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Posts Tagged ‘Tüte’

Ach, herrje! Nun ist es mal wieder passiert: Es wurden in großem Rahmen Daten ausgespäht und irgendein Rind hat nicht aufgepasst. Die Medien haben Wind davon bekommen, das Sommerloch läuft auch Hochtouren und endlich gibt es etwas, das reingestopft werden kann. Gratulation! Als wenn noch irgendjemand glauben würde, dass irgendwer irgendwo Achtung vor fremden Daten hat …

Um was es geht? Das hier: Handy-Verbindungsdaten – Sachsens Polizei spähte mehrere Stadtteile aus

Und natürlich kommt am Ende wieder die Forderungspalette all jener, denen sonst vermutlich keine Sau zuhört:

Die Opposition kritisierte die Aktion scharf. Die Grünen bezeichneten die massenhafte Datenerfassung als rechtswidrig und verlangten eine Entschuldigung der Minister bei den unschuldigen Betroffenen. SPD-Fraktionschef Martin Dulig sprach von einem Schreckensszenario. Linke-Chef André Hahn forderte eine rückhaltlose Aufklärung des Vorfalls.

Und ich? Ich fordere für jeden einmal Pommes rot/weiß und ’ne Tüte Luftballons!

Das Schöne an den Floskeln ist doch, dass sie immer passen:

Wenn nächste Woche wieder durch die Medien springt, dass irgendwer zum 17. Mal dadurch aufgefallen ist, dass er sich an kleinen Kindern sexuell vergangen hat (was macht so ein Wesen noch immer auf freier Wildbahn?) werden die Forderungen leicht modifiziert und wieder rausgeschossen.

Ne, da sind mir Pommes und Luftballons lieber. Dann weiß ich – im Gegensatz zum Sommerloch – wenigstens, woran ich tatsächlich bin.

~

Apropos „Sommer“! Sommer ist, wenn ich nur noch ein paar dicke Socken trage:

 

 

Das sind definitiv zwei Paar dicke Socken. Toller Sommer!

Ein absolut gänzlich schönes Wochenende, ohne Ärger, dümmliche Schlagzeilen und mit vorzugsweise deutlich mehr Wärme, wünsche ich Euch/uns allen!

 

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Mitunter hat man ja spontan den Gedanken, einen massiven Sehfehler zu haben. Oder will aus anderen Gründen nicht glauben, was man sieht. So erging es mir, als ich die simple Idee, mir zwei Toast zu machen, in die Praxis umsetzen wollte. Darauf wartend, dass mein Toaster sein geliebtes „Plock“ von sich gibt und damit signalisiert, dass die Esswaren fertig geröstet sind, sah ich mir die Haltbarkeits-Lasche an der Toast-Tüte an, die normalerweise besagt, wie lange das Lebensmittel mindestens haltbar ist.

Das kann in diesem Fall definitiv nicht stimmen. Der Beweis:

 

Konservierungsmittelwahn

 

Um die Mindesthaltbarkeit kann es sich in diesem Fall unmöglich handeln, da sich der Toast in einwandfreiem Zustand befindet. Wenn es sich jedoch um das Herstellungsdatum handeln sollte, falle ich dumpf um: Gerade mal 10 Monate früher bin ich geboren. Wenn es den Toast tatsächlich schon so lange gibt, stellt sich mir die Frage, wo er sich so lange rumgelümmelt hat, dass er jetzt erst in dem Regal eines Lebensmittelhändlers gelandet ist. Oder sollte man die Verwendung von Konservierungsmitteln nochmal ganz neu überdenken?

Ich fühle mich ziemlich ratlos. Dennoch: Guten Appetit! ;o)

 

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Jetzt ist man ab „Anfang 30“ nicht nur schon „zu alt“, wenn man als Arzthelferin, Servicekraft oder in jedweder Administration einen Job sucht, obwohl man hoch qualifiziert ist, sondern im Hinblick auf Schreiben hat man in diesem biblischen Alter auch schon ausgedient?

Wow! Stellt sich die Frage: Wohin mit den ganzen „Restposten über 30“?

Na ja, vielleicht wandern ja noch mehr Deutsche ins Ausland ab. Dann haben sie eine reelle Chance, dass die Bundesregierung sie über die Zahlung einer Prämie von 10.000 Euro zurück kauft. Solange im eigenen Land die eigene Bevölkerung nicht ordentlich für ordentliche Leistungen bezahlt wird, muss man eben Fachkräfte aus dem Ausland einkaufen. Re-importierte Medikamente sind ja auch wesentlich günstiger, als Medikamente, die keine Reise um die Welt hinter sich haben. Schon klar; danke für das Gespräch!

Dem eigenen Wahlvieh bleibt zur Lebenserhaltung inzwischen kaum noch eine andere Möglichkeit, als auszuwandern. Beispielsweise die Diskussionen um den „drohenden Pflegekräfte-Notstand“ würden sich im Keim erledigen, wenn Pflegekräfte endlich angemessen entlohnt werden würden. Statt dessen werden sie seit Jahrzehnten mit Hungerlöhnen abgespeist und „plötzlich und unerwartet“ ist das Gejammere groß, dass es keiner mehr machen will.

Könnte ich bitte mal eine Tüte Logik bekommen? Egal woher. Ich zahle gut!

;o)

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… weißt Du noch?

Wie viel und wie lange ist ein einzelner Mensch in der Lage zu erdulden und zu ertragen, Rückschläge hinzunehmen, wieder aufzustehen und wieder zu lächeln? Wie lange? Und wie ist es, wenn man dann einfach nicht mehr will?

Ach Granny, nun liegst Du hier und ich fühle Deine kalte Hand. Sie wollen Dich nicht gehen lassen. Immer wieder wirst Du mit Spritzen traktiert und am Leben gehalten. Am Leben? Granny sag mal, was fühlst Du? Hast Du Schmerzen? Kann ich irgendwas für Dich tun?

Granny, was denkst Du? Geht Dir Dein Leben durch den Kopf? Krankheiten, die Du besiegt hast? Der Verlust Deines Mannes im Krieg, als Paps gerade in Dein Leben getreten war? Dein Leben nach dem Krieg, das sicher nicht immer einfach war? Deine Niederlagen und Siege über das und in Deinem Leben? Siehst Du vielleicht schon Deinen neuen Weg, den Du längst gehen möchtest? Was empfindest Du, jetzt … wo Du hier so liegst und sie Dich mit aller medizinischen Macht hier behalten?

Du sagst längst nichts mehr … Du liegst nur noch so da; ab und zu öffnest Du Deine Augen. Doch Du scheinst nichts mehr von dem zu sehen, was hier in Deinem Krankenzimmer vor sich geht. Nichts mehr wahrzunehmen, was um Dich herum geschieht. Granny, tut Dir irgendwas weh?

Als Du noch nicht so verstummt warst, sagtest Du schon, dass Du nicht mehr willst. Das ist nun einige Zeit her. Doch sie lassen Dich nicht gehen. Mehr und mehr Medikamente werden in Dich reingepumpt. Du isst nichts mehr und trinkst kaum noch. Du wirst immer schwächer und von Deinem Körper ist höchstens noch die Hälfte hier. Granny was passiert hier bloß mit Dir … was tun sie Dir an?

Hey Granny, weißt Du noch … Als ich ganz klein war hast Du mir, immer wenn wir uns sahen, ein Portemonnaie aus Papier gebastelt und eine Mark rein gesteckt. ManOman war das eine Menge Geld für mich kleine Kröte. Und Du hast gelächelt, wenn ich es öffnete und stolz das Markstück entnahm. Irgendwo müsste ich noch eines dieser Portemonnaies haben. Ich werde es mal suchen, ja?

Oder weißt Du noch, als Opa vor vielen Jahren gestorben ist und ich von da an jahrelang jedes Wochenende zu Dir kam. Wir gingen einkaufen und verschmitzt legtest Du während dessen immer eine Tüte von diesen Bonbons in den Einkaufswagen. Als ob ich es nicht ganz genau gesehen hätte. Und später tatest Du so, als wären sie wie zufällig im Einkauf gelandet. Noch heute denke ich jedes Mal, wenn ich diese Bonbons sehe, an Dich und unsere Freitag-Nachmittag-Einkaufstouren … Jedes Mal sehe ich mit den Bonbons auch Dein verschmitztes Lächeln. Als würdest Du es mir aus jeder einzelnen Tüte zuwerfen. Ich fange es …

Granny, Du willst längst gehen. Ich fühle es. Du hast mit diesem Leben abgeschlossen und möchtest nun weiter ziehen. Ich akzeptiere Deinen Wunsch. Auch wenn es mich sehr traurig macht. Doch ich akzeptiere es genau so, wie ich es akzeptiert wissen will, wenn mal meine Zeit gekommen ist. Ich möchte dann auch nicht noch ewig am sog. Leben gehalten werden. Ich möchte gehen, wenn es soweit ist. Und genauso akzeptiere ich diesen Wunsch von Dir.

Hab‘ bitte keine Angst, Granny. Du nimmst etwas von mir mit. Du wirst nicht allein gehen. Du wirst nicht alleine sein. Granny, ich lasse Dich jetzt los. Ist das okay für Dich? Ich lasse Dich gehen. So, wie Du es längst willst. So, wie Du es längst tust. So, wie es längst geschehen soll …

Wir werden uns wiedersehen. Und bis dahin …

…werde Dich vermissen …

Irgendwie.

© marmonemi [2002] / skriptum

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Vom Sinn und Unsinn von Verfallsdaten und oder aufgezwängten zeitlichen Beschränkungen …

Oder: Muss denn immer ein ganz genau NICHT definierbares Ende in Sicht sein? Pfeffer kann nun einmal nicht schlecht werden. Müssen Gesetze ihm das dennoch unbedingt einreden?

~~~

Da bekam ich eine Mail mit dem Hinweis, dass etwas spätestens am 31.11. passieren wird. Ach was … hat sich seit dem letzten Jahr an unserem Kalendersystem so gravierendes verändert, dass der November nun einen Tag mehr bekommt? Schlecht wär’s ja nicht … 24 Stunden mehr im Jahr … Manche Tage können ja nicht lang genug sein … Proportional umgerechnet ergäbe dann dieser eine Tag mehr pro Jahr rund 28 Minuten pro Woche on topp … Okay, her damit!

Anyway … das war einfach nur ein süßer Irrtum. Doch wie sieht es mit dem gesetzlich vorgeschriebenen Wahn aus, dass alles, was an Lebensmitteln verkauft wird, zwingend ein Verfallsdatum aufgedrückt kriegen muss??? Pfeffer, Zucker, Honig, … alles Lebensmittel, die zwar mit der Zeit ihr Aroma verlieren, doch schlecht werden sie nicht; sind durchaus noch genießbar … wer’s mag.

Da finde ich es schon – im übersetzten Sinne – einleuchtender, was in Amerika gemacht wird: Die Amis deklarieren ihre Waren meist mit dem Wortlaut „Best before …“ meint „am besten zu verzehren vor dem …“ Das finde ich okay. Und wer es sich danach noch antun will – so what?! In den USA fehlt einfach die Behauptung, dass es danach schlecht zu sein hat.

Ich erinnere mich, dass vor einigen Jahren gesetzlich bestimmt wurde, dass eben z. B. auch auf Pfeffer-Verpackungen ein Verfallsdatum angegeben werden muss. Also gab ein Hersteller den 30. Februar als solches an. Und nu? Warten bis der 30. Februar … wie in diesem Jahr der 31.11. … kommt?

Auf meinen Pfefferkörnern ist angegeben, dass sie bis nächstes Jahr haltbar sind. Oder gewesen wären. Die Tüte habe ich vor ein paar Tagen durch Zufall wieder gefunden. Weiß der Henker, wie lange sie bereits in meinem Schrank geschmort und auf Zermahlung gewartet haben. Als ich den Pfeffer probierte, konnte ich leider nur zur Kenntnis nehmen, dass Sägespäne sicher geschmackvoller wären.

Nein, nein, nein, dieses hier soll kein Appell sein, alle Verfallsdaten zu kippen! Doch manchmal ist es wirklich nur noch blöd, wer worauf warum was angeben muss. Meine Muskatnüsse, die ich mir vor einigen Jahren von einem Gewürzbasar auf Trinidad mitgebracht habe, sind heute noch – Dank ihrer harten Schale, in der sich die bisher nicht angerebbelten logischerweise noch befinden – nach wie vor so frisch, dass man sich extrem leicht vergaloppieren kann, wenn man zuviel davon verwendet. Die gleichen Nüsse – auch in der Schale – kann man in kleinen Tütchen hier in Deutschland kaufen und muss sie – heute gekauft – spätestens in zwei bis vier Jahren (schwankt von Hersteller zu Hersteller) wegschmeißen, weil irgendein Gesetz bestimmt hat, dass sie dann schlecht zu sein haben.

Da stellt sich mir locker-charmant nur noch die Frage:

Wann ist es nun soweit, dass in jeden zu verkaufenden Apfel manuell eingeritzt werden muss „Best before matschig“???

Ich verbleibe dann mal mit einem wissenden Lächeln nebst durchaus variablem Verfallsdatum und wünsche allen einen extrem guten und vor allem bannig nach_halt_igen Wochenendausklang! ;o)

© marmonemi [11/01] / skriptum

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Es begab sich zu einer Zeit, als ich eigentlich sehr gut drauf war …

Das könnte jetzt glatt ein Märchen werden. Wird es aber nicht. Im Gegenteil: Es ist die bittere Realität.

Während der Eigentümerversammlung im Jahr 2008 wurde beschlossen, die maroden Balkon-Kästen, die nach Aussage des Architekten zu damaligen (Bau)Zeiten durchaus den damaligen Standards entsprachen (hat er sie gebaut resp. daran mitgewirkt?), sanieren zu lassen. Sie zeigen mittlerweile so genannte Haarrisse, durch die Feuchtigkeit eindringen kann. Auch die Seitenverkleidungen sind an den Oberkanten alles andere als ansehnlich.

Also lautet der Beschluss, dass man da was tuen muss.

Angedacht wurden die Maßnahmen für Herbst 2008. Hilfsweise wurde das Frühjahr 2009 ins Auge gefasst.

Im Herbst 2008 passierte nix.

Im Frühjahr 2009 passierte nix.

Es könnte ja – rein theoretisch, versteht sich – sein, dass der eine oder andere Bewohner mit dem Gedanken spielt, diese verdammten Kästen zu bepflanzen. Dafür sind sie ja nun einmal da. Die meisten haben das auch gemacht, allerdings mit der gebotenen Vorsicht, falls binnen weniger Tage alles entfernt werden müsste. Denn die Balkonkästen sollten ja saniert werden.

Im Mai 2009 teilte der Verwalter dann mit, dass wir möglicherweise bereits bemerkt hätten, dass weder im Herbst 2008, noch im Frühjahr 2009 an den Balkonkästen etwas unternommen worden war.

Ach was!

Erneut erklärte der Architekt lang und breit, was genau gemacht werden müsse und aus welchen Gründen.

Ich liebe solche Veranstaltungen! *gähn

Der nächste Beschluss lautete also, dass im Herbst 2009 mit den Arbeiten begonnen werden würde. Natürlich nach rechtzeitiger Ankündigung, damit die Hausbewohner ihre Pflanzen zuvor in Sicherheit bringen können.

Nun ist ja die Umschreibung „rechtzeitig“ ein relativ dehnbarer Begriff. Ich persönlich empfinde es nicht als „rechtzeitig“, wenn aus heiterem Himmel ein höllisches Gepolter hinter dem Haus losgeht, ohne dass auch nur IRGENDein Hausbewohner weiß, was das soll. Das allein machte mich jedoch nicht einmal stutzig: So ruhig und harmonisch diese Wohngegend viele Jahre war, wird sie in den letzten Monaten, aus verschiedenen Gründen, immer lauter und ungemütlicher. Mir reicht es hier bald.

Erst als ein Hausbewohner die Arbeiter lautstark zum sofortigen Aufhören aufforderte, schoss ich auf den Balkon und wollte wissen, was da los ist. Könnte ja sein, dass Hilfe benötigt wird. Und was sah ich? Hinter dem Haus wurden Massen an Stangen, Leitern und Bohlen heran geschleppt. Offensichtlich wollte da jemand ein Gerüst aufbauen. Beziehungsweise mehrere. Der Hausbewohner hatte sich völlig zu recht aufgeregt, denn schließlich muss der Sockel des Gerüsts an diesem Haus auf seiner Terrasse stehen. Da er bei der Eigentümerversammlung nicht anwesend war, konnte er nicht wissen, was das überhaupt alles soll.

Mir schoss in dem Moment fast Dampf aus den Ohren! So sieht also rechtzeitig aus, ja?! Na, toll! Mein Balkonkasten stand auf ca. drei Metern noch voll in Blüte:

Ist es völlig unrealistisch, anzunehmen, dass der liebste Herr Verwalter nicht bei den Firmen, die einrüsten und malern, angerufen, den Auftrag erteilt und gefragt hat, wann sie anfangen, um zur Antwort zu bekommen „In drei Minuten geht es los“? Der hat doch wochenlang Zeit gehabt, uns zu informieren. Und das ist nicht zu schaffen?

Ach.

Irgendwann klingelte meine Nachbarin, die ihrerseits den Vorarbeiter ausfindig gemacht und gefragt hatte, was denn nun wohl geplant sei. Es handelte sich tatsächlich um den Gerüstbau zur Sanierung der Balkonkästen. Danke an die Hausverwaltung an dieser Stelle, für die „rechtzeitige“ Information, wann es losgeht. Meine Nachbarin teilte mir weiter mit, dass an diesem und dem nächsten Tag noch nichts an den Kästen gemacht würde, so dass wir am Folgetag Zeit hätten, um die Kästen zu räumen.

Kurz zuvor hatte ich – nicht wissend, wann es losgehen wird – noch neue Pflanzen gekauft und eingesetzt. Wer mir das bezahlt, wenn die Pflanzen jetzt nach Rücksetzung in kleine Pötte eingehen, weiß ich noch nicht. Dienstag habe ich mir händeringend drei Stunden abgequält und meine Arbeit liegen lassen (müssen), um den Balkonkasten zu leeren und meine Pflanzen zu evakuieren, weil es ja Mittwoch losgehen sollte. Wer mir das bezahlt, weiß ich auch noch nicht. Aber wen ich dafür „umbringen“ werde, wenn ich ihn erwische … ja, da habe ich schon eine leise Idee!

Das alles heißt aber natürlich keinesfalls, dass es am Mittwoch tatsächlich losging:

28.09.: Plötzlicher Gerüstaufbau
29.09.: Chance, die Pflanzen zu evakuieren
30.09.: geht’s los.

Geht es los? Denkste! Nüscht war! Kein Arbeiter zu sehen, folglich keine Arbeiten. Okay, nächste Chance:

01.10.: Geht’s endlich los?

Denkste (2)! Wieder nix. Kein Arbeiter, keine Arbeiten.

02.10.: Zum Wochenende Arbeits-Start?

Nein, natürlich nicht.

Auch habe ich den Hausverwalter noch nicht gesehen. Immerhin hat er es verpennt, uns rechtzeitig (…) zu informieren. Es könnte ja durchaus sein, dass der eine oder andere Bewohner im Urlaub ist und seinen Balkonkasten dem entsprechend gar nicht räumen kann. Also ist es doch wohl die Aufgabe des Hausverwalters, hier blitzartig anzutanzen, die Gerüste zu erklimmen und nachzusehen, ob bei insgesamt 24 Wohneinheiten in drei Häusern alle Pflanzen entfernt wurden, damit sie während der Arbeiten nicht geschrottet werden, oder?

ODER?

Mein Balkonkasten sieht so trostlos aus wie noch nie! Das ist der klägliche Rest, den ich nicht heraus nehmen konnte, weil sie dann garantiert eingehen. Tüten müssen reichen:

Inzwischen ist es Freitagnachmittag. Die Arbeiter sind nach wie vor nicht (mehr) zu sehen, mit den Arbeiten wurde nicht einmal begonnen. Stattdessen haben wir Dank längst aufgebauter Gerüste gar prächtige Hintereingänge. Es ist ein Leichtes, die erste Plattform zu erklimmen und dann mittels der auf jeder weiteren Plattform befindlichen Leiter bis ins oberste Stockwerk zu klettern. Zwischendurch kann man mal in aller Ruhe gucken, ob irgendwo eine Balkontür offen oder wenigstens auf kipp steht, die man dann aufbrechen kann, um die jeweilige Wohnung in Ruhe auszuräumen, falls die Bewohner beispielsweise im Urlaub sind und keine Ahnung davon haben, dass das Haus eingerüstet ist.

Im Moment ist es also sehr leicht, mich überraschenderweise zu besuchen:

Einfach bei Nacht, sogar ganz ohne Nebel, hinter das Haus gehen und hoch kommen. Die Leiter befindet sich sozusagen direkt vor meinem Schlafzimmerfenster, da dort auch der Balkon ist. Ich könnte natürlich, zur Vereinfachung des Einstiegs, zusätzlich mein Haar herunter lassen, damit die erste Plattform noch leichter erklommen werden kann. Aber wie gesagt: Es ist ja kein Märchen, sondern bittere Realität! Nur zu Rapunzel …

… ja, es könnte durchaus sein, dass ich dazu bald werde! *ARRRRGH!

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Durchaus zähle ich mich zu den Menschen, die sich selbstredend absolut nicht, also sozusagen in gar keiner Weise, von Werbung beeinflussen lassen. Warum auch? Handelt es sich letztendlich doch immer nur um das Wecken von Bedürfnissen und nicht darum, tatsächliche Notwendigkeiten zu befriedigen. So saß ich also eines Abends mal vor dem Fernseher und wollte zu Entspannungszwecken einen Spielfilm genießen. Welchen weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr, da ich seit dem völlig durcheinander bin.

Es war wie gesagt abends. Ich hatte einen anstrengenden Tag hinter mich gebracht und suchte leicht verdauliche Ablenkung. Da ging es los. Wieder einmal. Immer wenn ein Film gerade spannend wird, wenn überhaupt mal ein Film spannend wird, wird das Programm unterbrochen und der Zuschauer wird überhäuft mit mehr oder weniger, eher weniger, spannenden Verbraucher-Informationen.

Früher hieß es schlicht Werbung aber im Zeitalter von diversen Rechtschreib-Reformen und allgemeiner Verklauselung einfachster Begriffe muss man ja schon aufpassen, nicht plötzlich irgendwas beim falschen Namen zu nennen. So bitte ich bereits jetzt um Entschuldigung, falls es sich bei den bunten Bildchen, die jede mögliche Spannung eines Films oder Beitrags in Sekunden zu zerstören im Stande sind, inzwischen nicht mehr um Verbraucher-Informationen handeln sollte, sondern um etwas anderes, dessen Sinn zwar exakt der gleiche ist, sich mittlerweile nur anders nennt.

Nun gibt es ja durchaus Stimmen die behaupten, dass die Werbepausen, oder wie auch immer sie aktuell genannt werden, gut dazu geeignet sind, sich mit frischen Getränken einzudecken, auf die Toilette zu gehen oder auch einfach mal den Nebensitzer anzusehen. Erstere hatte ich noch bei mir, Letzterer war nicht verfügbar und so oft, wie Verbraucher-Informationen gesendet werden, kann ich gar nicht auf die Toilette. Also ich könnte natürlich schon aber was soll ich da wenn ich nicht … Also blieb ich sitzen und sah mir an, was die Disposition des eingeschalteten Senders über den Tag in mühevoller Kleinarbeit für mich und Millionen weitere Zuschauer zusammengestellt hatte.

Zunächst wurden mir die Vorzüge von Ladival Sonnenmilch verbildlicht. Was mich zu der Frage brachte, ob ich in Anbetracht der Tatsache, dass wir in diesem Jahr nun wohl doch noch einen Sommer bekommen zu der Frage brachte, ob ich überhaupt noch Sonnenmilch vorrätig habe. Also ging ich doch ins Badezimmer und prüfte, ob mein Einkaufszettel einer Ergänzung bedarf. Er bedurfte nicht. Noch im Bad stehend hörte ich von Nivea Deo, was in mir gleich zwei Fragen, nach Deo und nach Body-Lotion, aufwarf. Beides war ebenso vorhanden wie Sonnenmilch.

Auf dem angetretenen Rückweg ins Wohnzimmer ertönte der Hinweis auf Sahne Joghurt von Zott, was mich einen Abstecher in die Küche und dort zum Kühlschrank unternehmen ließ. Aber auch in den Punkt brauchte ich nicht den Stift zu zücken. Ich bevorzuge zwar eine andere Marke, die ich hier natürlich zur Vermeidung von Schleichwerbung vermeide zu erwähnen, aber Joghurt im Allgemeinen war noch ausreichend vorhanden. Beruhigt wollte ich ins Wohnzimmer zurückkehren als mich ein Hinweis auf Aspirin plus C erneut ins Badezimmer verschlug. Vorhanden und abgehakt. Auch Paracetamol, nur für den Fall, dass das einer der nächsten Spots wäre, war noch in ausreichender Menge verfügbar.

Bei 200 x Mediamarkt ließ ich mich beruhigt in meinen Sessel zurückfallen. Das interessierte mich nun wirklich nicht und auch Herr und Frau Kerners Hinweis auf Wurstwaren von Gutfried erzeugten in mir höchstens eine wissende Ruhe. Einen eigenen Hund habe ich nicht, so dass Pedigree völlig ungerührt an mir abprallte. Nur bei Hot Pockets wurde ich schwach. Vorrätig sind sie in meiner Kemenate nicht und Appetit darauf habe ich, seit dem ich zum ersten Mal Zeuge eines Werbespots für dieses Produkt wurde. Ändern konnte ich das jetzt nicht, denn die Läden waren um diese Zeit geschlossen und um zwischendurch einzukaufen waren die Sende-Blöcke der Verbraucher-Informationen dann doch zu kurz.

Bei Seccito von Freixenett wurde ich noch unruhiger. Prosecco stand seit Tagen auf meinem Einkaufszettel. Nur hatte ich es leider noch nicht geschafft, welchen zu besorgen. Mönsch, das wär’s jetzt … Ich rannte zurück in die Küche, um zu prüfen, ob sich nicht doch noch irgendwo eine Flasche davon befand. Nein, befand sich nicht. Statt dessen kam ein zweiter Spot für Hot Pockets, was ich mit einem laut motzenden „Jahaaa! Ich hab’s gehört!“ quittierte. Das wiederum hatte zur Folge, dass mir Biofax Entwässerungskapseln nahegelegt wurden. War das ein Zeichen? Auch das anschließend benannte Nestlé-Produkt Fitness fettarm ließ mich stutzen. Aber es trieb mir nicht gerade die Haarspitzen zu Berge, so dass ich den Spot für Haar Gel von Shock Waves nicht ganz einordnen konnte. Allerdings brachte er mich zu der Frage, ob ich noch genügend Shampoo und Spülung vorrätig hatte, was mich erneut ins Badezimmer trieb.

So stressig hatte ich mir meinen Fernsehabend dann doch nicht vorgestellt. Bei Reisfit 1-2-Reis konnte ich dann einen Gang zurückschalten; nenne ich doch seit langem einen Reiskocher mein Eigen und kaufe längst keinen Reis mehr in Tüten oder sonstigen, fest definierten Portionierungen. Die Scholl Party Feet-Dinger hätte ich allerdings gern. Bei meinem Rumturnen in der Wohnung litten meine Füße inzwischen nicht ganz unerheblich. Der danach folgende Hinweis auf Reisfit Risbellis Reiskekse trieb mich direkt zurück ins Wohnzimmer um zu prüfen, ob ich noch was zum Schnabbeln vorrätig habe. Was jedoch geschmacklich nicht ganz stimmig mit Spee Megapearls einzustufen möglich war. Ich sank zu Boden und versuchte mich, statt nun erneut ins Badezimmer zu rennen, einfach daran zu erinnern, ob ich noch genügend Waschmittel im Haus habe.

Den Spot für JoBu von Meggle ließ ich ungerührt an mir abprallen. Joghurt hatte ich ja noch. Zur Verwendung von Eucerin hätte ich gern erstmal geduscht; insbesondere nach dieser Hektik. Und bei Kiri Sahne-Frischkäse schaltete ich komplett auf stur: Ich werde grundsätzlich skeptisch, wenn Rindviecher in Werbespotts anfangen zu reden. Da war der Hinweis auf Aronal und Elmex schon sinnvoller. Obgleich ich es nicht für folgerichtig halte, nach dem Zähneputzen noch Rotella von Haribo zu essen. Von dem prominenten Darsteller im Spot mal ganz abgesehen. Der weckt in mir eher Alpträume, als dass er geeignet wäre, mir eine angenehme, dem Zähneputzen potentiell folgende Nachtruhe zu bescheren. Im möglichen Gegensatz zu der neuen CD der Back Street Boys, die ich ja notfalls zum Einschlafen ganz leise stellen könnte.

Es war geschafft. Tatsächlich: Die Werbepause war überstanden. In meinen Teppich hatte ich inzwischen Riefen gelaufen aber gegessen hatte ich doch nichts. Also flitzte ich zurück in die Küche, um mir noch schnell einen Joghurt zu holen, bevor der Film weiter ging. Das klappte fast: Die entscheidende Auflösung der Szene, die von der Verbraucher-Information unterbrochen wurde, verpasste ich, weil mir beim rasanten Öffnen des Kühlschranks ein rohes Ei auf den Boden klatschte, das ich selbstredend und angeekelt entfernen musste, bevor ich ins Wohnzimmer zurück gehen konnte. Das machte aber die Verfolgung des restlichen Films recht unbefriedigend, so dass ich ab diesem Moment einfach auf den nächsten Werbespot wartete. Vielleicht hat ja bis dahin jemand Kühlschranknetze erfunden, die runter fallende Eier automatisch auffangen und zu Rührei in Schale verwandeln. Die vertreibende Firma war mir dabei eigentlich völlig egal. Hauptsache ich würde in Zukunft keine Filmfortsetzungen mehr verpassen, nur weil mir so ein blödes Ei aus dem Kühlschrank fällt.

Ist es nicht schrecklich, wie beeinflussbar man heutzutage von Werbung ist?

© skriptum
[06/2005]

Im Zweifel sind alle Wörter und Bezeichnungen in diesem Text irgendwie rechtlich geschützt! ;o)

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