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Lebt wohl!

[vordatiert]

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* 18.03.1965
† 25.01.2012/22.08.2012 bis 02.02.2014

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Nun freu‘ ich mich drauf, zu fliegen
In ein Land aus Zeit und Raum
Keine Enge – kein Gedränge –
keinen Druck – keine Zwänge
Ohne Kampf endlich obsiegen
Einfach schweben wie im Traum
[Tina M. Emig – Sterbepoem]

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Dank und Undank <

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[vordatiert]

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Allerdings nicht für mich. Deshalb möchte ich es keinesfalls versäumen, einigen Menschen von ganzem Herzen danke zu sagen:

– meinen „aktiven Mädels vom geschützten Blog“ ☺, ebenso wie einigen weiteren Bloggerinnen, die eingeweiht waren. Die meisten von ihnen haben mir über die Zeit meiner Erkrankung mit Rat, Tat und viel Verständnis zur Seite gestanden, ohne mich je unter Druck zu setzen. Sie haben mich sehr gestützt und ihr Wissen um meine Situation – meinem ausdrücklichen Wunsch entsprechend – nie „an die große Glocke gehängt“! Allein dafür bin ich ihnen ausgesprochen dankbar; ein paar andere Menschen hatten diese Größe leider nicht. Die Identität „meiner Mädels“ werde ich hier nicht bekannt geben, um ihnen Fragen zu ersparen. Sie selbst können es natürlich gern tun.

– viele weitere Blogger/innen, die vielleicht etwas ahnten aber nichts wussten und damit vermutlich ein sehr viel leichteres Los hatten, mit mir unbeschwert umzugehen. Natürlich auch den Bloggerinnen, die – um meine Situation wissend – anfänglich noch „mit im Boot“ saßen und sich irgendwann an den geschützten Blogs/Beiträgen nicht mehr beteiligten. Ich weiß nicht, wie lange ich es vermocht hätte, jemandem in einer solchen Situation immer wieder etwas zu schreiben. Für Euren anfänglichen Beistand danke ich auch Euch!

– meiner Physiotherapeutin, Frau Fürst, deren menschlicher und fachlicher Kompetenz es – nebst einer bemerkenswerten Flexibilität – mehr als ein Jahr lang zu verdanken war, dass ich zumindest mit den aus den Operationen resultierenden Schmerzen und motorischen Schwierigkeiten besser klar kommen konnte.

– meinem Schmerz-Therapeuten, der stets mit sehr viel Geduld und offenen Ohren mir erst meine Angst vor BTM nahm und mich dann mehr als ein Jahr lang mit sehr viel Genauigkeit und großer Aufmerksamkeit behutsam durch eine Schmerztherapie, die so optimal wie möglich war, begleitet hat.

– dem gesamten Team der Strahlentherapie in der Medizinischen Hochschule Hannover, die auch über ihre Jobs hinausgehend für mich da waren. Insbesondere ist hier Frau John zu nennen!

– meiner Hausärztin, die mich mit viel Aufmerksamkeit, hilfreichen Tipps und Feingefühl durch diese Phase begleitet hat.

– meinem Neurologen und vielen weiteren Ärzten, die mit sehr viel Geduld und teilweise erforderlicher Kreativität versucht haben, mir irgendwie zu helfen. Das war mitunter ein verdammt hartes Unterfangen, da viele mich sehr belastende und/oder mir massive Schmerzen verursachende „Umstände“ zwar nachweisbar, medizinisch aber nicht zu erklären waren. Dem entsprechend düster waren die Aussichten, daran irgendwas zum Besseren verändern zu können. Es hat leider in vielen Fällen bis zum Schluss nicht geklappt.

Lediglich bedingter Dank gilt meiner Gynäkologin, ihrem onkologischen Compagnon gar keiner.

Ebenfalls kein Dank gilt den verantwortlichen Mitarbeitern der „Deutsche Krebshilfe e.V.“, Härtefonds, die meinen Antrag auf finanzielle Unterstützung erst Wochen über Wochen unbearbeitet ließen und mir dann schriftlich Fragen stellten, die ich bereits mit Antragstellung beantwortet bzw. belegt hatte. Sofern es sich hier um eine Art „Pokerei“ handelte, dass Krebspatienten schon drüber weg sterben werden, wenn Anträge nur lange genug liegen gelassen und dann bereits beantwortete Fragen gestellt werden, um noch mehr Zeit zu schinden, hat das in diesem Fall geklappt. Sollte von Euch nochmal jemand lesen, dass bitte „statt Blumen“ gespendet werden soll, kann ich nach meinen persönlichen Erfahrungen den obigen Verein ausdrücklich NICHT empfehlen!

Wer etwas diesbezüglich tun möchte, der spende lieber an DKMS LIFE (weitere Infos auf deren Seite): Dort durfte ich an einem Seminar teilnehmen, das mir nachhaltig geholfen und bis zum letzten Tag sehr viel gegeben hat. Den dortigen Mitarbeitern gilt mein ausdrücklicher Dank! DKMS LIFE ist dringend auf Spenden angewiesen, damit sie – und das hoffe ich unbedingt! – ihre Arbeit fortsetzen können. Wenn ich nach diesen knapp zwei Jahren noch irgendwas zu geben hätte, dann hätte DKMS LIFE etwas davon bekommen!

Welcher Dank Christine aka „Clara Himmelhoch“ gilt, kann HIER nachgelesen werden. Damit diese Anmerkungen nicht gleich öffentlich zu lesen und „bestenfalls“ von Suchmaschinen gefressen werden, sind die Texte mit einem Passwort geschützt, das auf ihren Bloggernamen ohne Leerschritt lautet. Damit der ganze von ihr forcierte Schund möglichst zusammen ist, habe ich den Beitrag unter dem Titel „Undank“ rückdatiert auf August 2013. Auch die weiteren Beiträge dieser Kategorie sind nach wie vor lesenswert …

Circa einer Handvoll Personen inklusive des mich seinerzeit (miss/be-)handelnde Onkologen (Chemo etc.), wünsche ich, dass sie vor Verlassen dieser Welt in eine vergleichbar tragische Situation geraten, wie ich sie seit Januar 2012 rund zwei Jahre lang aushalten musste, und dann unausweichlich Menschen um sich herum haben, die ihnen genau das Gleiche antun, was diese Personen mir angetan haben. Und zwar mit allen daraus resultierenden Konsequenzen. Da sich bis zum Schluss keiner von ihnen bei mir entschuldigt hat, scheinen sie davon auszugehen, dass sie mir kein Unrecht angetan und sich mir gegenüber fair und angemessen verhalten haben. Dem entsprechend wünsche ich ihnen eigene Erfahrungswerte, die sie zur realistischen Beurteilung der Auswirkungen ihrer Handlungen offenbar benötigen. Möglicherweise erkennen sie die Konsequenzen ihres Benehmens, wenn sie selbst durchmachen mussten, was sie mir aufgezwungen haben. Vielleicht überdenken sie dann ihre Handlungen, verstehen deren Auswirkungen und begreifen so, wie viel zusätzlichen Schaden sie mir mit ihrem Verhalten zugefügt haben. Da sie sich jedoch nach wie vor offenbar keiner Schuld bewusst sein wollen, sonst hätten sie sich längst bei mir entschuldigt, haben sie ja auch nichts zu befürchten. Ich verbinde mit den gewünschten Erfahrungswerten die Hoffnung, dass solche Machenschaften in Zukunft wenigstens anderen Menschen erspart bleiben.

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DAS auch noch …

Die Inhalte meiner beiden (erst einer, dann ein neuer) geschützten Blogs, auf denen ich über die gesamte Zeit eine Art Tagebuch führte, habe ich zum Jahreswechsel zu einem Manuskript umgearbeitet. Dieses geht an ca. 15 Empfänger (1/3 „Institutionen“ in gekürzter, die medizinischen Belange betreffender Form und 2/3 Privatpersonen als vollständige Version). Dieses Manuskript ist von mir außerdem an jemanden zu vertrauenswürdigen Händen und mit allen Rechten übergeben worden, um diese Texte und darin enthaltene Bilder z. B. in Buchform zu veröffentlichen. Die Identität desjenigen werde ich nicht bekannt geben. Es obliegt demjenigen selbst, ob er sich „outen“ möchte oder nicht. In dem Manuskript ist eine E-Mail-Adresse enthalten, über die eine Kontaktaufnahme mit dem Rechteinhaber erfolgen kann. Seit Jahreswechsel bis zum Tod habe ich auf dem zweiten geschützten Blog weiter geschrieben. Diese letzten Wochen sind in dem Manuskript nicht enthalten, es gilt aber die gleiche Rechtevergabe.

An ebenfalls vertrauenswürdige Hände sind die Zugänge für meine Blogs gegangen, so dass keine Notwendigkeit besteht, sie von WordPress anzufordern: Die Blogs werden weiterhin betreut! Nochmal herzlichen Dank dafür an dieser Stelle! Wobei ich natürlich davon ausgehe, dass die Aufmerksamkeit sehr schnell nachlassen wird, wenn ich keine Präsenz mehr zeige, nichts Eigenes mehr veröffentliche, keine Likes mehr setze und nicht mehr kommentiere. Es soll ja für denjenigen, der nun die „Schlüsselgewalt“ über meinen Blogs hat, keinesfalls in Arbeit oder sonstiges ausarten. Also bitte: Macht keinen Stress! ;o)

Die Rechte an allen sonstigen Texten/Büchern und Bildern/Fotos von mir gehen auf meine Hinterbliebenen über.

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… und tschüs!

Das war’s! „Famous last words“? Ich weiß es nicht. Zumindest „Last words“. Darüber werden einige froh sein, andere vielleicht nicht. Mir bleibt nur zu sagen, dass mir die Bloggerei – natürlich insbesondere durch diejenigen, die mir immer Spaß und Freude bereitet haben, egal ob mitwissend oder nicht, egal ob mit Rezepten, Rätseln, Tierischem, Natürlichem und Menschlichem, sehr viel gegeben hat. In den letzten Monaten war das Bloggen für mich das Einzige, was ich überhaupt noch einigermaßen regelmäßig ohne Angst, Schmerzen oder sonstige Schwierigkeiten tun konnte. Aber selbst das fiel mir zum Schluss immer schwerer, wie einige von Euch schnell bemerkt haben.

Verbittert? Nein, verbittert bin ich nicht. Von vier bis fünf Personen bin ich maßlos enttäuscht, das ja. Die „seelischen Aufräumarbeiten“ in den letzten Wochen haben mir jedoch sehr viel Ruhe gegeben. Auf meinem zweiten geschützten Blog habe ich mir vieles von der Seele geschrieben, was mich von „aktuell“ bis „schon ein Leben lang“ bedrückt, gequält oder verletzt hat. Ich habe mein Innerstes nach außen gekehrt und alles abgeschüttelt, was mich belastete. Das tat mir sehr gut. Es diente nicht der sprichwörtlichen „schmutzigen Wäsche“, die unbedingt noch durch die Trommel gedreht werden sollte, sondern einzig und allein dafür, Ruhe zu finden … FÜR mich … tief in mir drin, nicht GEGEN andere. Eben damit ich in Frieden gehen kann. Dass ein paar wenige Menschen dabei nicht ausnahmslos gut weg kamen, liegt in der Natur der Sache. Das war aber nicht mein Antrieb: Mir ging es nur darum, Frieden zu finden, um ohne Verbitterung gehen zu können. Bei den geschützten Texten handelt es sich nicht um eine knapp zweijährige Endlos-Motzerei. Nein, es gab auch schöne Momente, Erinnerungen, die üblichen Euphorien, bevor die nächsten Tiefschläge kamen und vieles, was da mehr oder weniger überraschend „zutage kam“. Es ist eine Mischung aus allen Hochs und Tiefs, die einem Menschen in einer dermaßen extremen Situation begegnen können. Das ist nicht nur Trallalla.

Nun bleibt mir noch zu hoffen, dass mein Wunsch, im „RuheForst Deister“ eine möglichst dezente Ruhestätte zu finden, respektiert wird. Wer mir also noch irgendwas mitteilen möchte, weiß, wo er mich „findet“. ☺ Wir sehen uns … irgendwie, irgendwann, irgendwo:

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Me3-F1

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Ist das nicht …

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… ein wunderbarer Tango?!

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Die dritte Version hatte ich ja vor geraumer Zeit schon einmal gepostet. Gut, dass alle drei Versionen so überhaupt nicht verraten, dass ich davon gar nicht genug bekommen kann! ;o)

Ich wünsche Euch ein zackig-melodisches Wochenende! ♥

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3 … 2 … 1 …

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Ich wünsche Euch einen guten Start in ein tolles Jahr 2014, in dem Euch stets neue, positive Überraschungen begleiten!

Habt es gut!

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Ich wünsche Euch einen schönen Tag! ♥

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Nachdem hier …

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… auf dem Blog längst der Schnee fällt, liefere ich Euch pünktlich zum Fest noch den Weihnachtsbaum dazu:

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Weihnachtsbaum-099

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Ich wünsche Euch schöne Weihnachtstage und dass Ihr sie so erleben könnt, wie Ihr es Euch vorstellt! ♥

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Stürmische Dunkelheit

Ein endloser Tag. Die Nacht noch länger. Wie lange ich gearbeitet hatte, wusste ich nicht. Dem entsprechend blieb mir verborgen, wie spät es war, als ich endlich zu Bett ging. Nur, dass der nächste Tag im Haus bereits zu beginnen schien, konnte ich nicht überhören.

Ich suchte Schlaf und glaubte, ihn in den nächsten Sekunden finden zu dürfen. Doch Türen wurden geöffnet und verschlossen. Schritte, die in Eile die Stufen hinunter liefen, hallten durch das Treppenhaus. Auf dem Garagen-Hof wurden Tore geöffnet, Autos angelassen und auf die Straße gefahren. Leise Fluche, die sich wohl auf das Wetter zu beziehen wagten, erreichten meine Ohren. Und auch die über meinen Kopf gezogene Decke ließ die Schallwellen kein Hindernis finden.

Dann wurde es ruhiger. Doch Millisekunden vor dem Einschlafen war es soweit: Ich musste auf Toilette. Also wühlte ich mich aus meiner Decke und suchte mit geschlossenen Augen den Weg ins Bad. Über mir wurde die Dusche angestellt und unter mir erneut und lautstark versucht, den seit Jahren schief hängenden Haussegen gerade zu brüllen. Am Waschbecken lehnend wusch ich mir die Hände und tauchte mein Gesicht in warmes Wasser. Trank einen Schluck aus der Leitung und wollte zurück ins Bett.

Müde, ich war so müde … „Schlafen! Nur noch schlafen“ kroch durch meinen Kopf. Doch es ging nicht. Zahlen und Buchstaben lieferten sich in meinen Gedanken ein Duell. Bilder, die darauf warteten, welche zu werden. Keiner war bereit, nachzugeben. Auch ich nicht. So verließ ich das Bad und schlich planlos ins Wohnzimmer. Ruhe … oder wenigstens etwas Ablenkung von dem, was in meinem Kopf keine Ruhe zu geben bereit war. „Wie schön wäre das …“.

Ich ging zur Fensterfront. Der Himmel schüttete, wie so oft in den letzten Tagen, alles aus sich heraus. Regen peitschte gegen meine frisch geputzten Fenster. „Danke, Wetter“. Es stürmte beängstigend. Die Böen verfingen sich auf meinem Balkon und wirbelten leere Blumentöpfe umher. Ein widerliches Geräusch. Doch um rauszugehen und die Töpfe zu sichern fehlte mir jedwede Form von Energie. So sah ich dem Spiel ein wenig zu und hoffte, dass der dadurch produzierte Lärm andere Hausbewohner nicht allzu sehr verärgern würde.

Kurz danach fand ich mich in meinem Schaukelstuhl wieder. „Strickzeug und Katze fehlen“ lächelte ich in mich hinein und schaukelte vor mich hin. Mein Blick verfing sich im Dunkel vor meinen Fenstern. Der Regen regierte Hand in Hand mit dem immer heftiger werdenden Sturm die Natur. Und das Wasser lief inzwischen nur noch an den Scheiben herunter. Unheimlich. Fast wie der bedrückende Augenblick in einer Waschanlage. Die Bäume hinter dem Haus waren kaum noch zu erkennen. Nur das Licht der Laternen verriet die Bewegungen. Durch den Sturm hervor gerufen.

Das Heulen wurde lauter. Die Geräusche im Haus leiser. Ich schaukelte und wünschte mir Schlaf. Die Uhren im Zimmer tickten monoton vor sich hin. Ob ich den Fernseher anschalten sollte? Was würde laufen? Kinderprogramm? Das musste ich auch nicht haben.

Ich schaukelte und schaukelte. Irgendwann schlief ich ein. Als ich erwachte hatten weder Sturm noch Regen auch nur einen Deut nachgelassen. Das Heulen war ebenso heftig wie in der letzten Nacht. Oder war es noch die gleiche Nacht?

Es wurde dunkel …

© skriptum [2009]