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Posts Tagged ‘Veranstaltung’

… als mir während eines Konzerts vor Rührung und Faszination die Tränen in die Augen schossen. Das geschah anlässlich des 10. Jahrestages der Wiedervereinigung. Der Sender, bei dem ich damals tätig war, richtete die Feierlichkeiten an diesem Tag auf der Messe Hannover aus. Unserem damaligen Musikchef (Jahaaa, ich beantworte Deine E-Mail noch; nicht hauen oder mit Bananen schmeißen! *g) war mit der Zusammenstellung der an diesem Abend auftretenden Künstler eine wahre Meisterleistung gelungen.

Aufgrund des Umstandes, dass natürlich vor allem in Berlin viele große Festivitäten stattfanden, fand ich es eine wirklich reife Leistung, dass es Cheffe gelungen war, neben zahlreichen weiteren, tollen Künstlern, insbesondere die Gruppe Karat an diesem Abend nach Hannover zu holen. Zudem war ihm ein Coup gelungen, von dem die meisten Mitarbeiter des Senders keine Ahnung hatten und erst, gemeinsam mit dem Publikum, erfuhren.

Der damalige Sänger der Gruppe Karat, Herbert Dreilich, hatte einige Monate zuvor einen Schlaganfall erlitten und sich längst noch nicht richtig davon erholt. Dennoch ließ er es sich als Vollblut-Profi natürlich nicht nehmen, an diesem Abend aufzutreten und sein allerbestes zu geben. Auf der Bühne stand ein Barhocker, auf den er sich zwischendurch setzen oder zumindest anlehnen konnte. Dennoch konnte man ihm die fast übermenschliche Herausforderung durchaus ansehen.

Natürlich kam zum Ende des Auftritts von Karat ihr Titel „Über sieben Brücken musst du geh’n“. Das Publikum war sichtlich irgendwas zwischen gerührt und begeistert. Dreilich gab alles was er konnte. Nach der ersten Strophe bekam er, zunächst noch dezent aus dem Off, stimmliche Verstärkung. Die Stimme wurde kräftiger und kam zum Duett ganz langsam auf die Bühne; transportiert von Peter Maffay. Mir ist es selten passiert, dass ich wegen eines überraschenden Effekts einfach losgeheult habe. Allerdings ging es bei weitem nicht nur mir so.

 

 

P.S. Bei diesem Video handelt es sich nicht um unsere damalige Veranstaltung!

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Herr Wortman hat mal ein paar Minuten meiner Zeit gebündelt, in dem er mich zu diesem Stöckchen verführt hat! ;) Ich mach dann einfach mal mit:

~

Eine Sache die du heute tust, von der du mit 16 nie gedacht hättest dass du sie jemals tun würdest:

Auf das (relativ) sichere „Netz“ einer Festanstellung zu verzichten.

Das letzte, was du gekauft hast, ohne dass es irgendeinen Sinn gehabt hätte:

Karten für ein Konzert mit Laith Al-Deen; für eine Freundin und mich. Eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn bekam sie einen Anruf und musste arbeiten. Allein hatte ich keine Lust zum Konzert zu gehen und Ersatz war so schnell nicht zu finden.

Einen Spitznamen von dir, den heute niemand mehr verwendet / kennt:

Schnubbel

Ein großes Ziel in deinem Leben, das du noch erreichen willst:

Eine private Führung durch sämtliche Pyramiden und sonstigen Gräber Ägyptens. Wenn nicht privat, dann zumindest in sehr kleinem Kreis.

Den größten Unsinn, den du als Kind gebaut hast:

Ich hatte Kerzen in meinem Zimmer brennen und bin irgendwann zum Abendessen runter gegangen. Ohne die Kerzen zu löschen. Der anschließende Löschaufwand war deutlich größer …

Ein aus heutiger Sicht vielleicht peinliches Poster das du in deinem Zimmer hängen hattest:

Ein Poster von Sascha Hehn.

Dein größter „Medienauftritt“ (Fernsehen, Zeitung, Radio etc.):

Das Magazin „Kontraste“ der ARD berichtete über das Thema „Ungewöhnliche Hochzeiten“ und begleitete uns dazu während der Hochzeitsvorbereitungen und der gesamten Feierlichkeiten. Besseres Film-Material kann man von der eigenen Hochzeit kaum bekommen! ;) Zudem zahlreiche Zeitungsberichte als Tänzerin und Trainerin, später als Autorin.

Vereine in denen du als Kind Mitglied warst:

Handball

Dein aktueller Lieblingswitz:

Der Hauptdarsteller eines erotischen Films fragt den Regisseur: „Was soll ich denn mit dem Kondom?“ – „Heute ist Kostümprobe!“

Woher kennst du die Person, von der du dieses Stöckchen bekommen hast?

Aus klein Bloggersdorf. Ich lese ihn regelmäßig und er revanchiert sich rege auf meinen beiden Blogs.

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Viel Spaß jedem, der ebenfalls bzw. weiter stöckseln möchte! ;)

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… und doch so präsent:

Nachdem mein Großvater väterlicherseits Anfang der 70er Jahre für immer eingeschlafen war, fuhr ich jedes Wochenende zu meiner Großmutter, damit sie nicht so alleine ist. Ich war gerade mal ein Teenager und hatte die Todesnachricht auf ziemlich robuste Weise erhalten: Eines Abends waren meine Eltern unterwegs, als das Telefon klingelte. Ich nahm den Hörer ab und hörte meine Großmutter sagen „Opa ist tot“. Das war’s. Von der Beerdigung und dem ganzen Drumherum bekam ich nichts weiter mit. Irgendwie ist dieser Abschied ziemlich spurlos an mir vorbei gegangen. So zumindest empfinde ich es heute. Vielleicht war das so eine Art Grundstein, den Tod als selbstverständlichen Bestandteil des Lebens anzuerkennen. Wer weiß.

Nachdem einige Zeit ins Land gezogen war, sah mich meine Großmutter eines Tages ganz ruhig an und sagte, für mich völlig unvermittelt, „Wenn ich irgendwann mal sterbe will ich, dass „Träumerei“ von Robert Schumann auf meiner Beerdigung gespielt wird. Innerlich fiel ich irgendwie zusammen. Tot? Meine Oma? Hm. Das war so weit weg. Lange Zeit dachte ich auch nicht mehr an diese Bemerkung. Allerdings vergaß ich nie, dass sie dieses Lied gespielt haben wollte, wenn es irgendwann soweit war. „Irgendwann“ dauerte noch ein viertel Jahrhundert. Dann war es tatsächlich passiert. Die Umstände und Folgen ihres Todes waren teilweise etwas merkwürdig, was mich sehr beschäftigte. Und mein Paps, der üblicherweise so wirkt, als wenn ihm nichts etwas anhaben könnte, ließ mich eine sehr nachdenkliche und mitunter verletzbare Seite erkennen.

Auch in diesem Fall ging vieles der „Vorbereitungen“ für den endgültigen Abschied an mir vorbei. Ich tue mich sehr schwer mit diesen irdischen Ritualen. Für mich selbst will ich gar kein Grab oder großes TamTam haben, wenn ich einmal gehe. Wer mich bis dahin nicht sowieso in sich trägt, braucht sich auch nicht auf einer dafür inszenierten Veranstaltung mit großen Reden die Augen aus dem Kopf zu heulen. Auch habe ich persönlich keinerlei Bedarf daran, dass er/sie sich anschließend vor einen Stein stellt oder stellen muss. Von der Pflege und den laufenden Kosten einmal ganz abgesehen. Die Zeit und das Geld kann man lebendiger investieren. Mir wäre es am liebsten, wenn ich verbrannt und meine Asche aus einem Flugzeug gestreut würde.

Das ist jedoch eine Entscheidung, die ich für mich getroffen habe. Selbstverständlich respektiere ich es, wenn jemand für sich eine völlig andere Vorgehensweise wählt. Und ich würde ihr, soweit es in meinen Möglichkeiten steht, grundsätzlich folgen. Auch musste ich mich einmal zu recht belehren lassen, dass mein Leben zwar mir gehört, die Trauer über mein Ableben aber den Hinterbliebenen. Und wie sie dann verfahren läge nicht mehr in meinem Bestimmungs-Spielraum. Insofern sage ich mittlerweile auch: Wenn beispielsweise meine Eltern ein Grab von mir brauchen und dafür Sorge tragen möchten, könnte ich damit „leben“. Und das ist keinesfalls makaber gemeint.

Allerdings lege ich großen Wert darauf, dass es meinetwegen keine Trauer-Feier gibt. Ein Gedenken; eine Art Zusammenkunft derer, denen ich wichtig war … ja, das gern. Aber sie sollen nicht trauern. Dafür haben wir viel zu viel miteinander gelacht. Dafür gab es viel zu viele schöne Erlebnisse, die uns für immer verbinden. Dafür war ich meist einfach viel zu frech. Sie sollen lachen und sich freuen, dass wir viel Zeit miteinander verbringen durften. Der Titel, den ich dann gespielt wissen will, ist „Somewhere“ aus der Westside Story, gesungen von Barbra Streisand. „Irgendwie, irgendwann, irgendwo werden wir uns wiedersehen“. An Letzteres glaube ich ja sowieso ganz fest. Und anschließend bitte Party; sonst werde ich echt sauer! ;o)

Was die Beerdigung meiner Großmutter betraf, verlief sie in einem ganz klassischen Rahmen. Bevor wir zum Friedhof gingen, saßen wir noch zusammen und auf einmal durchfuhr es mich wie ein Blitz! Ich hatte vergessen, mich darum zu kümmern, dass „Träumerei“ von Schumann gespielt wird. Kennst Du dieses Gefühl, wenn Du vor Schreck plötzlich glaubst, Tausend Nadeln bohren sich in Deine Gesichtshaut? Mir wurde richtig schlecht. Ich wusste nicht, ob ich die Einzige war, der gegenüber sie diesen Wunsch geäußert hatte. Vorsichtig fragte ich also, welche Titel wohl während der Zeremonie gespielt würden. Meine Eltern sagten, dass außer dem „Ave Maria“ kein Titel abgesprochen war. In dem Moment fing ich fast an zu heulen und hatte ein unglaublich schlechtes Gewissen.

Wir gingen gemeinsam zum Friedhof und ich betete innerlich, dass es mir gelingen würde, den Pfarrer vor Beginn zu sprechen, um ihm die Bitte vorzutragen, die mir meine Großmutter extra aufgetragen hatte. Natürlich ergab sich diese Möglichkeit nicht. So saßen wir schweigend in der ersten Reihe und mein Magen zog sich immer mehr zusammen. Wie konnte ich das nur vergessen. Eine Bitte und ich versage auf ganzer Linie. Die Feierlichkeit begann und Reden wurden gehalten. Das „Ave Maria“ wurde gespielt und weitere Worte über meine Großmutter und an die um sie Trauernden folgten. Gegen Ende der Zeremonie wurde nur noch ein weiterer Titel gespielt. Ein Titel, der mich endgültig fest daran glauben lässt, dass es irgendeine höhere Macht gibt, die Dinge lenkt, zu denen wir selbst – aus welchen Gründen auch immer – nicht fähig sind:

Danke!

P.S. Robert Schumann wäre heute 200 Jahre alt geworden.

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Der ESC = Eurovision Song Contest verkommt nach meinem Gefühl immer mehr zum Geld- und Macht-Gerangel zugunsten derer, die es sich eben finanziell leisten können, daran teilzunehmen. Er mutiert immer mehr zur Farce. Für mich hat das längst nichts mehr mit einem fairen Wettbewerb zu tun, für den sich die einzelnen Nationen durch Leistung qualifizieren müssen, um dann objektiv bewertet zu werden. Wer zahlt darf mitmachen. Unabhängig davon, was er geleistet hat. Um das zu gewährleisten, wird immer wieder an den Teilnahme-Bedingungen herum geschraubt. So lange bis es eben passt. Einstmals galt

Quelle:: „Die letztplatzierten Teilnehmer mussten ein Jahr aussetzen, waren aber im Folgejahr a priori berechtigt teilzunehmen. Diese Regel wurde mehrmals leicht modifiziert. 1996 wurde beschlossen, dass die vier Mitglieder, welche den größten Anteil des EBU-Etats tragen, für die Teilnahme gesetzt sind. Begründet war dies dadurch, dass der deutsche Beitrag 1996 bei einer internen Juryvorauswahl ausgeschieden war. Die finanzstarken Mitgliedsländer sollten nicht auf Dauer der Veranstaltung fernbleiben. Seither sind Deutschland, Frankreich, das Vereinigte Königreich sowie Spanien gesetzt, Italien ereilte bei einer Rückkehr das gleiche Schicksal. Diese Ländergruppe wird als Große Fünf (englisch Big Five) bezeichnet.“

Und daraus folgte außerdem:

Quelle:: „Der 41. Eurovision Song Contest fand am 18. Mai des Jahres 1996 im Spektrum in Norwegens Hauptstadt Oslo statt […] Da es insgesamt 30 Anmeldungen für den Contest gegeben hatte, sagte sich die Europäische Rundfunkunion vom bisherigen Qualifikationssystem – die letztplatzierten Länder des Vorjahres dürfen nicht am darauffolgenden Wettbewerb teilnehmen – los und führte eine interne Qualifikationsrunde ein, in der sich alle Länder außer Gastgeber Norwegen […] qualifizieren mussten. Da im Finale wie im Vorjahr nur 23 Länder antreten durften, mussten sich also sieben Länder vom Grand-Prix 1996 verabschieden.

Dabei traf es Ungarn, Dänemark, Mazedonien, Russland, Israel, Rumänien und auch Deutschland, wobei es bei Deutschland, Ungarn und Russland sowieso nur eine zweite Chance der Qualifikation darstellte. Diese Länder belegten beim letzten Eurovision Song Contest nämlich nur die hinteren Ränge. […] Vor allem in Deutschland reagierte man mit Zorn [***] auf die gescheiterte Qualifikation des Münchener Friseurs Leon und seinem von Hanne Haller komponierten Lied Planet of blue. Auch auf Reaktion darauf weigerte sich die ARD, den Wettbewerb auszustrahlen und verschob ihn auf den NDR, der in diesem Jahr auch erstmals für die Deutsche Vorentscheidung zuständig war.

Um die langfristige Teilnahme der großen Geldgeber (Spanien, Großbritannien, Frankreich und Deutschland) und so das Überleben des Contests zu sichern, wurde diesen Ländern ab dem nächsten Jahr der Status Big-4 zuerkannt. Diese Länder waren also – unabhängig von ihrer Vorjahresplatzierung – immer direkt für das Finale qualifiziert.
Nach der massiven Kritik wurde für das nächste Jahr der Qualifikationsmodus geändert. Nun wurde für jedes Land die Durchschnittspunktzahl der letzten vier (für die Wettbewerbe nach 1997 fünf) Jahre berechnet. Die Länder mit dem geringsten Wert mussten ein Jahr pausieren, waren aber im darauffolgenden Jahr direkt qualifiziert.“

[***]Zorn? Worüber? Wem gegenüber? Die Anderen sind böse weil die eigene Leistung einfach zu schlecht ist? Super! Sehr pfiffig! Ja ne, echt jetzt!

Übrigens handelte es sich bei dem fraglichen Beitrag um diesen hier:

Kann man toll finden; muss man aber zum Glück nicht.

Dass Länder, die sich ihre Teilnahme durch Leistung fair verdienen, tendenziell verschnupft auf die Nationen reflektieren, die im Zweifel mit jedem Scheiß antreten können, weil sie ja schließlich die Kohle haben, um sich ins Finale einzukaufen, kann ich durchaus verstehen:

Nur mal ein Jahr zurück gedacht war die Verschnupfung gegen Deutschland m. E. recht deutlich zu spüren. Eine Stripperin als Rahmenprogramm zuzulassen und sich dann prüde darüber zu echauffieren, dass die weltweit als Edel-Stripperin aner- und bekannte Dame sich ausziehen will, ist für meinen Geschmack durchaus als fragwürdig zu bezeichnen. Da hat es auf der Eurovisionären Bühne schon ganz andere Stripp-Vorlagen gegeben; die kamen nur gleich nahezu nackt und zogen sich nicht erst auf der Bühne aus. Auch dass explizit die No Angels technisch so desastriert wurden, bis ihre Stimmen kaum noch zu hören waren, könnte man durchaus gewillt sein, als negative Manipulation auszulegen.

Ist das die Quittung dafür, dass u. a. Deutschland keine Leistung zu bringen braucht, weil ja genügend Kohle von den GEZ-Gebühren missbraucht wird, um mitspielen zu dürfen? Frei nach dem Motto: Wer zahlt darf mitmachen; wer nicht zahlt muss Leistung bringen? Ganz ehrlich? Dann lieber Doping im Hochleistungssport. Das hat wenigstens trotz allem noch IRGENDwas mit reellem Wettbewerb zu tun. Denn immerhin die Qualifikation muss sauber sein.

Von all dem einmal abgesehen: Lena Meyer-Landrut hat was. Sie ist jung, frech und ihr Charme irgendwie unwiderstehlich. Ihre Sprüche sind teilweise so herzerweichend naiv, dass sie fast schon wieder richtig gut sind. Der Titel „Satellit“ ist zwar thematisch in höheren Sphären angesiedelt, als der 1996 bereits vor der Teilnahme gescheiterte Titel „Planet of blue“, ob sich die kleine Maus jedoch körperlich auf der riesigen ESC-Bühne ausreichend präsentieren kann, wage ich leider zu bezweifeln. Es sei denn, Herr Raab stellt ihr noch ein monströses Rahmenprogramm in den Rücken. Auch stimmlich würde ich sie nicht unbedingt als gewaltig bezeichnen aber ihre Persönlichkeit zeigt durchaus Präsenz. Sofern man sie lässt:

Fazit: 1996 ist bereits allein die Teilnahme Deutschlands in Oslo gescheitert, weil sich der gewählte Beitrag gar nicht erst qualifizieren konnte. Das wurde mittlerweile dahingehend „modifiziert“, dass es nicht mehr um Qualität geht, sondern darum, sich einfach in den „Wettbewerb“ einzukaufen. Leistung ist also gar nicht mehr erforderlich; Deutschland darf sowieso mitmachen. Mit Lena könnte jedoch durchaus so etwas wie Qualität an den Start gehen. Und allen Unkenrufen zum Trotz birgt sie einen unschlagbaren Joker: Sie kommt aus Hannover. Das kann also gar nicht schief gehen! ;o)

Ich drücke Lena Meyer-Landrut jedenfalls die Daumen …

Ihr persönlich! Nicht Deutschland.

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Auf dem Schloss Marienburg in Pattensen finden nicht nur zahlreiche tolle Veranstaltungen (Führungen, Lesungen, Jazz, Märkte etc.) statt, sondern das Schloss und seine Umgebung an sich sind auch äußerst sehenswert. Hier der klitzekleine Ausschnitt einer Mauer:

 

Die dortige Gastronomie kann sich übrigens auch prächtig sehen und schmecken lassen. Sowohl das Essen als auch die Preise betreffend. Ganz heißer Tipp: Wenn Spargelzeit, dann hin, und zwar soooofocht! ;o)

© skriptum

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Es begab sich zu einer Zeit, als ich eigentlich sehr gut drauf war …

Das könnte jetzt glatt ein Märchen werden. Wird es aber nicht. Im Gegenteil: Es ist die bittere Realität.

Während der Eigentümerversammlung im Jahr 2008 wurde beschlossen, die maroden Balkon-Kästen, die nach Aussage des Architekten zu damaligen (Bau)Zeiten durchaus den damaligen Standards entsprachen (hat er sie gebaut resp. daran mitgewirkt?), sanieren zu lassen. Sie zeigen mittlerweile so genannte Haarrisse, durch die Feuchtigkeit eindringen kann. Auch die Seitenverkleidungen sind an den Oberkanten alles andere als ansehnlich.

Also lautet der Beschluss, dass man da was tuen muss.

Angedacht wurden die Maßnahmen für Herbst 2008. Hilfsweise wurde das Frühjahr 2009 ins Auge gefasst.

Im Herbst 2008 passierte nix.

Im Frühjahr 2009 passierte nix.

Es könnte ja – rein theoretisch, versteht sich – sein, dass der eine oder andere Bewohner mit dem Gedanken spielt, diese verdammten Kästen zu bepflanzen. Dafür sind sie ja nun einmal da. Die meisten haben das auch gemacht, allerdings mit der gebotenen Vorsicht, falls binnen weniger Tage alles entfernt werden müsste. Denn die Balkonkästen sollten ja saniert werden.

Im Mai 2009 teilte der Verwalter dann mit, dass wir möglicherweise bereits bemerkt hätten, dass weder im Herbst 2008, noch im Frühjahr 2009 an den Balkonkästen etwas unternommen worden war.

Ach was!

Erneut erklärte der Architekt lang und breit, was genau gemacht werden müsse und aus welchen Gründen.

Ich liebe solche Veranstaltungen! *gähn

Der nächste Beschluss lautete also, dass im Herbst 2009 mit den Arbeiten begonnen werden würde. Natürlich nach rechtzeitiger Ankündigung, damit die Hausbewohner ihre Pflanzen zuvor in Sicherheit bringen können.

Nun ist ja die Umschreibung „rechtzeitig“ ein relativ dehnbarer Begriff. Ich persönlich empfinde es nicht als „rechtzeitig“, wenn aus heiterem Himmel ein höllisches Gepolter hinter dem Haus losgeht, ohne dass auch nur IRGENDein Hausbewohner weiß, was das soll. Das allein machte mich jedoch nicht einmal stutzig: So ruhig und harmonisch diese Wohngegend viele Jahre war, wird sie in den letzten Monaten, aus verschiedenen Gründen, immer lauter und ungemütlicher. Mir reicht es hier bald.

Erst als ein Hausbewohner die Arbeiter lautstark zum sofortigen Aufhören aufforderte, schoss ich auf den Balkon und wollte wissen, was da los ist. Könnte ja sein, dass Hilfe benötigt wird. Und was sah ich? Hinter dem Haus wurden Massen an Stangen, Leitern und Bohlen heran geschleppt. Offensichtlich wollte da jemand ein Gerüst aufbauen. Beziehungsweise mehrere. Der Hausbewohner hatte sich völlig zu recht aufgeregt, denn schließlich muss der Sockel des Gerüsts an diesem Haus auf seiner Terrasse stehen. Da er bei der Eigentümerversammlung nicht anwesend war, konnte er nicht wissen, was das überhaupt alles soll.

Mir schoss in dem Moment fast Dampf aus den Ohren! So sieht also rechtzeitig aus, ja?! Na, toll! Mein Balkonkasten stand auf ca. drei Metern noch voll in Blüte:

Ist es völlig unrealistisch, anzunehmen, dass der liebste Herr Verwalter nicht bei den Firmen, die einrüsten und malern, angerufen, den Auftrag erteilt und gefragt hat, wann sie anfangen, um zur Antwort zu bekommen „In drei Minuten geht es los“? Der hat doch wochenlang Zeit gehabt, uns zu informieren. Und das ist nicht zu schaffen?

Ach.

Irgendwann klingelte meine Nachbarin, die ihrerseits den Vorarbeiter ausfindig gemacht und gefragt hatte, was denn nun wohl geplant sei. Es handelte sich tatsächlich um den Gerüstbau zur Sanierung der Balkonkästen. Danke an die Hausverwaltung an dieser Stelle, für die „rechtzeitige“ Information, wann es losgeht. Meine Nachbarin teilte mir weiter mit, dass an diesem und dem nächsten Tag noch nichts an den Kästen gemacht würde, so dass wir am Folgetag Zeit hätten, um die Kästen zu räumen.

Kurz zuvor hatte ich – nicht wissend, wann es losgehen wird – noch neue Pflanzen gekauft und eingesetzt. Wer mir das bezahlt, wenn die Pflanzen jetzt nach Rücksetzung in kleine Pötte eingehen, weiß ich noch nicht. Dienstag habe ich mir händeringend drei Stunden abgequält und meine Arbeit liegen lassen (müssen), um den Balkonkasten zu leeren und meine Pflanzen zu evakuieren, weil es ja Mittwoch losgehen sollte. Wer mir das bezahlt, weiß ich auch noch nicht. Aber wen ich dafür „umbringen“ werde, wenn ich ihn erwische … ja, da habe ich schon eine leise Idee!

Das alles heißt aber natürlich keinesfalls, dass es am Mittwoch tatsächlich losging:

28.09.: Plötzlicher Gerüstaufbau
29.09.: Chance, die Pflanzen zu evakuieren
30.09.: geht’s los.

Geht es los? Denkste! Nüscht war! Kein Arbeiter zu sehen, folglich keine Arbeiten. Okay, nächste Chance:

01.10.: Geht’s endlich los?

Denkste (2)! Wieder nix. Kein Arbeiter, keine Arbeiten.

02.10.: Zum Wochenende Arbeits-Start?

Nein, natürlich nicht.

Auch habe ich den Hausverwalter noch nicht gesehen. Immerhin hat er es verpennt, uns rechtzeitig (…) zu informieren. Es könnte ja durchaus sein, dass der eine oder andere Bewohner im Urlaub ist und seinen Balkonkasten dem entsprechend gar nicht räumen kann. Also ist es doch wohl die Aufgabe des Hausverwalters, hier blitzartig anzutanzen, die Gerüste zu erklimmen und nachzusehen, ob bei insgesamt 24 Wohneinheiten in drei Häusern alle Pflanzen entfernt wurden, damit sie während der Arbeiten nicht geschrottet werden, oder?

ODER?

Mein Balkonkasten sieht so trostlos aus wie noch nie! Das ist der klägliche Rest, den ich nicht heraus nehmen konnte, weil sie dann garantiert eingehen. Tüten müssen reichen:

Inzwischen ist es Freitagnachmittag. Die Arbeiter sind nach wie vor nicht (mehr) zu sehen, mit den Arbeiten wurde nicht einmal begonnen. Stattdessen haben wir Dank längst aufgebauter Gerüste gar prächtige Hintereingänge. Es ist ein Leichtes, die erste Plattform zu erklimmen und dann mittels der auf jeder weiteren Plattform befindlichen Leiter bis ins oberste Stockwerk zu klettern. Zwischendurch kann man mal in aller Ruhe gucken, ob irgendwo eine Balkontür offen oder wenigstens auf kipp steht, die man dann aufbrechen kann, um die jeweilige Wohnung in Ruhe auszuräumen, falls die Bewohner beispielsweise im Urlaub sind und keine Ahnung davon haben, dass das Haus eingerüstet ist.

Im Moment ist es also sehr leicht, mich überraschenderweise zu besuchen:

Einfach bei Nacht, sogar ganz ohne Nebel, hinter das Haus gehen und hoch kommen. Die Leiter befindet sich sozusagen direkt vor meinem Schlafzimmerfenster, da dort auch der Balkon ist. Ich könnte natürlich, zur Vereinfachung des Einstiegs, zusätzlich mein Haar herunter lassen, damit die erste Plattform noch leichter erklommen werden kann. Aber wie gesagt: Es ist ja kein Märchen, sondern bittere Realität! Nur zu Rapunzel …

… ja, es könnte durchaus sein, dass ich dazu bald werde! *ARRRRGH!

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Dass Hannover zu den grünsten Städten dieses Kontinents gehört ist müßig zu erwähnen. Mit dem größten Stadtpark Europas, der Eilenriede, die fast doppelt so groß ist, wie der Central Park in New York, liegt Hannover ganz vorn, wenn es um so genannte, städtische „grünen Lungen“ geht. Als kleine „Entschädigung“ ist das System der hannoverschen U-Bahn nach New York verkauft worden. Mit dem weltweit größten Schützenfest glänzt Hannover ebenfalls. Die erste Weltausstellung auf deutschem Boden, die „EXPO 2000“ unter dem Motto „Mensch, Natur, Technik“, fand in Hannover statt. Sie hatte die bis dahin größte Resonanz auf Weltausstellungen und neben zahlreichen weiteren Attraktionen das weltweit größte, frei tragende Holzdach zu bieten, unter dem sich einige der insgesamt 15.000 Veranstaltungen abspielten. So oft wie ich dort gewesen bin, ist fast anzunehmen, dass ich die meisten selbst erlebt habe. Generell bietet die abwechslungs- und zahlreiche Gastronomie Hannovers, sowie die rund ums Jahr stattfindenden Veranstaltungen in vielfältigen Stadien und sonstigen Locations kaum Gelegenheit, Langeweile aufkommen zu lassen.

Auch der „Erlebnis Zoo Hannover“ ist weit über die Grenzen Deutschlands bekannt und bietet mit seinen sechs Erlebniswelten an einem Tag die Möglichkeit, zu Wasser und zu Land die ganze Welt zu bereisen. Ebenso sind die erhaltenen bzw. nach dem zweiten Weltkrieg wieder aufgebauten Fachwerkhäuser der Altstadt, in der auch die neun Jahrhunderte alte Marktkirche bewundert werden kann, der Maschsee, der zu den größten Stadtseen Europas zählt, das Aquarium „Sealife“ mit einer einzigartigen Sammlung an vielen exotischen, in jedem Fall aber sehenswerten Wasserlebewesen, und die „Königlichen Gärten zu Herrenhausen“, in denen unter anderem eine weltweit gesammelte Pflanzenpracht und die Niki de Saint Phalle-Grotte bewundert werden kann, erlebens- und genießenswert. Durch ganz Hannover verteilt ist eine der größten Kunstsammlungen weltweit von Niki de Saint Phalle zu besichtigen. Die weltweit größte Messe für Informationstechnik, „CeBIT“, findet seit 1986 auf dem Messegelände Hannover statt.

Hannover ist also durchaus eine Stadt der Superlative. Warum sie von einigen anderen Städten bzw. deren Bewohnern permanent als minderwertig belächelt wird, erschließt sich mir nicht. Vielleicht ist es Angst? Und wenn das nicht, dann vermutlich schlicht Unwissenheit. Denn in 99,873 Prozent aller Fälle wird vorgegeben, Hannover zu „kennen“, wenn lediglich mal die CeBIT besucht wurde. Das reicht nicht; nicht einmal wenig! Aber was auch immer es ist: Auf jeden Fall finde ich es ungerechtfertigt, diese Stadt herabzuwürdigen. Ich liebe Hannover und beabsichtige, nicht nur aus rein privaten Gründen, sie noch viele Jahre mit meiner Anwesenheit zu quälen ;o) Ungefähr 10 Minuten von der direkten Innenstadt entfernt befindet sich meine Wohnung. Also sehr zentral. Dennoch habe ich, egal in welcher Richtung ich aus den Fenstern sehe, eine grüße Blätterwand vor Augen. Es ist also unfraglich, dass Hannover neben den Beinamen „Messestadt“ und „Stadt des Jazz“ als deutsche Jazz-Hochburg, völlig zu recht als die „Stadt im Grünen“ bezeichnet wird. Dem entsprechend fand ich die Idee, Hannover mal im Kontrast, also in Schwarz und Weiß, vorzustellen, ganz reizvoll.

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