wie mit dieser Situation umzugehen ist. Aber ich wusste es doch auch nicht. Es war so neu. Es tat so weh. Es gab keinen Ausweg. Kein Rechts und kein Links. Nur geradeaus. Und dort war Leere. Grenzenlos. Dunkel. Kalt.

Du bist mein Mann. Wir hätten uns einfach in den Armen halten … festhalten können. Uns gegenseitig Halt geben können. Wärme. Verstehen. Verständnis darin, dass wir es beide nicht verstehen können. Doch es sollte nicht sein. Es hat nicht funktioniert. Trotz aller Liebe. Trotz allen Verlangens. Trotz allem Zukunftswillen. Vielleicht auch gerade deshalb.

Du bist mein Mann. Auch wenn du es nicht mehr sein willst. Du wirst es bleiben. Weil es gar nicht anders geht. Weil es so ist. Weil Bestimmung und Schicksal mit unseren Gefühlen einen Pakt geschlossen haben. Und dem kann ich genauso wenig entfliehen wie du.

Du bist mein Mann. Du wirst es für immer sein. Du hast dich aus meiner Seele gerissen und diese Lücke blutet. Sie wird nicht gesunden. Vielleicht irgendwann vernarben doch niemals wirklich heilen. Denn das was diese Seele ausmachte hast du mit dir genommen …

… dich.

© skriptum
[04+05/2002]


Ich bitte, diese Serie mit der Bedeutung zu verstehen, die sie seit Jahren hat: Abgeschlossene Vergangenheit! Dazu haben im Nachhinein auch einige Erkenntnisse beigetragen, die tatsächlich zu seinem Verhalten geführt hatten und die „sie“ absolut nicht zu vertreten hatte. Erkenntnisse, die sich durchaus früher hätten einstellen können; die man aber nicht sehen will, wenn Schmetterlinge Salti schlagen. Davon abgesehen ist einiges an Fiktion eingeflossen. Also keine Angst: Es ist alles in bester Ordnung! ;o)

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Es muss an einem Donnerstag gewesen sein, als der Freitag bereits begann, obwohl der Mittwoch noch gar nicht zu Ende war. Ich fing an zu summen, als Du mir vorsichtig Deine Gedanken auf die Stirn legtest. Die Schokolade schmeckte bitter, was der Sinnlichkeit des Augenblicks keinen Abbruch tat. Zum Schwimmen war es jetzt eh zu spät. Die Musik war längst verklungen, als die Sonne noch immer vergeblich auf den Ausklang wartete. „Lass uns tanzen“ war alles, was Dir dazu einfiel. Mehr als mir und dem Tag, der vergeblich nach seinem Anfang suchte. „Warum nicht!?“ lachte ich mir ins Fäustchen und schnappte uns den nächst besten Sonnenuntergang, weil der Regen sich soeben in Bögen über das Land gelegt hatte. „Hauptsache weg“ war nicht als Parole ausgegeben worden, sondern vielmehr der Handlungsspielraum, der sich vordrängelte. Frech.

Es war neunzehnuhracht. Was nicht weiter wichtig gewesen wäre, wenn es sich dabei nicht exakt um den Zeitpunkt gehandelt hätte, der meistens zwischen neunzehnuhrneun und neunzehnuhrsieben liegt. Rückwärts gedacht, versteht sich. Vorwärts wäre es natürlich umgekehrt. Wir wollten noch Socken stopfen, verschoben das aber auf später, weil die Hängematte noch besetzt war. Die Keit hatte es sich in ihr vor langer Zeit gemütlich gemacht und dachte nicht im Traum daran, den Tag einen schlechten sein zu lassen. „Irgendwie eng hier“ sagte die Stimme aus dem Off, was wir mit lautem Schnalzten quittierten. Also gingen wir. Wohin wusste keiner von uns. Wir fragten auch nicht, sondern sattelten einfach ein paar Überlegungen und fingen an zu graben. Die Keksdose war sowieso leer. Und das Bild am Grund des Ab war alles andere als warm. Natürlich.

Die tölpelhaften Allüren des kleinen Rädchens waren längst dem letzten erfolgreichen Bemühen des Scheiterns anheim gestellt worden. Die Erfahrung wusste das und lachte leise. Rauch stieg auf, nur unmerklich. Inzwischen hatten wir uns Stühle besorgt und die Kerze ausgeblasen. „Besser als nichts“ konstatiertest Du grübelnd, als sich die Vergangenheit besorgt nach der Zukunft erkundigte. „Ja“ war es, was mir verlegen entglitt, „und zwar brüllend rot!“. Obwohl ich eigentlich genau hätte wissen müssen, dass Du das nicht hören wolltest. Als die Fregatte auslief, stolperte sie direkt vor die Füße der Allwissenheit. Diese dachte jedoch nicht im Traum daran, sich zu erbarmen und drehte einfach ab. Wie die Räder eines zu laut gespielten Klaviers. Aber das wussten wir in dem Moment nicht. Und ehrlich gesagt interessierte es uns auch erst geschlagene fünf Töne später. Frühestens.

Der Beifall war in seinem Verhalten eher ruhig. Und genau das war der Punkt, der dem Komma folgte und dem Strich auswich. Von doppelt ganz zu schweigen. Plus-Minus stand sowieso nie zur Debatte. Aber das wussten wir ja. Also kam was bleiben musste und längst gegangen war: Die Ernüchterung vor dem Fall. Natürlich war das vorher klar. Aber wer denkt schon daran, wenn die Musik viel zu laut spielt und die Karten bereits gegeben sind. Das Lachen der Willkür übertönte alles bisher Unbekannte und parierte auf’s Wort. Natürlich nicht auf’s erste. Das wäre zu einfach gewesen. Dafür flogen die Drachen in astronomische Distanzen. Aber wer isst schon Brot wenn er genauso gut seine Schuhe besohlen lassen kann. Mit der Zeitung von letzter Woche natürlich. Die musste sowieso irgendwann weg. Allzu lange brauchten wir nicht, um einen geeigneten Zeitpunkt zu finden. Jetzt.

Nachdem Du in mich eingedrungen warst, suchten wir nicht mehr nach Fragen. Die Antworten hatten längst die Reise ins Nirwana angetreten und trugen ihre Monokel mit ganzem Stolz. „Junge komm bald wieder“ es hallte aus der hintersten Ecke der Vergessenheit und drängte sich auf. Mit einem Händeschütteln beendetest Du diese Farce und drangst noch tiefer in das Geschehen ein. Nicht ohne kurz nach links zu schauen, um zu prüfen, ob der Tee bereits aufgebrüht war. „Alles Ansichtssache“ flüsterte ich am Campari nippend nach rechts, bevor Du endgültig die Tickets zurück geben konntest. Die Kerze brannte unterdessen wieder und die Festplatte war kurz vor’m Durchdrehen. Die Nudeln waren mal wieder viel zu dente. Al hatte uns das damals schon provoziert aber wir wollten es ja nicht hören. Jetzt hatten wir das Theater und der Freitag suchte nach wie vor vergeblich nach dem Mittwoch. Pech!

© skriptum

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Dödel as Dödel can

 

Vorwort:

Liebe Suchbegriffe-in-die-Suchmaschine-Schmeißer und -Zuordner, jetzt bekommt Ihr alles was Ihr braucht. Ich gebe Euch den Rest; versprochen!

°°°°°°°°°°°°°°

 

Mal wieder erhielt ich eine Mail, in der mir eine Penisverlängerung angeboten wurde. Mal wieder mehrfach. Natürlich mit identischem Betreff. Natürlich mit identischem Inhalt. Natürlich mit durchaus als variabel zu bezeichnenden Absendern.

Bisher habe ich diesen Mist nie gelesen. Und auch heute litt ich nicht an durch nichts zu bewältigender Langeweile. Dennoch habe ich es mir mal angetan. Ich las die Mail:

    “Hallo und guten Tag,

Hi! Wie geht’s denn so?

    die Untersuchung eines der grössten Kondomherstellers hat ergeben, dass 78 % aller Frauen mit der Penisgrösse ihres Partners nicht zufrieden sind!

Nein, wie grausam! 78 %? In echt?

    Viele Frauen schweigen… aber Grösse spielt halt doch eine entscheidende Rolle.

Ich und schweigen? Ja klar! Aber nur wenn ich den Mund voll habe. Mit Essen versteht sich!

    VERGRÖSSERN SIE IHREN PENIS 3 BIS 5 ZENTIMETERMEHR LÄNGEMEHR DICKE• Keine Operation, keine Pillen, keine Geräte.
    • Von den Naturvölkern seit Jahrhunderten erfolgreich angewandt.
    • In 60 Tagen ein grösserer Penis!….es funktioniert wirklich!
    • Keine Hemmungen mehr in der Gemeinschafts-Dusche/Sauna.
    • Mehr Selbstvertrauen beim Sex und in der Partnerschaft.
    • Mehr Männlichkeit in der Hose.
    • Mehr Erfolg bei Frauen.

Bei 3 bis 5 Zentimetern Vergrößerung hätte ich exakt drei bis fünf Zentimeter Penis, die ich gar nicht will! Hemmungen hatte ich im Grunde noch nie und (mehr …)

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Kürzlich wurde ich durch eine Anmerkung daran erinnert, dass Sport ungesund ist. Daran an schloss sich die Erinnerung an eine Geschichte, die ich hier noch gar nicht eingestellt habe. Sie zählt eindeutig in den Bereich des sich selbst Bloßstellens, über den ja auch kürzlich Herr Nedganzbachert in seiner „Translokation“ höchst trefflich fabulierte. Dem will ich natürlich in nichts nachstehen und toppe wie folgt:

Muskelspiele, mein Fahrrad und ich

Sport ist Mord. Davon bin ich inzwischen mehr denn je überzeugt! Und das alles nur, weil ein Brief dringend zur Post sollte …

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Zwanzig Minuten hatte ich noch, bis der Briefkasten geleert wurde. Zu Fuß hätte ich gehen können, war aber zugegebener Weise zu faul und das Wetter für einen Spaziergang zu ungemütlich.

Bis zur Bahn gehen und dann zur Post?

Da kein Mensch sagen konnte, ob dies einer der Tage war, an denen die Bahn regelmäßig fahren würde, schien dieser Faktor zu unsicher.

Was blieb also?

Ich wollte ja längst mal wieder mein Fahrrad aus dem Keller pulen. Tat ich dann auch. Und die Uhr lief …

Erst musste ich einige Kartons aus der Katakombe räumen. Gesammelt für meinen geplanten Küchenumbau, um – wenn es irgendwann in diesem Leben doch noch soweit sein sollte – die darin befindlichen Dinge sicher verstauen zu können.

Da ich inzwischen in meinem Wohnzimmer ebenso dringenden Umbaubedarf erkannt habe, schwanke ich seit dem zwischen Küchen- und Wohnzimmer-Neugestaltung. Und wie das in solchen Fällen so ist …

… zumindest bei mir …

… fällt die Entscheidung schwer. Beides scheint gleich dringend. Also passiert erst mal gar nichts.

Bis auf das Karton-Sammeln.

Im Keller.

Falls es doch mal soweit sein sollte.

Und das Fahrrad unter unzähligen „Die kann ich auf keinen Fall wegschmeißen; die sind robust!“-Kartons begraben. Nicht dass wir einen Fahrrad-Keller hätten, in dem ich das Gefährt ebenso gut deponieren und gegebenenfalls sogar mal meinen Keller aufräumen könnte.

Nein, nein.

Also, doch schon durchaus.

Ja, wir haben hier einen Fahrradkeller. Ja, ich gebe es zu. Daran gedacht, das Fahrrad dort hinzustellen, habe ich schon des öfteren. Aber ich hatte immer Horror vor dem Gedanken, das Zweirad aus meinem Keller pulen zu müssen, um es im Fahrradkeller einzustellen.

Aber nun wollte ich zur Post.

Mit meinem Fahrrad.

Das einzig Motivierende beim Öffnen der Kellertür war mein sicheres Wissen, dass das Fahrrad darin befindlich sein muss.

Irgendwie.

Irgendwo.

Also fing ich an, Kartons auszuräumen und im Kellerflur zu stapeln. Da Karton in Karton in Karton steckt war es nicht allzu schwer, die großen Kartons mit den darin befindlichen kleineren Kartons übereinander zu schichten.

Irgendwann meinte ich einen Hinterreifen zu erkennen und legte los. Nun konnte es nicht mehr allzu lange dauern.

Denn die Uhr lief ja.

Kurz danach hatte ich das Objekt der Begierde tatsächlich freigeschaufelt und rollte es stolz in den Kellerflur. Es quietschte zwar seltsam aber ich hatte mein Fahrrad gefunden. Das war schon mehr, als ich mir beim morgendlichen Aufstehen hätte träumen lassen.

Nachdem ich alle Kartons zurück in den Keller gestapelt hatte, wollte ich mein Neugefundenes stolz auf die Straße rollen.

Aber es quietschte.

Recht seltsam.

Ein Blick auf die Reifen verriet, dass sie mindestens ebenso platt waren wie ich in dem Moment. Eine Luftpumpe habe ich natürlich.

Im Keller.

Irgendwo.

Sie musste sich zwischen, unter, hinter oder in einem der Kartons befinden. Vermutlich rechtsseitig, gegenüber der Kellerfenster auf einer kleinen Kommode.

Ein Blick in den Keller zeigte mir …

… nichts. Nur mein untrügliches Wissen darüber, dass ich ganz sicher eine kurze, schwarze Luftpumpe habe, ließ mich – zunächst nur mit meinen Augen – weitersuchen. Nach ungefähr drei Minuten wildem und völlig unkoordiniertem Wühlen in allem was sich im Keller befindet und vor allem drum herum, fand ich meine Luftpumpe.

Selbstredend eine Luftpumpe, die nicht kurz und schwarz, sondern lang und silber war. Oh, Du trügerisches Erinnerungsvermögen …

Ich pumpte die Reifen auf und stellte bei diesem Unterfangen fest, dass ich inzwischen aussah, wie aus einer Matsch-Grube gezogen. So konnte ich mich unmöglich in der Zivilisation inzwischen erschlossenen Gebieten sehen lassen.

Aber ich musste.

Denn die Uhr lief.

Ich hatte noch ungefähr zehn Minuten, um den Briefkasten zu erreichen.

Würde es nicht doch reichen, wenn ich den Brief morgen zur Post bringe?

Nein, das würde es nicht.

Also weiterpumpen!

Kurz bevor ich soweit war, die Pumpe an meinem Mund anzusetzen, ließen sich die Reifen kaum noch eindrücken und ich einigte mich mit meinem Fahrrad darauf, dass es den geplanten Weg mit dieser Luftfülle zurückzulegen bereit sein würde.

Also Luftpumpe in Keller. Kellertür zu. Fahrrad die Treppe rauf und ab auf die Straße.

Dreckig, so dass ich mich am besten direkt mit Klamotten in die Dusche hätte stellen sollen bis müssen. Aber egal. Ich musste jetzt echt ganz dringend zur Post!

Ich radelte los. Etwas unsicher und eiernd, da ich ewig nicht mehr auf einem Fahrrad gesessen hatte. Vom Fahren mal ganz abgesehen. Aber dadurch bedingt, dass mir zunächst niemand entgegen kam und die Straße meistens geradeaus ging, fand ich mich voll okay …

Auch die Kreuzung schaffte ich unfallfrei. Klar: Dank der Tatsache, dass kein Auto kam. Denn ob das mit dem Bremsen so einfach funktionieren würde war mir auf Basis des bisherigen Nichtnotwendigseins unbekannt. Aber notfalls wäre ich eben abgesprungen.

Bei der Post angekommen wollte ich noch schnell das Schloss anlegen.

Schnell.

Ein Begriff, der mir an diesem Tag inzwischen echte Bauschmerzen bereitete …

Ich hockte nieder, weil ich in der bereits eingetretenen Dämmerung (erwähnte ich schon, dass das Licht kaputt war bis ist?) diesen verdammten Schlüssel nicht in der dafür vorgesehenen Öffnung versenken konnte, ohne mir das Teil ganz genau anzusehen.

Ich hockte also.

Schloss das Schloss.

Wollte wieder aufstehen und stellte fest: Geht nicht.

Ich kam nicht hoch. Das Zittern meiner Beine nach einer Strecke von ca. fünf Minuten hatte ich bereits beim Absteigen von meinem Drahtgaul bemerkt; jedoch ignoriert. Der Brief war wichtiger.

Aber ich hockte.

Vor meinem Fahrrad.

Und fing innerlich an zu beten.

Unbemerkt für die Umstehenden. Versteht sich.

Mein Stolz trieb mich dann doch auf und die drei Stufen zur Post hoch, die mir in diesem Moment wie ein nahezu unüberwindbares Hindernis vorkamen. Ich durchwankte die Schalterhalle und hielt mich dann ankommender Weise an der Theke fest, an der ich mir eine Briefmarke und freundliche Bedienung erhoffte.

Beides bekam ich, hinterließ den Brief in der Obhut der Post-Mitarbeiterin und überlegte, wie ich nun möglichst elegant zu meinem Fahrrad zurück kriechen könnte. Die Beantwortung der in mir ganz gewaltig aufkeimenden Frage, wie ich mit diesen Beinen wieder auf den Sattel kommen könnte, verschob ich.

Wozu etwas überstürzen?

Der Brief war ja nun abgeschickt.

Ich drehte mich mit dem Gedanken daran, die Schalterhalle nun irgendwie zu verlassen, um. Das klappte ganz hervorragend. Und dann setzte ich vorsichtig einen Schritt vor den anderen, bis ich wieder an der Treppe stand.

Drei unüberwindbar wirkende Stufen bis zu meinem Fahrrad. Hoch waren sie schon schlimm. Runter soll ja immer noch schlimmer sein.

Ein Geländer an der Seite ermöglichte es mir, meine Arme bei diesem Unterfangen zu vollem Einsatz zu bringen.

Mein Fahrrad.

Dort stand es also.

Mit einem Schloss gesichert, das ich nur schließen konnte, weil ich mich hingehockt hatte. Ob ich zum öffnen …

Nein, öffnen konnte ich es im gebeugten Stehen. Zum Glück!

Ich bewegte das Fahrrad also, um es zu drehen. Irgendwie blieben meine Beine dabei parallel zum Gefährt. Und dann schob ich los in Richtung Kemenate. Nach ungefähr 20 Metern durchschoss mich der Gedanke, dass es ziemlich lächerlich war, mein Fahrrad nun nachhause zu schieben und ich beschloss, mich doch auf den Sattel zu begeben.

Das ging überraschend gut und ich radelte los. Glücklich, dass ich das Szenario bei der Post vermutlich nur geträumt hatte.

Es musste so sein! Denn gleich würde ich mich in Hausnähe bei Menschen befinden, die mich täglich sehen. Wie peinlich wäre es, wenn sie mich so schleppend vorfinden würden?

Wohlmöglich röchelnd im Keller …

Da sind acht Stufen runter UND wieder hoch zu bewältigen.

Ich könnte das Fahrrad natürlich einfach vor dem Haus stehen lassen.

Könnte ich?

Ne, das gibt Mecker mit den Nachbarn. Ich muss es also in den Keller bringen. In den Fahrradkeller. Wenigstens ein Trost: Ich muss die Kartons nicht noch mal ausräumen. Wo hatte ich eigentlich die Luftpumpe hingelegt? Egal, bis zum nächsten Fahrradfahren würde vermutlich sowieso etwas Zeit vergehen.

Am Haus angekommen stieg ich vom Fahrrad ab. Nur mein Stolz bewahrte mich davor, laut aufzuheulen. Ich lächelte milde, öffnete die Haustür, tackerte sie an dem dafür vorgesehenen Dingens an der Hauswand fest und schob mein Rad in Richtung Kellertreppe.

„Nie im Leben kommst Du da MIT Fahrrad unfallfrei runter!“ brabbelte ich etwas verzweifelt vor mich hin. Dann rollte ich den Vorderreifen vorsichtig die erste Stufe runter. Und noch eine. Und noch eine. Das Hinterrad kam nach. Eigentlich zum Glück. Uneigentlich dummer Weise. Das Fahrrad machte einen Ruck, den ich kaum im Stande war aufzuhalten. Ich schaffte es dann doch. Irgendwie.

Wie gesagt: Der Stolz lässt einen manchmal Dinge schaffen, die man mit normalem Menschenverstand nie für möglich gehalten hätte …

Das Fahrrad war dann tatsächlich, ohne mir aus den Händen zu gleiten, unten angekommen.

Ich auch.

Glaube ich.

Und nichts hatte gescheppert!

Ich schloss den Fahrradkeller auf und stellte fest, dass er rappel-voll war. Noch ein weiteres Fahrrad konnte er auf den ersten Blick gar nicht aufnehmen. Ich hatte also die Wahl zwischen Kartons erneut ausräumen oder Fahrräder zusammen schieben und den potentiellen Zorn meiner Nachbarn auf mich ziehen.

In Anbetracht der Tatsache, dass meine Beine immer mehr nachzugeben drohten, entschloss ich mich für den potentiellen Zorn und schob. Erst die anderen Räder zusammen und meines dann dazwischen.

Nun kam die nächste Probe: Acht Stufen wieder hoch bis zur Haustür, um diese zu schließen. Meinen Briefkasten wollte ich auch gleich noch leeren. Den Ballast der Postwurfsendungen (meist ca. 80 % des Inhalts) und tatsächlichen Post müsste ich eigentlich fähig sein, in meine Wohnung hoch zu tragen.

Da durchfuhr es mich wie ein Blitz!

In meine Wohnung …

Zweite Etage …

Kein Fahrstuhl …

Vier mal acht Stufen …

HOCH!

Ich glaube, das war der Moment, in dem ich anfing zu weinen. Ganz leise natürlich. Damit niemand auf mich aufmerksam wurde. Wie viele Nachbarn inzwischen, aufgrund der seltsamen Geräusche im Treppenhaus, an ihren Tür-Spionen ausharrten, wusste ich natürlich nicht. Interessierte mich in dem Moment auch eher weniger.

Ich leerte den Briefkasten, stapelte mir die Post im Arm und ergriff nach einer, doch für diese Situation fast noch eleganten Drehung in Richtung Treppe, das Geländer.

Dort stand ich dann.

So an die drei Minuten.

Schätzungsweise.

Ich trocknete mir die Augen und putzte mir die Nase.

Dann nahm ich all meinen Mut zusammen und setzte einen Fuß auf die erste Stufe. Welcher Fuß es war erinnere ich nicht mehr. Nur, dass es der falsche gewesen sein muss.

Ich zog zurück. Den Fuß und mich in mich.

„Irgendwie muss ich da jetzt hoch!“ dachte ich so bei mir und stellte fest, dass ich mein Handy in meiner Wohnung gelassen hatte.

Vermutlich zum Glück.

Wie peinlich wäre es gewesen, jemanden anzurufen, um ihm mitzuteilen, dass ich mich mit meinen noch nicht einmal 40 Jahren nicht in der Lage sah, zwei Etagen per Treppenaufstieg hinter mich zu bringen.

Ob ich tatsächlich jemanden um Hilfe gebeten hätte, weiß ich nicht. Vermutlich nicht. Aber der Gedanke, dass ich es hätte tun können, wäre vielleicht ganz nett gewesen. Klar hätte ich rufen können. Einfach so. Laut durch das Treppenhaus. Irgend ein Nachbar hätte sich meiner sicher erbarmt. Doch wie hätte ich ihm/ihr dann zukünftig jemals wieder in die Augen sehen können? Insbesondere wenn die Frage gekommen wäre, was ich denn für ein Problem habe und woraus es resultiert …

Nein. Soviel war klar: ICH musste es schaffen, und zwar alleine.

Und – oh Wunder! – ich schaffte es. Wie lange ich dafür gebraucht hatte, wusste ich hinterher nicht mehr. Oder mein Gehirn hatte diese Information einfach komplett ausgeblendet. Mag sein. Ist auch egal.

In meiner Wohnung angekommen, entledigte ich mich meiner Jacke und setzte mich auf mein Bett, um meine Stiefel auszuziehen. Das klappte alles ganz prima.

Bis dahin.

Dann wollte ich aufstehen.

Wie gesagt: Ich wollte.

Aber ich konnte nicht.

So saß ich auf meinem Bett. Schwankend zwischen Glück und Trauer. Glück darüber, dass ich nach langer Zeit wieder in meiner Wohnung war. Traurig darüber, dass ich nun auf meinem gemütlichen Bett kläglich verhungern und verdursten würde. Mein Handy lag ungefähr fünf Meter entfernt. Neben den anderen Festnetz-Telefonen.

Fünf Meter.

Unüberwindbar!

Ich saß also. Auf meinem Bett.

Draußen war es dunkel. Das kaputte Licht an meinem Fahrrad würde für mich nie wieder eine Rolle spielen. Wie auch, wenn ich hier nun meine letzte Ruhestätte erreicht haben sollte.

Nein, das wollte ich nicht glauben. So weit hatte ich es heute schon gebracht. Es wäre doch gelacht, wenn ich mich nicht zumindest an meinen Telefonen vorbei in die Küche schleppen könnte, um endlich etwas zu trinken …

Und ich schaffte es! Jawoll!

Nach dieser kurzen Stärkung kehrten meine Lebensgeister wieder einigermaßen zurück. Mit trotzdem noch zittrigen Beinen setzte ich mich an meinen Rechner. Froh und irgendwie stolz auf mich. Als ich kurze Zeit später auf Toilette musste, gab ich diesen Plan gleich wieder auf und suchte statt dessen nach irgend einem Behältnis auf meinem Schreibtisch. Das Zittern in meinen Beinen hatte inzwischen aufgehört aber nun schienen meine Beine nur noch aus Blei zu bestehen.

Mir meine Notdurft verkneifend (warum hat man eigentlich immer alles Mögliche auf dem Schreibtisch nur nie das was man tatsächlich braucht?) begann ich mit kleinen, leichteren Übungen.

Meine Augenlider auf und ab heben ging von Anfang an sehr gut. Auch meine Arme taten einigermaßen das ihnen zugedachte. Den Kopf konnte ich auch drehen also konnte mir wenigstens der Fernseher etwas Ablenkung bieten.

Ich blieb standhaft. Immer mehr Körperteile konnte ich bewegen. Irgendwann alles. Fast. Nur meine Beine …

Es gibt doch so genannte Nahrungsergänzungsmittel. Unter anderem zur Stärkung der Muskeln. Vielleicht sollte ich mir so was mal besorgen? Die Apotheke ist ganz in der Nähe der Post. Ich bräuchte also nur mein Fahrrad …

Wie lange ich bewegungslos am Schreibtisch saß, kann ich heute nicht mehr sagen. Nur, dass ich bei dem Gedanken an mein Fahrrad in eine tiefe Ohnmacht glitt.

Ob ich jemals wieder zu mir gekommen bin?

;o)

© skriptum

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