Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Zeug’

 

Gute Zeiten – schlechte Zeiten? Oder: War wirklich ALLES EASY?

Dass die Gewalt unter Jugendlichen mehr und mehr eskaliert, ist inzwischen trauriger Alltag. Doch dass sich Jugendliche inzwischen kaum noch ohne Waffe (und sei es auch nur eine Zwille) aus dem Haus – geschweige denn in die Schule – trauen … Du liebe Güte, wo sind wir denn?

Ich erinnere mich noch sehr gut an meine Schulzeit und daran, dass sie wirklich schön war … mit allem was dazu gehörte. Nochmal müsste ich die Nummer allerdings ganz sicher nicht haben!

Oh je … und die Dramen zwischen uns Mädels, wenn wir uns zeitgleich in den gleichen Jungen ein paar Klassen höher verliebt hatten … Dabei war ja nicht das Problem, dass es der gleiche Junge war, sondern nur, dass es zeitgleich war!

Damals war ja auf den kleinen Zettelchen, die man sich unheimlich heimlich zusteckte, längst nicht mehr nur die Wahl zwischen „ja“ und „nein“, sondern durchaus legitim auch zur Wahl gestellt „vielleicht“ und „sobald ich mit XXX nicht mehr zusammen bin“. Letzteres wurde sehr häufig gewählt, weil sich so hübsche kleine Listen anlegen ließen: „Also wenn ich dann mit XXX nicht mehr gehe, dann nehme ich erst mal YYY und wenn der doof ist, dann eben ZZZ. Tja, und wenn es dann (meist sehr schnell) soweit war und man sich lieber YYY zuwandte, war der vielleicht gerade mit SSS zusammen aber das konnte man ja locker aussitzen. Und so weiter … Und so weiter … Und so weiter …

Letztendlich war eigentlich immer irgendwer mit irgendwem zusammen … Nur während der Landschul-Aufenthalte wechselte dieses Szenario permanent und jeden Abend lagen in allen Zimmern oder Zelten wieder neue „Konstellationen“ in diversen Betten; damals dann jedoch überwiegend platonisch … höchstens wild knutschend … Mehr ging ja nicht; die „blöden Lehrer“ konnten ja jederzeit reingucken ;-)

Eifersucht … tja, logisch gab es die. Ich weiß noch sehr gut, wie oft es so viele Tränen gab und es letztendlich meist darauf hinaus lief, dass alle Jungs sowieso blöd sind und die Mädels sich zusammenrotteten, bis … ja, bis sich eine von ihnen absolut unsterblich in den nächsten verliebte; meist innerhalb von maximal 12 Stunden. Und ihre allerliebstebeste Freundin natürlich auch … natürlich zeitgleich … DRAMA NIMM DEINEN LAUF!!! ;-)

Das Gebäude unserer Schule war ein typischer Plattenbau … der sog. Schulhof war ein hinter dem Gebäude befindliches Areal mit Bänken und – damals schon! – Terracotta-Fliesen, von ca. (aus der Erinnerung) 20 mal 10 Metern. Wurden wir dort vom Hausmeister beim Rauchen erwischt, dann rappelte es ganz schön. Doch so richtig ernst genommen hat ihn niemand und Dank der damals schon durchaus üblichen Respektlosigkeit folgte auf sein Gemotze immer sehr schnell von irgendwem die Frage, ob wir mal an seiner Kaffeetasse riechen dürfen … ich glaube, den Kerl habe ich nicht ein einziges Mal nüchtern erlebt. Er war von seinem Tee-mit-Rum-aber-Kaffee-steht-drauf-Getränk, das er IMMER mit sich herum schleppte, permanent hackevoll. Bedankt hat er sich für unsere Respektlosigkeit dann pro Tag mindestens einmal bei einem von uns mit der Strafe, den Hof fegen zu müssen. Na klasse!

Nun war der Schulhof offen zu dem dahinter liegenden sehr großen Park. Ein traumhafter Park. Jede einzelne von uns kam sich darin vor wie Alice in Wonderland.. Sehr viele hohe Bäume, riesige Rasenflächen und am Ende ein altes Herrenhaus. Einfach traumhaft schön!

Gab es mal wieder Eifersüchteleien, so konnten alle sicher sein, dass die Betroffenen sich früher oder später in diesem Park einfinden würden. Oft genug gab es Mädchen-Bänke und Jungs-Bänke und dann wurde beobachtet, geheult was das Zeug hielt, gelacht um zu provozieren, geliebt und gelitten wie es nur ging. Das waren die Aktionen der Mädels. Die Jungs hingegen zogen es – wie im alten Rom – vor, durch Einsatz ihrer Körperkräfte resp. teilweise Körpermasse, sich zu kloppen was das Zeug hielt und – tatsächlich – damals imponierte so etwas sogar noch. Der Schwächere ging garantiert anschließend mit einer neuen Freundin vom Platz! ;-) Irgendwie hat letztendlich immer alles funktioniert! Also LEICHTER war es damals irgendwie schon ;-)

Tja, heute haben sich die Dinge sehr verändert. Meine alte Schule steht noch immer, der Hausmeister ist noch immer der gleiche und eigentlich ist der Park ja auch noch schön. Aber anders ist er schon und heute würde mich eher nix mehr dazu animieren, mich dort niederzulassen um mit meinen 17 herzallerliebstenabsolutbesten Freundinnen „tiefgreifende er-liebt-mich-er-liebt-mich-nicht- Diskussionen“ zu führen. Doch die Erinnerungen waren ‚eigentlich’ noch immer sehr schön!

Vorgestern kam es auf dem Schulhof meiner alten Schule zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Jugendlichen, in deren Verlauf ein 15-jähriger einem 16-jährigen aus Eifersucht ein Messer zwischen die Rippen rammte.

Der 16-jährige ist letzte Nacht verstorben …

Die Zeiten ändern sich … jedoch nicht immer zum Besseren.

© marmonemi [11/01] / skriptum

 

Read Full Post »

Nun ist es ja nicht unbedingt so, dass ich ein Desinfektions-Freak bin; sauber reicht. Auch lerne ich Tiere nicht erst persönlich kennen, bevor ich sie esse. Und als ich vor ein paar Jahren krankheitsbedingt von jetzt auf gleich nur noch Schonkost essen durfte, gehörte diese Phase (aus verschiedenen Gründen) nicht uneingeschränkt zu meiner zufriedensten. Man gewöhnt sich an vieles, wenn es sein muss. Nur an eines werde ich mich nie gewöhnen: Wenn mich jemand täuschen oder für dumm verkaufen will.

Nicht erst, nachdem Analog-Käse einen weiteren Aspekt darstellt, beim Einkaufen sehr genau darauf zu achten, was im Wagen, auf dem Band und später im heimischen Kühlschrank landet, ist Vorsicht geboten. Da werden Schinkenreste zusammen geklebt und, nur mit „Schinken“ deklariert, dem blöden Kunden als hochwertige Ware angeboten. Geflügel-Leberwurst muss lediglich einen Anteil von drei Prozent Geflügel vorweisen, um sich so nennen zu dürfen. Der Rest sind oftmals Zutaten, von denen man am liebsten gar nichts wissen will.

Wahre Zuckerbomben werden meist großartig mit „fettfrei“ plakatiert und Fettbomben dürfen sich „zuckerfrei“ nennen. Wenn man weiß, dass Zucker später im Blut zu Fett umgewandelt wird, relativieren sich jedoch beide Behauptungen. Fakt ist, dass ein Lebensmittel nun einmal einen so genannten Geschmacksverstärker haben muss. Ob das beispielsweise Fett, Zucker oder Salz ist, hängt vom Einzelfall ab. Lediglich 30 Gramm Fett benötigt der Körper jedoch pro Tag, damit die Verdauung problemlos funktioniert. Diese 30 Gramm hat man üblicherweise bereits nach einem ordentlichen Frühstück intus. Alles was dann noch an Fett zugeführt wird, muss der Körper mühsam abbauen oder es setzt an. Üblicherweise genau an den Stellen, an denen man es nun echt nicht gebrauchen kann.

Die so genannte „Ampel-Kennzeichnung“ steht seit Jahren in der Diskussion. Bisher war jedoch die Lebensmittelindustrie wesentlich einflussreicher als die Verbraucherverbände. Vor einigen Monaten war ein Versuch mit „vergleichbaren“ Kennzeichnungen durchgeführt worden. Allerdings hatten die Hersteller sich auf Darstellungen geeignet, wonach zum Beispiel eine Portion Müsli die ungefähre Menge von drei bis vier Esslöffeln ausgemacht hätte. Auf Basis dieser mikro-Menge war natürlich die zugeführte „Energie“ pro Portion nicht bedrohlich. Geht man jedoch von einer durchschnittlich zum Frühstück gegessenen Portion aus, wäre für den Rest des Tages keine Nahrungszufuhr mehr notwendig gewesen, um Kalorien etc. in ausreichendem Maß zu sich zu nehmen.

Der seinerzeitige Gesundheitsminister Jung äußerte auf Nachfrage einmal sinngemäß, dass die Ampel auf keinen Fall eingeführt werden solle, da sie der Industrie massiv schaden würde. Außerdem hätten Kinder dann den Eindruck, nur noch giftiges Zeug zu essen. Nun definiert „Minister“ ja, dass es sich dabei um einen Politiker aka Volks-Vertreter handeln müsste. Herr Jung präsentierte sich jedoch (bevor er Kriegsminister wurde) eher als Wirtschafts- oder Industrie-Vertreter, denn als für das Volk Sprechender. Wenn Kinder bei ordentlicher Kennzeichnung befürchten müssen, nur noch Gift zu essen, ist es m. E. nicht die Kennzeichnung die geändert werden muss. Auch hilft eine Verschleierung oder Verklausulierung der Zutaten nicht dauerhaft, denn zumindest die Eltern können lesen. So sie es denn wollen und ihnen das Wohl ihrer Sprösslinge (und ihr eigenes) am Herzen liegt.

In der kommenden Woche soll das Thema „Ampel-Kennzeichnung“ nochmals auf EU-Bestimmer-Tischen liegen. Anlässlich dieser erneuten Beratung nimmt auch FoodWatch dieses Thema erneut auf. Neben zahlreichen Informationen zu sog. WM-Produkten wird auch eine Abstimmung angeboten, an der sich bereits mehr als 50.000 Menschen beteiligt haben. Die Regeln der Abstimmung und wohin die Stimmen weitergeleitet werden, sind transparent und sauber dargestellt. Und nachdem ich mich natürlich längst für die Ampel ausgesprochen habe, gehe ich jetzt putzen. Wenigstens meine Wohnung soll schonungslos sauber sein! ;o)

Read Full Post »

 

Okay: Nach Teil 1 mache ich es kurz: Wer findet die drei Fragezeichen?

 

Nur eines würde mich noch interessieren: Wie gewinnt man natürliches Karamell? Ich kannte es bisher nur so, dass man Zucker stark erhitzt, um Karamell zu erzeugen. Wer es mit Puderzucker macht, bekommt ein noch viel feineres Ergebnis. Semi-fein wird es mit brauem Zucker.

Der Hinweis „mit natürlichem Karamell“ kann (soll?) jedoch den potentielen Eindruck erwecken, dass das Zeug irgendwo wächst und man braucht es nur noch zu pflücken. So eine Pflanze hätte ich dann auch gern. Sachdienliche Hinweise zum Erwerb dieses Krauts bitte direkt per Email an mich. Danke!

© skriptum

P.S. Ich hatte seinerzeit gleich zwei Packungen erworben. Gierig, Vorrat und so; Ihr wisst schon. Nicht, dass jemand auf die Idee kommt, ich hätte nach Kenntnis des Schoko-Waffel-Täuschungs-Manövers tatsächlich einen weiten Kauf getätigt! Neben „Schoko“ und „Karamell“ gab es übrigens auch noch „Cappuccino“. Ich habe allerdings nicht nachgesehen, ob auf der Verpackung ein inbegriffenes Heißgetränk versprochen wird … ;o)

Read Full Post »

Valentinstag … wie eine ansteckende Krankheit, die sich in atemberaubender Geschwindigkeit geschlechts-, länder- und auch sonst alles übergreifend ausgebreitet hat. Es könnte so schön sein, wenn es da nicht ein Problem geben würde: Ich bin nicht liiert … nicht mal beinahe …

Ich weiß – ich könnte, wenn ich wollte. Foren, Fernsehsendungen und alle sonstigen Medien überschlagen sich mit diversen Single-Angeboten. Da sucht ein charmanter Mitt-Dreißiger seinen Valentinsschatz auch auf die letzte Minute. Es werden Partys zu Ehren des (welchem auch immer) Valentin mit anschließendem garantiert-Verliebtsein aus dem Boden gewuchtet. Nicht zuletzt werfen sich die engsten (oder auch nicht) Freunde für einen Noch-Single ins Zeug. Subtile (oder auch nicht) Verkupplungsversuche am Valentins-Raclette-Abend … etc. etc. etc.

Paradox ist es doch schon, dass bis heute nicht wirklich geklärt werden konnte, welcher „Valentin“ (mehr …)

Read Full Post »

Einige Kleenex-Boxen und Klopapier-Rollen später frage ich mich, warum dieses Zeug, was ich da ständig weg „putzen“ muss, eigentlich überhaupt produziert wird und vor allem, ob mein Körper im Moment nicht wahrlich Wichtigeres zu tun hat. Zum Beispiel das Fieber wegzumachen oder meine Haut und Muskeln zu verwöhnen, damit sie nicht mehr so schmerzen. Immerhin kann ich im Moment schlafen. Und wie! Jederzeit, überall, immer und in ausnahmslos jeder Position. Ich gebe gern zu, dass ich davon monatelang geträumt habe. Also … bedingt geträumt. Denn dafür wäre Bedingung gewesen, dass ich hätte schlafen können. Regelmäßig, einige Stunden durch und vor allem gleich ein. Das war aber nix.

Jetzt kann ich, oh ja. Komatisch sozusagen. Teilweise knallen mir völlig unerwartet im Sitzen erst die Wimpern aufs Knie und dann die Augen zu. Das jedoch ist meiner aktuellen Auftragsflut alles andere als zuträglich. Man braucht ja ab und zu dieses Zeux … wie hieß das Ding noch? Irgendwas mit „mit“. Ah ja: KONzentration. Die geht mir momentan immer mal wieder gänzlich flöten. Stattdessen kippe ich literweise Tee in mich hinein und frage mich ab und an, warum ich das Gesöff eigentlich vorher noch in Becher umfülle, statt gleich die Kanne anzusetzen. Mein Vorrat an Honig, Schweizer Kräuterbonbons und braunem Zucker neigt sich gefährlich dem Ende und meine Teebestände sind mittlerweile ebenfalls deutlich überschaubarer geworden.

Das Auspacken einzelner Papiertaschentücher hatte ich gar nicht erst angefangen. Eine Kleenex-Box steht bei mir sowieso grundsätzlich in Griffnähe. Aber irgendwie will dieses Ding im Moment einfach nicht mitspielen: Wenn sie noch ganz voll ist, scheint da ein kleiner Mann drin zu sitzen, der die einzelnen Tücher festhält und die Box mitschickt, wenn ich an einem ziehe. Neigt sich der Inhalt seinem Ende zu, kommt die Box mit, weil das Gegengewicht fehlt. Irgendwann war mit das zu blöd und ich stellte mir einfach eine Rolle Klopapier auf den Schreibtisch. Davon zwei, drei Tücher abzureißen geht deutlich schneller, als jedes Mal eine ansatzweise Diskussion mit einer blöden Kleenex-Box anzustrengen. Hallo? Wer bin ich denn?

Apropos anstrengen: Wisst Ihr eigentlich, wie anstrengend es ist, zwischen fünf und 20 Mal hintereinander weg zu niesen? Himmel! Wer hat sich bloß diesen Blödsinn einfallen lassen? Außerdem ist so eine verdammte Erkältung dem Teint definitiv unzuträglich: Meinem geplagten Rüssel zuliebe bin ich längst in die so genannt „Penaten-Phase“ übergegangen. Dazu muss man wissen, dass es ein paar Gerüche gibt, die ich gar nicht (v)ertrage: An erster Stelle steht Essig und dem folgt mit nur wenigen Millimetern Abstand Penaten-Crème. Wenn ich aber sowieso nix rieche, ist es ja egal. Der Anblick ist nicht ganz so witzig, denn nach Clownerie ist mir im Moment eher nicht. Aber immerhin hatte der Paketbote bei meinem Anblick viel Spaß.

Da Sagrotan laut Werbeaussage sogar gegen Schweine- und alle sonstigen Grippeviren hilft, überlege ich gerade, ob ich aus meiner Flasche mal einen ordentlichen Hieb nehmen soll. Allerdings habe ich noch keine Idee, wie ich die Sprühdose aufbekommen soll. Eignet sich das Zeug möglicherweise auch als Nasenspray? Ein Versuch kann doch nicht schaden, oder? Und lästiger kann es auch nicht mehr werden. Mich anzurufen wäre im Moment übrigens nicht allzu ergiebig. Es sei denn, jemand steht auf obszön wirkende Unterhaltungen oder fährt generell auf Röchelgeräusche ab. Je nach Begeisterungsgrad würde ich mich auch glatt davon trennen. Wer also Interesse daran hat: Die Nummer gibt es auf Anfrage. Aber dann auch wirklich mitnehmen, nö?! Die Geräusche! Meine Nummer behalte ich.

Kennt übrigens jemand Rotbusch Karamell? Wer mir anschließend verrät wie er schmeckt, bekommt glatt ein Tässchen ab. Und jetzt gehe ich erstmal unter die Dusche. Jeder einzelne Wassertropfen stellt zwar einen Frontalangriff auf Haut und Schmerzempfinden dar aber wenn die Tortour erstmal überstanden ist, fühle ich mich ja doch etwas wohler. Und mein Fitness-Duschgel bewirkt ja sonst auch Wunder. Mal sehen, ob es diese Herausforderung ebenfalls besteht. Ach ja: Wenn noch jemand eine Palette Klopapierrollen übrig hat wäre ich für eine kurzfristige Anlieferung sehr dankbar. Notfalls gehen auch Kleenex-Boxen. Dann aber bitte vorher den kleinen Mann da raus nehmen, ja? Der kann stattdessen gern meine Auftraggeber beruhigen, dass die Ablieferung noch ein bisschen auf sich warten lässt. Dann hat er wenigstens irgendwas Sinnvolles zu tun …

© skriptum

***

Alle Markennamen sind natürlich geschützt und gehören ihren Eigentümern. Ich würde sie allerdings eh nicht haben wollen.

Read Full Post »

Zahnpasta – Der wahr gewordene Alptraum?

Meine bestenfalls als desaströs zu bezeichnende Fähigkeit, mich hinzulegen und einzuschlafen, ist ja mittlerweile bekannt. Hinlegen klappt prima aber dann geht’s los: Wenn ich nur eine Stunde wach liege, meckere ich ja nicht einmal. Bei zwei Stunden werde ich langsam etwas missmutig. Ab drei Stunden ist es durchaus als empfehlenswert zu bezeichnen, keinerlei Kontakt mit mir zu suchen und ab vier Stunden Schlaflosigkeit gebe ich es dann auf und verbringe den kommenden Tag damit, meine Oberlider entweder irgendwie fest zu tackern oder zu ignorieren, dass mir die Wimpern ständig auf die Knie zu knallen drohen. Konzentration = Null. Lust auf irgendwas = Doppel-Null. Energie um wenigstens einmal laut aufzuschreien = ich mag kein Schreien; insofern ist das dann auch egal. Das sind so Tage, an denen ich schon froh bin, wenn ich es schaffe, unfallfrei geradeaus zu gucken …

Nun stellte ich nach den letzten Nächten morgendlich fest, dass ich mich hingelegt hatte und sofort (!) eingeschlafen war. Acht bis neun Stunden lückenlos durch. Nicht einmal aufs Klo musste ich. Geschlafen wie ein Baby. Ich war fassungslos. Und nach allem, was ich in den letzten Jahren versucht hatte, um meine Schlaf-Desolenz zu beheben, wollte ich natürlich wissen, was ich plötzlich anders machte als vorher und demzufolge, welchem Umstand es zu verdanken ist, dass ich (hoffentlich nachhaltig!) plötzlich wieder schlafen kann. Das Einzige, was ich wirklich anders machte, als seit Jahrzehnten war eine andere Zahnpasta-Sorte. Aber konnte es echt daran liegen? Ich kramte also von meiner aktuellen Tube die Verpackung aus dem Altpapier und da ich von meiner Stamm-Zahnpasta bereits eine neue im Regal stehen habe, hatte ich auch davon die Verpackung. Also fing ich an, die Bestandteile zu vergleichen.

Himmel! Smily-Beten Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die man einfach lassen sollte. Spätestens, als ich mit schätzungsweise jeder zweiten Bezeichnung rein gar nichts anfangen konnte, hätte ich einfach aufhören sollen. Es ist doch völlig schnuppe warum, was zählt ist, DASS ich endlich wieder schlafen kann (hoffentlich nachhaltig!). Aber nein, Tina musste es natürlich mal wieder ganz genau wissen. Typisch. Weib, halte doch einfach EINMAL Deine Finger still … Es gab da bei beiden Produkten einige Unterschiede. Was sie jedoch ganz offensichtlich gemeinsam haben ist, dass einige Inhaltsstoffe doch starke Zweifel daran zulassen, ob sie sich tatsächlich zur regelmäßigen Anwendung eignen. Bindemittel und Weichmacher, sowie Film bildende Substanzen und Schaumverstärker könnte man sich ja auch so denken. Damit ist es allerdings längst noch nicht getan.

Interessant fand ich den Bestandteil „Limonene“, der in beiden Produkten zu finden ist. Klingt frisch und duftig. Dachte ich. Und dann sah ich nach, um was es sich dabei tatsächlich handelt. Es ist eine brennbare, farblose Flüssigkeit, die nach Zitrone riecht. Soweit so gut. Doch dann … Reizend, umweltgefährlich, Allergien auslösend, sowie Krebs erzeugend oder fördernd. Einige Schwerpunkte der Anwendung liegen im Bereich der Motor- und Autopflege, Fußboden-Reinigung, Lacke und Lösungsmittel, Putz- und Pflegemittel, sowie WC-Hygieneartikel. Was zum Henker hat DAS Zeug in meiner Zahnpasta zu suchen? Nehme ich etwa das Wasser zum Spülen aus dem Klo? Brumme ich wie ein Auto? Ist bei mir schon der Lack ab? Soll es mir helfen sauberer auf dem Boden zu kriechen, wenn ich das Zeux weiter nehme? Dagegen ist der Bestandteil Carrageen, was normalerweise als Geliermittel in Schlankmachern und Light-Produkten eingesetzt wird, sowie in Fleischwaren und als Verdicker, echt harmlos. Auch wenn mir hier ebenfalls nicht einleuchtet, was es in Zahnpasta zu suchen hat.

Sodium Bicarbonate ist auch so ein Ding: Wenn ich das richtig verstehe, handelt es sich hierbei um einen Bestandteil, der sowohl leicht dopende als auch leicht entzündungshemmende Wirkung hat. Etwas irritiert hat mich die Aussage eines Werbetreibenden, der sein Produkt, das auf diesem Grundstoff basiert, mit der Aussage bewirbt: „Besonders in den Bereichen Geflügel, Rind und Schwein ist XXX elementarer Bestandteil der Fütterung.“ Hat das vielleicht irgendeine Parallele mit Geflügelpest, Rinderwahn und Schweinegrippe? Kann man diese Zahnpasta auch zur Fütterung von Hunden und Katzen verwenden? Und bekommen sie dann nie wieder Zahnstein? Oder sind sie anschließend nur noch am … Aber lassen wir das lieber. Ein weiterer Bestandteil, Polyethylen, wird übrigens üblicherweise zur Produktion von Folien eingesetzt. Müllsäcke und sowas also. Kabel-Ummantelungen und Rohre können es auch mal werden. Nicht natürlich abbaubares Polyethylen. In Zahnpasta … Ja, ja, ich bin weiterhin bei Zahnpasta. Zahn_Pasta!

Bei Hydrated Silica witterte ich glatte Gefahr. Aber: Irrtum! Das Zeug neutralisiert nur schädliche Säuren im Mundraum und zwischen den Zähnen. Dem entsprechend relaxed prüfte ich, was Sodium Lauryl Sulfat ist. Und zack; reingefallen! Hierbei handelt es sich um ein beißendes Reinigungsmittel, das normalerweise für Garagenböden, zum Entfetten von Maschinen und für die Autowäsche verwendet wird. Dass es Allergien auslöst und durch Ablagerungen in Augen, Gehirn, Leber und Herz zu Langzeitschäden führt, Heilungsprozesse verzögert und bei erwachsenen Menschen den Grauen Star verursachen kann, sowie bei Kindern gleich verhindert, dass sich ihre Augen korrekt entwickeln, klingt ja im Gegensatz zu manch Anderem fast schon harmlos. Verschlucken reicht übrigens in den meisten Fällen schon. Dass die Atmungsorgane dadurch gereizt werden, ist müßig, auch noch zu erwähnen. Und dass man das Zeug nur mit Schutzhandschuhen und -brille sowie Gesichtsschutz verwenden soll … wen interessierts?!

Ich glaube, weitere Ausführungen, was die anderen Bestandteile noch so für Überraschungen bereithalten, kann ich mir ersparen. Es handelt sich übrigens in beiden Fällen um großnamige Markenprodukte einer seit 1927 in Deutschland ihre Mixturen verbreitenden Firma. Ich selbst benutze von diesem Anbieter sowohl Duschgels als auch Körperlotionen und Geschirrspülmittel etc. seit Jahrzehnten. Oder … habe benutzt. Ob ich das weiterhin tun werde, weiß ich im Moment noch nicht. Vermutlich nicht, wenn mich nochmal der Wahn packt, genau wissen zu wollen, was wo drin ist. Allerdings dürfte es an gesundheitsverträglicheren Mittelchen fehlen. Denn letztendlich nehmen sich alle Produkte, egal von welchem Anbieter, kaum etwas. Es ist schon erstaunlich, dass auch in dieser Hinsicht der Mensch unkluger zu sein scheint, als das Tier: Eine Maus käme nie auf die Idee, Mausefallen zu bauen. Aber der Mensch arbeitet konsequent an seiner eigenen Gefährdung bis Tötung … Wenn auch wohl dosiert in fast jeder handelsüblichen Zahnpasta.

Übrigens hat sich die Frage, ob ich aufgrund der anderen Zahnpasta-Sorte besser schlafe, bereits wieder erledigt. Schlafentzug ist echt Folter. Und wenn man dann auch noch während des Nichtschlafens über Inhaltsstoffe von Zahnpasta nachdenkt …

Höchststrafe!

;o)

© skriptum

Read Full Post »

Manche Tage lauern regelrecht an der Ecke um irgendeinen Menschen anzuspringen, damit sie ihm entweder die Hölle auf Erden oder den Himmel bescheren können. Oder irgendwas dazwischen. Je nachdem. So einen Tag habe ich gestern erwischt. Eindeutig. Und wenn er auch unter’m sprichwörtlichen Strich sehr lustig war, so war er in anderer Hinsicht recht unerfreulich. Also ein ganz normaler Tag. Somit alles kein Drama. Wäre da nicht diese Bahn gewesen. Wo sind die streikenden Bahnfahrer, wenn man sie braucht? DANN fahren sie. Alle. Ausnahmslos. Erbarmungslos.

Einer hat heute sein Gefährt mit einer solchen Krängung um die Kurve gepfercht, dass mir Dank des Quietschens der Räder in den Gleisen fast die Ohren weggeflogen sind. Es mutete an wie das mit Abstand fiesest mögliche Geräusch, das einem in einer Zahnarztpraxis schon den Tag versaut hat, bevor der Dottore überhaupt angefangen hat, in einem rumzuprokeln. Schrill. Hoch. Und so nachhaltig, dass ich Stunden später noch das Gefühl hatte, nicht richtig hören zu können. Merke: Permantentes „Hä?“ ist einer harmonischen Unterhaltung nur bedingt zuträglich.

Nun bin ich ja ein ziemlicher Duft-Mensch. Ja, Duft-Mensch; nicht dufter Mensch. Letzteres natürlich auch ;o) aber das meinte ich gerade nicht. Vielmehr: Wenn ich einen Duft mag, bringe ich ihn mit bestimmten, meist in irgendeiner Hinsicht bemerkenswerten Situationen in Verbindung. So reicht manchmal schon ein ganz bestimmtes Aroma und ich grinse. Oder erstarre. Oder jede Gefühlsregung dazwischen. Soweit so gut. Aber ebenso intensiv ergeht es mir mit Gerüchen.

Der Geruch steht ja dem Duft allein schon darin nach, dass er meist als unangenehm empfunden wird. Im Gegensatz zum Duft, der normalerweise etwas Angenehmes suggeriert. Nicht so ganz weiter komme ich im Moment mit der Erkenntnis, dass bestimmte Geräusche einen Geruch suggerieren können, den man für den Rest des Tages nicht mehr los wird, weil a) das Geräusch einfach nicht nachlässt, obgleich die Lärmquelle längst über alle Berge oder durch sämtliche Kurven ist und b) man den dadurch hervorgerufenen Geruch … nein, in diesem Fall Gestank … eindeutig! … schlicht und ergreifend nicht mehr los wird.

Bestimmte Gestänke scheinen es sich in den Härchen an den Nasenwänden so dermaßen bequem machen zu können, dass man keine Chance hat, sie abzuschütteln. Davon abgesehen, dass es ziemlich beknackt aussieht, wenn man den ganzen Tag mit schüttelndem Kopf rum rennt. Was sollen denn die Leute denken! Dazu, mit meinem aktuellen Lieblinsduft zu inhalieren, konnte ich mich noch nicht durchringen. Losgelöst von der Tatsache, dass das Zeug dafür zu teuer wäre, würde es mir auch noch die Geschmacksnerven zerbomben.

Wenn ich aber den vorhinnigen Bahnfahrer finden und ihn dazu überreden könnte, mir eine neue Flasche dieses Duftes zu schenken, hätte er jede Veranlassung, für mehr Geld auf die Straße zu gehen, um zu streiken. Womit auch das Problem der Lärmbelästigung erledigt wäre, da er ja nicht mehr fahren würde. Bliebe nur noch die Frage, wie ich meinem Zahnarzt beim nächsten Besuch unter die Augen treten soll und wie gut sein so genannter „Mundschutz“ ist, der ja üblichereise fast das gesamte Gesicht vermummt, um an meinem Lieblingsduft nicht zu ersticken, sobald ich ihm meine Beißerchen mehr oder weniger freudig erregt entgegen strecke.

Ich glaube, es ist besser, wenn ich mir einfach an der nächsten Ecke einen anderen Tag besorge. Oder er sich mich? Wie auch immer …

© skritpum

Read Full Post »

Older Posts »