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Posts Tagged ‘Unternehmen’

Vorweg:
Nein, ich habe nicht den Führerschein verloren.
Nein, das hat andere Gründe.
Nein, die werde ich hier nicht kundtun.
Nein, die tun wirklich nix zur Sache! ;o)
Ja, der Text ist lang! Aber Splitten geht nicht; DIE Nummer muss man in einem Rutsch lesen.

Gefühlt wohl so ca. 3811 Mal habe ich in den vergangenen anderthalb Monaten mit einem Taxiunternehmen telefoniert, da ich in dieser Zeit zweimal werktäglich mit Taxis zu Terminen fahren musste. Einmal hin zu einer Hochschule und einmal zurück nach Hause. Die Hinfahrt wurde von mir üblicherweise rund 24 Stunden vor dem geplanten Fahrt-Antritt oder sogar drei Tage vorher (Freitag für Montag) bestellt. Die Rückfahrt bestellte ich, sobald der jeweilige Termin durch war und dann auch gleich wieder die nächste erforderliche Hinfahrt.

Man sollte annehmen dürfen, dass es einem großen Unternehmen, das so eine Art Monopol-Stellung hat, dem entsprechend aber auch sehr viele Wagen und Fahrer, möglich ist, eine 24 Stunden vorher bestellte Fahrt pünktlich auszuführen.

Man sollte ebenfalls annehmen dürfen, dass einem Taxiunternehmen aufgrund der gesamten Umstände der erforderlichen Fahrten klar ist, dass der Fahrgast andere Dinge im Kopf hat, als um kompetente Auftrags-Ausführung zu betteln.

Auch sollte dem Unternehmen aufgrund der Art der Fahrten klar sein, dass Pünktlichkeit für den Kunden immens wichtig ist und die Fahrten nicht nur deshalb unternommen werden, weil der potentielle Fahrgast am jeweiligen Tag bloß keine Lust hat, per Salti in die Hochschule und wieder nach Hause zu kommen.

Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass es sich um eine sehr große Hochschule handelt, auf dessen Gelände es sogar mehrere Taxi-Halteplätze gibt, die üblicherweise gut bestückt sind, woraus sich normalerweise die Möglichkeit einer schnellen Abholung zur Rückfahrt ergeben könnte.

All das sollte man durchaus annehmen können. Dem ist aber nicht so. Nicht einmal fast:

Am ersten Tag klappte alles bestens. Bereits am zweiten Tag musste ich geschlagene 30 Minuten warten, bis ein Wagen für die Rückfahrt vorfuhr. Zu erwähnen ist hier noch, dass man an dem Wartepunkt nirgendwo sitzen kann. Man steht freihimmlisch bis zum Eintreffen des Wagens herum, Wind und Wetter ausgesetzt. Beides ist um diese Jahreszeit nur bedingt wohlfühltauglich.

Diese 30minütige Wartezeit für die Rückfahrt wiederholte sich dann einige Male, bis ich mir angewöhnte, direkt bei der Bestellung zu fragen, wie lange es wohl dauert, bis ein Wagen zur Abholung kommt. Daraus resultierten dann jedoch noch weitere Putzwunderlichkeiten. Einmal hieß es auf meine Nachfrage während der Bestellung zur Rückfahrt „Der Wagen ist schon auf dem Gelände“. Wenn es sich um das Gelände der Hochschule gehandelt hätte, wäre die Wartezeit mit zwei, drei Minuten gegessen gewesen. Nach einer viertel Stunde rief ich erneut in der Zentrale an und beschwerte mich, dass der Wagen noch immer nicht angekommen sei, worauf mir versichert wurde, sofort nachzufragen. Vom Fahrer, der kurz danach, also ca. 20 Minuten nach der Bestellung, eintraf, erfuhr ich allerdings, dass er nicht auf dem Hochschul-Gelände war, sondern auf dem Messe-Gelände gestanden hat. Wesentlich weiter voneinander entfernt kann man innerhalb Hannovers kaum sein. Als ich bereits im Wagen saß und wir vom Gelände fuhren, kam dann über Funk auch „schon“ die Nachfrage der Zentrale.

Eine andere Antwort der Zentrale an einem anderen Tag lautete auf meine Frage „Der Fahrer ist schon raus“. Als das Taxi dann doch „schon“ nach 20 Minuten ankam, wollte ich den Fahrer erst fragen „wo raus? Aus der Ortskundeprüfung?“, ließ es dann aber doch. Ich wollte nur noch nach Hause und das ohne Diskussionen.

Ein anderes Mal rief ich nach ca. 15 Minuten erneut in der Zentrale an und fragte, wann denn wohl mit dem Eintreffen des Fahrers zu rechnen sei. Daraufhin erfuhr ich, dass er aus der Innenstadt anfährt, was im Berufsverkehr nicht gerade schnell geht. Der Fahrer kam irgendwann, fuhr in verkehrter Richtung vom Hochschulgelände und wollte gerade in Richtung Schnellweg nach Hamburg abbiegen, als ich ihn vorsichtig fragte, ob er überhaupt wisse, wohin diese BESTELLTE! Fahrt gehen solle. Er wusste es nicht und selbst nachdem er es wusste, hatte er nicht den geringsten Schimmer, wo diese Adresse ist. Aber erstmal Richtung Schnellweg losfahren; ist klar!

Ich lotste ihn dann Meter für Meter bis zu meiner Wohnung. Wenn man eine 24 Stunden vorher bestellte Fahrt mit dem Taxi antritt, sollte man doch wohl annehmen dürfen, dass dem Fahrer wenigstens bewusst ist, auf welchem Kontinent er sich befindet. Den gleichen Fahrer hatte ich übrigens ein paar Tage später nochmal und er fuhr erneut Richtung Schnellweg. Und er wusste erneut nicht, wohin die Fahrt überhaupt gehen soll. Und er wusste erneut nicht, wo die ersehnte Adresse überhaupt ist. Und ich weiß bis heute nicht, wie der seinen Taxischein bekommen hat. Ich will es aber auch lieber gar nicht wissen.

Meine Geduld vor den Hinfahrten minimierte sich von Tag zu Tag. Irgendwann wartete ich nicht mehr allzu lange, sondern rief spätestens nach fünf Minuten Verspätung in der Zentrale an, um zu erfahren, wann der am Vortag bestellte Wagen bei mir eintrifft. Wie häufig mir dann gesagt wurde, dass der Fahrer an der Hochschule steht, um mich von Zuhause abzuholen, habe ich irgendwann aufgehört zu zählen. Auf den Displays in den Wagen war häufig genug zu lesen, wie die Hinfahrt- und wie die Rückfahrt-Anschriften lauten. Wie man da durcheinander kommen kann verstehe ich nicht. Ich bin aber auch kein Taxifahrer in Hannover.

Eine der Krönungen an abholerischer Kreativität bestand darin, dass ein Fahrer für die Abholung klingelte, ich ihm über die Gegensprechanlage sagte, dass ich runter komme, meine Jacke anzog und 15 Sekunden später im Treppenhaus durch das Fenster gerade noch Zeuge wurde, wie der Typ wieder weg fuhr. Mein dann doch reichlich erboster Anruf in der Zentrale mit der Aufforderung, den Fahrer über Funk blitzartig zurückzupfeifen wurde mit verbaler Handlungsabsicht bestätigt. Und obgleich der Fahrer binnen einer Minute unmöglich aus der ca. 200 Meter langen Straße raus gewesen sein konnte, brauchte er geschlagene ACHT Minuten, um wieder vorzufahren.

Ein anderer Fahrer war dermaßen langsam und unsicher, dass mich fast das blanke Mitleid packte. Ich war mehrfach kurz davor, dem armen Kerl anzubieten, ihn samt Fahrzeug wenigstens um die Kurven zu tragen … Als Fahrradfahrer wäre der schon vor Fahrtantritt erledigt, weil mangels Geschwindigkeit vom Rad gefallen. Leider musste ich mit dem auch noch mehrere Male fahren. Das war ganz besonders aufregend, wenn er sowieso schon viel zu spät zur mehr als rechtzeitig vorher bestellten Abholung kam.

Ein andermal hatte ich einen Wagen für 17:15 Uhr des Folgetages bestellt. Gegen 17:20 Uhr rief ich an und fragte, wo der Wagen bleibt. Die Zentrale versicherte mir, sich sofort darum zu kümmern. Gegen 17:25 Uhr fragte ich erneut nach, ein anderer Mitarbeiter der Zentrale versicherte, dass er sich ebenfalls sofort darum kümmern würde. Gegen 17:32 Uhr, also zwei Minuten nachdem mein Termin in der Hochschule bereits angefangen hatte, rief ich zum dritten Mal an und erfuhr, dass noch gar kein Fahrer gefunden wurde, es würde sich aber sofort darum gekümmert. Gegen 17:45 Uhr, also eine halbe Stunde zu spät, wurde ich dann zuhause abgeholt, um meinen Termin um 17:30 Uhr in der Hochschule wahrzunehmen zu können. An dieser Stelle mal ein ganz dickes „Danke!“ an das gesamte Team in der Hochschule, das die unverschuldeten Verspätungen stets so geduldig getragen hat. Und überhaupt ein ganz dickes „Danke!“ für so einiges!

Die Naivität, zum bestellten Zeitpunkt bereits vor meinem Haus zu stehen, stellte ich ganz schnell ab. Ich wartete in der Wohnung bis zum Klingeln. Nachdem mir klar wurde, dass ich für die Rückfahrten meist noch länger warten muss, als auf die bestellten Hinfahrten, schrieb ich eine E-Mail an das Taxiunternehmen mit der Bitte, dass die Fahrer bis zur Rückfahrt warten sollen, nachdem sie mich hingebracht haben. Diese E-Mail wurde vorsichtshalber gänzlich ignoriert. Technisch möglich muss das sein, denn zahlreiche andere Fahrer, auch dieses betreffenden Unternehmens, warten auf ihre Fahrgäste bis zur Rückfahrt. Das war immer wieder zu sehen. Auch zu sehen war regelmäßig, dass andere Leutz, die lange vor mir das Haus verlassen hatten, noch immer auf ihr Taxi warteten, wenn ich 15, 20 Minuten später raus kam. Müßig zu erwähnen, dass sie auf das gleiche Unternehmen hereingefallen waren.

Ein weiterer „Trick“ bestand darin, dass die Abholung zwar relativ pünktlich erfolgte, die Fahrt allerdings als normale Bestellung eingebucht war, die ich direkt hätte bezahlen müssen, statt sie auf Kundennummer/Rechnung zu buchen. Wie das passieren kann weiß ich nicht, denn wenn ich die Rückfahrt bestellte, bestellte ich im gleichen Gespräch für den nächsten Tag die Abholung. Und das alles direkt zu meiner Kundennummer. Wie kann dann eine Rückfahrt auf Kundennummer gehen und die im gleichen Gespräch bestellte Abholung am nächsten Tag nicht? Zum Glück erinnerten sich die jeweiligen Fahrer beispielsweise daran, mich schon mehrfach gefahren zu haben, meine Fahrten auf Kd-Nr./Rechnung gingen und dementsprechend klärten sie das mit der Zentrale vor Fahrtantritt.

Als ich von der Zentrale auf Nachfrage mal wieder erfahren musste, dass mich ein Fahrer statt vor meiner Haustür an der Hochschule abholen wollte, um mich in die Hochschule zu fahren (öhm …) platzte mir der Kragen! Normalerweise verschone ich Boten, da sie nur diejenigen sind, die durch Überbringung von unangenehmen Nachrichten letztendlich die Suppe anderer auslöffeln müssen. In dem Fall jedoch holte ich nur noch Luft und schnauzte den Mitarbeiter in der Zentrale an: „Wissen Sie was? Ungefähr 20 Prozent Ihrer Fahrer sind wirklich klasse. Aber die restlichen 80 Prozent sind echte Pflegefälle!“. Etwas kleinlaut aber dann doch tendenziell bestimmt antwortete er mir „Da kann ich Ihnen leider nur zustimmen.“. Das war die einzig mögliche Antwort, die es ihm gerade noch erspart hat, von mir quer durchs Telefon gezogen zu werden!

Der (vor!)vorletzte Termin-Tag gestaltete sich dann in einer Art und Weise, die alles Bisherige in den Schatten stellte:

Für 19 Uhr hatte ich, wie gehabt am Vortag, den Wagen bestellt. Der Termin war auf 19:20 Uhr angesetzt. Um 19:05 Uhr – gebranntes Kind – rief ich an, fragte, wo der Wagen blieb und erfuhr, dass noch gar kein Fahrer gefunden wurde, weil ja schließlich Messe-Abfahrt sei (Anm.: Die Messe schließt um 18:00 Uhr). Ich Dummerchen! Darauf hätte ich ja kommen können, als ich 24 Stunden vorher einen Wagen bestellt hatte und der Auftrag vom Unternehmen ohne Mucken angenommen wurde. Wer rechnet denn dann auch damit, dass der Wagen tatsächlich pünktlich vorfährt. Außer mir vermutlich kein Mensch!?

Gegen 19:15 Uhr rief ich erneut an aber ein Fahrer war noch immer nicht gefunden. Messe-Abfahrt und so, das müsse ich doch verstehen. Nein, das verstand ich nicht. Höchstens akustisch und das interessierte mich nicht einmal wenig. Die Mitarbeiterin sagte mir zu, zu versuchen, einen Fahrer direkt anzurufen und zu bitten, mich sofort abzuholen. Wie oft ich dann noch weitere Male beim Taxiunternehmen angerufen habe, hörte ich irgendwann auf zu zählen. Zwischenzeitlich informierte ich die Hochschule, dass ich noch nicht abgeholt worden sei und mich melden würde, sobald ich wüsste, wann ich endlich eintreffen könnte.

Der dortige Mitarbeiter ließ sich von mir meine Kundennummer beim Taxi-Unternehmen nennen und rief ebenfalls dort an (auch dafür an dieser Stelle nochmal herzlichen Dank!). Immerhin warteten sie explizit auf mich, dafür mussten diverse Mitarbeiter ausharren und so einiges an Geräten weiterlaufen. Die damit im Zusammenhang stehenden Kosten kann die Hochschule hoffentlich von dem Taxi-Unternehmen einfordern. Immerhin hat das Letztere sowas wie eine Beförderungspflicht und dass an diesem Abend mit Messe-Verkehr zu rechnen sein würde, wussten sie bereits bei Annahme des Auftrags, 24 Stunden vorher. Auch kann es wohl kaum angehen, dass eine Landeshauptstadt taximäßig komplett zur taxifreien Zone wird, nur weil irgendwo Messe ist! Ganz zu schweigen von der bestenfalls bedingten Glaubwürdigkeit, dass von 18:00 Uhr bis 20:30 Uhr kein einziger Taxifahrer nach Hannover reingefahren sein soll, den das Unternehmen hätte „verhaften“ können, um lange vorher angenommene Auftragsfahrten auszuführen. Bei diesem einen Anruf des Mitarbeiters blieb es nicht; auch er versuchte mehrfach eine Hinfahrt für mich zu erreichen. Leider ebenfalls vergeblich.

Diese Anruferei beim Taxiunternehmen setzte sich von meiner und von Seiten des Mitarbeiters der Hochschule über gnadenlose anderthalb Stunden, also eben bis ca. 20:30 Uhr und somit bis weit nach der eigentlichen Messe-Abfahrt ab 18:00 Uhr fort. Ein Fahrer konnte in diesen ein- bis zweieinhalb Stunden angeblich nicht gefunden werden. Daraus resultierte als Ende vom Lied, dass mein Termin abgesagt werden musste … weil das Taxiunternehmen keinen Wagen geschickt hat! Das ist nicht zu fassen! Sehr unangenehm für mich war aus verschiedenen Gründen, dass sich das eigentliche Ende der Hochschul-Besuche dadurch um einen weiteren Tag verzögerte. Das konnte ich bestenfalls und mit Verlaub nur als absolute Scheiße bezeichnen. Keine Angst: Das ist schon die höfliche Formulierung. Die andere will hoffentlich keiner schriftlich.

Nach Absage des Termins in der Hochschule rief ich sofort nochmal beim Taxiunternehmen an. Wieder gefühlt die magischen 3811 Male musste ich dieses Mal meine lediglich fünfstellige Kundennummer wiederholen, bis sie die dortige Mitarbeiterin endlich verstanden und korrekt ins System eingegeben hatte. Ich weiß nicht, was daran so schwer ist, die Zahlen 1-1-4-5-9 in anders definierter Reihenfolge zu hören und auf einer Tastatur einzutippen. Aus diesen fünf Zahlen wurden Kombinationen wie 55519, 55149, 11594, 54119 etc., nur die korrekte von mir genannte Reihenfolge war für diese Dame offenbar ausgesprochen schwierig zu erfassen. Irgendwann redete sie sich damit heraus, dass sie mich nur schwer verstehen könne. Das passte prima, denn mir war inzwischen sowieso danach, einfach nur noch loszubrüllen. Und das mir, die vom Schreien wirklich gar nichts hält.

Ihn schwer verstehen zu können, behauptete sie auch gegenüber dem Fahrer, der am nächsten Tag bei der Abholung in der Zentrale nachfragte, warum diese Buchung als freie Fahrt an ihn gegangen sei, statt auf Kundennummer, wie ich sie am Vorabend bei eben dieser Mitarbeiterin innerhalb eines Telefonates mit der Absage der vorherigen Fahrt bestellt hatte. Dummerweise saß ich ja bereits im Wagen, hörte das Gespräch mit und stand kurz vor einem mittelschweren Tobsuchtsanfall, als das Procedere mit den verschiedenen Zahlenkombinationen meiner Kundennummer schon wieder losging. Wenn diese Dame einen massiven Hörschaden hat, ist das natürlich bedauerlich. Dann gehört sie aber definitiv nicht in den Telefondienst. Allerdings wird dadurch wohl bestätigt, dass nicht nur 80 Prozent der Fahrer „Pflegefälle“ zu sein scheinen, sondern die gleiche Quote auf die Mitarbeiter in der Zentrale zutreffen könnte. Das dürfte einiges erklären; zu entschuldigen ist es dadurch jedoch keinesfalls.

Nachdem ich die abendliche Fahrt zu dem (vor!)vorletzten Termin beim Taxiunternehmen abgesagt hatte, war ich ziemlich in Fahrt; selbstredend ohne Taxi. Mein Telefonohr glühte und nachdem ich den Hörer gerade aufgelegt hatte, klingelte es an der Tür. Vor dem Haus stand ein Taxi. Hallo?! Doch „schon“ zweieinhalb Stunden nach Beginn der Messeabfahrt und mit anderthalb Stunden Verspätung bei mir. Und das, nachdem zwei Minuten vorher der Termin wegen thematischer und menschlicher Inkompetenz des Taxiunternehmens abgesagt worden war. Nein, ich habe den Hörer der Gegensprechanlage nicht abgenommen. Der Fahrer hätte sich von dem daraus potentiell resultierenden Trommelfellriss vermutlich nie wieder erholt!

*

Ich bin aus verschiedenen Gründen sehr froh, dass ich diese anderthalb Monate dauernde Phase heute endlich abschließen konnte. Länger hätte ich das Theater mit diesem Taxiunternehmen auch nicht mitgemacht. Die Verantwortlichen sollten sich ernsthaft überlegen, ob sie sich weiter auf dem Gebiet der Personenbeförderung bewegen. Tiertransporte scheinen mir da durchaus geeigneter.

Wer für längere Zeit werktägliche Taxi-Fahrten benötigt und sicher gehen will, dass er sich nicht auch noch jeden Tag Sorgen um die Pünktlichkeit der Hin- und Rückfahrten machen muss oder darüber, ob die Fahrten überhaupt stattfinden und falls ja, wie, kann mich gern anmailen (Adresse oben rechts). Ich verrate ihm dann per E-Mail, welches Unternehmen er vorsichtshalber auf gar keinen Fall beauftragen sollte.

Ich selbst wäre dankbar für einen Hinweis, welches tatsächlich zuverlässige Unternehmen oder welchen Einzelfahrer man in solchen Fällen beauftragen kann. Man weiß ja nie, wann man es (nochmal) braucht, nöch?! Kommentare dazu sind sehr willkommen; auch gern direkt von Einzelfahrern! Sie müssen sich ja nicht alle in Hannover und Umland tummeln. Ich denke mal, solche Machenschaften gibt es im Zweifel in jeder Stadt.

Euch allen wünsche ich nun, verbunden mit Glückwünschen zum bewältigten Durchlesen dieses Berichts, eine pünktliche Abfahrt in ein ausgesprochen entspanntes Wochenende! ;o)

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Es begab sich zu einer Zeit, … (4)

… in der ich auf unterschiedlichste Weisen mit sog. Promis zu tun hatte. Es handelt sich sowohl um Erlebnisse direkt mit den Promis, als auch um entsprechende Rahmen.

Achtung: Lang, aber (hoffentlich) lesenswert! ;)

Wegen Gianna Nanini

habe ich noch heute etwas gemischte Gefühle. Während ich für einen weltweit bekannten Magazin- und Filmverlag arbeitete, vermieteten wir die riesigen Studios, die seinerzeit über die größte und modernste Lichtanlage Europas verfügten, an diverse Unternehmen und Künstler. Eines Tages hatten wir das durchaus bemerkenswerte Vergnügen mit Gianna Nanini. Die Frau ist ein Quirl, den wohl keiner stoppen kann. Dass ein einziger Mensch dermaßen viel Energie in sich tragen kann, hätte ich bis dahin nicht geglaubt. Die Frau schläft nicht, isst nicht, trinkt nicht und macht scheinbar auch sonst nichts, was andere Menschen schon zur reinen Lebenserhaltung benötigen.

Gianna arbeitet. Ausschließlich. Das ist einerseits lobenswert, andererseits überfordert es jedoch ab einem bestimmten Punkt ihr Umfeld. Die Crew stand regelmäßig kurz vor dem nächsten Nervenzusammenbruch. Gianna ließ sich davon jedoch nicht irritieren. Ich weiß nicht einmal, ob sie es überhaupt mitbekam. Aber dann passierte doch etwas, das sie zunächst stoppte: Gianna sprang von der Bühne, kam blöd auf und zog sich einen Trümmerbruch des Fußes samt Fußgelenks zu. Das steckt selbst eine Gianna Nanini nicht einfach so weg. Ein Kollege fuhr sie sofort ins Krankenhaus, wo sie notärztlich versorgt wurde. Ihre Crew dachte, dass sie nun erstmal Feierabend machen könnten. Immerhin ging es mal wieder deutlich auf Mitternacht zu.

Die Crew verstaute das Equipment, packte die Klamotten ein und gönnte sich noch in Ruhe ein paar Snacks und Getränke. Letzteres war ein klarer Fehler: Frau Nanini stand knapp zwei Stunden später mit eingegipstem Fuß/Gelenk im Tor und fragte vollkommen irritiert, was los sei und warum ihre Crew nicht auf der Bühne war. Die fassungslosen Blicke der Mitarbeiter werde ich nie vergessen. Ergänzen möchte ich jedoch, dass Gianna über wahnsinnig viel Humor verfügt und diesen ebenfalls non stop verbreitet. Ein paar Tage und Nächte mit ihr strapazieren die Lachmuskeln für Jahre. Und die LP, auf deren Cover sie nebst gesamter Band unterschrieben hat, halte ich noch heute in Ehren. Auch wenn ich längst keinen Plattenspieler mehr habe.

Während die Bee Gees

durch Deutschland tourten, arbeitete ich häufig auf Veranstaltungen als Ordnerin. Gerade beim Einlass werden immer Frauen gebraucht, damit die Gästinnen sich nicht damit herausreden können, dass sie sich von einem männlichen Ordner bspw. nicht abtasten lassen. Das kann ich allerdings durchaus verstehen. Dennoch: Je größer die Veranstaltung ist, desto wichtiger sind diese Kontrollen. Ich mag nicht einmal im Ansatz aufzählen, was wir da teilweise einkassieren mussten. Glasflaschen und Stock-Regenschirme lassen sich bei open Air-Veranstaltungen noch logisch erklären. Bei so einigen anderen Gegenständen verweigert mein Gehirn jedoch die Arbeit beim Versuch der Vorstellung, wozu das wohl eingesetzt worden wäre, wenn wir es nicht gefunden und konfisziert hätten. An diesem Tag regnete es wie aus Kübeln und wir waren bis auf die Haut durch.

Im Gegensatz zu den Konzertbesuchern konnten wir keine Schirme aufspannen. Und Cheffe hatte nicht für große Standschirme gesorgt, unter denen wir ein wenig Schutz gefunden hätten. Nachdem der Einlass beendet war, „durfte“ ich noch in den so genannten „Affenkäfig“. Dabei handelt es sich um den Bereich, der direkt vor der Bühne noch einmal abgesperrt ist. Je nach Größe dürfen da noch wenige Hundert oder Tausend Gäste rein. Die Absperrung soll verhindern, dass der Druck auf die Bühne durch Gedränge zu massiv wird. Der Affenkäfig selbst ist innen nochmal umstellt mit Ordnern, deren Aufgabe es ist, darauf zu achten, dass niemand über die Absperrung in den Affenkäfig klettert. Außerdem werden beispielsweise Konzertbesucher, deren Kreislauf schlapp macht, nach vorn weitergereicht und in diesen Bereich verbracht. Von dort geht es dann ins Sani-Zelt.

Ich stand direkt vorn an die Bühne gelehnt. Die Bee Gees kamen und ich muss gestehen, dass ich den Augenkontakt sehr genossen habe. Allerdings nicht lange. Denn durch den Umstand, dass ich, wie gesagt, bis auf die Haut durchnässt war und bereits seit Stunden keine Minute mehr gesessen hatte, machte ich selbst nach wenigen Wimpernaufschlägen schlapp und wurde ins Sani-Zelt gebracht. Der Sanitäter prüfte zunächst, ob ich alkoholisiert war, was natürlich mit Ergebnis Null ausging. Da es noch ruhig war, setzte er sich zu mir und hätschelte mich ein wenig. Plötzlich sah er mich an und meinte sinngemäß: „Weißt Du was? Ich finde Dein Timing echt scheiße!“ Das fand ich allerdings auch. Stundenlang harrte ich aus und ließ mich durchregnen. In dem Moment, als die Bee Gees endlich auf die Bühne kamen und ich ihnen fast hautnah war, fiel ich um. So extrem habe ich auf Promis sonst wirklich nie reagiert! ;o)

Boney M.

habe ich auch in sehr lebhafter Erinnerung. Während einer weiteren Tagesveranstaltung gehörten sie zum Bühnenprogramm. Glücklicherweise hatte ich vorwiegend mit Thomas Pemberton zu tun. Er war seinerzeit der Manager der Gruppe und Ehemann von Liz Mitchell. Thomas ist ein richtig feiner Kerl; sehr umgänglich, höflich und aufmerksam. Das was den Mädels an Ruhe und Bodenständigkeit fehlte, lieferte er. Der Auftritt war perfekt und da er am späten Nachmittag stattfand, hatte sich die Combo von uns ebenfalls Hotelzimmer reservieren lassen. Als wir nachts ins Hotel kamen, füllten wir mit Mitarbeitern und Künstlern fast den gesamten Speisesaal. Wie bereits im vorherigen Teil dieser kleinen Serie unnötiger Weise erwähnt, waren wir allesamt reichlich abgeschossen. Essen, möglichst kein dummes Gequatsche und Bett waren ausreichend für die weitere Gestaltung der Nacht.

Das Essen kam und fast alle griffen müde aber glücklich über die sehr gelungene Veranstaltung zu ihren Bestecken. Wer jetzt allerdings denkt, dass wir einfach essen durften, der irrt. Eines der Mädels von Boney M. (nicht Liz!) stand auf und bat nachdrücklich um Ruhe und unsere Aufmerksamkeit. Sie vermittelte mit knappen Worten, dass wir noch nicht essen dürfen und uns alle erst beim „Herrn“ für die Gaben zu bedanken haben; sie würde nun ein Gebet sprechen. Die ungläubigen Blicke aller anderen Anwesenden brauche ich vermutlich nicht zu beschreiben. Thomas reagierte geistesgegenwärtig, schnappte sich die Dame und ging mit ihr raus. Ich weiß nicht, was die beiden draußen gemacht haben und will es auch nicht wissen. Vermutlich gebetet. Jedenfalls konnten wir endlich in Ruhe essen und dann ab ins Bett!

Martin Kind

ist mir ein absolutes Rätsel. Da der Sender, bei dem ich seinerzeit arbeitete, Anteile an Hannover 96 hat(te?), kam Kind häufig ins Funkhaus. Er ist ausgesprochen höflich und dabei niemals aufgesetzt. Er scheint es wirklich ehrlich zu meinen, wenn er einen anlächelt und einen guten Tag wünscht. Dabei spielt es für ihn absolut keine Rolle, ob er ein Mitglied des Vorstandes oder die Empfangssekretärin vor sich hat. Ich habe ihn generell als sehr nett, aufmerksam und mit offenem Blick erlebt. Und dennoch ist er mir aus für mich unerklärlichen Gründen unangenehm. Das ist mal ein Promi, den ich überhaupt nicht einordnen kann. Es spräche theoretisch nichts dagegen, mit ihm einfach mal einen Kaffee trinken zu gehen. Aber lieber würde ich für den Rest meines Lebens auf Kaffee verzichten und ich habe keine Ahnung warum!

Eine unglaublich rührende Überraschung

erlebte ich Anfang/Mitte der 90er Jahre, als ich wegen meines damaligen Lebensgefährten auf zahlreichen Sechs Tage-Rennen zu Gast war. Er selbst moderiert(e?) das Rennen in Bremen aber natürlich sahen wir uns auch mal in anderen Städten die dortigen „Macharten“ an. Irgendwann verschlug es uns aus diesem Grund nach Köln. Die dortigen 6-Days liefen weitgehend in dem uns bereits bekannten Rahmen ab. Wir saßen auf der Tribüne und hatten einen ausgezeichneten Blick auf die Rennbahn und den Innenraum. Im Letzteren finden sich sowohl die Fahrer, als auch zahlreiche VIPs und gut zahlende Gäste ein.

Den Rummel brauchten wir in Köln allerdings nicht. Wir wollten einfach nur das Rennen und die Organisation ansehen. Während der 6-Days ist man permanenter Beschallung ausgesetzt. Die Moderatoren brüllen gegen den Lärm aus der Halle an und versuchen noch zusätzlich, das Publikum anzuheizen. Wer über empfindliche Ohren verfügt, sollte sich also von dieserlei Veranstaltungen lieber fern halten. Denjenigen, die in dem Punkt unempfindlicher sind und Lust auf eine Menge Spaß haben, sei jedoch das nächste Sechs Tage-Rennen wärmstens empfohlen. Vor allem das übliche Rahmenprogramm! ;)

Als wir nun so auf der Tribüne saßen und marginal Teil des Geschehens waren, wurde es aus uns nicht erkennbarem Grund plötzlich immer ruhiger. Wer 6-Days jemals erlebt hat, der weiß, dass dann irgendwas nicht mit rechten Dingen zugeht oder etwas Überraschendes passiert. In diesem Fall war es das Letztere. Im Innenraum entstand immer mehr Gewusel. Köpfe reckten sich wortlos und bald war ein Punkt erreicht, an dem man in dieser riesigen Halle und trotz Tausender Menschen eine Stecknadel hätte fallen hören können.

Das erste was ich sah war ein gelber Pullunder. Und in ihm steckte Hans-Dietrich Genscher. Als er vollends zu sehen war, brandete in dieser Halle ein Applaus auf, den ich persönlich bis dahin niemals irgendwo erlebt hatte. Die Besucher brüllten und pfiffen vor Begeisterung und kriegten sich gar nicht mehr ein. Noch heute ist H-D Genscher für mich einer der größten und tatsächlichen Politiker. Einer der sehr wenigen. Und mich hatte sein damaliger Auftritt, offensichtlich wie Tausende weiterer Gäste, eiskalt erwischt und vollkommen umgehauen. Es war sehr ergreifend und emotional. In dem Moment wäre ich dann doch gern, wie sonst immer, im Innenraum gewesen! ;)

Als sich die Backstreet Boys

in unserem Sender die Ehre gaben, bildete ich zu der Zeit eine Auszubildende aus. Ich hatte die Phase der Aufregung, wenn sich irgendwo ein Promi sehen ließ, längst hinter mir. Meine Auszubildende nicht. Sie hörte, dass die Backstreet Boys in den Sender kommen würden und bekam fast einen Herzinfarkt. Bettelnd guckte sie mich an und fragte, ob sie in die Redaktion gehen dürfe, um die Jungs zu sehen. Klar durfte sie. Ich fand das ziemlich süß und fragte mich, ob ich früher wohl auch so euphorisch war. Ich glaube nicht aber selbst fällt einem sowas auch nicht auf. Sie ging und es dauerte ewig, bis sie zurückkam.

Als sie kam setzte sie sich schweigend an ihren Schreibtisch und brach in Tränen aus. Ich befürchtete schon, dass einer der Jungs tot umgefallen sei oder sich ein ähnliches Drama abgespielt habe. Aber nein: Meine Auszubildende war einfach nur nervlich fix und fertig. „Ich habe die Backstreet Boys gesehen“ brachte sie gerade noch schluchzend heraus und verfiel dann in dumpfes Brüten. Für den Rest der Woche war sie nicht mehr zu gebrauchen. Aus Achtung vor ihr lachte ich nicht laut los gestehe jedoch, dass sich meine Fußnägel hoch und runter rollten. In dem Moment hoffte ich inständig, dass ich nie so war! ;)

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Das war es jetzt aber wirklich. Voraussichtlich! ;) Außerdem ist sowieso jeder von uns auf seine Weise ein Promi. Die meisten im Positiven, wenige konstant im Negativen. Was soll’s also?! ;o)

Ich hoffe, Ihr hattet Spaß an dieser kleinen Serie!

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Hier gibt es nochmal zum Nachlesen hintereinander weg alle Teile!

 

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Seit wann ist es eigentlich nicht mehr üblich, Mitarbeiter mit ihren Namen zu betiteln?

 

 

Davon abgesehen bin ich mir absolut sicher, dass „Herr Aushilfe“ weiblich war. Aber bei der Fluktuation, die mitunter in einigen Unternehmen stattfindet, sobald die Mitarbeiter zum Beispiel wie Menschen behandelt werden möchten, verwundert es vermutlich nicht mehr allzu sehr.

 

Steht auf den Gehaltsabrechnungen statt des tatsächlichen Namens zukünftig auch nur noch „Hey, Du!“? Oder gibt es inzwischen nur noch 1-Euro-Jobber und deren Sklaven-Salär wird am Ende des Tages in bar ausgeschüttet, weil es einen nächsten (Arbeits-)Tag sowieso nicht gibt?

 

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Ach, wäre es nicht schön, …

 

[nur eine subjektive Meinungsäußerung]

… wenn die Politik wieder unabhängig wäre? Politiker können nicht neutral über Wirtschaft und Industrie entscheiden, wenn sie von ihnen bezahlt werden. Politiker, die Nebenjobs ausüben, Posten in Vorständen und Aufsichtsräten großer Unternehmen besetzen, können nicht objektiv urteilen. Unverzichtbar ist außerdem eine Offenlegung aller Diäten, Gehälter, sonstigen Besoldungen, Ruhe- und Übergangsgelder. Gleiches gilt für Pensionsansprüche. Nur so ist es dem Wähler möglich zu entscheiden, ob die erbrachten Leistungen von Politikern in einem fairen Verhältnis zu seinen Einkünften stehen.

Beitragsfrei erworbene Pensionsansprüche bzw. Ruhegehälter von Politikern müssen endlich Teil der Geschichte werden. Diesen Luxus kann sich unser Land seit Jahrzehnten nicht mehr leisten. Politiker müssten stattdessen, wie sie es von den Wählern ja auch permanent fordern, für ihre Altersabsicherung selbst und privat vorsorgen. Sprüche wie „Die heutigen Rentner zocken die Jugend von morgen ab“ dürfen ausgerechnet von Politikern nicht kommen; sie sollten strafrechtliche Konsequenzen haben. Pensionsansprüche sollten nur durch Abgaben während der aktiven politischen Tätigkeit erworben werden können.

Außerdem dürfen diese Ansprüche maximal für die Zeit erworben werden, in der ein politisches Amt frei von Betrügereien und groben Verfehlungen ausgeübt wurde. Nachgewiesene Misswirtschaft, deren Maßstab beispielsweise durch den Bund der Steuerzahler angelegt werden könnte, und strafrechtlich relevantes Verhalten müssen wieder zum sofortigen Entzug sämtlicher bis dahin erworbener Pensionsansprüche führen. Parlamentszugehörigkeiten von wenigen Jahren können zudem keinen 100 %igen Pensionsanspruch rechtfertigen. Dieser wird aktuell bis zu einer Höhe gewährt, für die normale Bürger mehrere Leben lang arbeiten müssten.

Dieses Ungleichgewicht belastet die Rentenkasse auf unfinanzierbare Weise. Von nachgewiesenen Steuerverschwendungen einmal ganz abgesehen. Nicht nur deshalb ist es höchste Zeit, dass in die Politik dieses Landes endlich wieder Anstand und Moral, Fairness und Aufrichtigkeit einzieht. Danach auch noch Mut und Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein für das Volk zu erwarten, wäre vermutlich zu viel Optimismus. Solidarität und Loyalität mit dem Wähler muss jedoch auf jeder Tagesordnung stehen.

Nur so kann Gerechtigkeit funktionieren. Um diese Ziele zu erreichen, ist es unverzichtbar, das Volk mehr mitbestimmen zu lassen. Erst dann fühlt sich der Wähler wieder ernst genommen und durch Politiker tatsächlich vertreten, statt getreten. Volksentscheide sollten in Deutschland genauso selbstverständlich sein, wie beispielsweise in der Schweiz. Wirkliche Demokratie und Mitbestimmung erfordern Courage, die jedoch von den meisten Politikern nur noch gezeigt wird, wenn es um ihre eigenen Belange geht. Dafür wurden sie jedoch nicht vom Volk gewählt.

Andere Beamte, wie Polizei und Feuerwehr, ebenso wie Rettungskräfte und viele weitere, zeigen täglich Einsatzbereitschaft für ihre Mitbürger. Sie riskieren im schlimmsten Fall sogar ihr Leben für gänzlich unbekannte Menschen. Sei es durch Verletzungen im Einsatz, durch Infektionen oder sogar Tötungen. Sie sind die wahren Volksvertreter, werden jedoch wesentlich geringer entlohnt, als der „günstigste“ Politiker. Auch diesem Ungleichgewicht sollte Einhalt geboten werden. Ehrenamtliches Engagement, ohne dass dieses Land längst nicht mehr funktionsfähig wäre, sollte stärker belohnt werden.

Anreiz könnten Rentenzuschläge für besonders engagierte Menschen sein, deren Einsatz unverzichtbar ist, das Gemeinwesen nachhaltig stützt. Ein ähnlicher Anreiz wäre die Abschaffung von Studiengebühren während der Regel-Studienzeit. Studenten sollen Zeit zum Lernen haben, um den Staat in späteren Zeiten bereichern zu können. Je mehr Ablenkung durch Notwendigkeiten wie Nebenjobs erfolgt, desto aussichtsloser ist es, dass sich Fachkräfte im eigenen Land überhaupt entwickeln können. Notstände in Pflege und sonstigen Bereichen könnten im sprichwörtlichen Handumdrehen behoben werden, wenn die Mitarbeiter endlich wieder fair entlohnt würden, und zwar deutlich über 1 Euro/Stunde oder 400 Euro/Monat mit dadurch entstehender Notwendigkeit zum Hartz IV-Bezug.

Die Gerechtigkeit fängt jedoch nicht erst in der breiten Öffentlichkeit an: Mit Geburt eines Kindes sind viele Freuden und Rechte verbunden. Leider resultieren die Pflichten oftmals aus Täuschungen. Einem Mann, der gegenüber einem Kind und ggf. der Mutter für Jahrzehnte in der Pflicht steht, weil er einmal mit ihr Sex hatte, muss es möglich sein, die Erzeugerschaft zu prüfen. Es kann nicht sein, dass diejenigen die täuschen können ebenfalls darüber entscheiden, ob die mögliche Täuschung überprüft werden darf. Behaupteten Erzeugern muss ein Vaterschaftstest auf Wunsch straffrei gestattet sein, damit sie nicht für den Rest ihres Lebens nackt dastehen.

Eine andere, reine Privatsache, die letztendlich jedoch Millionen von Menschen betrifft, ist die Organspende. Jeder Mensch sollte von Geburt an als Organspender gelten. Natürlich steht es jedem Bürger frei, Organspende und Organerhalt zu widersprechen oder einzuschränken. Dem Thema Organspende nahe ist die Sterbehilfe. Hier bedarf es selbstverständlich sehr kompetenter Beurteilung. Sterbehilfe darf jedoch nicht grundsätzlich bestraft werden. Artikel 1 Grundgesetz regelt, dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Wer, wenn nicht jeder Mensch selbst, kann entscheiden, was er als würdevoll empfindet?

Um Politik wieder näher ans Volk zu bringen, bedarf es auch einiger unpopulärer Entscheidungen. Diese sind von sog. etablierten Parteien kaum zu erwarten. Große Worte ohne Taten gab es jahrelang. Das Geschachere um lukrative Posten, ohne erkennbare Kompetenz, muss aufhören. Wohin das führt erkennt inzwischen sogar jeder Idiot, der gestern erst vom Baum gefallen ist: Schwarz/Rot ist kläglich gescheitert. Schwarz/Gelb desastrierte schon vor der Vereidigung. Als nächstes soll Schwarz/Grün auf des Kundesbanzlerins Wunschzettel stehen. Bleibt zu hoffen, dass wenigstens der Weihnachtsmann blind ist. Denn die Resultate der letzten Jahre sind bestenfalls als beschämend zu bezeichnen. Wie lange soll das noch so weitergehen? Ist es nicht höchste Zeit für tatsächliche Bürgernähe? Ich fände das schön!

 

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Ein Freund zeigte mir eine Anzeige und hört vermutlich vor Ostern 2020 nicht mehr auf zu lachen. Da wird in „Hallo Sonntag“, einem der sog. „Käseblättchen“, mit denen sämtliche Briefkästen der Region einmal in der Woche (ja genau: Sonntag!) zugeschüttet werden, am 29.04.2007 auf Seite 21 im Stellenmarkt folgende Anzeige eines großen Kaffeemokels geschaltet, der allerdings in den letzten Jahren eher nur noch nebenbei Kaffee verkauft:

 

Frühaufsteher gesucht !
Zum Verräumen von Waren für eine
***** Filiale in Isernhagen suchen wir
eine Mitarbeiter/in auf 400 Euro-Basis
für dienstags ab cy. 6.30 h für 3-4 Std./
Woche. Voraussetzung: Handy, guter
Leumund (pol. Führungszeugnis): Bei
Interesse rufen Sie bitte am Montag von
11-12 h bei ***** an.

 

Davon abgesehen, dass ich eine solche Rechtschreibung als Aushängeschild eines großen Unternehmens für reichlich peinlich halte, frage ich mich, wozu man ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen muss, um Regale einzuräumen. Was um Himmels willen wollen sie denn jetzt noch verkaufen? Drogen? Goldbarren? Nachgemachte Euro-Noten?

 

Zum „Verräumen von Waren“ einmal wöchentlich dienstags ab ca. 6:30 Uhr für drei bis vier Stunden braucht man heutzutage also ein polizeiliches Führungszeugnis …

 

Ja ne, is klar!

 

Und was braucht man mittwochs? Und donnerstags? Und wenn man freitags arbeitet, muss man dann über drei Arme verfügen?

 

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Wie ich der PM vom „Bund der Steuerzahler“ entnehme, haben sich die GEZ und ihre Befürworter nun eine ganz neue Machenschaft einfallen lassen. Beziehungsweise … die Idee ist nicht neu; sie kam schon vor einigen Monaten auf. Dass die Nummer aber tatsächlich so durchgebracht wird, hätte ich nicht gedacht. Ja, ja, ich weiß: Naivchen. Egal. Worum es geht?:

[…] Ab 2013 wird das jetzige GEZ-Gebührenmodell abgeschafft und durch eine neue pauschale Haushaltsabgabe für Privathaushalte und eine Betriebsstättenabgabe für Unternehmen ersetzt. Haushalte haben ab dann monatlich 17,98 Euro zu zahlen, unabhängig davon, ob überhaupt Fernseher oder Radios vorhanden sind. Gewerbetreibende und Selbständige werden ebenso zu Kasse gebeten. Auch hier spielt es keine Rolle, ob Empfangsgeräte tatsächlich vorhanden sind. […]

Es ist also vollkommen irrelevant, ob es in einem Haushalt überhaupt Empfangsgeräte gibt. Aha. Es ist auch unerheblich, ob es sich um einen Single-Haushalt handelt, in dem mangels mehrerer Personen nur ein Programm gleichzeitig frequentiert wird. Oder ob es sich um einen sog. Mehrpersonen-Haushalt handelt, in dem üblicherweise mehrere Programme parallel in Anspruch genommen werden. Das alles ist egal; GEZahlt werden muss auf jeden Fall. Es spielt keine Rolle, ob mich Programme und deren Inhalte überhaupt interessieren, gucken könnte ich sie ja. Also:

Es KÖNNTE ja sein.

Interessant, interessant. Wenn das schon reicht, dann eröffnen sich damit ganz neue Perspektiven. Unter diesem Aspekt bestehe ich darauf, dass mir ab sofort, spätestens mit Beginn des Jahres 2013, monatlich Kindergeld für 17 Sprösslinge gezahlt wird. Ich habe zwar keine Kinder aber ich hätte seit 1995 (die davor wären ja mittlerweile ganz oder fast aus dem Haus; wir wollen ja nicht kleinlich werden) jährlich ein weiteres Kind auf die Welt bringen können. Und ein paar weitere Jahre geht das noch so weiter. Dazu kommt, dass der Staat vehement nach mehr Kindern verlangt. Ergo:

Es KÖNNTE ja sein.

Außerdem kommen natürlich noch Bezüge von Arbeitslosengeld I dazu. Ich bin zwar nicht arbeitslos aber:

Es KÖNNTE ja sein.

Und wenn wir schon dabei sind, bitte ich auch gleich darum, mir monatliches Pflegegeld der höchsten Stufe anzuweisen. Ich bin zwar nicht pflegebedürftig und habe auch in meinem engsten Umfeld glücklicherweise (!) niemanden, der Pflege benötigt, aber

Es KÖNNTE ja sein.

In diesem Rahmen beantrage ich natürlich auch gleich noch Wohngeld und alle weiteren Zahlungen, die mir im Notfall zustehen würden. Ich bin zwar nicht in Not, aber

Es KÖNNTE ja sein.

Unter einigen Aspekten der vorgenannten Fälle wäre ich, zumindest bisher, von den Zahlungen an die GEZ befreit worden. Deshalb bitte ich natürlich auch gleich um entsprechende Veranlassung, mich mit sofortiger Wirkung von den Verpflichtungen gegenüber der GEZ zu befreien. Es trifft zwar keine der Voraussetzungen zu aber

Es KÖNNTE ja sein.

Alle weiteren, möglichen Ansprüche bitte ich gleich zu prüfen und freiwillig zu gewähren, damit wir uns teures Prozessieren ersparen. Es gibt genügend Abzock-Anwälte die regelrechte Listen darüber führen, was wem in welchem Fall zusteht. Einen davon finde ich garantiert. Und da es durch den Wandel der GEZ-Masche keiner Inanspruchnahme oder Voraussetzung zum Anspruch mehr bedarf, haben sich die Zeiten maßgeblich geändert: Es müssen keine Umstände mehr erfüllt sein, um Forderungen zu stellen; sie können zukünftig einfach so gestellt werden, weil:

Es KÖNNTE ja sein.

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Wer hat eigentlich mehr einen an der Waffel? Das schnöde Wahlvieh, was sich immer noch mehr und mehr ins Gesicht schlagen lässt? Oder die so genannten Volks(ver)treter und ihre Helfershelfer, die immer wieder neue Möglichkeiten finden, ihre „Arbeitgeber“ bis aufs sprichwörtliche Blut zu reizen?

Kein Wunder, dass jährlich in sechsstelliger Zahl Menschen aus Deutschland auswandern!

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Da elaboriert eine Schauspielerin, Sängerin und WasweißichnochallesIn vor sich hin, dass sie einen Werbevertrag für ein Mittel gegen Verstopfung oder Hämorrhoiden abgelehnt hat, weil er Rückschlüsse auf sie zulassen würde. Stattdessen macht sie Werbung für einen Kartoffelsalat und spricht einen Teil ihres Textes mit vollem Mund.

Wie war das noch gleich mit der Analogie zwischen Reden mit vollem Mund und leerem Kopf?

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Da erhebt sich eine Dame über ein Forum, in dem ihrer Meinung nach nur Idioten agieren. Einerseits lügt sie, dass sie dort schon lange nicht mehr aktiv ist. Andererseits wird sie nicht müde, sich dort ununterbrochen und sehr engagiert zu beteiligen und Links zu ihren Blog-Beiträgen eben dort als „Themen“ einzustellen. Wie neurotisch kann man darum betteln und bemüht sein, Aufmerksamkeit – egal wie und von wem – auf sich ziehen zu wollen?

Manchmal frage ich mich fast, wo die Grenze zwischen Inkonsequenz und Peinlichkeit ist. Aber eben nur fast.

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Da verkackt ein großes deutsches Brief- und Paket-Beförderungs-Unternehmen sein Kerngeschäft durch Misswirtschaft und bestenfalls als desaströs zu bezeichnenden „Service“ auf unnachahmliche Weise. Der neue Geschäftszweig nennt sich nun EP’ost’bri’ef und bietet einen kostenpflichtigen Service an, den jeder allerorts kostenlos bekommen kann (oder zumindest zu mitunter deutlich günstigeren Konditionen bei Anbietern, die ihre Zuverlässigkeit weit mehr unter Beweis gestellt haben, als dieses Unternehmen.

Und das soll nun sprichwörtlich den Arsch aus dem Feuer holen? Wie lange dieser Dienst wohl angeboten wird?

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Manchmal möchte ich gar nicht wissen, welche Form von „Logik“ einige verfolgen. Mehr noch: Ich bin froh, dass mir explizit diese Hirnzellen, die mir sowas erklären könnten, gänzlich zu fehlen scheinen …

Allen Menschen, die mich verstehen, wünsche ich ein nach logischem Verständnis ausgesprochen schönes Wochenende! ;o)

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