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Posts Tagged ‘Sympathie’

Wie viel Not können Medien und deren selbst ernannte „Vertreter“ denn haben?

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Als vor ein paar Jahren ein Foto durch die deutsche Presse gepeitscht wurde, war darauf angeblich Mark Medlock zu sehen. Das Foto war entstanden, weil sich ein Mitglied der Foto-Journaille in einem öffentlichen Klo auf die Schüssel gestellt hatte. Anschließend fotografierte er über die Trennwand hinweg in die Nachbarkabine. Auf der dortigen Schüssel soll sich Mark Medlock befunden haben, der angeblich gerade Drogen konsumierte. Klar zu erkennen war m. E. allerdings gar nichts.

Mich persönlich hat es einen *piep* interessiert, wer dort saß und was er tat. Für mich stellte sich bestenfalls die Frage, welch Geistes Kind der Fotograf war und wie viel Not die Presse empfinden kann, wenn sie für einen solchen Schund nicht nur bezahlt, sondern sowas auch noch veröffentlicht. Vor einigen Jahren wäre ein vermeintlicher „Journalist“, der es gewagt hätte, mit einem solchen Dreck in einer Redaktion aufzutauchen, in hohem Bogen auf die Straße gesetzt worden. Heutzutage nennt sich ein solcher Schund „Schlagzeile.

Das einzig Positive an der Sache war für mich die Reaktion Mark Medlocks, der sich konsequent weigerte, das überhaupt zu kommentieren. Bravo, setzten, so weitermachen!

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Als Verona Poth, ehemals Feldbusch, von ihrem Franjo das erste Mal schwanger war, fühlte sich ein Mitglied der Foto-Journaille bemüßigt, vor Verona auf die Knie zu fallen. Allerdings nur, um der Hochschwangeren unter den Rock zu fotografieren. Daraufhin stürmten Franjo und ein Freund auf den Fotoapparat-Halter zu und zeigten ihm unter Einsatz körperlicher Kräfte, was sie von seiner Aktion hielten.

Auch wenn ich grundsätzlich gegen seelische und körperliche Gewalt bin, bedaure ich es bis heute, dass Franjo nicht besser gezielt und getroffen hat. Noch bedauerlicher ist es allerdings, dass der Foto-Typ Gehör fand, als er Anzeige gegen Franjo wegen Körperverletzung und auf Schadenersatz seiner Kamera gestellt hat. Bodenlos finde ich, dass der Foto-Journaillist damit sogar noch durchgekommen ist. Aber die Presse hatte mal wieder ein „Thema“.

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Und nun hat die stets ach so objektiv handelnde Presse Deutschlands den Pundesbräsidenten beim Wickel. Er soll … Ach, es ist müßig, das hier jetzt nochmal breitzutreten. Also: Er hat wohl alles Mögliche gemacht, was unter dem Aktendeckelchen „Integer“ nicht zu finden sein wird. Es gibt Verhaltensweisen, die möglicherweise juristisch betrachtet nicht strafbar sein mögen. Ob sie nach den Regeln von Anstand und Moral zu vertreten sind, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Für ein sog. Staatsoberhaupt dürften die hier anzulegenden Maßstäbe noch um einiges höher anzusetzen sein, als an ein Mitglied des schnöden Wahlviehs.

Was Herr Wuff getan oder unterlassen hat, muss geklärt werden. Er selbst hat sich offensichtlich eine noch längere Salami zugelegt, als seinerzeit die von Herrn zu Schnutenzwerg missbrauchte und über Monate gemütlich zerschredderte. Nur darauf, die Anschuldigenden wider besseren Wissens als Lügner zu bezeichnen, hat Herr Wuff im Gegensatz zu Herrn Schnutenzwerg bisher verzichtet. Aber geben wir ihm ruhig noch ein paar Tage.

Aufgabe der Presse wäre es nun m. E., die heutzutage zur Verfügung stehenden Mittel für Recherche und Aufklärung sinnvoll zu nutzen, um die Sachverhalte um Herrn Wuff aufzuklären. Aber was passiert stattdessen? Das Vorleben der Bettina W. wird nicht nur unter die Lupe genommen, sondern ein Großteil der verfügbaren Zeit damit verplempert, irgendwelche Mutmaßungen durch den Dschungel der Vermeintlichkeiten zu klatschen.

Mir persönlich ist es sowas von *piep*, was sie früher mal vor Jahren gemacht hat. Von mir aus kann sie mitten auf dem Steintor (Rotlichtviertel Hannovers) ein gläsernes Domina-Studio betrieben haben. Von mir aus kann sie an höchst intimen Stellen so viele Tattoos haben, bis man nix mehr erkennt. Von mir aus kann sie auch für einen Escort-Service gearbeitet, einen geleitet haben oder direkt auf dem Straßenstrich ihrem Broterwerb nachgegangen sein. Es würde mich nicht einmal den Dreck unter einem meiner Fußnägel scheren. (Dem dritten von rechts, die anderen sind sauber!)

Was mich interessiert ist, was Herr Wuff für sich in Anspruch genommen hat, was einem Normalsterblichen nicht zusteht oder ihm ausgesprochen unangenehme Folgen bescheren würde. Inwieweit hat sich ein Herr Wuff entgegen geltender Gesetze, die je nach momentanen Funktionen Relevanz für ihn hatten, verhalten oder sich Vorteile verschafft, die ihm nicht zustanden. Inwieweit hat er sich durch diese Inanspruchnahmen in Abhängigkeiten zu Personen gebracht, denen gegenüber er in seinen Positionen unbedingt hätte unabhängig sein und bleiben müssen?

Für mich schrillen immer dann die Alarmglocken, wenn in irgendeinem Zusammenhang der Name Car‘sten Masch‘meyer auftaucht. So Promi-geil wie ich diesen Typen seit Jahrzehnten empfinde, ist er mir regelrecht unheimlich. Als ich mich vor vielen Jahren zwecks Findung eines neuen Betätigungsfeldes beim Allgemeinen WD vorstellte, war – abgesehen vom seinerzeit unübersehbaren Baustellen-Flair des fast noch als Rohbau zu bezeichnenden Firmensitzes in Hannover – das menschliche Umfeld ausgesprochen höflich.

Die Mitarbeiterin, mit der ich mich unterhielt, war ebenso zuvorkommend, wie Herr M. selbst, als er kurz Nase samt Anhang in den Raum bewegte. Und dennoch fühlte ich mich aus seinerzeit nicht definierbaren Gründen (abgesehen von gerade einmal hälftig gewillt zu erfüllenden Gehaltsforderungen) sowas von sau-unwohl, dass ich nur noch raus und weg wollte. Heutzutage bin ich froh darüber, dass eine Zusammenarbeit nie zustande gekommen ist. Ich würde mich in Grund und Boden schämen, wenn ich jemals Teil dessen gewesen wäre.

Was mir an C.M. immer wieder aufstößt ist, dass er je nach Notwendigkeit seine Sympathien zu verteilen scheint. Kohle hat er (glaubt man zahlreichen Berichten, dann zulasten anderer) inzwischen mehr als genug, die er rausschmeißen kann, um sich wirtschaftliche Vorteile zu verschaffen. Seien es großzügige Spenden an Parteien, für deren Gewährung er doch recht klar formuliert haben soll, was er sich in Zukunft an politischen Entscheidungen und Maßnahmen vorzustellen gewillt sein könnte, oder andere MaSchenschaften. Beispielsweise, dass ein Verlag einem Privatwirtschaftler die Rechnung für die Veröffentlichung des Buches eines hochrangigen Politikers, ohne dessen Wissen, zur Begleichung überlässt, halte ich für ausgeschlossen. Und dass ein Herr Masch’meyer sowas vollkommen selbstlos tut, für noch unwahrscheinlicher. Aber nun denn, mich fragt ja sowieso wieder keiner.

Immerhin bestätigen zahlreiche andere Verlage, dass es sich nicht nur um eine unübliche Praxis, sondern vielmehr um eine zumindest tendenziell undenkbare Praxis handelt. Die dadurch von dritter Seite geschaffenen Abhängigkeiten wären unüberschaubar. Ich würde mich tunlichst dagegen verwehren, wenn jemand, dessen Motive ich überhaupt nicht kenne, die Kosten für die Veröffentlichung meines nächsten Buches übernehmen wollen würde. Diese Entscheidung läge aber nicht bei mir, wenn ein Verlag nach Lust und Laune Rechnungen zur Begleichung und ohne Wissen des Autors weiterreichen dürfte.

Was nach all meinem Gelabere bleibt ist die Frage, was hat Herr Wuff tatsächlich falsch gemacht. Stattdessen hagelt es jedoch wirre Mutmaßungen, scheinbare Beschuldigungen und „Antworten“ auf Fragen, die vermutlich kein selbständig denkender Mensch je gestellt hat. Alles im Hinblick darauf, was Frau B.W. irgendwann einmal möglicherweise getan haben könnte. Handelt es sich dabei bewusst um Ablenkungsmanöver oder ist „die Presse“ einfach zu blöd, um sachlich Fakten zum eigentlichen Thema zu sammeln und diese ordentlich recherchiert zu veröffentlichen?

Beruhigend dürfte für die direkt Beteiligten sein, dass Herr Wuff, egal was er falsch gemacht hat, auch nach Beendigung seines Amtes seine Bezüge in Höhe von jährlich 200.000 Euro weiterhin erhält. Selbstverständlich büßt er auch kein Fitzelchen seines Anspruches auf volle Altersrente ein, in einer Höhe, für die Normalsterbliche vermutlich sieben vollbeschäftigte Leben brauchen. Nur dass Herr Wuff für diesen horrenden Anspruch nie einen Cent in die Rentenkasse eingezahlt hat. Das ist aber alles kein Problem: Das Steuervieh und die Rentner finanzieren es ja.

Manchmal habe ich das Gefühl, ich bin in einer völlig falschen Welt.

Gibt es irgendwo noch eine andere? Dann her damit, aber zackig!

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Ja, die Zeiten ändern sich.

Früher, ach früher …

… war es so, dass das Internet, Foren und Blogs, einen kleinen Teil der Freizeitgestaltung ausgemacht haben. Es sollte einfach Spaß machen und ein wenig zusätzliche Abwechslung in den Alltag bringen. Heutzutage beschleicht mich immer häufiger der Eindruck, dass einige gar nichts anderes mehr haben, als ihre Rappelkiste. Jeder Mist wird sofort proklamiert.

… war es so, dass man Menschen, die man nicht mochte, einfach links liegen ließ. Heute muss man es sie auf allen Wegen wissen lassen. Bei anderen, die nicht schnell genug auf einen Baum kommen, wird hinterrücks Überzeugungsarbeit geleistet, WIE scheiße derjenige doch ist. Wie viel unglaublich unsinnige Arbeit wegen jemandem, den man doch angeblich doof findet …

… war es so, dass man an Aktionen, die das eigene Interesse nicht berührten, einfach nicht teilgenommen hat. Heute muss man lang und breit erklären, wie blöd man das und alle die es tun findet. Dass man selbst allerdings genau das tut, was man bei anderen ach so blöd findet, ist okay. Das Knallen kommt übrigens möglicherweise vom Schuss ins eigene Knie.

… war es so, dass man sich einfach gefreut hat, wenn ein kleines Geschenk oder ein privater Gruß in der Post war. Man bedankte sich beim Schenker und gut war’s. Heute muss man groß und breit plakatieren, wer einem wann und warum was geschickt hat; bitte unbedingt mit Foto! Die ganze Welt muss schließlich wissen, wie sehr man sich darüber demonstrativ freut.

… war es so, dass man es einfach getan hat, wenn man jemandem mit einer Aufmerksamkeit eine Freude bereiten wollte. Heute muss man auf seinem Blog wochenlang zelebrieren, wie anstrengend die Vorbereitungen sind und wie viel (doch wohl freiwillige?!) Arbeit und Zeit darin steckt. Womit sich der Kreis zum vorherigen Punkt wieder schließt.

… war es so, dass man einfach auf Toilette ging, wenn man diesen Drang verspürte, oder andere – rein private Angelegenheiten – eben für sich erledigte. Heute muss man es vorher öffentlich ankündigen und den genauen Verlauf beschreiben. Nicht vergessend, irgendwelche Auffälligkeiten genau zu definieren. Vorzugsweise natürlich auch hier mit Foto.

… war es so, dass es niemandem aufgefallen ist, wenn bei schönerem Wetter die Aktivitäten im Internet stark eingeschränkt wurden. Heutzutage wird gemotzt, geschmollt und mit Blogschließung gedroht, nur weil an herrlichen Sommertagen die Klicks oder Kommentarzahlen zurückgehen. Wenn einem sowas den Tag versaut, dürfte wohl irgendwas vollkommen falsch laufen.

… war es so, dass gegenseitige Akzeptanz selbstverständlich war. Wenn man jemanden ablehnte, war das so. Deshalb musste nicht die ganze Welt diese Ablehnung teilen. Mit Sympathie verhielt es sich genauso. Heutzutage begibt man sich mitunter auf verdammt dünnes Eis, wenn man jemanden mag (und das auch zeigt), den andere Blogger doof finden. Und umgekehrt.

… war es so, dass man unliebsame Beiträge einfach weggeklickt hat. Heute muss man sie studieren und anderenorts samt Verfasser in der Luft zerreißen, statt einfach sein Missfallen direkt unter dem Beitrag mittels Kommentar kundzutun oder die Finger still zu halten. (Ob ich die Kommentare hinter diesem Beitrag sperren sollte? *g).

… war es so, dass Menschen, die andere ständig provoziert und hinterrücks gehetzt haben, bestenfalls ausgelacht wurden, wenn sie aufgrund des schärfer werdenden Gegenwindes losheulten. Heutzutage finden solche Wesen durch geheuchelte Integrität sogar eine kleine Schar von Anhängern, die allerdings üblicherweise sowieso ihre Fähnchen in jeden Wind hängen. Und diejenige, die am lautesten nach Offenheit und Ehrlichkeit krähen, agieren selbst mit geschlossenem Visier.

… war es so, dass man sich sein Urteil durch mindestens zweiseitige Informationen gebildet hat und frühestens anschließend urteilte oder die Konsequenzen zog. Heutzutage werden Menschen bereits abgeurteilt, ohne dass sie überhaupt Stellung beziehen konnten. Die Ankläger müssen nur infam, perfide und laut genug krähen, damit ein Ahnungsloser zum Schuldigen wird.

… war es so, dass Menschen sich sinnvoller beschäftigen konnten, als permanent Aufzeichnung über anderer zu sichern. Es wurde nicht jahrelang protokolliert, wer wann mit wem was über wen gesagt, gemacht oder geschrieben hat. Klardaten waren vertraulich und blieben es. Geschehnisse, die mehr als ein paar Monate her waren, galten als veraltet. Heutzutage muss man damit rechnen, dass sogar Jahrzehnt alte Äußerungen über irgendeinen Fliegenschiss als Beweis für irgendwas herangezogen und ohne Hintergrundwissen bewertet werden. Nicht vergessend, sich über Kamele aufzuregen, die gerade gewachsenes Gras wieder wegfressen. Die Sta‘Si scheint gegen einige Internet-Protokollanten echt ein kleiner Scheißdreck gewesen zu sein!

… war es so, dass man sein Wort öffentlich führen konnte, u. a. weil Fairness noch groß geschrieben wurde. Wer heutzutage mit seiner Hetze öffentlich nicht mehr weiter kommt, schließt die Öffentlichkeit aus und lädt sich sein Gefolge auf den geschützten Blog. Nicht berücksichtigend, dass die Möglichkeit der Weiterleitung aller Aufwiegelungen an die Verunglimpften mit jedem weiteren Teilnehmer wächst.

… war es so, dass es Menschlichkeit und Miteinander gab. Vor allem, wenn jemand Schwächen zeigte. Heute muss derjenige damit rechnen, dass Schwächen bei nächster Gelegenheit ausgeschlachtet werden. Begriffe wie Anstand, Moral, Höflichkeit und Meinungsfreiheit bleiben dabei völlig auf der Strecke, werden überstrapaziert oder nur für sich in Anspruch genommen.

… war es so, dass man technische Möglichkeiten nutzen konnte, wie man es selbst für sinnvoll erachtet hat. Heutzutage muss man sich rechtfertigen, wenn man beispielsweise alle Kommentare vor Veröffentlichung sehen möchte, um beispielsweise dem hirnlosen Gequatsche von braunen Würstchen und sonstigem Pöbel keine Chance zu geben.

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Mich irritiert das etwas. Denn wenn ich jemanden doof finde, lasse ich ihn nach wie vor links (wahlweise auch mal rechts oder sonst wo) liegen; zumindest solange er/sie mich lässt. Beiträge, die (oder deren Verfasser) mich nicht interessieren, klicke ich weg oder meide sie vornehmlich ganz. Ich unterlasse Aktivitäten kommentarlos, zu denen ich keine Lust habe und genieße Post und Geschenke als das was sie sind: Private Gaben. Auf gleichem Wege bedanke ich mich üblicherweise auch. Ausnahmen mögen mitunter diese Regel bestätigen.

Wenn ich etwas verschenken möchte, tue ich es einfach, ohne dem Beschenkten bereits im Vorfeld ein schlechtes Gewissen wegen meiner vielen Mühen zu machen. Informationen über mein Privatleben, die die Welt nicht braucht, behalte ich für mich. Auch überlege ich sehr genau, was ich bereit bin, „der Welt“ auf meinen Blogs über mich mitzuteilen. Nur wer mich privat kennt, hat tatsächliche Informationen über mich. Zu dem, was ich öffentlich schreibe, kann ich jederzeit Auge in Auge stehen.

Ich lebe mein Privatleben real und das Bloggen spielt darin zu maximal fünf Prozent eine Rolle; oftmals noch weniger. Nur der Umfang an Bloggerei im Internet, der mich bereichert, ist freiwillig Teil meines Privatlebens. Wenn das Wetter schön ist, fällt es mir kaum auf, wenn auf meinen beiden Blogs weniger „Traffic“ herrscht, weil ich selbst nicht online bin. Wenn doch, freue ich mich, dass es außer mir noch weitere Menschen gibt, die das reale Leben dem Internet vorziehen.

Sympathie und Antipathie pflege ich unabhängig vom „Mainstream“. Wenn ich jemanden mag oder ablehne, ist es mir egal, ob andere genauso empfinden. Nichtmögen muss ich nicht täglich thematisieren; in meinem Leben gibt es Schöneres. Auch ist es mir egal, ob andere meine Einstellung teilen. Bei einigen scheinen Überzeugungen sowieso flexibler zu sein, als Windsäcke. Blogger, die sich (vermeintlich geschützt/hinterrücks) über mich oder mir nahe stehende Blogger das Maul zerreißen, möchte ich auf meinen Blogs nicht mehr sehen. Anfragen, wo ihre Kommentare geblieben sind, erübrigen sich dem entsprechend.

Wenn jemand mir gegenüber über Abwesende herziehen will, bin ich dafür ein denkbar schlechtes Publikum. Üblicherweise bedienen sich solche Charaktere immer gleicher Machenschaften und ziehen stets denjenigen durch den Dreck, der gerade abwesend ist. Wenn ich nur einseitige Informationen habe, bilde ich mir daraus kein Urteil. Das kann nur falsch, bestenfalls unvollständig sein. Und wer mir nicht mit offenem Visier begegnen kann oder will, sollte nicht mich, sondern den Mondschein wählen.

Wenn ich Informationen über jemanden habe, behandele ich diese grundsätzlich vertraulich. Also genau so, wie ich es im umgekehrten Fall ebenfalls erwarte. Ich habe genügend eigenes Leben, als dass ich mich über Freud und Leid anderer Menschen wichtig oder interessant machen müsste. Privat ist privat und bleibt privat. Gleiches gilt für Persönliches.

Wenn ich etwas über jemanden zu sagen habe, kann ich das offen tun und muss mich dazu nicht verstecken. Auf Menschen, die bereits am Boden liegen, trampele ich nicht noch herum. Entweder versuche ich sie zu stützen oder ich lasse sie in Ruhe. Rechte, die ich für mich in Anspruch nehme, gestehe ich anderen genauso zu. Wenn jemand entscheidet, die ihm zur Verfügung stehenden, technischen Möglichkeiten zu nutzen, ist das für mich eine Tatsache, keine Diskussionseröffnung.

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Tja, alles in allem muss ich feststellen: „Irgendwas stimmt nicht mit Hasi“ … Ob es gegen Fossilität etwas von Ratioschmarrn gibt?

 

 

;o)

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Vom Regen …

 

 

… unter Umgehung der Traufe …

 

 

… direkt in die Scheiße.

 

 

Damit möchte ich keinesfalls sagen, dass ich den ffn-Song „scheiße“ finde. Im Gegenteil: Den finde ich ziemlich witzig! Das ist ja das Erschreckende.

KTzG hat es also doch getan. Hmm. Was mich daran an meisten ärgert? In erster Linie gar nicht unbedingt, dass er sich seine Doktorarbeit zusammengeklaut und über ein Plagiat getitelt hat. Ich denke mal, dass man solcherlei nicht nur in seiner Dissertation feststellen kann. Richtig ärgert mich an dieser ganzen Geschichte, dass er nach Lautwerden der Vorwürfe so dreist gelogen und behauptet hat, dass das nicht stimmt.

Wie gesagt: Als Beschuldigter hätte er gar nichts zu sagen brauchen. Er hätte also schlicht und ergreifend die Klappe halten und abwarten können, was die Untersuchung seiner Dissertation ergibt. Stattdessen hat er es aber vorgezogen, diejenigen frech der Lüge zu bezichtigen, die dabei waren, ihn der Lüge zu überführen. Wer „gewonnen“ hat ist inzwischen klar. Und DAS, unwerter Herr zu Guttenberg, geht gar nicht!

Dennoch finde ich es sehr schade! Die letzte „Bastion“ im Lager der so genannten Politiker ist somit auch zum klassischen „Volks(ver)treter“ verkommen. Jetzt bleibt gar keiner mehr, für den ich sowas wie Sympathie empfinden könnte.

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Es ist kein Geheimnis, dass ich weder von der Kirche noch von allzu eingefahrenen oder massiv fordernden und bestimmen wollenden Glaubensrichtungen auch nur irgendwas halte. Davon abgesehen stelle ich jedoch keine „höhere Macht“ in Frage. Gar keine. Egal, ob sie Gott, Buddha, Allah oder wie auch immer genannt wird. Gerade deshalb bin ich der Überzeugung, dass es keinesfalls „Gott gewollt“ sein kann, wenn Altäre vergoldet und „Gotteshäuser“ bis in die Kuppeln verprunkt werden, solange es auf dieser Welt Menschen gibt, die verhungern und erfrieren. So pervers kann weder Gott noch jede andere „höhere Macht“ drauf sein. Mit der Bibel und ihren immer neuen, fähnchengleich in die Welt geklatschten Interpretationen, fange ich jetzt lieber gar nicht erst an.

Losgelöst von all dem:

Frau Dr. Margot Käßmann habe ich über viele Jahre als eine Frau erlebt, die nicht nur absolut integer und geradlinig, sondern ein wahres Aushängeschild für die Institution Kirche ist. Sie ist charmant und eine der größten Sympathieträgerinnen für die Kirche und sowieso. Wenn die Kirche überhaupt noch zu retten ist, braucht es m. E. Menschen wie Frau Käßmann!

Dass ein so wertvoller Mensch, der immer mit aller Menschlichkeit für Menschlichkeit eingetreten ist, scheitert, weil ihm etwas (fraglos sehr Bedauerliches und definitiv nicht Gutes aber dennoch) rein Menschliches passiert, ist in sich dermaßen paradox, dass ich die Vorkommnisse der letzten Tage erstmal ganz in Ruhe in mir sortieren muss(te).

Als nun gestern die Nachricht über den Äther quoll, dass Margot Käßmann von ihren hohen Kirchenämtern zurück tritt, überraschte es mich zwar nicht (nichts Anderes war von dieser konsequenten und wahren Grand Dame realistisch betrachtet zu erwarten), aber es enttäuschte mich doch irgendwie. Zumindest hätte ich es mir anders gewünscht.

Dennoch … verstehen kann ich es: Sicher hätte es Jahrzehnte lang immer wieder jemanden gegeben, der ihr diese Vorkommnisse unter die Nase gerieben hätte. Ein einziger Fehltritt wäre somit ständiger Anlass geworden, jede ihrer Äußerungen in Zweifel zu ziehen. Auf eine solche Nummer könnte ich auch gut verzichten.

Margot Käßmann hat vor ein paar Jahren eine schwere Krebserkrankung überstanden. Nach ein paar weiteren Monaten ließ sie sich von ihrem langjährigen Ehemann scheiden. Die Mutter von vier Kindern stand sofort in der Kritik der Kirche. Über ihren Ausschluss wurde alles andere als leise nachgedacht, da sie als geschiedene Frau angeblich keinesfalls für den kirchlichen Gedanken von Ehe und Familie eintreten könne. Was für ein Unsinn!

Hieße es nicht, wenn man diesen Gedanken weiter führt, dass man die katholische Kirche komplett dem Erdboden gleich machen müsste? Die dürfen ja nicht einmal pimpern, elaborieren aber permanent über den Gebrauch bzw. das Verbot von Kondomen. Stellen also Regeln für Spielchen auf, für die sie sich selbst gesperrt haben. Wo ist dabei der Sinn?

Es kam anders und Frau Käßmann blieb im Amt. Mehr noch: Sie wurde neben ihrer Funktion als Hannoversche Landesbischöfin auch noch zur EKD-Ratsvorsitzenden ernannt. Damals wie auch in den letzten Tagen haben ihr sowohl die EKD als auch viele Hannoveraner und Menschen, weit über die Grenzen Hannovers hinweg, ihre unbedingte Sympathie ausgesprochen.

Frau Käßmann hatte ihren Fehler der Trunkenheitsfahrt sofort eingeräumt und sich entschuldigt. Das allein ist schon wesentlich mehr und größer, als es viele andere „Größen“ des öffentlichen Lebens je hinbekommen werden. Und sie wird auch sicher die aus ihrer Tat resultierenden Konsequenzen ohne murren tragen.

Ich hätte mir gewünscht, dass Frau Käßmann ihre Ämter weiter ausfüllt. Aber ich kann durchaus verstehen, dass sie für sich einen anderen Weg gewählt hat und akzeptiere diesen natürlich. Ich wünsche mir, dass sie weiterhin für das eintritt, wofür sie seit Jahrzehnten gekämpft, sich eingesetzt und bei weitem nicht nur meinen Respekt verdient hat. Fraglos wird sie es weiterhin tun. Die Frage ist nur, ob ihr auch zukünftig ebenso viel Gehör zuteil werden wird, wie bisher.

Und das … Ja, das wünsche ich ihr! Und von ganzem Herzen alles Gute!

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Als ich vor über 20 Jahren mit einer Freundin zusammen für einige Zeit ein College in Brighton besuchte, gönnten wir uns des öfteren Abstecher nach London. In einem kleinen Theater am Piccadilly Circus sahen wir das Musical „Annie“. Nein, nicht Annie get your Gun“, sondern einfach nur „Annie“. Ein unglaublich süßes Musical, das ich gern noch einmal sehen würde!

Die Geschichte:

„Annie wurde in ihrem dritten Lebensmonat auf der Treppe eines New Yorker Waisenhaus von ihren Eltern ausgesetzt. Diese hinterliessen einen Zettel mit der Nachricht: „Bitte sorgen Sie für unseren kleinen Liebling. Ihr Name ist Annie. Wir haben die Hälfte eines Medaillons um ihren Hals hängen lassen und die andere Hälfte behalten. Wenn wir zurückkommen und sie holen, wissen Sie, dass sie unser Baby ist.“ In der Zwischenzeit sind aber viele Jahre vergangen und niemand hat Annie abgeholt. So macht sie sich eines Tages aus dem Heim davon, um ihre Eltern zu suchen. Auf ihrem Weg gerät sie in die städtischen Slums, wo sie mit ihrem sonnigen Gemüt die bedrückten Einwohner erheitert. Doch ihre Freiheit ist nur von kurzer Dauer. Sie wird von der Polizei aufgegriffen und ins Heim zurückgebracht.

Für Miss Hannigan, die trunksüchtige Waisenhausleiterin, ein Grund mehr, Annie hart anzupacken. Doch glücklicherweise gibt es da noch Grace Farell, die Privatsekretärin des Milliardärs Oliver Warbucks. Sie will Annie eine Woche lang zu Mr. Warbucks mitnehmen, um dessen Image aufzupolieren. Schon ab dem ersten Moment im Hause Warbucks schafft es Annie, sämtliche Herzen der Warbucks-Angestellten zu erobern. Nur der grimmige Milliardär scheint hart wie Stein zu sein.

Doch auch er kann sich auf die Dauer Annies Charme nicht entziehen. Wie er ihr ein neues Medaillon anstelle des alten, zerbrochenen überreicht, kommt ihre Sehnsucht nach den Eltern wieder auf. Ist doch dieses Bruchstück von Medaillon das einzige, was das sympathisch-freche Mädchen von ihren Eltern besitzt, und auch gleichzeitig der Schlüssel zum Wiedererkennen ist. Sie gesteht Warbucks ihren einzigen Wunsch; Vater und Mutter zu finden. Dieser wiederum verspricht ihr, bei der Suche behilflich zu sein. Über das Radio lässt er veröffentlichen, dass er den Eltern einen Scheck über 50’000 Dollar zukommen lässt. Auf diese Meldung hin scheint Annie plötzlich ganz viele Eltern zu haben, doch keines dieser Paare kennt das Geheimnis des Medaillons.

Die Heimleiterin Miss Hannigan hingegen ist darüber informiert. Ihr zwiespältiger Bruder Rooster und seine dümmliche Freundin Lilly machen sich dieses Wissen zu nutze und holen Annie als deren vermeintliche Eltern inklusive 50’000-Dollar- Check bei Warbucks ab. Doch die beiden haben nicht mit Annies Freundinnen aus dem Heim gerechnet. Die Mädchen haben den Aufruf von Mr. Warbucks ebenfalls gehört und in der Zwischenzeit Miss Hannigan, ihren Bruder und Lilly belauscht. Der Betrug kommt so doch noch ans Licht und alles wendet sich zum Guten. Natürlich mit einem ganz tollen Happy End.“

Nun könnte man meinen, mit der Zeit verblassen Erinnerungen. Dem ist ja meist nicht so, wenn es sich um schöne Erinnerungen handelt. Und das ist gut so. Meine gesamte Zeit in England ist mir in sehr schöner Erinnerung. Und insbesondere an dieses Musical werde ich recht regelmäßig erinnert. Es ist erstaunlich, wo man „Miss Hannigan“ immer mal wieder begegnen kann. Ich habe die Heimleiterin dieses Musicals in sehr reger Erinnerung, und zwar als eine hoch neurotische Frau, die es einfach nicht ertragen konnte, nicht jede denkbare Aufmerksamkeit von allen Menschen zu bekommen, zu denen sie Kontakt suchte.

Sobald sie mal nicht im Mittelpunkt stand und bejubelt wurde, rastete sie förmlich aus. Ihr Lieblingsopfer war – natürlich – Annie. Dieses Mädchen, das allein schon durch sein offenes Wesen sämtliche Sympathien auf sich zog, war immer wieder das Ziel von Miss Hannigans Neid- und Hassattacken. Sie konnte es einfach nicht ertragen, dass Annie wesentlich beliebter und erfolgreicher war als sie. Annie ließ Miss Hannigans Verunglimpfungen, soweit das möglich war, an sich abprallen und kümmerte sich lieber um die Menschen, die ihr wohl gesonnen waren, als gegen Miss Hannigan anzukämpfen, was diese noch wütender machte. Ignoriert zu werden war nicht einmal das Letzte, womit sie klar kam.

Miss Hannigan intrigierte gegen Annie wo es nur ging. Denn sie neidete ihr jede Form von Erfolg und Aufmerksamkeit. Und je weniger Gehör sie bekam, desto ungeheuerlicher wurden ihre Anschuldigungen gegen Annie. Das Problem daran war, dass die Menschen nicht blöd und blind genug waren, um sich nicht selbst ihr Bild von Annie zu machen. Und was sie dort sahen, entsprach nicht einmal annähernd den Erzählungen von Miss Hannigan. So dass diese sich selbst mit jeder gegen Annie gerichteten Aktion mehr ins Aus katapultierte und Annie immer mehr Sympathien zuflogen.

Eine Schlüsselszene dieses Musicals war ein Gespräch mit einem Pärchen, das Annie adoptieren wollte, was Miss Hannigan natürlich überhaupt nicht passte. Würde das doch bedeuten, dass ihr eine Menge Geld (analog: Aufmerksamkeit) durch die sprichwörtlichen Lappen gehen würde. Da sie aber darauf bedacht war, nach außen den Anschein ihrer angeblich so liebevolle und achtsame Art zu bewahren, entschuldigte sie sich mit säuselnd süßer Stimme kurz, verließ den Raum, schloss leise die Tür, ging ein paar Schritte und zeigte dann ihr wahres Gesicht, in dem sie los brüllte, Möbel zertrümmerte, sich hysterisch mit den Fäusten trommelnd auf dem Boden warf und laut heulte. Anschließend richtete sie ihre Kleidung und ihr MakeUp, betrat wieder völlig beruhigt den Raum und setzte das Gespräch ganz ladylike fort. Das Publikum tobte. Und auch ich muss heute noch loslachen, wenn ich an diese Szene denke.

Gerade erlebe ich mal wieder so eine „Miss Hannigan“ und kann mich nur wundern, was sie alles anstellt, um Aufmerksamkeit zu erhaschen. Keine Täuschung ist ihr zu billig, kein Versuch zu niveaulos, keine Verunglimpfung zu respektlos, als dass sie irgendwas auslassen würde, um sich in den Mittelpunkt zu spielen und „Annie“ den Rang abzulaufen. „Annie“ lacht nur darüber und genießt es, mitanzusehen, wie verzweifelt manche Menschen um Aufmerksamkeit buhlen, die sie vermutlich viel eher bekommen würden, wenn sie endlich mal ehrlich wären.

Aber vielleicht wird selbst diese „Miss Hannigan“ irgendwann begreifen, dass es viel leichter ist, sich Freunde zu machen und Achtung zu bekommen, wenn man einfach ehrlich agiert und nicht permanent versucht, seiner Umwelt etwas vorzuspielen und vorzutäuschen, das man überhaupt nicht ist. Insbesondere in dem man versucht, andere klein zu machen, um selbst größer zu erscheinen. Wahre Größe wird man durch solch ein Verhalten vermutlich nie erlangen. Insbesondere nicht, wenn man sich wie eine Miss Hannigan aufführt. Obwohl ich gestehen muss, dass ich sehr gern, uns sei es auch nur ein einziges Mal, dabei wäre, wenn sie nach einer erneuten Niederlagen anfängt, hinter verschlossenen Türen Möbel zu zertrümmern …

Vorhang!

;o)

© skriptum

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