Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘verschmelzen’

Was bisher geschah? Klick HIER!

~~~

Was ist eigentlich, wenn man über andere lacht und plötzlich besteht jeder erdenkliche Grund, über sich selber laut schallend zu lachen?

——————————————————————————–

Sie empfand es als völligen Quatsch, nach ein paar Tagen bereits zu behaupten, dass man jemanden liebt. Gern haben ja. Verliebt sein vielleicht. Aber lieben? Ständig zauberte es ihr ein milde besser wissendes Grinsen auf die Wangen, wenn sie von anderen hörte oder las, dass sie bereits nach kürzester Zeit vorgaben, jemanden zu lieben.

Es gehörte doch sehr viel mehr dazu, einem Menschen gegenüber zu behaupten, dass man ihn liebt, als ihn gerade mal – nein: als gerade mal sechs Wochen überhaupt von seiner Existenz zu wissen. Man musste sich länger kennen. Mehr Macken am anderen entdeckt und für sich Wege gefunden haben, damit umgehen zu wollen und zu können. Eigene Macken abgelegt oder zumindest bewegt haben. So vieles musste doch geschehen, bevor man wirklich lieben konnte.

´`´`´`´`´`´`´`´`´`´`´`´`´`´`´`´`´`´`´`´`´`´`´`´`´`´`´`´`´`´`

Er war weg. Sie blieb allein zurück. Die Tränen liefen ihr über das Gesicht und sie fühlte sich leer. Einfach leer. Was sie in den vergangenen 48 Stunden erlebt hatte, konnte doch nur ein Traum gewesen sein. So schön. So warm. So romantisch wie es nur sein konnte. Sie war in einem völligen Gefühls-Strudel und drohte in diesem Moment sang- und klanglos darin unterzugehen.

Es war völliger Quatsch, nach so kurzer Zeit bereits zu behaupten, dass sie ihn liebt. Gern haben ja. Verliebt sein vielleicht. Aber lieben? Doch was veranstalteten ihre Gefühle da bloß gerade?

Warum freute sie sich nicht einfach? Warum saß sie heulend dort, wo beide gerade noch gekuschelt hatten? Warum lachte sie nicht und freute sich einfach auf das nächste Wochenende, wenn sich beide wieder hätten? Sie konnte nicht. Sie vermisste ihn in dem Moment, als sich die Tür hinter ihm schloss so sehr, dass sie ihren Tränen, die sie schon in den letzten Minuten mit ihm krampfhaft zurückhalten musste, nur noch freien Lauf ließ.

Es war total bescheuert und verrückt. Kindisch. Hysterisch vielleicht sogar. Sie wusste das. Sie wusste genau, dass es total albern war, was sie gerade abzog. Und doch riss es ihr das Herz aus der Brust zu wissen, dass jede Sekunde ihn weiter von ihr weg brachte.

Inzwischen steckte sie sich völlig gedankenverloren parallel die dritte Zigarette an und wunderte sich nicht einmal darüber. Sie grübelte. Es war ja kein Abschied für immer. Es war nicht einmal überhaupt ein Abschied. Er war längst in ihrem Herzen. Und er würde bis zum nächsten Treffen jede Sekunde bei ihr sein. Sich eigentlich gar nicht entfernen. In ihr liebevolle Gefühle und Gedanken auslösen. Jede Minute. Jede Sekunde. So wie er es in den letzten Stunden bei ihr, mit ihr, getan hatte.

Sie waren so glücklich an diesem Wochenende. Glücklich, als würden sie sich schon jahrelang kennen. Als hätten sie längst alle Hürden, die einer großen Liebe im Wege stehen könnten, lächelnd überwunden und inzwischen jeden Freiraum, die Beziehung – die Gefühle füreinander völlig frei wachsen zu lassen und zu genießen.

Natürlich war es völliger Quatsch, nach so kurzer Zeit zu denken, dass sie ihn liebt. Gern haben ja. Verliebt sein vielleicht. Aber lieben? Und doch, waren ihre Gefühle viel größer, als es gern haben oder verliebt sein zu umfassen in der Lage gewesen wären.

Sie haben viel miteinander geredet. Sich Dinge aus ihren Leben erzählt, die dem anderen bisher natürlich verborgen waren. Dinge berichtet, die vielleicht irgendwann einmal eine Art Hürde darzustellen geeignet sein könnten. Sich dadurch gegenseitig den Rückhalt geben, anderen gegenüber für den Fall der Fälle lächelnd sagen zu können Ich weiß, wir haben darüber gesprochen!. Die Stärke gegeben, eventuellen Neidern schmunzelnd die kalte Schulter zu zeigen, weil beide zueinander offen waren. Ehrlich waren. Sich dadurch unschlagbar gemacht haben. Miteinander. Füreinander. Jetzt schon.

Sie waren albern wie kleine Kinder. Haben gelacht. Sich umarmt. Sich gejagt und gefangen. Sich geküsst. Sich genossen. Ganz tief in die Augen gesehen und ohne ein einziges Wort gewusst, was in dem anderen vorgeht. Diese Harmonie. Dieses wortlose einander verstehen. Einander annehmen. Einander akzeptieren. Wo kam das her? Wie konnte das sein? So schnell. So aus heiterem Himmel. So einfach.

Natürlich war es völliger Quatsch, nach so kurzer Zeit zu denken, dass sie ihn liebt. Gern haben ja. Verliebt sein vielleicht. Aber lieben? Und doch passte einfach alles so gut. So ganz selbstverständlich.

Sie brauchten keine Worte, um sich zu verstehen. Sie brauchten keine Fragen, um Antworten zu erhalten. Sie brauchten keine Erlaubnis, um übereinander herzufallen. Ihre Körper miteinander verschmelzen zu lassen, um später einfach schweißgebadet beieinander zu liegen und sich glücklich in die Augen zu sehen, in den Armen zu halten. Sie passten zusammen, konnten sich ineinander vereinigen, sich endlos genießen, als wären sie ausschließlich füreinander geschaffen worden.

Sie hatte das Gefühl, dreieinhalb Jahrzehnte ihres Lebens damit verschwendet zu haben, sich mit Männern einzulassen, die ihm nicht einmal einen Fingerhut voll Wasser hätten reichen können oder dürfen. ER! Er war es, den sie immer wollte. Und nun war er da. Stand an ihrer Seite. War in ihr Leben getreten. Die Wärme ihres Lebens. Die Wärme? Der Mensch? Der Mann? Die Liebe ihres Lebens?

Und was machte sie nun so traurig? Die Tatsache, dass er ein paar hundert Kilometer von ihr entfernt wohnte? Es hätte ein anderes Land, ein anderer Kontinent sein können. Aber es waren nur ein paar hundert Kilometer. Ein paar hundert Kilometer, die für sie die kommende Woche zur Hölle werden ließen. Das wusste sie im Moment des Abschieds genau.

Schlafen gehen, ohne ihn fühlen zu können. Einfach zu wissen, dass er da ist. Sie im Arm hält. Bei ihr ist mit Körper und Geist. Mit seinen Augen. Mit seinen Händen. Mit seinem Mund. Mit seinem ganzen Körper. Bei ihr ist. Sie liebkost. Sie fordert. Sie nimmt. Sie loslässt um sich kurz danach wieder mit ihr zu verlieren. Bei ihr. In ihr. Ohne Kalkül. Ohne Plan. Ohne den Kopf eingeschaltet zu lassen. Einfach so. Einfach fallen lassen. Einfach grenzenlos schön.

Aufwachen, ohne als erstes in sein Gesicht zu sehen. Sich an ihn anschmiegen zu können. Nur ganz vorsichtig um ihn nicht schon zu wecken. Dort zu liegen. Seine nackte Haut zu spüren. Seinen Atem zu hören. Zu fühlen. Zu genießen. Zu denken, dass er noch schläft und doch plötzlich durch seine zarten Berührungen zu beben.

Berührungen, so zärtlich, dass jede einzelne davon sie fast um den Verstand brachte. Berührungen die von Sekunde zu Sekunde fordernder wurden und doch nie forsch. Berührungen die sie erwiderte. Langsam. Zaghaft. Fordernder. Wilder als sie es je getan hatte. Gieriger als sie es bisher je wollte. Forderungen die auf eine Weise erfüllt wurden, wie sie es bisher nicht kannte.

War es denn tatsächlich völliger Quatsch, nach so kurzer Zeit zu denken, dass sie ihn liebt? Es war viel mehr als gern haben. Das Wort verliebt träfe es vielleicht besser, nicht jedoch treffend. Aber lieben? Was ist lieben? Sie wusste, keinen weiteren Tag ohne diesen Mann erleben zu wollen. Plötzlich waren Bedürfnisse in ihr, die sie bisher bei keinem anderen Mann verspürt hatte. Immer hatte sie das Gefühl gehabt, sich ein Hintertürchen offen halten zu müssen und hatte das auch getan. Das wurde ihr jetzt klar. Jetzt.

Hier war nun plötzlich ein Mann, den sie kaum kannte. Ein Mann, der in ihr Emotionen auslöste, die sie so intensiv nie zuvor erlebt hatte. Ein Mann, der wie ein Blitz in ihr Leben eingeschlagen hatte und den sie um nichts in der Welt wieder hergeben wollte. Nach langem Dagegenangehen wollte sie plötzlich doch eine Beziehung. Diese Beziehung. Diesen Mann in ihrem Leben. Fest. Ganz fest. Nicht, weil das im Moment nicht ging, sondern, weil… weil sie… weil sie ihn… was? Liebte? Sie wollte lieben. Endlich lieben. Weil sie plötzlich wußte, dass es das schönste Gefühl war, das sie sich vorstellen konnte zu erleben.

Durch ihn.

© skriptum
[21.01.2002]

Read Full Post »

 

Zwei Menschen treffen sich
verschmelzen ineinander
lernen zu lieben
und lieben ohne zu lernen
weil es einfach passiert
weil es einfach schön ist
unendlich schön

Zwei Herzen werden zu einem
und ein Körper aus zwei Menschen …

… versteht.

© skriptum

Read Full Post »

 

Die Luft säuselt süße Sänften unter unsere Körper.
Sie trägt uns zu neuen Ufern der Zeit.
Seelenfänger, komm! Lass uns schweben!
So schnell, bis uns schwindelig wird.
Und dann lassen wir uns gleiten. In die Ewigkeit!

Sieh doch, dort drüben: Die Klippe der Unvernunft.
Komm, wir setzen uns an ihren Rand,
lassen unsere Füße barfuß baumelnd Blitze werfen
und warten ab was passiert.
Es kann nichts Böses geschehen. Wir haben Zeit!

Hörst du die Farben der Zufriedenheit
wie sie sanft über unsere Rücken streifen?
Kannst du es ertragen, von ihnen verführt zu werden?
Dann nimm sie an und lass dich fallen.
Ich halte dich, versprochen! Sei nur bereit!

Warum fragst du, woher ich die Kraft nehmen will,
um dich beim Fallen zu halten.
Weißt du denn nicht dass du es bist,
der diese Kraft an mich verschenkt?
Ich nehme sie nur und lege sie um. Sieh: Mein neues Kleid!

Gefällt dir was du siehst? Willst du es bewahren?
Lass uns verschmelzen mit den Winden der Lust
um der Alltäglichkeit ein Schnippchen zu schlagen.
Sobald wir hinab gleiten werden Funken unseren Weg säumen
und die Ewigkeit wird zur Wirklichkeit. Wir sind soweit!

© skriptum

Read Full Post »

Sanft weht der Wind durch meine Gedanken und nimmt den Sand mit sich. Nur die Muscheln verfangen sich in der Unendlichkeit; bilden ein Karree aus Wärme und Licht. Ich sitze am Wasser und beginne zu begreifen, was Ruhe ist. Fische gibt es hier längst nicht mehr. Jedenfalls keine greifbaren. Dafür unglaublich viele Gedankenperlen, die in Form angekommenen Regens meine bloßen Füße umspielen. Das Meer ist friedlich. Es fordert nichts. Statt dessen füllt es meinen Kopf mit Rauschen. Das ist mir ansich bekannt. Nur anders. Bisher. Ganz vorsichtig beginne ich darüber nachzudenken, wie ich diesen Augenblick festhalten könnte. Eine praktikable Antwort will mir jedoch partout nicht einfallen. Also lasse ich es und gebe mich ganz dem nächtlichen Neumond hin, der seine Kraft nur erahnen lässt.

Es ist dunkel. Auch in mir. Eine wohlige Dunkelheit, die nichts Bedrohliches, nur Frieden in sich trägt. Die Hände hinter mir im Sand vergrabend, schließe ich langsam meine Augen. All die Hektik der vergangenen Wochen und Monate ist einer fast nur noch als irreal zu bezeichnenden Ruhe gewichen. Das Glitzern auf den seichten Spitzen des Wassers lädt mich zum Fallenlassen ein in eine Welt, die so ganz anders zu sein scheint als meine eigentliche. Ist es das, was den besonderen Reiz solcher Momente ausmacht? Oder ist es eine ursprüngliche Normalität, die gegen den längst als normal akzeptierten Alltagsstress kaum noch eine Chance hat? Es sind diese kleinen Momente, die mir das Leben immer wieder lebenswert erscheinen lassen.

Deine Blicke auf meiner Haut sind warm und fordernd. Das Gefühl des Beobachtetwerdens reizt nicht nur mich. Du weißt nicht, dass ich Dich längst bemerkt habe. Die Entfernung zwischen uns ist nur räumlich. Ich fühle Dich. Auch wenn Du noch meterweit von mir entfernt bist. Langsam stehe ich auf und gehe ein paar Schritte. Nur bis zu den Felsen. Zu weit will ich von diesem Ort nicht weg. Viel zu fesselnd ist die Stille, die längst verloren schien. Ich trete in eine zerbrochene Muschel und ein bittersüßes Lächeln umspielt meine Gedanken. Der Sand färbt sich rot doch mein Fuß schmerzt nicht. Das Wasser kühlt und reinigt. Mehr will ich nicht. Der warme Wind spielt mit meinen Haaren, die sich bei diesem eigentlich gar nicht vorhandenen Licht wie goldene Fäden um meinen Körper schmiegen. Die Felsen sind angenehm kühl und meine Haut fügt sich in die von der Natur gespülten Formen ein.

Die Entscheidung, ob ich meine Augen schließen oder geöffnet halten soll, verschiebe ich auf später. Der Duft des Wassers und sein Rauschen nimmt mich in Besitz. Du kommst leise näher und siehst mich schweigend an. Die kühle Flasche in Deinem Arm und die beiden Gläser, von denen Du mir eines zwinkernd reichst, ist die perfekte Ergänzung der Vollkommenheit dieser Situation. Kleine Perlen, die sich den Weg an die Oberfläche bahnen, sind wie Sterne auf unseren Gemütern. Schweigend kommen wir uns näher und die Hitze der bisherigen Nacht lässt uns erneut miteinander verschmelzen. Wortlos, um den Moment nicht zu zerstören. Tief dringen nicht nur die Blicke unserer Augen in uns ein. Und die Sehnsüchte zweier Seelen verschmelzen ineinander wie der sanfte Wind, der prickelnd durch meine Gedanken rauscht, um sich spielerisch den Weg ins Meer der Gefühle zu bahnen.

Angekommen.

© skriptum

Read Full Post »