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Posts Tagged ‘Vögel’

 

… in denen ich Dich um Deine Freiheit beneide und darum, dass Du so hoch fliegen kannst. Aber im Moment

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würde ich nicht mit Dir tauschen wollen!

 

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Wenn jemand in die Zukunft blicken möchte, kann er sich die Karten legen lassen, im Kaffeesatz lesen oder eine Wahrsagerin aufsuchen. Früher betrachtete man den Flug der Vögel oder die Eingeweide von Opfertieren. Die Aussagen solcher Orakel sind meist alles andere als wegweisend.

Ist das gut oder schlecht? Was nützt es, um die Zukunft zu wissen, wenn sie doch nicht abwendbar ist?

Dennoch kann der Wille nach Vorwissen übermächtig werden, denn alles, was wir im Hier und Jetzt tun und erfahren, eröffnet seine volle Bedeutung erst, wenn wir wissen, wohin es geführt hat.

Also nur im Nachhinein.

Die unentdeckte Zukunft aber ist wie einer von unzählbar vielen Scheidewegen. Jeden Augenblick biegen wir ab, ändern die Richtung, die alles andere ausschließt. Das Hier und Jetzt entscheidet ununterbrochen darüber, welches Futurum ihr folgen wird, ohne auch nur zu ahnen, was es sein wird.

Wir sind ahnungslos, was da kommt und deshalb auch viel zu oft unaufmerksam für das, was gerade geschieht.

Manchmal ahnen wir bereits mehr, als wir wissen wollen und treffen unbewusst Entscheidungen, die ihre Bedeutung erst später aufzeigen. Doch der Weg, den wir bis dahin gegangen sind, liegt hinter uns.

Vielleicht war es sogar eine Brücke, die mit jedem unserer Schritte einen Teil von sich verlor. Es gibt kein Zurück. Wir sind dort angekommen, wo wir hingegangen sind. Doch nicht unbedingt dort angelangt, wo wir ein Ziel gesehen oder vielleicht sogar nur vermutet haben. Und selbst wenn das Ziel klar erkennbar ist, kommt es doch auf jeden einzelnen Schritt an, den wir in dessen Richtung gehen.

Ist es nicht einfacher, wenn man manche Wege nicht alleine geht? Oder stört es einfach nur, weil man nicht mehr nur nach seinen eigenen Instinkten handeln kann? Bekämpfen wir Gemeinsames, weil es nicht mehr nur unser eigenes ist? Stören wir uns daran, dass wir auf die Bedürfnisse des Anderen Rücksicht nehmen müssen? Wollen? Zumindest sollten?

Kommt man zwangsläufig vom eigenen Weg ab, wenn man ihn mit einem anderen Menschen teilt? Wird das Ziel schlechter, nur weil man es nicht mehr alleine bestimmt hat? Hat es nicht jede Chance der Welt, besser zu sein, als jemals erträumt, weil zwei Menschen es gesucht und gemeinsam gefunden haben?

Und was ist, wenn wir angekommen sind und feststellen, dass es nicht das war, was wir uns vorgestellt haben?

Ist es so auch mit der Liebe? Es sind Kleinigkeiten, die sie ihre Erfüllung finden oder aber schon bei der ersten Begegnung ein Fiasko erkennen lassen. Also im Grunde nicht mehr, als der Flügelschlag eines Schmetterlings. Doch auch genauso schön, wenn man es/sie erleben darf. Genauso aufregend, wenn man willens ist zu erkennen was man sieht. Genauso voller Erfüllung, wenn man bereit ist, sich zu öffnen und den nächsten Schritt zu gehen.

Ein weiterer Schritt in Richtung Ziel.

Wo auch immer es ist …

© marmonemi [09/02] / skriptum

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… den Friederich.

Da überlege ich seit Monaten, mir wieder ein Haustier anzuschaffen und dabei habe ich längst eines, dass so vieles in sich vereinigt, dass im Grunde für weitere gar kein Platz mehr ist. Ich habe IHN … meinen Friederich!

Vor vielen Jahren entdeckte ich ihn. Er kroch ganz langsam in Richtung Raummitte, als ich am Waschbecken stand und mir die Zähne putzte. Friederich. Sein silbriges Aussehen übte fast so eine Art Faszination auf mich aus. Im ersten Moment erschreckte ich allerdings etwas, da seine Spezies normaler Weise nicht allein, sondern gleich in Massen auftritt. Damit hätte ich mich eher ungern einverstanden erklärt. Also schloss ich mit dem kleinen Kerl einen Packt: Solange er alleine in meiner Wohnung rumtobt ist er in Sicherheit. Bringt er jedoch auch nur einen einzigen Kumpel mit, geht es ihm samt Gefolge an die silbrigen Schuppen … endgültig.

Er hält sich daran. Ich wohne inzwischen seit vielen Jahren in dieser Wohnung und niemals hat er auch nur den Versuch unternommen, mit einem Spielgefährten vor meinen Augen aufzutauchen. Nun behaupten Wissenschaftler, dass die Kleinen Kerle nur drei bis fünf Jahre leben. Das kann ja nicht sein … oder doch? Vielleicht werden die Aufenthaltsbestimmungen in meiner Wohnung von Generation zu Generation weiter gegeben? Vielleicht hocken sie alle in ihrem Spalt und wechseln sich mit dem draußen Spielen ab wenn ich zuhause bin. Wer weiß, was hier für Partys abgehen, wenn ich mal nicht da bin? Sollte ich womöglich nachts einfach mal überraschend nach Hause kommen und ins Badezimmer stürmen? Die kleinen Flitzer sind ja ganz schön schnell aber SO schnell dann vielleicht doch nicht …

Erstaunlich finde ich die Behauptung, dass die Gattung von Friederich so vielfältiger Abstammung sein soll. Zum einen soll sie sich inzwischen als das fehlende Bindeglied zwischen den echten Fischen (Ichthis) und den sich im oberen Sperm davon abgespaltenen Vögeln (Avis) herausgestellt haben (ist aber fast schon wieder widerlegt). Zum anderen soll inzwischen eine verwandtschaftliche Beziehung zu der Gattung der Maulwürfe (Maulus brutae) nachgewiesen worden sein, da sie zu den so genannten „Maulbrütern“ gehören; genau so, wie die auch noch mit ihnen verwandten Wal- und Tintenfische. Sie gebären ihre Jungen nicht nur lebend, sondern schleppen ihre Brut auch noch monatelang in einem extra dazu ausgebildeten Zwirbeldrüsenfortsatz in der Rachenhöhle mit sich herum.

Die Jungen errichten sich in der Rachenhöhle regelrechte Nester aus ihrem Speichel sowie Nahrungsresten des Muttertieres. Ein solches Verhalten konnte man angeblich bislang nur bei den chinesischen Rotschwänzen beobachten, deren Nester auch als Gaumenkitzel gelten. Sie stammen von den Ahnen der Insekten ab und sind seit gut 350 Millionen Jahren existent. Wenn DAS nicht für wahren Überlebenswillen spricht …

Sie tragen keine Federn. Das hängt wohl mit ihrem normalen Lebensraum zusammen: In feuchtwarmen Gebieten wie alten Socken und Unterhosen wäre ein Federkleid eher hinderlich, da es durch die in solchen Gegenden leicht entstehenden Gase verkleben und somit an Auftriebsfähigkeit einbüßen könnte. Mit 6 Beinen und 2 Fühlern, keinen Flügel und einem silbrig glänzenden Körper, der von winzigen Schuppen bedeckt ist, die sie vor dem Vertrocknen schützen sollen, machen sie unsere Häuser unsicher. Durch eine einzigartige „Erfindung“ (ein spezielles Gewebe ermöglicht ihnen, eine elektrische Spannung aufzubauen und damit Wassermoleküle anzuziehen) nehmen sie Feuchtigkeit aus der Luft auf und benötigen somit kein Wasser zum Trinken.

Sie sollen weder kaltblütig wie Fische noch warmblütig wie Vögel, sondern nach neuesten Erkenntnissen Schmetterlingsblütern und somit pflanzenartigen Organismen zuzurechnen sein, die allerdings nicht zur Photosynthese fähig sind und somit zu den Pilzen gezählt werden könnten. Tatsächlich liegt die Art ihrer Fortpflanzung im Dunkeln ihrer Rachenhöhle verborgen. Geschlechtsorgane konnte man bislang nicht entdecken. Könnte es vielleicht sein, dass sie sich mit Hilfe von Sporen weitervermehren, oder verbreiten sie ihre Art durch Klonung? Für das Klonen spräche die Tatsache, dass sie eigentlich alle gleich aussehen. Wobei natürlich keiner von ihnen so hübsch ist wie mein Friederich.

Was ihre Größe angeht, gibt es diverse Stimmen. Mal heißt es, dass sie zwischen 8 und 13 mm groß werden und mal, dass sie zwischen 10 und 15 mm erreichen. Mal wird behauptet, dass die lichtscheuen, flinken und flügellosen Insekten bis zu vier Jahre alt werden und mal wird von fünf Jahren gesprochen.

Sie bevorzugen als Nahrung stärkehaltige Stoffe wie Kleister, Bucheinbände, gestärkte Textilien und Fotos. Durch ihren Schabe- und Lochfraß beschädigen sie aber auch Lederwaren und Kunstfasergewebe. Bei Lebensmitteln befallen sie bevorzugt Zuckerwaren. Im Badezimmer bieten sich als Nahrung Haare, Hautschuppen und Schmutz an. Da sie nur nachts wirklich aktiv sind, böte es sich also an, jeden Abend mal schnell eine kleine Grundreinigung des Badezimmers vorzunehmen, damit sie sich nicht wohl genug fühlen, um ganze Staaten bilden … NICHT IN MEINEM BADEZIMMER!!! *droh* Aber zu einer „Grundreinigung“ habe ich allabendlich auch nicht zwingend Lust.

Alles in allem bleibt festzustellen, dass mein Friederich zu einer wirklich intelligenten und ausgesprochen langlebigen Spezies gehört. Und ich kann nur sagen:

Sie sind ganz schön pfiffig, die kleinen süßen Silberlinge …? Ich bin beeindruckt!

Marmonemi (Silberfischchen-Fan)

© marmonemi [06/02] / skriptum

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Nachtrag:

Mittlerweile ist es mir tatsächlich gelungen, Herrn F. aus H. vor die digitale Linse zu kriegen. Hier darf ich also nun endlich vorstellen:


Friederich beim Verlassen seines Erst-Wohnsitzes und

 


auf der Flucht.

 

Wegen Letzterem bitte ich die schlechte Bildqualität zu entschuldigen. Der ist echt dermaßen schnell … mehr war leider nicht drin! ;o)

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