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Hoffentlich nicht!

[Anmerkung vorweg: Die folgende Erzählung ist bereits einige Jahre her, jedoch nach wie vor präsent.]

~~~

Der Morgen war wie immer … Verschlafen, Chaos im Badezimmer. Die Dusche erst zu kalt und dann zu heiß. Der Kaffee schneller auf dem Tisch als ich mit der Tasse hinterher kam. Dann schminken, anziehen … Anziehen … Verdammt! Jeden Morgen das gleiche Theater vor dem Kleiderschrank. Meine Wahl fiel auf eine helle Jeans. Dazu ein cremefarbener Pulli. Nicht zu figurbetont, weil ich ja schließlich ins Office musste. Beige Pumps dazu, Jeansjacke überziehen und ab.

Die erste Hürde des Tages war somit geschafft. Der Job lief zwar relativ ruhig aber dennoch mit viel Gebrassel verbunden. Mal wieder ohne Mittagspause machte ich wie fast immer später als sonst Feierabend und steuerte die U-Bahn an. Dort ließ ich mich auf einen freien Sitz fallen, nahm meine Zeitung aus der Tasche und fing an zu lesen. Nervös machte mich etwas, dass mich der Typ, der sich schräg gegenüber von mir hingesetzt hatte, ständig regelrecht anglotzte. Na ja, machte ja nix. Ich vertiefte mich einfach noch ein wenig mehr in meine Zeitung und ignorierte ihn.

An der nächsten Haltestelle leerte sich der Platz neben mir und blieb auch erstmal unbesetzt. Zwei Haltestellen weiter setzte sich der Typ von dem Platz schräg gegenüber plötzlich neben mich. Grundsätzlich betrachtet auch noch kein Grund, um unruhig zu werden. Auch dass er immer näher an mich ran rückte, machte mir zunächst nichts aus. Zunächst …

Der Typ stank. Nicht alkoholisiert, sondern schmutzig und durchgeschwitzt. Wenn er noch nach Alkohol gestunken hätte, hätte es die Sache allerdings auch nicht besser oder schlechter gemacht. Sein heller Trench war zu beiden Seiten aufgefallen und er rückte immer näher an mich ran. Die auf halbem Weg zwischen meinen Beinen und meinem Gesicht befindliche Zeitung klappte ich immer weiter zusammen und machte mich selber immer schmaler, um dem Typen irgendwie zu entgehen. Doch zwecklos. Ich war längst an der Wand der U-Bahn angekommen und er rückte immer näher. In mir machte sich Hilflosigkeit breit und die Frage, wie ich darauf reagieren soll. Ich sah ihn kurz an und bemerkte, dass er mich noch immer voll anstarrte. Er tat das also ganz bewusst.

Noch relativ ruhig forderte ich ihn auf, zurück auf seinen eigenen Sitz zu rutschen und mich in Ruhe zu lassen. Aber dazu machte er keinerlei Anstalten und fing stattdessen an, mir irgendwas Unverständliches ins Ohr zu flüstern. Gleichzeitig legte er eine seiner Hände auf mein Knie. Ich forderte ihn – diesmal lauter und für die andere Fahrgäste klar vernehmlich – auf, mich nicht anzufassen aber er murmelte weiter und seine Hand glitt langsam höher. In mir stieg Ekel auf und ich sah mich Hilfe suchend nach anderen Fahrgästen um. Es war späterer Feierabendverkehr und die Bahn war gut gefüllt.

Das – bisher für mich – Unglaubliche passierte. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die anderen Fahrgäste gestarrt und gespannt verfolgt, was passieren würde. Klar ersichtlich war garantiert, dass er und ich kein Paar sein konnten. Doch in dem Moment, als ich meine die Blicke schweifen ließ, flogen die Köpfe herum und die Leute drehten sich weg. Alle. Ich sah plötzlich nur noch Rücken und Hinterköpfe.

Wie in einem Alptraum. Das konnte doch nicht wahr sein. Der Typ wanderte immer höher mit seiner Hand und ich schrie ihn an, dass er sofort seine Hände von mir nehmen und mich in Ruhe lassen solle.

Nicht ein einziger anderer Fahrgast machte auch nur die geringsten Anstalten, wenigstens mal auf diese Szene zuzukommen, um Präsenz zu signalisieren. Ich fühlte mich, als wäre ich mit dem Typen alleine auf der Welt. Er drängte sich immer mehr an/auf mich und sein Atem verschlug mir inzwischen den meinen. Unvermittelt sprang ich auf, brüllte ihn an, dass er sich von mir fern halten solle und es wäre auch kein Problem für mich, mit meinem Handy die Polizei zu rufen, wenn ihm meine Worte allein nicht deutlich genug sein sollte. Der Typ murmelte etwas von „wie kann man nur so böse sein“ und als die Bahn gerade in diesem Moment an der nächsten Haltestelle die Türen öffnete verschwand er ungehindert. Ich fiel auf den Sitz gegenüber und war platt.

Betretenes Schweigen in der Bahn …

Niemand sagte etwas …

Zunächst …

Plötzlich fing eine der Frauen an, laut loszupredigen, dass das ja wohl unglaublich gewesen sei … Keiner der Männer wäre eingeschritten und die arme junge Frau (ich wohl) musste sich ganz alleine wehren etc. etc. etc. Andere Frauen stimmten in das geheuchelte Klagelied lauthals ein, die in diesem Wagenteil befindlichen Männer drehten sich allesamt weg oder verließen an der nächsten Haltestelle die Bahn.

Ich sagte kein Wort mehr dazu. Nur die Überlegung in mir, was ich nun ekelhafter fand: Den Typen oder diese – nach meinem momentanen Empfinden – aufgespielte Empörung einiger Frauen, die ebenso untätig zugesehen hatten, hielt mich davon ab, vor Wut loszuheulen. Ich sah einfach nur aus dem Fenster und hoffte, bald an meiner Haltestelle zu sein, um diese Bahn zu verlassen.

Was wäre geschehen, wenn nicht ich, sondern eine Frau mit nicht so großer Klappe sein Opfer gewesen wäre … eine Frau mit weniger Selbstbewusstsein? Ich war weder aufreizend gekleidet, noch süße 12, 15 oder 17 Jahre alt. Daran konnte es also auch nicht gelegen haben. Und dennoch hat es ihn von nichts abgehalten. Hätte das geneigte Publikum – ja, das IST Sarkassmus! – auch einfach tatenlos zugesehen, wenn er mich direkt in der Bahn „richtig“ vergewaltigt hätte? Oh Gott, was muss, wenn ich mir mein momentanes, emotionales Chaos betrachte, erst in Frauen vorgehen, die „richtig“ vergewaltigt wurden? Mir graut vor dem Gedanken …

An meiner Haltestelle angekommen verließ ich fluchtartig die Bahn und rannte fast nach Hause. Ich wollte nur noch dringend mit jemandem reden, dem ich vertrauen konnte. Auf den Schritten zu meiner Wohnung quälte mich mehr und mehr der Gedanke, dass ich nichts getan habe, um den Typen der Polizei zu übergeben. Ich fühlte mich angeekelt, schmutzig und hilflos. Und je mehr ich über eine Personenbeschreibung nachdachte, desto weniger fiel mir dazu ein. Er hatte großlockige dunkle Haare und stank. Reichte das? Wohl kaum. Er trug einen hellen Trench und eine dunkle, irgendwie gemusterte Hose. Aber das war’s dann auch schon, was ich zur Person sagen könnte. Die großen, starrenden Augen sehe ich noch immer vor mir aber ich könnte nicht einmal sagen, welche Farbe sie hatten. Und Fingerabdrücke von einer Jeans? Keine Ahnung, ob das geht …

Ich bin auch, Stunden später, während des Schreibens, nicht in der Lage, den Typen genauer zu beschreiben. Deshalb hatte ich ursprünglich angefangen zu schreiben … eine BE-schreibung hinkriegen … die Polizei anrufen … Zwei Bahnen fahren bis zu mir. Ich weiß nicht einmal mehr, welche der beiden es war. Jede diesbezügliche Angabe wäre reine Spekulation und eine genaue Uhrzeit könnte ich auch nicht nennen. Was also sollte ich der Polizei sagen? Was ist das bloß für ein Chaos in mir? Ich heule mir die Augen aus dem Kopf vor Wut und Ekel, fühle mich einfach nur hundselend. Meine Mom hatte ich telefonisch erreicht und das Gespräch mit ihr tat sehr gut … hatte mich etwas beruhigt.

Ein derartiges Verhalten, sich anderen Menschen dergestalt aufzudrängen, halte ich persönlich schlichtweg für Veranlagung. Mir graut bei dem Gedanken, dass er von niemandem, auch von mir nicht, am Verschwinden gehindert wurde und ich hoffe inständig, morgen der Tagespresse nicht entnehmen zu müssen, dass ich zwar davon gekommen bin, es dafür aber jemand anderen erwischt hat …

~~~

P.S. Zwei Bemerkungen seien mir dazu gestattet.

An eventuell beobachtende Frauen:

Auch wenn Frauen einem Mann, was die körperliche Kraft betrifft, sicher in vielen Fällen unterlegen sind, sind sie dennoch gemeinsam stark. Es hätte mit Sicherheit ausgereicht, wenn ein oder zwei Frauen sich mir einfach zur Seite gestellt hätten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Typ dann weiter an mir herum gegrabbelt und sich mir, durch seinen an mich gedrängten Körper mit Stimme, Atem und Gestank noch zusätzlich, aufgezwungen hätte.

An eventuell so veranlagte Männer:

Nein! Das ist nicht schmeichelhaft. Es ist einfach nur widerlich und zum Kotzen. Es hat nichts mit Angebot zu tun und ist auch in keiner Weise entschuldbar. Es ist einfach nur verdammte Scheiße!

© marmonemi [08/02] / skriptum

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Seit einigen Tagen werde ich erneut massiv versucht zu nötigen. Das kann man doch wohl so sagen, wenn eine bestimmte Rufnummer permanent bei mir anruft und ich für den Fall der Entgegennahme des Anrufs wortlos aus der Leitung geschmissen werde, oder? Anrufer ist stets die 08003301043. Und, oh Wunder: Es ist mal wieder die Telekom (T-Mobile?). Im Internet ist bereits zu erkunden, dass es sich mal wieder um ein Callcenter der Telekom handelt, dessen Mitarbeiter Vertrags-Ergänzungen verticken sollen. Es gab wohl auch schon diverse Fälle, in denen diese Ergänzungen abgelehnt, anschließend trotzdem auf den Vertrag gebucht und natürlich in Rechnung gestellt wurden.

Obgleich mir die letzte „Dame“ vor ein paar Wochen versichert hat, meine Rufnummer aus der Kampagnen-Liste gestrichen zu haben, werde ich nun wieder permanent angerufen und somit genervt. Und falls ich das Gespräch tatsächlich annehme wird einfach das Gespräch beendet. Was soll das? Soll ich zurück rufen? Das werde ich sicher nicht. Und wenn das Theater nicht bald aufhört, wäre möglicherweise wirklich zu überlegen, ob eine Strafanzeige wegen versuchter Nötigung sinnvoll wäre. Als sicherste Methode und zudem die, die mich am wenigsten Zeit und Nerven kostet, scheint es jedoch nur eine Alternative zu geben: Die Kündigung!

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Bei der lieben Renee und mittlerweile bei zahlreichen weiteren Bloggern fand ich kurz vor meinem Urlaub dieses Stöckchen, an das ich auch während meiner Abwesenheit denken musste. Die Regeln: „… es geht darum: von einem beliebigen Standpunkt aus mache ein Bild zur rechten Seite, eins zur linken Seite, eins nach oben, eins nach unten, eins nach vorn und eins nach hinten. Du stehst im Mittelpunkt und alles dreht sich diesmal um dich …“. Weiteres ist direkt bei Renee beschrieben.

Die Idee der Umsetzung packte mich auf dem Gebiet der Ausgrabung der römischen Stadt Pol-lèntia in Alcudia auf Mallorca. Ich stand am Platz des ehemaligen Römischen Theaters, das aus dem 1. Jahrhundern n. Chr. stammt. Zu späterer Zeit wurde das Theater zu einer Art Friedhof umfunktioniert; in den Mauern des Theaters wurden so eine Art Katakomben eingerichtet, in denen die Verstorbenen bestattet wurden. So weit bin ich dann doch nicht eingedrungen, sondern habe mich lieber auf dieses Projekt besonnen und die Fotos gemacht.

Das Ergebnis seht Ihr hier:

 

rechts – links

oben – unten

vorn – hinten

für die Großansicht bitte hier klicken

 

Drei weitere Teilnehmer zu benennen verkneife ich mir lieber. Vermutlich bin ich die Letzte, die es nun endlich auch geschafft hat und doppelt güldet nicht! ;o) Aber: Es hat mir – auch wenn ich spät dran bin – viel Spaß gemacht. Danke, liebe Renee!

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Wer schon einmal in San Francisco war weiß, dass er sich Fishermans Wharf keinesfall entgehen lassen darf. Natürlich nicht nur aber notfalls auch allein schon wegen der Seehunde. Sie halten sich auf den ihnen zugedachten Plattformen mit größtem Spaß auf, schubsen sich gegenseitig runter, um gleich wieder drauf zu springen. Allerdings werden sie keine paar Sekunden später von den anderen gleich wieder ins Wasser geschmissen. Dieses Geschubse geht reihum und zieht sich mit ordentlichem Getöse von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang hin. Und nicht wenige Begeisterte stehen auch fast ebenso lange dort und bewundern dieses Schauspiel fasziniert:

Schade, dass ich in diesem Projekt nur stille Bilder einstelle; aber vielleicht vermag es der eine oder andere Mitleser, sich dieses Theater Dank der Beschreibung vorzustellen. Diejenigen, die es selbst schon erlebt haben, brauchen sowieso nur das Foto, um sofort in breites Grinsen zu verfallen ;o)

Übrigens (es ist ja nicht so, dass ich permanent ans Futtern denke, aber) befindet sich ziemlich genau auf Höhe der Seehund-Plattformen ein Japaner mit schmaler Außenterrasse, bei dem man vorzüglich Sushi etc. genießen kann. Beides (Seehunde-Gucken beim Sushi-Essen) dürfte zu den Highlights eines SanFran-Aufenthalts gehören!

Noch ein Tipp: Die kleinen Outdoor-Fischhändler direkt am Fishermans Wharf (wenn man von der Stadt in Richtung Wasser darauf zu kommt – linker Hand) sollte man hingegen tunlichst meiden! Immer schön daran denken: Wenn Fisch nach Fisch stinkt, sollte man ihn nicht mehr essen. Und das Fischrestaurant im ersten Stock an der Ecke am Wasser sollte nicht einmal „auf einen Kaffee“ frequentiert werden, denn selbst der stinkt nach altem Fisch.

So gut bis excellent die Küche in San Francisco ganz überwiegend ist: Am Hafen sollte man genau hinsehen und -riechen, bevor man sich für etwas entscheidet. Mit Hamburgern und HotDogs kann man allerdings auch hier nie etwas falsch machen. Oder eben mit Sushi – siehe oben! ;o)

© skriptum

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Es muss an einem Donnerstag gewesen sein, als der Freitag bereits begann, obwohl der Mittwoch noch gar nicht zu Ende war. Ich fing an zu summen, als Du mir vorsichtig Deine Gedanken auf die Stirn legtest. Die Schokolade schmeckte bitter, was der Sinnlichkeit des Augenblicks keinen Abbruch tat. Zum Schwimmen war es jetzt eh zu spät. Die Musik war längst verklungen, als die Sonne noch immer vergeblich auf den Ausklang wartete. „Lass uns tanzen“ war alles, was Dir dazu einfiel. Mehr als mir und dem Tag, der vergeblich nach seinem Anfang suchte. „Warum nicht!?“ lachte ich mir ins Fäustchen und schnappte uns den nächst besten Sonnenuntergang, weil der Regen sich soeben in Bögen über das Land gelegt hatte. „Hauptsache weg“ war nicht als Parole ausgegeben worden, sondern vielmehr der Handlungsspielraum, der sich vordrängelte. Frech.

Es war neunzehnuhracht. Was nicht weiter wichtig gewesen wäre, wenn es sich dabei nicht exakt um den Zeitpunkt gehandelt hätte, der meistens zwischen neunzehnuhrneun und neunzehnuhrsieben liegt. Rückwärts gedacht, versteht sich. Vorwärts wäre es natürlich umgekehrt. Wir wollten noch Socken stopfen, verschoben das aber auf später, weil die Hängematte noch besetzt war. Die Keit hatte es sich in ihr vor langer Zeit gemütlich gemacht und dachte nicht im Traum daran, den Tag einen schlechten sein zu lassen. „Irgendwie eng hier“ sagte die Stimme aus dem Off, was wir mit lautem Schnalzten quittierten. Also gingen wir. Wohin wusste keiner von uns. Wir fragten auch nicht, sondern sattelten einfach ein paar Überlegungen und fingen an zu graben. Die Keksdose war sowieso leer. Und das Bild am Grund des Ab war alles andere als warm. Natürlich.

Die tölpelhaften Allüren des kleinen Rädchens waren längst dem letzten erfolgreichen Bemühen des Scheiterns anheim gestellt worden. Die Erfahrung wusste das und lachte leise. Rauch stieg auf, nur unmerklich. Inzwischen hatten wir uns Stühle besorgt und die Kerze ausgeblasen. „Besser als nichts“ konstatiertest Du grübelnd, als sich die Vergangenheit besorgt nach der Zukunft erkundigte. „Ja“ war es, was mir verlegen entglitt, „und zwar brüllend rot!“. Obwohl ich eigentlich genau hätte wissen müssen, dass Du das nicht hören wolltest. Als die Fregatte auslief, stolperte sie direkt vor die Füße der Allwissenheit. Diese dachte jedoch nicht im Traum daran, sich zu erbarmen und drehte einfach ab. Wie die Räder eines zu laut gespielten Klaviers. Aber das wussten wir in dem Moment nicht. Und ehrlich gesagt interessierte es uns auch erst geschlagene fünf Töne später. Frühestens.

Der Beifall war in seinem Verhalten eher ruhig. Und genau das war der Punkt, der dem Komma folgte und dem Strich auswich. Von doppelt ganz zu schweigen. Plus-Minus stand sowieso nie zur Debatte. Aber das wussten wir ja. Also kam was bleiben musste und längst gegangen war: Die Ernüchterung vor dem Fall. Natürlich war das vorher klar. Aber wer denkt schon daran, wenn die Musik viel zu laut spielt und die Karten bereits gegeben sind. Das Lachen der Willkür übertönte alles bisher Unbekannte und parierte auf’s Wort. Natürlich nicht auf’s erste. Das wäre zu einfach gewesen. Dafür flogen die Drachen in astronomische Distanzen. Aber wer isst schon Brot wenn er genauso gut seine Schuhe besohlen lassen kann. Mit der Zeitung von letzter Woche natürlich. Die musste sowieso irgendwann weg. Allzu lange brauchten wir nicht, um einen geeigneten Zeitpunkt zu finden. Jetzt.

Nachdem Du in mich eingedrungen warst, suchten wir nicht mehr nach Fragen. Die Antworten hatten längst die Reise ins Nirwana angetreten und trugen ihre Monokel mit ganzem Stolz. „Junge komm bald wieder“ es hallte aus der hintersten Ecke der Vergessenheit und drängte sich auf. Mit einem Händeschütteln beendetest Du diese Farce und drangst noch tiefer in das Geschehen ein. Nicht ohne kurz nach links zu schauen, um zu prüfen, ob der Tee bereits aufgebrüht war. „Alles Ansichtssache“ flüsterte ich am Campari nippend nach rechts, bevor Du endgültig die Tickets zurück geben konntest. Die Kerze brannte unterdessen wieder und die Festplatte war kurz vor’m Durchdrehen. Die Nudeln waren mal wieder viel zu dente. Al hatte uns das damals schon provoziert aber wir wollten es ja nicht hören. Jetzt hatten wir das Theater und der Freitag suchte nach wie vor vergeblich nach dem Mittwoch. Pech!

© skriptum

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Ja, hallo? Was wird das denn nun? Erst kommt er,

dann geht er wieder.

Zwischendurch hat hier das Thermometer bis zu – 18 °C gezeigt. Also habe ich mir von meinem Paps zwei lange Unterhosen gekrallt, a) weil er sie sowieso nicht trägt und b) weil ich gar nix kenne, um mich warm zu halten.

Nachdem sich der Winter hier schon begann zu verabschieden, habe ich die Monsterteile gewaschen und weggeräumt. Und jetzt, nachdem es schon so war

geht das Theater von vorn los?

Jetzt buddel ich die langen Unterhosen eben wieder aus. Ich trage sie ja auch nicht drüber, sondern natürlich drunter. Nein, davon gibt es keine Fotos. Nein, davon wird es auch zukünftig keine Fotos geben! *g

Mönsch, kann das jetzt bitte mal aufhören?

© skriptum

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Was ist das eigentlich auf manchen Internet-Präsenzen (natürlich bis zum Glück nicht hier!) für eine neue Erscheinung, sich ständig auf die Blog- und Foren-Böden der Tatsachen zu schmeißen? Da werden aus dem Nichts einer bis dahin sachlich geführten Diskussion Sub-Threads kreiert, die nur noch aus

*umfall*
*aufhelf*
*nochmal umfall*
*Riechsalz ranschlepp*
*Riechsalz schnapp*
*aufrappel*
*wieder hinschmeiß*
*auch schubs*
*kreisch*
*Luft schnapp*
*wieder umfall*
*fächel*
*Wasser kipp*
*jetzt erst recht umfall*
*liegen bleib*
*ächts*
*flizzzzzzzz*
*pfffffff*
*schubs nochmal*
*heul los*
*Taschentuch reich*
*schnöf rein*
*Kleenexrolle rüberschieb*
*Rolle über Kopf hau*
*Beule reib*

etc. bestehen, um möglichst zeitnah in Gelächter zu Gipfeln mittels

*gggggggggg*

was spätestens ab drei „g“ höchst hysterisch wirkt oder

*rofffffffffl*

obwohl diese Foren in den seltensten Fällen über dermaßen viel Floor verfügen. Dennoch.

Und wenn man gerade die leise Hoffnung hegt, dass es überstanden sein könnte, lässt sich unschwer feststellen, dass alles unbedingt steigerungsfähig ist. Zum Beispiel mit

*dichmalzurseiteschieb*
*michnichtschiebenlass*
*nöldichmalan*
*sturstehenbleib*
*vorbeiwill*
*abernichtvorbeilass*
*draufhau*

womit wir spätestens in dem Moment wieder bei

*umfall*

wären und das ganze Theater von vorn losgeht.

Im Grunde stört es ja gar nicht weiter, wenn sich dererlei in irgendwelchen Threads abspielt und nur allzu leicht der Eindruck entsteht, es handele sich möglicherweise um Menschen, die einfach nicht über die Fähigkeit verfügen, wenigstens ab und zu in ganzen Sätzen zu schreiben. RatzFatz *umfall* und schon ist klar, dass andere User irgendwas *ranschlepp* sollen, was dann recht schnöde mit *wegschmeiß* oder *nichtwill* abgelehnt wird. Nun denn. Notfalls hilft auch ein kurzes *kreisch* oder „brüll*, um bekannt zu geben, dass man nicht mehr will. Hat man ja im Kindergarten schon so gelernt. Scheint irgendwas von Radfahren zu haben. Nur *weglauf* ist einfacher und verfehlt wenigstens nicht den „Sinn“ solcherlei Threads. Immerhin möchte man sich ja gern mitteilen und das geht eben nur, wenn man die „Sprache“ des Adressaten spricht. Und wer’s nicht lesen will, kann ja wegklicken; spätestens bevor er ganz erblindet.

Was mich ehrlich gesagt beunruhigt ist jedoch, dass mich inzwischen immer öfter solche Nachrichten erreichen.

WAS bitte habe ich getan? *grübelfürchterbar

WANN habe ich den Eindruck erweckt, diese Sprache, möglicherweise sogar ausschließlich, zu beherrschen? *überlegganzdolle

WIE könnte ich es erreichen, dass das aufhört? *nochmalstarknachdenk

WER wagt es, das auch zukünftig zu tun? *drohjetztschonmal

WARUM muss mir so etwas passieren? *fragmalsoindieRunde

WO bin ich da nur gelandet? *guckumschau *fassungslos *gleichmitumfall

Einzig die Hoffnung, dass diejenigen, die mir solche Nachrichten schicken maximal die Hälfte dieses Textes verstehen, beruhigt mich etwas oder auch gerade das nicht. Alle anderen verstehen nur die andere Hälfte. In Anbetracht dessen sollte wohl geklärt sein, dass keiner diesen Text ganz versteht. Daraus müsste resultieren, dass eigentlich und uneigentlich kein einziger Kommentar folgen dürfte. Normalerweise. Oder jeder schreibt eben das dazu, was er schreiben kann, soweit er diesen Text verstanden hat. Ehrlich gesagt verstehe ich ihn inzwischen selbst nicht mehr und habe den Mist längst wieder gelöscht. Wie er auf diesen Blog gekommen ist weiß ich nicht, lehne jede Verantwortung für das ab, was daraus entsteht und *flitzganzfixfurchtbarweitweg*, um nicht irgendwann nur noch Sternchen zu sehen. Also noch viel Spaß und

*ganzliebwinkewinke*

;o)

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